Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

Schlagwort: sorbitfrei

Zähneputzen nicht vergessen (Teil 2) …

Ich kann es eigentlich nicht oft genug sagen, aber bei histaminbedingten Störungen, wie Histaminintoleranz und vor allem Mastzellaktivierungsstörungen, muss nicht nur an die Ernährung gedacht werden. In erster Linie sind es zwar histaminreiche Lebensmittel und solche, die die sogenannten Histaminliberatoren enthalten, welche zu unangenehmen Reaktionen führen, aber eben nicht nur.

Nach einer Ernährungsumstellung kam es hier trotzdem  immer wieder zu Reaktionen, die ich mir zunächst nicht erklären konnte. Man denke hierbei daran, auch niemals zu radikal zu eliminieren! Der Körper benötigt schließlich Nährstoffe! Nährstoffmängel können ähnliche Reaktionen wie ein Histaminüberschuss hervorrufen. Vor allem die Versorgung mit folgenden Nährstoffen, die indirekt am Histaminabbau beteiligt sind, sollte bei Betroffenen überprüft werden:

  • Zink
  • Magnesium
  • Kupfer
  • Vitamin D
  • Mangan
  • B-Vitamine (B12, B6)

Leider muss man die Tests in der Regel aus eigener Tasche zahlen, da die Kasse hierfür nicht aufkommt.

Doch nach allem Prüfen, Testen, Substituieren (statt Eliminieren) blieb ich ratlos, bis mir der Gedanke an Umwelteinflüsse kam. Um es kurz zu machen: Durch einen Shampoo- und Zahnpasta-Wechsel konnten wir eine spürbare Verbesserung erzielen. Wir nutzen das Alverde Shampoo* und selbstgemachte Zahnpasta. Doch nicht jeder hat die Zeit, selbst Zahnpasta anzurühren. Daher werde ich immer wieder gefragt, welche Zahnpasta ich empfehlen kann. Also hab ich mich auf die Suche gemacht. Folgendes sollte nicht enthalten sein:

  • Fluorid
  • Sobit(ol)
  • Carrageen

Und gleich vorweg: Es ist gar nicht so einfach, Zahnpasta ohne diese drei Übeltäter zu finden. Warum nenne ich diese Zutaten eigentlich “Übeltäter”?

Carrageen wirkt entzündungsfördernd und kann daher zu den Histaminliberatoren gezählt werden.

Der Zuckeralkohol Sorbit(ol) wird von vielen Histaminern schlecht vertragen und macht hundertprozentig bei einer Sorbitintoleranz Probleme.

Fluorid gilt als neurotoxisch, trägt dazu bei, dass der Körper Schwermetalle speichert und verschlechtert die Magnesiumaufnahme.

Die erste Zahnpasta, die ich gefunden habe, ist das Kinderzahngel von Weleda* mit folgender Zusammenstellung:

Glyzerin, Wasser, Kieselsäure, Alginat, Auszug aus Ringelblumenblüten, Mandelöl, Aesculin, Mischung natürlicher ätherischer Öle.

Mein nächster Kandidat wird von der dänischen Firma Urtekram hergestellt. Die Mint & Green Tea Toothpaste* enthält Folgendes:

Natürliche Kreide, Wasser, Glyzerin**, Aloe Vera*, Polysaccharid, Minzöl*, grüner Tee Extrakt*, Myrrhe, Magnolienrindenextrakt. *=Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau. **= Hergestellt mit Bio-Inhaltsstoffen

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Urtekram-Zahnpasta mit Minze und Grüntee (jetzt ohne Carrageen)

Wirklich überzeugt hat mich jedoch diese fluoridfreie Alternative auf Rohkostbasis:

Zahnöl von Ringana (Rohkost und vegan)

Ringana stellt hochwertige Kosmetikprodukte frei nach dem Motto “So fresh!” in Rohkostqualität ohne Konservierungsstoffe her. Das Zahnöl ist in der Anwendung zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, denn es schmeckt sehr intensiv. Wer also mit Ölziehen noch keine Erfahrungen gesammelt hat, sollte es mit dem Ringana Zahnöl langsam angehen lassen – 1 bis 2 Tropfen genügen am Anfang.

Die Putzleistung und der Frische-Effekt sind sehr gut. Folgendes steckt im Zahnöl:

Sesamöl, Kieselsäure, Xylitol, Minzöl,  Menthol, Kurkuma, Sternanisöl, Zitronenöl, Zimtöl, Eukalyptusöl, Nelkenblütenextrakt, Myrrhenöl, Salbeiöl, Süßholzwurzelextrakt, natürliche Tocopherole und Tocotrienole, Grünteeextrakt, Verbindung aus Vitamin C und Pflanzenfettsäure (Ascorbyl Palmitate), Vitamin E, Wasser, Limonene, Cinnamal, Eugenol, Linalool.

Vorab sei jedoch gesagt, wer allergisch auf einen oder mehrere Inhaltsstoffe reagiert, sollte natürlich die Hände davon lassen. Typische Kandidaten wären hier: Zimt, Seam und Menthol.

Auffällig am Ringana-Zahnöl ist die Ähnlichkeit zu meiner Zahnpasta, die aus folgenden Zutaten besteht:

Heilerde, Kieselerde, Kokosöl, Süßholzwurzelpulver, Gewürznelkenpulver und Kurkuma besteht – wahlweise mit einem Spritzer Malven- oder Salbeitee dabei.

Wahrscheinlich finde ich das Zahnöl deswegen gut 🙂

Ich hoffe, Ihr habt nun praktische Alternativen zum Zähneputzen gefunden. Könnt Ihr noch weitere Produkte empfehlen?

(c) Histamin-Pirat

Zähneputzen nicht vergessen …

Warum Zahnpasta selber machen (mit HIT)?

Insbesondere Betroffene, die gleichzeitig mit Sorbit ein Problem haben, haben meist auch Probleme mit herkömmlicher Zahnpasta. Mehr dazu hier.

Ein anderes Problem, neben Sorbit, ist Fluorid. Fluorid bindet nicht nur Aluminium und generell Schwermetalle, die wir nicht im Körper haben wollen(!), es ist nicht nur fibrinogen (fiebererregend, was wir auch nicht brauchen), nein, es verhindert zudem die Produktion des Verdauungsenzyms Amylase. Und Amylase ist ein Histamin-Blocker (den können wir also gut gebrauchen). Vor allem um Kohlenhydrate zu verdauen, brauchen wir Amylase.

Fluorid wird von vielen Experten als karzinogen (krebserregend) eingestuft. Darüber hinaus begünstigt es u. a. Alzheimer und Diabetes.

Klar, wir essen Zahnpasta nicht! Aber warum kritische Substanzen auf die Schleimhäute schmieren, wenn s auch anders geht?

Dass Fluorid gegen Karies hilft, ist übrigens Humbug. Das Gegenteil ist der Fall.

Andere Gründe Zahnpasta selber zu machen?

Zahnpasta selber machen geht ganz einfach, ist günstig, man hat volle Kontrolle über das, was hineinkommt und schließlich kann man sich freuen, etwas Gutes selbst gemacht zu haben. Wer macht schon seine Zahnpasta selbst? 😉

Inspiriert hat mich übrigens ein bisschen unsere kleine Krebspatientin Shaolin, die seit November bei uns ist. Sie hat einen Nierentumor und auch die Bauchspeicheldrüse ist in Mitleidenschaft gezogen. Ab und zu hat sie daher neben Verdauungsproblemen, die wir mittlerweile gut im Griff haben, Zahnfleischbluten. Wenn dem so ist, isst sie leider kaum. Auch dafür haben wir nun Abhilfe gefunden: Malventee. Katzen finden nämlich Salbeitee, der im Grunde das Gleiche kann, ganz bäh. Malventee ist nicht so bitter und kann daher besser angewendet werden. Damit tupfe ich ihr also immer mal das Zahnfleisch ab, zusätzlich kommen 1-2 EL in die Wassernäpfe. Wer mehr über Shaolin lesen oder mehr von ihr sehen will, hier geht’s lang 🙂

 

Zahnpasta ohne Fluorid

 

Zubereitungszeit:

ca. 5 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

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Zutaten für ein Glas:

 

Viele der genannten Zutaten bekommst Du z. B. bei Naturschoenheit.at.

(es kann auch nur Heilerde verwendet werden, dann die Menge Kieselerde durch Heilerde ersetzen oder umgekehrt)


Zubereitung:

 

Nelken in einem Mörser zerstoßen. In einer Schüssel die trockenen Zutaten vermengen.

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Kokosöl und Pfefferminzöl, gekochten Malventee hinzufügen. Mit dem Stabmixer pürieren bis man eine glatte Masse erhält. In einem ausgewaschenen und ausgekochten Marmeladenglas aufbewahren. Die Zahnpasta hält sich, da keine schnell verderblichen Zutaten dabei sind, mehrere Wochen bei Zimmertemperatur.

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Kokosöl ist antibakteriell, was nicht zuletzt den Zähnen guttut. Gewürznelken helfen bei Zahnschmerzen. Pfefferminzöl für frischen Atem. Kieselerde reibt etwas besser. Malventee für die Zahnfleischpflege. Curcuma für weiße Zähne (und zur Ausleitung von Quecksilber, wirkt antientzündlich). Für sehr milde Zahnpasta nur Heilerde  (ohne Kieselerde) für das Rezept verwenden.

PS: Nicht vergessen, am 6. Juli ist wieder DIY-Recycle-Tag.

 

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