Tipps

zum Thema Vitamine und Mineralstoffe

 

Vorbemerkung

Die Ernährungsumstellung bei Histaminintoleranz wird angewendet, um dem Patienten Besserung zu verschaffen. Unangenehme Symptome, wie Blähungen, Migräne, Durchfall, Erbrechen etc. sollen gelindert und weniger Histamin soll mit der Nahrung aufgenommen werden. Der Körper soll beim Abbau des Histamins unterstützt werden, indem man Lebensmittel verwendet, die reich an Antioxidantien sind und so den Histaminabbau unterstützen. Tatsächlich wirken die meisten Antioxidantien nicht nur gegen freie Radikale, sondern auch als Mastzellstabilisatoren und verhindern so die körpereigene Histaminausschüttung. Vitamin C im speziellen unterstützt zudem den Histaminabbau.

Unterstützend gibt es verschiedene Medikamente und Ergänzungsnahrungsmittel, die Dir Dein Arzt verschreiben oder empfehlen kann. Außerdem sollte der behandelnde Arzt vor der Gabe irgendwelcher Nahrungsergänzung feststellen, ob überhaupt eventuelle Mängel bestehen.

Vitamin- und Nährstoffmängel

Ein Eisenmangel ist insbesondere bei vegetarischer Ernährung mit Histaminintoleranz relativ häufig. Da tierisches Eisen nicht aufgenommen wird, muss es aus pflanzlichen Quellen bezogen werden. Die klassischen eisenhaltigen Lebensmittel fallen jedoch bei Histaminintoleranz weg, so z. B. Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Bohnen etc.) und Spinat. Zu bedenken ist weiterhin, dass pflanzliches Eisen schlechter aufgenommen wird als solches tierischen Ursprungs. Vitamin C verbessert aber die Eisenaufnahme.

Auch ein Vitamin-B6-Mangel kann aufgrund der histaminarmen Ernährung entstehen, sofern man nicht spezifisch auf Lebensmittel mit hohem Vitamin-B6-Gehalt achtet. Auch hier fallen aber einige Vitamin-B6-Lieferanten weg, z. B. die (reife) Banane und Schweinefleisch.

Besprich mit Deinem Arzt, welche Mineralstoff- und/oder Vitaminmängel bei Dir womöglich bestehen.

Vitamin C unterstützt den Histaminabbau

Neben dem Ausgleichen von Mängeln können Nahrungsergänzungspräparate zur Unterstützung des Histaminabbaus verabreicht werden. Es hat sich gezeigt, dass beispielsweise Vitamin C positiv auf den Histaminhaushalt wirkt und dabei helfen kann, den Stoff besser abzubauen. Sofern allerdings kein ausgewiesener Mangel an Vitamin C besteht (was heutzutage sehr selten vorkommt), sollte dieses wasserlösliche Vitamin nur vorübergehend bzw. im Notfall als Nahrungsergänzungspräparat verabreicht werden, also nicht täglich oder über einen langen Zeitraum hinweg. Kurzfristig kann eine Kur Besserung verschaffen.


Besser ist es, Vitamin C natürlich mit der Nahrung aufzunehmen. Neben Grünzeug bietet sich auch Obst an. Besonders für Betroffene von Histaminintoleranz hat sich die Acerola (auch in Pulverform erhältlich – beispielsweise zum Einrühren in Getränke) bewährt. Statt Unmengen Tabletten zu essen, versuche Vitamin C mit der Nahrung und Getränken aufzunehmen. Da überschüssiges Vitamin C über die Nieren ausgeschieden wird, ist es wichtig bei der erhöhten Gabe von Vitamin C ausreichend zu trinken. Außerdem schlägst Du dann zwei Fliegen mit einer Klappe, denn Histamin ist wasserlöslich.

Wenn Du Nahrungsergänzungsmittel verwendest

Gemeinhin wird behauptet, dass Vitamin C (Ascorbinsäure) bedenkenlos zusätzlich aufgenommen werden kann. Jedoch kann zu hoch dosiertes Vitamin C zu unangenehmen Nebenwirkungen und sogar zu neuen Beschwerden führen. Vitamin C wird nur ca. 4 Stunden vom Körper gespeichert. Daher lohnt sich die Gabe einer hohen Einmaldosis nicht. Wird Vitamin C zu hoch dosiert, kann dies darüber hinaus zu Übelkeit, Blähungen und Durchfall führen. Die zu hohe Gabe von Vitamin C über längere Zeit kann die Entstehung von Nierensteinen begünstigen.

Verteile daher die gewünschte Menge Vitamin C über den Tag, am besten im 4-Stunden-Takt.

Gelegentlich wird Ascorbinsäure trotz seiner helfenden Eigenschaften nicht vertragen. Eine der Ursachen ist, dass kein „natürliches“ Vitamin C verwendet wurde, womit meistens Extrakte aus natürlichen Vitamin-C-Quellen wie z. B. Acerola gemeint sind. Allerdings ist natürliches Vitamin C in den benötigten Mengen unbezahlbar. Und Produkte, bei denen z. B. “natürliches Vitamin C” auf dem Etikett steht, enthalten oft tatsächlich nur 10% natürliches Vitamin C und werden stattdessen mit synthetischen Zusatzstoffen wie zum Beispiel Maltodextrin gestreckt, welches in größeren Mengen Magen-Darm-Beschwerden verursacht. Der Vorteil am natürlichen Vitamin C ist jedoch, dass es langsamer vom Körper wieder ausgeschieden wird und somit länger wirkt als synthetisiertes Vitamin C. Das führt man auf die Begleitstoffe (Flavonoide) bei “natürlichem Vitamin C” zurück, die in den Pflanzenfasern stecken.

Daher fügt man dem reinen, synthetisierten Vitamin C die Flavonoide (Hesperidin u. a.) wieder zu oder nutzt direkt die Pflanzenfasen (durch Trocknung) für die Pulverherstellung, was bei guten Multivitamin-Mischungen meist ohnehin der Fall ist.

Allzu billige Vitamin-C-Produkte (z. B. China-Importe) stehen im Verdacht, oft mit Schwermetallen oder anderen Zusatzstoffen verunreinigt zu sein.

Ein anderer Grund, warum Ascorbinsäure manchmal nicht vertragen wird, ist die damit einhergehende Übersäuerung des Magens, was bei einer Histaminintoleranz sogar kontraproduktiv sein kann. Gibt man zur Ascorbinsäure Natron, ist es magenschonender. Man erhält Natriumascorbat. In Apotheken kann man auch Präparate erwerben, denen z. B. Natron bereits beigemengt wurde. Auch Calciumascorbat ist bekömmlicher als reines Vitamin C. Hinzu kommt, dass das Lösungsverhalten und/oder die Bioverfügbarkeit beeinflusst werden. Vitamin C, angereichert mit Calcium oder Natron, kann schneller vom Körper aufgenommen und länger gespeichert werden. Die beste Lösung, sofern keine spezifische Allergie besteht, ist jedoch immer noch frisches Obst und Gemüse sowie Acerola-Pulver.

(Vgl. vitamine-und-mehr.org)

Übersicht: Natürliche Quellen von Vitamen und Mineralstoffen mit der Nahrungsaufnahme – eine Auswahl

Eisen:
(Angaben in mg/100g)

Putenfleisch 3

Rindfleisch 2,9

Geflügel 2,6

Lachs 0,7

Petersilie 3,3

Kresse 2,8

Fenchel 2,5

Karotten/Möhren 1,7

Wirsing (Kohl) 1

Rote Beete 0,8

Paprika 0,7

(Auszug aus eisenhaltigelebensmittel.de)

Vitamin C
(Angaben in mg/100g)

Sanddornbeere 450 (Vorsicht: Sorbit)

Petersilienblatt 166

Paprika 140

Brokkoli 115

Kresse 59

Oregano frisch 45

Johannisbeere 36

Feldsalat frisch 35

Stachelbeere frisch 35

Kokoswasser 2

(Auszug aus naehrwertrechner.de)

Vitamin B6

(Angaben in µg/100g)

Ingwerpulver 1010

Lachs 980

Hafer 960

Knoblauch Pulver 801

Hirse 750

Meerforelle 690

(Sonnenblumenkern 603) = Histaminliberator, wird aber gelegentlich vertragen

Buchweizen 580

Kalb Filet 560

Geflügel 496

Paprika (rot) 450

Knoblauch 380

(Banane 370) = Histaminliberator & histaminreich, noch leicht grüne Bananen weisen einen geringeren Histamingehalt auf

Kresse 300

Feldsalat 250

Zuckermais frisch 220

Blumenkohl, Wirsing 200

Meerrettich/Kren 180 (Vorsicht bei Salicylatintoleranz)

Oregano, Basilikum frisch 180

Kürbis 150

Sanddornbeere 110 (Vorsicht: Sorbit)

Fenchel 100

Zucker-/Honigmelone 90

Zucchini frisch 89

schwarze Johannisbeere 80

(Auszug aus naehrwertrechner.de)

Gemeinhin liest man, dass Vitamin B6 durchwegs positiv auf den Histaminabbau wirken soll. Dr. Kofler sieht das jedoch anders.

Die immer noch empfohlene Vit B 6 Gabe ist hingegen definitiv falsch.Vit B 6 ist kein Kofaktor der die DAO unterstützt (wenn schon dann das histaminproduzierende Enzym Histidindecarboxylase)!

Quelle

Auch ich habe lange geglaubt, v. a. weil Dr. Jarisch die Gabe von Vitamin B6 empfiehlt, dass Vitamin B6 als DAO-Co-Faktor wirksam ist.

Viviane hat mich auf ihrem Blog auf diese Diskussion aufmerksam gemacht.

Viele Betroffene greifen zu entsprechenden Präparaten zur Nahrungsergänzung. Wir haben Vitamin B6 hier nicht ausprobiert. Das Problem ist die Doppelrolle, die Vitamin B6 im Histaminhaushalt einnimmt:

  1. wird es für die Umwandlung von Histidin in Histamin gebraucht
  2. wird es für den Abbau von Histamin (durch die DAO) gebraucht

Nur bei einem ausgewiesenen Mangel sollte Vitamin B6 verabreicht werden! Die pauschale zusätzliche Gabe bei normalem Vitamin-B6-Status wird höchstwahrscheinlich Probleme verursachen!

Stattdessen scheinen andere DAO-Co-Faktoren jedoch eine wichtigere Rolle einzunehmen: Zink und Kupfer. Wer Vitamin C zusätzlich nimmt, sollte nicht nur darauf achten, genug zu trinken, sondern auch darauf, dass die Calcium-Werte passen. Wie vieles, hängen diese zwei zusammen. Calcium hilft dem Körper, Vitamin C aufzunehmen, aber zu viel Vitamin C wiederum wirft den Calcium-Haushalt durcheinander.

Aufgrund seiner nervenberuhigen und entzündungshemmenden Eigenschaften sollte man auch Magnesium nicht vergessen.

Wie immer, bevor Supplemente gegessen werden, sollte die individuelle Nährstoffversorgung erst einmal gecheckt werden. Im Normalfall sollte die Devise lauten „Let food be your medicine“ (Lass Essen Deine Medizin sein), d. h. statt Tabletten schlucken lieber den Speiseplan verändern.

Tipp:

Um die Vitamine und Mineralstoffe in den Lebensmitteln besser zu erhalten, bereite sie schonend zu, z. B. durch Dünsten. Füge frische Kräuter, wie Petersilie, erst ganz zum Schluss hinzu. Vitamin C ist nämlich im Gegensatz zu Histamin sehr temperaturempfindlich.

(c) Histamin-Pirat