Es ist wieder Histamin-Frei-Day …

Wie bereits im letzten Monat, gibt es auch im Februar einen “Histamin-Frei-Day”, den Daniela’s Foodblog ins Leben gerufen hat.

Jeder ist auch diesen Monat herzlich eingeladen, die histaminarme Küche um etwas Leckeres zu erweitern.

Klassiker wiederentdecken

Während ich mich ansonsten viel damit beschäftige, dies durch das und jenes zu ersetzen oder danach strebe, etwas Altbekanntes völlig neu zu erfinden, sind es mitunter Klassiker, die wir dabei übersehen. Dabei sind es oft genau diese Speisen, die nicht nur die Körpermitte, sondern auch die Seele wärmen. Man denke nur an Kindergerichte wie Milchnudeln, Milchreis oder Gesprengtes Huhn – allesamt Leibgerichte von mir, die ich mit meinen Omas verbinde. Dazu sei erwähnt, dass ich so ein glückliches Wesen bin, dass gleich zwei Omas und eine Uroma hat(te). Glücklich deswegen, weil meine zwei Omas ziemliche Persönlichkeiten waren und eine es noch immer ist. Jede hatte so ihren Spleen und auch wenn womöglich jeder in meiner Familie etwas anderes mit jeder Oma verbindet, habe ich eben ganz spezielle Erinnerungen im Kopf. Bei der einen Oma war ich vorwiegend nur in den Ferien und hier wurde auf Seide gemalt. Zu Weihnachten beginnt genau die Oma bis heute schon mehrere Tage vor Weihnachten mit dem Kochen, damit an den Feiertagen jeder seine Leibspeise bekommt. Eins darf dabei nicht fehlen: Kartoffelklöße (oder Knödel, wie man hier sagt) – dazu gleich mehr.

Die andere Oma hatte einen großen Faible für Literatur und schickte mir selbst ins österreichische “Exil” jahrelang regelmäßig Briefe. Natürlich immer mit ein paar literarisch wertvollen Zeilen. Außerdem liebte sie klassische Musik und – wie so viele Omas, mochte sie Andrè Rieu. Sie kannte jeden Baum beim Namen und hat mir gern die Haare gebürstet. Über sie hab’ ich vor Jahren auch mal ein Gedicht geschrieben, ob das nun “literarisch wertvoll” ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Über meine Uroma weiß ich – Asche auf mein Haupt – nicht so viel, wie ich gerne wollte. Als Kind fragt man einfach zu wenig von dem, was wirklich wichtig ist. In Retrospektive geht’s mir jedenfalls so. Meine Uroma hatte einen süßen Zahn und das änderte sich auch mit dem Diabetes nur kaum. Außerdem war sie ein großer Tierfreund und hatte überhaupt ein riesiges Herz. Als Teenager hat sie gezwungenermaßen den Gasthof ihrer Eltern übernommen und dort in riesigen Töpfen gekocht.

Wie komme ich jetzt auf die ganzen Omas und Essensklassiker? Den ersten Anstoß gab mir der Schmankerlblog mit diesem Beitrag. Und dann fiel mir noch dieses Buch in die Hände:

“Das vegane Kochbuch meiner Oma”: Vegan kochen ohne Superfoods

Die Autorin beschreibt in “Das vegane Kochbuch meiner Oma”* wie pflanzliche Kost, wohl oder übel, früher noch kein Trend, sondern ganz normal war. Fleisch war teuer und so gab es häufig ganz simple, aber nicht minder leckere Speisen. Back to the roots erlangt angesichts Karotten, Pastinaken & Co da eine interessante Doppelbedeutung.

Das Buch ist wunderbar liebevoll geschrieben und auch gemacht. Allein die Fotos sind ein Highlight. Mit Emaille-Topf und allem Oma-Drum-und-Dran. Histamintechnisch hab ich nicht sooo viel entdecken können, da häufig Tomaten und anderes dabei war. Aber zum Beispiel “Kürbismarmelade” steht nun definitiv auf meiner To-Do-Liste. Für alle, die auch Lust auf eine kleine (vegane) Zeitreise haben, ist das Buch sicherlich genauso anregend wie für mich. Es kommt nämlich, ganz untypisch für die moderne, pflanzliche Küche, ohne Superfoods und superexotische Zutaten aus, die meist einen langen Weg zurückgelegt haben. Ob dann die Bio-Kiwi angesichts des Kerosinverbrauchs eigentlich noch so heißen darf, wird da schon mal fraglich.

Zusammenfassung:

  •  “Das vegane Kochbuch meiner Oma”* von Kirsten M. Mulach
  • 112 Seiten, gebundene Ausgabe
  • veganes Kochbuch ohne Superfoods mit traditioneller Küche “wie bei Oma”
  • leider nur wenig histaminarme Gerichte
  • 16,99 Euro, erschienen im Bassermann-Verlag

Ich bedanke mich beim Bassermann-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Nicht ganz vegan, aber doch zumindest vegetarisch geht es jetzt endlich an den Histamin-Frei-Day! Wir machen

Kartoffelklöße/-knödel mit Pastinakensauce

Zubereitungszeit:

ca. 1 h

Schwierigkeit:

normal

Zutaten:

  • ca. 500 g Kartoffeln (mehlig)
  • ca. 80-100 g Kartoffelstärke
  • 1 Ei oder 2 Eigelb (wer empfindlich reagiert)
  • 1 EL Olivenöl, 1 EL Leinöl, 1 EL Hanfsamenöl oder 3 EL Butter
  • Pr. Salz und ein paar Kräuter nach Wunsch (Petersilie, Oregano, Majoran …)
  • 1 Dinkelbrötchen (vom Vortag)

 

  • 2 Pastinaken
  • 2 Kartoffeln
  • 1/2 TL Pulver Gemüsebrühe (hefefrei)
  • ca. 2 Tassen Wasser
  • 1 Knoblauchzehe
  • (Spritzer Zitrone) – weglassen, wer sehr empfindlich reagiert

 

Zubereitung:

Knoblauch, Pastinaken und Kartoffeln schälen. Die Kartoffeln für die Klöße etwa 20 bis 25 Minuten kochen. Anschließend abseihen und mit kaltem Wasser abspülen.

Währenddessen das Brötchen halbieren und die Hälften in Streifen und schließlich in Würfeln schneiden. In etwas Öl oder Butter knusprig zu Croutons rösten.

Mit nur wenig Wasser die restlichen Kartoffeln und Pastinaken zusammen mit dem Knoblauch aufkochen. Brühwürfel oder selbst gemachte Brühlösung hinzugeben und dann ca. 15 bis 20 Minuten weiterköcheln lassen.

Währenddessen die Kartoffeln stampfen. Mit verschiedenen Ölsorten mischen (ich nehme eine Mischung von dem, was gerade da ist. Manchmal kommt auch antihistamines Schwarzkümmelöl zum Einsatz). Das Ei zerschlagen und hinzugeben. Mit Kräutern und etwas Salz würzen. Kartoffelstärke hinzugeben. Alles gut durchkneten. Der Teig ist perfekt, wenn er nicht mehr an den Händen klebt. Wenn er noch klebt, etwas mehr Kartoffelstärke nehmen. Dann etwas Teig abnehmen und handtellergroße Buletten formen und in die Mitte stets ein paar Croutons setzen und dann sorgsam den Teig drum herum legen, bis man eine Kugel hat.

Die fertig geformten Klöße in kochendes Salzwasser geben und bei mittlerer Hitze etwa 25 Minuten köcheln lassen. Achtung: nicht zu viel Hitze, sonst zerfallen die Klöße.

Wenn das Gemüse im Topf weich gekocht ist, mit einem Pürierstab pürieren und eventuell noch mit Salz und einem Spritzer Zitrone abschmecken.

Klöße abschöpfen und zusammen mit der Sauce servieren.

 

(c) Histamin-Pirat

Zähneputzen nicht vergessen (Teil 2) …

Ich kann es eigentlich nicht oft genug sagen, aber bei histaminbedingten Störungen, wie Histaminintoleranz und vor allem Mastzellaktivierungsstörungen, muss nicht nur an die Ernährung gedacht werden. In erster Linie sind es zwar histaminreiche Lebensmittel und solche, die die sogenannten Histaminliberatoren enthalten, welche zu unangenehmen Reaktionen führen, aber eben nicht nur.

Nach einer Ernährungsumstellung kam es hier trotzdem  immer wieder zu Reaktionen, die ich mir zunächst nicht erklären konnte. Man denke hierbei daran, auch niemals zu radikal zu eliminieren! Der Körper benötigt schließlich Nährstoffe! Nährstoffmängel können ähnliche Reaktionen wie ein Histaminüberschuss hervorrufen. Vor allem die Versorgung mit folgenden Nährstoffen, die indirekt am Histaminabbau beteiligt sind, sollte bei Betroffenen überprüft werden:

  • Zink
  • Magnesium
  • Kupfer
  • Vitamin D
  • Mangan
  • B-Vitamine (B12, B6)

Leider muss man die Tests in der Regel aus eigener Tasche zahlen, da die Kasse hierfür nicht aufkommt.

Doch nach allem Prüfen, Testen, Substituieren (statt Eliminieren) blieb ich ratlos, bis mir der Gedanke an Umwelteinflüsse kam. Um es kurz zu machen: Durch einen Shampoo- und Zahnpasta-Wechsel konnten wir eine spürbare Verbesserung erzielen. Wir nutzen das Alverde Shampoo* und selbstgemachte Zahnpasta. Doch nicht jeder hat die Zeit, selbst Zahnpasta anzurühren. Daher werde ich immer wieder gefragt, welche Zahnpasta ich empfehlen kann. Also hab ich mich auf die Suche gemacht. Folgendes sollte nicht enthalten sein:

  • Fluorid
  • Sobit(ol)
  • Carrageen

Und gleich vorweg: Es ist gar nicht so einfach, Zahnpasta ohne diese drei Übeltäter zu finden. Warum nenne ich diese Zutaten eigentlich “Übeltäter”?

Carrageen wirkt entzündungsfördernd und kann daher zu den Histaminliberatoren gezählt werden.

Der Zuckeralkohol Sorbit(ol) wird von vielen Histaminern schlecht vertragen und macht hundertprozentig bei einer Sorbitintoleranz Probleme.

Fluorid gilt als neurotoxisch, trägt dazu bei, dass der Körper Schwermetalle speichert und verschlechtert die Magnesiumaufnahme.

Die erste Zahnpasta, die ich gefunden habe, ist das Kinderzahngel von Weleda* mit folgender Zusammenstellung:

Glyzerin, Wasser, Kieselsäure, Alginat, Auszug aus Ringelblumenblüten, Mandelöl, Aesculin, Mischung natürlicher ätherischer Öle.

Mein nächster Kandidat wird von der dänischen Firma Urtekram hergestellt. Die Mint & Green Tea Toothpaste* enthält Folgendes:

Natürliche Kreide, Wasser, Glyzerin**, Aloe Vera*, Polysaccharid, Minzöl*, grüner Tee Extrakt*, Myrrhe, Magnolienrindenextrakt. *=Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau. **= Hergestellt mit Bio-Inhaltsstoffen

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Urtekram-Zahnpasta mit Minze und Grüntee (jetzt ohne Carrageen)

Wirklich überzeugt hat mich jedoch diese fluoridfreie Alternative auf Rohkostbasis:

Zahnöl von Ringana (Rohkost und vegan)

Ringana stellt hochwertige Kosmetikprodukte frei nach dem Motto “So fresh!” in Rohkostqualität ohne Konservierungsstoffe her. Das Zahnöl ist in der Anwendung zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, denn es schmeckt sehr intensiv. Wer also mit Ölziehen noch keine Erfahrungen gesammelt hat, sollte es mit dem Ringana Zahnöl langsam angehen lassen – 1 bis 2 Tropfen genügen am Anfang.

Die Putzleistung und der Frische-Effekt sind sehr gut. Folgendes steckt im Zahnöl:

Sesamöl, Kieselsäure, Xylitol, Minzöl,  Menthol, Kurkuma, Sternanisöl, Zitronenöl, Zimtöl, Eukalyptusöl, Nelkenblütenextrakt, Myrrhenöl, Salbeiöl, Süßholzwurzelextrakt, natürliche Tocopherole und Tocotrienole, Grünteeextrakt, Verbindung aus Vitamin C und Pflanzenfettsäure (Ascorbyl Palmitate), Vitamin E, Wasser, Limonene, Cinnamal, Eugenol, Linalool.

Vorab sei jedoch gesagt, wer allergisch auf einen oder mehrere Inhaltsstoffe reagiert, sollte natürlich die Hände davon lassen. Typische Kandidaten wären hier: Zimt, Seam und Menthol.

Auffällig am Ringana-Zahnöl ist die Ähnlichkeit zu meiner Zahnpasta, die aus folgenden Zutaten besteht:

Heilerde, Kieselerde, Kokosöl, Süßholzwurzelpulver, Gewürznelkenpulver und Kurkuma besteht – wahlweise mit einem Spritzer Malven- oder Salbeitee dabei.

Wahrscheinlich finde ich das Zahnöl deswegen gut 🙂

Ich hoffe, Ihr habt nun praktische Alternativen zum Zähneputzen gefunden. Könnt Ihr noch weitere Produkte empfehlen?

(c) Histamin-Pirat

Die Essenz des Rohköstlichen (Buchrezension)…

Rohköstliches – perfekt an heißen Tagen

Uff, die letzten Wochen war es heiß. Insbesondere in einer Dachgeschosswohnung können sich die Räume ganz schön aufheizen – zum Leidwesen aller Bewohner. Selbst die Stubentiger lagen wie die Löwen in der Savannenhitze nur lustlos rum und hofften auf Abkühlung. Um so verrückter ging es dann nachts zu…

Für uns Menschen bedeutet das warme Wetter vor allem: viel trinken und keine Lust auf Kochen. Daher ist der Sommer stets die Zeit, wo ich besonders gerne einen Blick in meine Rohkost-Kochbücher werfe. Um zusätzliche Hitze zu vermeiden, weiß ich, dass bei diesen Rezepten der Herd aus bleibt. Überzeugter Rohköstler bin ich aber nicht. Da sich durch das Rohkostessen doch ein paar Probleme ergeben, vor allem wenn man histaminarm essen möchte und auf eine ausgewogene Ernährung angewiesen ist. Wer sich durchgehend mit Rohkost ernähren will, kommt ums Fermentieren nicht herum. Und das ist bekanntermaßen so eine Sache mit Histamin. Schließlich trägt jeder Reife-, Gar- und Fermentierungsprozess zum Histamingehalt bei. Mein größtes Problem mit dem Rohkostessen ist der Verzicht auf Fisch. Denn der kommt, wie Ihr wisst, nach wie vor bei uns auf den Teller. Warum? Fisch enthält nicht nur wertvolle Omega-3-Fettsäuren (die sind auch in manchen pflanzlichen Ölen zu finden), sondern auch fettlösliche Vitamine. Jedenfalls haben wir gute Erfahrungen mit frischem Fisch gemacht, wenn die Sorten passen. Obwohl ich immer wieder Gegenteiliges lese. Aber gerade Wildräucherlachs und wildes Lachsfilet gibt es hier relativ häufig. Im Sommer vor allem Wildräucherlachs, weil ich da nichts machen muss 😉 Doch zurück zur Rohkost.


*
Bei aller Skepsis gleich vorweg: Rohkost ist mehr als nur Salat. Mittlerweile hat sich viel getan in Sachen Rohkost. Die Küche ist so kreativ und abwechslungsreich geworden, dass es sogar eigene Rohkostrestaurants gibt, so wie das kanadische Restaurant crudessence. Die Eigentümer haben jetzt auch ein rohköstliches Kochbuch mit dem Titel “Rohessenz”* herausgebracht.

 

Im Buch werden die Grundlagen der rohköstlichen Küche vorgestellt. Die ist nämlich bio, regional, vegan oder vegetarisch und im besten Fall gluten- und allergenfrei, sowie bunt und ausgewogen. Neben Obst und Gemüse kommen daher Samen, Nüsse, Dörrfrüchte, wertvolle Öle und Muse, sowie Chia & anderes Pseudogetreide auf den Speiseplan. Gesüßt wird in der Küche von crudessence mit Agavendicksaft (Achtung: Fruktosebombe) und Ahornsirup. Natürliche Lebensmittelzusätze inkludieren Matcha, Spirulina, Chlorella, Agar-Agar (Bindemittel), Gojibeeren, Keimlinge und mehr.

Wer seine Küche nach crudessence-Art aufstocken möchte, muss – und das ist das Erste, was mir aufgefallen ist – ganz schön tief in die Geldbörse greifen. Denn die ganzen Spezialzutaten und Superfoods sind relativ teuer. Hinzu kommt, dass das Versprechen “regional” dadurch nicht wirklich gehalten werden kann. Denn Chia, Spirulina, Chlorella, Quinoa & Co sind alle nicht wirklich kerneuropäische oder – im Falle der Buchautoren: kanadische Spezialitäten, sondern müssen in der Regel eingeflogen werden.

Für Rohkosteinsteiger, die einfach mal probieren wollen, wie rohköstlich das Ganze schmeckt, ist “Rohessenz” daher nicht zu empfehlen. Vor allem weil die Küchenausstattung über die Basics Stabmixer, Kartoffelschäler und Chefmesser definitiv hinausgeht. Gebraucht werden für die meisten Rezepte außerdem

  • Küchenmaschine
  • Dörrautomat
  • Entsafter
  • Spiralschneider

Dann kann’s aber wirklich losgehen. Das Kochbuch der zwei Jungs ist logisch aufgebaut und teilt sich in mehrere Kategorien auf

  • Getränke
  • Suppen
  • Salate
  • Aufstriche
  • Fermentiertes
  • Gedörrtes
  • Appetithappen
  • Hauptgerichte
  • Desserts

Tatsächlich überzeugen mich in dem Kochbuch vor allem die Salate. Die sind nämlich kreativ. Mal mit Falafel oder “Vleischbällchen”, mal mit Obst oder bunten Nüssen.

Doch ein histaminarmes Rezept konnte ich leider nicht entdecken. Irgendein Übeltäter war immer mit drinnen, vor allem weil die Jungs von crudessence gerne exotisch würzen (Curcuma, Curry, Kreuzkümmel, Ingwer & Co). Damit ich Euch dennoch etwas sehr Gesundes und gleichzeitig Schmackhaftes anbieten kann, habe ich mich durch die Beilagen geackert. Aufstriche, Aufstriche, Aufstriche! Die sind gut. Aber ausgesucht habe ich etwas ganz Simples:

Vanille-Hanf-Milch

Zubereitungszeit:

ca. 5 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für ca. 1 Liter:

  • 1 Tasse geschälte Hanfsamen (120 g)
  • 4 Tassen Wasser (1 l)
  • 1 TL alkoholfreies Vanillearoma (5 ml) ODER der Inhalt einer Vanilleschote
  • 2 EL Ahornsirup (30 ml)
  • 1/8 TL Salz

Zubereitung:

Sämtliche Zutaten in den Standmixer (oder ein höhes Gefäß) geben und zu einer cremigen Milch verarbeiten (mit dem Stabmixer). Die Hanfsamen lösen sich dabei fast vollständig auf, daher braucht die Milch nicht gefiltert zu werden.

In einem luftdicht verschlossenen Behälter im Kühlschrank ca. 3 Tage haltbar.

PS: Ich werde mir demnächst ein paar Salate für Euch einfallen lassen und auf den Blog laden. Bis dahin: Trinken, trinken, trinken – zum Beispiel die leckere Vanille-Hanf-Milch, die auch gut zu Müsli & Co passt.

Zusammenfassung

  • 124 Seiten, Hardcover
  • 180 Rohkostrezepte für jeden Geschmack
  • vegan, vegetarisch, glutenfrei, sojafrei, histaminarm fast nur nach Rezeptanpassungen, nicht geeignet bei Fruktoseintoleranz
  • leider viele exotische/teure Zutaten
  • 19,95 Euro, erschienen im Neun-Zehn-Verlag

Ich bedanke mich beim Neun-Zehn-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Eine runde Sache – Eierkuchen (Buchrezension) …

Eine Liebeserklärung an den Eierkuchen / Pfannkuchen / Palatschinken

Das runde Leder hält gerade ganz Europa in Atem. Während beim Fußball das Runde ins Eckige muss, gilt für den Eierkuchen: Das Runde muss ins Runde – nämlich in die Pfanne. Ganz gleich, wie man bei Euch dazu sagt, aber der Eierkuchen (so nenne ich ihn) gehört einfach zu den absoluten Küchenbasics.

Kaum eine andere Speise ist so vielseitig. Schließlich gibt es ihn süß, deftig, gerollt, belegt oder in Fetzen als Kaiserschmarrn. Und das Beste: Man braucht nur drei Zutaten – Mehl, Milch und Eier, so zumindest das Basisrezept. Die vegane Alternative lautet: Mehl, Pflanzendrink und Chia-Gel. Von da weg kann man das Grundrezept frei Schnauze erweitern, z. B. mit Gewürzen oder Kokosraspeln oder oder oder … Eierkuchen sind zudem eine praktische Sache bei Histaminintoleranz.

Die kurze Zutatenliste ist nicht nur überschaulich, sondern nahezu histamfrei. Bei uns hat sich die Kombination Dinkelmehl, Milch, Chia-Gel eingebürgert. Wer noch mehr tolle Ideen für seine Eierkuchen / Pfannkuchen / Palatschinken braucht, schaut einfach mal in “Das Buch vom guten Pfannkuchen”*:

Das kleine süße Buch vom Pala-Verlag ist nicht nur informativ, sondern sogar richtig unterhaltsam. Der Autor unternimmt einen kleinen Ausflug in die internationale Eierkuchenküche und erklärt, wie der Eierkuchen wo genannt wird. Übrigens, das muss ich anmerken: Man sagt nicht nur in Berlin Eierkuchen, sondern auch in Magdeburg, da wo ich herkomme. Aber das nur am Rande. Passend zu den Erklärungen gibt es natürlich auch schmackhafte Rezepte: Crêpes aus Frankreich, Blini aus Russland, Tacos aus Mexiko, Chapatis aus Indien und mehr.

Leider enthalten viele Rezepte Weizenmehl, das aber problemlos durch Dinkelmehl ersetzt werden kann. Ganz Empfindliche nutzen eins der glutenfreien Rezepte und verzichten damit ganz auf das Getreideklebereiweiß.

Eins der weizenhaltigen Rezepte (S. 117) haben ich selbst zu einem glutenfreien abgewandelt. Die Konsistenz ist noch nicht gaaanz perfekt und so sollte man kleine Teigkleckse verwenden, damit die Eierkuchen nicht zerfallen:

Mini-Kokos-Eierkuchen (glutenfrei, eifrei, vegetarisch, wahlweise vegan)

Zubereitungszeit:

ca. 30 Minuten

Schwierigkeit:

einfach


Zutaten für ca. 10 Stück:

  • 1 EL Honig oder Ahornsirup (vegan)
  • 200 ml warmes Wasser
  • 80 g Kokosraspeln
  • 50 g  Kokosmehl*
  • 70 g Reismehl
  • 1 “Chia-Ei” (1 gestr. EL Chiasamen mit 3 EL Wasser anrühren und ein paar Minuten quellen lassen)
  • 1 Prise Salz
  • (1 Prise Zimt)

Zubereitung:

“Chia-Ei” vorbereiten.

Honig oder Ahornsirup mit Wasser verrühren. Kokosraspeln und Mehl mischen und in das süße Wasser einrühren.

Das “Chia-Ei” und die Gewürze dazugeben.

Teig gut durcharbeiten. Möglichst kleine Teigkleckse abnehmen und in der Pfanne garen. Einmal vorsichtig wenden.

Die Kokos-Mini-Eierkuchen schmecken pur, mit Marmelade, Nussnugatcreme usw.

Zusammenfassung

  • 144 Seiten, Hardcover
  • lustige Cartoons und Geschichten rund um Eierkuchen und mehr
  • viele Rezepte
  • internationale Rezepte, glutenfreie Rezepte, leider auch einige Rezepte mit Weizenmehl
  • 12,80 Euro, erschienen im Pala-Verlag

Ich bedanke mich beim Pala-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Inspiralisiert – One-Pot-Gemüse-Pasta (Buchrezension)

One-Pot-Pasta (vegan, glutenfrei)

Kennt Ihr schon den neuen Food-Trend Zoodles oder Coodles? Hinter dem ulkigen Namen verbergen sich Gemüsenudeln aus jeweils Zucchini (Zoodles) oder Karotten (Coodles). Die Teile sind nicht nur schnell gemacht, sondern auch noch glutenfrei und richtig leeecker. Die Gemüsenudeln kann man wie herkömmliche Nudeln mit Sauce zubereiten. Meine erste Rezeptidee sieht so aus:

Zubereitungszeit:

ca. 20 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 1 Person:

  • 1 mittelgroße Zucchini
  • 1 große Karotte

nicht histaminarm:

  • 1/2 Hand voll Cashewkerne
  •  4 mittelgroße Tomaten
  • 1 Knoblauchzehe
  • Oregano
  • frisches Basilikum
  • Salz und Pfeffer
  • Öl

Alternativ kann man Paprika nehmen, damit es histaminarm wird. Eine histaminarme Tomatensauce OHNE Tomaten gibt es auch hier. Wer es verträgt, kann die Cashewkerne natürlich verwenden.

Zubereitung:

Das Gemüse gründlich waschen. Dann Karotten, Paprika/Tomaten schälen. Tipp für alle, die Tomaten verwenden (wenn’s nicht histaminarm sein muss): die Tomaten in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser übergießen. Dann löst sich die Haut quasi von selbst.

Knoblauch schälen und hacken. Cashewkerne hacken. Karotte und Zucchini in den Spiralschneider geben, wenn Ihr sowas habt. Ansonsten macht es wie ich: Bandnudeln mit dem Sparschäler herstellen! Geht auch.

In einer Pfanne etwas Öl erhitzen: geschälte Paprika/Tomaten in Stücken mit den Cashewkernen und Knoblauch hineingeben und erhitzen. Nach ein paar Minuten die “Nudeln” für 2 bis 4 Minuten mitgaren, so dass sie noch Biss haben, aber doch etwas weich sind. Was die Konsistenz anbelangt, können die Geschmäcker auch etwas variieren.

Mit Kräutern, Salz und Pfeffer abschmecken und gleich servieren.

Wer übrigens noch Ideen braucht, was man alles Glutenfreies (und nicht immer Veganes) mit dem Spiralschneider und Sparschäler so veranstalten kann, schaut am besten mal hier* hinein:

Mein Rezept stammt zwar nicht aus dem Buch, aber auch hier dreht sich alles um das geschnippelte Gemüse in all seinen Variationen.

Zunächst war ich zwar nicht sonderlich angetan, als ich in der Einleitung las:

Meine süße Großmutter – die zur Messe stolz ihr bestes Sonntagsgewand anzog und mir den Mund mit Seife auswusch, wenn ich “pissen” statt “Pipi machen” sagte – ließ immer irgendetwas im Ofen anbrennen.

Schließlich handelt es sich doch um ein Kochbuch. Persönliche Anekdoten hin oder her, weder vom Pissen noch vom Pipi-Machen will ich in einem Kochbuch lesen. Nicht so appetitlich. Doch wenn man darüber hinwegsehen oder schmunzeln kann, wird’s danach besser und richtig informativ. Kurzerhand erfuhr ich auf S. 24, dass Spiralgemüse mehr kann als Zoodles & Co, z. B. “Reis”. Offenbar als missglücktes Experiment entdeckte die Autorin, dass gekochtes Spiralgemüse zerfellt und nachher wie Reis ausschaut. Sie probierte das mit Butternusskürbis, soll aber auch mit anderem spiralisiertem Gemüse gehen. Das landet also mal auf meiner To-Do-Liste. Reis in 5 Minuten ohne Kochbeutelmist oder Fertigzeugs? Ja, das ginge dann.

Und auch in Sachen Zoodles gibt es einen Tipp. Zucchini bestehen schließlich zu 95 Prozent aus Wasser. Damit man nachher bei einem Saucengericht mit Zoodles (wie oben) nicht “Suppe” auf dem Teller hat, empfiehlt es sich die Sauce gut einzukochen bzw. anzudicken. Es kann auch helfen, die Zucchini vorher gut trocken zu tupfen. Und das Verhältnis muss stimmen: 70 Prozent “Nudeln” zu 30 Prozent Sauce.

Das Buch bietet neben zahlreichen Tipps natürlich haufenweise gute Kochideen für spiralisiertes Gemüse. Das Meiste ist glutenfrei, manches ist vegan, vieles vegetarisch und einiges ist auch paläotauglich. Insofern ist quasi für jeden etwas dabei. Histaminarme Rezepte sind nicht direkt ausgewiesen, wie in den meisten Kochbüchern. Aber folgende Rezepte bieten sich mit eventuell kleinen Abänderungen durchaus an:

S. 40 Blaubeer-Süßkartoffel-Waffeln

S. 65 Zitronen-Knoblauch-Brokkoli mit Bacon (vielleicht ohne Bacon)

S. 76 Nudelsuppe mit Hühnchen und Möhren

S. 85 Caprese-Zucchini-Salat (mit Paprika statt mit Tomaten)

S. 92 Apfel mit Spargelstreifen, Gorgonzola und Pekannüssen (vielleicht einen anderen Käse verwenden, z. B. Mozzarella und vielleicht Cashewkerne oder Macadamianüsse statt Pekannüssen)

S. 117 Süßkartoffel-Mini-Pizzen mit Rucola, Oliven und Zwiebeln (den Belag kann man natürlich anpassen)

und vieles mehr.

Grundsätzlich bietet das Buch Ideen fürs Frühstück, für Hauptspeisen, wie Nudelgerichte oder Gerichte aus dem Ofen, Sandwiches und Desserts.

Für alle, die neue Ideen für ihren Spiralschneider brauchen oder ihren Sparschäler für höhere Aufgaben bestimmt sehen 😉 , empfehle ich dieses Buch. Man muss ja nicht alles direkt so nachkochen, aber man kann sich garantiert inspiralisieren lassen.

Zusammenfassung

  • 224 Seiten, Paperback
  • Kochbuch mit praktischen Anleitungen rund um das spiralisierte Gemüse
  • viele glutenfreie Rezepte
  • teils vegetarisch, vegan, aber auch mit Fleisch
  • 19,99 Euro, erschienen im Riva-Verlag

Ich bedanke mich beim Riva-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat