Histamin-Pirat

Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

Kategorie: glutenfrei (Seite 2 von 11)

Die Essenz des Rohköstlichen (Buchrezension)…

Rohköstliches – perfekt an heißen Tagen

Uff, die letzten Wochen war es heiß. Insbesondere in einer Dachgeschosswohnung können sich die Räume ganz schön aufheizen – zum Leidwesen aller Bewohner. Selbst die Stubentiger lagen wie die Löwen in der Savannenhitze nur lustlos rum und hofften auf Abkühlung. Um so verrückter ging es dann nachts zu…

Für uns Menschen bedeutet das warme Wetter vor allem: viel trinken und keine Lust auf Kochen. Daher ist der Sommer stets die Zeit, wo ich besonders gerne einen Blick in meine Rohkost-Kochbücher werfe. Um zusätzliche Hitze zu vermeiden, weiß ich, dass bei diesen Rezepten der Herd aus bleibt. Überzeugter Rohköstler bin ich aber nicht. Da sich durch das Rohkostessen doch ein paar Probleme ergeben, vor allem wenn man histaminarm essen möchte und auf eine ausgewogene Ernährung angewiesen ist. Wer sich durchgehend mit Rohkost ernähren will, kommt ums Fermentieren nicht herum. Und das ist bekanntermaßen so eine Sache mit Histamin. Schließlich trägt jeder Reife-, Gar- und Fermentierungsprozess zum Histamingehalt bei. Mein größtes Problem mit dem Rohkostessen ist der Verzicht auf Fisch. Denn der kommt, wie Ihr wisst, nach wie vor bei uns auf den Teller. Warum? Fisch enthält nicht nur wertvolle Omega-3-Fettsäuren (die sind auch in manchen pflanzlichen Ölen zu finden), sondern auch fettlösliche Vitamine. Jedenfalls haben wir gute Erfahrungen mit frischem Fisch gemacht, wenn die Sorten passen. Obwohl ich immer wieder Gegenteiliges lese. Aber gerade Wildräucherlachs und wildes Lachsfilet gibt es hier relativ häufig. Im Sommer vor allem Wildräucherlachs, weil ich da nichts machen muss 😉 Doch zurück zur Rohkost.


*
Bei aller Skepsis gleich vorweg: Rohkost ist mehr als nur Salat. Mittlerweile hat sich viel getan in Sachen Rohkost. Die Küche ist so kreativ und abwechslungsreich geworden, dass es sogar eigene Rohkostrestaurants gibt, so wie das kanadische Restaurant crudessence. Die Eigentümer haben jetzt auch ein rohköstliches Kochbuch mit dem Titel “Rohessenz”* herausgebracht.

 

Im Buch werden die Grundlagen der rohköstlichen Küche vorgestellt. Die ist nämlich bio, regional, vegan oder vegetarisch und im besten Fall gluten- und allergenfrei, sowie bunt und ausgewogen. Neben Obst und Gemüse kommen daher Samen, Nüsse, Dörrfrüchte, wertvolle Öle und Muse, sowie Chia & anderes Pseudogetreide auf den Speiseplan. Gesüßt wird in der Küche von crudessence mit Agavendicksaft (Achtung: Fruktosebombe) und Ahornsirup. Natürliche Lebensmittelzusätze inkludieren Matcha, Spirulina, Chlorella, Agar-Agar (Bindemittel), Gojibeeren, Keimlinge und mehr.

Wer seine Küche nach crudessence-Art aufstocken möchte, muss – und das ist das Erste, was mir aufgefallen ist – ganz schön tief in die Geldbörse greifen. Denn die ganzen Spezialzutaten und Superfoods sind relativ teuer. Hinzu kommt, dass das Versprechen “regional” dadurch nicht wirklich gehalten werden kann. Denn Chia, Spirulina, Chlorella, Quinoa & Co sind alle nicht wirklich kerneuropäische oder – im Falle der Buchautoren: kanadische Spezialitäten, sondern müssen in der Regel eingeflogen werden.

Für Rohkosteinsteiger, die einfach mal probieren wollen, wie rohköstlich das Ganze schmeckt, ist “Rohessenz” daher nicht zu empfehlen. Vor allem weil die Küchenausstattung über die Basics Stabmixer, Kartoffelschäler und Chefmesser definitiv hinausgeht. Gebraucht werden für die meisten Rezepte außerdem

  • Küchenmaschine
  • Dörrautomat
  • Entsafter
  • Spiralschneider

Dann kann’s aber wirklich losgehen. Das Kochbuch der zwei Jungs ist logisch aufgebaut und teilt sich in mehrere Kategorien auf

  • Getränke
  • Suppen
  • Salate
  • Aufstriche
  • Fermentiertes
  • Gedörrtes
  • Appetithappen
  • Hauptgerichte
  • Desserts

Tatsächlich überzeugen mich in dem Kochbuch vor allem die Salate. Die sind nämlich kreativ. Mal mit Falafel oder “Vleischbällchen”, mal mit Obst oder bunten Nüssen.

Doch ein histaminarmes Rezept konnte ich leider nicht entdecken. Irgendein Übeltäter war immer mit drinnen, vor allem weil die Jungs von crudessence gerne exotisch würzen (Curcuma, Curry, Kreuzkümmel, Ingwer & Co). Damit ich Euch dennoch etwas sehr Gesundes und gleichzeitig Schmackhaftes anbieten kann, habe ich mich durch die Beilagen geackert. Aufstriche, Aufstriche, Aufstriche! Die sind gut. Aber ausgesucht habe ich etwas ganz Simples:

Vanille-Hanf-Milch

Zubereitungszeit:

ca. 5 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für ca. 1 Liter:

  • 1 Tasse geschälte Hanfsamen (120 g)
  • 4 Tassen Wasser (1 l)
  • 1 TL alkoholfreies Vanillearoma (5 ml) ODER der Inhalt einer Vanilleschote
  • 2 EL Ahornsirup (30 ml)
  • 1/8 TL Salz

Zubereitung:

Sämtliche Zutaten in den Standmixer (oder ein höhes Gefäß) geben und zu einer cremigen Milch verarbeiten (mit dem Stabmixer). Die Hanfsamen lösen sich dabei fast vollständig auf, daher braucht die Milch nicht gefiltert zu werden.

In einem luftdicht verschlossenen Behälter im Kühlschrank ca. 3 Tage haltbar.

PS: Ich werde mir demnächst ein paar Salate für Euch einfallen lassen und auf den Blog laden. Bis dahin: Trinken, trinken, trinken – zum Beispiel die leckere Vanille-Hanf-Milch, die auch gut zu Müsli & Co passt.

Zusammenfassung

  • 124 Seiten, Hardcover
  • 180 Rohkostrezepte für jeden Geschmack
  • vegan, vegetarisch, glutenfrei, sojafrei, histaminarm fast nur nach Rezeptanpassungen, nicht geeignet bei Fruktoseintoleranz
  • leider viele exotische/teure Zutaten
  • 19,95 Euro, erschienen im Neun-Zehn-Verlag

Ich bedanke mich beim Neun-Zehn-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Eine runde Sache – Eierkuchen (Buchrezension) …

Eine Liebeserklärung an den Eierkuchen / Pfannkuchen / Palatschinken

Das runde Leder hält gerade ganz Europa in Atem. Während beim Fußball das Runde ins Eckige muss, gilt für den Eierkuchen: Das Runde muss ins Runde – nämlich in die Pfanne. Ganz gleich, wie man bei Euch dazu sagt, aber der Eierkuchen (so nenne ich ihn) gehört einfach zu den absoluten Küchenbasics.

Kaum eine andere Speise ist so vielseitig. Schließlich gibt es ihn süß, deftig, gerollt, belegt oder in Fetzen als Kaiserschmarrn. Und das Beste: Man braucht nur drei Zutaten – Mehl, Milch und Eier, so zumindest das Basisrezept. Die vegane Alternative lautet: Mehl, Pflanzendrink und Chia-Gel. Von da weg kann man das Grundrezept frei Schnauze erweitern, z. B. mit Gewürzen oder Kokosraspeln oder oder oder … Eierkuchen sind zudem eine praktische Sache bei Histaminintoleranz.

Die kurze Zutatenliste ist nicht nur überschaulich, sondern nahezu histamfrei. Bei uns hat sich die Kombination Dinkelmehl, Milch, Chia-Gel eingebürgert. Wer noch mehr tolle Ideen für seine Eierkuchen / Pfannkuchen / Palatschinken braucht, schaut einfach mal in “Das Buch vom guten Pfannkuchen”*:

Das kleine süße Buch vom Pala-Verlag ist nicht nur informativ, sondern sogar richtig unterhaltsam. Der Autor unternimmt einen kleinen Ausflug in die internationale Eierkuchenküche und erklärt, wie der Eierkuchen wo genannt wird. Übrigens, das muss ich anmerken: Man sagt nicht nur in Berlin Eierkuchen, sondern auch in Magdeburg, da wo ich herkomme. Aber das nur am Rande. Passend zu den Erklärungen gibt es natürlich auch schmackhafte Rezepte: Crêpes aus Frankreich, Blini aus Russland, Tacos aus Mexiko, Chapatis aus Indien und mehr.

Leider enthalten viele Rezepte Weizenmehl, das aber problemlos durch Dinkelmehl ersetzt werden kann. Ganz Empfindliche nutzen eins der glutenfreien Rezepte und verzichten damit ganz auf das Getreideklebereiweiß.

Eins der weizenhaltigen Rezepte (S. 117) haben ich selbst zu einem glutenfreien abgewandelt. Die Konsistenz ist noch nicht gaaanz perfekt und so sollte man kleine Teigkleckse verwenden, damit die Eierkuchen nicht zerfallen:

Mini-Kokos-Eierkuchen (glutenfrei, eifrei, vegetarisch, wahlweise vegan)

Zubereitungszeit:

ca. 30 Minuten

Schwierigkeit:

einfach


Zutaten für ca. 10 Stück:

  • 1 EL Honig oder Ahornsirup (vegan)
  • 200 ml warmes Wasser
  • 80 g Kokosraspeln
  • 50 g  Kokosmehl*
  • 70 g Reismehl
  • 1 “Chia-Ei” (1 gestr. EL Chiasamen mit 3 EL Wasser anrühren und ein paar Minuten quellen lassen)
  • 1 Prise Salz
  • (1 Prise Zimt)

Zubereitung:

“Chia-Ei” vorbereiten.

Honig oder Ahornsirup mit Wasser verrühren. Kokosraspeln und Mehl mischen und in das süße Wasser einrühren.

Das “Chia-Ei” und die Gewürze dazugeben.

Teig gut durcharbeiten. Möglichst kleine Teigkleckse abnehmen und in der Pfanne garen. Einmal vorsichtig wenden.

Die Kokos-Mini-Eierkuchen schmecken pur, mit Marmelade, Nussnugatcreme usw.

Zusammenfassung

  • 144 Seiten, Hardcover
  • lustige Cartoons und Geschichten rund um Eierkuchen und mehr
  • viele Rezepte
  • internationale Rezepte, glutenfreie Rezepte, leider auch einige Rezepte mit Weizenmehl
  • 12,80 Euro, erschienen im Pala-Verlag

Ich bedanke mich beim Pala-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Belegte Brote ohne Brot? Glutenfreies Fingerfood – EM-tauglich (Buchrezension) …

Gesunde Snacks und Fingerfood

Die EM 2016 steht vor der Tür. Zeit, über gesunde Snacks und Fingerfood nachzudenken. Statt Bratwurst und Bier kann es zum Fest des runden Leders auch einmal gesund hergehen. Die Low-Carb-Küche bietet sich an, denn erstens ist das meiste, was Low Carb ist, auch glutenfrei und so manches sogar histaminarm. Für alle, die Low Carb zum ersten Mal hören, es geht um die Einteilung von “guten” und “schlechten” Kohlenhydraten (carb = kurz für carbohydrates).

Grundsätzlich gibt es verschiedene Low-Carb-Diäten, die allesamt das Ziel der Gewichtsreduktion verfolgen. Dabei sollen die Kohlenhydrate mit starker glykämischer Last, also jene, welche den Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe schießen lassen, reduziert werden. Getreide, Zucker und stärkehaltige Lebensmittel wie Kartoffeln werden daher großteils vom Speiseplan gestrichen.

Uff, was bleibt denn dann noch über? Klar, wer Brot, Kuchen und reguläre Beilagen wie Kartoffeln gewohnt ist, muss erst einmal umdenken. Betroffene von HIT sollten sich nicht zu strikt an die Vorgaben halten, um ihren Speiseplan nicht unnötig zusätzlich einzuschränken.

Für traditionelles Gebäck gibt jede Menge gesunde Alternativen. Dabei lässt die Low-Carb-Diät nicht nur Pfunde purzeln, sondern wirkt sich unter anderem auch positiv auf die Herzgesundheit aus. Speziell für gesunde Snacks ist mir dieses Buch* kürzlich in die Hände gefallen:

Und was gibt es so Leckeres in diesem gesunden Kochbuch zu entdecken? Viel Vegetarisches und einiges mit Fisch und Fleisch – dabei geht es stets glutenfrei zu. Einiges wird überbacken, anderes wird gerollt. Gerollt? Ja, die gegrillten Zucchiniröllchen mit Feta-Füllung auf S. 75 zum Beispiel oder die Gurkenröllchen mit Ziegenfrischkäse und Garnelen auf S. 66. Beides ist, sofern die Zutaten frisch sind, sogar histaminarm. Wenn es nicht histaminarm sein muss, bieten sich auch andere “Sushi”-Gerichte an: Gurkenröllchen mit Avocadocremefüllung (S. 65) oder gefüllte Hähnchenbrust im Parmaschinkenröllchen (S. 69).

Da läuft einem doch jetzt schon das Wasser im Mund zusammen. Schließlich sind mit dem Sparschäler schnell einmal Streifen von der Gurke oder Zucchini runtergeschnitten. Dann muss nur noch die Füllung nach Wahl her und es wird gerollt. Mit einem Haps sind die leckeren Röllchen dann im Mund.

Und was bietet das Buch sonst so:

  • marinierter Mini-Mozzarella auf Basilikumblättern (S. 61)
  • gefüllte Gurkenschiffchen (S. 49)
  • belegte Zucchini- und Gurkenscheiben, z. B. mit Hüttenkäse, Olive und frischen Kräutern (S. 34)
  • Zucchinischeiben gestapelt mit Quarkschichten dazwischen (S. 33)
  • gefüllter Grillkäse/Halloumi (S. 21) oder Halloumi statt Toastbrot mit Pesto (S. 19)

Und was möchte ich Euch mit auf den Weg geben? Die leckere Knabberei von S. 84: Mandelbiscuits. Die kann man pur vernaschen oder mit Aufstrich, Kräutern & Co belegen.

Mandelbiscuits

Zubereitungszeit:

ca. 30 Minuten + 2 Stunden im Kühlschrank

Schwierigkeit:

normal


Zutaten für ca. 35 Stück:

  • 150 g gemahlene Mandeln
  • 125 g weiche Butter in Flöckchen oder Kokosöl
  • 75 g Mandelmehl*
  • 1 gestr. TL Backpulver
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

Die gemahlenen Mandeln gleichmäßig mit der Butter verkneten. Mandelmehl, Backpulver, Ei und Salz dazugeben und rasch zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Eine ca. 4 cm dicke Rolle formen, fest in Klarsichtfolie einrollen und für 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Die Teigrolle auspacken und mit einem scharfen Messer ca. 5 mm dicke Scheiben abschneiden. Die Plätzchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und für ca. 15 Minuten goldgelb backen. Vor dem Naschen vollständig auskühlen lassen. Nach Belieben belegen oder pur verspeisen. Die Kekse halten sich luftdicht verschlossen ca. 4 Wochen.

Tipp: Weil die mürben Biscuits so leicht zerbröseln, eignen sie sich auch als Semmelbröselersatz.

Hinweis: Mit 7 Gramm Fett pro Stück sind die Biscuits jedoch nicht ganz ohne.

Zusammenfassung

  • 96 Seiten, Paperback
  • Low-Carb-Kochbuch für Snacks und Speisen für den kleinen Hunger
  • glutenfrei
  • teils vegetarisch, vieles paläotauglich, manches histaminarm
  • 12,99 Euro, erschienen im Riva-Verlag

Ich bedanke mich beim Riva-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Inspiralisiert – One-Pot-Gemüse-Pasta (Buchrezension)

One-Pot-Pasta (vegan, glutenfrei)

Kennt Ihr schon den neuen Food-Trend Zoodles oder Coodles? Hinter dem ulkigen Namen verbergen sich Gemüsenudeln aus jeweils Zucchini (Zoodles) oder Karotten (Coodles). Die Teile sind nicht nur schnell gemacht, sondern auch noch glutenfrei und richtig leeecker. Die Gemüsenudeln kann man wie herkömmliche Nudeln mit Sauce zubereiten. Meine erste Rezeptidee sieht so aus:

Zubereitungszeit:

ca. 20 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 1 Person:

  • 1 mittelgroße Zucchini
  • 1 große Karotte

nicht histaminarm:

  • 1/2 Hand voll Cashewkerne
  •  4 mittelgroße Tomaten
  • 1 Knoblauchzehe
  • Oregano
  • frisches Basilikum
  • Salz und Pfeffer
  • Öl

Alternativ kann man Paprika nehmen, damit es histaminarm wird. Eine histaminarme Tomatensauce OHNE Tomaten gibt es auch hier. Wer es verträgt, kann die Cashewkerne natürlich verwenden.

Zubereitung:

Das Gemüse gründlich waschen. Dann Karotten, Paprika/Tomaten schälen. Tipp für alle, die Tomaten verwenden (wenn’s nicht histaminarm sein muss): die Tomaten in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser übergießen. Dann löst sich die Haut quasi von selbst.

Knoblauch schälen und hacken. Cashewkerne hacken. Karotte und Zucchini in den Spiralschneider geben, wenn Ihr sowas habt. Ansonsten macht es wie ich: Bandnudeln mit dem Sparschäler herstellen! Geht auch.

In einer Pfanne etwas Öl erhitzen: geschälte Paprika/Tomaten in Stücken mit den Cashewkernen und Knoblauch hineingeben und erhitzen. Nach ein paar Minuten die “Nudeln” für 2 bis 4 Minuten mitgaren, so dass sie noch Biss haben, aber doch etwas weich sind. Was die Konsistenz anbelangt, können die Geschmäcker auch etwas variieren.

Mit Kräutern, Salz und Pfeffer abschmecken und gleich servieren.

Wer übrigens noch Ideen braucht, was man alles Glutenfreies (und nicht immer Veganes) mit dem Spiralschneider und Sparschäler so veranstalten kann, schaut am besten mal hier* hinein:

Mein Rezept stammt zwar nicht aus dem Buch, aber auch hier dreht sich alles um das geschnippelte Gemüse in all seinen Variationen.

Zunächst war ich zwar nicht sonderlich angetan, als ich in der Einleitung las:

Meine süße Großmutter – die zur Messe stolz ihr bestes Sonntagsgewand anzog und mir den Mund mit Seife auswusch, wenn ich “pissen” statt “Pipi machen” sagte – ließ immer irgendetwas im Ofen anbrennen.

Schließlich handelt es sich doch um ein Kochbuch. Persönliche Anekdoten hin oder her, weder vom Pissen noch vom Pipi-Machen will ich in einem Kochbuch lesen. Nicht so appetitlich. Doch wenn man darüber hinwegsehen oder schmunzeln kann, wird’s danach besser und richtig informativ. Kurzerhand erfuhr ich auf S. 24, dass Spiralgemüse mehr kann als Zoodles & Co, z. B. “Reis”. Offenbar als missglücktes Experiment entdeckte die Autorin, dass gekochtes Spiralgemüse zerfellt und nachher wie Reis ausschaut. Sie probierte das mit Butternusskürbis, soll aber auch mit anderem spiralisiertem Gemüse gehen. Das landet also mal auf meiner To-Do-Liste. Reis in 5 Minuten ohne Kochbeutelmist oder Fertigzeugs? Ja, das ginge dann.

Und auch in Sachen Zoodles gibt es einen Tipp. Zucchini bestehen schließlich zu 95 Prozent aus Wasser. Damit man nachher bei einem Saucengericht mit Zoodles (wie oben) nicht “Suppe” auf dem Teller hat, empfiehlt es sich die Sauce gut einzukochen bzw. anzudicken. Es kann auch helfen, die Zucchini vorher gut trocken zu tupfen. Und das Verhältnis muss stimmen: 70 Prozent “Nudeln” zu 30 Prozent Sauce.

Das Buch bietet neben zahlreichen Tipps natürlich haufenweise gute Kochideen für spiralisiertes Gemüse. Das Meiste ist glutenfrei, manches ist vegan, vieles vegetarisch und einiges ist auch paläotauglich. Insofern ist quasi für jeden etwas dabei. Histaminarme Rezepte sind nicht direkt ausgewiesen, wie in den meisten Kochbüchern. Aber folgende Rezepte bieten sich mit eventuell kleinen Abänderungen durchaus an:

S. 40 Blaubeer-Süßkartoffel-Waffeln

S. 65 Zitronen-Knoblauch-Brokkoli mit Bacon (vielleicht ohne Bacon)

S. 76 Nudelsuppe mit Hühnchen und Möhren

S. 85 Caprese-Zucchini-Salat (mit Paprika statt mit Tomaten)

S. 92 Apfel mit Spargelstreifen, Gorgonzola und Pekannüssen (vielleicht einen anderen Käse verwenden, z. B. Mozzarella und vielleicht Cashewkerne oder Macadamianüsse statt Pekannüssen)

S. 117 Süßkartoffel-Mini-Pizzen mit Rucola, Oliven und Zwiebeln (den Belag kann man natürlich anpassen)

und vieles mehr.

Grundsätzlich bietet das Buch Ideen fürs Frühstück, für Hauptspeisen, wie Nudelgerichte oder Gerichte aus dem Ofen, Sandwiches und Desserts.

Für alle, die neue Ideen für ihren Spiralschneider brauchen oder ihren Sparschäler für höhere Aufgaben bestimmt sehen 😉 , empfehle ich dieses Buch. Man muss ja nicht alles direkt so nachkochen, aber man kann sich garantiert inspiralisieren lassen.

Zusammenfassung

  • 224 Seiten, Paperback
  • Kochbuch mit praktischen Anleitungen rund um das spiralisierte Gemüse
  • viele glutenfreie Rezepte
  • teils vegetarisch, vegan, aber auch mit Fleisch
  • 19,99 Euro, erschienen im Riva-Verlag

Ich bedanke mich beim Riva-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Paläo-vegan oder pegan – was ist das? (Buchrezension)

Paläo-vegan oder pegan – was ist das? (Buchrezension)

Vor fast zwei Jahren habe ich schon einmal einen Vergleich zwischen den zwei Ernährungstrends “Vegetarisch / Vegan” und “Paläo” angestellt – und zwar hier. Beide werden gleichermaßen immer wieder als hilfreich bei Histaminintoleranz angeführt, aber auf den ersten Blick sind sie so unterschiedlich, wie es nur geht, ja, sie widersprechen einander. Warum soll dann beides dennoch bei Histaminintoleranz helfen? – Das ist die Frage.

Paläo – das bedeutet viel Eiweiß und das aus tierischen Quellen. Dafür wird auf Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Getreide verzichtet. Die Paläo-Philosophie legt dabei Wert auf hochwertige, möglichst unverarbeitete Produkte. Fleisch bedeutet daher am besten Wildfleisch oder Biofleisch von mit Gras gefütterten Tieren, die auch Freilauf hatten. Die Annahme ist es, sich möglichst so zu ernähren, wie unsere steinzeitlichen Vorfahren, bevor wir den Ackerbau für uns entdeckt haben und viele Pflanzen hochgezüchtet haben, z. B. eben Getreide. Gerade Allergiker und Betroffene von Intoleranzen finden daher ihren Weg zur Paläo-Ernährung, denn sie ist grundsätzlich gluten- und laktosefrei und verzichtet zudem auf die Zugabe von Zucker (was für Betroffene von Fruktoseintoleranz interessant ist) und auf Salz. Öl sollte möglichst aus hochwertigen Quellen stammen, daher sind die meisten Pflanzenöle tabu, abgesehen von Kokosöl. So, und nun die Frage: Wie geht das alles mit vegetarisch / vegan zusammen?

Eine Gemeinsamkeit habe ich ja schon aufgelistet: keine Milchprodukte – das gilt auch für Veganer, die genauso zur Pflanzenmilch greifen. Jedoch fallen Soja- oder Hafermilch streng genommen weg. Mandel- und Kokosmilch sind paläo-geeignete Alternativen. Viele Pflanzennahrungsenthusiasten ernähren sich ebenso gesund und verzichten bereits auf Weißmehl oder gar ganz auf glutenhaltiges Getreide. Soweit entsteht da kein Problem. Auch Maßnahmen wie “weniger Zucker und Salz” (oder sogar ganz ohne) sind machbar und statt Distelöl lieber zu Kokosöl oder hochwertigem Olivenöl zu greifen, ist durchaus vorstellbar und zudem sinnvoll. Am Ende bleibt das Fragezeichen hinter “keine Hülsenfrüchte, aber Fleisch” für Vegetarier und Veganer stehen – wie soll ich das bewerkstelligen?

Das habe ich mich auch gefragt, als ich zum ersten Mal vom neuen Trend Paläo-vegan gehört habe. Ich bin ja generell kein Freund von Ernährungstrends – man muss für sich herausfinden, was funktioniert und schmeckt und dabei auf Qualität achten – das braucht dann auch nicht unbedingt ein Label oder einen Namen wie “vegan” oder “paläo”, auch wenn ich selber viele Ideen beider Trends in meinen Speiseplan integriere. Ich bin aber aufgeschlossen gegenüber Neuem. Daher möchte ich Euch heute das Buch “Paläo vegan – Leckere und gesunde Rezepte auf rein pflanzlicher Basis”* von Ellen Jaffe Jones und Alan Roettinger vorstellen und am Ende gibt es auch eine kleine paläo-vegane Kostprobe, versprochen.

Ähnlich wie ich es eben schon begonnen habe, vergleichen die Autoren im Buch beide scheinbar widersprüchlichen Ernährungsweisen. Und auch sie kommen zu dem abschließenden Fragezeichen, das ich oben aufgemacht habe und ihre Antwort: tricksen. Das sei also vorweggenommen. Ohne kleine Schummeleien gehen die beiden nicht zusammen. Die Autoren gehen aber davon aus, dass auch Paläo für sich im Grunde ganz ohne Schummelei kaum umsetzbar ist. Beispielsweise haben nur wenige eine stetige Bezugsquelle für Wildfleisch oder verzichten wirklich zu 100 % auf zugesetzten Zucker. Das bedeutet nämlich auch keine herkömmliche, gekaufte Schokolade und dergleichen. Damit aber das Ganze dennoch etwas mit Paläo zu tun hat, soll sich die Trickserei in Grenzen halten: 20 % ist der Anhaltspunkt. Bis zu 20 % darf mit Nichtpaläo-Produkten und -Speisen getrickst werden. Wer am Tag 5 Mahlzeiten isst, darf also einmal sündigen und vom Paläo-Plan abweichen.

Welche Lebensmittel sind denn die bevorzugten bei dieser Mix-Ernährungsweise? Ganz klar, frische und pflanzliche Zutaten gehören in die Küche. Grünes Battgemüse, Wildpflanzen (wenn man sich mit dem Sammeln auskennt und einen guten Sammelort hat), Obst (damit man den Zucker nicht so vermisst), vor allem dunkle Beeren wie Heidelbeeren und Brombeeren (Antioxidantien und im Fall von Brombeeren auch antihistamin), Nüsse (nicht alle gehen bei HIT) und Samen, besonders gerne Hanfsamen wegen des guten Verhältnisses von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren und gesunde Fette.



Im Buch gibt es eine überschaubare Liste auf S. 21 mit vielen Lebensmitteln.

Der Theorieteil ist generell recht kurz und knackig gehalten. Ab S. 35 gibt es Rezepte. Ich bin generell kein Freund von zu viel Gerede, wenn es auch knapp gesagt werden kann, daher finde ich das gut. Allerdings gefällt mir die Tonart nicht immer. Die Autoren versuchen manchmal geradezu krampfhaft den Leser anzusprechen und scheuen sich auch nicht vor Unterstellungen. Nach der Lektüre habe ich über mich “gelernt”, dass ich ein “kleiner Zahlen-Liebhaber” bin, der Statistiken braucht oder dass es keine Leute mit Eiweißmangel gibt bzw. ich zumindest keine kenne, dass ich ja ohnehin regelmäßig Sport treibe usw. Während manches davon zutrifft, finde ich eine solche Schreibweise dennoch befremdlich. Dieses amerikanische – ich nenne es mal “Buddy-Getue” – nervt mich beim Lesen, denn weder kennen mich die Autoren noch ich sie.

Apropos Eiweißmangel: Die Autoren halten das, wie gesagt, für quasi unmöglich. Es dürfen ja Hülsenfrüchte in den Speiseplan geschummelt werden und ein bisschen Eiweiß steckt auch in jedem andere Gemüse, habe ich dem Buch entnehmen können. Das Gleiche gilt für Kalziummangel und das sehe ich auch so: Milch ist kein guter Kalziumlieferant, auch wenn viel Kalzium enthalten ist, weil sie unseren Säure-Basen-Haushalt stört und nachweislich neigen Viel-Milch-Trinker eher zu Knochenbrüchen als solche, die keine oder nur selten Milchprodukte zu sich nehmen.

Ernst nehmen die Autoren Eisen- und Vitamin-B-12-Mangel. Für Eisen gilt bekanntermaßen, dass Eisen aus pflanzlichen Quellen schlechter vom menschlichen Körper aufgenommen wird, aber die Aufnahme kann durch den Genuss von vitamin-C-haltigen Lebensmitteln gesteigert werden. Und was Vitamin B12 angeht, hilft laut Autoren nur supplementieren.

Und was gibt es nun Leckeres im Buch zu entdecken? Ein Rezept aus der Kategorie Frühstück hat mich sofort angelacht und mit leichter Abwandlung, damit es histamintauglich wird, gibt es das nachher auch zum Ausprobieren für Euch. Neben “Frühstück”, gibt es die Kategorien “Saucen, Dips & Gewürze”, “Suppen”, “Salate”, “Getreideersatz” (Gerichte mit Quinoa & Co für Protein I), “Hülsenfrüchte” (für Protein II), “Gemüse” und “Desserts”.

Leider fehlen in dem Buch trotz hochglänzendem Papier die Fotos zu den Gerichten. Nur vereinzelt gibt es pro Kategorie mal ein Schwarz-Weiß-Abbild einer Speise, das aber meist wenig erkennen lässt. Und sonst: Einige Rezepte sind ausgefallen und bedienen sich Wildpflanzen. Da gibt es etwa Löwenzahnsalat mit roter Bete oder Sauerampfer-Suppe. Beim Gemüse gibt es zum Beispiel Butternusskürbis mit Haselnüssen zu entdecken – wer Haselnüsse nicht so gut verträgt, kann es eventuell mal mit Mandeln probieren. Dass es Rezepte mit Tofu ins Buch geschafft haben, finde ich jedoch wirklich schade und was Histaminintoleranz angeht, fallen viele Rezepte aus der Kategorie Hülsenfrüchte leider weg. Lobenswert finde ich vor allem die Salat-Kategorie, die in anderen Büchern oft einfallslos ausfällt und – die Gemüse-Kategorie.

Und generell: Kann die paläo-vegane Ernährung mit Histaminintoleranz funktionieren? Auch meine Antwort lautet: nur mit Schummelei. Da viele Hülsenfrüchte schlecht vertragen und Getreide bei einer Paläo-Ernährung wegfällt, ist man womöglich doch auf der Suche nach anderen Protein-Quellen. Klar, bietet sich Pseudogetreide an, also Quinoa oder Amaranth, aber auch das wird nicht von allen vertragen. Chia-Samen liefern viel Eiweiß, ansonsten darf es vielleicht doch einmal die Woche Fisch, Fleisch, Reis, Hirse oder dergleichen sein?  Wie die Schummelei ausfällt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und richtet sich nach individuellen Prinzipien. Während wir ab und zu wild gefangenen Fisch und jetzt zur Saison mitunter Wildfleisch essen, mag ein anderer wohl ganz darauf verzichten. Aus meiner Sicht ist beides okay, solange es einem selbst damit gut geht.

So, und nun komme ich zur versprochenen Kostprobe aus dem Buch, die wenig spektakulär klingt, aber gerade für Histamin-Geplagte interessant sein könnte. Dieses Frühstück, was sich auch als Dessert oder für zwischendurch eignet, schmeckt wie Joghurt oder eben Dessertcreme, ist aber nicht fermentiert und muss auch nicht gekocht werden und kommt ohne seltsame Zusätze aus. Kinderleicht und lecker, sag ich nur.

Fruchtsalat mit Blaubeer-Kokoscreme

Zubereitungszeit:

ca. 15 Minuten + Ruhzeit im Kühlschrank

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für ca. 2 Dessertgläser oder 1 gr. Müslischüssel:

  • 400 ml Dose Kokosmilch* (ohne Zusätze wie Johannisbrotkernmehl, Guakernmehl)
  • ca. 100 g frische Blaubeeren (TK geht auch)
  • eventuell Ahornsirup (weil Datteln histamin-mäßig oft nicht gehen)
  • Pr. Kokosraspeln
  • geschälte, klein geschnittene Fruchtstücke, z. B. Apfel

Zubereitung:

Die Dose Kokosmilch über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am Morgen dann das Dicke von oben herausnehmen (Kokoscreme) und mit einem Teil der gewaschenen Blaubeeren fein pürieren. Nach Belieben mit Ahornsirup süßen. Auf Gläser verteilen. Noch mal ca. eine halbe Stunde bis eine Stunde in den Kühlschrank stellen, damit es fest wird. Zum Schluss mit Fruchtstücken, den restlichen Blaubeeren und Kokosraspeln garnieren und servieren.

Das restliche Kokoswasser anderweitig verwenden, z. B. für Smoothies, Suppen oder zum Backen.

Fazit

Paläo-vegan ist ein neuer Trend, bei dem man aber stets, zumindest beim einen oder anderen, Kompromisse eingehen muss. Diese Ernährungsweise ist gesund und pflanzenbasiert, aber nur mit kleinen Schummeleien umsetzbar und ebenso muss getrickst werden, damit es für Histaminintoleranz funktioniert. Als Ergänzung oder Inspiration für eine gesündere Ernährung mit wenig Zucker, Salz und herkömmlichem Getreide, bei gleichzeitigem Eindämmen des Fleischverzehrs dennoch empfehlenswert. Das Buch überzeugt als Kochbuch nur bedingt. Farbige Rezeptbilder fehlen.

Zusammenfassung

  • 160 Seiten, Paperback, mit vereinzelten Schwarz-Weiß-Fotografien
  • zahlreiche paläo-vegane Rezepte nach Kategorien, kurzer Theorieteil zur Einführung
  • nur bedingt “histamin-tauglich”
  • nicht konsequent Paläo, aber konsequent vegan
  • 14,99 Euro, erschienen im Riva-Verlag

Ich bedanke mich beim Riva-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von den Autoren oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Eisgekühlt genießen…

Eistee – leckere Erfrischung an heißen Tagen

Der Sommer ist, zumindest was die Temperaturen anbelangt, mittlerweile über uns hereingebrochen. Es gab auch schon die ersten Hitzegewitter, die zum Glück wieder etwas Abkühlung brachten.

Zwei Wetterfühlige: Katze “Shaolin” und der “Histaminer”

Die Übergangszeit zwischen den Jahreszeiten, die mittlerweile immer knapper wird, ist hier oft problematisch, v. a. wenn es von kühl auf warm wechselt. Und auch dieses Jahr kam der Sommer mit einem Schlag. Ich sehe das immer an meinem “Krebspatienten” Shaolin, unserer Katze, die hier mit Nierentumor in Pflege ist und mittlerweile allen Tierärzten Falten auf die Stirn wirft – und manchen die Zunge rausstreckt, denn sie ist immer noch da 😉 Sie war November 2013 quasi für nicht mehr zu retten erklärt worden. Es würde den Tierarzt überraschen, wenn sie noch lange macht, man solle ihr noch eine schöne letzte Zeit geben.

Sie kam aus dem Tierheim und im Tierheim sterben ist ja doof. Genauso wie im Krankenhaus sterben einfach doof ist.

Ein anderer Tierarzt drückte es drastischer aus, das war der, der die bildgebene Diagnose gemacht hat und auch herausgefunden hat, dass das Problem weder Leukose noch Fip, noch sonst irgendeine ansteckende Krankheit, sondern ein Tumor ist. Wenn sie es bis zum Ende der Woche noch schaffe, das würde ihn sehr überraschen.

Wenn Shaolin bis November noch dem Krebs die Stirn bietet, sind es 2 Jahre!

Aber im Mai sah es richtig düster aus, denn, um zurück aufs Thema zu kommen, es wurde Sommer. Peng! Heiß! Peng! Hochdruckwetter! Sie aß weniger und dehydrierte, ohne dass wir es gleich merkten, rapide. Nachdem der Tierarzt fast 5 Monate nicht hier war, musste er mal wieder kommen. Und diesmal sah dieser Tierarzt die Sache düster. Shaolin, die sonst sehr gesprächig ist – keine andere Katze mauzt so viel und mit der Inbrunst wie sie es tut – aber Mitte Mai war sie ganz still. Sie bekam über mehrere Tage Flüssigkeiteit subkutan gespritzt und wer hätte es gedacht, sie erholte sich wieder. Der Tierarzt meinte im Scherz, es sei fast so, als müsse man sie einfach regelmäßig wieder aufladen.

Denn alle 3-5 Monate braucht sie eine Infusion, ansonsten kommen wir aber ohne Medikamente aus (nur Hanfsamen- und Lachsöl jeden Tag).

Gleichzeitig ging es auf menschlicher Seite mit Migräne los. Hochdruckwetter ist hier also doppelt böse. Der “Histaminer” und auch Shaolin sind, was das angeht, beide sehr wetterfühlig. Ich bin dann immer froh, wenn der Sommer endlich angekommen ist und sich alles wieder normalisiert. Zwischendrin gibt es Phasen, wenn zum Beispiel ein Gewitter aufzieht, das sich dann aber doch nicht entlädt – aber das ist ja meist nicht so häufig.

Das momentan anhaltende Tropenwetter, wo die Temperaturen selbst nachts nicht unter die 20-Grad-Marke fallen, macht aber dennoch zu schaffen. Man schwitzt ja die ganze Zeit und verliert Flüssigkeit. Auch Shaolin verträgt diese ganz heißen Temperaturen gerade sehr schlecht. Sie muss täglich infudiert werden und ob sie es bis November schafft, hängt gerade sehr in der Schwebe…

Wie ist es bei Euch? Seid Ihr auch temperaturempfindlich bzw. wetterfühlig, wenn das Wetter umschwingt?

Eistee als erfrischende Abkühlung

An heißen Tagen braucht man dennoch gute Abkühlung und wer nicht die ganze Zeit nur stilles oder Leitungswasser trinken mag, kann es ja mal mit Tee probieren. “Tee”, fragst Du womöglich, “ist der nicht histaminreich?”

Naja, es gibt Kräutertee, Früchtetee, schwarzen Tee, grünen Tee, weißen Tee und Rotbuschtee – das sind zumindest die, die mir jetzt einfallen und nicht alle sind gute Ideen bei Histaminintoleranz. Ich habe das Thema schon mal hier angerissen.

Man muss ein bissl seine Limits und sich selber kennen. Denn so klare Jas und Neins gibt es da nicht. Allen voran ist aromatisierter Früchtetee nichts, muss ich sagen, aber natürlicher Früchtetee geht mitunter. Die Frage ist dann: Welche Früchte sind drin und vertrage ich die? Hier funktionieren Erdbeeren, Himbeeren, Hagebutte und Hibiskus(blüten) nicht und so fällt das meiste weg. Aber vielleicht sieht es bei Euch anders aus.

Kräutertee ist hier die bessere Wahl, v. a. reine Sorten. Salbeitee ist hier sehr beliebt, aber auch andere Sorten gehen. Schwarzer Tee ist so eine Sache, nicht nur, dass der Koffein enthält, sondern auch noch, dass er fermentiert ist – beides “Don’ts” bei Histaminintoleranz. Aber wenn er nur kurz zieht, also max. 2 Minuten, geht es mitunter, so hat uns die Erfahrung gelehrt. Rotbuschtee enthält kein Koffein, ist aber fermentiert und gilt daher meist als bessere Wahl, aber auch hier: nicht zu lange ziehen lassen.

Während man den Teebeutel oder das Tee-Ei beim Kräutertee einfach drin lassen kann, sollte man ihn bzw. es bei Rotbusch- oder Schwarztee bald entfernen.

Sowohl schwarzer als auch weißer und grüner Tee werden von der gleichen Pflanze gewonnen, aber anders verarbeitet. Von diesem “klassischen” Tee ist weißer Tee die beste Wahl, dicht gefolgt von grünem Tee. Warum sehe ich das so? Beide enthalten zwar Koffein, sind aber nicht fermentiert. Und Fermentation (enthält direkt Histamin) ist schlimmer als Koffein (Liberator/DAO-Blocker) – so verhält es sich hier zumindest. Außerdem: Koffein muss ja auch erst gelöst werden – daher stets mein Hinweis bei “klassischem Tee” nicht zu lange ziehen lassen.

Das hilft.


*

So und daher also heute nach langer Rede mein Sommer-Eistee-Rezept:

Eistee aus grünem oder weißem Tee

Zubereitungszeit:

ca. 10 Minuten


Schwierigkeit:

einfach


Zutaten für 1 große Kanne (ca. 1,5-2l):

  • 1 oder 2 Teebeutel/2 kleine oder 1 großes Tee-Ei mit weißem oder grünem Tee (am besten Bio)
  • 1 geh. TL Honig (oder mehr wer mag) (Rohrohrzucker oder Ahornsirup geht auch, wenn’s vegan sein soll)
  • 1,5-2l heißes Wasser (soll bei grünem und weißem Tee nicht sprudelnd kochen, ca. 70-80 Grad)


Zubereitung:

Wasser aufsetzen. Teebeutel oder -ei in eine Kanne hängen und mit heißem Wasser aufgießen. Kurzzeitwecker stellen: nach spätestens 5 Minuten (besser früher) den Teebeutel oder das Tee-Ei entfernen. Nach Belieben Süße einrühren. Ich nehme gerne etwas Honig.

Abkühlen lassen auf Zimmertemperatur und ab in den Kühlschrank damit. Wer mag, kann Eiswürfel reingeben. Ich komme aber ohne aus.

Meistens koche ich am Abend eine Kanne, die dann über Nacht in den Kühlschrank kommt und so hat man am nächsten Tag leckeren Eistee.

PS: Das Ganze ist a) gesünder als gekaufter Eistee (ohne Zusatzstoffe, weniger Zucker bzw. gar kein Zucker, sondern Honig) und b) man hat volle Kontrolle über die Ziehzeit und eben was reinkommt (Grüntee oder weißer Tee statt Schwarztee, welche Art von Süße, usw.). Also macht Euren Eistee das nächste Mal doch einfach selbst. Hier kannst Du Bio-Tee bestellen.

Gute Abkühlung!

(c) Histamin-Pirat

Paläo und HIT – eine Buchrezension …

Paläo und HIT – hilft’s? (eine Buchrezension)

Über Histaminintoleranz allgemein

Die mutmaßlichen Ursachen für Histaminintoleranz erstrecken sich über eine ziemliche Bandbreite. Einige haben unsere moderne Lebensmittelindustrie im Verdacht, vor allem wenn wir auf Zusatz- und Aromastoffe und hochgezüchtete Lebensmittel – sogenannte “Hybride” – wie Weizen zu sprechen kommen. Im Ausland tippt man auf gentechnisch veränderte Lebensmittel, die hierzulande zwar für den menschlichen Verzehr nicht zugelassen sind, aber, was die Ernährung von sogenannten “Nutztieren” anbelangt, muss das nicht so sein, es sei denn, die Tiere sind entsprechend als “bio” gekennzeichnet – dann haben sie biologisch zertifiziertes Futter erhalten. Daneben werden Schwermetallbelastungen (Stichwort: alte Amalgamfüllungen) und diverse andere Umwelteinflüsse, wie etwa Pestizide, diskutiert. Eine genetische Disposition ist nicht auszuschließen.

Und bei der Fülle dieser Ursachen gestaltet sich meist auch die Histaminintoleranz, so meine Erfahrung, recht individuell. Der eine verträgt ohne Probleme, was die andere schon in kleinsten Mengen in die Notaufnahme befördern würde. Auch symptomatisch können Herzbeschwerden neben Migräne und Atemproblemen auftreten oder auch alles zusammen usw.

Gemeinsam ist aber doch allen – so schwer es meist zu diagnostizieren ist (viele berichten mir und so war es auch hier, dass sie eine lange Ärzte-Odyssee hinter sich haben bis jemand auf Histaminintoleranz getippt hat und richtig liegt) – dass zu viel Histamin problematisch ist und man irgendwie sein Histamin-Level in den Griff bekommen muss. Am wichtigsten ist hier die “richtige” Ernährung. Aber was heißt nun im individuellen Fall “richtige Ernährung”?

Ich habe schon mehrfach beschrieben, dass ich vom bloßen Weglassen (oder Eliminieren) von Lebensmitteln wenig halte, aber man muss eine Balance für sich finden und das bedeutet in der Regel trial and error, also einfach Ausprobieren, was und wieviel geht. Zum Glück gibt es viele Lebensmittel oder Lebensmittelbestandteile, die dabei helfen Histamin abzubauen sowie sogenannte Antihistaminika, die Reaktionen blockieren.

So kommen Vitamin C, Zink, Kupfer, Vitamin D und Magnesium besondere Funktionen zu und natürlich den Lebensmitteln, die das in höherer Konzentration enthalten. Wir sind besondere Fans von z. B. Chiasamen (Zink und Kupfer), Petersilie (Vitamin C), Brokkoli (Vitamin C) und diversen Fischsorten (Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren) – was? Fisch?! Ja, es kursiert das Gerücht, Fisch sei ganz schlimm, aber das stimmt so pauschal nicht.

Es gibt lediglich ein paar Dinge zu beachten: Der Fisch sollte noch auf See vorbereitet werden, d. h. die Gedärme sollten gleich entfernt werden und dann sollte er möglichst sofort eingefroren werden und die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden. Außerdem empfehle ich nur Fisch aus Wildfang zu kaufen, keinen aus Aquakultur! Letzterer ist oft mit Antibiotika belastet und überhaupt hat das nichts mit artgerechter Tierhaltung zu tun. Ein paar Fischsorten sind dennoch nicht zu empfehlen, darunter etwa Thunfisch und Makrele. Mit Lachs, Forelle, Dorsch/Kabeljau und Seelachs haben wir aber gute Erfahrungen gemacht. Abgesehen von der Forelle bin ich etwas im Unklaren, wie es mit Süßwasserfischen aussieht. Tendenziell anscheinend eher nicht so gut, es sei denn, es sind Raubfische wie etwa Hecht, die scheinen zu gehen.

Von all den Ernährungstrends, die es so gibt, fallen zwei, was Histaminintoleranz angeht, besonders auf:

Vegetarisch vs. Paläo

Ich habe hier schon einmal etwas zu diesen beiden Trends im Vergleich geschrieben. In der Tat stehen beide berechtigt nebeneinander. Wir haben den vegetarischen Weg eingeschlagen (mit jedoch ab und zu Fisch). Mein Problem mit Paläo ist der hohe Fleischkonsum. Erstens möchte ich keine Tiere einpferchen, damit ich sie dann irgendwann essen kann und die Lebenwesen hatten kein Leben, aber auch von einem anderen Gesichtspunkt finde ich die Ernährungsweise problematisch, denn wo bekomme ich sehr frisches (wegen Histamin) und dann noch Fleisch von biologisch gefütterten Tieren her? In der Stadt vom Supermarkt eher nicht, vielleicht ist das auf dem Land möglich. Paläo bietet daneben aber viele Vorteile, weil es nicht einfach nur eine “viel-Fleisch-Diät” ist. Es wird ganz auf Getreide verzichtet (glutenfrei) und auch auf Milchprodukte (laktosefrei) und auf Industriezucker (diabetikerfreundlich bzw. generell einfach gesünder) und auf Hülsenfrüchte (auch auf Soja, was wir auch nicht essen). Daher bietet sich die Paläo-Diät vor allem für AllergikerInnen bzw. Menschen mit Intoleranzen an.

Paläo: Eine Diät geeignet für AllergikerInnen bzw. Menschen mit Intoleranzen

Danielle Walker hat eine ähnliche Geschichte hinter sich, wie ich sie hier auch auf diesem Blog beschreibe. Mit 22 Jahren belastete sie eine Autoimmunkrankheit so stark, dass ihr Leben stark eingeschränkt war. Ernährung und zwar “gesunde Ernährung” war für sie der Weg aus der Krise. Über ihre Erfahrungen schreibt sie auf dem Blog “Against all grain“.

Vor kurzem erschien im Riva-Verlag die deutsche Version des New-York-Times-Bestsellers von Danielle Walker  “Against all grain: Meals made simple: Gluten-free, dairy-free, and paleo recipes to make anytime” – “Paläo-Küche für jeden Tag – Über 100 einfache Rezepte ohne Gluten, Getreide und Milchprodukte”*.

(c) Riva-Verlag

Das Buch macht nicht nur optisch was her. Ich bin ein großer Fan von gebundenen Büchern bzw. Hardcovern. Die liegen einfach besser in der Hand, so auch Danielle Walkers Buch. Das Buch ist durchgehend wunderbar mit Farbfotografien bebildert. Eingangs beschreibt sie kurz, wie sie zur Paläo-Diät gekommen ist und dann geht’s auch schon in medias res: eine kurze Zutatenlehre folgt. Was brauche ich denn im Schrank, wenn ich ohne Getreide und ohne Milchprodukte und ohne Hülsenfrüchte kochen will? Na, Kokosmehl und hochwertige Öle zum Beispiel, wie etwa Olivenöl oder Kokosöl. Und statt Zucker? Ahornsirup (den verwende ich auch sooo gerne als Zuckerersatz) – Honig oder Kokosblütenzucker tun es auch.

Danach nimmt Danielle den Leser/die Leserin an die Hand und erklärt, worauf beim Einkaufen besonders zu achten ist: Bio, keine Gentechnik, Freilandhaltung und artgerechtes Futter (Stichwort: Gras gefüttertes Weiderind) usw.

Zusammenfassend gibt es noch einmal eine komplette Liste von Ananas bis Zwiebel, welche Lebensmittel (auch Gewürze und mehr) in den Paläo-Kühl- und Vorratsschrank gehören.

Weiter geht’s mit einer Führung durch ihre Küchenutensilien. Vom Mixer bis zum Cup-Messbecher (ja, ein Kochbuch aus Amerika!) sollte man einiges dahaben.

Daraufhin stellt sie ihren 8-Wochen-Plan vor – für Paläo-EinsteigerInnen bzw. solche, die diese Ernährungsform einfach einmal ausprobieren wollen. Die Rezepte zu den einzelnen Tagen folgen später.

Die Rezepte sind logisch in Kategorien eingeordnet: Frühstück – Suppen & knackige Salate – Geflügel – Rind, Schwein & Lamm – Fisch und Meeresfrüchte – Beilagen – Basics, Saucen & Co – Süße Köstlichkeiten.

Abschließend gibt es noch ein paar Einkaufstipps (Adressen) und Nährwertangaben und natürlich die Einkaufslisten für jede Woche des 8-Wochen-Plans.

Da wir kein Fleisch essen, fallen einige Rezepte weg und was Histaminintoleranz angeht, würde ich auch auf Schwein generell verzichten, selbst, wenn ich kein Vegetarier bzw. keine Vegetarierin wäre. Bei den Backrezepten fällt auf, dass wirkliche viiiele Eier verwendet werden, wie das oft in Glutenfrei-Backbüchern üblich ist. Gerade für Histamin-Geplagte kann es sinnvoll sein, hier einige Eier durch Chiasamen-Gel zu ersetzen. Schade, dass die Autorin darauf nicht selbst hinweist. Generell wird auf Histaminintoleranz nicht speziell eingegangen. Man muss also gegebenenfalls selbst einige Zutaten ersetzen oder weglassen.

So zum Beispiel beim Kürbisbrot die Muskatnuss. Die Sonnenblumenkernbutter kann vielleicht durch Mandelbutter oder Kokosmus ersetzt werden.

Selbst in den Salaten ist oft Fleisch und so wurde ich hier nicht fündig. Lediglich die Beilagenrezepte bieten vegetarische Alternativen, sind aber eben nur Beilagen. Die Basics sind sehr gut gemacht. Hier gibt es Anleitungen für selbst gemachte Dressings, Pesto, Mandelmilch & Co.

Fazit

Das Buch ist sehr empfehlenswert für Paläo-Neulinge und -Interessierte und auch für Betroffene von Laktose- und/oder Glutenintoleranz – für Betroffene von Histaminintoleranz jedoch nur bedingt, für VegetarierInnen und VeganerInnen nicht.

Zusammenfassung

  • 336 Seiten, Hardcover mit farbigen Fotografien
  • über 100 Paläo-Rezepte (glutenfrei, laktosefrei, ohne Hülsenfrüchte und ohne Industriezucker)
  • 8-Wochen-Plan mit Einkaufslisten und Tips zur Vorratshaltung
  • Küchenbasics wie Rezepte für Pesto, Mandelmilch & Co
  • keine Tips zu Histaminintoleranz, nicht vegetarier-freundlich
  • 24,99 Euro, erschienen im Riva-Verlag

Ich bedanke mich beim Riva-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Warmer Hirsesalat mit Spargel…

Wie ist das eigentlich mit einem “Histaminer” und einer “Nicht-Histaminerin” im Alltag so? Kocht Ihr da extra oder esst Ihr das Gleiche?, fragt Ihr Euch vielleicht. In der Regel versuche ich, dass es reicht, einmal zu kochen. Aber gerade ich, der nicht von Histaminintoleranz betroffen ist, habe manchmal Lust auf “the enemy” – das sind Tomaten. Ja, liebevoll werden die hier “the enemy – der Feind” – genannt 😉 Und ich würze meist viel deftiger als der Mann an meiner Seite. Ja, ich mag indische Gewürzmischungen, Currys und all sowas. Das trifft nicht zwingend die geschmacklichen Vorlieben des Histaminers bzw. stößt ihm anders übel auf.

Daher muss auch mal der Kompromiss sein. Essen soll man meistens ohnehin erst zum Schluss würzen und so löst man diesen Konflikt dann ganz einfach. Wenn wir nicht das Gleiche essen, portiniere ich auf Teller und dann kann jeder nachwürzen, wie es einem beliebt. Und meine Tomaten kommen auch immer mal in Salat, aber eben erst, wenn ich meine Portion auf dem Teller hab. Der “Histamingeplagte” kriegt ersatzweise rote Paprika. Kochen muss ich dann nur einmal, ein bissl mehr geschnippelt werden muss – das war’s aber auch schon. Und alle sind glücklich. Daher gibt es heute mal ein Rezept, das als Kompromiss taugt. Einmal kochen und nachher trotzdem zwei Varianten, wenn Ihr wollt.

Und wie macht Ihr das? Wenn nicht die ganze Familie Histaminintoleranz hat, kocht Ihr extra oder welche Kompromisse geht Ihr ein? Oder wird trotzdem einfach für alle histaminarm gekocht? Erzählt mal! Ich bin gespannt.

Warmer Hirsesalat mit grünem Spargel und Knuspermandeln (in histaminarm & nicht histaminarm)

Zubereitungszeit:

ca. 35 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 2 Personen:

  • 1/2 Tasse Hirse (mit warmem Wasser durch ein Sieb gewaschen)
  • 1 TL Gemüsebrühpulver (selbst gemacht ODER gekauft & hefefrei)
  • 2 EL gehackte Mandeln (ODER Sesamkörner ODER Hanfsamen, wer das lieber mag)
  • ca. 80 g Feta
  • ca. 150 g grüner Spargel
  • 2 Hände voll Blumenkohl-/Karfiolröschen
  • 1 EL Öl (z. B. Oliven- oder Hanfsamenöl für die histaminarme Variante ODER Sesamöl für die “normale” Variante)
  • 5 Kirschtomaten ODER 1/2 rote Paparika für die histaminarme Variante
  • Salz und Pfeffer
  • Curcuma
  • (Garam-Masala-Gewürz, wenn es nicht histaminarm sein muss)
  • ein paar Blätter gewaschenen Rucola zum Garnieren

Zubereitung:

Hirse mit Wasser und Gemüsebrühpulver zum Kochen bringen und gar kochen lassen. Zum Schluss etwas Öl einrühren.

Wasser zum Kochen bringen. Spargel waschen, trockene Enden abschneiden und in kleine Stücke schneiden (ca. 2 cm lang). Blumenkohl/Karfiol und Spargel in das kochende Wasser geben und knackig bissfest kochen max. 5 Minuten. Abseihen und beiseitestellen.

Mandeln (oder Körner/Samen) in einer Pfanne ohne Öl kurz rösten, bis sie zu duften anfangen (nicht schwarz werden lassen). Beiseitestellen.

Tomaten bzw. Paprika waschen und Tomaten vierteln, Paprika entkernen und in mundgerechte Stücke schneiden.

Die fertige Hirse mit Salz, Pfeffer und Gewürzen abschmecken. Spargelstücke, Blumenkohl/Karfiolröschen, Tomaten/Paprika, Mandeln unterheben. Feta darüber zerbröseln. Mit Rucola garnieren und servieren.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Warum nicht mal Picknick…?

Heute gibt es ein Rezept, das ich schon lange einmal ausprobieren wollte und jetzt habe ich es endlich gemacht. Worum es geht? Um zuckerfreie Marmelade, die auch ohne Kochen funktioniert. Am Ende ist das mehr gesund als süß, aber keine Sorge, man mag trotzdem gleich alles wegnaschen. Kurzum, geniale Sache 🙂

Die Chia-Marmelade habe ich mit Heidelbeeren zubereitet, weil die histaminarm sind. Das Prinzip kann man aber auch auf andere Früchte anwenden.

Der Aufstrich, der schnell mal als Kompott pur verschlungen werden kann, eignet sich auch super als Mitbringsel zu einem Frühlingspicknick oder als Geschenk, zum Beispiel zum Geburtstag.

Apropos Geburtstag, Lenas Blog feiert seinen ersten Geburtstag. Und weil nicht nur Lena, sondern auch ihr Blog, Frühlingskinder sind, so wie ich selbst auch, ist doch nichts passender als ein Mitbringsel zum Frühlingspicknick. Da Lena keine Histaminintoleranz hat, kann sie das Ganze gerne mal mit Erdbeeren ausprobieren und berichten. Dann ist es nämlich richtig frühlingshaft. Heidelbeeren sind ja eher was für den Sommer …

Aber die Bilder zeigen Euch auch meine eigene Ernte: Frisch von der frühlingshaften Fensterbank gibt es Kresse.

Also auf geht’s! Chia-Marmelade, da haste was drauf 😉

 

Chia-Marmelade (zuckerfrei, vegan) – geht auch ohne Kochen ODER

Fruchtkompott mit Chia-Samen

Zubereitungszeit:

ca. 10 Minuten + ca. 2 Stunden im Kühlschrank

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 2-3 Personen:

  • 250 g Früchte (ich habe frische Heidelbeeren genommen)
  • 3 gestr. EL Chia-Samen
  • 1 Schuss Ahornsirup, wer mag

Zubereitung:

Die Heidelbeeren waschen.

In einem Topf pürieren und dann kurz aufkochen. Abkühlen lassen. Chia-Samen sind nämlich hitzeempfindlich. Damit alle guten Eigenschaften genutzt werden können, sollten sie möglichst kalt verarbeitet werden.

Chia-Samen in die kalte Fruchtmasse einrühren. Bei Bedarf mit etwas Ahornsirup süßen. Im Kühlschrank richtig fest werden lassen und ab aufs Brot damit.

Das Ganze geht auch ohne Kochen. Also pürieren, Chia-Samen dazu, ab in den Kühlschrank und abwarten, aber wenn man die Früchte vorher aufkocht, hält sich die Marmelade länger.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Früher bäh, heute yeah…

Mögt Ihr Spargel? Das war so ein Gemüse, das ich als Kind zwar gegessen habe, aber nur widerwillig. Klar, es gibt “Schlimmeres”. An Rosenkohl/Kohlsprossen z. B. komme ich bis heute nicht ran. Wer isst sowas? 😉 Zugegeben, das ist ein totales Luxusproblem: Essen, das man nicht mag. Wie ich älter wurde, habe ich daher angefangen, solche Speisen noch mal neu zu entdecken.

Fenchel ist mittlerweile Teil meines Speiseplans. Das hätte mir vorher auch keiner geglaubt. Spinat esse ich mittlerweile ganz gerne, solange es nicht diese “Blupp-Pampe” ist, sondern richtiger Blattspinat. Und so bleiben eigentlich nur noch ganz wenige Speisen auf meiner persönlichen Geschmacksknospenverbotsliste: Auberginen (die hier in Österreich “Melanzani” heißen), Rosenkohl (“Kohlsprossen”) und Grünkohl (wo ich ursprünglich herkomme, auch mal als “Braunkohl” bezeichnet).

Eine Geschmackserfolgsgeschichte kann ich vom Spargel erzählen. Ich habe nämlich grünen Spargel für mich entdeckt. Insgeheim nenne ich den auch mal “Spargel für Faule”. Den muss man nämlich nicht komplett schälen. Und, so meine Erfahrung, er neigt einfach seltener dazu, holzig zu sein. Beim Spargel macht’s also die Sorte 😉 Und so heißt es: grün, ja, grün, muss mein Spargel sein – und am besten frisch und bio. Eh klar.

Bei Janke’s Soulfood sind gerade Kochbegeisterte dazu aufgefordert, solche Geschmackswandelgeschichten miteinander auszutauschen. Und damit die Diskussion auch Substanz kriegt, habe ich zwei Rezepte mitgebracht, die jetzt gerade super zum Frühling passen und meine neue Geschmackswandelgeschichte gewissermaßen geschmacklich untermauern.

Vegane grüne Spargelcremesuppe mit Kokosmilch

Zubereitungszeit:

ca. 35 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 2-3 Personen:

  • 500 g grüner Spargel
  • 400 ml Kokosmilch (eine gr. Dose) ohne Verdickungsmittel, z. B. von Alnatura* oder Dr. Goerg*
  • 2-3 Karotten
  • 1 Petersilienwurzel
  • 1 Pastinake
  • Pr. Kümmel
  • Pr. Curcuma
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1-2 EL Kokosöl
  • Salz & Pfeffer
  • Petersilie
  • evtl. zusätzlich etwas Wasser
  • Kresse zum Garnieren

Zubereitung:

Den Spargel waschen und eventuell die trockenen Enden abschneiden, gegebenenfalls schälen. Das restliche Gemüse schälen und in grobe Stücke schneiden.

In einem Topf das Kokosöl erhitzen und das Gemüse kurz anschwitzen (den Knoblauch und den Spargel noch nicht dazugeben).

Mit Kokosmilch aufgießen. Sollte nicht alles bedeckt sein, etwas Wasser dazugeben, zum Kochen bringen und ca. 8 Minuten köcheln lassen.

Den Spargel dazugeben und ca. 8 Minuten köcheln lassen.

Gewürze, Petersilie und Knoblauch hinzugeben. Fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Auf Teller geben und mit Kresse garniert servieren.

Grüner Spargel mit Zuckermelone, Semmelbröseln und Sauce Hollandaise

Zubereitungszeit:

ca. 25 Minuten

Schwierigkeit:

normal

Zutaten für 2-3 Personen:

  • grüner Spargel (Menge nach Wunsch, ca. 250 g reichen für 2 Personen)
  • 1/2 Zuckermelone
  • etwas Öl ODER Butter
  • selbstgemachte Semmelbrösel ODER glutenfreie Reisbrösel*
  • 1 Handvoll Blumenkohlröschen
  • Salz & Pfeffer

Sauce:

  • 3 Eigelb
  • 150 g Butter
  • 1-2 EL Zitronensaft
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung:

Den grünen Spargel waschen und die unteren Enden eventuell schälen oder abschneiden. Leicht gesalzenes Wasser aufsetzen und den Spargel zusammen mit den Blumenkohlröschen ins kochende Wasser geben.

Für die Sauce: Eigelb mit Zitronensaft, Salz & Pfeffer verrühren und im Wasserbad oder auf schwacher Hitze erwärmen, aber nicht kochen. Stetig umrühren.

Nach und nach Butterwürfel darin schmelzen. In einer Pfanne etwas Butter erhitzen und Semmelbrösel darin anbrutzeln.

Die Melone in mundgerechte Stücke schneiden.

Spargel und Blumenkohl abseihen. Alles miteinander anrichten und servieren.

Hinweis:

Dieses Rezept ist nicht einwandfrei histaminarm und dank der Sauce auch eine ziemliche Kalorienbombe. Wer auf Melone reagiert oder mit Zitronensaft Probleme hat, sollte dieses Rezept eher auslassen.

Wobei, meiner Erfahrung nach, Zuckermelone besser als Wassermelone vertragen wird. Das Ganze schmeckt aber auch vegan, also ohne Sauce – nur so – ganz lecker 🙂

Und welche Geschmackswandelgeschichten könnt Ihr erzählen?

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

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