Histamin-Pirat

Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

Kategorie: Gedanken (Seite 1 von 7)

„Plastikfrei für Einsteiger“ – in einfachen Schritten zu einem bewussten Umgang mit Plastik (Rezension)

»Sag mal, Oma, womit habt ihr euch eigentlich früher die Zähne geputzt?« – »Na, mit einer Zahnbürste aus Holz«, sagte meine Oma in selbstverständlichem Ton. Ich war überrascht.

Für meine Generation ist Plastik vollkommen normal. Wir sind damit aufgewachsen. Vom Babybreiteller bis zu Omas Kittelschürze – alles war aus Kunststoff. Schließlich ist Kunststoff günstig und super vielseitig. Da ist nur ein Problem: Das Zeug zersetzt sich nicht.

Tonnenweise aufgeriebene Plastiküberreste, sogenannte Mikroplastik, schwimmen neben anderem Kunststoffmüll im Meer herum. Bestimmt hast Du die verheerenden Bilder von, dank der Strömung, zu Bergen aufgetürmtem Plastikmüll schon einmal gesehen. Oder die fiesen Folgen von achtlos weggeworfenen Feuerzeugen, die ihren Weg in den Magen von Vögeln gefunden haben. Fest steht: Die Menschen sind seit dem Plastikboom Mitte des 20. Jahrhunderts viel zu achtlos mit dem haltbaren Material umgegangen.

Mittlerweile werden Maßnahmen ergriffen. Einige Supermärkte haben bereits Plastiktüten ganz verbannt und verkaufen stattdessen Papiertüten und Stoffbeutel für den Transport Deines Einkaufs. Ohne Zweifel, damit wir das große Problem in den Griff bekommen, ist die Industrie gefragt. Doch auch jeder von uns kann seinen Beitrag leisten und damit nicht zuletzt die Wirtschaft zum Nachahmen anstiften. Denn sind wir mal ehrlich, Supermärkte springen nicht aus Nettigkeit auf den Plastikfrei-Zug auf, sondern weil immer mehr Menschen das fordern und so leben.

Denn solange Plastikverpackungen nicht gesetzlich verboten werden, kann nur er [der Verbraucher] das Produkt verändern. Mach dir eins klar: Du als Verbraucher kaufst ein Produkt nur, wenn es dir gefällt.

Und auch die Politik wird erst tätig, wenn ein Großteil der Wähler und Wählerinnen sie dazu zwingt.

Plastikfrei für Einsteiger – so kannst Du beginnen

Kürzlich habe ich Christoph Schulzes Buch „Plastikfrei für Einsteiger“* zur Rezension bekommen. Bisher achte ich bereits hier und da darauf, nicht unnötig Plastikmüll zu produzieren. Das Schwierigste hierbei war tatsächlich der Anfang. Während es nur vorausschauendes Denken braucht, um zum Einkaufen einen Beutel mitzunehmen, erfordern andere Maßnahmen zur Plastikmüllvermeidung wesentlich mehr Denkarbeit.

Das liegt vor allem daran, dass der Kunststoff so normal und allgegenwärtig ist. Wir glauben er ist geradezu alternativlos, bis wir über clevere Alternativen stolpern. Ich hatte einen ähnlichen Aha-Moment wie der Autor, als ich realisierte: Wow, es gibt sowas wie Holzzahnbürsten! (siehe oben)

Aus Erzählungen meiner Eltern wusste ich, dass ich noch geradeso zur Generation Stoffwindel gehörte. Die Dinger gibt’s heute immer noch. Bequemer ist sicherlich das Aufreißen, Anlegen und Wegwerfen einer Einwegwindel, umweltfreundlicher das Wiederverwenden.

Nicht jeder möchte diesen Aufwand betreiben, und das verstehe ich auch irgendwie. Trotzdem brachten mich die Stoffwindeln auf die Idee: Wenn es das für Babys gibt, wie sieht’s dann mit Stoffbinden für Frauen aus? Ja, auch die gibt es und ich bin längst umgestiegen*. Ein großer Vorteil, wenn man von den Pros für die Umwelt einmal absieht: Stoffbinden sind auf Dauer billiger. Ich persönlich finde sie auch angenehmer auf der Haut.

Wenn man so weit ist, hat man wirklich schon viel erreicht. Die Frage ist also: Wie plastikfrei möchtest Du leben?

Ist plastikfrei wirklich das Ziel?

Selbst wer auf die praktischen Einwegwindeln und abgepackten Damenbinden nicht verzichten möchte, kann etwas gegen die Müllberge für Jahrtausende tun. Zum Beispiel den Müll richtig entsorgen. Gebrauchte Windeln und Binden aus dem Wegwurfsortiment gehören trotz ihres hohen Kunststoffanteils nicht in die gelbe Tonne, sondern in den Restmüll. Umgekehrt kommen Joghurtbecher in die gelbe Tonne – am besten ungestapelt, weil sie so besser recycelt werden können.

Grundsätzlich finde ich, wie der Autor übrigens selbst, den Begriff „plastikfrei“ ein bisschen problematisch. Das klingt immer nach „entweder … oder …“, „alles oder nichts“, „schwarz oder weiß“. So ein Denken zwingt uns eine Entscheidung ab und klingt immer nach Verzicht. Das ist aufwändig, anstrengend … und schon steht der innere Schweinehund auf der Matte und kläfft: Darauf habe ich keinen Bock.

Wir versuchen nicht, plastikfrei zu leben, weil Plastik grundsätzlich schlecht ist, sondern weil wir lernen müssen, richtig damit umzugehen.

Für den Anfang fände ich daher einen Begriff wie „plastikarm leben“ treffender. Betroffene von Histaminintoleranz können damit sowieso gleich etwas anfangen. Histaminarm, das kennen wir. Tatsächlich braucht unser Körper Histamin. Ganz ohne geht nicht. Nur zu viel ist eben auch unerträglich. Jetzt brauchen wir Plastik nicht unbedingt, aber das wasserabweisende Material in allen möglichen Flexibilitätsstufen hat in gewissen Bereichen eben seine Vorteile. Man denke nur an den Operationssaal in Krankenhäusern mit Einweghandschuhen und allem Drum und Dran. Genauso finde ich wetterfeste Funktionskleidung durchaus praktisch. Nur im Essen oder auf der Haut brauche ich kein Plastik.

Außerdem hast Du bestimmt schon einige Utensilien zuhause, die aus Plastik bestehen. Sollst Du die nun einfach wegschmeißen? Das wäre ja Quatsch. Dann könnte ich diesen Blog-Artikel (auf meiner Plastiktastatur) zum Beispiel nicht schreiben.

Um den Einstieg zu erleichtern, solltest Du dort ansetzen, wo Du am meisten Wegwerfplastik produzierst. Die Einkaufstüten und Zahnbürsten* habe ich bereits erwähnt. Und die Joghurtbecher auch. Es gibt ja auch Joghurt im Glas. Dann sind da noch ganz andere Verbrauchsgegenstände, die in der Regel aus Plastik bestehen. Einwegrasierer, Strohhalme und – Convenience Food. Was Letzteres angeht, macht Dir wahrscheinlich ohnehin die Histaminintoleranz einen Strich durch die Rechnung. Fertiggerichte gehen gar nicht, schon allein weil da oft so viel Zusatzstoffe drin sind.

Plastikarm leben – eine Chance, auch bei Histaminintoleranz

Das Eindämmen von Plastikmüll birgt Vorteile, insbesondere für Betroffene von Histaminintoleranz.

  • Plastikfreie Alternativprodukte sind BPA-frei und damit hormonell nicht wirksam
  • Wer statt Fertiggerichte zu kaufen, selbst kocht (auch unterwegs – Stichwort: Meal Prep), weiß was drin ist

Christoph Schulz, der Gründer von CareElite, liefert in seinem Buch zahlreiche Tipps, wie und wo Du umdenken kannst, um bewusster mit Plastik umzugehen, das ja aus einem begrenzte Rohstoff – Erdöl – gewonnen wird. Übersichtliche Fragebögen fassen einen Teil jedes Kapitels nochmal zusammen und sorgen dafür, dass Du das „Um-die-Ecke-Gedachte“ gleich verinnerlichst. Dabei wirst Du merken, dass vieles ziemlich Oldschool ist und eigentlich nicht neu. Denn was hat denn Oma im (fast) plastikfreien Zeitalter gemacht?

Die Holzzahnbürste ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass wir mit dem plastikfreien Lebensstil einen wichtigen Schritt zurück zu unseren Wurzeln machen, um dann wieder einige feste, bewusste Schritte nach vorn zu gehen.

Weitere Ideen für Deinen Einstieg in einen bewussteren Umgang mit Plastik

  • Hast Du einen Unverpackt-Laden in Deiner Nähe?
  • Nö? Dann probier’s mal auf dem Wochenmarkt oder bei der türkischen Gemüsehandlung ums Eck.
  • Weniger wegwerfen: Wie sieht es mit Repair-Cafés aus?
  • Sag einfach Nein, wenn Dich der Barkeeper das nächste Mal fragt, ob Du zu Deinem Drink einen Strohhalm möchtest.
  • Du hast ein Smartphone? Informiere Dich über Apps wie ReplacePlastic, Refill, Regio-App und Too Good To Go.
  • Kaufe (und verkaufe) mehr second hand.

Was mir am Buch gefällt

Viele Tipps sind tatsächlich einfach umzusetzen und gehen, wie vom Autor versprochen, schnell in Fleisch und Blut über. Der clevere Kapitelaufbau sorgt für einen übersichtlichen Einstieg, ohne Dich gleich auf komplett plastikfrei bekehren zu wollen. Überhaupt, kommt das Buch prima ohne erhobenen Zeigefinger aus, sodass die Umstellung Spaß macht.

Ein Problem, das ich schon länger habe: Mülltüten ersetzen. Auch hierfür hat Christoph Schulz Ideen parat. Mit einer Faltanleitung zeigt er, wie man den Mülleimer so mit Zeitungspapier auskleiden kann, dass trotzdem nichts daneben geht. Das muss ich mal ausprobieren. Dann werde ich auch diesen Wegwerfartikel los.

Außerdem liefert Christoph Schulz praktische und umweltfreundliche Alternativen für Alltagsprodukte, von denen wir womöglich dachten, dass es sie nur aus Plastik gibt. Ja, es gibt Wasserkocher aus Borosilikatglas*. Hinzu kommen hilfreiche Apps – super für alle, die ein Smartphone haben, und es sinnvoll nutzen wollen. Richtig toll: Rezepte zum Selbermachen von Zahnpasta, Spülmittel & Co. Wow, Du kannst aus Efeu ganz einfach selbst Spüli machen!

Links zu Projekten und Organisationen, wo man sich engagieren kann, aber natürlich nicht muss, runden das Ganze ab.

Was mir nicht so gut gefällt

Ein paar Tipps im Buch verursachen mir dann aber doch Falten auf der Stirn, z. B. als Alternative zum Einwegrasierer empfiehlt der Autor neben dem Rasierhobel* noch eine Option: das Veröden der Haarwurzeln mittels Lasertherapie, ohne hierbei die Risiken einer solchen Behandlung auch nur anzudeuten.

Die Windelfrei-Methode als weitere Alternative neben den waschbaren Stoffwindeln. Das klappt wahrscheinlich nur bei Helikopter-Eltern, die rund um die Uhr zuhause sind, und ist damit alles andere als alltagstauglich. Ähnlich problematisch: Spielsachen ausleihen?! Irgendwie nicht so hygienisch, vor allem wenn man bedenkt, dass Kinder Spielsachen gerne mal in den Mund nehmen. Umgekehrt finde ich Nachbarschaftsportale, zum Beispiel zum Ausleihen von Werkzeugen, sinnvoll. Aber die Bohrmaschine nehme ich ja in aller Regel auch nicht in den Mund 😉

Zusammenfassung:

  • “Plastikfrei für Einsteiger”* von Christoph Schulz
  • Tipps zum persönlichen Eindämmen von Plastikmüll, Rezepte für Naturkosmetik und mehr
  • empf. VK-Preis: € 14,99
  • Taschenbuch, erschienen Februar 2019
  • ISBN: 978-3-86882-993-8

*

Ich bedanke mich beim mvg-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.



*

(c) Histamin-Pirat

Einmal Meditation zum Mitnehmen, bitte (Rezension)

Kleine Verschnaufpause gefällig? Dann ist Meditation genau das Richtige für Dich. Auf dem Blog habe ich schon öfter über die Vorteile berichtet und ausgewählte Übungen vorgestellt. Doch wer sich mit dem Thema bisher noch nicht beschäftigt hat, tut sich mit dem Einstieg (genau wie ich anfangs) womöglich schwer. Schließlich geht’s dabei um mehr als nur stillzusitzen und das Gedankenkarussell zum Stillstand zu bringen.

Vielmehr dürfen und sollen die Gedanken dabei fließen. Lediglich der fiese Zensor in unserem Kopf, der sich als alter Skeptiker nur allzu gerne einschaltet, hat bei der Meditation mal Pause. Wir konzentrieren uns auf das Positive.

Meditation – klein anfangen für großes Glücksgefühl

Klingt gut, nicht? Nur übertreiben solltest Du es für den Anfang nicht. Probiere es stattdessen mit kurzen Übungen, kleinen Gedankenexperimenten. Viele davon kannst Du ganz einfach in den Alltag integrieren. “Das kleine Buch vom Meditieren”* liefert knappe Erklärungen für simple Übungen in seiner wohl schönsten Form. Und das Beste? Das gibt es im Hosentaschenformat.

Denn dieses Werk von Dr. Patrizia Collard misst gerade mal elf Zentimeter in der Breite, fünfzehn Zentimeter in der Höhe und ist nur etwas über einen Zentimeter dick. Ideal zum Mitnehmen.

Jenny Römisch verleiht dem Lesevergnügen einen wunderbar farbenfrohen Anstrich, denn nicht nur auf dem Teller, auch beim Durchblättern isst das Auge eben mit.

Schritt für Schritt gibt Dir die Autorin mit dem Buch eine Anleitung an die Hand, wie Du in die Welt des Meditierens eintauchen kannst. Die einzelnen Übungen finden sich in thematisch ausgerichteten Einzelkapiteln. Die Zielsetzung der jeweiligen Meditation schwingt dabei bereits im Kapiteltitel mit:

  • Stress abbauen und das Immunsystem stärken
  • Mut und Selbstvertrauen gewinnen
  • Den Kopf frei bekommen
  • Akzeptieren, loslassen, verändern
  • Harmonie mit der Welt und all ihren Wesen
  • Abenteuer Leben: Kreativität und Fokus

Die einzelnen Übungen werden nicht nur mit liebevollen Illustrationen untermalt, sondern sind auch gespickt mit Einblicken in die Hintergründe von Meditation, darunter zum Beispiel Infos wie:

  • Wie kam die Meditation nach Europa?
  • Welche Meditationsarten gibt es?
  • Wie und wann üben?

Das Schöne am Meditieren: Um damit zu beginnen, brauchst Du nicht viel. Ein Meditationskissen* genügt und schon kannst Du loslegen. Wer nicht gerne auf einem Kissen auf dem Boden sitzen mag oder – das einfach nicht kann, etwa weil die Knie oder der Rücken nicht mitspielen, kann auch auf einem Stuhl Platz nehmen.

Wichtig ist, für eine störungsfreie Umgebung zu sorgen. Suche Dir also einen Ort, wo es ruhig ist und Du ungestört und ohne Unterbrechungen Deinen Gedanken nachhängen kannst.

Gerade am Anfang ist das gar nicht so leicht. Wir leben in solch bewegten Zeiten, dass wir häufig ganz darauf vergessen, mal zur Ruhe zu kommen. Vielleicht nehmen wir uns auch einfach nicht die Zeit. Es gibt ja so viele andere Dinge zu erledigen. Nach der Arbeit muss Essen auf den Tisch, die Kinder (sofern Du welche hast) wollen nicht nur versorgt, sondern auch umsorgt werden. Du schaust nochmal über die Hausaufgaben. Vielleicht fährt ein Kind zum Sport oder zur Musikschule. Am Ende des Tages bleibt einfach wenig Zeit für Dich selbst.

Doch Meditation muss keine Stunden in Anspruch nehmen. Das Versprechen des Buchs: 10 Minuten am Tag reichen. Und die lassen sich freischaufeln. Jetzt, da Du das liest, hast Du womöglich etwas Zeit. Also warum wollen wir nicht direkt mal mit einer kleinen Übung starten?

Nehmen Sie ganz bewusst Ihren Atem wahr. Sie werden erkennen, dass jeder Atemzug eine Einheit für sich ist, länger oder auch kürzer, tiefer oder flacher. Nach jedem Ein- und Ausatemzug, so werden Sie mit der Zeit feststellen, entsteht eine kurze Pause, bevor “die nächste Runde” beginnt. Bleiben Sie bei Ihrem Atem, bis sich eine gewisse Ruhe in Ihnen eingestellt hat.

Nun wird es Zeit, auch den Körper aufmerksam zu beobachten. Haben Sie irgendwo starke Empfindungen?

Bei Verspannungen oder Schmerzen kann es helfen, sich vorzustellen, den Atem an diese Stelle zu lenken. Natürlich geht die frische Luft in die Lungen und die verbrauchte wird nachher wieder ausgeatmet, aber wenn Du so ruhig und bedacht atmest, wirst Du spüren, wie der Atem “Wellen schlägt”. Wie ein Stein, den man in einen See wirft, der dann konzentrische Kreise auf dem Wasser formt.

Konzentrierst Du Dich auf die verspannte oder schmerzende Körperstelle kannst Du die “Atemwellen” genauso an diese Stelle lenken.

Schauen Sie sich jetzt ganz bewusst Ihre Gedanken an […].

Natürlich können Gedanken negativ, neutral oder positiv sein. Aber egal, welcher Spart sie angehören, Sie sehen sie sich in dieser Meditation nur kurz an und benennen sie.

Folgende Bilder haben sich dabei als hilfreich erwiesen:

  • Sie sehen die Gedanken wie Wolken am Himmel.

Und auch die Gedanken lässt Du wie Wolken vorüberziehen. Wenn Du möchtest, kannst Du den “Gedankenwolken” Namen geben. Da sind dann Grübelgedanken, Tagträume oder auch Einkaufslisten.

  • Sie stehen auf einer Brücke und schauen auf einen kleinen Fuss hinunter, auf dem bunte Blätter schwimmen. Auf einigen dieser Blätter sehen Sie Ihre Gedanken geschrieben. Sie können sie lesen und registrieren, aber schon bald ist das Blatt unter der Brücke verschwunden.
  • Sie stehen auf einem Bahnsteig. Ein Zug rast vorbei. Sie sehen die Wagons und auf jedem steht einer Ihrer Gedanken geschrieben. Sie erkennen, um was es geht, aber lassen Ihre Gedanken einfach vorüberziehen.

Diese kleine Übung hilft dabei, quälende Gedanken auch mal sein zu lassen oder sie im Kopf zu sortieren. Welche davon sind wirklich wichtig? Eine Weisheit trifft die Sache im Kern:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Wie ist es Dir mit dieser Übung ergangen? Bist Du neugierig darauf geworden, was das Buch noch so zu bieten hat, dann findest Du hier die “Hard Facts” nochmal im Überblick.

Zusammenfassung:

  • “Das kleine Buch vom Meditieren”* von Dr. Patrizia Collard, mit Illustrationen von Jenny Römisch
  • 271 Seiten, Taschenbuch
  • Einführung zum Thema Meditation: gut verständlich, leicht umsetzbar und – schön
  • empf. VK-Preis: € 8,99 [D], € 9,30 [AT], CHF 12,90
  • Taschenbuch, erschienen am 12.10.2018
  • ISBN: 978-3-453-70359-9

Ich bedanke mich bei Heyne für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.


*

(c) Histamin-Pirat

Der Histamin-Pirat-Adventskalender

In 24 Tagen zu einem besseren Lebensgefühl

Adventskalender

Noch 24 Tage bis Heiligabend und hier sind 24 Ideen, um besser mit zu viel Histamin umzugehen.

In diesem Adventskalender findest Du hinter jedem Türchen ein Schmankerl, eine Entspannungsübung oder eine clevere Info rund um Histaminintoleranz und Mastzellaktivierungserkrankungen.

Einfach klicken und herausfinden, was sich hinter dem heutigen Türchen verbirgt!

Blogevent „Glas erleben“ – zu Gast bei Vetropack: So wird Glas hergestellt (Kooperation)

Glas ist umweltfreundlich, weil recyclebar. Doch wie wird es eigentlich gemacht? Wie bei der Sendung mit der Maus habe ich mal hinter die Kulissen der Glasproduktion geschaut und war zu Gast bei Vetropack Austria.

(c) Wolfgang R. Fürst

Doch auf Anfang!

Glas, ein gesundes Verpackungsmaterial – wieso eigentlich?

Es gibt viele Verpackungsmaterialien, die weiter- oder wiederverwendet werden können. Pappe zum Beispiel. Doch um Lebensmittel haltbar einzupacken, ist Karton wohl nicht die beste Wahl. Die Vorzüge von Glas kannte man schon in Mesopotamien vor über 4.000 Jahren. Etwa 700 vor Chr. wurde wohl zum ersten Mal durchsichtiges Glas hergestellt.

Gegenüber luftdichten Verpackungen aus Plastik oder Metall ist Glas jedenfalls klar im Vorteil: Weißglas wird aus etwa 60 Prozent, Braunglas aus bis zu 75 Prozent und Grünglas sogar aus bis zu 90 Prozent Altglas gewonnen. Ein Kilogramm Altglas liefert wieder ein Kilogramm Neuglas. So kann das Material ohne Qualitäts- und Materialverlust rückgewonnen werden. Das ist ressourcenschonend und somit nicht nur gut für die Unternehmenskasse, sondern auch für die Umwelt. Mittlerweile gibt es auch wieder MilchFLASCHEN. Der Trend zum Glas, auch wenn man vielleicht mehr schleppen muss, ist da.

Plastik und Metall lassen sich deutlich schlechter recyclen. Doch bereits zuvor, während der Nutzung, tun sich wichtige Unterschiede auf. Glas ist natürlich. Ein Mix aus Quarzsand, Kalk, Soda und Dolomit. Kunststoff, das liegt bereits im Namen, wird synthetisch gewonnen und wir alle wissen mittlerweile um die gefährlichen Plastikmüllinseln, die im Meer herumdümpeln, um Mikroplastik und die künstlichen Kleinteile, in denen sich Meeresbewohner verfangen oder die sie mit der Nahrung aufnehmen und daran verenden. Glas hingegen wird vom aggressiven Salzwasser erodiert und schließlich wieder in seine natürlichen Bestandteile zersetzt. Trotzdem ist es an sich sehr robust und langlebig – und inert.

Glas ist geschmacksneutral und rein. Es bewahrt Aromen und ist hervorragend rückstandslos zu reinigen – perfekt für Lebensmittel. Daher sind auch Frischhaltedosen aus Glas* ideal, um Speisen und Lebensmittel aufzubewahren. Nicht ohne Grund ist der Histamin-Pirat also ein Friend of Glass. Zuvor habe ich mit anderen Freunden des nachhaltigen Verpackungsmaterials gekocht, doch diesmal sollte es tatsächlich ans „Eingemachte“ gehen – nach Pöchlarn zum Glaswerk.

Glasherstellung – so wird’s gemacht

(c) Wolfgang R. Fürst

(c) Wolfgang R. Fürst

Als Ingenieurskind habe ich eine besondere Beziehung zu großen Fabrikhallen mit lauten Maschinen, die wie Drachen Feuer im Bauch tragen. Denn ordentlich Feuer braucht es schon, um Quarzsand & Co sowie Altglas zu der Masse zu verbinden, aus der später neue Flaschen, Einmachgläser und noch mehr entstehen. Bei 1.580 °C wird das Ganze eingeschmolzen und anschließend vom Kessel in die Maschinen überführt, bei denen die Glasgefäße vom Band laufen.

(c) Wolfgang R. Fürst

Wie ein riesiger mechanischer Feuerspucker speit die Maschine glühende Flaschen im Sekundentakt.

(c) Wolfgang R. Fürst

Schade, dass wir selbst keine eigenen Aufnahmen im Werk machen durften, da ein Großkunde gerade ein neues Flaschenmodell erprobte, von dem die Öffentlichkeit noch keinen Wind bekommen sollte.

Wer in der heißen Halle steht, kennt die Abläufe aus dem Effeff. Glasverfahrenstechniker ist ein Lehrberuf.

(c) Wolfgang R. Fürst

Im Werk in der Nähe von Kremsmünster werden Lehrlinge über 3,5 Jahre ausgebildet und auch übernommen. Doch einer Art Arbeiter haben wir nicht über die Schultern geschaut. Dabei kommt ihnen eine ganz wichtige Rolle zu: Es sind die Leute, die das Altglas am Band sortieren. Der Verbraucher leistet mit der Zuordnung in den Weiß- und Buntglascontainer die Vorarbeit und es wird auch automatisch weitersortiert. So können beispielsweise Metallgegenstände magnetisch aussortiert werden. Doch Fensterglas, Spiegel, Porzellan und all das, was im Altglascontainer eigentlich nichts zu suchen hat, muss nach wie vor von Hand aussortiert werden. Warum eigentlich auch Fensterglas? Weil es eine andere Zusammensetzung hat als das Glas, was für Flaschen & Co genutzt wird. Die gute Vorsortierung des Altglases ist wichtig, damit es später nicht zu Einschlüssen – also Sollbruchstellen – im Glas kommt. Keramik hat einen höheren Schmelzpunkt als Glas und muss daher raus.

(c) Wolfgang R. Fürst

Damit wir weniger schleppen müssen, wird auch an immer neuen Verfahren getüftelt, Flaschen dünnwandiger herzustellen, ohne dass das Gefäß instabil wird.

(c) Wolfgang R. Fürst

(c) Wolfgang R. Fürst

Damit alles passt, ist die Qualitätskontrolle wichtig.

Genuss aus dem Glas

Nach dem „Pflichtteil“ kam das Angenehme: Es ging mit dem Shuttlebus weiter nach Krems, wo wir zur Weinverkostung und einem wunderbaren Menü inmitten der Weinberge eingeladen waren.

(c) Wolfgang R. Fürst

(c) Wolfgang R. Fürst

Dabei brannte mir eine Frage natürlich besonders unter den Nägeln: Wie sieht’s mit histaminzertifiziertem Wein aus?

Dass das Histamin nicht in irgendeinem komplizierten Verfahren nachträglich aus dem Wein gelöst wird, wusste ich bereits. Hier kommt es viel mehr auf Hygiene an. Die Winzer in Krems haben sich auf Weißwein spezialisiert, obwohl es auch kleine Chargen Rotwein gibt. Dabei wird der Weißwein in Edelstahlfässern gelagert, bevor er in die Flaschen abgefüllt wird. Rotwein wird hingegen meist in Holzfässern gelagert – auch für den Geschmack. Von der Histaminperspektive ist Weißwein daher der Vorzug zu geben. Er ist sozusagen „reiner“ und bietet damit auch Bakterien weniger Angriffsfläche bei der Fermentation (noch mehr) Histamin freizusetzen.

(c) Wolfgang R. Fürst

Nach so viel Genuss und spannenden neuen Bekanntschaften wie den Bloggerkollegen von „Einfach leicht“, die flotte Rezepte für jeden Tag verbloggen, und Laurel Königer, der rund um nachhaltigen Lifestyle schreibt, ging es wieder zurück nach Wien. Wobei ich vor dieser malerischen Kulisse noch hätte verweilen können.

(c) Wolfgang R. Fürst

Noch was am Rande: Aktion #CheersToTheOcean

Du bist auch ein Freund von Glas? Dann mach mit bei der Aktion #CheersToTheOcean auf Instagram und zeige Dich (und Freunde) beim Zuprosten mit einem Glas – histaminzertifiziertem Wein – auf die Weltmeere!

(c) Histamin-Pirat

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Vetropack Austria entstanden. Danke an die Friends of Glass, die zu diesem Event eingeladen haben.

Natürlich gesund: Was hält die Natur-Apotheke für uns bereit? (Rezension)

Ich mache Zahnpasta selbst und achte darauf, jede Menge natürliche Helferlein, die den Histaminabbau ankurbeln oder die Histaminausschüttung vermindern, in den Speiseplan zu integrieren. Doch die „Kräuter-Liesel“ kann mir bestimmt noch mehr beibringen.

Liesel Malm ist die Kräuter-Liesel

Die begeisterte Kräuterfrau wurde 1933 geboren und lebt im Westerwald. Im Jahr 1985 bringt eine Krebsdiagnose ihr Leben durcheinander. Obwohl sie nie wirklich richtig ungesund gelebt hat, entscheidet sie sich, ein paar grundlegende Veränderungen der Gesundheit zuliebe vorzunehmen. Sie hat zwar, genau wie ich, nie viel Fleisch gegessen. Doch ab sofort ernährt sie sich konsequent ovolakto-vegetarisch – sie verzichtet ganz auf Fleisch, isst aber weiterhin Milchprodukte sowie Eier. Ihre vegetarische Vollwertkost ist zudem großteils frisch.

Außerdem setzt sie auf Vollkornprodukte. Die enthalten schließlich viele Ballaststoffe, was für eine gute Darmbeweglichkeit sorgt. Bei HIT und verwandten Problemen wie Reizdarm-Syndrom können Vollkornprodukte zuweilen Probleme machen. Denn neben Ballaststoffen enthält das volle Korn mit Schale auch natürliche Pflanzenabwehrstoffe, die bei empfindlichen Personen Beschwerden machen können. Ich habe hier schon einmal darüber geschrieben.

Reinschnuppern in die Natur-Apotheke

Beim Reinlesen fällt sofort die leicht verständliche und vielleicht auch etwas anachronistische Schreibweise der Kräuter-Liesel auf. Sie schreibt zum Beispiel nicht von so neumodischen Trends wie „Detox-Tee“. Stattdessen erfahren wir von einer „Kur mit Ausschwemmtee“. Vor allem jungen Menschen legt sie eine Fastenwoche nahe, bei der viel getrunken und weniger gegessen wird. Der beste Zeitpunkt zum Fasten ist laut Liesel Malm die Zeit des abnehmenden Mondes, „denn wenn er zunimmt, kann man nicht abnehmen.“ Klingt einleuchtend.

Doch nicht alles, was Liesel Malm aus ihren Notizbüchern im Buch „Die Natur-Apotheke“* zusammengetragen hat, kommt so einleuchtend daher. So schreibt sie auf S. 35:

Medizinische Untersuchungen haben gezeigt, dass Brennnesselpräparate allergische Symptome im Nasenbereich beseitigen können.

Leider fehlt der Verweis auf die angesprochenen „medizinischen Untersuchungen“. Im Gegenzug ist mir eine groß angelegte Vergleichsstudie 1 bekannt, die für den Zeitraum zwischen 1980 und 2003 alternativmedizinische Ansätze in Studien zu Allergien, Asthma und anderen immunologischen Problemen vergleicht, in der explizit auch die Brennnessel erwähnt wird, die eher negative Effekte haben soll. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass in Brennnesseln Histamin enthalten ist.

Umgekehrt berichtet die folgende Studie 2 davon, wie ein Brennnesselextrakt als H1-Antihistaminikum wirkt und die Mastzellen stabilisiert und so die Histaminausschüttung verhindern kann. Tatsächlich scheiden sich auch unter den Histaminern die Geister, ob Brennnesseltee gut oder schlecht ist. Wie so oft, ist dies womöglich nur individuell auszutesten.

Ein für viele jedoch bereits bekanntes Helferlein ist die Zistrose. Aus Kraut und Blüten wird ein Tee gebrüht, der nicht nur bei Allergien und Neurodermitis wirksam sein soll, sondern meines Wissens nach auch bei HIT.

Hinzu kommen weitere Gartenbewohner, von denen ich mitunter noch nicht gehört habe. Einer davon ist Jiaogulan, eine Rankpflanze, die unter anderem gegen freie Radikale wirken und damit auch für die Krebsbehandlung von Interesse sein soll.

Doch natürlich deckt das Buch weitaus mehr als Krebserkrankungen und Allergien in der Natur-Apotheke ab. Ein interessanter Hinweis, auch für die oft psychisch geplagten Histaminer, ist, magnesium- und kaliumreiche Kost zu sich zu nehmen. Als Beispiele führt die Kräuter-Liesel Portulak, Giersch und Thymian auf S. 47 an.

Umstritten dürften hingegen wiederum die Ausführungen auf S. 60 zur transdermalen Magnesiumaufnahme sein. Ob das sogenannte Magnesiumöl, das eigentlich ein mit Magnesium angereichertes Wasser ist, über die Haut aufgenommen werden kann, wird nach wie vor heiß diskutiert.

Ein weiteres interessantes Thema, das die Autorin in ihrem Buch aufgreift, ist Milchsäure. Speziell in der alternativmedizinischen Krebstherapie kommen rechtsdrehende Milchsäurebakterien seit einiger Zeit zum Einsatz. Kürzlich erreichte mich eine Mail einer Leserin zum Thema Joghurt. Sie beschrieb, wie sie Quark bzw. Topfen und andere gereifte Milchprodukte zwar vertrage, solange sie Bioprodukte kaufe, jedoch mache ihr Joghurt nach wie vor Probleme. Als möglichen Grund stieß ich das Thema der Bakterienstämme an. Denn so sehr Milchsäurebakterien oft als „gut für den Darm“ über einen Kamm geschert werden, gibt es hier doch Unterschiede. Auch in Bezug auf HIT sollte den rechtsdrehenden Kulturen der Vorrang gegeben werden. So gelten die überwiegend linksdrehenden Kulturen Streptococcus thermophilus und Lactobacillus bulgaricus beispielsweise als problematisch bei HIT, während die meist rechtsdrehenden Kulturen Lactobacillus acidophilus sowie Bifidostämme gemeinhin besser vertragen werden.

Und wo wir gerade bei Bakterienstämmen sind, können wir auch gleich über andere – ungewollte – Darmbewohner, also Parasiten sprechen. Denn auch diesem Thema widmet die Kräuter-Liesel ein Kapitel, wo sie unter anderem über Kubebenpfeffer sowie Cranberry-Muttersaft schreibt, um natürlich gegen die Eindringlinge vorzugehen.

Dass es sich bei ihrem Buch jedoch, ähnlich wie bei meinem eigenen Blog, um ein ideengebendes Medium, keineswegs eine Fachpublikation handelt, zeigt sich nicht nur daran, dass es kein Quellenverzeichnis gibt, sondern auch an Pauschalaussagen, wie in dieser Einleitung zum Thema Wechseljahresbeschwerden auf S. 232:

Wenn eine Frau in die Wechseljahre kommt, produziert der Körper weniger Östrogen und stellt langsam, aber sicher die Produktion ganz ein.

Dabei wissen wir längst, nicht zuletzt aufgrund des informativen Gesprächs mit Frau Dr. Scheuernstuhl, dass es vor allem der nicht-lineare Rückgang der Hormonproduktion ist, der für die sogenannten Wechseljahresbeschwerden sorgt. Soll heißen: Hitzewallungen und andere Probleme sind meist dadurch bedingt, dass die Progesteronproduktion schneller abnimmt als die Östrogenproduktion – und umgekehrt. Es geht also um das Verhältnis der verschiedenen sogenannten Sexualhormone zueinander, nicht nur um den bloßen Rückgang. Tatsächlich soll es Frauen geben, die relativ beschwerdefrei durch den Wechsel kommen – weil Progesteron und Östrogene recht synchron zueinander rückläufig in der Produktion werden.

Vor allem bei HIT ist daher ein gut ausgebildeter und engagierter Heilpraktiker gefragt, wenn alternativmedizinisch interveniert werden soll. Doch wer lediglich einmal in die bunte Welt der Kräuter hineinschnuppern möchte, findet bei der Kräuter-Liesel einfache Anregungen, auch dafür, was vielleicht in der nächsten Saison noch im Garten ausgesät werden könnte. Ein besonderer Leckerbissen sind diese entspannenden Betthupferln – Lavendel-Einschlafkekse:

Zusammenfassung:

  • Die Natur-Apotheke“* von Liesel Malm
  • 304 Seiten, Hardcover
  • Rezepte und Tipps im Umgang mit Heilkräutern
  • einfache Einführung / Überblickswerk
  • leider kein Quellenverzeichnis mit den genannten Studien vorhanden
  • 14,99 Euro, erschienen im Bassermann Verlag

Ich bedanke mich beim Bassermann Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Vegetarisch mit Liebe – von A bis Z (Rezension mit Rezept)

Vor allem Menschen, die sich vegetarisch oder gar vegan ernähren, stehen mit der Diagnose Histaminintoleranz meist vor einem Problem, das gesunde Menschen ganz einfach umschiffen können: Protein. Denn wer auf Fleisch verzichtet, muss sein Eiweiß aus anderen Quellen beziehen. Die Natur offeriert uns zum Glück zahlreiche Optionen: Samen, Kerne, Nüsse und auch Hülsenfrüchte sind richtige Proteinbomben. Da wäre nur ein Problem: Wer Histaminintoleranz hat, verträgt vor allem Nüsse und Hülsenfrüchte meist nur eingeschränkt. Das hat auch der Histaminer hier am eigenen Leib erfahren.

Histaminintoleranz ohne Fleisch – das geht, aber …

Grundsätzlich ist die vegetarische und auch vegane Ernährung mit Histaminintoleranz möglich. Man muss nur wissen, was man tut, und braucht vor allem Disziplin. Schließlich schränkst Du Deinen ohnehin eingeschränkten Speiseplan freiwillig weiter ein. Als kleiner Bonus: Zu viel Fleisch, vor allem verarbeitete Fleischwaren wie Wurst, ist ohnehin nicht gesund. Ja, Wurstwaren stehen laut WHO sogar im Verdacht, Krebs zu verursachen. Weil Fleisch zudem Entzündungsprozesse im Körper begünstigen kann, haben wir unseren Fleischkonsum auf ein Minimum reduziert.

Wer jedoch ganz darauf verzichtet, sollte für ausreichend Abwechslung sorgen, um genug Vitamin A, Eisen etc. zu bekommen. Denn pflanzliche Lebensmittel enthalten lediglich die Vorstufe von Vitamin A, Beta-Carotin, welche der Körper zunächst umwandeln muss. Dazu macht es im Fall von Karotten zum Beispiel mehr Sinn, die Möhrchen gekocht statt roh zu essen. Deine Eisenaufnahme kannst Du durch den gleichzeitigen Verzehr von Vitamin-C-haltigen Speisen verbessern. Aber wer achtet auf all das – immer?

Um regelmäßige Check-ups kommt man eigentlich auch als “normaler” Vegetarier und Veganer nicht herum. Doch vor allem für “Histaminer” ohne Fleisch gilt es, die B-Vitamin-Versorgung (insbesondere Vitamin B6 und B12) regelmäßig überprüfen zu lassen. Aber auch Eisen (Serum-Ferritin) wird beim Erstellen eines großen Blutbilds meist gleich mit überprüft. In Einzelfällen kann es Sinn machen, weitere Werte in Bezug auf die Nährstoffversorgung zu checken.

Als “Pflanzenfresser” sinnvoll ersetzen bei Histaminintoleranz

Was das Thema Protein angeht, fallen ein paar Veggie-Favoriten bei HIT in der Regel weg, darunter:

  • Walnüsse
  • Sonnenblumenkerne
  • Erdnuss
  • Erdmandel

Einige davon enthalten entweder selbst recht viel Histamin oder wirken als Liberator. Kommen bei Dir Allergien hinzu, wird die Liste womöglich noch länger.

Ansonsten bleiben aber ein paar nussige Alternativen. Cashewkerne und Mandeln, Haselnüsse und Pinienkerne, die zwar im Übermaß auch Bauchweh machen können, gehen als kleine Zugabe zum Salat meist dennoch ganz gut. Noch besser sind zum Beispiel diese veganen Zutaten mit Biss:

  • Hanfsamen
  • Pistazie
  • Macadamia
  • Kokosnuss
  • Kürbiskerne

Doch wie sieht es nun in Sachen Hülsenfrüchte aus? Haben wir anfangs ganz auf Hülsenfrüchte verzichtet, sind mittlerweile wieder welche auf dem Speiseplan. Doch welche? Als kleine Faustregel habe ich folgende Formel entwickelt: Was auch roh bedenkenlos gegessen werden kann, geht auch bei HIT ganz gut. Tatsächlich sind es nämlich vornehmlich die Pflanzenabwehrstoffe, die es erfordern, dass man Linsen, Kichererbsen & Co zunächst mal kochen muss, damit sie – auch von gesunden Menschen – vertragen werden. Die Hülsenfrüchte, die Gesunde aber auch so essen können, Erbsen zum Beispiel, enthalten weniger von diesen Stoffen. Daher sind sie für Histaminer durchaus Kandidaten für den Speiseplan.

Tipp: Auch Sprossen sind in aller Regel verträglicher als die Hülsenfrüchte an sich. Hast Du schon ein Keimglas* oder ein Sprossenhaus*?

Wie immer bei HIT und auch im Fall der Hülsenfrüchte gilt: Verbanne nichts vom Speiseplan, was Dir in Maßen eigentlich guttut. Beispiel für so ein Lebensmittel in der “Grauzone” gefällig? Zitrone. Das enthaltene Vitamin C unterstützt den Histaminabbau (und die Eisenaufnahme, s. o.). Dennoch gelten Zitrusfrüchte als Liberator, d. h. Dein Körper wird angeregt, sein eigenes Histamin aus den speichernden Mastzellen ins Blut abzugeben. Bei Zitronen und anderen Liberatoren kommt es entscheidend auf die Menge an, die das Ganze zum Gift oder zur Medizin macht.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf habe ich mich durch “Vegetarisch mit Liebe“* geblättert, natürlich auf der Suche nach etwas Leckerem auf Pflanzenbasis, das auch dem Histaminer bekommt.

Ein vegetarisches Kochbuch von A bis Z

Als ich das Kochbuch im Programm vom Südwest-Verlag entdeckt habe, hat mich zunächst der Titel “Vegetarisch mit Liebe“* angelacht. Dass ich es zur Rezension haben wollte, war dem Umstand geschuldet, dass es ganz anders aufgebaut ist, als jedes andere Kochbuch, das ich kenne: Das Buch geht einfach Zutaten von A wie Apfel bis Z wie Zucchini durch und liefert somit alphabetische Kücheninspiration. Du kannst also einfach bei Deinem Lieblingsobst oder -gemüse schmökern und findest bestimmt was Schmackhaftes.

Bis mich ein Rezept angesprungen hat, habe ich gar nicht lange blättern müssen. Unter B finden wir “Blumenkohlcurry mit gebratenem Reis”.

Schaut man sich die Zutatenliste an, wird schnell klar: Hier müssen wir nochmal Hand anlegen. Denn enthalten sind unter anderem Kichererbsen, Rosinen und jede Menge Gewürze – Curry eben. Doch das soll den Histamin-Piraten bekanntermaßen nicht aufhalten. Der kapert die Sache schon für sich!

Blumenkohlcurry mit gebratenem Reis

Zubereitungszeit:

ca. 1 Stunde

Schwierigkeit:

normal

Zutaten für 3-4 Personen:

  • 1/2 Kopf Blumenkohl/Karfiol
  • etwas Öl zum Braten, z. B. Kokos- oder Olivenöl
  • 1 rote Zwiebel (Vorsicht bei Salicylatintoleranz)
  • 1 kl. Tasse Basmati-Reis, Wasser, Butter/Öl und Salz zum Kochen
  • 60 g Cashewkerne
  • 100 g Erbsen (tiefgekühlt)
  • 3 Karotten
  • optional: 2 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten (Vorsicht bei Salicylatintoleranz)
  • 1/2 kl. Dose Kokosmilch (ohne Bindemittel!)*
  • Saft von 1/2 Limette
  • 2 EL gehackte Minze, frisch
  • ein paar Chilifäden*
  • 1 Pr. Kurkuma
  • 1 Pr. Kreuzkümmel
  • 1 Pr. getrocknetes Zitronengras
  • Salz & Pfeffer nach Geschmack

Erfrischende Joghurt-Sauce

  • 1 Becher Joghurt (4 % Fett)
  • Saft von 1/2 Limette
  • Msp. Kardamom
  • Salz & Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung:

Reis gründlich durch ein Sieb* abspülen. In gesalzenem Wasser kochen. Kurz bevor der Reis fertig ist, ein bisschen Butter oder Öl unterrühren.

Für die Sauce alle Zutaten in einer Müslischüssel verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Bis zum Servieren in den Kühlschrank stellen.

Blumenkohlhälfte in Röschen zerteilen und gründlich abspülen. Karotten abspülen, schälen und in kleine Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und würfeln. Öl in einer tiefen Pfanne erhitzen. Gemüse ca. 5 Minuten dünsten, bis der Blumenkohl hellbraun ist.

Cashewkerne und Erbsen zugeben und ca. 5 Minuten weiterbraten, bis die Cashews hellbraun sind.

Frühlingszwiebelringe und Gewürze zugeben. Kurz mitbraten, bis die Gewürze duften. Die Hitze reduzieren und Kokosmilch einrühren. Dann Limettensaft und noch etwas Salz zugeben. Den Reis einarbeiten. Minze unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit der Sauce servieren.

Tipp:

Du kannst, wie immer bei Curry, beim Gemüse variieren. Was hat denn gerade sonst noch so Saison? Mit einem Curry-Grundrezept sorgst Du auf diese Weise für Abwechslung auf dem Tisch.

Ich habe die Gewürze teils geändert und vor allem stark in der Menge reduziert. Falls Du Kurkuma, Kreuzkümmel & Co besser als der Histaminer verträgst, kannst Du hier ruhig noch etwas nachwürzen.

Statt der im Rezept angegeben Chiliflocken habe ich Chilifäden* verwendet. Die sind weniger scharf und bringen trotzdem milde Würze ins Gericht. Probier’s mal aus!

Zusammenfassung:

Vor allem Histaminer finden ein Kochbuch, das alphabetisch nach Zutaten sortiert ist, sicher ganz praktisch.So ist es jedenfalls mir ergangen. Neben dem Blumenkohlcurry gibt es noch eine Reihe anderer Rezepte im Buch, die sich leicht auf histaminarm trimmen lassen und meist schon glutenfrei sind. Die bunte Sammlung vegetarischer Köstlichkeiten geht übrigens auf den Blog “Love and Lemons” zurück, den ich vor der Lektüre noch nicht kannte. Nicht nur das Buch, auch die Website sieht vielsprechend aus.

Neben der cleveren Aufteilung gefällt mir am Buch vor allem die Abteilung mit den Basics am Schluss. Hier gibt es unter anderem ein Smoothie- und ein Pesto-Grundrezept, mit dem man weiterarbeiten kann.

Das schöne Hardcover macht aufgrund der praktischen Aufteilung, aber auch wegen der appetitlich angerichteten Speisen auf den Bildern richtig Lust auf kochen. Vielleicht magst Du ja auch mal hineinschnuppern? Hier sind die Fakten:

  • Vegetarisch mit Liebe“* von Jeanine Donofrio (Love and Lemons)
  • 320 Seiten, Hardcover
  • Rezepte von A wie Apfel bis Z wie Zucchini
  • zahlreiche Basics und Tipps für die Zubereitung
  • viele Rezepte sind glutenfrei und lassen sich leicht abwandeln, um sie histaminarm zu machen
  • 24,99 Euro, erschienen im Südwest-Verlag

Ich bedanke mich beim Südwest-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Entspannung im Handumdrehen: Mudras

Yoga ist ein wiederkehrendes Thema beim Histamin-Piraten. Denn im Yoga vereinen sich verschiedene Entspannungstechniken, um Körper und Geist in Einklang zu bringen. Neben den Asanas (Bewegungsabläufen) sind das vor allem Pranayama (Atemtechniken) und Meditation. Dadurch wird Yoga zum ganzheitlichen Stressmanagement und das können wir bei HIT gut gebrauchen, denn wir wissen: Stress ist ein Histaminliberator.

Über die Zeit haben sich verschiedene Yoga-Stile herausgebildet, so dass jeder sein maßgeschneidertes Programm findet, das dem eigenen Geschmack sowie den individuellen körperlichen Voraussetzungen entspricht. Mir gefällt Yin Yoga sehr gut, aber im Grunde eignet sich jeder Stil, mit der Ausnahme von vielleicht Bikram-Yoga, wo der Körper aufgrund der warmen Umgebungstemperatur doppelt belastet wird.

Heute soll es einmal nicht um die Körperbewegungen im Ganzen gehen, sondern um die kleinen Gesten, die auch als Mudras bezeichnet werden. Statt “Baum” und “herabschauendem Hund” stehen Handposen wie das Herz-Mudra im Vordergrund.

Was sind Mudras?

Swami Saradananda schreibt in ihrem Buch “Entdecke die Kraft der Mudras: Der Energie-Kick für alle Lebenslagen”*:

Neben dem Gesicht ist kein Körperteil so ausdrucksstark wie die Hände. Mit ihrer Beweglichkeit können sie eine Vielzahl von Gesten und subtilen Bewegungen ausführen und so komplizierte Gedanken und tiefe Gefühle vermitteln.

Das haben wir im Alltag alle schon erlebt. Wir begleiten unsere Aussagen mit gewichtigen Gesten, um dem Gesagten Nachdruck zu verleihen. Dieses Verhalten hat auch Eingang in unsere Sprache gefunden, wenn wir zum Beispiel “mit erhobenem Zeigefinger” sprechen oder “abwinken” usw.

Moderne wissenschaftliche Forschungsergebnisse zeigen, dass durch die Bewegungen verschiedener Teile der Hand unterschiedliche Bereiche des Gehirns aktiviert werden. Seit der Antike lehrt die indische Philosophie, dass Fingerbewegungen und -berührungen den Fluss des Prana – der Leben spendenden Energie im Körper […] – beeinflussen.

So wie einige von den Fußreflexzonen vielleicht schon mal gehört haben, wo sich verschiedene Energiepunkte sammeln, die auf Berührung reagieren, gibt es solche Punkte auch an den Händen. Betrachtet man sich den Menschen aus der Perspektive von Ayurveda oder TCM, begegnet man verschiedenen Konzepten über Energiefluss im Körper.

Was in Indien unter der Chakren-Lehre zusammengesetzt wird, hängt eng mit den Meridianen der Traditionellen Chinesischen Medizin zusammen. Beiden Philosophien ist die Elemente-Lehre gemein, auf die auch Swami Saradananda in ihrem Buch eingeht.

So ordnet sie verschiedene Teil der Hand unterschiedlichen Elementen und auch Chakren zu, die ihrerseits wiederum mit verschiedenen Funktionen im Körper betraut sind. So lässt sich auch eine Verbindung zu verschiedenen Organen und anderen Körperteilen herstellen, die mithilfe der Mudras gezielt stimuliert werden können.

Für Histaminintoleranz sind meiner Erfahrung nach vor allem drei Elemente interessant: Feuer (u. a. Verdauung), Luft (u. a. Herzkreislaufsystem und Atmung) sowie Äther/Akasha (u. a. Hunger und Durst). Der Grund? Was die Verdauung bei HIT angeht, haben viele zu viel oder auch zu wenig “Feuer”, wodurch Nährstoffe nicht richtig aufgenommen werden. Der Gegenspieler hierfür ist “Erde”. Wenn wir uns geerdet fühlen, sind wir wieder im Gleichgewicht.

Zahlreiche Histaminrezeptoren sitzen aber auch im Bereich der Bronchien. Das spielt zum Beispiel bei allergischem Asthma eine Rolle. Wir merken den Einfluss aber auch bei Atemnot als Symptom eines anaphylaktischen Schocks. Hieraus ergibt sich, dass wir das Element “Luft” in Einklang zu den anderen Elementen bringen müssen.

“Äther” oder auch Akasha reguliert Hunger und Durst. Dieses Element wirkt beispielsweise auf unsere Kreativität und Ausdruckskraft, aber auch auf unseren “inneren Frieden”. Wer sehr unruhig ist, schlecht schläft usw. sollte sich auf dieses Element konzentrieren.

Mit “Element” ist ein Konzept gemeint, das nicht mit dem chemischen Element aus dem Periodensystem, das wir aus der Schule kennen, verwechselt werden sollte. Wasser ist also nicht H2O. Stattdessen handelt es sich um abstrakte Ideen, mit denen man sich seit Jahrtausenden Funktionsweisen erklärt – und, wie die Wissenschaft vermehrt feststellt, handelt es sich dabei nicht nur um esoterische Spinnerei.

Beispielsweise ist das Konzept vom chinesischen “Chi” durchaus vergleichbar mit dem, was Physiker als “Quanten” bezeichnen.

Für uns soll von Interesse sein, dass die Lebensenergie im Körper stets im Fluss sein soll. Sind wir krank, gibt es irgendwelche Blockaden oder Ungleichgewichte, die man mit verschiedenen Methoden lösen bzw. wieder ins Gleichgewicht bringen kann, so die Lehre von Ayurveda und TCM.

Heute soll es uns dabei jedoch nicht um Kräuter, Atemtechniken oder dergleichen, sondern um Handzeichen gehen, die man beim Meditieren oder einfach in der Mittagspause praktizieren kann.

Mudras und Meditation

Mudras können beim Meditieren helfen. Wer mit dem Meditieren gerade erst beginnt, wird merken, dass es eine ziemliche Herausforderung darstellt, einige Minuten in einer Position zu verharren. Es zwickt und zwackt und die Gedanken beginnen zu rasen. Dabei soll doch Meditation genau das Gegenteil bewirken: beruhigen!

Doch tatsächlich wird andersrum ein Schuh draus. Wer meditieren möchte, sollte bereits ruhig sein. Meditieren erfordert Übung und Geduld. Daher ist es wichtig, sich am Anfang nicht zu übernehmen. Drei bis fünf Minuten pro Tag reichen zu Beginn. Steigern kannst Du Dich immer noch!

Wer den Schneidersitz oder gar den sogenannten Lotussitz unbequem findet, kann auch einfach auf einem Stuhl Platz nehmen. Wichtig ist lediglich, aufrecht zu sitzen, damit der Atem fließen kann. Für die Meditationspraxis auf dem Boden gibt es Meditationskissen*, die man sich unter den Popo schieben kann, um eine aufrechte Sitzposition zu erreichen und zu halten.

Sitzt Du mit geradem Rücken, gilt es, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen. Manchen Menschen hilft es, die Augen zu schließen oder vor sich hin zu blicken. Zusätzlich kann es helfen, sich auf den eigenen Atem oder Herzschlag zu konzentrieren. Eine weitere Methode für all jene, die wie ich und der Histaminer eher zu der Kategorie “Zappelphilipp” gehören, sind Handzeichen. Durch die verschiedenen Berührungspunkte der Finger fängt man an, sich auf diese Gesten statt auf den gedanklichen Wust zu konzentrieren. Und schwups, kommt man zur Ruhe.

Meine Oma hat mir, als ich klein war, vor dem Schlafengehen oder wenn ich krank war, oft die Füße und Hände massiert. Klar, das wärmt einerseits, bringt aber auch die Energie zum Fließen. Jetzt, wo ich erwachsen bin, massiere ich mir morgens und abends selbst die Hände und Füße.

Swami Saradananda beschreibt in ihrem Buch auch einige Massagetechniken sowie Fingerübungen, die Du ausprobieren kannst.

Doch eigentlich dreht sich das Buch um die Vorteile der Mudras, insbesondere beim Meditieren und zum Stressmanagement. Meine drei liebsten Mudras, wenn es sowas gibt 😉 , finden wir im Kapitel, das dem Element “Luft” gewidmet ist.

Das Herz- oder Hridaya-Mudra, welches mir stets ein Lächeln auf die Lippen zaubert und sich erstaunlich warm anfühlt, macht den Anfang. Besonders gerne nehme ich diese Handposition ein, wenn ich auf dem Rücken liege und dabei die angewinkelten Beine nach außen fallen lasse, sodass sich die Fußsohlen berühren (Asana im Yoga: Supta Baddha Konasana/liegender Schmetterling).

Beim Hridaya-Mudra wird der Zeigefinger eingerollt, so dass die Fingerspitze den Daumenansatz berührt. Mittel- und Ringfinger berühren die Daumenspitze.

Beim Padma-Mudra oder der Lotus-Geste bilden beide Handteller eine Art Schale. Dadurch wird der Körper für frische Energie geöffnet. Dieses Handzeichen mache ich ganz gerne am Ende einer Meditations-Session.

Das Akasha-Mudra (Element Äther) gehört wohl zu den bekanntesten Handzeichen. Du hast es bestimmt schon einmal gesehen. Dabei berühren sich Daumen und Zeigefinger an der Spitze. Die restlichen Finger werden abgespreizt. Diese Geste soll den Geist klären und ist damit eine tolle Geste zum Meditieren.

So ähnlich schaut das Chin-Mudra (Element Luft) aus. Hierbei werden jedoch die restlichen Finger nicht abgespreizt, sondern angewinkelt. Beide erfüllen ähnliche Funktionen.

Swami Saradananda schreibt:

Als sich die Fingerspitzen berührten, habe ich eine starke Verbindung zwischen ihnen gespürt, sie fühlten sich an wie ein geschlossener Stromkreis und ich wollte sie nicht mehr trennen.

Wer jedoch sehr aufgeregt mit seiner Meditationsübung beginnt, freut sich womöglich noch mehr über ein “erdendes” Mudra. Das Jnana-Mudra wird tatsächlich dem Element Erde zugeordnet und wirkt ausgleichend und beruhigend. Die Zeigefingerspitze formt mit dem Daumen einen Kreis. Die Handfläche zeigt nach unten.

Durch die nach unten zeigenden Hände fühlte ich mich geerdet, geschlossen, versteckt, geheim, energetisch sehr verbunden und entspannter.

Wenn Du einmal in das Thema “Mudras” hineinschnuppern möchtest, kann ich Dir das Buch “Entdecke die Kraft der Mudras: Der Energie-Kick für alle Lebenslagen*” nur empfehlen.

Wenn Du mit geführten Meditationen statt in Stille zu sitzen beginnen möchtest, ist womöglich Andrew Wrenn ein guter Lehrer. Ich schätze den Yogi nicht zuletzt aufgrund seiner ruhigen Stimme. Er ist im Übrigen auch ein großer “Mudra-Fan”.

Kennst Du Mudras bereits und nutzt Du sie zur Entspannung und/oder beim Meditieren? Wenn ja, welche Gesten sind Deine Favoriten?

Zusammenfassung:

  • Entdecke die Kraft der Mudras: Der Energie-Kick für alle Lebenslagen*” von Swami Saradananda, übersetzt von Anna Hübinger
  • 160 Seiten, Softcover
  • Überblick über die verschiedenen Handhaltungen/Mudras bei Meditation und Yoga
  • Erklärung der Chakren
  • Einführung in die Elemente-Lehre von Ayurveda/TCM
  • simple Ideen zum Stressmanagement, die auch bei Histaminintoleranz von Interesse sind
  • 16,99 Euro, erschienen im Lotos-Verlag

Ich bedanke mich beim Lotos-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Gewonnen: Wer darf sich über ein Probierpaket der Sonnentor-Latte-Sorten freuen?

Nachdem ich vor ein paar Wochen die neuen Sonnentor-Latte-Sorten „Rote Bete“, „Kardamom“* und „Kurkuma“* in der Filiale in der Wiener Neubaugasse verkosten durfte, kommt nun auch eine Leserin von Euch in den Genuss. Sie kann sich zum Beispiel Goldene Milch, pinken Kaffee oder feinwürziges Gebäck zubereiten. Ihr Favorit ist womöglich der farbenfrohe Kaffee, zumindest wenn es nach ihrem Kommentar geht:

Hmm, das klingt ja toll! Ich bin keine tägliche Kaffeetrinkerin, sondern für mich ist eine Tasse Kaffe immer etwas Besonderes, die ich mir nicht einfach nur zum wachmachen mache, sondern weil ich sie in aller Ruhe genießen möchte. Dabei experimentiere ich gerne, weshalb die Latte-Sorten eine tolle Abwechslung wären! Backen mit Roter Beete klingt auch toll, vor allem natürlich wegen der knalligen Farbe! Daher mache ich berne bei deinem Gewinnspiel mit.

Viele Grüße,
Sarah

Aber das erzählt sie uns hoffentlich nach Eintreffen des Pakets noch einmal selbst.

Der Zufallsgenerator hat entschieden:

 

Liebe Sarah aka Glückszauber, die E-Mail geht gerade an Dich raus. Herzlichen Glückwunsch!

Für alle, denen der Zufallsgenerator heute nicht hold war: Es gibt bestimmt mal wieder eine Chance, etwas beim Histamin-Piraten zu gewinnen 🙂

(c) Histamin-Pirat

Der Histamin-Pirat in der neuen Cooking-Ausgabe

Was als private Rezeptesammlung anfing, erfreut sich mittlerweile einer regelmäßigen Leser*innenschaft: der Histamin-Pirat. Uns gibt der Austausch immer wieder Impulse, Neues auszuprobieren. Außerdem ist es natürlich super, wenn andere von den Tipps profitieren und leckere, “histamintaugliche” Rezepte für sich finden.

Histamin-Pirat – Blog der Woche

Das österreichische Magazin Cooking hat dem Histamin-Piraten in der aktuellen Valentinstagsausgabe eine ganze Seite gewidmet: Blog der Woche. Hier erfährst Du, wie ich zum Bloggen gekommen bin, wer mich am Herd inspiriert und obendrauf gibt es noch ein leckeres Brotrezept.

Neben einem Bericht über meine Wenigkeit enthält das Kochmagazin zahlreiche herzige Rezepte, passend zum Valentinstag. Schnell noch zur Trafik und reingeschaut!

(c) Histamin-Pirat

Jetzt neu: Piraten-Shop

Als Histamin-Pirat habe ich das Thema Histaminintoleranz für mich gekapert. Auf meinem Piratenschiff findest Du allerlei leckere Rezepte und zahlreiche Tipps rund um das Leben mit Histaminintoleranz und seit neuestem gibt es auch einen Shop.

Der Piraten-Shop: Motivierende Sprüche, die Mut machen

Hier findest Du kreative Designs für T-Shirt, Tasse und noch mehr. Die von mir gestalteten Artikel sollen Dich auf Deiner Histaminreise mit Humor und einem Augenzwinkern begleiten. Schließlich ist es oft schwer genug, mit gewissen Einschränkungen zu leben. Warum sich also nicht mit motivierenden Sätzen etwas Mut zusprechen?

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Im Partnershop von Spreadshirt kannst Du darüber hinaus auch Deine eigenen Artikel entwerfen. Die Schürzen, Handyhüllen und Caps geben übrigens auch als Geschenk eine gute Figur ab. Und weil der Piraten-Shop gerade erst eröffnet wurde, gibt es für die nächsten Tage noch 15 Prozent auf alles. Schau mal vorbei!

(c) Histamin-Pirat

« Ältere Beiträge

© 2019 Histamin-Pirat

Theme von Anders NorénHoch ↑