Histamin-Pirat

Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

Kategorie: Tipps (Seite 1 von 7)

Mit einfachen Alltagsritualen mehr Entspannung finden (Rezension)

Triffst Du Entscheidungen mehr aus dem Bauch heraus oder doch vorzugsweise mit dem Kopf? Kurzum: Bist Du Kopf- oder Bauchmensch? Womöglich ein bisschen von beidem. In die Kategorie 50/50 würde ich mich selbst einordnen. Ich kann recht analytisch vorgehen, etwa wenn ich Fachliteratur zum Thema Histaminintoleranz studiere. Andererseits gehen Emotionen auch mal mit mir durch. Im Alltag fällt es mir schwer abzuschalten. Wenn viel los war, dreht sich das Gedankenkarussell einfach weiter. Das kennst Du? Vielleicht schafft dieses Werk – Kopf- oder Bauchmensch hin oder her – Abhilfe.

Abschalten lernen mit Übungen, die in den Alltag passen

Sonja Panthöfer liefert mit “Entspannung für Kopfmenschen”* das nötige Handwerkszeug, um nach einem ereignisreichen Tag den ganzen Trubel hinter sich zu lassen und auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.

Ein Großteil des Buchs kann man jedoch querlesen, wie ich finde. Ihre Anmerkungen zu Stressauslösern und unserer achso schnelllebigen Zeit dürften für die meisten nichts Neues sein. Hier finden sich einige Allgemeinplätzchen und die Autorin bleibt mit sloganhafter Wiedergabe von Zitaten eher an der Oberfläche hängen.

Ich denke, also bin ich.

Das ist so ein Satz, mit dem René Descartes unser aufgeklärtes Denken der Neuzeit maßgeblich geprägt hat. Die Kritik von Philosophen wie Bertrand Russell ist, vielleicht sollte es “Da sind Gedanken, also ist da ein Bewusstsein” lauten. Für Panthöfer betont Descartes’ Satz, wie viel Wert wir auf das Denken an sich legen. Wir sind also eine ziemlich verkopfte Gesellschaft, nicht zuletzt weil wir weniger und weniger mit dem ganzen Körper arbeiten. Womöglich gehst auch Du einem Job überwiegend im Sitzen nach, so dass vor allem die grauen Zellen Überstunden schieben.

Die Einteilung in Kopf- und Bauchmenschen empfinde ich daher als gekünstelt. Jeder von uns hat Anteile beider. Und der Zeitgeist sorgt dafür, dass wir den Kopf mehr in den Fokus stellen als den Rest von uns.

Einen witzigen Aphorismus vom Surrealisten Francis Picabia hat die Autorin auch in ihr Werk gepackt.

Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.

Im Gegensatz zum Descartes-Zitat wird der pfiffige Satz dem Franzosen an dieser Stelle nicht explizit zugeschrieben. Streng genommen dürfte man aufschreien: Plagiat! Ja, das ist der Kopfmensch in mir, der unermüdlich kritisch arbeitet und sich damit manchmal selbst im Weg steht. Denn womit hat er es denn hier zu tun? Einer philosophischen Abschlussarbeit? Wohl kaum.

Es ist ein Ratgeberbuch zur sogenannten Selbstoptimierung (was für ein furchtbarer Ausdruck!), das zum Glück mit gewisser Leichtigkeit geschrieben ist und mir nicht dauernd irgendwelche Motive oder Eigenschaften unterstellt, wie das in der vom US-amerikanischen Pep-Talk geprägten Ratgeberliteratur sonst nur allzu oft der Fall ist.

Das macht das Lesen angenehm – ein Zitat vergessen auszuweisen hin oder her.

Warum das Buch nicht nur Freude macht, sondern auch was bringt, liegt großteils an den grau unterlegten Kästen, die mit “Alltagsritual” überschrieben sind. Wer sich gar nicht erst mit den Erklärungen wieso, weshalb, warum Stress aufhalten möchte, blättert gezielt zu diesen Übersichten, wo die Autorin einfache, aber nicht weniger effektive Übungen für den Leser bzw. die Leserin bereithält.

Im Gegensatz zum kürzlich vorgestellten Meditationsbuch, wo man sich zwar nicht stundenlang Zeit nehmen muss, aber doch so seine fünf bis zehn Minuten an einem ruhigen Ort verbringen sollte, um eine Veränderung zu spüren, funktionieren Sonja Panthöfers Übungen sofort. Du kannst direkt anfangen. Jetzt und hier und überall. An der Supermarktkasse, in der U-Bahn … egal.

Die “Alltagsrituale” kannst Du verinnerlichen und immer dann darauf zurückgreifen, wenn Du Stress aufkommen spürst. Doch auch für Situationen, in denen ein stressgewaltiges Unwetter längst über uns hereingebrochen ist, gibt es Übungen im Buch sowie Strategien, etwa zur Konfliktbewältigung.

Damit erreicht das Buch mehr als nur “mal abschalten”, sondern sorgt dafür, dass wir generell entspannter durchs Leben gehen. Vielleicht ist auch die eine oder andere Übung für Dich dabei, um Deinen Stresspegel, der ja eng mit dem Histaminpegel verknüpft ist, gar nicht erst hochschießen zu lassen.

Zusammenfassung:

  • “Entspannung für Kopfmenschen”* von Sonja Panthöfer
  • Entspannungsübungen, die sich in den Alltag integrieren lassen
  • empf. VK-Preis: € 18,00 [D], € 18,50 [AT], CHF 25,90
  • Taschenbuch, erschienen am 29.10.2018
  • ISBN: 978-3-466-34694-3

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Ich bedanke mich beim Kösel-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.



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(c) Histamin-Pirat

Einmal Meditation zum Mitnehmen, bitte (Rezension)

Kleine Verschnaufpause gefällig? Dann ist Meditation genau das Richtige für Dich. Auf dem Blog habe ich schon öfter über die Vorteile berichtet und ausgewählte Übungen vorgestellt. Doch wer sich mit dem Thema bisher noch nicht beschäftigt hat, tut sich mit dem Einstieg (genau wie ich anfangs) womöglich schwer. Schließlich geht’s dabei um mehr als nur stillzusitzen und das Gedankenkarussell zum Stillstand zu bringen.

Vielmehr dürfen und sollen die Gedanken dabei fließen. Lediglich der fiese Zensor in unserem Kopf, der sich als alter Skeptiker nur allzu gerne einschaltet, hat bei der Meditation mal Pause. Wir konzentrieren uns auf das Positive.

Meditation – klein anfangen für großes Glücksgefühl

Klingt gut, nicht? Nur übertreiben solltest Du es für den Anfang nicht. Probiere es stattdessen mit kurzen Übungen, kleinen Gedankenexperimenten. Viele davon kannst Du ganz einfach in den Alltag integrieren. “Das kleine Buch vom Meditieren”* liefert knappe Erklärungen für simple Übungen in seiner wohl schönsten Form. Und das Beste? Das gibt es im Hosentaschenformat.

Denn dieses Werk von Dr. Patrizia Collard misst gerade mal elf Zentimeter in der Breite, fünfzehn Zentimeter in der Höhe und ist nur etwas über einen Zentimeter dick. Ideal zum Mitnehmen.

Jenny Römisch verleiht dem Lesevergnügen einen wunderbar farbenfrohen Anstrich, denn nicht nur auf dem Teller, auch beim Durchblättern isst das Auge eben mit.

Schritt für Schritt gibt Dir die Autorin mit dem Buch eine Anleitung an die Hand, wie Du in die Welt des Meditierens eintauchen kannst. Die einzelnen Übungen finden sich in thematisch ausgerichteten Einzelkapiteln. Die Zielsetzung der jeweiligen Meditation schwingt dabei bereits im Kapiteltitel mit:

  • Stress abbauen und das Immunsystem stärken
  • Mut und Selbstvertrauen gewinnen
  • Den Kopf frei bekommen
  • Akzeptieren, loslassen, verändern
  • Harmonie mit der Welt und all ihren Wesen
  • Abenteuer Leben: Kreativität und Fokus

Die einzelnen Übungen werden nicht nur mit liebevollen Illustrationen untermalt, sondern sind auch gespickt mit Einblicken in die Hintergründe von Meditation, darunter zum Beispiel Infos wie:

  • Wie kam die Meditation nach Europa?
  • Welche Meditationsarten gibt es?
  • Wie und wann üben?

Das Schöne am Meditieren: Um damit zu beginnen, brauchst Du nicht viel. Ein Meditationskissen* genügt und schon kannst Du loslegen. Wer nicht gerne auf einem Kissen auf dem Boden sitzen mag oder – das einfach nicht kann, etwa weil die Knie oder der Rücken nicht mitspielen, kann auch auf einem Stuhl Platz nehmen.

Wichtig ist, für eine störungsfreie Umgebung zu sorgen. Suche Dir also einen Ort, wo es ruhig ist und Du ungestört und ohne Unterbrechungen Deinen Gedanken nachhängen kannst.

Gerade am Anfang ist das gar nicht so leicht. Wir leben in solch bewegten Zeiten, dass wir häufig ganz darauf vergessen, mal zur Ruhe zu kommen. Vielleicht nehmen wir uns auch einfach nicht die Zeit. Es gibt ja so viele andere Dinge zu erledigen. Nach der Arbeit muss Essen auf den Tisch, die Kinder (sofern Du welche hast) wollen nicht nur versorgt, sondern auch umsorgt werden. Du schaust nochmal über die Hausaufgaben. Vielleicht fährt ein Kind zum Sport oder zur Musikschule. Am Ende des Tages bleibt einfach wenig Zeit für Dich selbst.

Doch Meditation muss keine Stunden in Anspruch nehmen. Das Versprechen des Buchs: 10 Minuten am Tag reichen. Und die lassen sich freischaufeln. Jetzt, da Du das liest, hast Du womöglich etwas Zeit. Also warum wollen wir nicht direkt mal mit einer kleinen Übung starten?

Nehmen Sie ganz bewusst Ihren Atem wahr. Sie werden erkennen, dass jeder Atemzug eine Einheit für sich ist, länger oder auch kürzer, tiefer oder flacher. Nach jedem Ein- und Ausatemzug, so werden Sie mit der Zeit feststellen, entsteht eine kurze Pause, bevor “die nächste Runde” beginnt. Bleiben Sie bei Ihrem Atem, bis sich eine gewisse Ruhe in Ihnen eingestellt hat.

Nun wird es Zeit, auch den Körper aufmerksam zu beobachten. Haben Sie irgendwo starke Empfindungen?

Bei Verspannungen oder Schmerzen kann es helfen, sich vorzustellen, den Atem an diese Stelle zu lenken. Natürlich geht die frische Luft in die Lungen und die verbrauchte wird nachher wieder ausgeatmet, aber wenn Du so ruhig und bedacht atmest, wirst Du spüren, wie der Atem “Wellen schlägt”. Wie ein Stein, den man in einen See wirft, der dann konzentrische Kreise auf dem Wasser formt.

Konzentrierst Du Dich auf die verspannte oder schmerzende Körperstelle kannst Du die “Atemwellen” genauso an diese Stelle lenken.

Schauen Sie sich jetzt ganz bewusst Ihre Gedanken an […].

Natürlich können Gedanken negativ, neutral oder positiv sein. Aber egal, welcher Spart sie angehören, Sie sehen sie sich in dieser Meditation nur kurz an und benennen sie.

Folgende Bilder haben sich dabei als hilfreich erwiesen:

  • Sie sehen die Gedanken wie Wolken am Himmel.

Und auch die Gedanken lässt Du wie Wolken vorüberziehen. Wenn Du möchtest, kannst Du den “Gedankenwolken” Namen geben. Da sind dann Grübelgedanken, Tagträume oder auch Einkaufslisten.

  • Sie stehen auf einer Brücke und schauen auf einen kleinen Fuss hinunter, auf dem bunte Blätter schwimmen. Auf einigen dieser Blätter sehen Sie Ihre Gedanken geschrieben. Sie können sie lesen und registrieren, aber schon bald ist das Blatt unter der Brücke verschwunden.
  • Sie stehen auf einem Bahnsteig. Ein Zug rast vorbei. Sie sehen die Wagons und auf jedem steht einer Ihrer Gedanken geschrieben. Sie erkennen, um was es geht, aber lassen Ihre Gedanken einfach vorüberziehen.

Diese kleine Übung hilft dabei, quälende Gedanken auch mal sein zu lassen oder sie im Kopf zu sortieren. Welche davon sind wirklich wichtig? Eine Weisheit trifft die Sache im Kern:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Wie ist es Dir mit dieser Übung ergangen? Bist Du neugierig darauf geworden, was das Buch noch so zu bieten hat, dann findest Du hier die “Hard Facts” nochmal im Überblick.

Zusammenfassung:

  • “Das kleine Buch vom Meditieren”* von Dr. Patrizia Collard, mit Illustrationen von Jenny Römisch
  • 271 Seiten, Taschenbuch
  • Einführung zum Thema Meditation: gut verständlich, leicht umsetzbar und – schön
  • empf. VK-Preis: € 8,99 [D], € 9,30 [AT], CHF 12,90
  • Taschenbuch, erschienen am 12.10.2018
  • ISBN: 978-3-453-70359-9

Ich bedanke mich bei Heyne für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.


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Der Histamin-Pirat-Adventskalender

In 24 Tagen zu einem besseren Lebensgefühl

Adventskalender

Noch 24 Tage bis Heiligabend und hier sind 24 Ideen, um besser mit zu viel Histamin umzugehen.

In diesem Adventskalender findest Du hinter jedem Türchen ein Schmankerl, eine Entspannungsübung oder eine clevere Info rund um Histaminintoleranz und Mastzellaktivierungserkrankungen.

Einfach klicken und herausfinden, was sich hinter dem heutigen Türchen verbirgt!

Natürlich gesund: Was hält die Natur-Apotheke für uns bereit? (Rezension)

Ich mache Zahnpasta selbst und achte darauf, jede Menge natürliche Helferlein, die den Histaminabbau ankurbeln oder die Histaminausschüttung vermindern, in den Speiseplan zu integrieren. Doch die „Kräuter-Liesel“ kann mir bestimmt noch mehr beibringen.

Liesel Malm ist die Kräuter-Liesel

Die begeisterte Kräuterfrau wurde 1933 geboren und lebt im Westerwald. Im Jahr 1985 bringt eine Krebsdiagnose ihr Leben durcheinander. Obwohl sie nie wirklich richtig ungesund gelebt hat, entscheidet sie sich, ein paar grundlegende Veränderungen der Gesundheit zuliebe vorzunehmen. Sie hat zwar, genau wie ich, nie viel Fleisch gegessen. Doch ab sofort ernährt sie sich konsequent ovolakto-vegetarisch – sie verzichtet ganz auf Fleisch, isst aber weiterhin Milchprodukte sowie Eier. Ihre vegetarische Vollwertkost ist zudem großteils frisch.

Außerdem setzt sie auf Vollkornprodukte. Die enthalten schließlich viele Ballaststoffe, was für eine gute Darmbeweglichkeit sorgt. Bei HIT und verwandten Problemen wie Reizdarm-Syndrom können Vollkornprodukte zuweilen Probleme machen. Denn neben Ballaststoffen enthält das volle Korn mit Schale auch natürliche Pflanzenabwehrstoffe, die bei empfindlichen Personen Beschwerden machen können. Ich habe hier schon einmal darüber geschrieben.

Reinschnuppern in die Natur-Apotheke

Beim Reinlesen fällt sofort die leicht verständliche und vielleicht auch etwas anachronistische Schreibweise der Kräuter-Liesel auf. Sie schreibt zum Beispiel nicht von so neumodischen Trends wie „Detox-Tee“. Stattdessen erfahren wir von einer „Kur mit Ausschwemmtee“. Vor allem jungen Menschen legt sie eine Fastenwoche nahe, bei der viel getrunken und weniger gegessen wird. Der beste Zeitpunkt zum Fasten ist laut Liesel Malm die Zeit des abnehmenden Mondes, „denn wenn er zunimmt, kann man nicht abnehmen.“ Klingt einleuchtend.

Doch nicht alles, was Liesel Malm aus ihren Notizbüchern im Buch „Die Natur-Apotheke“* zusammengetragen hat, kommt so einleuchtend daher. So schreibt sie auf S. 35:

Medizinische Untersuchungen haben gezeigt, dass Brennnesselpräparate allergische Symptome im Nasenbereich beseitigen können.

Leider fehlt der Verweis auf die angesprochenen „medizinischen Untersuchungen“. Im Gegenzug ist mir eine groß angelegte Vergleichsstudie 1 bekannt, die für den Zeitraum zwischen 1980 und 2003 alternativmedizinische Ansätze in Studien zu Allergien, Asthma und anderen immunologischen Problemen vergleicht, in der explizit auch die Brennnessel erwähnt wird, die eher negative Effekte haben soll. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass in Brennnesseln Histamin enthalten ist.

Umgekehrt berichtet die folgende Studie 2 davon, wie ein Brennnesselextrakt als H1-Antihistaminikum wirkt und die Mastzellen stabilisiert und so die Histaminausschüttung verhindern kann. Tatsächlich scheiden sich auch unter den Histaminern die Geister, ob Brennnesseltee gut oder schlecht ist. Wie so oft, ist dies womöglich nur individuell auszutesten.

Ein für viele jedoch bereits bekanntes Helferlein ist die Zistrose. Aus Kraut und Blüten wird ein Tee gebrüht, der nicht nur bei Allergien und Neurodermitis wirksam sein soll, sondern meines Wissens nach auch bei HIT.

Hinzu kommen weitere Gartenbewohner, von denen ich mitunter noch nicht gehört habe. Einer davon ist Jiaogulan, eine Rankpflanze, die unter anderem gegen freie Radikale wirken und damit auch für die Krebsbehandlung von Interesse sein soll.

Doch natürlich deckt das Buch weitaus mehr als Krebserkrankungen und Allergien in der Natur-Apotheke ab. Ein interessanter Hinweis, auch für die oft psychisch geplagten Histaminer, ist, magnesium- und kaliumreiche Kost zu sich zu nehmen. Als Beispiele führt die Kräuter-Liesel Portulak, Giersch und Thymian auf S. 47 an.

Umstritten dürften hingegen wiederum die Ausführungen auf S. 60 zur transdermalen Magnesiumaufnahme sein. Ob das sogenannte Magnesiumöl, das eigentlich ein mit Magnesium angereichertes Wasser ist, über die Haut aufgenommen werden kann, wird nach wie vor heiß diskutiert.

Ein weiteres interessantes Thema, das die Autorin in ihrem Buch aufgreift, ist Milchsäure. Speziell in der alternativmedizinischen Krebstherapie kommen rechtsdrehende Milchsäurebakterien seit einiger Zeit zum Einsatz. Kürzlich erreichte mich eine Mail einer Leserin zum Thema Joghurt. Sie beschrieb, wie sie Quark bzw. Topfen und andere gereifte Milchprodukte zwar vertrage, solange sie Bioprodukte kaufe, jedoch mache ihr Joghurt nach wie vor Probleme. Als möglichen Grund stieß ich das Thema der Bakterienstämme an. Denn so sehr Milchsäurebakterien oft als „gut für den Darm“ über einen Kamm geschert werden, gibt es hier doch Unterschiede. Auch in Bezug auf HIT sollte den rechtsdrehenden Kulturen der Vorrang gegeben werden. So gelten die überwiegend linksdrehenden Kulturen Streptococcus thermophilus und Lactobacillus bulgaricus beispielsweise als problematisch bei HIT, während die meist rechtsdrehenden Kulturen Lactobacillus acidophilus sowie Bifidostämme gemeinhin besser vertragen werden.

Und wo wir gerade bei Bakterienstämmen sind, können wir auch gleich über andere – ungewollte – Darmbewohner, also Parasiten sprechen. Denn auch diesem Thema widmet die Kräuter-Liesel ein Kapitel, wo sie unter anderem über Kubebenpfeffer sowie Cranberry-Muttersaft schreibt, um natürlich gegen die Eindringlinge vorzugehen.

Dass es sich bei ihrem Buch jedoch, ähnlich wie bei meinem eigenen Blog, um ein ideengebendes Medium, keineswegs eine Fachpublikation handelt, zeigt sich nicht nur daran, dass es kein Quellenverzeichnis gibt, sondern auch an Pauschalaussagen, wie in dieser Einleitung zum Thema Wechseljahresbeschwerden auf S. 232:

Wenn eine Frau in die Wechseljahre kommt, produziert der Körper weniger Östrogen und stellt langsam, aber sicher die Produktion ganz ein.

Dabei wissen wir längst, nicht zuletzt aufgrund des informativen Gesprächs mit Frau Dr. Scheuernstuhl, dass es vor allem der nicht-lineare Rückgang der Hormonproduktion ist, der für die sogenannten Wechseljahresbeschwerden sorgt. Soll heißen: Hitzewallungen und andere Probleme sind meist dadurch bedingt, dass die Progesteronproduktion schneller abnimmt als die Östrogenproduktion – und umgekehrt. Es geht also um das Verhältnis der verschiedenen sogenannten Sexualhormone zueinander, nicht nur um den bloßen Rückgang. Tatsächlich soll es Frauen geben, die relativ beschwerdefrei durch den Wechsel kommen – weil Progesteron und Östrogene recht synchron zueinander rückläufig in der Produktion werden.

Vor allem bei HIT ist daher ein gut ausgebildeter und engagierter Heilpraktiker gefragt, wenn alternativmedizinisch interveniert werden soll. Doch wer lediglich einmal in die bunte Welt der Kräuter hineinschnuppern möchte, findet bei der Kräuter-Liesel einfache Anregungen, auch dafür, was vielleicht in der nächsten Saison noch im Garten ausgesät werden könnte. Ein besonderer Leckerbissen sind diese entspannenden Betthupferln – Lavendel-Einschlafkekse:

Zusammenfassung:

  • Die Natur-Apotheke“* von Liesel Malm
  • 304 Seiten, Hardcover
  • Rezepte und Tipps im Umgang mit Heilkräutern
  • einfache Einführung / Überblickswerk
  • leider kein Quellenverzeichnis mit den genannten Studien vorhanden
  • 14,99 Euro, erschienen im Bassermann Verlag

Ich bedanke mich beim Bassermann Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Entspannung im Handumdrehen: Mudras

Yoga ist ein wiederkehrendes Thema beim Histamin-Piraten. Denn im Yoga vereinen sich verschiedene Entspannungstechniken, um Körper und Geist in Einklang zu bringen. Neben den Asanas (Bewegungsabläufen) sind das vor allem Pranayama (Atemtechniken) und Meditation. Dadurch wird Yoga zum ganzheitlichen Stressmanagement und das können wir bei HIT gut gebrauchen, denn wir wissen: Stress ist ein Histaminliberator.

Über die Zeit haben sich verschiedene Yoga-Stile herausgebildet, so dass jeder sein maßgeschneidertes Programm findet, das dem eigenen Geschmack sowie den individuellen körperlichen Voraussetzungen entspricht. Mir gefällt Yin Yoga sehr gut, aber im Grunde eignet sich jeder Stil, mit der Ausnahme von vielleicht Bikram-Yoga, wo der Körper aufgrund der warmen Umgebungstemperatur doppelt belastet wird.

Heute soll es einmal nicht um die Körperbewegungen im Ganzen gehen, sondern um die kleinen Gesten, die auch als Mudras bezeichnet werden. Statt “Baum” und “herabschauendem Hund” stehen Handposen wie das Herz-Mudra im Vordergrund.

Was sind Mudras?

Swami Saradananda schreibt in ihrem Buch “Entdecke die Kraft der Mudras: Der Energie-Kick für alle Lebenslagen”*:

Neben dem Gesicht ist kein Körperteil so ausdrucksstark wie die Hände. Mit ihrer Beweglichkeit können sie eine Vielzahl von Gesten und subtilen Bewegungen ausführen und so komplizierte Gedanken und tiefe Gefühle vermitteln.

Das haben wir im Alltag alle schon erlebt. Wir begleiten unsere Aussagen mit gewichtigen Gesten, um dem Gesagten Nachdruck zu verleihen. Dieses Verhalten hat auch Eingang in unsere Sprache gefunden, wenn wir zum Beispiel “mit erhobenem Zeigefinger” sprechen oder “abwinken” usw.

Moderne wissenschaftliche Forschungsergebnisse zeigen, dass durch die Bewegungen verschiedener Teile der Hand unterschiedliche Bereiche des Gehirns aktiviert werden. Seit der Antike lehrt die indische Philosophie, dass Fingerbewegungen und -berührungen den Fluss des Prana – der Leben spendenden Energie im Körper […] – beeinflussen.

So wie einige von den Fußreflexzonen vielleicht schon mal gehört haben, wo sich verschiedene Energiepunkte sammeln, die auf Berührung reagieren, gibt es solche Punkte auch an den Händen. Betrachtet man sich den Menschen aus der Perspektive von Ayurveda oder TCM, begegnet man verschiedenen Konzepten über Energiefluss im Körper.

Was in Indien unter der Chakren-Lehre zusammengesetzt wird, hängt eng mit den Meridianen der Traditionellen Chinesischen Medizin zusammen. Beiden Philosophien ist die Elemente-Lehre gemein, auf die auch Swami Saradananda in ihrem Buch eingeht.

So ordnet sie verschiedene Teil der Hand unterschiedlichen Elementen und auch Chakren zu, die ihrerseits wiederum mit verschiedenen Funktionen im Körper betraut sind. So lässt sich auch eine Verbindung zu verschiedenen Organen und anderen Körperteilen herstellen, die mithilfe der Mudras gezielt stimuliert werden können.

Für Histaminintoleranz sind meiner Erfahrung nach vor allem drei Elemente interessant: Feuer (u. a. Verdauung), Luft (u. a. Herzkreislaufsystem und Atmung) sowie Äther/Akasha (u. a. Hunger und Durst). Der Grund? Was die Verdauung bei HIT angeht, haben viele zu viel oder auch zu wenig “Feuer”, wodurch Nährstoffe nicht richtig aufgenommen werden. Der Gegenspieler hierfür ist “Erde”. Wenn wir uns geerdet fühlen, sind wir wieder im Gleichgewicht.

Zahlreiche Histaminrezeptoren sitzen aber auch im Bereich der Bronchien. Das spielt zum Beispiel bei allergischem Asthma eine Rolle. Wir merken den Einfluss aber auch bei Atemnot als Symptom eines anaphylaktischen Schocks. Hieraus ergibt sich, dass wir das Element “Luft” in Einklang zu den anderen Elementen bringen müssen.

“Äther” oder auch Akasha reguliert Hunger und Durst. Dieses Element wirkt beispielsweise auf unsere Kreativität und Ausdruckskraft, aber auch auf unseren “inneren Frieden”. Wer sehr unruhig ist, schlecht schläft usw. sollte sich auf dieses Element konzentrieren.

Mit “Element” ist ein Konzept gemeint, das nicht mit dem chemischen Element aus dem Periodensystem, das wir aus der Schule kennen, verwechselt werden sollte. Wasser ist also nicht H2O. Stattdessen handelt es sich um abstrakte Ideen, mit denen man sich seit Jahrtausenden Funktionsweisen erklärt – und, wie die Wissenschaft vermehrt feststellt, handelt es sich dabei nicht nur um esoterische Spinnerei.

Beispielsweise ist das Konzept vom chinesischen “Chi” durchaus vergleichbar mit dem, was Physiker als “Quanten” bezeichnen.

Für uns soll von Interesse sein, dass die Lebensenergie im Körper stets im Fluss sein soll. Sind wir krank, gibt es irgendwelche Blockaden oder Ungleichgewichte, die man mit verschiedenen Methoden lösen bzw. wieder ins Gleichgewicht bringen kann, so die Lehre von Ayurveda und TCM.

Heute soll es uns dabei jedoch nicht um Kräuter, Atemtechniken oder dergleichen, sondern um Handzeichen gehen, die man beim Meditieren oder einfach in der Mittagspause praktizieren kann.

Mudras und Meditation

Mudras können beim Meditieren helfen. Wer mit dem Meditieren gerade erst beginnt, wird merken, dass es eine ziemliche Herausforderung darstellt, einige Minuten in einer Position zu verharren. Es zwickt und zwackt und die Gedanken beginnen zu rasen. Dabei soll doch Meditation genau das Gegenteil bewirken: beruhigen!

Doch tatsächlich wird andersrum ein Schuh draus. Wer meditieren möchte, sollte bereits ruhig sein. Meditieren erfordert Übung und Geduld. Daher ist es wichtig, sich am Anfang nicht zu übernehmen. Drei bis fünf Minuten pro Tag reichen zu Beginn. Steigern kannst Du Dich immer noch!

Wer den Schneidersitz oder gar den sogenannten Lotussitz unbequem findet, kann auch einfach auf einem Stuhl Platz nehmen. Wichtig ist lediglich, aufrecht zu sitzen, damit der Atem fließen kann. Für die Meditationspraxis auf dem Boden gibt es Meditationskissen*, die man sich unter den Popo schieben kann, um eine aufrechte Sitzposition zu erreichen und zu halten.

Sitzt Du mit geradem Rücken, gilt es, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen. Manchen Menschen hilft es, die Augen zu schließen oder vor sich hin zu blicken. Zusätzlich kann es helfen, sich auf den eigenen Atem oder Herzschlag zu konzentrieren. Eine weitere Methode für all jene, die wie ich und der Histaminer eher zu der Kategorie “Zappelphilipp” gehören, sind Handzeichen. Durch die verschiedenen Berührungspunkte der Finger fängt man an, sich auf diese Gesten statt auf den gedanklichen Wust zu konzentrieren. Und schwups, kommt man zur Ruhe.

Meine Oma hat mir, als ich klein war, vor dem Schlafengehen oder wenn ich krank war, oft die Füße und Hände massiert. Klar, das wärmt einerseits, bringt aber auch die Energie zum Fließen. Jetzt, wo ich erwachsen bin, massiere ich mir morgens und abends selbst die Hände und Füße.

Swami Saradananda beschreibt in ihrem Buch auch einige Massagetechniken sowie Fingerübungen, die Du ausprobieren kannst.

Doch eigentlich dreht sich das Buch um die Vorteile der Mudras, insbesondere beim Meditieren und zum Stressmanagement. Meine drei liebsten Mudras, wenn es sowas gibt 😉 , finden wir im Kapitel, das dem Element “Luft” gewidmet ist.

Das Herz- oder Hridaya-Mudra, welches mir stets ein Lächeln auf die Lippen zaubert und sich erstaunlich warm anfühlt, macht den Anfang. Besonders gerne nehme ich diese Handposition ein, wenn ich auf dem Rücken liege und dabei die angewinkelten Beine nach außen fallen lasse, sodass sich die Fußsohlen berühren (Asana im Yoga: Supta Baddha Konasana/liegender Schmetterling).

Beim Hridaya-Mudra wird der Zeigefinger eingerollt, so dass die Fingerspitze den Daumenansatz berührt. Mittel- und Ringfinger berühren die Daumenspitze.

Beim Padma-Mudra oder der Lotus-Geste bilden beide Handteller eine Art Schale. Dadurch wird der Körper für frische Energie geöffnet. Dieses Handzeichen mache ich ganz gerne am Ende einer Meditations-Session.

Das Akasha-Mudra (Element Äther) gehört wohl zu den bekanntesten Handzeichen. Du hast es bestimmt schon einmal gesehen. Dabei berühren sich Daumen und Zeigefinger an der Spitze. Die restlichen Finger werden abgespreizt. Diese Geste soll den Geist klären und ist damit eine tolle Geste zum Meditieren.

So ähnlich schaut das Chin-Mudra (Element Luft) aus. Hierbei werden jedoch die restlichen Finger nicht abgespreizt, sondern angewinkelt. Beide erfüllen ähnliche Funktionen.

Swami Saradananda schreibt:

Als sich die Fingerspitzen berührten, habe ich eine starke Verbindung zwischen ihnen gespürt, sie fühlten sich an wie ein geschlossener Stromkreis und ich wollte sie nicht mehr trennen.

Wer jedoch sehr aufgeregt mit seiner Meditationsübung beginnt, freut sich womöglich noch mehr über ein “erdendes” Mudra. Das Jnana-Mudra wird tatsächlich dem Element Erde zugeordnet und wirkt ausgleichend und beruhigend. Die Zeigefingerspitze formt mit dem Daumen einen Kreis. Die Handfläche zeigt nach unten.

Durch die nach unten zeigenden Hände fühlte ich mich geerdet, geschlossen, versteckt, geheim, energetisch sehr verbunden und entspannter.

Wenn Du einmal in das Thema “Mudras” hineinschnuppern möchtest, kann ich Dir das Buch “Entdecke die Kraft der Mudras: Der Energie-Kick für alle Lebenslagen*” nur empfehlen.

Wenn Du mit geführten Meditationen statt in Stille zu sitzen beginnen möchtest, ist womöglich Andrew Wrenn ein guter Lehrer. Ich schätze den Yogi nicht zuletzt aufgrund seiner ruhigen Stimme. Er ist im Übrigen auch ein großer “Mudra-Fan”.

Kennst Du Mudras bereits und nutzt Du sie zur Entspannung und/oder beim Meditieren? Wenn ja, welche Gesten sind Deine Favoriten?

Zusammenfassung:

  • Entdecke die Kraft der Mudras: Der Energie-Kick für alle Lebenslagen*” von Swami Saradananda, übersetzt von Anna Hübinger
  • 160 Seiten, Softcover
  • Überblick über die verschiedenen Handhaltungen/Mudras bei Meditation und Yoga
  • Erklärung der Chakren
  • Einführung in die Elemente-Lehre von Ayurveda/TCM
  • simple Ideen zum Stressmanagement, die auch bei Histaminintoleranz von Interesse sind
  • 16,99 Euro, erschienen im Lotos-Verlag

Ich bedanke mich beim Lotos-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

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Ich glaub’, ich werd’ verrückt … – Histamin, Medikamente und die (mentale) Gesundheit

Wer krank ist, leidet, und wer leidet, möchte nur möglichst bald wieder beschwerdefrei sein – eigentlich: gesund. Kein Wunder, dass der Wunsch nach einem Wundermittel groß ist! Die eine Pille, Kapsel oder Tablette – kaum hat man sie geschluckt, entfaltet sie ihre Wirkung und es geht einem wieder gut. Das wäre doch was!

Wundermittel gibt es nicht

Tatsächlich ist in unserer Gesellschaft, sowohl bei Patienten als auch bei Ärzten, der Glaube an solche „Wundermittel“ gar nicht mal so klein. Wir nennen sie jedoch nicht „Wundermittel“. Es ist eben „Medizin“. Das Medikament muss man nehmen und schon bald ist der Patient genesen, soweit die Theorie. In der Praxis sieht es oft anders aus. Der Volksmund sagt zum Beispiel über grippale Infekte (nicht dasselbe wie Grippe!): Eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage. Alternativ hat sich der Spruch „Eine Erkältung dauert mit Behandlung nur 7 Tage, ohne hält sie eine ganze Woche an“ eingebürgert.

Eine Erkältung wird in aller Regel von Viren ausgelöst und die sind nicht nur sehr wandelfähig, sondern davon gibt es auch einfach viiiel zu viele, als dass eine gezielte Behandlung bei einem grippalen Effekt von Erfolg sein könnte. Es gibt jedoch ein paar Hausmittelchen, die die Beschwerden lindern und den Leidensweg erleichtern. So hilft inhalieren, die Atemwege freizubekommen. Warme Getränke, vor allem ungesüßter Tee, legen sich wie ein Balsam auf den gereizten Rachen und versorgen den Körper, der gerade auf Hochtouren gegen die fiesen Eindringlinge vorgeht, mit ausreichend Flüssigkeit. Was der Körper gerade leistet, lässt sich auch am Thermometer anhand der erhöhten Körpertemperatur ablesen. Erst wenn diese in einen kritischen Bereich rutscht, sollten fiebersenkende Maßnahmen eingeleitet werden.

Wie ist das bei Histaminintoleranz?

Doch genug mit der Erkältung, die jemand mit intaktem Immunsystem ganz allein bewältigt! Wie ist das nun mit Histaminintoleranz? Genau wie oben bereits am Beispiel der Erkältung beschrieben, gibt es nicht die eine Wunderwaffe im Kampf gegen HIT. So wie für die Erkältung zahlreiche unterschiedliche Viren verantwortlich sein können, ist auch die Entstehung einer Histaminintoleranz nicht monokausal zu erklären. Meist spielen viele Faktoren eine Rolle und was genau HIT im Einzelfall auslöst, wird nach wie vor heiß diskutiert. Aufgrund dieser Lage ist es ziemlich schwierig, das Allheilmittel für HIT-Patienten zu entwickeln, denn jede Histaminintoleranz ist ein bisschen anders, wenn man so will.

Das Problem beginnt ja meist bereits mit der Diagnose. Nicht mal hier gibt es die eine Patentlösung, die für alle funktioniert. Stattdessen werden meist mehrere Diagnoseverfahren miteinander verbunden, um sicher zu gehen, darunter:

  • Eliminationsdiät mit anschließender Provokation (immer noch der Goldstandard der HIT-Diagnose)
  • Stuhl- oder Urinuntersuchung auf Histaminabbauprodukte (stark abhängig von Ernährung, Darmflora etc., zu starke Schwankung)
  • DAO-Wert oder -Aktivität mittels Bluttest feststellen (schwankt stark je nach individueller Ernährungsweise und Tagesverfassung und setzt strikte Standards an das Labor voraus)
  • 50-Skin-Prick-Test (basiert auf dem Pricktest zum Testen von Allergien, erfordert ein geschultes Auge des Arztes bei der Einschätzung)

Das liegt vor allem daran, dass Histamin so viele verschiedene Funktionen im Körper erfüllt, sowohl als Neurotransmitter als auch als Gewebshormon. Da es sich um einen körpereigenen Stoff handelt (anders als zum Beispiel Gluten, das wir nur mit der Nahrung aufnehmen), gehört HIT zu den „komplizierteren“ Intoleranzen, wenn es darum geht, den Wirkmechanismus genau zu verstehen.

Nach der Diagnose HIT: Therapieansätze

Was, wenn die Diagnose HIT steht? Jetzt geht es erst richtig los. Ärzte empfehlen meist eine histaminarme Diät und geben eventuell noch eine Lebensmittelliste zur Übersicht mit. Alternativ wird direkt mit der Kartoffel-Reis-Diät begonnen, die nicht ganz unumstritten ist, da sie zu Mangelerscheinungen beitragen kann, wenn dieses Werkzeug, um eine eigene Lebensmittelliste zu erstellen, sehr lange angewandt wird.

Mangelerscheinungen können übrigens durchaus den HIT-Symptomen ähneln und Mängel können natürlich auch zu histaminbezogenen Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Flush etc., beitragen. Die histaminabbauenden Enzyme DAO und HNMT sind unter anderem auf eine ausreichende Versorgung mit Zink, Magnesium, B-Vitaminen, Calcium und Mangan angewiesen. Darüber hinaus kann ein Vitamin-D-Mangel HIT-Symptome verschlimmern. Denn wie alle fettlöslichen Vitamine, beeinflusst auch Vitamin D das Immunsystem. Und Histamin, als Entzündungsmediator, ist eng mit dem Immunsystem verknüpft.

In jedem Fall ist es wichtig, eine eigene Lebensmittelliste zu entwickeln, und nicht etwa pauschal Lebensmittel auszuschließen, weil irgendeine Liste das vorgibt. Denn die Toleranzschwelle für einzelne Lebensmittel variiert stark von Betroffenem zu Betroffenem. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zu einer persönlichen Lebensmittelliste zu kommen. In jedem Fall sollte ein Ernährungstagebuch geführt werden.

Die Ernährungsumstellung empfinden die meisten HIT-Patienten als mühsam und so wächst wieder einmal der Wunsch, der Genesung auf die Sprünge zu helfen. Mittlerweile hat auch die Pharmaindustrie Wind von der Histaminintoleranz bekommen und vertreibt entsprechende „Spezialprodukte“, wie zum Beispiel Daosin, das für die sogenannte Enzymersatztherapie genutzt wird.

Durch die Einnahme kurz vor dem Verzehr von Speisen wird dem Körper künstlich DAO zugeführt, in der Hoffnung so wieder mehr essen zu können bzw. auch mal mit Lebensmitteln von der „roten Liste“ „sündigen“ zu können. Doch Daosin ersetzt nur ein histaminabbauendes Enzym: DAO, aber nicht HNMT. Somit ist es gegen sogenannte Liberatoren sowie andere Histamintrigger, wie zum Beispiel Stress, machtlos. Hinzu kommt – und das ist nun ausdrücklich meine Meinung – dass Daosin nichts für die Langzeitanwendung ist (nicht nur, weil es recht teuer ist), sondern etwas für den „Notfall“, wenn man mal zum Essen eingeladen ist oder so. Durch die künstliche Zufuhr des fertigen Enzyms wird dem Körper bei langfristiger Einnahme vorgegaukelt, dass eh genügend DAO vorhanden ist und somit wird die meist ohnehin schon geringe körpereigene DAO-Aktivität weiter herabgesetzt. Daosin kann eine HIT nie heilen, sondern lediglich zeitweise zur Erleichterung eingesetzt werden.

Antihistaminika, die auch gegen Heuschnupfen und andere Allergien angewandt werden, werden ebenfalls zur Behandlung für HIT herangezogen. Doch was machen die eigentlich? Je nach Art des Antihistaminikums bindet der enthaltene Wirkstoff an unterschiedliche Histaminrezeptoren. Solche Rezeptoren sind sozusagen die „Symptomschaltzentrale“ und die Antihistaminika kappen quasi die Verbindung, so dass es nicht zu den unangenehmen Symptomen wie Kopfschmerzen, Flush, Herzrasen, Schwindel, Schüttelfrost etc. kommt.

Doch obwohl die Vorsilbe „anti-“ enthalten ist, wirken sie nicht wirklich „gegen“ Histamin – der Histaminspiegel wird nicht gesenkt. In Notfallsituationen macht der Einsatz von Antihistaminika Sinn, aber sie können nicht präventiv genutzt werden und sollten auch nicht langfristig angewandt werden. Sie helfen lediglich, das Leiden zu lindern, wenn man zum Beispiel etwas „Falsches“ von der eigenen Lebensmittelliste erwischt hat.

Von der eigentlichen Therapie – einer Ernährungsumstellung – einmal abgesehen, sind Daosin und Antihistaminika die Hauptbehandlungswege bei HIT. Im Fall von Mastzellaktivierungserkrankungen kommen häufig noch sogenannte Mastzellstabilisatoren hinzu, die verhindern, dass der Körper eigenes Histamin aus den Mastzellen freisetzt. Zahlreiche Lebensmittel von Kurkuma bis Heidelbeeren enthalten ebenfalls Stoffe, die mastzellstabilisierend wirken. Im Idealfall nimmt man so seine Medizin mit der Nahrung auf (das funktioniert nur leider nicht immer).

In Ausnahmefällen werden Schmerzmittel bei Beschwerden verabreicht, das natürlich nicht ohne Nebenwirkungen und obendrein ohne Wirkungsgarantie. Tatsächlich bringen die meisten Kopfschmerztabletten bei histamintypischer Migräne wenig.

Wir verzichten fast vollständig auf Medikamente in Tablettenform. Lediglich der gezielte Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln macht dann und wann Sinn für uns, nämlich dann wenn ein Mangel nachgewiesen worden ist. Zwei Bücher, die ich kürzlich gelesen habe, unterstreichen unseren Skeptizismus, denn Patienten werden oft übertherapiert oder sogar falsch behandelt.

Übermedikation und Fehlbehandlung – auch ein Thema bei Histaminintoleranz?

In seinen zwei Büchern „Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität. Wie die Pharmaindustrie das Gesundheitswesen korrumpiert“* und „Tödliche Psychopharmaka und organisiertes Leugnen. Wie Ärzte und Pharmaindustrie die Gesundheit der Patienten vorsätzlich aufs Spiel setzen“* zeichnet der dänische Arzt für Innere Medizin, Peter C. Gøtzsche, ein düsteres Bild, jedoch nicht, ohne gleichzeitig praktische Hinweise zu geben, wie der medizinische Sektor verbessert werden könnte.

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich vor so reißerischen Titeln nicht zwingend zurückschrecke. Don’t judge a book by its cover, lautet meine Devise. Denn tatsächlich handelt es sich um konstruktive Kritik, die man sich insbesondere als Patient, aber auch als angehender oder behandelnder Arzt durchaus auf der Zunge zergehen lassen kann. Beide Bücher sind jedoch in erster Linie für Patienten geschrieben. Sie sollen dem Patienten ein Werkzeug sein, mit dessen Hilfe er bewusste Entscheidungen zum eigenen Wohl treffen kann.

Mit einem kritischen Blick auf die Pharmaindustrie sowie der Erwähnung von Interessenskonflikten von Ärzten, versteht es sich von selbst, dass die Bücher einigen Ärzten und vor allem der Pharmaindustrie übel aufstoßen. So sind im Internet zahlreiche Verrisse der beiden Bücher zu finden. Doch ich bilde mir ganz gerne meine eigene Meinung und rate das auch jedem, der hier mitliest. Auch meine Meinung muss und soll daher nicht einfach für bare Münze genommen werden.

Drei Medikamentengruppen, die auch eng mit Histaminintoleranz zusammenhängen, greift Gøtzsche in seinen Büchern besonders heraus: Antidepressiva (und andere Psychopharmaka), Schmerzmittel sowie Protonenpumpenhemmer (bei Sodbrennen).

Antidepressiva – wirken sie wirklich gegen Depressionen?

Nach seinem ersten Buch über das medizinische System, Interessenkonflikte und die von der Pharmaindustrie gesponserten Studien sowie Nebenwirkungen allgemein hat Gøtzsche den Psychopharmaka ein eigenes Buch gewidmet. Die angesprochenen Kritikpunkte von Übermedikation über Interessenkonflikte bis hin zu manipulierten Studien und frappierenden Nebenwirkungen sind im Bereich der Psychiatrie besonders offensichtlich.

Um Missverständnissen vorzubeugen, sei dem Folgenden vorausgeschickt, dass weder ich noch Peter C. Gøtzsche durch die Kritik an gängigen schulmedizinischen Behandlungsmethoden von psychischen Krankheiten, wie Depressionen oder Schizophrenie, das Vorhandensein dieser Krankheiten oder die Schwere dieser Leiden infrage stellen. Vielmehr ist es so, dass leider viele Medikamente nicht wirken oder schlimmer noch, Symptome noch verstärken oder weitere hervorrufen. Hinzu kommt, dass der Diagnosekatalog für psychische Krankheiten seit Jahren aufgeweicht wird, wodurch immer mehr Menschen in psychiatrische Behandlung kommen, obwohl sie vielleicht nur eine belastende, stressige Phase durchmachen, zum Beispiel nach dem Verlust einer nahestehenden Person.

Viele Betroffene von HIT haben den Umweg über die psychologische und/oder psychiatrische Abteilung gehen müssen, bevor sie bei ihrer eigentlichen Diagnose angelangt sind. Da für ihre Symptome, wie Herzrasen, keine organische Ursache gefunden werden kann, werden sie zuweilen in die Hypochonder-Ecke geschoben. Weil sie das Gefühl haben, Essen mache sie krank, weisen sie Symptome einer depressiven Verstimmung auf und werden mit Antidepressiva behandelt, welche HIT-Symptome oft verstärken und nur schwer abzusetzen sind.

Antidepressiva aus der Familie der SSRI (Selective Serotonin Reuptake Inhibitor), zu deutsch selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, erhöhen den Serotonin-Spiegel im Hirn, wodurch die Rezeptorempfindlichkeit herabgesetzt wird. Dieser Umstand macht es in der Folge enorm schwierig, Medikamente wie Sertralin, Citalopram, Paroxetin oder Fluoxetin abzusetzen. Denn ohne die Weitergabe des Medikaments fällt der Serotonin-Spiegel rapide ab. Entzugserscheinungen treten auf. Schließlich ist das Hirn (und der Körper – Serotonin beeinflusst unter anderem auch die Darmbewegungen) den künstlich hochgehaltenen Serotonin-Spiegel gewohnt.

Bei Antipsychotika, die den Dopaminspiegel senken, funktioniert das Spiel umgekehrt. Durch den künstlich gering gehaltenen Dopaminspiegel sind die Dopaminrezeptoren empfindlicher und auch hier kommt es bei plötzlichem Absetzen des Medikaments zu Entzugserscheinungen. Daher sollten Antidepressiva und Antipsychotika unter Aufsicht ausgeschlichen werden, also die Dosis sukzessive verringert werden.

Wie in einem Teufelskreislauf werden solche Entzugserscheinungen oft als Krankheitssymptome fehlgedeutet, wodurch das Medikament schließlich im Dauerbetrieb genommen wird oder sogar die Dosis erhöht wird. Ironischerweise geht es daher, so eine Studie, auf die Gøtzsche verweist, Schizophrenie-Patienten in Entwicklungsländern, in denen die Medikamentenversorgung meist schlechter als bei uns ist, schneller wieder besser. Sie genesen mitunter sogar, weil sie oft ohne Medikamente behandelt werden.

Gøtzsche geht in seinem Buch jedoch noch weiter und verweist auf mehrere Studien, die vor allem bei jungen Menschen ein erhöhtes Suizidrisiko innerhalb der ersten Tage und Wochen nach Therapiebeginn mit Antidepressiva feststellen konnten (damit also negative Empfindungen erst auslösen und nicht behandeln!). SSRI erhöhen jedoch nicht nur das Selbsttötungsrisiko, sondern auch die Gewaltbereitschaft gegen andere. Immer wieder wird daher die Rolle von Antidepressiva und anderen Psychopharmaka im Zusammenhang mit Gewaltdelikten diskutiert. Beispielsweise ist Stephen Paddock, der am 1. Oktober 2017 mindestens 58 Menschen in Las Vegas getötet und zahlreiche weitere verletzt hat, im Juni Diazepam verschrieben worden. Eric Harris, der an der Schießerei an der Columbine High School beteiligt gewesen war, nahm das Antidepressivum Luvox ein. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Gøtzsche spricht sich in seinem Buch zudem vehement gegen die Zwangsbehandlung und die Fixierung in psychiatrischen Anstalten aus. In wenigen Pilotversuchen konnten weitaus bessere Behandlungsergebnisse auf der Basis von respektvoller Gesprächskultur bei Schizophrenen und anderen Patienten erzielt werden. Er weist außerdem darauf hin, dass degradierende Behandlungsmethoden wie die Fixierung an Betten, die Arzt-Patienten-Beziehung zerstören und nicht weniger, sondern mehr Personal erfordern würden. Schließlich müsse ja jemand den fixierten Patienten beaufsichtigen, was jedoch in der Praxis, sei es aufgrund von Personalmangel oder aus anderen Gründen, oft vernachlässigt wird.

Sehr kritisch steht Gøtzsche den biologischen Erklärungsansätzen für psychische Leiden gegenüber (das Thema Ernährungsmängel lässt er hier jedoch unerwähnt). Dass etwa ein Serotoninmangel für Depressionen verantwortlich sei, tut er als Märchen ab. Ganz so einfach ist es vielleicht nicht, dennoch sei an dieser Stelle zu denken gegeben, dass Psychologen und Psychiatern kein Test zur Verfügung steht, der am lebenden Patienten ein solches „Ungleichgewicht im Gehirn“ nachweisen könnte. Stattdessen wird anhand eines Symptomkatalogs diagnostiziert – oft jedoch nicht von Psychologen oder Psychiatern, sondern von Allgemeinmedizinern, die laut Gøtzsche 90 Prozent der Psychopharmaka verschreiben.

Das dazugehörige DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) wird alle paar Jahre in überarbeiteter Fassung herausgebracht. Mittlerweile sind wir bei DSM-5. Problematisch sind die immer weiter herabgesetzten Anforderungen, um als Patient in ein Diagnosemuster gesteckt zu werden. Hinzu kommt die Bestrebung, neue Krankheiten zu (er-)finden. Relevant im Zusammenhang mit HIT ist beispielsweise die Orthorexie, der zwanghafte Drang, nur „richtig“ essen zu wollen, eine bisher nicht anerkannte Essstörung, die aber womöglich in Zukunft in diesen Katalog aufgenommen werden könnte und HIT-Patienten wiederum in die „Psycho-Ecke“ stellen würde. Einen, meiner Meinung nach, sehr guten Artikel zu diesem Thema hat beispielsweise der Gynäkologe Sven Harrenberg auf seine Praxisseite gestellt.

Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung?

Schmerzmittel haben in der Langzeiteinnahme zahlreiche Nebenwirkungen, darunter beispielsweise das erhöhte Risiko für Thrombosen. Die sogenannten NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) werden jedoch nicht nur bei Schmerzen verordnet, sondern auch bei chronisch-entzündlichen Krankheiten wie Rheuma, weil sie angeblich entzündungshemmend wirken. In einer Studie wurde dazu untersucht, ob Schmerzmittel tatsächlich Schwellungen lindern (und nicht nur Schmerzen), um diese entzündungshemmende Wirkung nachzuweisen. Das Ergebnis fiel negativ aus. Schmerzmittel lindern also wirklich nur Schmerzen und sollten nur im Notfall angewandt werden, etwa nach einer Operation oder bei sehr starken Schmerzen, wie sie beispielsweise bei der Behandlung von Krebs auftreten.

Protonenpumpenhemmer – das Allheilmittel gegen Sodbrennen?

Sodbrennen oder Reflux ist unangenehm und schmerzhaft. Bleibt der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre lange unbehandelt, sind Schäden, wie Vernarbungen an der Speiseröhre, nicht ausgeschlossen. Wer über Reflux klagt, bekommt daher schnell mal einen Protonenpumpenhemmer verschrieben. Tatsächlich, so schreibt Gøtzsche, werden 50 Prozent dieser Medikamente ohne Indikation verordnet.

Doch damit nicht genug, ähnlich wie bei den Antidepressiva und Antipsychotika treten beim plötzlichen Absetzen von Protonenpumpenhemmern Entzugserscheinungen auf, wodurch auch sie oft länger genommen werden, als es nötig wäre. Protonenpumpenhemmer bringen das Hormongleichgewicht durcheinander, was, ähnlich wie die Neurotransmitter Dopamin und Serotonin, eng mit Histamin verbunden ist. Gerät hier etwas aus der Balance, kann das auch HIT-Symptome verschlimmern. Bei Sodbrennen ist es daher viel wichtiger, die Ursache für den Reflux zu finden. Das kann zum Beispiel eine gestörte Darmflora und/oder eine Intoleranz sein.

Zusammenfassung

Medikamente sind per se nichts Schlechtes. Jedoch sollte jedem klar sein, dass mit einer Wirkung auch Nebenwirkungen möglich sind. Einige Medikamente machenbei Histaminintoleranz bei kurzfristiger Gabe oder im Notfall durchaus Sinn, empfehlen sich jedoch nicht für eine Langzeittherapie – das gilt zum Beispiel für Schmerzmittel und Antihistaminika. In Sachen HIT, wie bei anderen Beschwerden auch, ist Ursachenforschung gefragt, und meist ein Wandel in Lebenswandel sowie Ernährungsweise sinnvoll.

Peter C. Gøtzsche geht in seinem Buch nicht nur mit der Pharmaindustrie scharf ins Gericht, sondern wirft auch ein kritisches Blick auf die Alternativmedizin. Ich stimme zu, dass Quacksalberei von echten Heilpraktiken, vor allem für den Laien, zuweilen nicht ohne Weiteres zu unterscheiden ist. In dem Bereich wird viel Humbug verbreitet. Trotzdem kann man deshalb nicht alle Heilpraktiker oder Alternativmediziner über einen Kamm scheren.

Als konkretes Beispiel führt Gøtzsche eine Metastudie zur Behandlung mit Nachtkerzenöl bei Neurodermitis an, ohne jedoch im Fließtext seines Buchs darauf hinzuweisen, dass es sich lediglich um die orale Gabe handelt, die untersucht wird. Die Einnahme von Nachtkerzenöl bringt demnach keinen effektiven Nutzen bei dieser Hautkrankheit. Dass die topische Anwendung, also auf der Haut, durchaus wirksam ist, wird in seinem Buch verschwiegen.

Genau solche Auslassungen bzw. Generalitäten, die Gøtzsche selbst nur allzu gern kritisiert, unterlaufen ihm hier und da also selbst. Das zeigt sich an anderer Stelle im Buch auch, wenn er Patientenorganisationen oder Blogger kritisiert, die sich oft bereitwillig der Pharmaindustrie hingeben, was er ein paar Seiten später wieder relativiert – nicht alle Patientenorganisationen und Blogger sind so, zum Glück. Kurz nachdem ich diesen Abschnitt gelesen hatte und doch für recht hanebüchen empfand, erreichte mich – Ironie des Schicksals – eine E-Mail, die zu einem Kongress nach Berlin einlud. Hauptsponsor war Pfizer, wodurch eine Teilnahme für mich nicht infrage kam. Doch die Nachricht war Beleg für mich, dass das, was der Autor in seinem Buch beschrieben hat, tatsächlich stattfindet, wenn auch ohne mich.

Leider habe ich auf meine Interviewanfrage bisher keine Antwort vom Autor erhalten. Sollte sich das noch ändern, liefere ich das Gesprächstranskript gerne noch nach.

Ich könnte noch wesentlich mehr Details und vor allem die zahlreichen Verbesserungsvorschläge von Peter C. Gøtzsche hier vorstellen, allerdings ist der Artikel bereits jetzt sehr lang geraten. Wer also neugierig geworden ist, greift am besten selbst zur Lektüre. Hier die Daten:

Ich bedanke mich beim Riva-Verlag für die gratis zur Verfügung gestellten Rezensionsexemplare. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Ich und mein Körper – warum meine Histaminintoleranz nicht wie Deine ist

Jede Histaminintoleranz ist ein bisschen anders. Bemerkbar macht sich das zunächst an unterschiedlichen Toleranzschwellen: Was den einen in geringen Mengen abschießt, kann der andere, zumindest in geringen Mengen, essen, ohne dass sich Beschwerden zeigen. Dann gibt es noch unterschiedliche Reaktionszeiten. Je nach dem, was gegessen wurde und wie es um den eigenen Histaminhaushalt steht, können Symptome zeitnah nach dem Verzehr histaminhaltiger Speisen auftreten oder teilweise doch mehrere Tage auf sich warten lassen. Allgemein treten verzögerte Reaktionen vor allem nach dem Verzehr sogenannter Histaminliberatoren auf. Selbst die Symptome können ganz unterschiedlich ausfallen. Während manche vor allem mit Verdauungsbeschwerden zu kämpfen haben, klagen andere vermehrt über Herzstolpern und Kopfschmerzen oder Hautausschlag und Atemprobleme.

Auf einen wichtigen Unterschied kommen wir aber doch eher selten zu sprechen. Das sind die unterschiedlichen Ursachen.

Histaminintoleranz von Anfang an verstehen

Für viele ist es nicht einfach, die Ursache ihrer Beschwerden dingfest zu machen. Darin liegt auch keine Schande. Schließlich geht es vielen Ärzten nach wie vor genauso. So wird eine Histaminintoleranz (so wie die verwandten Mastzellaktivierungserkrankungen) meist erst im zweiten, dritten … Anlauf als solche identifiziert, wenn es einem Arzt gelingt, die Symptome sinnvoll zu einem Krankheitsbild zusammenzufügen und mithilfe labordiagnostischer Mittel bestätigen lässt.

Die Hürde besteht beispielsweise darin, festzustellen, dass das Herzstolpern nicht durch einen Herzklappenfehler oder ähnliches verursacht wird. Überweist der Hausarzt aufgrund dieser Symptomatik seinen Patienten zum Kardiologen und kann dieser nichts Organisches am Herzen finden, läuft man als Patient Gefahr, als eingebildeter Kranker abgestempelt zu werden. Das Gleiche gilt für den pochenden Kopfschmerz, für den es laut MRT oder CT keine Ursache zu geben scheint oder die zugeschnürte Brust, obwohl die Lunge organisch in Ordnung ist usw.

Dem Patienten hilft dann nur: hartnäckig bleiben und vor allem alles (!) erzählen. Ein Arzt muss beim Patientengespräch in die richtige Richtung gelenkt werden. Die vollständige Auflistung der Symptome – und scheinen sie dem Patienten und Arzt noch so unzusammenhängend – ist wichtig für den Denkanstoß. Denn zum Schluss fallen alle Puzzleteile doch zu einem sinnvollen Bild zusammen. Nur Geduld. Will der Arzt einen partout nicht ernst nehmen, hilft das Einholen der berühmten „zweiten Meinung“. Außerdem: Ein Arzt muss und kann nicht jede Krankheit kennen – da gibt es einfach zu viele. Auch deshalb macht der Ärztewechsel zuweilen einfach Sinn.

Wie Frau Dr. Annelie Scheuernstuhl im Interview mit mir erklärt hat, spielt es dabei nicht unbedingt eine Rolle, welchem Fachgebiet der Arzt zuzuordnen ist. Klar, die ganze Histaminsache ist eigentlich ein Problem der Inneren Medizin und auch der Immunologie. Doch zum Beispiel kennt sich auch unsere HNO-Ärztin überraschend gut mit dem Thema aus. Der Erfahrung nach sind es oft Dermatologen und Gynäkologen, die einem weiterhelfen können, sofern sich die „Götter in Weiß“ auch nach dem oder begleitend zum Studium weitergebildet haben. Eine naturheilkundliche Zusatzausbildung kann hier nicht schaden.

Die Auslöser für eine Histaminintoleranz sind bis heute noch nicht klar umrissen. Doch folgende Dinge scheinen eine wichtige Rolle zu spielen:

  • bakterielle Infektionen, Antibiotika, gestörte Darmflora
  • Pilzerkrankungen
  • Schwermetallbelastung
  • Nährstoffmängel, insbesondere Vitamin D, Zink, Magnesium und B-Vitamine
  • hormonwirksame Verhütungsmittel, gestörter Hormonhaushalt und Wechseljahre
  • bestimmte Vorerkrankungen der Schilddrüse, Krebs und andere

Schaut man sich die Liste an, kommt ein flaues Gefühl auf: Offenbar können eine Bandbreite von Problemen letztlich zur Histaminintoleranz führen, die, um es noch mal schwieriger für alle Beteiligten zu machen, auch noch so ein breit gefächertes Symptombild hat. Das liegt daran, dass das Gewebshormon Histamin, das an bestimmten Stellen im Körper auch wie ein Neurotransmitter wirkt, so viele Funktionen im Körper hat bzw. so viele unterschiedliche Prozesse beeinflusst. So steht Histamin nie für sich allein.

Um dem Problem auf die Schliche zu kommen, empfiehlt sich der holistische Blick eines naturheilkundlich ausgebildeten Arztes, der gleichzeitig mit den schulmedizinischen Diagnostikmethoden umzugehen weiß. Blut-, Urin- und Stuhlanalysen in der Kombination mit Tests wie dem 50-Skin-Prick-Test oder dem traditionellen Ernährungstagebuch erlauben dann doch eine eindeutige Diagnose: Histaminintoleranz ja oder nein.

Naturheilkunde trifft auf Schulmedizin: Das Beste aus Ost und West

Genau aus diesem Grund habe ich mich auf „Das sanfte Gesundheitsbuch für Frauen“* von Dr. med Georg Kneißl gefreut. Da geht es zwar nicht explizit im Histaminintoleranz, aber eben um „Frauenleiden“ und zwar aus naturheilkundlicher und schulmedizinischer Sicht in einem.

Zwar ist Histaminintoleranz kein reines „Frauenleiden“, doch wenn ich mir ärztliche Statistiken und auch das Feedback auf meinem Blog anschaue, sind es meist Damen, die daran erkranken bzw. die mir schreiben.

Doch da ich eine überaus kritische Leserin bin, hat das Buch noch vor der Lektüre die simple Frage aufgeworfen: Warum schreibt ein Mann so ein Buch? Doch darauf komme ich später noch einmal zu sprechen.

Eingangs liefert das Buch eine kurze Einführung in die 5-Elemente-Lehre und andere naturheilkundliche Prinzipien. Diese „Elemente“ sind dabei nicht als Stoffe, wie wir sie im chemischen Periodensystem finden, zu verstehen, sondern sie sind ein metaphorischer Ausdruck für bestimmte (Lebens-)Prinzipien. Sehr schön erklärt wird dies übrigens auch in Wong Kiew Kits Buch über Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)*. Für Kneißl ist die TCM-Lehre eine kraftvolle Hilfe bei der Diagnostik von Krankheiten, da hierbei eben der gesamte Patient (mit all seinen fünf Elementen) zusammengedacht wird.

Hat man es einmal über die 25 Einleitungsseiten hinaus geschafft, landet man beim ersten Element. Kneißl gliedert sein Buch in genau die fünf Elemente Metall, Erde, Holz, Feuer und Wasser, was logisch erscheint und mich ehrlich gesagt, sehr angesprochen hat. Je nach dem, welche Elementeschwächungen vorliegen, lassen sich bestimmte Krankheiten, aber eben auch deren Ursache erkennen. So wird im Gegensatz zur üblichen schulmedizinischen Herangehensweise nicht nur gegen die Symptome vorgegangen, sondern das vorliegende Ungleichgewicht möglichst beseitigt, um den Körper wieder in Einklang zu bringen.

Doch schon bald tun sich logische Schwächen im Buch auf. Hinzu kommen plumpe Generalitäten, die im Speziellen keine Gültigkeit haben müssen. So ist, ich habe darüber schon einmal geschrieben, Vollkorn nicht zwingend gesünder als Weißmehl. Kneißl sieht das anders und ist für einen naturheilkundlich ausgebildeten Arzt hier und da einfach zu salopp, zieht Allgemeinplätzchen dem holistischen Zugang, der stets auch ein individueller sein sollte, vor. Schade, liefert das Buch an anderer Stelle doch durchaus denkwürdige Anstöße:

  • Verzicht auf Lotionen, Cremes und Sonnenmilch mit Weichmachern (Phthalaten) wegen hormonähnlicher Wirkung
  • rhythmische Bewegungen und Tanzen zur Stärkung des Elements Metall
  • Verzicht auf Teflon-Pfannen (lieber Gusseisen oder hochwertiges Keramikkochgeschirr)
  • Verzicht auf Amalgam → erhöht das Allergierisiko (und auch das für Histaminintoleranz?)
  • generell kein Schweinefleisch essen
  • der Standard-28-Tage-Rhythmus der Anti-Baby-Pille muss nicht mit dem eigenen natürlichen Rhythmus übereinstimmen

Während ich die oben genannten Punkte so unterschreibe und davon ausgehe, dass mir viele naturheilkundlich geschulten Ärzte beipflichten würden, sehe ich viele andere Punkte im Buch eher kritisch. Besonders schlimm wird es für den Leser, wenn sich der Autor selbst widerspricht, wahrscheinlich in dem Versuch, keine zu „krassen“ Aussagen zu treffen.

Offen gestanden war das einer der wichtigsten Punkte in dem kürzlich geführten Interview mit Frau Dr. Scheuernstuhl: dass sie eben kein Blatt vor den Mund genommen hat! Mit einigen ihrer Aussagen begibt sie sich jedoch, zumindest aus schulmedizinischer Sicht, auf Glatteis, obwohl es zum Beispiel für ihre Aussagen bezüglich der Schädlichkeit von hormonwirksamen Verhütungsmitteln mittlerweile einige Studien gibt. Hut ab für den Mut also! Ich werde demnächst auf dem Blog auf den Konflikt „Schulmedizin vs. Naturheilkunde“ noch genauer eingehen. Freut Euch drauf! 🙂 Für den Moment hat mich Herr Dr. Kneißl aber sehr ernüchtert. Ein paar Beispiele hierfür:

Denn so wie es „gute“ Fette und „schlechte“ gibt [was so übrigens auch nicht stimmt – das Verhältnis der Fette zueinander muss stimmen, Anmerkung], so gibt es „gute“ und „schlechte“ Kohlenhydrate.

Vier Seiten später heißt es dann aber:

Verzichten Sie schließlich möglichst ganz auf Kohlenhydrate. Das heißt, Ihre Kost besteht aus dem, wie sich über Hunderttausende von Jahren die Menschen immer ernährt und damit bestens überlebt haben. Als Sammler und Jäger: Sehr viel Salat (Wurzeln), Gemüse, Samen und Früchte. Dazu gelegentlich Eiweiß aus Fisch und Fleisch (oder besser: Sojabohnen) [Anmerkung im Original]. Morgens zum Frühstück ist ein Knäckebrot erlaubt, das Sie zum Beispiel mit frischem Obst genießen können.

“Erlaubt“ gefällt mir in diesem Zusammenhang (es geht um gesunde Ernährung im Allgemeinen, keine spezifische Intoleranz mit Einschränkungen) schon einmal gar nicht. Viel merkwürdiger finde ich aber, dass ein Mediziner mir einreden möchte, dass Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse keine Kohlenhydrate enthalten. So ein Quatsch! Ja, so ernährt man sich nach der Low-Carb-Diät, die aber ohnehin eigentlich „Better-Carb-Diät“ heißen sollte … Das hat er mir noch vier Seiten vorher selbst versucht zu erklären.

Auffällig sind anderer Stelle im Buch die konkreten Produktempfehlungen. So wird etwa die blaue Nivea-Creme uneingeschränkt empfohlen, als es darum geht, Weichmacher in Kosmetika zu vermeiden. Dabei zeigt zum Beispiel die BUND-App ToxFox, dass auch Markenhersteller wie Nivea durchaus mit diesen hormonwirksamen Substanzen in Sonnencreme, Lotionen usw. arbeiten – bei Herrn Dr. Kneißl fehlt diese Anmerkung jedoch. Auf S. 126 wird die Douglas-eigene Serie DAYTOX uneingeschränkt empfohlen. Ein kurzer Blick in die Zusammensetzung eines Duschbads war aufschlussreich genug für mich, hier nicht zuzugreifen. Auch die generelle Empfehlung von Sojaprodukten zieht sich durch das Buch, als gebe es keine anderen pflanzlichen Eiweißprodukte! Was ist zum Beispiel mit Erbsen? Die übrigens auch bei Histaminintoleranz in Maßen verträglich sind, weil sie im Gegensatz zu den meisten anderen Hülsenfrüchten theoretisch auch roh gegessen werden können (bei HIT aber bitte dünsten oder kochen).

Ebenfalls kritisch bewerte ich Aussagen über „eine verklemmte Sexualität“, die schließlich für Regelbeschwerden sorgen soll. Ähnliches gilt für Aderlass! Diese Zeiten, dachte ich, seien doch nun wirklich Geschichte. Aber nein, auf S. 155 wird er empfohlen. Tatsächlich ist es so, dass regelmäßiges Blutabnehmen bei bestimmten Erkrankungen Sinn machen kann. Aderlass ist jedoch immer eine unhygienische und gefährliche Angelegenheit und nicht dasselbe wie die Blutabnahme unter sterilen Bedingungen!

*

Auf S. 165 liest man den üblichen Satz, die Pille würde dem Körper vorgaukeln, er sei schwanger, weil eine progesteronähnliche Substanz enthalten ist. Frau Dr. Scheuernstuhl gibt in ihrem Buch* kurz und einleuchtend zu denken, wenn dem so sei, warum könne man dann mit der Pille abtreiben? Überhaupt macht das Thema „Pille“ eine Achterbahnfahrt im Buch mit. Sie belaste die Leber und dann spricht sich Dr. Kneißl doch für eine gestagenbetonte Pille aus. Die sei weniger schädlich als die östrogenbetonte. Einmal umgeblättert, heißt es dann, dass „das (falsche) synthetische Gestagen die eigenen Gelbkörperhormone ziemlich absenkt und es so zu einem relativen Östrogenüberschuss kommt.“ „Falsche“ oder „richtige“ Gestagene sind im Zusammenhang synthetischer „Hormone“ eine Illusion, ist (nicht nur) meine Meinung. Im Endeffekt – und das räumt an dieser Stelle selbst Dr. Kneißl bis zu einem gewissen Grad ein – führen sie mittel- bis langfristig alle zu einem Ungleichgewicht – zu einer Östrogendominanz. Auf S. 173 betont das Dr. Kneißl selbst noch einmal deutlicher:

Die weitverbreitete Pilleneinnahme [diesmal ohne „richtig“ oder „falsch“, Anmerkung] sowie Blockaden der Meridiane des Elements Holz sorgen dafür, dass das Progesteron im Körper abfällt und es dadurch zu einem relativen Östrogenüberschuss kommt. Gefährlich.

Ähnlich problematisch verhält es sich mit der Kupferspirale, die zwar keine synthetischen „Hormone“ enthält, aber eben Kupfer. Was an sich nicht schädlich wäre, da sich die Spirale aber durchgehend im Körperinneren befindet und Kupfer der natürliche Gegenspieler zu Zink ist, ist auch hier langfristig ein Zinkmangel mit entsprechenden Folgen absehbar. Trotzdem wird sie im Buch empfohlen.

Meine nächste Kritik bezieht sich auf folgende Aussage:

Weil die Unterscheidung zwischen gutartiger Veränderung der Brust, Zyste und Krebs – durch Abtasten zum Beispiel – sehr schwierig ist, bedarf es anderer Methoden, um mehr Sicherheit zu gewinnen. Zum Beispiel durch die Ultraschalluntersuchung oder die wenig beliebte, aber recht aussagekräftige Mammographie.

Erstens geben weder Ultraschall noch Mammographie Auskunft darüber, ob Gewebsveränderungen gut- oder bösartig sind – sie zeigen allenfalls an, dass Veränderungen im Gewebe vorliegen. Auskunft darüber, ob es sich dabei tatsächlich um Krebs handelt, gibt lediglich eine Gewebeanalyse mittels Biopsie. Zweitens ist die „wenig beliebte“ Mammographie bekannt für falschpositive Ergebnisse, die Frauen in Angst und Schrecken versetzen können. Zudem erhöht das regelmäßige Scannen sogar das Krebsrisiko. Wie Dr. Kneißl wiederum mit Verspätung sieben Seiten später festhält:

Anders, als der Name glauben machen möchte, ist die Krebsvorsorge (nicht nur der Brust) [Anmerkung im Original], wie sie die Schulmedizin [und auch Dr. Kneißl sieben Seiten vorher] empfiehlt, gar keine Vor-Sorge, sondern (wenn man Glück hat) [Anmerkung im Original] die Feststellung einer Krebsgeschwulst in einem frühen Stadium.

In Bezug auf Sexualstörungen gibt Dr. Kneißl ab S. 248 (wahrscheinlich gut gemeinte) Ratschläge, wie das Sexualleben wieder aufzupeppen sei. Mit dabei ist auch dieser äußerst bedenkliche „Tipp“:

Selbst seriöse Modekataloge bieten inzwischen Vibratoren und Sexspielzeug an, die Sie sich gleichzeitig mit neuen Dessous diskret verpackt ins Haus liefern lassen können. Gleitmittel und Viagra sind schon lange kein Tabu mehr!

Gesundheitlich bedenklich ist Viagra dennoch nach wie vor.

Abschließend fällt mir meine anfängliche Frage wieder ein: Warum ausgerechnet ein Mann „Das sanfte Gesundheitsbuch für Frauen“* geschrieben hat? Mit welcher Intention? Liest man nicht nur den Fließtext der einzelnen Kapitel, sondern stets auch die angehängten Kästen mit Hinweisen zur „Selbsthilfe“, wie es bereits auf dem Cover heißt, fallen die Rundum-Kuren auf. So wird zur Einnahme einer ganzen Bandbreite von Präparaten geraten. Für ähnliche Beschwerden wird oft fast doe gesamte Palette der Schüßler-Salze empfohlen und natürlich jede Menge Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen. Warum? Nun, böse Zungen würden behaupten, es hat damit zu tun, dass Dr. Kneißl alleinvertretungsberechtigte Einzelperson, kurzum Geschäftsführer, der SAN-U-VIT GmbH ist, die ihres Zeichens ebensolche Nahrungsergänzungsmittel herstellt bzw. vertreibt.

Als Einführungsbuch ist das Werk aufgrund der zahlreichen Widersprüche und teils doch bedenklichen Tipps nicht zu empfehlen. Trotzdem soll dieser Ausreißer nicht bedeuten, dass die Naturheilkunde keine sinnvollen Chancen für Histaminintoleranz-Betroffene bietet. Vielmehr zeigt es, dass der Patient auch hier sehr wachsam sein muss, welche Angebote er nutzt und welche nicht. Allenfalls ist das Buch somit eine gute Gelegenheit, in sich selbst hineinzuhören. Denn tatsächlich wissen Betroffene instinktiv oft selbst, was ihnen guttut und was ihnen schadet. Diese innere Stimme zu stärken, ist in jedem Fall ein lohnenswertes Vorhaben. Daher wird es in nächster Zeit einige kritische Auseinandersetzungen mit der medizinischen Praxis geben, die Ihr als kritische wie vernünfte Denkanstöße nutzen könnt, um Euch für medizinische Themen zu sensibilisieren, denn Ihr habt nur diesen einen Körper und es ist am Ende Eure Verantwortung, ihn zu pflegen. Eine eigene, aber fundierte Meinung zu haben, ist daher nicht nur sinnvoll, sondern in meinen Augen sogar nötig.

Zusammenfassung:

Ich bedanke mich beim Kösel-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

 

Experteninterview: Dr. Annelie Scheuernstuhl beantwortet Eure und meine Fragen

Wie angekündigt, habe ich ein Experteninterview mit Frau Dr. Annelie Scheuernstuhl, einer der Autorinnen vom Buch “Natürliche Hormontherapie”*, geführt. Wenn Du das Buch noch nicht gelesen hast, gelangst Du hier zu meiner Rezension, um einen ersten Eindruck zu bekommen, worum es eigentlich geht und um nachzulesen, was das Thema “Hormone” mit einer Histaminintoleranz zu tun hat bzw. haben kann.

Vorab möchte ich mich für den interessanten Austausch noch einmal bei Frau Dr. Scheuernstuhl bedanken. Ich danke aber auch Euch für Eure interessanten Fragen.

Ohne Umschweife steigen wir direkt ein. Im Folgenden kannst Du das ganze Gespräch nachlesen:


Ich hatte Ihnen geschrieben, dass es auf meinem Blog um Histaminintoleranz geht und ich würde daher gerne die Nachfragen zu Ihrem Buch „Natürliche Hormontherapie“ stets mit der Histaminintoleranz im Hinterkopf stellen, auch wenn das nicht direkt Thema war.

Es ist ja so, dass die Pille ebenfalls so wirkt, dass die Histaminintoleranz schlimmer werden kann oder überhaupt erst entsteht.

Genau darum soll es unter anderem gehen. Fangen wir doch direkt an. Mir haben zahlreiche Betroffene in Zuschriften beschrieben, wie sie erst eine lange Ärzte-Odyssee hinter sich bringen mussten, bis sie die Diagnose Histaminintoleranz bekommen haben. In Ihrem Buch schildern Sie etwas Ähnliches, dass entweder falsch therapiert wurde oder überhaupt, die Diagnose erst gar nicht richtig gestellt wurde. Woran liegt das eigentlich, dass das immer noch so ist?

Also in der Ausbildung für uns Ärzte kommt so etwas nicht vor. Da gibt es, in dem Sinne, keine Intoleranzen, sondern richtig „schlimme Krankheiten“. Diese ganzen Befindlichkeitsstörungen und Intoleranzen, die zwar sehr schlimme Beschwerden machen können, die kommen nicht vor. Wenn, dann in der Naturheilkunde und das ist nicht Teil der Ausbildung der Uni.

Ja, das ist leider immer noch freiwillig. Wenn man den Verdacht hat, dass eine Hormonproblematik besteht, an welchen Arzt, also welche Fachrichtung, wendet man sich dann am besten?

Auf jeden Fall an jemanden mit naturheilkundlicher Ausbildung. Egal, ob Internist oder Allgemeinmedizin … das ist alles nicht so wichtig. Wichtig ist die naturheilkundliche Ausbildung, damit dieses Bild überhaupt vorkommt. In Österreich haben Sie es ja ohnehin leichter, weil viel mehr Ärzte naturheilkundlich ausgebildet sind als in Deutschland.

Das stimmt, aber wenn ich hier jemanden suche, dann finde ich oft nur Privatärzte. Also da Kassenärzte zu finden …

Also da brauchen Sie gar nicht glauben, dass es hier anders wäre. Das sind alles Sachen, die Sie privat zahlen müssen. Was zahlt denn die Kasse heute noch? Ein Kopfwehpulver oder ein Antidepressivum, einen Fettsenker, an dem man sterben kann, aber doch nichts, was Sinn macht.

Das stimmt leider. Welche Rolle spielt denn die Ernährung bei einem unausgeglichenen Hormonhaushalt? Macht es Sinn, dass man bei einer Östrogendominanz eine Ernährungsumstellung beginnt und wenn ja, wie?

Die Zerealien weglassen, also vor allem die Einfachzucker wie Weißmehl, insbesondere Weizen. Dass man mal wirklich all diese Nahrungsmittel, die „leer“ sind, die dem Körper keine Vitamine, Mineralien und Spurenelemente geben, aus der Ernährung streicht und dafür auf Obst, Gemüse und auch Fisch sowie Fleisch setzt, je nach dem, ob man sich vegan, vegetarisch oder rundum ernährt. Dass man die Ernährung dahingehend ändert, dass man ganz viel Frisches, also wirklich Lebensmittel zu sich nimmt – und nach Möglichkeit viel bio.

Das ist ja auch bei Histaminintoleranz wichtig: Frische.

Genau, ja.

Kann man die Progesteronbehandlung, wenn denn schon eine begonnen wurde, womöglich mit Nahrungsmitteln unterstützen?

Es ist zum Beispiel so, dass alle frischen Kräuter hormonell wirksam sind und so kann der Körper selbst regulieren, ob nun mehr Progesteron oder Östrogen gebraucht wird. Die sind schon mal sehr hilfreich. Dann gibt es natürlich auch jede Menge Tees, die das unterstützen können. Dann gibt es Pflanzen, die progesteronartig wirken. Heutzutage ist das ja gar kein Problem mehr, so etwas im Internet nachzusehen.

Im Internet ist es nicht immer einfach, zuverlässige Hinweise von Humbug zu unterscheiden. Daher dachte ich, Sie können vielleicht etwas Konkretes empfehlen.

Ja, das stimmt schon. Zink und Omega-3-Fettsäuren ist das, was am meisten fehlt. Das fehlt, sozusagen, fast allen. Und wenn die Pille dann genommen wurde, der Nova-Ring oder die sogenannte „Hormon“-Spirale, die Dreimonatsspritze oder das Stäbchen – wenn irgend so ein medikamentöser Eingriff ins Hormonsystem passiert ist, dann fehlen meist auch B-Vitamine, die wichtig sind zur Hormonbildung. Am besten nimmt man ein Rundumpräparat, wo alles drin ist von den Vitaminen über Mineralien bis hin zu den Spurenelementen.

Ein wichtiger Faktor ist auch das Vitamin D. Bei einem Mangel reicht es nicht, einfach in die Sonne zu gehen. Außerdem fehlt bei einem Vitamin-D-Mangel auch dem Immunsystem etwas. Intoleranzen können zum Teil schon dadurch verschwinden, wenn Vitamin D, Multivitamine und Mineralien durch a) die Ernährung und b) auch durch Substitution in ausreichender Menge vorhanden sind.

Das stimmt. Man muss nur prüfen, ob und was fehlt, denn einfach so „ins Blaue“ kann man natürlich nichts geben.

Genau, so ist es. Und der Darm ist ebenfalls verursachend oder mitverursachend, indem zum Beispiel durch Antibiotikagabe alle Darmbakterien im Ungleichgewicht sind. Dann wäre eine Darmsanierung angezeigt. Daher wendet man sich am besten an eine naturheilkundliche Ärztin oder einen naturheilkundlichen Arzt.

Eine Leserin fragt konkret: Was halten Sie von DIM (Diindolylmethan) und Calcium-D-Glucarat zur begleitenden Behandlung bei einer Östrogendominanz?

Naja, es gibt Moden und die sind natürlich auch im Internet. Ich halte davon jetzt erst einmal gar nichts.

Weil das, Ihrer Meinung nach, auch etwas Künstliches ist?

Ja, da halte ich es für sinnvoller, dass man die Bedingungen verändert und nach den Ursachen sucht. Man schaut dann also besser erst einmal: Wie sieht es mit der Ernährung aus? Wird die Pille oder irgendein anderes Medikament zur Verhütung genommen? Denn das sind ja Medikamente und keine Hormone, die unseren eigenen Hormonkreislauf bzw. -haushalt völlig durcheinanderbringen. Dann, dass man schaut, dass man den Darm saniert. Dass man sich jemanden sucht, der naturheilkundlich ausgebildet ist, wo man mal sich selber und sein Leben in Ordnung bringt. Das ist nur ein Mittel, das jetzt gerade publiziert worden ist und – es gibt keine Wundermittel.

Also, Sie sehen das mehr als einen Trend?

Ja, schon.

Eine andere Leserin möchte mehr zur Hormonmessung erfahren. Wann ist der beste Zeitpunkt? Wie geht man am besten vor?

Da scheiden sich die Geister. Eigentlich hat der Speicheltest den Vorteil, dass er unabhängig vom Labor ist und dass Sie ihn jederzeit machen können, am besten eben morgens nach dem Aufstehen. Ein Speicheltest gibt Aufschluss über alle wichtigen Hormone. Die Schulmedizin sagt sehr häufig noch: Ja, für Cortison schon, aber für die anderen Hormone nicht. Das verstehe ich nicht ganz, weil es unlogisch ist. Viele Schulmediziner meinen, dass man einen Bluttest machen sollte. Wenn man einen Bluttest macht, dann sollte man schauen, an welchen Zyklustagen man ihn macht, genauso wie beim Speicheltest auch.

Den Speicheltest macht man am besten in der zweiten Zyklushälfte, wenn das Progesteron naturgemäß hoch sein sollte, also zwischen dem 20. und 25. Zyklustag bzw. am 22. +/- zwei Tagen. Einen Bluttest sollte man ebenfalls genau in der zweiten Zyklushälfte machen und nicht irgendwann. Gleichzeitig kann man, wenn man Blut abnimmt, auch die Steuerhormone testen, also follikelstimulierendes (FSH) und luteinisierendes Hormon (LH), die Schilddrüse anschauen, nach Vitamin D3 schauen und so weiter.

Das heißt, idealerweise kombiniert man Speichel- und Bluttest, um sowohl die Steroidhormone als auch die Steuerhormone sowie den Vitamin-D-Status usw. zu bestimmen?

Das ist nicht immer notwendig, aber ideal ist es sicher.

Zu viel oder zu wenig von bestimmten Hormonen zu haben, ist das eine Problematik, die auch bei Kindern vorkommen kann und wenn ja, was kann man tun?

Man kann sie mit Globuli behandeln in der Potenz D4 oder D6. Aber die brauchen dann ebenfalls ein Multivitaminmineral. Der Körper braucht nicht nur einen Stoff. Er muss immer ins Lot kommen.

Also man müsste auch das wiederum ganzheitlich angehen. Aber man kann grundsätzlich schon etwas machen?

Ja.

Man kann jedoch jetzt nicht etwa künstliche „Hormone“ draufschmeißen …

Nein, um Gottes Willen, nicht sogenannte „Hormone“, die keine sind! Das sind Medikamente mit Hormonein- oder -auswirkung.

Auch als Ausblick auf Ihr neues Buch „Pille, Spirale & Co“* bietet sich die folgende Frage an.

Sie sprechen sich im Buch „Natürliche Hormontherapie“* gegen „hormonelle“ Verhütungsmethoden aus. Viele Betroffene von Histaminintoleranz erleben nach der Pilleneinnahme (oder durch ein anderes hormonell wirksames Verhütungsmittel) eine Verschlechterung, während manche eine Verbesserung feststellen. Würden Sie letzteren dennoch von der Einnahme abraten? Und gibt es sichere, gesundheitlich unbedenkliche Verhütungsmethoden?

Ja, das sind die modernen Zykluscomputer zur Verhütung. Die sind so zuverlässig wie die Pille, zum Beispiel Daysy*. Das ist der Zykluscomputer, den Natalie Rechberg, die Tochter von Hubertus Rechberg, dem „Erfinder“ des Zykluscomputers Lady-Comp* bzw. Pearly, weiterentwickelt hat. Sie lebt in der Schweiz und hat diesen Daysy * herausgebracht. Das ist für mich derzeit das Tollste, was es an Verhütungscomputern gibt und das Gerät ist von mehreren Unis getestet worden und ist genauso sicher wie die Pille.

Wenn jetzt junge Frauen die Pille nehmen, weil sie zum Beispiel ständig Schmerzen bei der Periode haben oder zu heftige Blutungen haben oder Migräne … – dann zeigt das doch nur, dass das ganze Hormonsystem nicht im Lot ist. Und dann einfach die Pille zu geben, ist wie, wenn Sie Auto fahren und ein Lämpchen aufblinkt, um Ihnen anzuzeigen, dass das Öl fehlt und was machen Sie? Sie nehmen das Lämpchen raus, statt Öl nachzufüllen!

Das heißt, auch da müsste man ursächlich an das Thema herangehen und ganzheitlich behandeln?

Ja.

Das heißt, auch hier sollten Betroffene die Pille am besten absetzen und schauen, dass alles erst einmal wieder ins Lot kommt – am besten auf ganzheitlicher bzw. naturheilkundlicher Basis?

Genau. Die momentane Schulmedizin ist eine „Reparaturmedizin“ – eine „Symptombehandlungsmedizin“ – und die Pharma-Industrie begrüßt das natürlich, aber für die Menschen ist das nicht gut.

Ja, eben, weil man so besser Medikamente verkaufen kann.

Ja, und wenn wir Nebenwirkungen haben, dann verkaufen wir noch eins gegen die Nebenwirkungen.

Genau, wie Herr Gøtzsche es beschreibt (mehr dazu hier).

Ja, dann kommt ein Problem mit der Schilddrüse, dann bekommen Sie ein Schilddrüsenmittel. Dann werden Sie depressiv, dann bekommen Sie ein Antidepressivum. Dann haben Sie Herz-Rythmus-Störungen, dann bekommen Sie einen Beta-Blocker. Wir könnten das endlos so weitermachen.

Ja, das stimmt. Wo wir gerade bei Ursachen- statt Symptombekämpfung sind … Eine andere Leserin fragt, ob Sie etwas dazu sagen können: Wenn man kälteempfindlich ist oder eine Sonnenallergie hat, kann man dem ursächlich begegnen?

Na, klar. Kälteempfindlichkeit hängt sehr häufig mit einem Progesteronmangel und einer Schilddrüsenunterfunktion zusammen. Und die Sonnenallergie ist ein Zeichen von Vitamin-D-Mangel.

Aha, das ist ja sehr spannend.

Ja, ist es. Wenn man den Dingen erst einmal auf den Grund gegangen ist, sieht man, wie simpel das alles ist. Aber das ist nicht im Interesse der Pharma-Industrie.

Ja, dann komme ich eigentlich schon zu meiner letzten Frage. Da können wir vielleicht etwas umfassender diskutieren und zwar: das Fibromyalgie-Syndrom. Das kann ja offenbar auch im Zusammenhang mit Hormonen und auch Histaminintoleranz stehen. Ich habe überlegt, ob es sich beim Fibromyalgie-Syndrom ähnlich wie mit dem Reizdarm-Syndrom verhält. Das „Syndrom“ im Namen ist ja immer ein Anzeichen dafür, dass es sich nicht um eine klar umrissene Krankheit, sondern eher um einen Symptomkatalog handelt.

Julien Venesson schreibt in seinem Buch „Wie der Weizen uns vergiftet“ auch, dass oft die korrekte Diagnose fehlt, zum Beispiel Zöliakie oder eben Histaminintoleranz … Reizdarm-Syndrom wäre demnach nur ein Symptomkatalog, aber keine vollständige Diagnose. Trifft dies auch auf das Fibromyalgie-Syndrom zu?

Ja, Fibromyalgie-Syndrom ist sehr häufig Hormonmangel, Vitamin-/Mineralstoffmangel, Vitamin-D-Mangel und jetzt ist die Frage: Ist die Histaminintoleranz zuerst da oder das Fibromyalgie-Syndrom? Was ist die Henne, was ist das Ei? Ja, was kam zuerst?

Ja.

Das ist schwer zu sagen. Es ist nur so, dass es auffällig ist, dass es mehr Frauen als Männer betrifft, dass es oft an den Hormonkreislauf gekoppelt ist, dass es oft nach jahrelanger Einnahme der Pille kommt oder nach langen Phasen von Stress.

Aber Sie würden auch sagen, dass Fibromyalgie-Syndrom noch keine richtige Diagnose ist? Da müsste man dem auch noch auf den Grund gehen, nicht wahr?

Im Prinzip ist es nur eine Beschreibung.

Das deutet ja der Wortteil „Syndrom“ an.

Syndrom heißt immer: Viele Beschwerden fassen wir zusammen bzw. gehören zusammen, aber genau genommen, wissen wir nicht warum.

OK, dann habe ich das richtig verstanden und wäre damit auch schon am Ende des Interviews angelangt …

Also ich finde, das Wort „autoimmun“ gehört zu dieser Begriffsproblematik auch dazu. „Autoimmun“ heißt „aus sich selbst heraus“. Eine Hashimoto oder … wieso sind Sie jetzt plötzlich histaminintolerant, naja, Ihr Körper spinnt halt. Das ist dann „autoimmun“.

Achso, eine Frage habe ich noch und zwar noch einmal ganz konkret zur Histaminintoleranz, obwohl das Wort „Histamin“ ja nur einmal in Ihrem Buch vorkommt. Jetzt hat es mich interessiert, ob Sie Histaminintoleranz schon öfter gewissermaßen „ganz nebenbei“ behandelt haben, weil Sie eben eine Östrogendominanz behandelt haben. Also plötzlich ist auch das Problem verschwunden und die Betroffenen konnten wieder mehr Lebensmittel essen, als zuvor.

Aber ja. Es bleibt aber natürlich trotzdem so, dass die Menschen eine unterschiedliche Konstitution haben. Wenn man jetzt meinetwegen Lachs mit Spinat und vielleicht vorher ein bisschen Pizza mit Salami isst und dann vielleicht noch ein Schokoladeneis hinterher, dann braucht man sich nicht zu wundern. Am besten noch ein Glas Rotwein dazu … Jeder hat da seine individuelle Toleranzschwelle und so kann es also dennoch Probleme geben. Aber allein, wenn die Menschen wieder ins Lot kommen, ihr Immunsystem funktioniert und der Vitamin- und Mineralstoffhaushalt sowie der Hormonhaushalt stimmen – also ihr System wieder im Lot ist, verschwindet vieles, ob nun Fibromyalgie, Multiple Chemical Sensitivity oder wie auch immer man es nennen mag – es ist dann kein Thema mehr oder nur noch gelegentlich in abgeschwächter Form.


Ich hoffe, Du konntest wertvolle Informationen aus dem Gespräch für Dich mitnehmen. Für mich waren insbesondere die Antworten von Frau Dr. Scheuernstuhl zum Thema Fibromyalgie-Syndrom und Sonnenallergie interessant. Welche Antworten waren für Dich besonders erhellend?

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(c) Histamin-Pirat

Superfood bei Histaminintoleranz …

Superfoods sind gerade in aller Munde. Dabei ist die Idee von “Lebens-Mitteln”, die gegen vorzeitige Alterung und beim Abnehmen helfen, die Konzentrationsfähigkeit oder generell das allgemeine Wohlbefinden steigern, gar nicht so neu, wie ich kürzlich gelesen habe.

Ursprung des Begriffs “Superfood”

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts fand der Begriff “Superfood” Eingang in das Nachschlagewerk “Oxford Dictionary”. Gemeint waren bereits damals bestimmte Lebensmittel, die positive Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden haben oder präventiv gegen Krankheiten eingesetzt werden können. Superfoods sollen demnach aufgrund ihrer Nährstoffdichte mehr können als nur reguläre Lebensmittel.

Zur Messung, wie effektiv ein Lebensmittel ist, wird der sogenannte ORAC-Wert herangezogen. Das Kürzel steht dabei für Oxygen Radical Absorbance Capacity, was wörtlich heißen würde: Sauerstoff-Radikale-Aufnahmekapazität, sprich: Wie hoch ist die Konzentration von Antioxidantien?

Und hier werden Superfoods bereits für Betroffene von Histaminintoleranz interessant. Schließlich gelten eine Reihe von Antioxidantien als effektive Histamin-Helfer. Sie sind Mastzellstabilisator oder helfen beim Histaminabbau. Man denke nur an den wichtigen Mastzellstabilisator Quercetin oder an das histaminabbaufördernde Vitamin C – beide sind Antioxidantien.

Welche Superfoods kennen wir bereits, die bei Histaminintoleranz helfen?

Auf dem Blog habe ich in der Vergangenheit bereits eine Reihe von Superfoods vorgestellt, die auf die eine oder andere Weise recht hilfreich bei Histaminintoleranz sind. Manche davon kommen auch in Rose Marie Donhausers Buch* vor, das ich für diesen Artikel zur Orientierung heranziehe.

Allen voran, die allseits geliebten Chiasamen. Sie enthalten die DAO-Co-Faktoren Zink und Kupfer. Außerdem sind sie super Eiweißlieferanten und daher insbesondere für Vegetarier und Veganer interessant. Auch das Thema Matcha – zugegeben, bei Histaminintoleranz nicht ganz unumstritten – habe ich hier bereits einmal angerissen. Daneben waren auch die Kokosnuss, Kakao, Kurkuma und Hanfsamenöl schon mal auf dem Blog vertreten.

Ein paar dieser Vertreter der Superfoods möchte ich noch mal genauer unter die Lupe nehmen. Außerdem sollen noch weitere interessante Superfoods für HIT-Betroffene besprochen werden.

Fangen wir also gleich mal an.

Die Liste interessanter Superfoods

Maca – das habe ich schon so oft gelesen, aber zum Thema Histaminintoleranz noch nichts Eindeutiges gefunden. Was für die Knollenwurzel aus Südamerika spricht, ist, dass sie offenbar hormonausgleichend wirkt. Heute wird die Pflanze als natürliches Potenzmittel vermarktet. Problematisch ist jedoch, dass man hierzulande in der Regel die frische Knolle nicht zu kaufen bekommt und somit auf Pulver* oder schlimmer noch, Kapseln, zurückgreifen muss.

Schaut man sich Maca (Lepidium meyenii) einmal botanisch an, fällt sofort auf: Maca stammt aus der Familie der Kressegewächse (Lepidium). Optisch und auch ein bisschen geschmacklich erinnert die Wurzel an Radieschen. Tatsächlich sind die Inhaltsstoffe gar nicht mal so unähnlich. Wer bereits länger hier mitliest, hat vielleicht auch meine Buchrezension zu “Histamin-Intoleranz – Ein Leben ohne Netz und doppelten Boden” gelesen. Die Autorin (mit Mastozytose) schwört in ihrem Buch einerseits auf Acerola* und andererseits auf Radieschen. Alternativ empfiehlt sich übrigens auch Kresse. Die beiden Letztgenannten haben wohl nicht die gleiche Nährstoffdichte wie Maca, aber zumindest doch ähnliche Inhaltsstoffe. Durch regelmäßigen Verzehr von Kresse und Radieschen könnte man also ähnlich positive Effekte auf den Hormonhaushalt erreichen, würde ich annehmen. Acerola hingegen ist eine super Vitamin-C-Quelle, die zu meiner Überraschung im Buch von Rose Marie Donhauser nicht einmal Erwähnung findet. Schade eigentlich.

Apropos Vitamin-C, ein paar andere tolle Ascorbinsäure-Lieferanten sind durchaus im Buch zu finden, die obendrein noch “histamin-tauglich” sind.

Am wenigsten exotisch sind hierbei die guten alten Blaubeeren, die auch bei mir im Garten wachsen.

Etwas exotischer wiederum ist Moringa.

Moringa enthält eine ganze Menge Vitamin C und kann so den Histaminabbau verbessern. Außerdem wirkt es wohl als Mastzellstabilisator und verhindert so, dass körpereigenes Histamin ausgeschüttet wird. Im Handel gibt es Moringa vor allem als Tee* und Pulver* zu kaufen.

Außerdem im Buch: Hanf.

Wir nutzen vor allem Hanfsamenöl und Hanfsamen für Salat und Brot. Der nussige Geschmack ist mal was anderes, vor allem wenn bei HIT die meisten Nüssen vom Speiseplan gestrichen werden. Außerdem zeichnet sich Hanfsamenöl durch ein sehr gutes Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren aus, was sehr gesund ist. Für HIT-Betroffene kommt hinzu, dass Hanfsamen reich an Antioxidantien sind (deshalb haben sie es auch in die Liste geschafft), entzündungshemmend wirken und Magnesium enthalten. Magnesium wird bei HIT ganz gerne unterschätzt, hilft aber bei vielen Beschwerden von Muskelzittern über Krämpfe bis hin zu Kopfschmerzen.

Außerdem interessant: Das im Hanf enthaltene Cannabidiol (CBD), was im Gegensatz zu Tetrahydrocannabidiol (THC) nicht “high” macht, wirkt als Mastzellstabilisator.

Ein weiteres Superfood, das hier und da mal Erwähnung auf dem Blog fand und auch im vorliegenden Buch vorkommt, ist Aloe Vera.

Wir haben Aloe Vera bisher vor allem äußerlich angewendet. Es gibt sozusagen keine bessere Apré-Sun-Lotion. Das in den Blättern enthaltene Gel kühlt die Haut, kann bei leichten Verbrennungen und auch bei Sonnenbrand aufgetragen werden. Wir haben hier zu Hause einen richtigen Aloe-Vera-Dschungel seit Shaolin, unser kätzischer Krebspatient, im letzten Winter von uns gegangen ist. Das Gel war die grüne Apotheke unserer Katze. Neben einem Sirup aus der Rinde der Rotulme hat sie ab und an Aloe-Vera-Gel zum Essen bekommen. Aufgrund eines inoperablen Nierentumors hatte sie zuweilen Magen-Darm-Beschwerden. Das Gel wirkte beruhigend, kühlend sowie entzündungshemmend und half, wenn Shaolin nicht richtig essen wollte oder sich öfter übergab. Diese zwei Geheimwaffen (der Sirup und das Gel) haben dafür gesorgt, dass Shaolin entgegen tierärztlicher Prognose noch gut 3 Jahre mit dem Tumor lebte und das weitgehend beschwerdefrei – in Aussicht gestellt waren, als sie zu uns in Pflege kam, ein bis 3 Wochen. Achso, ja und Hanfsamenöl und Lachsöl hat sie auch bekommen! Da flutscht alles gleich besser 😉

Was Histaminintoleranz angeht, haben wir die innerliche Anwendung von Aloe Vera beim Menschen aber noch nicht erprobt. Vorsicht ist auf jeden Fall bei gleichzeitiger Salicylatintoleranz geboten. Außerdem muss unbedingt die Haut entfernt werden. Nur das durchsichtige Gel wird verwendet. Der gelbe Saft, der bei Verletzung der Blätter austritt, ist reizend und in größeren Mengen giftig. Ich habe für Shaolin auch stets die Blätter fein säuberlich “filettiert”.

Neben den genannten Superfoods werden im Buch von Rose Marie Donhauser noch eine Reihe anderer essbarer Kraftpakete vorgestellt. Ich finde die obige Auswahl für Histaminintoleranz jedoch besonders interessant.

Etwas übel aufgestoßen ist mir beim Lesen nicht nur, dass Acerola in der Auflistung fehlt und überhaupt, vermehrt exotische Superfoods vorgestellt werden (Oder war das nur mein persönliches Empfinden?), sondern vor allem S. 13:

Hier wird die “psychische Störung” Orthorexie vorgestellt, die im Endeffekt zu den Essstörungen gerechnet werden kann. Das Konzept hinter der Krankheit ist wie folgt: Menschen entwickeln ein zwanghaftes Verlangen danach, sich gesund zu ernähren, wodurch beim Verzehr von ungesundem Essen Schuldgefühle etc. auftreten. Das Verhältnis zum Essen wäre demnach gestört. Der Name der “Krankheit” ist auch begrifflich an die Anorexie angelehnt.

Problematisch an der Orthorexie ist vor allem die Fehldiagnose. Womöglich ist die Krankheit aber auch an sich totaler Humbug und die Diagnose damit eigentlich immer eine Fehldiagnose, die vor allem für Betroffene von Intoleranzen zum Problem werden kann. HIT-Patienten haben ohnehin meist einen langen Leidensweg hinter sich, auf dem sie selten richtig ernst genommen werden. Es dauert meist Jahre, einen kompetenten Arzt zu finden, der schließlich die richtige Diagnose stellt und einen nicht in die Hypochonder- oder Psycho-Ecke steckt. Ich habe es so oft in E-Mails gelesen und auch bei uns war es nicht anders …

Allzu häufig ist daher sowas wie die Orthorexie höchstwahrscheinlich kein psychisches, sondern ein physisches Problem. Betroffene schränken ihren Speiseplan ein, weil sie merken, dass sie bestimmte Lebensmittel einfach nicht vertragen – nur warum, wieso und weshalb gerade jetzt auf einmal, das wissen sie nicht und auch Ärzte können es ihnen oft nicht beantworten. Kurzum kommt also der Stempel “Orthorexie”, “psychosomatisch”, “Magersucht” oder sogar “Hypochonder” auf den Patienten. Eine schöne Stellungsnahme zum Thema Orthorexie habe ich im Netz auf der Praxisseite vom Gynäkologen Dr. Sven Harrendorf gefunden. Unbedingt mal reinlesen! Ich kenne den Mann nicht persönlich, bin aber trotzdem froh, dass es solche Ansichten auch von Medizinern im Internet zu finden gibt.

Und was ist nun mit dem Buch?

Es war interessant zu lesen, greift mir jedoch an vielen Stellen zu kurz. Zahlreiche Infos, die Du hier im Beitrag liest, entstammen meiner zusätzlichen Recherche, darunter etwa die ganzen Hinweise zum Thema Mastzellstabilisation. Wer ein wenig die Suchmaschinen im Netz bemüht, findet im Grunde auch alles heraus, was in diesem Buch steht. Ob man daher das Geld ausgeben möchte?

Umgekehrt ist es immer mal ganz praktisch, ein handliches Kompendium zum Anfassen zu haben – nicht nur eine wilde Link-Sammlung im Browser. Die allgemeinen Hintergrundinformationen waren für mich zum Beispiel sehr erhellend. Ich wusste nicht, dass der Begriff “Superfood” bis ins 19. Jahrhundert zurückzuverfolgen ist! Außerdem finde ich es schön, dass bereits Rezeptvorschläge geliefert werden.

Für alle, die also ganz neu mit dem Thema “Superfoods” einsteigen, ist dieses Büchlein eine hervorragende Einführung. Wer sich jedoch schon auskennt, wird womöglich enttäuscht.

Zusammenfassung:




Ich bedanke mich beim Südwest-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Alles neu macht der Mai …

Schitwetter im Mai bietet die Gelegenheit, ein paar unbequeme Tätigkeiten zu erledigen. Wovon ist die Rede? Frühjahrsputz natürlich!

Pfui, die Fenster haben es wirklich nötig!

Frühjahrsputz – alle Jahre wieder

An Bord des Histamin-Piraten teilen wir uns die Tätigkeiten ganz gut auf. Das Deck muss ich quasi nie schrubben – das erledigt der Histaminer mit dem Staubsauger*. Ich hasse staubsaugen nämlich so richtig. Dafür übernehme ich großteils die täglichen Reinigungsaufgaben wie abwaschen und Klatzenklo sauber machen.

Mindestens einmal im Jahr steht jedoch die große Reinemache-Aktion ins Haus. Da werden die Vorhänge gewaschen, die Fenster geputzt und die angestaubten Pflanzen geduscht und da der Histaminer sehr empfindlich auf Gerüche von Reinigungsmitteln reagiert, sind wir mittlerweile auf großteils ökologische und hypoallergene Produkte umgestiegen.

1. Fenster putzen

vorher – nachher

Links sieht man hervorragend, dass es a) an der Zeit für einen Frühjahrsputz war und dass b) wirklich Schitwetter in Wien war. Rechts wird deutlich: Wir haben endlich wieder den Durchblick.

ökologisches Fensterputzmittel

Nachdem wir einige Glasreiniger durchprobiert haben, wechseln wir nun zwischen dem Glasreiniger von Ecover* und Provicell* ab. Beide kann ich nur empfehlen. Wie für alle Putztätigkeiten, gilt auch beim Fensterputzen Handschuhpflicht. Denn egal, wie schonend ein gekauftes Reinigungsmittel laut Verpackung klingt, wirklich gut für die Haut ist es nie. Aber Achtung: Wer eine Latexallergie (oder den Verdacht auf eine) hat, sollte ausschließlich latexfreie Handschuhe zum Putzen verwenden.

2. Gardinen und Vorhänge waschen

Gardinen und Vorhänge wandern bei uns getrennt voneinander in die Waschmaschine. Schließlich haben wir wirklich weiße Gardinen (zumindest, wenn sie wieder aus der Maschine kommen 😉 ) und eher dunkle Vorhänge. Ich nutze hierfür das Programm “Active Sport” meiner geliebten WaMa. Das wäscht bei 40 °C und ist eigentlich für verschwitzte Sport-Funktionswäsche gedacht, kriegt aber auch alle Arten von Vorhängen sauber – sogar den Duschvorhang, wie ich hier gezeigt habe.

alles, was man für den Frühjahrsputz braucht und noch mehr

Obwohl ich bei Kleidung am liebsten mit Flüssigwaschmittel wasche, weil sich das zuverlässig auflöst, greife ich bei stark verschmutzter Wäsche – oder eben Vorhängen – auch schon mal zum Waschpulver*, weil es vor allem die Gardinen einfach besser sauber kriegt. Und da mein “Active Sport” Programm zweimal spült, bleiben auch keine Rückstände im Stoff.

ökologisches Waschpulver (links im Bild)

3. Pflanzen duschen

Obwohl beim Frühjahrsputz das Augenmerk auf verschmutzte Einrichtungsgegenstände gerichtet wird, sollten die grünen, lebendigen Mitbewohner nicht vergessen werden. Mindestens einmal im Jahr dusche ich daher auch alle Pflanzen in der Wohnung einmal gründlich mit klarem, lauwarmem Wasser ab. So löst sich Staub von den Blättern und das Grünzeug, so wie unser gar nicht mehr so kleiner Bonsai hier, kann wieder aufatmen und seinen Zweck in der Wohnung erfüllen: Neben schön aussehen, auch die Raumluft aufbessern.

Bonsai

Welches Programm gehört bei Euch zum Frühjahrsputz? Verratet es mir im Kommentarfeld!

(c) Histamin-Pirat

Ich bedanke mich bei Provicell für die gratis zur Verfügung gestellten Produkte. Die gemachten Angaben sind weder vom Hersteller noch von anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

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