Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

Schlagwort: Pizza

Flammkuchen oder Pizza Bianca selber machen

Pizza ist so eine Sache bei Histaminintoleranz. Schließlich kommen hier ein paar potentielle “Übeltäter” zusammen, die anderen zwar munden, Betroffenen von Histaminintoleranz jedoch ordentlich Bauch- und auch Kopfschmerzen bereiten können. Dazu gehören neben Tomaten als Liberator auch Weizenmehl mit entzündlichem Potential sowie Hefe, die in einem Teig, der lange geht, aufgrund des Fermentationsprozesses für extra Histamin sorgt. Also was tun – auf Pizza ganz verzichten?

Pizza trotz HIT – Zutaten clever ersetzen

Das wäre ja nun wirklich schade. Schließlich schmeckt die Spezialität der italienischen Küche richtig gut. Außerdem: Wenn wir plötzlich auf alles verzichten, ja, was bleibt dann noch auf dem Speiseplan? Clever ersetzen ist also angesagt!

Statt Tomatenmark ergibt auch Paprikapüree (mit Karotten) eine leckere, rote Basis. Statt Weizenmehl kannst Du Dinkelmehl* verwenden, sofern Du nicht generell ein Problem mit Gluten hast. Und backen geht auch ohne Hefe. Mit genau diesen Alternativen gibt es bereits ein Rezept auf dem Blog – und zwar hier.

Statt rotem Untergrund möchte ich heute jedoch mal auf eine helle Basis zurückgreifen. Aus rossa wird bianca.

Wir haben für den Untergrund Crème fraîche (ohne Gelatine) verwendet. Du kannst jedoch z. B. auch cremigen Ricotta oder Ziegenfrischkäse nutzen. Da wir unbedingt einmal Flammkuchen selber machen wollten, haben wir auch beinahe den klassischen Belag – Zwiebelringe und Schinkenwürfel – auf die “weiße Pizza” gebracht.

Beinahe? Da wir grundsätzlich kein Schwein essen, habe ich alternativ zur Putensalami gegriffen. Das ist jedoch eine Option, die vielleicht nicht für jeden funktioniert. Schließlich gilt Salami, egal ob Pute oder nicht, generell als ziemliche “Histaminbombe”, weil die Wurst reifen muss. Mit der von mir verwendeten Sorte haben wir jedoch überraschend gute Erfahrungen gemacht. Ob das für Dich genauso funktioniert, solltest Du allerdings vorher individuell austesten.

Nicht ganz so problematisch sind Zwiebeln, wovon wir grundsätzlich die roten lieber mögen als die braunen oder weißen. Die schmecken einfach besser 😉 Wer jedoch empfindlich auf Salicylate reagiert, könnte Probleme mit den Zwiebelringen bekommen. Grundsätzlich ist das entzündungshemmend wirkende Lauchgewächs bei HIT keine schlechte Wahl. Doch die Zwiebel gilt als Liberator und wer es übertreibt, hat schon mal mit Blähungen oder anderen Beschwerden zu kämpfen. Hier musst Du Deine persönliche Toleranzschwelle finden.

Vielleicht hast Du gerade erst erfahren, dass Du HIT hast, und möchtest vorsichtig austesten, was geht. Dann solltest Du nicht unbedingt den original Flammkuchen mit Zwiebelringen und Schinken-/Salamiwürfeln “nachbauen”, sondern lieber zu einem anderen Belag greifen. Im Grunde kannst Du eine Pizza Bianca mit allem belegen, was Du sonst am liebsten auf Deiner histaminarmen Pizza hast. Probier es einfach aus!

Flammkuchen oder Pizza Bianca

Zubereitungszeit:

ca. 30 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 1 Blech:

  • 350 g Dinkelmehl (glatt)*
  • 200 ml lauwarmes Wasser
  • 2 EL Öl, z. B. Olivenöl
  • 1 Becher Crème fraîche (ohne Gelatine), alternativ: Ziegenfrischkäse, cremiger Ricotta etc.
  • 1 gr. Zwiebel
  • 1 Stück Putensalami oder andere verträgliche Wurst, in Würfel geschnitten
  • Salz & Pfeffer nach Geschmack
  • frische Kräuteroder anderes “Grünzeug” nach Geschmack, z. B. Oregano oder Vogerlsalat

Zubereitung:

  1. Mehl, Wasser, Olivenöl und Salz in einer Schüssel mit den Händen vermengen und zu einem Teig kneten.
  2. Backpapier auf der Arbeitsfläche ausbreiten und den Teig darauf setzen. Mit Mehl bestäuben und mit einem Nudelholz* dünn ausrollen. Den ausgerollten Teig samt Backpapier aufs Blech setzen.
  3. Zwiebel schälen und in dünne Ringe schneiden. Ein Stück Putensalami abschneiden, pellen und in Würfel schneiden.
  4. Teig großzügig mit Crème fraîche bestreichen. Putensalamiwürfel und Zwiebelringe darauf verteilen.
  5. Ofen auf 250° C vorheizen. Wir haben dafür praktischerweise ein spezielles Pizzaprogramm, Du vielleicht auch.
  6. Für ca. 10 Minuten backen. Der Flammkuchen ist fertig, wenn er an den Rändern goldbraun ist.
  7. Optional: Mit frischen Kräutern oder Salat garnieren. Eventuell mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Thymol und Luteolin in diesem leckerem Kraut gegen Histamin…

Ich bin immer auf der Suche nach schmackhaften Anti-Histamin-Waffen, die man essen kann. Ihr auch? Dann hab ich was für Euch:

Kleines Bilderrätsel: Worum handelt es sich bei diesem Kraut auf meiner Fensterbank?

Richtig, Oregano. Ich war ganz überglücklich, als ich diese Bio-Pflanze neulich im Supermarkt entdeckt habe. Denn während man Petersilie und Thymian, die im Übrigen ähnlich wirken, hier recht gut bekommt, ist Oregano doch meist nur getrocknet erhältlich. Damit wir aber die tollen Inhaltsstoffe Thymol (antimykotisch, antibakteriell) und Luteolin (mastzellenstabilisierend) in großen Mengen aufnehmen, sollten die Kräuter frisch sein.

Legt Euch also einen kleinen, feinen Fensterbankgarten als Anti-Histamin-Waffe an! Oregano ist richtig lecker in Saucen, Aufstrichen, Salat und kommt bei mir immer in die Pizza-Grundlage. In den Pizzateig könnt Ihr neben Schwarzkümmel- oder Olivenöl auch noch Schwarzkümmel* selbst hineinwerfen, denn der wirkt antihistamin.

Tipp: Für alle, die Pizza lieben, aber sich mit Nachtschattengewächsen, inklusive Paprika, schwer tun, empfehle ich Butternusskürbis! Einfach etwas Kürbisfleisch mit einer Karotte weich kochen, pürieren, mit frischen Kräutern würzen und auf den Pizzaboden geben. Sehr lecker und ganz ohne Tomaten oder Paprika.

 

(c) Histamin-Pirat

Bella Italia…

Heute geht es auf kulinarische Reise nach Italien.

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Histamintechnisch ist Italien ja stets eine Herausforderung. Da denke ich an Tomaten, Weizenteig in Pizza und Pasta (+Hefe), Rotwein, Parmesan usw.

Einiges lässt sich aber mit kleinen Anpassungen durchaus “histamintauglich” machen. Diesmal: Pizza.

Pizza selber machen

 

Zubereitungszeit:

ca. 25 Minuten

Backzeit:

ca. 20 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

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Zutaten:

Für den Boden:

  • 500 g Dinkelmehl*
  • 1/3 TL Salz
  • 1/2 TL Backpulver*
  • 1 TL Kümmel
  • Prise Rosmarin
  • 4 EL Schwarzkümmelöl
  • 8 EL Öl
  • 1 Tasse Wasser (am besten Mineralwasser mit Sprudel)
  • 2 EL Hanfsamen

Für den Belag:

  • 1/2 Tasse Wasser
  • 2 rote Paprika
  • 1 Karotte
  • 1 Zehe Knoblauch
  • ca. 50 g Feta
  • 1 gr. Mozzarella
  • Gemüse und Kräuter zum Belegen nach Geschmack und Verträglichkeit,
    z. B. Fenchel, frischer Mais, Frühlingszwiebeln, Rucola, Petersilie, Oregano, Rosmarin oder Lachsfilet, wenn es nicht vegetarisch sein soll/muss

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Zubereitung:

Für den Boden alle Boden-Zutaten mischen und gut durchkneten bis man einen festen Teig erhält. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech ausrollen oder ausbreiten.

Für die Grundierung Paprika, Karotten und Knoblauch schälen und kleinschneiden. Mit 1/2 Tasse Wasser kochen bis die Karottenstücke weich sind. Pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Boden mit der Sauce bestreichen. Anschließend nach Wunsch belegen (Petersilie und Rucola erst NACH dem Backen frisch auf die Pizza geben).

Meine Pizza war belegt mit: 1/4 Fenchelknolle, 1 Frühlingszwiebel, Mozzarella, Feta, Mais, Oregano, Rosmarin – Rucola und Petersilie

Die Histaminer-Pizza war belegt mit: Mozzarella, Feta, 1/2 Lachsfilet, Rosmarin – Rucola und Petersilie

Den Backofen auf 250 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Für ca. 15-20 Minuten backen.

Petersilie und Rucola waschen und damit die Pizza garnieren.

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Tipp: 

Die Pizza kann natürlich aufgeteilt und unterschiedlich belegt werden, wenn man sie selber macht. So bekommt jeder, was er mag.

Wenn von der Sauce etwas übrig bleibt, kann man den Rest als Paprikamark z. B. in Eiswürfelformen einfrieren. Danke noch mal an Rika für diesen Tipp.

Wer statt normalem Leitungswasser prickelndes Mineralwasser verwendet, kommt beim Teig auch ohne Backpulver aus.

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Guten Appetit!

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