Histamin-Pirat

Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

Schlagwort: Vegetarisch (Seite 1 von 6)

Erfrischendes Quittengelee mit (vor-)weihnachtlichem Touch …

Ich liebe Quitten. Aber im Supermarkt findet man die irgendwie nie. So ist es also Jahre her, dass ich in den Genuss von Quitten gekommen bin. Vor ein paar Tagen habe ich jedoch einen Sack voll Früchte geschenkt bekommen und meinen ersten richtigen Einkochversuch damit gestartet.

Ja, okay, es gibt bereits ein Marmeladenrezept auf dem Blog, aber das hat wenig mit dem Einkochen zu tun, wie wir es von Oma oder so kennen.

Und genau daran wollte ich mich mal versuchen: Einkochen wie die Oma. Aus den Quitten sollte also zum einen Gelee und zum anderen Marmelade werden. Und so viel weg: Das Gelee hat den Geschmackstest bereits bestanden. Saulecker! Der Mix ist irgendwie recht erfrischend und zugleich gibt das Ganze bereits einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Weihnachtszeit.

Neben Quitte ist nämlich noch Vanille, Kardamom und ein Schuss Limette mit dabei. Wer mit Zitrusfrüchten nicht so gut kann, lässt die Limette, die den Frische-Kick gibt, einfach weg. Hier werden Limetten aber ganz gut vertragen. Also darf das ruhig mit rein.

Quittengelee mit Limette, Vanille & Kardamom

Zubereitungszeit:

ca. 2 h bis 3 h

Schwierigkeit:

normal

Zutaten für 3 Gläser

  • ca. 3 kg Quitten (Rohgewicht vor dem Zerkleinern)
  • Wasser
  • 1 Vanilleschote* (kann auch schon ausgekratzt sein, da sie mitgekocht wird)
  • Saft von 1 Limette, optional
  • 1/2 TL Kardamom
  • 500 g 1:1 Gelierzucker

Zubereitung:

Die Quitten gründlich abwaschen und den “Pelz” abputzen. Grob in Stücke schneiden. Die Strünke habe ich weggeschnitten, aber das Kerngehäuse nicht.

In einem großen Topf* mit Wasser weichkochen. Das dauert etwa 30 bis 45 Minuten.

Anschließend mit einem Schaumlöffel* die Quittenstücke aus dem Kochwasser nehmen oder durch ein großes Sieb abseihen.

Ich habe zunächst versucht, das Quittenmus durch ein feines Sieb zu drücken, um an den Saft zu kommen. Doch die Ausbeute ist dabei wirklich mäßig. Mehr Saft erhält man mit Muskelkraft, indem man die Masse ordentlich durch ein Tuch drückt – ja, geradezu wringt.

Weil ich am nächsten Tag noch Marmelade aus den Überresten machen wollte, habe ich vor dem Ausdrücken die Kerngehäuse entfernt.

Nach dem Auswringen durch ein Tuch erhält man etwa 500 ml Quittensaft. Dieser wird zusammen mit dem Limettensaft (optional), der ausgekratzten Vanilleschote und Kardamom sowie dem Gelierzucker erhitzt.

Währenddessen die sauberen Einweggläser in einen anderen Topf mit heißem Wasser stellen, damit sie vorgewärmt sind. Das verhindert, dass die Gläser springen, wenn das heiße Gelee eingefüllt wird.

Damit die Masse geliert, ist es wichtig, dass alles einmal richtig aufwallt. Ich habe es fünf Minuten siedend (blubbernd) vor sich hin kochen lassen.

Jetzt sollte es schnell gehen. Das Gelee in die vorbereiteten, warmen Gläser füllen. Deckel drauf und einmal auf den Kopf stellen. Nach ein paar Minuten wieder umdrehen. Gegebenenfalls Handschuhe anziehen, falls die Gläser schon zu heiß sind. Diese Prozedur desinfiziert zusätzlich die Deckel. Ich koche aber ohnehin vorher die Gläser und Deckel aus, damit es steril ist.

Jetzt müssen die Gläser noch auskühlen. Wenn sie Zimmertemperatur erreicht haben, können sie auch über Nacht in den Kühlschrank gestellt werden. So wird das Gelee auf jeden Fall fest.

Hinweis: Ich habe bisher noch keinen 1:1 Gelierzucker ohne Citronensäure gefunden und auch hier so welchen verwendet. Wenn ich mal wieder Früchte habe, werde ich einen Versuch nur mit Pektin, Rohrzucker und Limette versuchen. Wie machst Du Gelee oder Marmelade? Bin gespannt auf die Erfahrungen. Das hier ist ja mein erster Versuch, der aber wirklich gut schmeckt. Eigenlob … 😉

Jetzt ist noch jede Menge Mus übrig. Dieses habe ich am nächsten Tag zu Marmelade verarbeitet und das ging so:

Quittenmarmelade mit Minze, aztekischem Süßkraut, Limette, Vanille & Kardamom

Zubereitungszeit:

ca. 1 h

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 10 Gläser

  • Überreste / Mus von den 3 kg Quitten vom Vortag (im Kühlschrank gelagert)
  • Wasser
  • 1 Vanilleschote* (ich habe dieselbe vom Vortag nochmal verwendet)
  • Saft von 2 Limetten, optional
  • frische Kräuter aus dem Garten: 3 Stängel aztekisches Süßkraut, 2 Stängel Zitronenmelisse, 2 Stängel Apfelminze (hier kann nach Geschmack variiert werden)
  • 1/2 TL Kardamom
  • 1 kg 1:1 Gelierzucker

Zubereitung:

Aus den Kräutern wird ein Tee gekocht. Wir brauchen einen Liter. Im Grunde kann man auch einfach Wasser oder zum Beispiel Apfelsaft nehmen. Ich fand die Kräutertee-Idee aber ganz lecker.

Anschließend werden Mus, Kräutertee, Limettensaft, Vanilleschote, Kardamom und Gelierzucker in einem großen Topf erhitzt. Auch das muss wieder aufwallen, damit es nachher richtig geliert. Also wieder fünf Minuten blubbern lassen.

Währenddessen wieder Gläser vorbereiten und aufwärmen.

Die heiße Marmelade in die Gläser füllen und zuschrauben. Einmal auf den Kopf stellen und nach ein paar Minuten umdrehen. Jetzt heißt es warten, bis die Marmelade fest ist. Dann kannst Du sie Dir schmecken lassen oder verschenken. Einige meiner Gläser sind schon reserviert.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Käsespätzle mit Limetten-Joghurtsauce

Sie gehören zur deftigen Küche Österreichs einfach dazu – vor allem im Westen des Landes: Käsespätzle. Und der Histaminer isst sie unglaublich gern. So ganz histaminarm ist das Gericht aber nicht. Traditionell wird die Speise mit Röstzwiebeln garniert und nicht jeder mit Histaminintoleranz verträgt Zwiebeln. Alle Zwiebeln, außer weiße, gelten als Liberator – so die SIGHI-Liste. Damit hat die würzige Garnitur das Potential, im Körper Histamin freizusetzen, was im Übermaß zu Problemen führen kann.

Ein anderes Problem ergibt sich möglicherweise aus den Spätzle selbst. Wer sie nicht selbst macht – etwa weil die Zeit dazu fehlt – kauft sie. Dann sind sie meist aus Weizen. Ich habe bisher keine hellen Dinkelspätzle entdeckt. Und warum wir Vollkorn eher meiden, habe ich hier beschrieben.

Dann ist da noch der Käse. Die fettige Käseschicht kann auch jemandem auf den Magen schlagen, der nicht an HIT leidet. Doch für Menschen mit Histaminintoleranz stellt sich vor allem die Frage: Geht Käse als fermentiertes Produkt überhaupt? Jain. Wir gehen lang gereiftem Käse aus dem Weg und setzen alternativ auf junge Sorten wie Gouda.

Ein Einstiegsgericht, also für die Zeit kurz nach der Diagnose – in der so genannten Karenzphase, sind Käsespätzle also nicht.

Für eine “Sündenaktion” zwischendurch gehen Käsespätzle aber – hier zumindest. Nicht zuletzt, da ich mit einer umstrittenen Zutat “histamintechnisch” gegengesteuert habe: Limetten. Auch Zitrusfrüchte gelten als Liberator. Gleichzeitig enthalten sie jedoch relativ viel Vitamin C, was den körpereigenen Histaminabbau wiederum ankurbelt. Probiere am besten selbst, ob Limetten für Dich eine hilfreiche Rolle in der Küche spielen oder nicht. Weitere Helfer in diesem Rezept: Petersilie und Schwarzkümmel.

Nach der langen Vorrede (oder Vorwarnung) nun aber zum eigentlichen Rezept!

Käsespätzle (aus der Pfanne) mit viererlei Käse, Limetten-Joghurtsauce und Röstzwiebeln

Zubereitungszeit:

ca. 30 Minuten

Schwierigkeit:

normal

Zutaten:

  • Spätzle – Menge je nach Hunger
  • leicht gesalzenes* Wasser zum Kochen
  • ca. 400 g Naturjoghurt – am besten mit Bifido-Bakterien
  • 2 – 3 Stängel fr. Petersilie
  • verschiedene Sorten Käse (wir haben Joghurt-Käse, Feta, Gouda und ein ganz bisschen Bergkäse verwendet)
  • Röstzwiebeln
  • Saft einer halben Limette
  • Butter zum Braten
  • Salz, Pfeffer und etwas Schwarzkümmel*

Zubereitung:

  1. Spätzle nach Packungsanleitung in leicht gesalzenem Wasser kochen. Abseihen und kurz mit Wasser abspülen.
  2. Während die Spätzle kochen, kannst Du die Sauce zubereiten. Dazu Petersilie hacken, Limettensaft in den Joghurt einrühren, mit Salz, Pfeffer und etwas Schwarzkümmel würzen. Dann etwa 2/3 der gehackten Petersilie unterheben. In den Kühlschrank damit!
  3. Etwas Butter in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Ich habe mich vor einiger Zeit von den alten Teflon-Pfannen verabschiedet und verwende nun mit Keramik beschichtete Pfannen*. Diese Pfannen bieten den Vorteil, dass sie höher erhitzt werden können als Teflon-Pfannen, ohne giftige Dämpfe abzugeben, die ansonsten unter anderem für Migräne sorgen könnten. Doch da Keramik voll im Trend liegt, gibt mittlerweile auch viele Billig-Pfannen, bei denen die Beschichtung, selbst bei ordnungsgemäßer Nutzung – ohne Kratzschwamm und mit ausschließlich metallfreien Küchenhelfern, schnell kaputtgeht, wodurch schädliche Metalle wie Blei aus der Keramikbeschichtung ins Essen gelangen können. Daher lieber ein paar Euro mehr investieren und eine langlebende Pfanne der Gesundheit zuliebe verwenden.
  4. Die Spätzle zusammen mit dem Käse in die Pfanne auf mittlerer Hitze geben und regelmäßig umrühren, bis der Käse vollständig geschmolzen ist.
  5. Auf tiefen Tellern mit einem Klecks Sauce, der restlichen Petersilie und etwas Röstzwiebeln anrichten und genießen.

PS: Wie befreie ich meine beschichtete Pfanne nach dem Kochen vom eingetrockneten Käse, ohne sie zu zerkratzen? Einfach Wasser in die abgekühlte Pfanne füllen. Die Pfanne mit dem Wasser auf dem Herd erhitzen und der Käse schmilzt. Die Käse-Wasser-Mischung kann nun abgegossen werden und die Pfanne kann ganz einfach mit einem weichen Schwamm abgewaschen werden.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Natürlich gesund: Was hält die Natur-Apotheke für uns bereit? (Rezension)

Ich mache Zahnpasta selbst und achte darauf, jede Menge natürliche Helferlein, die den Histaminabbau ankurbeln oder die Histaminausschüttung vermindern, in den Speiseplan zu integrieren. Doch die „Kräuter-Liesel“ kann mir bestimmt noch mehr beibringen.

Liesel Malm ist die Kräuter-Liesel

Die begeisterte Kräuterfrau wurde 1933 geboren und lebt im Westerwald. Im Jahr 1985 bringt eine Krebsdiagnose ihr Leben durcheinander. Obwohl sie nie wirklich richtig ungesund gelebt hat, entscheidet sie sich, ein paar grundlegende Veränderungen der Gesundheit zuliebe vorzunehmen. Sie hat zwar, genau wie ich, nie viel Fleisch gegessen. Doch ab sofort ernährt sie sich konsequent ovolakto-vegetarisch – sie verzichtet ganz auf Fleisch, isst aber weiterhin Milchprodukte sowie Eier. Ihre vegetarische Vollwertkost ist zudem großteils frisch.

Außerdem setzt sie auf Vollkornprodukte. Die enthalten schließlich viele Ballaststoffe, was für eine gute Darmbeweglichkeit sorgt. Bei HIT und verwandten Problemen wie Reizdarm-Syndrom können Vollkornprodukte zuweilen Probleme machen. Denn neben Ballaststoffen enthält das volle Korn mit Schale auch natürliche Pflanzenabwehrstoffe, die bei empfindlichen Personen Beschwerden machen können. Ich habe hier schon einmal darüber geschrieben.

Reinschnuppern in die Natur-Apotheke

Beim Reinlesen fällt sofort die leicht verständliche und vielleicht auch etwas anachronistische Schreibweise der Kräuter-Liesel auf. Sie schreibt zum Beispiel nicht von so neumodischen Trends wie „Detox-Tee“. Stattdessen erfahren wir von einer „Kur mit Ausschwemmtee“. Vor allem jungen Menschen legt sie eine Fastenwoche nahe, bei der viel getrunken und weniger gegessen wird. Der beste Zeitpunkt zum Fasten ist laut Liesel Malm die Zeit des abnehmenden Mondes, „denn wenn er zunimmt, kann man nicht abnehmen.“ Klingt einleuchtend.

Doch nicht alles, was Liesel Malm aus ihren Notizbüchern im Buch „Die Natur-Apotheke“* zusammengetragen hat, kommt so einleuchtend daher. So schreibt sie auf S. 35:

Medizinische Untersuchungen haben gezeigt, dass Brennnesselpräparate allergische Symptome im Nasenbereich beseitigen können.

Leider fehlt der Verweis auf die angesprochenen „medizinischen Untersuchungen“. Im Gegenzug ist mir eine groß angelegte Vergleichsstudie 1 bekannt, die für den Zeitraum zwischen 1980 und 2003 alternativmedizinische Ansätze in Studien zu Allergien, Asthma und anderen immunologischen Problemen vergleicht, in der explizit auch die Brennnessel erwähnt wird, die eher negative Effekte haben soll. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass in Brennnesseln Histamin enthalten ist.

Umgekehrt berichtet die folgende Studie 2 davon, wie ein Brennnesselextrakt als H1-Antihistaminikum wirkt und die Mastzellen stabilisiert und so die Histaminausschüttung verhindern kann. Tatsächlich scheiden sich auch unter den Histaminern die Geister, ob Brennnesseltee gut oder schlecht ist. Wie so oft, ist dies womöglich nur individuell auszutesten.

Ein für viele jedoch bereits bekanntes Helferlein ist die Zistrose. Aus Kraut und Blüten wird ein Tee gebrüht, der nicht nur bei Allergien und Neurodermitis wirksam sein soll, sondern meines Wissens nach auch bei HIT.

Hinzu kommen weitere Gartenbewohner, von denen ich mitunter noch nicht gehört habe. Einer davon ist Jiaogulan, eine Rankpflanze, die unter anderem gegen freie Radikale wirken und damit auch für die Krebsbehandlung von Interesse sein soll.

Doch natürlich deckt das Buch weitaus mehr als Krebserkrankungen und Allergien in der Natur-Apotheke ab. Ein interessanter Hinweis, auch für die oft psychisch geplagten Histaminer, ist, magnesium- und kaliumreiche Kost zu sich zu nehmen. Als Beispiele führt die Kräuter-Liesel Portulak, Giersch und Thymian auf S. 47 an.

Umstritten dürften hingegen wiederum die Ausführungen auf S. 60 zur transdermalen Magnesiumaufnahme sein. Ob das sogenannte Magnesiumöl, das eigentlich ein mit Magnesium angereichertes Wasser ist, über die Haut aufgenommen werden kann, wird nach wie vor heiß diskutiert.

Ein weiteres interessantes Thema, das die Autorin in ihrem Buch aufgreift, ist Milchsäure. Speziell in der alternativmedizinischen Krebstherapie kommen rechtsdrehende Milchsäurebakterien seit einiger Zeit zum Einsatz. Kürzlich erreichte mich eine Mail einer Leserin zum Thema Joghurt. Sie beschrieb, wie sie Quark bzw. Topfen und andere gereifte Milchprodukte zwar vertrage, solange sie Bioprodukte kaufe, jedoch mache ihr Joghurt nach wie vor Probleme. Als möglichen Grund stieß ich das Thema der Bakterienstämme an. Denn so sehr Milchsäurebakterien oft als „gut für den Darm“ über einen Kamm geschert werden, gibt es hier doch Unterschiede. Auch in Bezug auf HIT sollte den rechtsdrehenden Kulturen der Vorrang gegeben werden. So gelten die überwiegend linksdrehenden Kulturen Streptococcus thermophilus und Lactobacillus bulgaricus beispielsweise als problematisch bei HIT, während die meist rechtsdrehenden Kulturen Lactobacillus acidophilus sowie Bifidostämme gemeinhin besser vertragen werden.

Und wo wir gerade bei Bakterienstämmen sind, können wir auch gleich über andere – ungewollte – Darmbewohner, also Parasiten sprechen. Denn auch diesem Thema widmet die Kräuter-Liesel ein Kapitel, wo sie unter anderem über Kubebenpfeffer sowie Cranberry-Muttersaft schreibt, um natürlich gegen die Eindringlinge vorzugehen.

Dass es sich bei ihrem Buch jedoch, ähnlich wie bei meinem eigenen Blog, um ein ideengebendes Medium, keineswegs eine Fachpublikation handelt, zeigt sich nicht nur daran, dass es kein Quellenverzeichnis gibt, sondern auch an Pauschalaussagen, wie in dieser Einleitung zum Thema Wechseljahresbeschwerden auf S. 232:

Wenn eine Frau in die Wechseljahre kommt, produziert der Körper weniger Östrogen und stellt langsam, aber sicher die Produktion ganz ein.

Dabei wissen wir längst, nicht zuletzt aufgrund des informativen Gesprächs mit Frau Dr. Scheuernstuhl, dass es vor allem der nicht-lineare Rückgang der Hormonproduktion ist, der für die sogenannten Wechseljahresbeschwerden sorgt. Soll heißen: Hitzewallungen und andere Probleme sind meist dadurch bedingt, dass die Progesteronproduktion schneller abnimmt als die Östrogenproduktion – und umgekehrt. Es geht also um das Verhältnis der verschiedenen sogenannten Sexualhormone zueinander, nicht nur um den bloßen Rückgang. Tatsächlich soll es Frauen geben, die relativ beschwerdefrei durch den Wechsel kommen – weil Progesteron und Östrogene recht synchron zueinander rückläufig in der Produktion werden.

Vor allem bei HIT ist daher ein gut ausgebildeter und engagierter Heilpraktiker gefragt, wenn alternativmedizinisch interveniert werden soll. Doch wer lediglich einmal in die bunte Welt der Kräuter hineinschnuppern möchte, findet bei der Kräuter-Liesel einfache Anregungen, auch dafür, was vielleicht in der nächsten Saison noch im Garten ausgesät werden könnte. Ein besonderer Leckerbissen sind diese entspannenden Betthupferln – Lavendel-Einschlafkekse:

Zusammenfassung:

  • Die Natur-Apotheke“* von Liesel Malm
  • 304 Seiten, Hardcover
  • Rezepte und Tipps im Umgang mit Heilkräutern
  • einfache Einführung / Überblickswerk
  • leider kein Quellenverzeichnis mit den genannten Studien vorhanden
  • 14,99 Euro, erschienen im Bassermann Verlag

Ich bedanke mich beim Bassermann Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Vegetarisch mit Liebe – von A bis Z (Rezension mit Rezept)

Vor allem Menschen, die sich vegetarisch oder gar vegan ernähren, stehen mit der Diagnose Histaminintoleranz meist vor einem Problem, das gesunde Menschen ganz einfach umschiffen können: Protein. Denn wer auf Fleisch verzichtet, muss sein Eiweiß aus anderen Quellen beziehen. Die Natur offeriert uns zum Glück zahlreiche Optionen: Samen, Kerne, Nüsse und auch Hülsenfrüchte sind richtige Proteinbomben. Da wäre nur ein Problem: Wer Histaminintoleranz hat, verträgt vor allem Nüsse und Hülsenfrüchte meist nur eingeschränkt. Das hat auch der Histaminer hier am eigenen Leib erfahren.

Histaminintoleranz ohne Fleisch – das geht, aber …

Grundsätzlich ist die vegetarische und auch vegane Ernährung mit Histaminintoleranz möglich. Man muss nur wissen, was man tut, und braucht vor allem Disziplin. Schließlich schränkst Du Deinen ohnehin eingeschränkten Speiseplan freiwillig weiter ein. Als kleiner Bonus: Zu viel Fleisch, vor allem verarbeitete Fleischwaren wie Wurst, ist ohnehin nicht gesund. Ja, Wurstwaren stehen laut WHO sogar im Verdacht, Krebs zu verursachen. Weil Fleisch zudem Entzündungsprozesse im Körper begünstigen kann, haben wir unseren Fleischkonsum auf ein Minimum reduziert.

Wer jedoch ganz darauf verzichtet, sollte für ausreichend Abwechslung sorgen, um genug Vitamin A, Eisen etc. zu bekommen. Denn pflanzliche Lebensmittel enthalten lediglich die Vorstufe von Vitamin A, Beta-Carotin, welche der Körper zunächst umwandeln muss. Dazu macht es im Fall von Karotten zum Beispiel mehr Sinn, die Möhrchen gekocht statt roh zu essen. Deine Eisenaufnahme kannst Du durch den gleichzeitigen Verzehr von Vitamin-C-haltigen Speisen verbessern. Aber wer achtet auf all das – immer?

Um regelmäßige Check-ups kommt man eigentlich auch als “normaler” Vegetarier und Veganer nicht herum. Doch vor allem für “Histaminer” ohne Fleisch gilt es, die B-Vitamin-Versorgung (insbesondere Vitamin B6 und B12) regelmäßig überprüfen zu lassen. Aber auch Eisen (Serum-Ferritin) wird beim Erstellen eines großen Blutbilds meist gleich mit überprüft. In Einzelfällen kann es Sinn machen, weitere Werte in Bezug auf die Nährstoffversorgung zu checken.

Als “Pflanzenfresser” sinnvoll ersetzen bei Histaminintoleranz

Was das Thema Protein angeht, fallen ein paar Veggie-Favoriten bei HIT in der Regel weg, darunter:

  • Walnüsse
  • Sonnenblumenkerne
  • Erdnuss
  • Erdmandel

Einige davon enthalten entweder selbst recht viel Histamin oder wirken als Liberator. Kommen bei Dir Allergien hinzu, wird die Liste womöglich noch länger.

Ansonsten bleiben aber ein paar nussige Alternativen. Cashewkerne und Mandeln, Haselnüsse und Pinienkerne, die zwar im Übermaß auch Bauchweh machen können, gehen als kleine Zugabe zum Salat meist dennoch ganz gut. Noch besser sind zum Beispiel diese veganen Zutaten mit Biss:

  • Hanfsamen
  • Pistazie
  • Macadamia
  • Kokosnuss
  • Kürbiskerne

Doch wie sieht es nun in Sachen Hülsenfrüchte aus? Haben wir anfangs ganz auf Hülsenfrüchte verzichtet, sind mittlerweile wieder welche auf dem Speiseplan. Doch welche? Als kleine Faustregel habe ich folgende Formel entwickelt: Was auch roh bedenkenlos gegessen werden kann, geht auch bei HIT ganz gut. Tatsächlich sind es nämlich vornehmlich die Pflanzenabwehrstoffe, die es erfordern, dass man Linsen, Kichererbsen & Co zunächst mal kochen muss, damit sie – auch von gesunden Menschen – vertragen werden. Die Hülsenfrüchte, die Gesunde aber auch so essen können, Erbsen zum Beispiel, enthalten weniger von diesen Stoffen. Daher sind sie für Histaminer durchaus Kandidaten für den Speiseplan.

Tipp: Auch Sprossen sind in aller Regel verträglicher als die Hülsenfrüchte an sich. Hast Du schon ein Keimglas* oder ein Sprossenhaus*?

Wie immer bei HIT und auch im Fall der Hülsenfrüchte gilt: Verbanne nichts vom Speiseplan, was Dir in Maßen eigentlich guttut. Beispiel für so ein Lebensmittel in der “Grauzone” gefällig? Zitrone. Das enthaltene Vitamin C unterstützt den Histaminabbau (und die Eisenaufnahme, s. o.). Dennoch gelten Zitrusfrüchte als Liberator, d. h. Dein Körper wird angeregt, sein eigenes Histamin aus den speichernden Mastzellen ins Blut abzugeben. Bei Zitronen und anderen Liberatoren kommt es entscheidend auf die Menge an, die das Ganze zum Gift oder zur Medizin macht.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf habe ich mich durch “Vegetarisch mit Liebe“* geblättert, natürlich auf der Suche nach etwas Leckerem auf Pflanzenbasis, das auch dem Histaminer bekommt.

Ein vegetarisches Kochbuch von A bis Z

Als ich das Kochbuch im Programm vom Südwest-Verlag entdeckt habe, hat mich zunächst der Titel “Vegetarisch mit Liebe“* angelacht. Dass ich es zur Rezension haben wollte, war dem Umstand geschuldet, dass es ganz anders aufgebaut ist, als jedes andere Kochbuch, das ich kenne: Das Buch geht einfach Zutaten von A wie Apfel bis Z wie Zucchini durch und liefert somit alphabetische Kücheninspiration. Du kannst also einfach bei Deinem Lieblingsobst oder -gemüse schmökern und findest bestimmt was Schmackhaftes.

Bis mich ein Rezept angesprungen hat, habe ich gar nicht lange blättern müssen. Unter B finden wir “Blumenkohlcurry mit gebratenem Reis”.

Schaut man sich die Zutatenliste an, wird schnell klar: Hier müssen wir nochmal Hand anlegen. Denn enthalten sind unter anderem Kichererbsen, Rosinen und jede Menge Gewürze – Curry eben. Doch das soll den Histamin-Piraten bekanntermaßen nicht aufhalten. Der kapert die Sache schon für sich!

Blumenkohlcurry mit gebratenem Reis

Zubereitungszeit:

ca. 1 Stunde

Schwierigkeit:

normal

Zutaten für 3-4 Personen:

  • 1/2 Kopf Blumenkohl/Karfiol
  • etwas Öl zum Braten, z. B. Kokos- oder Olivenöl
  • 1 rote Zwiebel (Vorsicht bei Salicylatintoleranz)
  • 1 kl. Tasse Basmati-Reis, Wasser, Butter/Öl und Salz zum Kochen
  • 60 g Cashewkerne
  • 100 g Erbsen (tiefgekühlt)
  • 3 Karotten
  • optional: 2 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten (Vorsicht bei Salicylatintoleranz)
  • 1/2 kl. Dose Kokosmilch (ohne Bindemittel!)*
  • Saft von 1/2 Limette
  • 2 EL gehackte Minze, frisch
  • ein paar Chilifäden*
  • 1 Pr. Kurkuma
  • 1 Pr. Kreuzkümmel
  • 1 Pr. getrocknetes Zitronengras
  • Salz & Pfeffer nach Geschmack

Erfrischende Joghurt-Sauce

  • 1 Becher Joghurt (4 % Fett)
  • Saft von 1/2 Limette
  • Msp. Kardamom
  • Salz & Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung:

Reis gründlich durch ein Sieb* abspülen. In gesalzenem Wasser kochen. Kurz bevor der Reis fertig ist, ein bisschen Butter oder Öl unterrühren.

Für die Sauce alle Zutaten in einer Müslischüssel verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Bis zum Servieren in den Kühlschrank stellen.

Blumenkohlhälfte in Röschen zerteilen und gründlich abspülen. Karotten abspülen, schälen und in kleine Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und würfeln. Öl in einer tiefen Pfanne erhitzen. Gemüse ca. 5 Minuten dünsten, bis der Blumenkohl hellbraun ist.

Cashewkerne und Erbsen zugeben und ca. 5 Minuten weiterbraten, bis die Cashews hellbraun sind.

Frühlingszwiebelringe und Gewürze zugeben. Kurz mitbraten, bis die Gewürze duften. Die Hitze reduzieren und Kokosmilch einrühren. Dann Limettensaft und noch etwas Salz zugeben. Den Reis einarbeiten. Minze unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit der Sauce servieren.

Tipp:

Du kannst, wie immer bei Curry, beim Gemüse variieren. Was hat denn gerade sonst noch so Saison? Mit einem Curry-Grundrezept sorgst Du auf diese Weise für Abwechslung auf dem Tisch.

Ich habe die Gewürze teils geändert und vor allem stark in der Menge reduziert. Falls Du Kurkuma, Kreuzkümmel & Co besser als der Histaminer verträgst, kannst Du hier ruhig noch etwas nachwürzen.

Statt der im Rezept angegeben Chiliflocken habe ich Chilifäden* verwendet. Die sind weniger scharf und bringen trotzdem milde Würze ins Gericht. Probier’s mal aus!

Zusammenfassung:

Vor allem Histaminer finden ein Kochbuch, das alphabetisch nach Zutaten sortiert ist, sicher ganz praktisch.So ist es jedenfalls mir ergangen. Neben dem Blumenkohlcurry gibt es noch eine Reihe anderer Rezepte im Buch, die sich leicht auf histaminarm trimmen lassen und meist schon glutenfrei sind. Die bunte Sammlung vegetarischer Köstlichkeiten geht übrigens auf den Blog “Love and Lemons” zurück, den ich vor der Lektüre noch nicht kannte. Nicht nur das Buch, auch die Website sieht vielsprechend aus.

Neben der cleveren Aufteilung gefällt mir am Buch vor allem die Abteilung mit den Basics am Schluss. Hier gibt es unter anderem ein Smoothie- und ein Pesto-Grundrezept, mit dem man weiterarbeiten kann.

Das schöne Hardcover macht aufgrund der praktischen Aufteilung, aber auch wegen der appetitlich angerichteten Speisen auf den Bildern richtig Lust auf kochen. Vielleicht magst Du ja auch mal hineinschnuppern? Hier sind die Fakten:

  • Vegetarisch mit Liebe“* von Jeanine Donofrio (Love and Lemons)
  • 320 Seiten, Hardcover
  • Rezepte von A wie Apfel bis Z wie Zucchini
  • zahlreiche Basics und Tipps für die Zubereitung
  • viele Rezepte sind glutenfrei und lassen sich leicht abwandeln, um sie histaminarm zu machen
  • 24,99 Euro, erschienen im Südwest-Verlag

Ich bedanke mich beim Südwest-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Es ist wieder Histamin-Frei-Day …

Wie bereits im letzten Monat, gibt es auch im Februar einen “Histamin-Frei-Day”, den Daniela’s Foodblog ins Leben gerufen hat.

Jeder ist auch diesen Monat herzlich eingeladen, die histaminarme Küche um etwas Leckeres zu erweitern.

Klassiker wiederentdecken

Während ich mich ansonsten viel damit beschäftige, dies durch das und jenes zu ersetzen oder danach strebe, etwas Altbekanntes völlig neu zu erfinden, sind es mitunter Klassiker, die wir dabei übersehen. Dabei sind es oft genau diese Speisen, die nicht nur die Körpermitte, sondern auch die Seele wärmen. Man denke nur an Kindergerichte wie Milchnudeln, Milchreis oder Gesprengtes Huhn – allesamt Leibgerichte von mir, die ich mit meinen Omas verbinde. Dazu sei erwähnt, dass ich so ein glückliches Wesen bin, dass gleich zwei Omas und eine Uroma hat(te). Glücklich deswegen, weil meine zwei Omas ziemliche Persönlichkeiten waren und eine es noch immer ist. Jede hatte so ihren Spleen und auch wenn womöglich jeder in meiner Familie etwas anderes mit jeder Oma verbindet, habe ich eben ganz spezielle Erinnerungen im Kopf. Bei der einen Oma war ich vorwiegend nur in den Ferien und hier wurde auf Seide gemalt. Zu Weihnachten beginnt genau die Oma bis heute schon mehrere Tage vor Weihnachten mit dem Kochen, damit an den Feiertagen jeder seine Leibspeise bekommt. Eins darf dabei nicht fehlen: Kartoffelklöße (oder Knödel, wie man hier sagt) – dazu gleich mehr.

Die andere Oma hatte einen großen Faible für Literatur und schickte mir selbst ins österreichische “Exil” jahrelang regelmäßig Briefe. Natürlich immer mit ein paar literarisch wertvollen Zeilen. Außerdem liebte sie klassische Musik und – wie so viele Omas, mochte sie Andrè Rieu. Sie kannte jeden Baum beim Namen und hat mir gern die Haare gebürstet. Über sie hab’ ich vor Jahren auch mal ein Gedicht geschrieben, ob das nun “literarisch wertvoll” ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Über meine Uroma weiß ich – Asche auf mein Haupt – nicht so viel, wie ich gerne wollte. Als Kind fragt man einfach zu wenig von dem, was wirklich wichtig ist. In Retrospektive geht’s mir jedenfalls so. Meine Uroma hatte einen süßen Zahn und das änderte sich auch mit dem Diabetes nur kaum. Außerdem war sie ein großer Tierfreund und hatte überhaupt ein riesiges Herz. Als Teenager hat sie gezwungenermaßen den Gasthof ihrer Eltern übernommen und dort in riesigen Töpfen gekocht.

Wie komme ich jetzt auf die ganzen Omas und Essensklassiker? Den ersten Anstoß gab mir der Schmankerlblog mit diesem Beitrag. Und dann fiel mir noch dieses Buch in die Hände:

“Das vegane Kochbuch meiner Oma”: Vegan kochen ohne Superfoods

Die Autorin beschreibt in “Das vegane Kochbuch meiner Oma”* wie pflanzliche Kost, wohl oder übel, früher noch kein Trend, sondern ganz normal war. Fleisch war teuer und so gab es häufig ganz simple, aber nicht minder leckere Speisen. Back to the roots erlangt angesichts Karotten, Pastinaken & Co da eine interessante Doppelbedeutung.

Das Buch ist wunderbar liebevoll geschrieben und auch gemacht. Allein die Fotos sind ein Highlight. Mit Emaille-Topf und allem Oma-Drum-und-Dran. Histamintechnisch hab ich nicht sooo viel entdecken können, da häufig Tomaten und anderes dabei war. Aber zum Beispiel “Kürbismarmelade” steht nun definitiv auf meiner To-Do-Liste. Für alle, die auch Lust auf eine kleine (vegane) Zeitreise haben, ist das Buch sicherlich genauso anregend wie für mich. Es kommt nämlich, ganz untypisch für die moderne, pflanzliche Küche, ohne Superfoods und superexotische Zutaten aus, die meist einen langen Weg zurückgelegt haben. Ob dann die Bio-Kiwi angesichts des Kerosinverbrauchs eigentlich noch so heißen darf, wird da schon mal fraglich.

Zusammenfassung:

  •  “Das vegane Kochbuch meiner Oma”* von Kirsten M. Mulach
  • 112 Seiten, gebundene Ausgabe
  • veganes Kochbuch ohne Superfoods mit traditioneller Küche “wie bei Oma”
  • leider nur wenig histaminarme Gerichte
  • 16,99 Euro, erschienen im Bassermann-Verlag

Ich bedanke mich beim Bassermann-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Nicht ganz vegan, aber doch zumindest vegetarisch geht es jetzt endlich an den Histamin-Frei-Day! Wir machen

Kartoffelklöße/-knödel mit Pastinakensauce

Zubereitungszeit:

ca. 1 h

Schwierigkeit:

normal

Zutaten:

  • ca. 500 g Kartoffeln (mehlig)
  • ca. 80-100 g Kartoffelstärke
  • 1 Ei oder 2 Eigelb (wer empfindlich reagiert)
  • 1 EL Olivenöl, 1 EL Leinöl, 1 EL Hanfsamenöl oder 3 EL Butter
  • Pr. Salz und ein paar Kräuter nach Wunsch (Petersilie, Oregano, Majoran …)
  • 1 Dinkelbrötchen (vom Vortag)

 

  • 2 Pastinaken
  • 2 Kartoffeln
  • 1/2 TL Pulver Gemüsebrühe (hefefrei)
  • ca. 2 Tassen Wasser
  • 1 Knoblauchzehe
  • (Spritzer Zitrone) – weglassen, wer sehr empfindlich reagiert

 

Zubereitung:

Knoblauch, Pastinaken und Kartoffeln schälen. Die Kartoffeln für die Klöße etwa 20 bis 25 Minuten kochen. Anschließend abseihen und mit kaltem Wasser abspülen.

Währenddessen das Brötchen halbieren und die Hälften in Streifen und schließlich in Würfeln schneiden. In etwas Öl oder Butter knusprig zu Croutons rösten.

Mit nur wenig Wasser die restlichen Kartoffeln und Pastinaken zusammen mit dem Knoblauch aufkochen. Brühwürfel oder selbst gemachte Brühlösung hinzugeben und dann ca. 15 bis 20 Minuten weiterköcheln lassen.

Währenddessen die Kartoffeln stampfen. Mit verschiedenen Ölsorten mischen (ich nehme eine Mischung von dem, was gerade da ist. Manchmal kommt auch antihistamines Schwarzkümmelöl zum Einsatz). Das Ei zerschlagen und hinzugeben. Mit Kräutern und etwas Salz würzen. Kartoffelstärke hinzugeben. Alles gut durchkneten. Der Teig ist perfekt, wenn er nicht mehr an den Händen klebt. Wenn er noch klebt, etwas mehr Kartoffelstärke nehmen. Dann etwas Teig abnehmen und handtellergroße Buletten formen und in die Mitte stets ein paar Croutons setzen und dann sorgsam den Teig drum herum legen, bis man eine Kugel hat.

Die fertig geformten Klöße in kochendes Salzwasser geben und bei mittlerer Hitze etwa 25 Minuten köcheln lassen. Achtung: nicht zu viel Hitze, sonst zerfallen die Klöße.

Wenn das Gemüse im Topf weich gekocht ist, mit einem Pürierstab pürieren und eventuell noch mit Salz und einem Spritzer Zitrone abschmecken.

Klöße abschöpfen und zusammen mit der Sauce servieren.

 

(c) Histamin-Pirat

Matcha: Was ist das eigentlich und geht das überhaupt bei HIT?

Darf ich das mit Matcha machen?

Bei Histaminintoleranz stehen Betroffene immer wieder vor der Frage: Darf ich das eigentlich? So sehr wir uns stets genaue Aussagen wünschen würden, gibt es die nur selten. Die Verträglichkeit von Nahrungsmitteln kann ganz individuell ausfallen. Nämlich genau so individuell, wie die Histaminintoleranz selbst.

Da sind zum einen diejenigen, die aufgrund einer ärztlichen Fehlmedikation, einer andauernden Antibiotikabehandlung oder aus anderen Gründen eine gestörte Darmflora mitsamt HIT entwickelt haben. Zum anderen gibt es diejenigen, die schon immer mit zu viel Histamin zu kämpfen hatten. Sorgt ein Gendefekt für einen HNMT-Mangel oder sind gar die Mastzellen zu aktiv? Zweiteres wäre dann schon keine Histaminintoleranz mehr, sondern eine Mastzellaktivierungserkrankung. Trotzdem haben die Betroffenen genauso mit zu viel Histamin im Körper zu kämpfen und müssen ganz genau schauen, was auf den Teller kommt. Möglichst histaminarm und im Fall von Mastzellaktivierungserkrankungen gilt zudem möglichst ohne andere biogene Amine und andere Auslöser, die als Liberatoren wirken. Uff!

Das klingt nach Verzicht, muss es aber nicht sein. Wichtig ist, auf den eigenen Körper zu hören, die eigene Toleranzschwelle zu kennen UND: clever zu kombinieren. Denn viele Lebensmittel enthalten

  • DAO-Co-Faktoren
  • antihistamin wirkende Stoffe/Histaminrezeptorblocker
  • mastzellstabilisierende Substanzen

Man muss sie nur finden! Zum Beispiel:

Wir schätzen Schwarzkümmel in Öl-* und Samenform* besonders als Antihistaminikum (ganz ohne lästige Nebenwirkungen wie Müdigkeit).

Wir mögen Chiasamen*, weil sie unter anderem Zink und andere DAO-Co-Faktoren enthalten, aber mit viel Wasser genossen werden müssen.

Und wir mögen Grüntee, weil er mastzellstabilisierend wirkt. Aber Moment mal, ist Grüntee nicht “böse”?

Grüntee als Mastzellstabilisator

Ich habe mich hier schon einmal mit Tee, Kaffee und Kakao auseinandergesetzt. In diesem Artikel steht bereits, dass Grüntee Schwarztee vorzuziehen ist und zwar weil grüner Tee (und auch weißer Tee) meist wenig bis gar nicht fermentiert ist. Dadurch ist quasi kein Histamin enthalten. Ein Problem bleibt aber: Teein/Kaffein. Das führt dazu, dass Grüntee in der SIGHI-Liste mit “1” und “B” für DAO-Blocker markiert wird. Dann ist der ja eigentlich doch nicht so toll, oder?

Grüntee kann jedoch noch mehr als wach machen und die DAO blockieren. Vor allem, wenn er nur kurz zieht (max. 2 Minuten). Grüntee enthält nämlich auch das Antioxidans Epigallocatechingallat, welches mastzellstabilisierend wirkt – also verhindert, dass der Körper selbst Histamin ausschüttet. Darüber hinaus ist die Aminosäure Theanin enthalten, die ebenso mastzellstabilisierend wirkt!

Aufgrund des Kaffeins sollte Grüntee niemals zu stark histaminhaltigen Speisen getrunken werden, kann aber ansonsten sehr wohltuend sein und getrost getrunken werden, vor allem wenn Ihr den Teebeutel bzw. das Tee-Ei nach 2 Minuten aus der Tasse nehmt.

Und wie ist das nun mit Matcha?

Matcha ist gemahlener Grüntee*. Was also für Grüntee gilt (von der Ziehzeit mal abgesehen), trifft also auch für Matcha zu. Ihr solltet es nicht übertreiben, aber hin und wieder dürft Ihr auch zu dieser Trendzutat greifen.


*
Ursprünglich wurde das heute zum Trend-Drink avancierte Grünteegetränk von buddhistischen Mönchen als Meditationsgetränk erfunden und getrunken. Heute gelten Drinks mit der schäumenden Matchazutat als Jungbrunnen und Superfood. “Matcha” heißt tatsächlich nicht mehr als “gemahlener Tee” wie wir im Buch “Gesund und schlank mit Matcha-Tee”* erfahren. Traditionell wird Grüntee übrigens nicht fermentiert. Die Blätter derPflanze Camellia sinensis werden gedämpft und getrocknet. Für Oolong werden sie halbfermentiert, für Schwarztee fermentiert.

Guter Matcha-Tee soll mild, süßlich und intensiv umami (jap. “herzhaft”) schmecken. Am Ende soll ein Hauch Nussaroma zurückbleiben. Verantwortlich für den süßlichen Geschmack ist übrigens das für uns interessante Theanin. Schlechter Matcha hingegen ist säuerlich, bitter und hat mehr von Brokkoli, Kohl und Algen als das vollmundig süße Aroma des japanischen Traditionsgetränks.

Neben den bereits genannten Inhaltsstoffen kann Matcha mit Ballaststoffen, Eisen, Folsäure und anderen B-Vitaminen sowie mit Vitamin C und anderen antioxidativ wirkenden Vitaminen punkten.

Theanin ist für das Gefühl von “ruhiger Wachsamkeit” des Tees verantwortlich, das Matcha womöglich zum Meditationsgetränk hat werden lassen.

Vielleicht möchtet Ihr demnächst mal etwas mit Matcha ausprobieren. Passend zur Weihnachtszeit könnt Ihr mit diesem grünen Matcha-Joghurt-Smoothie und diesem Kuchen ein bisschen “grinchig” werden. Manchmal hat man das Weihnachtsgetue schließlich auch mal über und möchte einfach nur den Grinch rauslassen. Und hier kommt er:

Matcha-Joghurt-Smoothie (ohne Kuhmilcheiweiß)

Zubereitungszeit:

ca. 5 Minuten

Schwierigkeit:

einfach


Zutaten für ein Glas:

  • 125 ml Schafmilchjoghurt
  • 1/2 Tasse Eiswürfel oder 1/2 Tasse kalter Pflanzendrink (z. B. Mandel-, Hanf- oder Kokosmilch)
  • 2 EL Honig
  • 1 TL Matcha

Zubereitung:

Alle Zutaten im Standmixer oder mit dem Pürierstab glatt verrühren. Fertig.

Matcha-Sandkuchen (laktosefrei, ohne Kuhmilcheiweiß, vegetarisch)

Zubereitungszeit:

ca. 15 Minuten + ca. 45 Minuten im Backofen

Schwierigkeit:

einfach


Zutaten für eine Mini-Kastenform:

  • 65 ml Kokosöl
  • 210 g Zucker
  • 2 Eier (wer empfindlich ist, nimmt nur das Eigelb)
  • 125 ml Pflanzendrink
  • 120 g Dinkelmehl
  • 1 EL Matcha
  • 1 TL Weinstein-Backpulver
  • Pr. Salz

Zubereitung:

Den Backofen auf 160 °C vorheizen. Mini-Kastenform fetten.

Mit dem Handrührgerät Zucker und Öl verrühren. Eier und Pflanzendrink dazugeben und verrühren.

In einer separaten Schüssel alle trockenen Zutaten vermengen.

Den Feuchte-Zutaten-Mix hinzugeben und glatt rühren. In die Kastenform füllen und für ca. 45 Minuten bei Umluft/Heißluft backen.

Auskühlen lassen und aus der Form lösen.

Weitere Rezepte und Infos rund um Matcha gibt es in diesem Buch:

Zusammenfassung:

  • “Gesund und schlank mit Matcha-Tee”* von Petra Hirscher
  • 95 Seiten, Taschenbuch
  • Informationen rund um Matcha
  • mit zahlreichen Rezepten von herzhaft bis süß, zum Trinken, Essen und Naschen
  • 7,99 Euro, erschienen im Riva-Verlag

Ich bedanke mich beim Riva-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

*

(c) Histamin-Pirat

Herbstzeit ist Kürbiszeit …

Kürbis könnte ich immer essen. Insbesondere Butternusskürbis! Gleich hinter Maroni ist der Kürbis ein absolutes Muss im Herbst. Die vielseitige Beerenfrucht – ja, Kürbis ist eine sogenannte “Panzerbeere”, botanisch gesehen – passt zu fast allem und in nahezu alles. Heute kam der Kürbis in die Waffel. Das Rezept kommt übrigens ganz ohne Milch und Backpulver aus.

Waffeln sind auch stets perfekt für eine Party. Warum also nicht zu Bastis erstem Geburtstag Waffeln mitbringen? Da der Kleine sich wahrscheinlich später nicht mehr so richtig an die Party und die mitgebrachten Leckereien erinnern wird, gibt es für ihn von seiner Mama, die den Blog “Das Kocherl” betreibt, ein Rezeptebuch in der Zeitkapsel. Pünktlich zum 18. Geburtstag kann er noch mal feiern, wenn man so will. Und weil Waffeln kinderleicht gehen, sind sie super für angehende Studentenköche. Mal sehen, ob Basti in 17 Jahren die Kürbiswaffeln genauso gut schmecken wie uns jetzt schon 🙂

Kürbiswaffeln (vegetarisch, laktosefrei)

Zubereitungszeit:

ca. 50 Minuten im Backofen +  ca. 1 h Zubereitung

Schwierigkeit:

normal

Zutaten für ca. 15-20 Waffeln:

  • 650 g glattes Dinkelmehl
  • 170 g Butter oder Kokosöl (für die laktosefreie Variante)
  • 2 Eier (ganz Empfindliche nehmen stattdessen 3 Eigelb)
  • kl. Butternusskürbis bzw. 230 g Kürbismus
  • 600 ml Mineralwasser, prickelnd
  • 1 Pr. Salz

Zubereitung:

Zunächst den kleinen Butternusskürbis halbieren und im Backofen bei 200 °C Ober- und Unterhitze ca. 50 Minuten backen. Die Hälften so in den Backofen geben, dass das Kürbisfleisch nach oben zeigt.

Anschließend leicht auskühlen lassen. Dann die Kerne herausschaben und das Fruchtfleisch mit einem Esslöffel rauskratzen und in eine Schüssel geben. Ich bin mit dem Pürierstab noch mal durch das Kürbisfleisch gegangen. Dann wird der Teig richtig schön glatt.

Nun alle Zutaten mit einem elektrischen Handrührgerät* vermischen. Wenn noch Kürbismus übrig bleibt, macht das nix. Das Mus kann vielfältig weiterverwendet werden: zum Beispiel um ein herbstliches Brot zu backen oder eine Suppe zu verfeinern etc. Notfalls einfach in kleinen Portionen einfrieren und bei Bedarf auftauen!

Tipp: Wer zu viel Mus gemacht hat und die Waffeln gerne etwas weicher statt knuspriger mag, kann auch mehr Mus in den Teig geben und dafür etwas Mineralwasser weglassen. So bekommt Ihr außerdem die volle “Kürbisdröhnung” 😉

Das Waffeleisen* vorheizen und Waffeln backen, bis der Teig aufgebraucht ist.

Tipp: Bei ca. 50 bis 70 °C bleiben die Waffeln im Backofen schön warm. Einfach einen Teller in den Backofen stellen und sukzessive einen Waffelturm bauen 😉

Zu den Waffeln passt: Frischkäse, Mozzarella, Salat wie Rucola, Batavia oder Feldsalat, selbst gemachter Apfelmus, Nuss-Nugat-Creme etc. Da kein Zucker im Teig ist, können die Waffeln sowohl deftig als auch süß belegt werden. Ich esse meine Kürbiswaffeln am liebsten mit Apfelmus oder mit Kürbishumus. Letzterer ist jedoch nicht wirklich histaminarm.

Was schmeckt Euch zu Waffeln?

(c) Histamin-Pirat

Herbstlicher Nudelauflauf…

Draußen herbstelt es schon ordentlich: Das Laub verfärbt sich in sonniges Gelb, lebhaftes Orange und signalfarbendes Rot. Die Sonne scheint sich beim Strahlen ein letztes Mal so richtig Mühe zu geben und verabschiedet sich mit einem goldenen Herbst in den Winter. Ich liebe diese Jahreszeit! Endlich freut es mich wieder, in der Küche zu stehen. Ich bin nämlich ein absoluter Sommerkochmuffel. Im Sommer ist der Herd nur Katzenplattform. Seht selbst:

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Jetzt hat aber alles, was ich mag, wieder Saison: Maroni, Kürbis & Co. Und man kriegt am Herd keine Schweißausbrüche mehr. Starten wir also gleich einmal mit meinem Herbst-Liebling in die neue Jahreszeit: Maroni! Sie spielen die Hauptrolle im herbstlichen Nudelauflauf, der natürlich hervorragend zum #VeggieKochevent – Herbst 2016 passt.

Maroni-Nudelauflauf (vegetarisch)

Zubereitungszeit:

ca. 20 Minuten im Backofen + 30 Minuten + noch mal 20 Minuten im Backofen

Schwierigkeit:

normal

Zutaten für ca. 3 bis 4 Personen:

  • ca. 250 g Maroni
  • ca. 200 g Dinkel-Fusilli
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3-4 Karotten
  • 3 Paprika
  • Olivenöl zum Braten
  • 4-5 Stängel glatte Petersilie
  • junger Gouda in Scheiben und/oder Ziegenkäse
  • Salz, Pfeffer und andere Gewürze nach Wahl, z. B. Oregano

Zubereitung:

Zunächst die Maroni garen. Dazu die Maroni kreuzweise einritzen und etwa 20 Minuten bei 200 °C im Backofen rösten. Danach auskühlen lassen und schälen. Beiseite stellen.

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Paprika und Karotten waschen und schälen sowie in kleine Stücke schneiden. Knoblauch schälen und hacken. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen und das Gemüse mit dem Knoblauch kurz andünsten. Dann mit Wasserablöschen. Jedoch nicht so viel Wasser zugeben, dass das Gemüse bedeckt wird. Auf kleiner Flamme bei geschlossenem Deckel etwa 15 bis 20 Minuten köcheln lassen.

Währenddessen Salzwasser zum Kochen bringen und einen Schluck Öl zugeben. Die Nudeln bis eine Minute vor gar kochen. Abseihen und beiseite stellen.

Das Gemüse fein pürieren, so dass eine sämige Sauce entsteht. Gegebenfalls Wasser zugeben. Petersilie fein hacken und 2/3 der Petersilie an die Sauce geben, mit Oregano, Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Maroni in mundgerechte Stücke schneiden (sechsteln). Fusilli und Maroni mischen.

Eine Auflaufform vorbereiten. Das Pasta-Maroni-Gemisch einfüllen und mit der Sauce bedecken. Darauf die Käsescheiben verteilen.

Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Umluft ca. 15-20 Minuten überbacken, bis der Käse schön zerlaufen ist.

Mit frischer Petersilie servieren

Tipp: Petersilie ist ein toller Vitamin-C-Lieferant und wirkt daher histaminsenkend.

(c) Histamin-Pirat

Sommergemüseauflauf…

Ende August treibt es der Sommer ja noch einmal so richtig bunt. Heute ist das Thermometer auf 30 °C geklettert. Richtig Lust auf Essen, geschweige denn Kochen, macht das eigentlich nicht. Ab Dienstag soll es aber wieder runterkühlen.

In der Zwischenzeit übermittle ich Euch meinen leckeren Sommergemüseauflauf.

Sommergemüseauflauf (glutenfrei, vegetarisch)

Zubereitungszeit:

ca. 15 Minuten + 35 Minuten im Backofen

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für ca. 3 bis 4 Personen:

  • 1 Tasse Basmati- oder Langkornreis (ca. 200 g) + 2 Tassen Gemüsebrühe
  • 1 Knoblauchzehe
  • 6 Karotten
  • 500 g Brokkoli
  • Gemüsebrühe zum Kochen der Karotten und für den Brokkoli
  • 2 Eier oder für ganze Histamin-Empfindliche: 3 Eigelb
  • junger Gouda in Scheiben oder Ziegenkäse
  • optional: Dip nach Wahl, z. B. Kräuterfrischkäse oder Kräuterjoghurt

Zubereitung:

Zunächst Knoblauch schälen und klein hacken oder durch die Knoblauchpresse drücken. Den Reis mit der Gemüsebrühe und Knoblauch garen. Dazu entweder selbst gemachte Gemüsebrühe oder gekaufte Gemüsebrühe (Achtung: hefefrei!) verwenden.

Karotten schälen und in dünne Scheiben schneiden. Vom Brokkoli Röschen abschneiden. Gemüsebrühe zum Kochen bringen. Karotten und Brokkoli bissfest kochen.

Den fertigen Reis in einer Auflaufform verteilen und glattstreichen.

Das Gemüse abseihen und dabei ca. 1/2 Tasse der Brühe aufheben.

In der Brühe die Eier bzw. das Eigelb verrühren.

Karotten und Brokkoli auf dem Reis verteilen. Die Brühe-Ei-Mischung darübergießen.

Zum Schluss den Käse in Scheiben verteilen.

Im Backofen bei Umluft/Heißluft 180 °C ca. 35 Minuten backen.

Mit Dip servieren und schmecken lassen.

 

(c) Histamin-Pirat

Eine runde Sache – Eierkuchen (Buchrezension) …

Eine Liebeserklärung an den Eierkuchen / Pfannkuchen / Palatschinken

Das runde Leder hält gerade ganz Europa in Atem. Während beim Fußball das Runde ins Eckige muss, gilt für den Eierkuchen: Das Runde muss ins Runde – nämlich in die Pfanne. Ganz gleich, wie man bei Euch dazu sagt, aber der Eierkuchen (so nenne ich ihn) gehört einfach zu den absoluten Küchenbasics.

Kaum eine andere Speise ist so vielseitig. Schließlich gibt es ihn süß, deftig, gerollt, belegt oder in Fetzen als Kaiserschmarrn. Und das Beste: Man braucht nur drei Zutaten – Mehl, Milch und Eier, so zumindest das Basisrezept. Die vegane Alternative lautet: Mehl, Pflanzendrink und Chia-Gel. Von da weg kann man das Grundrezept frei Schnauze erweitern, z. B. mit Gewürzen oder Kokosraspeln oder oder oder … Eierkuchen sind zudem eine praktische Sache bei Histaminintoleranz.

Die kurze Zutatenliste ist nicht nur überschaulich, sondern nahezu histamfrei. Bei uns hat sich die Kombination Dinkelmehl, Milch, Chia-Gel eingebürgert. Wer noch mehr tolle Ideen für seine Eierkuchen / Pfannkuchen / Palatschinken braucht, schaut einfach mal in “Das Buch vom guten Pfannkuchen”*:

Das kleine süße Buch vom Pala-Verlag ist nicht nur informativ, sondern sogar richtig unterhaltsam. Der Autor unternimmt einen kleinen Ausflug in die internationale Eierkuchenküche und erklärt, wie der Eierkuchen wo genannt wird. Übrigens, das muss ich anmerken: Man sagt nicht nur in Berlin Eierkuchen, sondern auch in Magdeburg, da wo ich herkomme. Aber das nur am Rande. Passend zu den Erklärungen gibt es natürlich auch schmackhafte Rezepte: Crêpes aus Frankreich, Blini aus Russland, Tacos aus Mexiko, Chapatis aus Indien und mehr.

Leider enthalten viele Rezepte Weizenmehl, das aber problemlos durch Dinkelmehl ersetzt werden kann. Ganz Empfindliche nutzen eins der glutenfreien Rezepte und verzichten damit ganz auf das Getreideklebereiweiß.

Eins der weizenhaltigen Rezepte (S. 117) haben ich selbst zu einem glutenfreien abgewandelt. Die Konsistenz ist noch nicht gaaanz perfekt und so sollte man kleine Teigkleckse verwenden, damit die Eierkuchen nicht zerfallen:

Mini-Kokos-Eierkuchen (glutenfrei, eifrei, vegetarisch, wahlweise vegan)

Zubereitungszeit:

ca. 30 Minuten

Schwierigkeit:

einfach


Zutaten für ca. 10 Stück:

  • 1 EL Honig oder Ahornsirup (vegan)
  • 200 ml warmes Wasser
  • 80 g Kokosraspeln
  • 50 g  Kokosmehl*
  • 70 g Reismehl
  • 1 “Chia-Ei” (1 gestr. EL Chiasamen mit 3 EL Wasser anrühren und ein paar Minuten quellen lassen)
  • 1 Prise Salz
  • (1 Prise Zimt)

Zubereitung:

“Chia-Ei” vorbereiten.

Honig oder Ahornsirup mit Wasser verrühren. Kokosraspeln und Mehl mischen und in das süße Wasser einrühren.

Das “Chia-Ei” und die Gewürze dazugeben.

Teig gut durcharbeiten. Möglichst kleine Teigkleckse abnehmen und in der Pfanne garen. Einmal vorsichtig wenden.

Die Kokos-Mini-Eierkuchen schmecken pur, mit Marmelade, Nussnugatcreme usw.

Zusammenfassung

  • 144 Seiten, Hardcover
  • lustige Cartoons und Geschichten rund um Eierkuchen und mehr
  • viele Rezepte
  • internationale Rezepte, glutenfreie Rezepte, leider auch einige Rezepte mit Weizenmehl
  • 12,80 Euro, erschienen im Pala-Verlag

Ich bedanke mich beim Pala-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

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