Histamin-Pirat

Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

Schlagwort: winter

Anti-Erkältungssuppe (Teil 2) …

Brrr, es ist kalt draußen! Ich sitze auch gerade mit schniefender Nase und einem Joe-Cocker-Kratzen im Hals vor dem Notebook, denn der dieses Jahr wechselhafte Winter hat mich nun doch erwischt. Es scheint so, als habe die kalte Jahreszeit den Start verschlafen. Kurzerhand wird der Winter also Anfang März nochmal nachgeholt – mit Erkältungswelle und allem Drum und Dran.

Bewusster Fleischkonsum – warum?

Obwohl wir uns hier lange Zeit (fast) vegetarisch ernährt haben, hat sich Fleisch mittlerweile wieder in den Speiseplan geschummelt. Der Verzehr bleibt jedoch bewusst und wir achten auf hochwertige Zutaten. Hauptgrund für die Wiedereinführung von Fleisch sind neben Vitamin B12 andere essentielle Nährstoffe, die nachweislich einfacher aus Fleisch zu beziehen sind: Vitamin A und Eisen.

Das heißt natürlich nicht, dass es nicht auch ohne geht, aber in unserem betriebsamen Alltag muss es manchmal einfach schnell gehen und ich habe – trotz Food-Blogger-Dasein –nicht immer die Zeit oder den Nerv, so zu planen, dass alles flott geht, histaminverträglich ist und für ausreichend Abwechslung sorgt. Hinzu kommt, dass wir dem Schubladendenken generell abgeneigt sind. Essen sollte nicht zur Religion werden, sondern einem wohl bekommen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Fleisch x-beliebig aufgetischt werden sollte, denn schließlich handelt es sich ebenfalls um ein Lebewesen, das für uns sein Leben gelassen hat. Daher sind Fleisch und Fisch etwas, das wir uns lediglich ca. einmal die Woche gönnen und nicht einfach gedankenlos verschlingen.

Aktuell in Form des Anti-Erkältungsklassikers schlechthin:

Klare Hühnersuppe

Zubereitungszeit:

ca. 2–3 Stunden

Schwierigkeit:

normal

Zutaten für 2–3 Personen:

  • ca. 300 g Hühnerbrust oder Suppenhuhn
  • ca. 2 l Wasser
  • 1–2 TL (je nach Geschmack) Gemüsebrühe hefefrei – selbstgemacht oder gekauft*
  • 1 Pck. Suppengrün – gibt es als Mix fertig zu kaufen, enthalten sind meist Teile von Karotte, Kohlrabi, Pastinake, Petersilie, (Porree), (Knollensellerie), Petersilienwurzel – Die Zutaten in Klammern verträgt nicht jeder, am besten in kleinen Mengen austesten)
  • evtl. zusätzlich Karotten
  • ca. 5 Kartoffeln
  • evtl. zusätzlich frische Petersilie zum Garnieren

Zubereitung:

Hühnerfleisch unter handwarmem Wasser gründlich abspülen. Topf mit Wasser zum Kochen aufsetzen. Brühe darin auflösen und mit dem Hühnerfleisch kochen, bis es gar ist. Ich koche an dieser Stelle meist bereits einen Teil des Suppengrüns im Ganzen mit dem Fleisch mit, sodass der Geschmack in die Brühe übergeht.

Kartoffeln, Karotten etc. schälen. Tipp: Kartoffeln für bessere Verträglichkeit nach dem Schälen unter lauwarmem Wasser abspülen.

Das gekochte Fleisch sowie die Gemüseteile nach dem Garen aus der Brühe nehmen und in kleine Stücke zerteilen. Zurück in die Brühe geben.

Restliches Suppengrün, Kartoffeln und Karotten würfelig bzw. in Ringe schneiden und ebenfalls in die Brühe geben. Ca. 15–20 Min. köcheln lassen.

Die klare Hühnersuppe mit frischer Petersilie servieren.

Tipp:

Welche Art Hühnerfleisch, ob ein ganzes Suppenhuhn, Flügel oder Hühnerbrust, Du verwendest, ist auch eine Kostenfrage. Grundsätzlich geht jede Art von Hühnerfleisch. Lediglich bei Flügeln ist die Arbeit etwas mühsam, da die kleinen Knochen nach dem Garen erst herausgelöst werden müssen.

Du kannst beim Gemüse durchaus variieren – ganz nach Geschmack und Saison.

Viel Flüssigkeit in Form von Tee und Suppen wirkt schmerzlindernd bei Halsschmerzen und anderen typischen Erkältungsbeschwerden. Entzündunsgshemmende Wirkstoffe in den Zutaten sorgen für den extra Boost. Eine gute Wahl ist zum Beispiel Knoblauch (Achtung, bei Salicylatintoleranz!) und auch daraus lässt sich eine leckere Anti-Erkältungssuppe zaubern.

(c) Histamin-Pirat

Vergiss Tofu…

Beim Küchenatlas Blog dreht sich gerade alles um die Gemüsesorten der kalten Jahreszeit. Offen gestanden bin ich kein großer Kohlfan. Vor allem Rosenkohl schmeckt mir gar nicht. Allein Rotkohl mag ich ganz gerne.

KüchenAtlas-Blogparade: Wintergemüse

Aber zum Glück bietet die kalte Jahreszeit noch einiges mehr als nur Kohl. Zum Beispiel: Pastinaken, Karotten, Petersilienwurzeln, Kürbis, Fenchel und Esskastanien.

Und um letztere soll es sich heute drehen. Die Kastanien spielen dabei ein wunderbares Solo auf. Na gut, ein paar Mandeln sind auch mit von der Partie 😉

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Esskastanien habe ich als neue Alleskönner für mich entdeckt. Die gehen immer. Egal, ob als Kuchenfüllung, als Süßigkeit, in Keksen, im Brot oder, wie heute, als Fleischersatz.

Wie Ihr wisst, gibt es hier kein Soja und dementsprechend auch kein Tofu, aber es geht doch seit einiger Zeit alles vegetarisch zu. Und manchmal, ja, manchmal, habe ich Appetit auf Fleisch. Geschmacklich sind Esskastanien nun meine neue Alternative. Ohne Witz, diese Bratlinge schmecken tatsächlich etwas “fleischig”, sind aber viel gesünder. In Esskastanien ist z. B. eine gute Menge Vitamin C enthalten, außerdem enthalten: Kalium und Calcium, ein bisschen Eiweiß und auch Fett (und noch einiges mehr). Damit sind Maroni so ein richtiges “Powergemüse” der kalten Jahreszeit.

Maronibratlinge an Maronisauce mit Mandelreis

(inklusive schneller Mandelmilch) –

vegan, glutenfrei, laktosefrei, histaminarm

 

Zubereitungszeit:

ca. 1-1,5 Stunden

Schwierigkeit:

normal

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Zutaten für 2-3 Personen:

  • 500 g Esskastanien
  • 2 Handvoll Mandeln
  • etwas heißes Wasser
  • Salz, Pfeffer
  • Curcuma, Kreuzkümmel, Oregano, (Hauch Zimt – wenn das vertragen wird), Kümmel
  • etwas Kokosöl
  • 1-2 EL Chiamehl
  • 1/2 Tasse Reis und genug Wasser zum Kochen (ca. 2 Tassen)
  • 1-2 geh. TL Dinkelmehl
  • 1-2 Zehen Knoblauch

Zubereitung:

Die Maroni kreuzförmig einritzen und bei 180-200 °C ca. 20-25 Minuten im Backofen rösten.

Die Mandeln blanchieren, d. h. mit heißem Wasser übergießen und einen Moment im heißen Wasser stehen lassen (ich habe dazu einen Topf verwendet). Dann abseihen und mit kaltem Wasser abschrecken. Schälen. In eine Schüssel geben und mit Wasser großzügig bedecken und dann pürieren. Die Flüssigkeit durch ein feines Sieb (ich habe ein Teesieb* verwendet – ein Pflanzenmilchbereiter* ist jedoch optimal für diesen Arbeitsschritt) streichen. Das Feste, also die Mandelüberreste, in einer Schüssel separat sammeln – das brauchen wir noch. Fertig ist die Mandelmilch.

Die Maroni aus dem Ofen nehmen und schälen. 10 Maroni beiseitelegen. Die brauchen wir später für die Sauce.

Den Rest mit 1 EL Kokosöl und 2-3 EL Wasser, mit der Hälfte der Mandelmasse, Salz, Pfeffer, Curcuma, Kreuzkümmel, Oregano, (Zimt) pürieren. Mit 1-2 EL Chiamehl mischen und aus dieser Masse Bratlinge formen.

Reis aufsetzen. Mit Salz und Kümmel würzen. Sobald der Reis einmal aufgekocht ist, auf kleine Flamme schalten und die andere Hälfte der Mandelüberreste beimengen. Kurz vor Ende bei Bedarf einen 1/2 TL Kokosöl unterrühren.

Die zuvor beiseitegelegten Maroni hacken. Knoblauch schälen und hacken. In Öl den Knoblauch kurz anschwitzen und Mehl hinzugeben und eine Mehlschwitze ansetzen. Mit Mandelmilch ablöschen. Nach und nach die Mandelmilch zugeben, sobald die Sauce etwas angedickt ist. Die gehackten Maroni hinzugeben und wenige Minuten ziehen lassen. Dann pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Andere Gewürze nach Geschmack. (Für die glutenfreie Variante entweder Maisstärke zum Andicken nehmen statt der Mehlschwitze oder mehr Maroni)

In einer Pfanne etwas Öl erhitzen und die Bratlinge von beiden Seiten braten.

Mit Reis und Sauce die Bratlinge servieren.

Tipp:

Wer mag, kann beim nächsten Mal auch etwas Knoblauch in den Teig für die Bratlinge geben. Das schmeckt auch sehr gut.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Winterkäsekuchen…

Ich bin ja generell ein großer Käsekuchen- und Streusel-Fan, wenn es um Kuchen geht. Aber dieser hier hat es mir besonders angetan. Sooo lecker! Wirklich. Etwas aufwändig, aber es lohnt sich. Es gibt ja bereits Rezepte für Käsekuchen auf dem Blog. Dieser hier ist aber der erste, der seinem Namen gerecht wird und tatsächlich “Käse” enthält, nämlich mit Frischkäse und so kommt er ohne Puddingpulver aus.

PS: Pssst, das ist mein neuer Lieblingskuchen 🙂

Maroni-Käsekuchen mit Knusperboden

 

Zubereitungszeit:

ca. 30 Minuten + ca. 50 Minuten Backzeit

Schwierigkeit:

normal

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Zutaten für 1 Springform:

Für den Boden:

  • ca. die Hälfte der hier angegeben Zutaten (oder sogar etwas weniger als die Hälfte)

Dabei könnt Ihr zusätzlich beim Zucker sparen. Ich habe weit unter 100 g verwendet. Statt Butter habe ich Kokosöl genommen.

Für die Füllung:

  • ca. 20-25 Maroni
  • 1 Ei
  • 100 g Kokosblütenzucker
  • 25 g selbst gemachter Vanillezucker
  • 10 g Ahornsirup
  • 2 TL (gestrichen) Maisstärke
  • 430 g Frischkäse (ohne Johannisbrotkern- und Guarkernmehl)
  • Kardamom und Zimt (wenn es vertragen wird), den Inhalt einer Vanilleschote
  • 1/2 Becher Vanillejoghurt (entspricht ca. 100 g)

Zubereitung:

Die Maroni oben kreuzförmig einritzen und im Backofen bei 180-200 °C für 25 Minuten backen, dabei einmal wenden.

Die Zutaten für den Boden zubereiten wie im Rezept angegeben. Statt Keksen backen wir aber einen Boden, daher mit dem Teig eine Springform am Boden auskleiden, an den Rändern etwas hochlegen. Für 10 Minuten backen (kann zum Schluss, wenn noch 10 Minuten übrig sind, zu den Maroni in den Backofen gegeben werden).

Das Ei mit dem Zucker, Ahornsirup und Vanillezucker verrühren. Maisstärke, Gewürze und Frischkäse unterheben.

Die Springform mit Boden und die Maroni aus dem Backofen nehmen und die Maroni schälen. Die Maroni zusammen mit dem Joghurt pürieren. Zu den restlichen Zutaten geben und unterrühren.

Die fertige Füllmasse auf den Boden in die Springform geben und gleichmäßig verteilen.

Bei 170 °C ca. 50 Minuten backen. Vor dem Auslösen aus der Form, auskühlen lassen, sonst bricht der Kuchen.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

 

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