Histamin-Pirat

Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

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Erfrischendes Quittengelee mit (vor-)weihnachtlichem Touch …

Ich liebe Quitten. Aber im Supermarkt findet man die irgendwie nie. So ist es also Jahre her, dass ich in den Genuss von Quitten gekommen bin. Vor ein paar Tagen habe ich jedoch einen Sack voll Früchte geschenkt bekommen und meinen ersten richtigen Einkochversuch damit gestartet.

Ja, okay, es gibt bereits ein Marmeladenrezept auf dem Blog, aber das hat wenig mit dem Einkochen zu tun, wie wir es von Oma oder so kennen.

Und genau daran wollte ich mich mal versuchen: Einkochen wie die Oma. Aus den Quitten sollte also zum einen Gelee und zum anderen Marmelade werden. Und so viel weg: Das Gelee hat den Geschmackstest bereits bestanden. Saulecker! Der Mix ist irgendwie recht erfrischend und zugleich gibt das Ganze bereits einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Weihnachtszeit.

Neben Quitte ist nämlich noch Vanille, Kardamom und ein Schuss Limette mit dabei. Wer mit Zitrusfrüchten nicht so gut kann, lässt die Limette, die den Frische-Kick gibt, einfach weg. Hier werden Limetten aber ganz gut vertragen. Also darf das ruhig mit rein.

Quittengelee mit Limette, Vanille & Kardamom

Zubereitungszeit:

ca. 2 h bis 3 h

Schwierigkeit:

normal

Zutaten für 3 Gläser

  • ca. 3 kg Quitten (Rohgewicht vor dem Zerkleinern)
  • Wasser
  • 1 Vanilleschote* (kann auch schon ausgekratzt sein, da sie mitgekocht wird)
  • Saft von 1 Limette, optional
  • 1/2 TL Kardamom
  • 500 g 1:1 Gelierzucker

Zubereitung:

Die Quitten gründlich abwaschen und den “Pelz” abputzen. Grob in Stücke schneiden. Die Strünke habe ich weggeschnitten, aber das Kerngehäuse nicht.

In einem großen Topf* mit Wasser weichkochen. Das dauert etwa 30 bis 45 Minuten.

Anschließend mit einem Schaumlöffel* die Quittenstücke aus dem Kochwasser nehmen oder durch ein großes Sieb abseihen.

Ich habe zunächst versucht, das Quittenmus durch ein feines Sieb zu drücken, um an den Saft zu kommen. Doch die Ausbeute ist dabei wirklich mäßig. Mehr Saft erhält man mit Muskelkraft, indem man die Masse ordentlich durch ein Tuch drückt – ja, geradezu wringt.

Weil ich am nächsten Tag noch Marmelade aus den Überresten machen wollte, habe ich vor dem Ausdrücken die Kerngehäuse entfernt.

Nach dem Auswringen durch ein Tuch erhält man etwa 500 ml Quittensaft. Dieser wird zusammen mit dem Limettensaft (optional), der ausgekratzten Vanilleschote und Kardamom sowie dem Gelierzucker erhitzt.

Währenddessen die sauberen Einweggläser in einen anderen Topf mit heißem Wasser stellen, damit sie vorgewärmt sind. Das verhindert, dass die Gläser springen, wenn das heiße Gelee eingefüllt wird.

Damit die Masse geliert, ist es wichtig, dass alles einmal richtig aufwallt. Ich habe es fünf Minuten siedend (blubbernd) vor sich hin kochen lassen.

Jetzt sollte es schnell gehen. Das Gelee in die vorbereiteten, warmen Gläser füllen. Deckel drauf und einmal auf den Kopf stellen. Nach ein paar Minuten wieder umdrehen. Gegebenenfalls Handschuhe anziehen, falls die Gläser schon zu heiß sind. Diese Prozedur desinfiziert zusätzlich die Deckel. Ich koche aber ohnehin vorher die Gläser und Deckel aus, damit es steril ist.

Jetzt müssen die Gläser noch auskühlen. Wenn sie Zimmertemperatur erreicht haben, können sie auch über Nacht in den Kühlschrank gestellt werden. So wird das Gelee auf jeden Fall fest.

Hinweis: Ich habe bisher noch keinen 1:1 Gelierzucker ohne Citronensäure gefunden und auch hier so welchen verwendet. Wenn ich mal wieder Früchte habe, werde ich einen Versuch nur mit Pektin, Rohrzucker und Limette versuchen. Wie machst Du Gelee oder Marmelade? Bin gespannt auf die Erfahrungen. Das hier ist ja mein erster Versuch, der aber wirklich gut schmeckt. Eigenlob … 😉

Jetzt ist noch jede Menge Mus übrig. Dieses habe ich am nächsten Tag zu Marmelade verarbeitet und das ging so:

Quittenmarmelade mit Minze, aztekischem Süßkraut, Limette, Vanille & Kardamom

Zubereitungszeit:

ca. 1 h

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 10 Gläser

  • Überreste / Mus von den 3 kg Quitten vom Vortag (im Kühlschrank gelagert)
  • Wasser
  • 1 Vanilleschote* (ich habe dieselbe vom Vortag nochmal verwendet)
  • Saft von 2 Limetten, optional
  • frische Kräuter aus dem Garten: 3 Stängel aztekisches Süßkraut, 2 Stängel Zitronenmelisse, 2 Stängel Apfelminze (hier kann nach Geschmack variiert werden)
  • 1/2 TL Kardamom
  • 1 kg 1:1 Gelierzucker

Zubereitung:

Aus den Kräutern wird ein Tee gekocht. Wir brauchen einen Liter. Im Grunde kann man auch einfach Wasser oder zum Beispiel Apfelsaft nehmen. Ich fand die Kräutertee-Idee aber ganz lecker.

Anschließend werden Mus, Kräutertee, Limettensaft, Vanilleschote, Kardamom und Gelierzucker in einem großen Topf erhitzt. Auch das muss wieder aufwallen, damit es nachher richtig geliert. Also wieder fünf Minuten blubbern lassen.

Währenddessen wieder Gläser vorbereiten und aufwärmen.

Die heiße Marmelade in die Gläser füllen und zuschrauben. Einmal auf den Kopf stellen und nach ein paar Minuten umdrehen. Jetzt heißt es warten, bis die Marmelade fest ist. Dann kannst Du sie Dir schmecken lassen oder verschenken. Einige meiner Gläser sind schon reserviert.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Käsespätzle mit Limetten-Joghurtsauce

Sie gehören zur deftigen Küche Österreichs einfach dazu – vor allem im Westen des Landes: Käsespätzle. Und der Histaminer isst sie unglaublich gern. So ganz histaminarm ist das Gericht aber nicht. Traditionell wird die Speise mit Röstzwiebeln garniert und nicht jeder mit Histaminintoleranz verträgt Zwiebeln. Alle Zwiebeln, außer weiße, gelten als Liberator – so die SIGHI-Liste. Damit hat die würzige Garnitur das Potential, im Körper Histamin freizusetzen, was im Übermaß zu Problemen führen kann.

Ein anderes Problem ergibt sich möglicherweise aus den Spätzle selbst. Wer sie nicht selbst macht – etwa weil die Zeit dazu fehlt – kauft sie. Dann sind sie meist aus Weizen. Ich habe bisher keine hellen Dinkelspätzle entdeckt. Und warum wir Vollkorn eher meiden, habe ich hier beschrieben.

Dann ist da noch der Käse. Die fettige Käseschicht kann auch jemandem auf den Magen schlagen, der nicht an HIT leidet. Doch für Menschen mit Histaminintoleranz stellt sich vor allem die Frage: Geht Käse als fermentiertes Produkt überhaupt? Jain. Wir gehen lang gereiftem Käse aus dem Weg und setzen alternativ auf junge Sorten wie Gouda.

Ein Einstiegsgericht, also für die Zeit kurz nach der Diagnose – in der so genannten Karenzphase, sind Käsespätzle also nicht.

Für eine “Sündenaktion” zwischendurch gehen Käsespätzle aber – hier zumindest. Nicht zuletzt, da ich mit einer umstrittenen Zutat “histamintechnisch” gegengesteuert habe: Limetten. Auch Zitrusfrüchte gelten als Liberator. Gleichzeitig enthalten sie jedoch relativ viel Vitamin C, was den körpereigenen Histaminabbau wiederum ankurbelt. Probiere am besten selbst, ob Limetten für Dich eine hilfreiche Rolle in der Küche spielen oder nicht. Weitere Helfer in diesem Rezept: Petersilie und Schwarzkümmel.

Nach der langen Vorrede (oder Vorwarnung) nun aber zum eigentlichen Rezept!

Käsespätzle (aus der Pfanne) mit viererlei Käse, Limetten-Joghurtsauce und Röstzwiebeln

Zubereitungszeit:

ca. 30 Minuten

Schwierigkeit:

normal

Zutaten:

  • Spätzle – Menge je nach Hunger
  • leicht gesalzenes* Wasser zum Kochen
  • ca. 400 g Naturjoghurt – am besten mit Bifido-Bakterien
  • 2 – 3 Stängel fr. Petersilie
  • verschiedene Sorten Käse (wir haben Joghurt-Käse, Feta, Gouda und ein ganz bisschen Bergkäse verwendet)
  • Röstzwiebeln
  • Saft einer halben Limette
  • Butter zum Braten
  • Salz, Pfeffer und etwas Schwarzkümmel*

Zubereitung:

  1. Spätzle nach Packungsanleitung in leicht gesalzenem Wasser kochen. Abseihen und kurz mit Wasser abspülen.
  2. Während die Spätzle kochen, kannst Du die Sauce zubereiten. Dazu Petersilie hacken, Limettensaft in den Joghurt einrühren, mit Salz, Pfeffer und etwas Schwarzkümmel würzen. Dann etwa 2/3 der gehackten Petersilie unterheben. In den Kühlschrank damit!
  3. Etwas Butter in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Ich habe mich vor einiger Zeit von den alten Teflon-Pfannen verabschiedet und verwende nun mit Keramik beschichtete Pfannen*. Diese Pfannen bieten den Vorteil, dass sie höher erhitzt werden können als Teflon-Pfannen, ohne giftige Dämpfe abzugeben, die ansonsten unter anderem für Migräne sorgen könnten. Doch da Keramik voll im Trend liegt, gibt mittlerweile auch viele Billig-Pfannen, bei denen die Beschichtung, selbst bei ordnungsgemäßer Nutzung – ohne Kratzschwamm und mit ausschließlich metallfreien Küchenhelfern, schnell kaputtgeht, wodurch schädliche Metalle wie Blei aus der Keramikbeschichtung ins Essen gelangen können. Daher lieber ein paar Euro mehr investieren und eine langlebende Pfanne der Gesundheit zuliebe verwenden.
  4. Die Spätzle zusammen mit dem Käse in die Pfanne auf mittlerer Hitze geben und regelmäßig umrühren, bis der Käse vollständig geschmolzen ist.
  5. Auf tiefen Tellern mit einem Klecks Sauce, der restlichen Petersilie und etwas Röstzwiebeln anrichten und genießen.

PS: Wie befreie ich meine beschichtete Pfanne nach dem Kochen vom eingetrockneten Käse, ohne sie zu zerkratzen? Einfach Wasser in die abgekühlte Pfanne füllen. Die Pfanne mit dem Wasser auf dem Herd erhitzen und der Käse schmilzt. Die Käse-Wasser-Mischung kann nun abgegossen werden und die Pfanne kann ganz einfach mit einem weichen Schwamm abgewaschen werden.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Flammkuchen oder Pizza Bianca selber machen

Pizza ist so eine Sache bei Histaminintoleranz. Schließlich kommen hier ein paar potentielle “Übeltäter” zusammen, die anderen zwar munden, Betroffenen von Histaminintoleranz jedoch ordentlich Bauch- und auch Kopfschmerzen bereiten können. Dazu gehören neben Tomaten als Liberator auch Weizenmehl mit entzündlichem Potential sowie Hefe, die in einem Teig, der lange geht, aufgrund des Fermentationsprozesses für extra Histamin sorgt. Also was tun – auf Pizza ganz verzichten?

Pizza trotz HIT – Zutaten clever ersetzen

Das wäre ja nun wirklich schade. Schließlich schmeckt die Spezialität der italienischen Küche richtig gut. Außerdem: Wenn wir plötzlich auf alles verzichten, ja, was bleibt dann noch auf dem Speiseplan? Clever ersetzen ist also angesagt!

Statt Tomatenmark ergibt auch Paprikapüree (mit Karotten) eine leckere, rote Basis. Statt Weizenmehl kannst Du Dinkelmehl* verwenden, sofern Du nicht generell ein Problem mit Gluten hast. Und backen geht auch ohne Hefe. Mit genau diesen Alternativen gibt es bereits ein Rezept auf dem Blog – und zwar hier.

Statt rotem Untergrund möchte ich heute jedoch mal auf eine helle Basis zurückgreifen. Aus rossa wird bianca.

Wir haben für den Untergrund Crème fraîche (ohne Gelatine) verwendet. Du kannst jedoch z. B. auch cremigen Ricotta oder Ziegenfrischkäse nutzen. Da wir unbedingt einmal Flammkuchen selber machen wollten, haben wir auch beinahe den klassischen Belag – Zwiebelringe und Schinkenwürfel – auf die “weiße Pizza” gebracht.

Beinahe? Da wir grundsätzlich kein Schwein essen, habe ich alternativ zur Putensalami gegriffen. Das ist jedoch eine Option, die vielleicht nicht für jeden funktioniert. Schließlich gilt Salami, egal ob Pute oder nicht, generell als ziemliche “Histaminbombe”, weil die Wurst reifen muss. Mit der von mir verwendeten Sorte haben wir jedoch überraschend gute Erfahrungen gemacht. Ob das für Dich genauso funktioniert, solltest Du allerdings vorher individuell austesten.

Nicht ganz so problematisch sind Zwiebeln, wovon wir grundsätzlich die roten lieber mögen als die braunen oder weißen. Die schmecken einfach besser 😉 Wer jedoch empfindlich auf Salicylate reagiert, könnte Probleme mit den Zwiebelringen bekommen. Grundsätzlich ist das entzündungshemmend wirkende Lauchgewächs bei HIT keine schlechte Wahl. Doch die Zwiebel gilt als Liberator und wer es übertreibt, hat schon mal mit Blähungen oder anderen Beschwerden zu kämpfen. Hier musst Du Deine persönliche Toleranzschwelle finden.

Vielleicht hast Du gerade erst erfahren, dass Du HIT hast, und möchtest vorsichtig austesten, was geht. Dann solltest Du nicht unbedingt den original Flammkuchen mit Zwiebelringen und Schinken-/Salamiwürfeln “nachbauen”, sondern lieber zu einem anderen Belag greifen. Im Grunde kannst Du eine Pizza Bianca mit allem belegen, was Du sonst am liebsten auf Deiner histaminarmen Pizza hast. Probier es einfach aus!

Flammkuchen oder Pizza Bianca

Zubereitungszeit:

ca. 30 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 1 Blech:

  • 350 g Dinkelmehl (glatt)*
  • 200 ml lauwarmes Wasser
  • 2 EL Öl, z. B. Olivenöl
  • 1 Becher Crème fraîche (ohne Gelatine), alternativ: Ziegenfrischkäse, cremiger Ricotta etc.
  • 1 gr. Zwiebel
  • 1 Stück Putensalami oder andere verträgliche Wurst, in Würfel geschnitten
  • Salz & Pfeffer nach Geschmack
  • frische Kräuteroder anderes “Grünzeug” nach Geschmack, z. B. Oregano oder Vogerlsalat

Zubereitung:

  1. Mehl, Wasser, Olivenöl und Salz in einer Schüssel mit den Händen vermengen und zu einem Teig kneten.
  2. Backpapier auf der Arbeitsfläche ausbreiten und den Teig darauf setzen. Mit Mehl bestäuben und mit einem Nudelholz* dünn ausrollen. Den ausgerollten Teig samt Backpapier aufs Blech setzen.
  3. Zwiebel schälen und in dünne Ringe schneiden. Ein Stück Putensalami abschneiden, pellen und in Würfel schneiden.
  4. Teig großzügig mit Crème fraîche bestreichen. Putensalamiwürfel und Zwiebelringe darauf verteilen.
  5. Ofen auf 250° C vorheizen. Wir haben dafür praktischerweise ein spezielles Pizzaprogramm, Du vielleicht auch.
  6. Für ca. 10 Minuten backen. Der Flammkuchen ist fertig, wenn er an den Rändern goldbraun ist.
  7. Optional: Mit frischen Kräutern oder Salat garnieren. Eventuell mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Vegetarisch mit Liebe – von A bis Z (Rezension mit Rezept)

Vor allem Menschen, die sich vegetarisch oder gar vegan ernähren, stehen mit der Diagnose Histaminintoleranz meist vor einem Problem, das gesunde Menschen ganz einfach umschiffen können: Protein. Denn wer auf Fleisch verzichtet, muss sein Eiweiß aus anderen Quellen beziehen. Die Natur offeriert uns zum Glück zahlreiche Optionen: Samen, Kerne, Nüsse und auch Hülsenfrüchte sind richtige Proteinbomben. Da wäre nur ein Problem: Wer Histaminintoleranz hat, verträgt vor allem Nüsse und Hülsenfrüchte meist nur eingeschränkt. Das hat auch der Histaminer hier am eigenen Leib erfahren.

Histaminintoleranz ohne Fleisch – das geht, aber …

Grundsätzlich ist die vegetarische und auch vegane Ernährung mit Histaminintoleranz möglich. Man muss nur wissen, was man tut, und braucht vor allem Disziplin. Schließlich schränkst Du Deinen ohnehin eingeschränkten Speiseplan freiwillig weiter ein. Als kleiner Bonus: Zu viel Fleisch, vor allem verarbeitete Fleischwaren wie Wurst, ist ohnehin nicht gesund. Ja, Wurstwaren stehen laut WHO sogar im Verdacht, Krebs zu verursachen. Weil Fleisch zudem Entzündungsprozesse im Körper begünstigen kann, haben wir unseren Fleischkonsum auf ein Minimum reduziert.

Wer jedoch ganz darauf verzichtet, sollte für ausreichend Abwechslung sorgen, um genug Vitamin A, Eisen etc. zu bekommen. Denn pflanzliche Lebensmittel enthalten lediglich die Vorstufe von Vitamin A, Beta-Carotin, welche der Körper zunächst umwandeln muss. Dazu macht es im Fall von Karotten zum Beispiel mehr Sinn, die Möhrchen gekocht statt roh zu essen. Deine Eisenaufnahme kannst Du durch den gleichzeitigen Verzehr von Vitamin-C-haltigen Speisen verbessern. Aber wer achtet auf all das – immer?

Um regelmäßige Check-ups kommt man eigentlich auch als “normaler” Vegetarier und Veganer nicht herum. Doch vor allem für “Histaminer” ohne Fleisch gilt es, die B-Vitamin-Versorgung (insbesondere Vitamin B6 und B12) regelmäßig überprüfen zu lassen. Aber auch Eisen (Serum-Ferritin) wird beim Erstellen eines großen Blutbilds meist gleich mit überprüft. In Einzelfällen kann es Sinn machen, weitere Werte in Bezug auf die Nährstoffversorgung zu checken.

Als “Pflanzenfresser” sinnvoll ersetzen bei Histaminintoleranz

Was das Thema Protein angeht, fallen ein paar Veggie-Favoriten bei HIT in der Regel weg, darunter:

  • Walnüsse
  • Sonnenblumenkerne
  • Erdnuss
  • Erdmandel

Einige davon enthalten entweder selbst recht viel Histamin oder wirken als Liberator. Kommen bei Dir Allergien hinzu, wird die Liste womöglich noch länger.

Ansonsten bleiben aber ein paar nussige Alternativen. Cashewkerne und Mandeln, Haselnüsse und Pinienkerne, die zwar im Übermaß auch Bauchweh machen können, gehen als kleine Zugabe zum Salat meist dennoch ganz gut. Noch besser sind zum Beispiel diese veganen Zutaten mit Biss:

  • Hanfsamen
  • Pistazie
  • Macadamia
  • Kokosnuss
  • Kürbiskerne

Doch wie sieht es nun in Sachen Hülsenfrüchte aus? Haben wir anfangs ganz auf Hülsenfrüchte verzichtet, sind mittlerweile wieder welche auf dem Speiseplan. Doch welche? Als kleine Faustregel habe ich folgende Formel entwickelt: Was auch roh bedenkenlos gegessen werden kann, geht auch bei HIT ganz gut. Tatsächlich sind es nämlich vornehmlich die Pflanzenabwehrstoffe, die es erfordern, dass man Linsen, Kichererbsen & Co zunächst mal kochen muss, damit sie – auch von gesunden Menschen – vertragen werden. Die Hülsenfrüchte, die Gesunde aber auch so essen können, Erbsen zum Beispiel, enthalten weniger von diesen Stoffen. Daher sind sie für Histaminer durchaus Kandidaten für den Speiseplan.

Tipp: Auch Sprossen sind in aller Regel verträglicher als die Hülsenfrüchte an sich. Hast Du schon ein Keimglas* oder ein Sprossenhaus*?

Wie immer bei HIT und auch im Fall der Hülsenfrüchte gilt: Verbanne nichts vom Speiseplan, was Dir in Maßen eigentlich guttut. Beispiel für so ein Lebensmittel in der “Grauzone” gefällig? Zitrone. Das enthaltene Vitamin C unterstützt den Histaminabbau (und die Eisenaufnahme, s. o.). Dennoch gelten Zitrusfrüchte als Liberator, d. h. Dein Körper wird angeregt, sein eigenes Histamin aus den speichernden Mastzellen ins Blut abzugeben. Bei Zitronen und anderen Liberatoren kommt es entscheidend auf die Menge an, die das Ganze zum Gift oder zur Medizin macht.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf habe ich mich durch “Vegetarisch mit Liebe“* geblättert, natürlich auf der Suche nach etwas Leckerem auf Pflanzenbasis, das auch dem Histaminer bekommt.

Ein vegetarisches Kochbuch von A bis Z

Als ich das Kochbuch im Programm vom Südwest-Verlag entdeckt habe, hat mich zunächst der Titel “Vegetarisch mit Liebe“* angelacht. Dass ich es zur Rezension haben wollte, war dem Umstand geschuldet, dass es ganz anders aufgebaut ist, als jedes andere Kochbuch, das ich kenne: Das Buch geht einfach Zutaten von A wie Apfel bis Z wie Zucchini durch und liefert somit alphabetische Kücheninspiration. Du kannst also einfach bei Deinem Lieblingsobst oder -gemüse schmökern und findest bestimmt was Schmackhaftes.

Bis mich ein Rezept angesprungen hat, habe ich gar nicht lange blättern müssen. Unter B finden wir “Blumenkohlcurry mit gebratenem Reis”.

Schaut man sich die Zutatenliste an, wird schnell klar: Hier müssen wir nochmal Hand anlegen. Denn enthalten sind unter anderem Kichererbsen, Rosinen und jede Menge Gewürze – Curry eben. Doch das soll den Histamin-Piraten bekanntermaßen nicht aufhalten. Der kapert die Sache schon für sich!

Blumenkohlcurry mit gebratenem Reis

Zubereitungszeit:

ca. 1 Stunde

Schwierigkeit:

normal

Zutaten für 3-4 Personen:

  • 1/2 Kopf Blumenkohl/Karfiol
  • etwas Öl zum Braten, z. B. Kokos- oder Olivenöl
  • 1 rote Zwiebel (Vorsicht bei Salicylatintoleranz)
  • 1 kl. Tasse Basmati-Reis, Wasser, Butter/Öl und Salz zum Kochen
  • 60 g Cashewkerne
  • 100 g Erbsen (tiefgekühlt)
  • 3 Karotten
  • optional: 2 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten (Vorsicht bei Salicylatintoleranz)
  • 1/2 kl. Dose Kokosmilch (ohne Bindemittel!)*
  • Saft von 1/2 Limette
  • 2 EL gehackte Minze, frisch
  • ein paar Chilifäden*
  • 1 Pr. Kurkuma
  • 1 Pr. Kreuzkümmel
  • 1 Pr. getrocknetes Zitronengras
  • Salz & Pfeffer nach Geschmack

Erfrischende Joghurt-Sauce

  • 1 Becher Joghurt (4 % Fett)
  • Saft von 1/2 Limette
  • Msp. Kardamom
  • Salz & Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung:

Reis gründlich durch ein Sieb* abspülen. In gesalzenem Wasser kochen. Kurz bevor der Reis fertig ist, ein bisschen Butter oder Öl unterrühren.

Für die Sauce alle Zutaten in einer Müslischüssel verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Bis zum Servieren in den Kühlschrank stellen.

Blumenkohlhälfte in Röschen zerteilen und gründlich abspülen. Karotten abspülen, schälen und in kleine Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und würfeln. Öl in einer tiefen Pfanne erhitzen. Gemüse ca. 5 Minuten dünsten, bis der Blumenkohl hellbraun ist.

Cashewkerne und Erbsen zugeben und ca. 5 Minuten weiterbraten, bis die Cashews hellbraun sind.

Frühlingszwiebelringe und Gewürze zugeben. Kurz mitbraten, bis die Gewürze duften. Die Hitze reduzieren und Kokosmilch einrühren. Dann Limettensaft und noch etwas Salz zugeben. Den Reis einarbeiten. Minze unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit der Sauce servieren.

Tipp:

Du kannst, wie immer bei Curry, beim Gemüse variieren. Was hat denn gerade sonst noch so Saison? Mit einem Curry-Grundrezept sorgst Du auf diese Weise für Abwechslung auf dem Tisch.

Ich habe die Gewürze teils geändert und vor allem stark in der Menge reduziert. Falls Du Kurkuma, Kreuzkümmel & Co besser als der Histaminer verträgst, kannst Du hier ruhig noch etwas nachwürzen.

Statt der im Rezept angegeben Chiliflocken habe ich Chilifäden* verwendet. Die sind weniger scharf und bringen trotzdem milde Würze ins Gericht. Probier’s mal aus!

Zusammenfassung:

Vor allem Histaminer finden ein Kochbuch, das alphabetisch nach Zutaten sortiert ist, sicher ganz praktisch.So ist es jedenfalls mir ergangen. Neben dem Blumenkohlcurry gibt es noch eine Reihe anderer Rezepte im Buch, die sich leicht auf histaminarm trimmen lassen und meist schon glutenfrei sind. Die bunte Sammlung vegetarischer Köstlichkeiten geht übrigens auf den Blog “Love and Lemons” zurück, den ich vor der Lektüre noch nicht kannte. Nicht nur das Buch, auch die Website sieht vielsprechend aus.

Neben der cleveren Aufteilung gefällt mir am Buch vor allem die Abteilung mit den Basics am Schluss. Hier gibt es unter anderem ein Smoothie- und ein Pesto-Grundrezept, mit dem man weiterarbeiten kann.

Das schöne Hardcover macht aufgrund der praktischen Aufteilung, aber auch wegen der appetitlich angerichteten Speisen auf den Bildern richtig Lust auf kochen. Vielleicht magst Du ja auch mal hineinschnuppern? Hier sind die Fakten:

  • Vegetarisch mit Liebe“* von Jeanine Donofrio (Love and Lemons)
  • 320 Seiten, Hardcover
  • Rezepte von A wie Apfel bis Z wie Zucchini
  • zahlreiche Basics und Tipps für die Zubereitung
  • viele Rezepte sind glutenfrei und lassen sich leicht abwandeln, um sie histaminarm zu machen
  • 24,99 Euro, erschienen im Südwest-Verlag

Ich bedanke mich beim Südwest-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Puffer aus gekochten Kartoffeln …

Heute gibt es mal wieder ein besonders einfaches Rezept, das sich sowohl zur Resteverwertung als auch dann anbietet, wenn Du gerade nicht so viel im Kühlschrank hast. Wir haben die meisten der folgenden Zutaten ohnehin immer daheim – Du womöglich auch.

Da bei diesem Rezept Fisch verwendet wird, ist es nicht für alle verträglich. Je nach individueller Empfindlichkeit bitte den Räucherlachs einfach weglassen! Erwähnt sei jedoch, dass wir mit ein wenig Wildräucherlachs, sofern der nicht jeden Tag auf den Teller kommt, ganz gute Erfahrungen gemacht haben. “Normaler” Räucherlachs aus Aquakultur wird hingegen bei uns eher nicht vertragen. Wichtig ist zudem, eine einmal angefangene Packung möglichst bald zu verbrauchen.

Ähnliches gilt übrigens für Hüttenkäse. Der ist grundsätzlich recht histaminarm. Sobald eine Packung jedoch einmal angebrochen ist, verdirbt Hüttenkäse rasch. Während Frischkäse bei HIT schon mal 3–4 Tage im Kühlschrank gelagert und noch ohne Probleme gegessen werden kann, sollte Hüttenkäse, so unsere Erfahrung, doch innerhalb von 2 Tagen aufgebraucht werden.

So, nach dieser kurzen Vorbemerkung geht’s direkt in die Kombüse:

Kartoffelpuffer mit Wildräucherlachs und Hüttenkäsedip auf Blattsalat

Zubereitungszeit:

ca. 1 h

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 2 Personen:

  • ca. 300 g Kartoffeln
  • 1 Pck. Hüttenkäse (bio & natur)
  • 1 EL Milch
  • 1 EL Frischkäse (bio & natur)
  • 1 – 2 Scheiben Wildräucherlachs
  • ca. 6 Salatblätter grüner Batavia (für jeden Puffer eins)
  • 1 Ei
  • etwas Kartoffelmehl
  • Leinsamenöl
  • Salz und Pfeffer
  • Kräutermischung nach Wahl bzw. Verträglichkeit
  • Öl zum Braten, z. B. Olivenöl

Zubereitung:

Anders als die meisten Puffer oder Reibekuchen, werden die folgenden aus gekochten Kartoffeln zubereitet. Ich mag das, weil sie dann nicht so faserig, aber auch weniger knusprig sind.

Je nach Hunger kannst Du mehr oder weniger der angegebenen Kartoffeln nehmen. Zur Resteverwertung bieten sich Kartoffeln vom Vortag an. Vorausgesetzt, Du hast sie direkt nach dem Abkühlen auf Zimmertemperatur in einen luftdichten Behälter* umgefüllt und in den Kühlschrank gestellt.

Tipp: Vor der weiteren Verarbeitung noch mal in ein Sieb geben und abspülen.

Du kannst natürlich auch direkt von der rohen Kartoffel weg starten. Dazu, wie gewohnt, Kartoffeln schälen und in kleine Würfeln schneiden und in leicht gesalzenem Wasser mit etwas Kümmel (optional) kochen. Anschließend abseihen und mit Wasser gründlich abspülen.

Tipp: Durch das Abspülen mit kaltem Wasser kühlen die Kartoffeln nicht nur schneller für die Weiterverarbeitung aus, sondern sie werden dadurch auch verträglicher. Histamin ist bekanntlich wasserlöslich.

Die Kartoffeln mit etwas Leinsamenöl (ca. 2 EL), Salz, Pfeffer und Kräutern in einer Schüssel mit einem Kartoffelstampfer* zerkleinern bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Ich mag es noch ein bisschen stückig. Mit einem Ei und etwas Kartoffelmehl vermengen, bis ein glatter Teig entsteht. Daraus kleine Kugeln formen, so als ob Du Klöße machen wolltest, diese dann flach drücken. Von beiden Seiten goldbraun braten.

Für den Dip Hüttenkäse mit Frischkäse, etwas Milch und ca. 1 EL Leinöl, Salz, Pfeffer und frischen Kräutern mit einer Gabel vermengen.

Salatblättern waschen und z. B. mithilfe einer Salatschleuder* trocknen.

Auf einem Teller je einen Puffer mit einem großzügigen Klecks Dip und einem daumengroßen Stück Räucherlachs auf einem Salatblatt anrichten. Mit frischen Kräutern, wie Kresse oder Petersilie, garnieren und servieren.

(c) Histamin-Pirat

Heute, heute wird’s was geben …

Auf dem ganz verschneiten Blog weihnachtet es schon ordentlich. Doch erst mit dem passenden Weihnachtsessen ist die Stimmung perfekt. Dieses Jahr hat der Histaminer versprochen, das Kochen zu übernehmen und hat natürlich prompt ein Menü gezaubert. Es gibt

Zanderfilet an Preiselbeer-Feta-Hollandaise und Wildräucherlachs mit Petersilkartoffeln und Brokkoli

Klingt schräg? Ist es auch 🙂 Schmeckt aber.

Der Histaminer hat eine besondere Vorliebe für unkonventionelle Geschmackskombinationen und ist erstaunlicherweise sehr viel mutiger am Herd als ich. Mutig ist für viele nicht zuletzt die Entscheidung, Fisch zu machen. Geht das denn überhaupt bei HIT?, werden einige fragen. Aber ja, sofern die Zubereitung stimmt – mehr dazu hier – und die Fischauswahl passt. Tatsächlich gibt es ein paar Fische, die bei HIT eher nicht so gut vertragen werden. Zu nennen wäre hier zum Beispiel Makrele und auch Thunfisch, der übrigens ebenfalls zur Familie der Scombridae gehört. Mit wendigen Raubfischen haben wir, sofern die Frische stimmt, meist gute Erfahrungen gemacht und Zander ist doch schon was Feines, so zum Fest.

Zubereitungszeit:

ca. 1 h

Schwierigkeit:

normal bis fortgeschritten

Zutaten für 2 Personen:

  • 6 – 8 Kartoffeln
  • 2 – 4 Zanderfilets
  • 1/2 Kopf Brokkoli – die Röschen
  • ein Bund Petersilie
  • ein paar Scheiben Wildräucherlachs
  • Saft von 2 Zitronen
  • etwas Dinkelmehl
  • ca. 40 g Butter
  • ca. 50 g Preiselbeermarmelade
  • 1 EL Hanfsamen
  • 1 TL Kräutermix “Pizza” (Oregano, Basilikum, Majoran etc.)
  • 3 Eigelb
  • 2 EL Feta
  • 1 EL Kokosmilch
  • Kümmel
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • Öl zum Braten (z. B. Olivenöl)

Zubereitung:

Zunächst die tiefgefrorenen Zanderfilets unter warmem Wasser auftauen. Mit Küchenpapier trocken tupfen. Die Innenseite mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft einreiben. Die Außenseite (mit Haut) in Dinkelmehl wälzen.

Kartoffeln schälen und in kochendem Salzwasser mit etwas Kümmel garen. Der Histaminer gibt noch ein paar Tropfen Olivenöl ins Wasser – wie wenn man Pasta machen würde.

Für die Sauce die kochenden Kartoffeln im Topf für ein Wasserbad nutzen. Wir haben so eine praktische Schmelzschale*, die man einfach in den Topf hängen kann. Darin nun die Butter zusammen mit der Marmelade zum Schmelzen bringen und gelegentlich verrühren. Den Saft einer Zitrone sowie die Eigelb, Kokosmilch, Hanfsamen, Kräutermix, eine Prise Zucker, eine Prise Kümmel sowie den Feta hinzugeben und gelegentlich umrühren.

In einem Topf leicht gesalzenes Wasser zum Kochen bringen. Den Brokkoli bissfest garen (ca. 8 – 10 Minuten).

In einer Pfanne Öl erhitzen und die Zanderfilets von beiden Seiten braten – am besten mit Deckel oder Spritzschutz auf der Pfanne.

Kartoffeln in einem Sieb abseihen, Brokkoli abseihen und auf Tellern mit den Zanderfilets anrichten. Mit frischer Petersilie und etwas Wildräucherlachs garnieren und genießen.

Und was gibt es bei Euch zum Fest?

(c) Histamin-Pirat

Rezept für Kochfaule (glutenfrei)…

Zugegebenermaßen habe ich im Herbst und Winter wesentlich mehr Freude am Kochen und vor allem am Backen als in den warmen Jahreszeiten, aber manchmal soll es doch schnell gehen. Vielleicht hat man abends noch was vor – und wenn nur ein gemütlicher Filmeabend wartet. Da will ich jedenfalls nicht ewig in der Küche stehen. Kurzerhand mache ich dann Sachen, die sich wie von selber kochen. Ofenkartoffeln zum Beispiel 🙂

Ofenkartoffeln mit Schnittlauchcreme (vegetarisch, glutenfrei)

Zubereitungszeit:

ca. 10 Minuten + 60 Minuten im Backofen

Schwierigkeit:

einfach


Zutaten:

  • so viele Kartoffeln, wie Du essen möchtest
  • 1 Pck. Frischkäse natur (Achtung: ohne Bindemittel wie Carrageen oder Guarkernmehl und ohne Citronensäure)
  • 1/2 Bund Schnittlauch
  • 1/3 TL Salz oder weniger
  • 1-2 EL Milch

Zubereitung:

Kartoffeln gründlich abspülen. Jede Kartoffel in Alufolie wickeln und dann alle Kartoffeln zusammen in den Ofen geben und bei 200 °C Heißluft ca. 60 Minuten garen.

In der Zwischenzeit die Schnittlauchcreme vorbereiten: In einer Schüssel den Frischkäse mit gehacktem Schnittlauch, etwas Salz und einem Schluck Milch zu einer geschmeidigen Creme verrühren. Optional mit einem Schuss Leinöl verfeiern.

Die Kartoffeln aus der Folie wickeln und schälen.

Zusammen mit der Schnittlauchcreme servieren und genießen.

(c) Histamin-Pirat

Sommergemüseauflauf…

Ende August treibt es der Sommer ja noch einmal so richtig bunt. Heute ist das Thermometer auf 30 °C geklettert. Richtig Lust auf Essen, geschweige denn Kochen, macht das eigentlich nicht. Ab Dienstag soll es aber wieder runterkühlen.

In der Zwischenzeit übermittle ich Euch meinen leckeren Sommergemüseauflauf.

Sommergemüseauflauf (glutenfrei, vegetarisch)

Zubereitungszeit:

ca. 15 Minuten + 35 Minuten im Backofen

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für ca. 3 bis 4 Personen:

  • 1 Tasse Basmati- oder Langkornreis (ca. 200 g) + 2 Tassen Gemüsebrühe
  • 1 Knoblauchzehe
  • 6 Karotten
  • 500 g Brokkoli
  • Gemüsebrühe zum Kochen der Karotten und für den Brokkoli
  • 2 Eier oder für ganze Histamin-Empfindliche: 3 Eigelb
  • junger Gouda in Scheiben oder Ziegenkäse
  • optional: Dip nach Wahl, z. B. Kräuterfrischkäse oder Kräuterjoghurt

Zubereitung:

Zunächst Knoblauch schälen und klein hacken oder durch die Knoblauchpresse drücken. Den Reis mit der Gemüsebrühe und Knoblauch garen. Dazu entweder selbst gemachte Gemüsebrühe oder gekaufte Gemüsebrühe (Achtung: hefefrei!) verwenden.

Karotten schälen und in dünne Scheiben schneiden. Vom Brokkoli Röschen abschneiden. Gemüsebrühe zum Kochen bringen. Karotten und Brokkoli bissfest kochen.

Den fertigen Reis in einer Auflaufform verteilen und glattstreichen.

Das Gemüse abseihen und dabei ca. 1/2 Tasse der Brühe aufheben.

In der Brühe die Eier bzw. das Eigelb verrühren.

Karotten und Brokkoli auf dem Reis verteilen. Die Brühe-Ei-Mischung darübergießen.

Zum Schluss den Käse in Scheiben verteilen.

Im Backofen bei Umluft/Heißluft 180 °C ca. 35 Minuten backen.

Mit Dip servieren und schmecken lassen.

 

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Inspiralisiert – One-Pot-Gemüse-Pasta (Buchrezension)

One-Pot-Pasta (vegan, glutenfrei)

Kennt Ihr schon den neuen Food-Trend Zoodles oder Coodles? Hinter dem ulkigen Namen verbergen sich Gemüsenudeln aus jeweils Zucchini (Zoodles) oder Karotten (Coodles). Die Teile sind nicht nur schnell gemacht, sondern auch noch glutenfrei und richtig leeecker. Die Gemüsenudeln kann man wie herkömmliche Nudeln mit Sauce zubereiten. Meine erste Rezeptidee sieht so aus:

Zubereitungszeit:

ca. 20 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 1 Person:

  • 1 mittelgroße Zucchini
  • 1 große Karotte

nicht histaminarm:

  • 1/2 Hand voll Cashewkerne
  •  4 mittelgroße Tomaten
  • 1 Knoblauchzehe
  • Oregano
  • frisches Basilikum
  • Salz und Pfeffer
  • Öl

Alternativ kann man Paprika nehmen, damit es histaminarm wird. Eine histaminarme Tomatensauce OHNE Tomaten gibt es auch hier. Wer es verträgt, kann die Cashewkerne natürlich verwenden.

Zubereitung:

Das Gemüse gründlich waschen. Dann Karotten, Paprika/Tomaten schälen. Tipp für alle, die Tomaten verwenden (wenn’s nicht histaminarm sein muss): die Tomaten in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser übergießen. Dann löst sich die Haut quasi von selbst.

Knoblauch schälen und hacken. Cashewkerne hacken. Karotte und Zucchini in den Spiralschneider geben, wenn Ihr sowas habt. Ansonsten macht es wie ich: Bandnudeln mit dem Sparschäler herstellen! Geht auch.

In einer Pfanne etwas Öl erhitzen: geschälte Paprika/Tomaten in Stücken mit den Cashewkernen und Knoblauch hineingeben und erhitzen. Nach ein paar Minuten die “Nudeln” für 2 bis 4 Minuten mitgaren, so dass sie noch Biss haben, aber doch etwas weich sind. Was die Konsistenz anbelangt, können die Geschmäcker auch etwas variieren.

Mit Kräutern, Salz und Pfeffer abschmecken und gleich servieren.

Wer übrigens noch Ideen braucht, was man alles Glutenfreies (und nicht immer Veganes) mit dem Spiralschneider und Sparschäler so veranstalten kann, schaut am besten mal hier* hinein:

Mein Rezept stammt zwar nicht aus dem Buch, aber auch hier dreht sich alles um das geschnippelte Gemüse in all seinen Variationen.

Zunächst war ich zwar nicht sonderlich angetan, als ich in der Einleitung las:

Meine süße Großmutter – die zur Messe stolz ihr bestes Sonntagsgewand anzog und mir den Mund mit Seife auswusch, wenn ich “pissen” statt “Pipi machen” sagte – ließ immer irgendetwas im Ofen anbrennen.

Schließlich handelt es sich doch um ein Kochbuch. Persönliche Anekdoten hin oder her, weder vom Pissen noch vom Pipi-Machen will ich in einem Kochbuch lesen. Nicht so appetitlich. Doch wenn man darüber hinwegsehen oder schmunzeln kann, wird’s danach besser und richtig informativ. Kurzerhand erfuhr ich auf S. 24, dass Spiralgemüse mehr kann als Zoodles & Co, z. B. “Reis”. Offenbar als missglücktes Experiment entdeckte die Autorin, dass gekochtes Spiralgemüse zerfellt und nachher wie Reis ausschaut. Sie probierte das mit Butternusskürbis, soll aber auch mit anderem spiralisiertem Gemüse gehen. Das landet also mal auf meiner To-Do-Liste. Reis in 5 Minuten ohne Kochbeutelmist oder Fertigzeugs? Ja, das ginge dann.

Und auch in Sachen Zoodles gibt es einen Tipp. Zucchini bestehen schließlich zu 95 Prozent aus Wasser. Damit man nachher bei einem Saucengericht mit Zoodles (wie oben) nicht “Suppe” auf dem Teller hat, empfiehlt es sich die Sauce gut einzukochen bzw. anzudicken. Es kann auch helfen, die Zucchini vorher gut trocken zu tupfen. Und das Verhältnis muss stimmen: 70 Prozent “Nudeln” zu 30 Prozent Sauce.

Das Buch bietet neben zahlreichen Tipps natürlich haufenweise gute Kochideen für spiralisiertes Gemüse. Das Meiste ist glutenfrei, manches ist vegan, vieles vegetarisch und einiges ist auch paläotauglich. Insofern ist quasi für jeden etwas dabei. Histaminarme Rezepte sind nicht direkt ausgewiesen, wie in den meisten Kochbüchern. Aber folgende Rezepte bieten sich mit eventuell kleinen Abänderungen durchaus an:

S. 40 Blaubeer-Süßkartoffel-Waffeln

S. 65 Zitronen-Knoblauch-Brokkoli mit Bacon (vielleicht ohne Bacon)

S. 76 Nudelsuppe mit Hühnchen und Möhren

S. 85 Caprese-Zucchini-Salat (mit Paprika statt mit Tomaten)

S. 92 Apfel mit Spargelstreifen, Gorgonzola und Pekannüssen (vielleicht einen anderen Käse verwenden, z. B. Mozzarella und vielleicht Cashewkerne oder Macadamianüsse statt Pekannüssen)

S. 117 Süßkartoffel-Mini-Pizzen mit Rucola, Oliven und Zwiebeln (den Belag kann man natürlich anpassen)

und vieles mehr.

Grundsätzlich bietet das Buch Ideen fürs Frühstück, für Hauptspeisen, wie Nudelgerichte oder Gerichte aus dem Ofen, Sandwiches und Desserts.

Für alle, die neue Ideen für ihren Spiralschneider brauchen oder ihren Sparschäler für höhere Aufgaben bestimmt sehen 😉 , empfehle ich dieses Buch. Man muss ja nicht alles direkt so nachkochen, aber man kann sich garantiert inspiralisieren lassen.

Zusammenfassung

  • 224 Seiten, Paperback
  • Kochbuch mit praktischen Anleitungen rund um das spiralisierte Gemüse
  • viele glutenfreie Rezepte
  • teils vegetarisch, vegan, aber auch mit Fleisch
  • 19,99 Euro, erschienen im Riva-Verlag

Ich bedanke mich beim Riva-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

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Herbstpuffer…

Herbstpuffer aus Spaghettikürbis (vegan)

Genau wie bei Becky von Becky’s Diner ist der Herbst meine absolute Lieblingsjahreszeit. Ja, ich liebe dieses Wetter das zum Schokolade-trinkenden-auf-dem-Sofa-Einkuscheln einlädt und die Zeit, in der sich die Bäume bunt färben.

Vor allem mag ich den Herbst aber, weil jetzt all meine Lieblingsleckereien Saison haben. Es gibt endlich wieder frische Maroni und diverse Kürbissorten. Mein Favorit unter den Kürbissen ist der Butternusskürbis, aber dieses Jahr hat er Konkurrenz bekommen. Ich habe mich am Spaghettikürbis für Becky’s Blogevent zum kulinarischen Herbstspaziergang versucht.

Der Spaghettikürbis hat seinen lustigen Namen aufgrund der Struktur seines Fruchtfleisches, das nach dem Garen faserartig, ein bisschen wie Spaghetti, aussieht und gerade das macht den Spaghettikürbis zu einem fabelhaften “Pufferkandidaten”.

Außerdem im Rezept: Chia-Samen. Die Wunderdinger gibt es bereits in einigen Rezepten auf dem Blog, nicht zuletzt aufgrund ihrer positiven Wirkung auf den Histaminabbau. Neu in einem Blog-Rezept ist nicht nur der Spaghettikürbis, sondern auch Einkornmehl. Ähnlich wie Dinkel ist Einkorn eine alte Getreidesorte, die wesentlich mehr Nährstoffe als Weizen enthält. Interessant ist Einkorn vor allem, weil viel Magnesium enthalten ist und das habe ich schon länger im Verdacht als “Histamin-Helfer”.

Nach bisheriger Recherche konnte ich aber meinen Verdacht noch nicht eindeutig belegen. Es gibt ein paar Studien zum Thema Magnesium und Histamin, aber die antihistamine Wirkung von Magnesium scheint weniger eindeutig belegt zu sein als die von beispielsweise Zink. In einer Studie wurde Magnesium Betroffenen von allergiebedingtem Asthma gegeben, um zu sehen, ob damit ein Anfall schneller abklingt. Die Wirkung war aber nicht signifikant. Wie dem auch sei, ich bleib dran und halte Euch auf dem Laufenden. So, aber nun zum Rezept!

Zubereitungszeit:

ca. 10 Minuten + ca. 30 Minuten im Backofen

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 1–2 Personen:

  • 1/2 kleiner Spaghettikürbis
  • 1 EL Chia-Samen-Mehl + 3 EL Wasser = Chia-Samen-Gel als Ei-Ersatz
  • Einkornmehl

Zubereitung:

Zunächst die Spaghettikürbishälfte mit dem Fruchtfleisch nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und bei 200 °C ca. 30 Minuten backen. Den Kürbis aus dem Backofen nehmen – Vorsicht, heiß! Und auskühlen lassen.

Den Ei-Ersatz aus Chia-Samen und Wasser ansetzen und ein paar Minuten quellen lassen.

Mit einem Löffel zunächst die Kerne aus dem Kürbis kratzen und dann das Fruchtfleisch aus dem Kürbis herausschaben. Ich püriere das Fruchtfleisch meist noch ganz kurz, muss man aber nicht unbedingt. Dann mische ich das Chia-Samen-Gel dazu und gebe so lange Einkornmehl dazu, bis die Masse nicht mehr an den Händen klebt.

Vom Teig kleine Menge abnehmen, Bälle daraus formen und mit den Händen flach drücken. Dann von beiden Seiten in Öl braten, bis die Puffer golden sind.

Na, die goldenen Puffer passen doch perfekt zum goldenen Herbst, oder? Ich mag die Puffer mit einem gemischten Salat. Man kann sie aber auch so wie die Maroni-Bratlinge hier mit Maroni-Mandelsauce und Kartoffeln oder Reis genießen. Wer mag, kann etwas Preiselbeermarmelade dazugeben.

Guten Appetit!

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