Histamin-Pirat

Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

Schlagwort: nachhaltig

(Anzeige) Kochbox bei Histaminintoleranz – geht das überhaupt? BioRezeptkistl vorgestellt

Als Histamin-Pirat habe ich das Thema Histaminintoleranz für mich gekapert, habe Rezepte ausgetüftelt und viel Zeit in der Kombüse, vorm Bildschirm und über Büchern verbracht. Ist es mir manchmal zu viel? Klar. Ich habe auch Tage, an denen ich darauf verzichten könnte, durch den Supermarkt zu tigern, Packungen umzudrehen, nur um mich zu fragen: „Darf ich das?“. Tage, an denen ich mich freuen würde, mal ein Kochbuch aufzuschlagen und sagen zu können: „Genau, das mache ich jetzt.“

Aktuell schwirren Kochboxen durch die Werbung. Das Konzept vereint zwei tolle Ansätze: Wir nehmen Dir das Einkaufen und Rezepte-Tüfteln ab. Du musst nur noch kochen. Grundzutaten wie Mehl, Öl oder Butter solltest Du zuhause haben. Nudeln, Sahne/Obers, Obst und Gemüse bringen wir Dir vorbei, lautet die Devise. Vor allem für Berufstätige und Familien verspricht das jede Menge Erleichterung. Doch bei Histaminintoleranz stellt sich die Frage: Kochbox – geht das überhaupt mit HIT? Ich hab’s ausprobiert.

Frisch und bio – das BioRezeptkistl vom Adamah Biohof

Man glaubt gar nicht, wie viele Kochboxanbieter es mittlerweile gibt. Für mich bedeutet das: Offensichtlich besteht Nachfrage. Wir wollen selber kochen statt beim Lieferdienst zu bestellen. Trotzdem wäre es fein, dafür nicht erst Menüs planen zu müssen, nur um nach der Arbeit in den Supermarkt zu gehen, wo wir dann, kurz vor Ladenschluss, vielleicht doch zwei Zutaten nicht bekommen. Mit der Kochbox kommen die Zutaten sowie die passenden Rezepte direkt vor Deine Haustür. Bei den BioRezeptkistln (der Name lässt es erahnen) sind die Zutaten allesamt aus biologischer Landwirtschaft. Das ist mir wichtig.

Die von der Ernährungswissenschaftlerin und Köchin Julia Schwerd erarbeiteten Rezepte sind reichhaltig und der Rezeptplan vielseitig. Außerdem legt man bei Adamah Wert auf saisonale Köstlichkeiten. So kommt man rund ums Jahr in den Genuss von heimischem Gemüse – stets im Rhythmus der Natur. Was mir dabei besonders gefällt: Auch Raritäten wie Sauerampfer stehen auf dem Programm sowie Zutaten, an die sich so mancher von sich aus vielleicht nicht wagen würde. Denn was mache ich eigentlich mit Rote Bete?

Die Kisten werden wöchentlich bis an die Wohnungstür gebracht. Während Gemüse und Obst in einer Art offener Bäckerkiste kommen, finden sich Produkte, die wir sonst im Kühlregal bekommen, in einer Thermobox mit Kühlaggregat. So kann man sich sicher sein, dass Joghurt, Schmand & Co frisch in den eigenen Kühlschrank wandern.

Klassisch, vegetarisch oder für Eilige – die passende Kochbox für (fast) jeden Geschmack

Der Adamah Biohof bietet insgesamt drei Kochboxen an, aus denen Du wählen kannst. Das klassische BioRezeptkistl enthält Gemüse sowie Fleisch. Wer es lieber fleischlos mag, greift zum vegetarischen BioRezeptkistl. Für ganz Eilige, die nicht länger als 30 Minuten am Herd stehen wollen, gibt es das 30-Minuten-BioRezeptkistl.

Ich habe mir die vegetarische Kochbox bringen lassen.

Gute pflanzenbasierte Gerichte zu finden, ist bis heute in vielen Restaurants eine Herausforderung. Man möchte ja nicht nur Salat knabbern, sondern ein tatsächliches Gericht serviert bekommen. So war ich neugierig, was der Adamah Biohof aus den Köstlichkeiten vom Feld kredenzen würde. In meiner Testwoche gab es Schwammerlgulasch mit Semmelknödeln und Thymian, Wurzelrisotto mit Petersil-Zitronengremolata und Frühlingssalat sowie One-Pot-Orecchiette mit Melanzani-Paradeissugo und Zitronenzesten.

Bei kundigen Histaminern gehen da womöglich schon die Alarmglocken an: Schwammerln (Pilze), Zitrone, Paradeiser (Tomaten)?! Das würde den ein oder anderen Histaminer sicher umhauen und erstmal ins Sauerstoffzelt oder, wie hier in solchen Fällen, in die Badewanne befördern.

Während Zitronen hier ganz prima funktionieren und Limetten erfahrungsgemäß noch besser gehen, kommt es bei Pilzen und Tomaten sehr darauf an. Hin und wieder geht bei uns beides, sofern der Rest des Gerichts nicht noch einen fiesen DAO-Blocker oder einen Histaminknaller enthält. Alkohol wäre so ein Übeltäter, der den Histaminabbau hemmt (DAO-Blocker), und zu allem Überfluss gerne selbst auch Histamin enthält, sofern er nicht als histaminzertifiziertes Getränk auf dem Etikett Entwarnung gibt. Parmesan, also lang gereifter Käse, ist in jedem Fall so ein Histaminknaller, der hier wirklich nur in kleinen Mengen eingesetzt werden darf.

Der Histaminer hat daher vor allem von der One-Pot-Pasta, bei der wir die Melanzani (Aubergine) weggelassen haben, und vom Schwammerlgulasch eher probiert, als wirklich zugeschlagen.

Immer diese Experimente vom Histamin-Piraten! 😉 Das Wurzelrisotto war jedoch was Feines. Wie gesagt: Zitrone und Parmesan gehen hier in kleinen Mengen. Das muss für Dich nicht genauso sein. Endlich habe ich eine sinnvolle Verwendung für Rote Bete gefunden.

Das sehr erdig schmeckende Wurzelgemüse kann schnell in den Vordergrund treten und braucht daher einen erfrischenden Gegenspieler. Mit der Petersil-Zitronengremolata (wieder ein Wort gelernt) bekommt das Risotto einen spritzigen Geschmackskick. Da schmeckt sogar Rote Bete. Und: die Farbe! Optisch macht das Wurzelrisotto wirklich was her, was man gerade von Risotto sonst nicht behaupten kann. Wer empfindet so ein breiiges Gericht schon als Augenschmaus? Gaumenfreude, ja. Aber hier stimmt beides.

Das kommt mir nicht ins Kistl! Kochbox für individuelle Bedürfnisse zusammenstellen

Das eigentliche Problem bleibt aber: So praktisch durchgestylte Kochboxen sind, wenn es um Zeitersparnis geht, so unpraktisch sind sie, wenn man individuelle Ernährungsbedürfnisse mitbringt. Während man beim Adamah Biohof bereits auf persönliche Vorlieben von Vegetariern eingeht (das machen durchaus nicht alle Kochbox-Anbieter), fehlt es an einer Kochbox für Histaminer und für alle anderen „Intoleranten“. Oder doch nicht?

Alle Rezepte sind in der Datenbank vom Adamah Biohof gespeichert. Ein Klick und da bist Du schon! Anhand von Filtern wie Schwierigkeitsgrad oder Zubereitungszeit kannst Du, ein bisschen wie auf meiner Seite, die Rezepte durchforsten – ganz bequem von zu Hause aus. Hier finden wir dann auch die Filter „gutenfrei“ und „laktosefrei“. Nur „histaminarm“ und „fruktosearm“ gibt es (noch) nicht. Mit einer Ökotrophologin im Team setzt das der Adamah Biohof vielleicht doch irgendwann noch um. Bis dahin heißt es erstmal: Ja, Du musst weiter tüfteln, ABER …

… auf die Hauszustellung Deiner Bio-Zutaten musst Du nicht ganz verzichten. Neben den verschiedenen BioRezeptkistln bietet der Adamah Biohof noch weitere Boxen an, die Du nach Deinem Geschmack füllen kannst: zum Beispiel Deine Box mit BioGenuss der Woche.

Individuelle Box – eine Lösung in stressigen Zeiten

Als Histaminer weißt Du: Stress ist Gift. Und ja, wer mit Einschränkungen durch Histaminintoleranz zu kämpfen hat, findet Einkaufen manchmal richtig stressig und – Rezepte ausklügeln, umschreiben und anpassen sowieso. Mit individuellen Zutatenboxen kannst Du Dich in Deiner Kombüse ein wenig entlasten. Den Weg zum Supermarkt kannst Du Dir nämlich sparen, wenn Dir allwöchentlich eine Kiste vor die Tür gestellt wird, die Leckereien für die nächsten zwei bis drei Tage enthält, die Du vorher mit ein paar Klicks ausgewählt hast.

Ein wenig im Sinne von Meal Prep kannst Du Deine Speisen vorplanen. Nimm Dir einfach einen Tag in der Woche (z. B. Sonntag), um zu überlegen, was es in der kommenden Woche geben soll. Suche Dir Rezepte heraus (und passe sie gegebenenfalls an). Was brauchst Du dafür? Schreibe Dir alle Zutaten auf und dann ab dafür ins Bestellformular! Jetzt nur noch abwarten und Tee trinken.

Zutaten bestellen – ist das nicht schlecht für die Umwelt?

Aus Bequemlichkeit und/oder zur Zeitersparnis bestellen – ja, das macht die Generation Onlineshop gerne. In den letzten Jahren ist der Versandhandel enorm gewachsen und mit ihm die Verpackungsindustrie sowie das Paketaufkommen. Täglich fluten die Zustellfahrzeuge unsere Straßen. Das alles sorgt für zusätzlichen Müll und extra CO2-Emissionen. Dabei handelt es sich um eine vermeidbare Belastung. Wir könnten vor Ort einkaufen und so weiter.

Das weiß auch der Adamah Biohof. Als nachhaltiger Erzeuger und Händler spürt man hier die Verantwortung, die man für künftige Generationen hat. Deshalb ist die Zustellung CO2-neutral. In der Wiener Innenstadt kommen zunehmend Lastenräder für die Lieferung zum Einsatz. Die Mehrwegkisten habe ich bereits erwähnt. Auch sonstige Zutaten landen möglichst unverpackt oder in Papiertüten in der Kiste. Trotzdem gibt es auch hier noch Luft nach oben.

Der Pflücksalat kam z. B. in der Plastikbox (damit der nicht gequetscht wird, nehme ich an). Die Boxen sind mit einem „Frischesack aus kompostierbarem Material“ ausgelegt – das sind Plastiktüten aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, die jedoch auf dem herkömmlichen Komposthaufen auch nicht einfach so verrotten. Klar, hier könnte man in Zukunft zum Beispiel auch auf Papier setzen oder die Entwicklung einer hygienischen Verpackung abwarten, die noch nachhaltiger ist. Bis dahin macht Adamah jedoch schon mehr für die Umwelt als so manch anderer Zusteller – insbesondere im Kochbox-Bereich.

Wie stehst Du zu Kochboxen und der Hauszustellung von Kochzutaten? Hast Du es schon mal ausprobiert? Würde es Dich entlasten? Hinterlasse eine Flaschenpost mit Deiner Meinung.

Ich bedanke mich beim Adamah Biohof für die gratis zur Verfügung gestellte Kochbox. Die gemachten Angaben sind weder vom Anbieter noch von anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Blogevent „Glas erleben“ – zu Gast bei Vetropack: So wird Glas hergestellt (Kooperation)

Glas ist umweltfreundlich, weil recyclebar. Doch wie wird es eigentlich gemacht? Wie bei der Sendung mit der Maus habe ich mal hinter die Kulissen der Glasproduktion geschaut und war zu Gast bei Vetropack Austria.

(c) Wolfgang R. Fürst

Doch auf Anfang!

Glas, ein gesundes Verpackungsmaterial – wieso eigentlich?

Es gibt viele Verpackungsmaterialien, die weiter- oder wiederverwendet werden können. Pappe zum Beispiel. Doch um Lebensmittel haltbar einzupacken, ist Karton wohl nicht die beste Wahl. Die Vorzüge von Glas kannte man schon in Mesopotamien vor über 4.000 Jahren. Etwa 700 vor Chr. wurde wohl zum ersten Mal durchsichtiges Glas hergestellt.

Gegenüber luftdichten Verpackungen aus Plastik oder Metall ist Glas jedenfalls klar im Vorteil: Weißglas wird aus etwa 60 Prozent, Braunglas aus bis zu 75 Prozent und Grünglas sogar aus bis zu 90 Prozent Altglas gewonnen. Ein Kilogramm Altglas liefert wieder ein Kilogramm Neuglas. So kann das Material ohne Qualitäts- und Materialverlust rückgewonnen werden. Das ist ressourcenschonend und somit nicht nur gut für die Unternehmenskasse, sondern auch für die Umwelt. Mittlerweile gibt es auch wieder MilchFLASCHEN. Der Trend zum Glas, auch wenn man vielleicht mehr schleppen muss, ist da.

Plastik und Metall lassen sich deutlich schlechter recyclen. Doch bereits zuvor, während der Nutzung, tun sich wichtige Unterschiede auf. Glas ist natürlich. Ein Mix aus Quarzsand, Kalk, Soda und Dolomit. Kunststoff, das liegt bereits im Namen, wird synthetisch gewonnen und wir alle wissen mittlerweile um die gefährlichen Plastikmüllinseln, die im Meer herumdümpeln, um Mikroplastik und die künstlichen Kleinteile, in denen sich Meeresbewohner verfangen oder die sie mit der Nahrung aufnehmen und daran verenden. Glas hingegen wird vom aggressiven Salzwasser erodiert und schließlich wieder in seine natürlichen Bestandteile zersetzt. Trotzdem ist es an sich sehr robust und langlebig – und inert.

Glas ist geschmacksneutral und rein. Es bewahrt Aromen und ist hervorragend rückstandslos zu reinigen – perfekt für Lebensmittel. Daher sind auch Frischhaltedosen aus Glas* ideal, um Speisen und Lebensmittel aufzubewahren. Nicht ohne Grund ist der Histamin-Pirat also ein Friend of Glass. Zuvor habe ich mit anderen Freunden des nachhaltigen Verpackungsmaterials gekocht, doch diesmal sollte es tatsächlich ans „Eingemachte“ gehen – nach Pöchlarn zum Glaswerk.

Glasherstellung – so wird’s gemacht

(c) Wolfgang R. Fürst

(c) Wolfgang R. Fürst

Als Ingenieurskind habe ich eine besondere Beziehung zu großen Fabrikhallen mit lauten Maschinen, die wie Drachen Feuer im Bauch tragen. Denn ordentlich Feuer braucht es schon, um Quarzsand & Co sowie Altglas zu der Masse zu verbinden, aus der später neue Flaschen, Einmachgläser und noch mehr entstehen. Bei 1.580 °C wird das Ganze eingeschmolzen und anschließend vom Kessel in die Maschinen überführt, bei denen die Glasgefäße vom Band laufen.

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Wie ein riesiger mechanischer Feuerspucker speit die Maschine glühende Flaschen im Sekundentakt.

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Schade, dass wir selbst keine eigenen Aufnahmen im Werk machen durften, da ein Großkunde gerade ein neues Flaschenmodell erprobte, von dem die Öffentlichkeit noch keinen Wind bekommen sollte.

Wer in der heißen Halle steht, kennt die Abläufe aus dem Effeff. Glasverfahrenstechniker ist ein Lehrberuf.

(c) Wolfgang R. Fürst

Im Werk in der Nähe von Kremsmünster werden Lehrlinge über 3,5 Jahre ausgebildet und auch übernommen. Doch einer Art Arbeiter haben wir nicht über die Schultern geschaut. Dabei kommt ihnen eine ganz wichtige Rolle zu: Es sind die Leute, die das Altglas am Band sortieren. Der Verbraucher leistet mit der Zuordnung in den Weiß- und Buntglascontainer die Vorarbeit und es wird auch automatisch weitersortiert. So können beispielsweise Metallgegenstände magnetisch aussortiert werden. Doch Fensterglas, Spiegel, Porzellan und all das, was im Altglascontainer eigentlich nichts zu suchen hat, muss nach wie vor von Hand aussortiert werden. Warum eigentlich auch Fensterglas? Weil es eine andere Zusammensetzung hat als das Glas, was für Flaschen & Co genutzt wird. Die gute Vorsortierung des Altglases ist wichtig, damit es später nicht zu Einschlüssen – also Sollbruchstellen – im Glas kommt. Keramik hat einen höheren Schmelzpunkt als Glas und muss daher raus.

(c) Wolfgang R. Fürst

Damit wir weniger schleppen müssen, wird auch an immer neuen Verfahren getüftelt, Flaschen dünnwandiger herzustellen, ohne dass das Gefäß instabil wird.

(c) Wolfgang R. Fürst

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Damit alles passt, ist die Qualitätskontrolle wichtig.

Genuss aus dem Glas

Nach dem „Pflichtteil“ kam das Angenehme: Es ging mit dem Shuttlebus weiter nach Krems, wo wir zur Weinverkostung und einem wunderbaren Menü inmitten der Weinberge eingeladen waren.

(c) Wolfgang R. Fürst

(c) Wolfgang R. Fürst

Dabei brannte mir eine Frage natürlich besonders unter den Nägeln: Wie sieht’s mit histaminzertifiziertem Wein aus?

Dass das Histamin nicht in irgendeinem komplizierten Verfahren nachträglich aus dem Wein gelöst wird, wusste ich bereits. Hier kommt es viel mehr auf Hygiene an. Die Winzer in Krems haben sich auf Weißwein spezialisiert, obwohl es auch kleine Chargen Rotwein gibt. Dabei wird der Weißwein in Edelstahlfässern gelagert, bevor er in die Flaschen abgefüllt wird. Rotwein wird hingegen meist in Holzfässern gelagert – auch für den Geschmack. Von der Histaminperspektive ist Weißwein daher der Vorzug zu geben. Er ist sozusagen „reiner“ und bietet damit auch Bakterien weniger Angriffsfläche bei der Fermentation (noch mehr) Histamin freizusetzen.

(c) Wolfgang R. Fürst

Nach so viel Genuss und spannenden neuen Bekanntschaften wie den Bloggerkollegen von „Einfach leicht“, die flotte Rezepte für jeden Tag verbloggen, und Laurel Königer, der rund um nachhaltigen Lifestyle schreibt, ging es wieder zurück nach Wien. Wobei ich vor dieser malerischen Kulisse noch hätte verweilen können.

(c) Wolfgang R. Fürst

Noch was am Rande: Aktion #CheersToTheOcean

Du bist auch ein Freund von Glas? Dann mach mit bei der Aktion #CheersToTheOcean auf Instagram und zeige Dich (und Freunde) beim Zuprosten mit einem Glas – histaminzertifiziertem Wein – auf die Weltmeere!

(c) Histamin-Pirat

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Vetropack Austria entstanden. Danke an die Friends of Glass, die zu diesem Event eingeladen haben.

Gewonnen: Wer darf sich über ein Probierpaket der Sonnentor-Latte-Sorten freuen?

Nachdem ich vor ein paar Wochen die neuen Sonnentor-Latte-Sorten „Rote Bete“, „Kardamom“* und „Kurkuma“* in der Filiale in der Wiener Neubaugasse verkosten durfte, kommt nun auch eine Leserin von Euch in den Genuss. Sie kann sich zum Beispiel Goldene Milch, pinken Kaffee oder feinwürziges Gebäck zubereiten. Ihr Favorit ist womöglich der farbenfrohe Kaffee, zumindest wenn es nach ihrem Kommentar geht:

Hmm, das klingt ja toll! Ich bin keine tägliche Kaffeetrinkerin, sondern für mich ist eine Tasse Kaffe immer etwas Besonderes, die ich mir nicht einfach nur zum wachmachen mache, sondern weil ich sie in aller Ruhe genießen möchte. Dabei experimentiere ich gerne, weshalb die Latte-Sorten eine tolle Abwechslung wären! Backen mit Roter Beete klingt auch toll, vor allem natürlich wegen der knalligen Farbe! Daher mache ich berne bei deinem Gewinnspiel mit.

Viele Grüße,
Sarah

Aber das erzählt sie uns hoffentlich nach Eintreffen des Pakets noch einmal selbst.

Der Zufallsgenerator hat entschieden:

 

Liebe Sarah aka Glückszauber, die E-Mail geht gerade an Dich raus. Herzlichen Glückwunsch!

Für alle, denen der Zufallsgenerator heute nicht hold war: Es gibt bestimmt mal wieder eine Chance, etwas beim Histamin-Piraten zu gewinnen 🙂

(c) Histamin-Pirat

Nachhaltig und vegan…

Nachhaltig und vegan [mit Give-Away]

Zahnpflege

Es ist mal wieder so weit: Heute ist Recycle-&Do-it-yourself-Tag auf dem Blog, so wie an jedem Monats-6.

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Neben Histaminintoleranz sind Vegetarismus/Veganismus und Nachhaltigkeit wichtige Themen, auf die ich regelmäßig im Blog eingehe.

Gerade, was Zähne angeht, gibt es schon ein paar Sachen auf dem Blog, z.B. ein Rezept für selbst gemachte Zahnpasta, die flurorid- und sorbitfrei ist. Auch heute soll es mal wieder um Zahnpflege gehen.

Ca. alle acht Wochen wechsle ich meine Zahnbürste. Im Jahr fallen dadurch allein durch mich 6 Zahnbürsten als Müll an. Plastik ist biologisch nicht abbaubar. Über kurz oder lang landet dieser Müll in den Weltmeeren, wo Plastik auch nicht abgebaut, aber mit der Zeit in immer kleinere Bestandteile zersetzt wird. Diese Plastikreste (nicht nur von Zahnbürsten natürlich) landen dann in der Nahrungskette. Fische und andere Tiere nehmen die Überreste mit der Nahrung auf und werden davon krank. Wenn wir derart kontaminierte Tiere dann auch noch essen sollten, essen auch wir Plastik mit. Außerdem verunreinigt dieser Müll unser Wasser, Strände und gefährdet Korallenriffe, etc. Die Reduktion von Plastikmüll geht uns alle an.

Ich verzichte z.B. mittlerweile auf Wegwerf-Damenhygieneprodukte. Dass es aber mittlerweile auch nachhaltige Zahnbürsten aus Holz gibt, habe ich erst kürzlich erfahren. Ein einfacher Weg ein bisschen mehr Plastik zu sparen.

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Plastik vs. Bambus (die beiden Bürsten sind gelb, weil in meiner Zahnpasta Curcuma enthalten ist)

Nach einiger Suche – auch in lokalen Geschäften, wo ich leider nicht fündig wurde – habe ich den Online-Versand BioVeganVersand entdeckt. Hier gibt es neben veganen Leckereien und Lesestoff auch Bambuszahnbürsten, die mit weit weniger Plastik als herkömmliche Zahnbürsten auskommen. Die Zahnbürste hinterlässt einen leichten und angenehmen “Waldgeschmack” (Holz) im Mund und bringt die gleiche Putzleistung wie herkömmliche Zahnbürsten. Die Zahnbürste sollte nach der Anwendung trocken gelagert werden (also nicht in der Dusche oder so) und hat dann auch ca. die gleiche Lebensdauer. Nach ca. 6-8 Wochen sollte sie ersetzt werden.

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Im Shop gibt es auch einiges, was für “Histaminintolerante” von Interesse ist, z.B. einige Produkte der Kategorie “glutenfrei“, aber zum Beispiel auch vegane, weiße Schokolade, die ohne Sojalecithin auskommt oder vegane Zuckerstreusel ohne Chemie. Schaut doch einmal vorbei.

Mit freundlicher Unterstützung von BioVeganVersand gibt es passend zum Nikolaus eine Kleinigkeit in den Stiefel für Euch treue Leser und Leserinnen. BioVeganVersand hat mir kostenlos ein Zahnbürstenset für die ganze Familie zum Testen für Euch zur Verfügung gestellt: Eine Zahnbürste von Ecobamboo in der Stärke mittel, eine in der Stärke weich und eine weiche Kinderzahnbürste.

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Um das Zahnbürstenset zu gewinnen, hinterlasst unten einen Kommentar, in dem Ihr mir verratet, was Nachhaltigkeit und Vegetarismus bzw. Veganismus für Euch bedeuten. Was ist Euch dabei besonders wichtig bzw. warum lebt Ihr vegetarisch oder gar vegan?

Falls die Kommentarfunktion nicht funktionieren sollte, könnt Ihr mir auch eine E-Mail schreiben (histaminarm(at)vollbio.de) mit dem Betreff: “Nachhaltigkeit & vegan” oder Ihr nutzt dieses Kontaktformular:

Teilnehmen kann jeder bzw. jede mit einer Adresse in Österreich oder Deutschland. Teilnahmeschluss ist der 24.12.2014.

Viel Glück!

(c) Histamin-Pirat

 

Die Welt von morgen …

Über Nachhaltigkeit & Bioprodukte

Oder

Die Welt von morgen

 

Von Plastikmeeren, Atomunfällen, Epidemien, aussterbenden Arten und was wir damit zu tun haben

Es war einmal eine Zivilisation, die kannte keinen Müll und kannte keinen Krieg. Sie hatte aber 52 Worte für unterschiedliche Wolkenarten.

Die Lakotah-Indianer.

Wie wir wissen, sind die Lakotah nicht die einzige indigene Bevölkerung, die durch das, was unsere “Zivilisation” bewirkt, vom Aussterben bedroht ist.

Daneben gibt es heute noch die Veda in Sri Lanka, die Māori in Neuseeland, die Aborigines in Australien, die Zulu in Afrika und einige wenige mehr.

Daneben sterben jedes Jahr allein ca. 1,5 Millionen Kinder an Hunger. Insgesamt haben über 900 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Etwa alle 4 Sekunden stirbt jemand auf der Welt an Hunger.

(Vgl. Statistiken von Facing the Future, Think Quest, Hunger Relief Organizations)

Kriegsopfer sind hier noch nicht einmal eingerechnet.

Es sind aber nicht “nur” ganze indigene Völker vom Aussterben bedroht; es sind nicht nur Abermillionen Menschen durch Gewalt, Hunger und Krankheit bedroht, sondern auch zahlreiche andere Lebewesen und Pflanzenarten.

Daher spreche ich mich aktiv z. B. gegen Soja und Palmöl aus. Beide pflanzliche Rohstoffe überschwemmen derzeit die Märkte in verschiedensten Endprodukten:

  • Kosmetik
  • Futtermittel Fleisch, Fisch und Milch
  • Genussmittel (Schokolade)
  • Backwaren, Teigwaren
  • Spezialnahrungsmittel (z. B. bei Diabetes, Intoleranzen, veganer/vegetarischer Lebensweise sowie Abnehmprodukte)

Soja steht schon seit einigen Jahren als vegetarische Alternative in Form von Tofu und Sojamilch als Trend in den Regalen von Reformhäusern und Drogerieketten. Dabei gefährdet jemand, der zum Zwecke des Tierschutzes auf Fleisch verzichtet, dann aber Sojaprodukte isst, genauso Wildtiere. Das heimische Mastschwein gelangt zwar nicht mehr auf den Teller, aber im Regenwald müssen Wildtiere der Soja-Monokultur Platz machen.

Ausnahme: Soja aus heimischer Produktion, dann jedoch meist aus konventioneller Landwirtschaft mit den dazugehörigen Nachteilen.

(Vgl. www.regenwald.org)

Der neueste Soja-Trend ist jedoch “Bio”-Diesel. Potentielle Nahrungsmittel werden in den Tank geschüttet.

Daneben dient Sojamehl als Futtermittel für Masttiere. Dieser Trend hat wiederum zu solch absurden Produktneuerungen wie “Heumilch” geführt. Naturgemäß ernähren sich Kühe von Heu bzw. Gras. Somit ist “Heumilch” eigentlich nur Milch, wie sie sein sollte. Da aber so viele Kühe mittlerweile mit nicht artgerechtem Futtermehl ernährt werden, dient die Kategorie “Heumilch” heutzutage als Unterscheidungsmerkmal für diejenigen, die sich gesund ernähren wollen.

Immer wieder werden auch in sogenannten “Biosojaprodukten” Reste von GMOs nachgewiesen.

Firmen wie Monsanto sorgen mit ihrem genmanipuliertem Saatgut und gefährlichen Düngemitteln für Krebsepidemien und andere Krankheitsbilder. Der letzte Skandal diesbezüglich geriet am Beispiel Argentiniens in die Massenmedien.

(s. orf.at)

Mittlerweile ebnet sich Monsanto auch den Weg in die EU.

Palmöl gefährdet z. B. in Indonesien das Überleben der Menschenaffen und auf Madagaskar rauben die Monokulturen den Lemuren, die es nur dort gibt, den Lebensraum.

(Vgl. www.regenwald.org)

Immer mehr Spezialnahrungsmittel enthalten Palmöl. Z. B. nutzt die Marke Schär (glutenfreie Produkte) für ihre Süßwaren Palmöl.

Hier kommt man an den Punkt, dass manche Alternativen keine Alternativen sind.

Und es ist der Moment, in dem Nahrungsmittelintoleranzen eine Frage der Moral aufwerfen.

Unverträglichkeiten sind seit Jahrzehnten auf dem Vormarsch. Wir haben mittlerweile nicht nur bessere Möglichkeiten auf Intoleranzen zu testen (außer auf Histaminintoleranz), sondern es gibt auch mehr Betroffene. Um die 20 % der Deutschsprachigen leiden aktuell an einer oder sogar an mehreren Unverträglichkeiten (+Dunkelziffer). Hinzu kommen Allergiker.

Ähnlich krass sieht es bei den Zahlen von Krebserkrankten aus. Jeder zweite Mann und jede dritte Frau hat mindestens einmal im Leben Krebs.

All diese Erscheinungen werden nach wie vor oft nur für sich betrachtet statt sie in einen Kontext mit der industrialisierten Lebensweise zu setzen. Vielleicht gibt es so etwas wie Histaminintoleranz überhaupt erst wegen unserer Lebensweise, wegen der Produkte, die wir konsumieren?

Die Entwicklung wurde explosiv in den 1950er Jahren, nachdem es Chemikern zum ersten Mal gelungen war, Plastik aus Erdöl zu synthetisieren. Hinzu kamen weitere Errungenschaften aus der Giftküche: Pestizide, Kosmetika, Lacke, Textilien, Bodenbeläge usf.

Und wer kann sich eine Welt ohne Plastik – in all seinen Formen – heute noch vorstellen?

  • Was verwendet man dann als Zahnbürste?
  • Worin verpacken wir Lebensmittel, wenn nicht in Aluminium oder Plastik?
  • Wie bekommen wir die Wohnung rein ohne Putzmittel?
  • Was machen Frauen während der Menstruation ohne Binden bzw. Tampons?
  • Worin entsorgen wir unseren Müll ohne Müllsäcke?
  • Wie besuchen wir Verwandte und Freunde ohne Auto oder Flugzeug?
  • Wie, kein Handy und kein Telefon?

Der einzelne kann sich mittlerweile kaum noch gegen eine Industrie wehren, die Saft, Milch und Wasser hauptsächlich in PET-Plaschen (statt in Glasflaschen) verkauft, die vom Brokkoli bis hin zum Schokoriegel alles in Folie einschweißt oder in Aluminium verpackt – zur längeren Haltbarkeit, die immer mehr Produkte entwickelt mit noch längerer Haltbarkeit – mithilfe von künstlichen Zusatzstoffen, die sich auf wenige Global Player aufteilt und so ein Monopol kreiert.

Die Politik schafft immer wieder neue Regulierungen mit Grenzwerten und Pflichtangaben, aber spricht keine Verbote aus. Firmen, die straffällig werden, zahlen ein Bußgeld, das beim nächsten Haushaltsplan schon eingerechnet wird und machen danach weiter wie bisher.

Dieselben Leute, die für die weltweite Lebensmittelkrise verantwortlich sind, sollen sie lösen. Unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe operiert bis heute die Weltbank und auch der Internationale Währungsfonds. Mit “Entwicklungskrediten” werden sogenannte Dritte-Welt-Länger in die Abhängigkeit gestürzt. Kaum ein Land kann die Zinsen je zurückzahlen.

Am Beispiel Griechenland kann man das Prinzip nun etwas näher vor der eigenen Haustür mitverfolgen. Verwunderlich am griechischen Pleitephänomen ist vor allem, dass z. B. Japan eine viel höhere Staatsverschuldung (nach BIP) aufweist als Griechenland. Geht man nach Pro-Kopf-Verschuldung, sind die Amerikaner noch verschuldeter als die Griechen.

Staatsschulden

Anhand dieser Statistiken wird deutlich, dass die Staatsbankrotte nur wenig mit realen Wertigkeiten zu tun haben können. Ansonsten würden wir von Rettungsschirmen für den japanischen Staat lesen.

Und tatsächlich hat das derzeitige Finanzsystem nur sehr wenig mit realen Werten zu tun. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit Bretton Woods nicht nur der Goldstandard wiederbelebt, sondern auch die Weltbank ins Leben gerufen, außerdem wurde der Dollar nun statt des britischen Pfunds die neue internationale Leitwährung. Die Weltbank und damit zusammenhängende Institutionen, wie der Internationale Währungsfonds (IWF/engl.: IMF), der zur gleichen Zeit entstand, waren nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt worden, um Währungsstabilität zu garantieren und international Gelder für den Wiederaufbau zu leihen.

Mit der Ölkrise Anfang der 1970er Jahre wurde das Garantieren von Währungsstabilität allerdings zum Glücksspiel. In Anbetracht der Krise war es notwendig mehr Geld zu drucken (so wie auch schon während des Zweiten Weltkriegs, um Rüstungsausgaben abdecken zu können). Fixe Währungen, die an einen realen Wert (hier: Gold) gebunden sind, würden innerhalb des bestehenden Systems inflationär auf das Gelddrucken reagieren. Wertverfall wäre die Folge und die nächste Krise – neben der Ölkrise – wäre nicht weit.

US-Präsident Nixon hebt daher im August 1971 temporär, so gibt er an, die Konvertibilität des Dollars in Gold auf. Temporär sollte dieser Zustand aber nicht bleiben. Bis heute “floaten”, wie es in der Finanzfachsprache heißt, die verschiedenen Währungen gegeneinander – mit dem Dollar nach wie vor als Leitwährung. Floaten bedeutet, dass die Wertigkeit einer Währung anhand des Wertes einer anderen Währung gemessen wird. Also die Wertigkeit vom Euro wird gemessen an der Wertigkeit des Dollars. Das Problem an dem Prinzip ist augenfällig: Die Währungen haben keinen realen Wert (Gold, Silber  etc.), zu dem sie in Relation stehen. Sie werden nur gegeneinander gemessen.

Mit der Zeit müssten Staaten, die unter diesem Prinzip des Floatens agieren und dann mehr Geld drucken, dennoch in die Krise geraten. Warum es bei den Amerikanern und zentraleuropäischen Ländern aber so lange gedauert hat und noch immer andauert bis es gänzlich kracht, liegt vor allem an zwei Faktoren: Expansion und Krieg.

Historisch betrachtet, ist Krieg ein Verlustgeschäft. So beschreibt es auch Polanyi in seinem Werk “The Great Transformation”*. Man investiert in die Waffen- und Kriegsindustrie und übernimmt im besten Fall ein Land, das man vorher zerstört hat und nun wieder aufbauen muss, um daraus einen Nutzen zu ziehen. Der Wiederaufbau wiederum ist mit Kosten verbunden.

Ganz so einfach ist es aber heute nicht mehr. Mit Firmen wie Halliburton wird der Krieg zum Positivgeschäft. Der Wiederaufbau wird in die Verantwortung der Siegermacht gegeben und Firmen des Siegerlandes – nicht des Inlandes – profitieren vom Wiederaufbau.

Krieg ist schon lange keine klare Zwei-Fronten-Geschichte mehr. Meistens treten mehrere Nationen in einem Krieg auf, ohne dass wir es Weltkrieg nennen. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die USA sind mit Waffengeschäften in den meisten Kriegshandlungen involviert, selbst wenn sie keine Soldaten aussenden sollten.

Ganz nebenbei wird das betreffende Kriegsopfer wertvoller Bodenschätze beraubt, so im Fall vom Irak, Afghanistan, Libyen und anderen geschehen.

Erdöl feuert unsere ganze westliche Wirtschaft an. Eine chemische Revolution in den 1950er Jahren hat dazu geführt, dass Öl in so ziemlich jeden Alltagsgegenstand von der Armbanduhr bis zur Zahnbürste verwandelt werden kann.

Die Weltwirtschaftskrise ließe sich mit einigen Regulationen, die allesamt Mitte der 1990er (Danke, Kohl/Schröder und Clinton!) abgeschafft wurden, wieder in den Griff bekommen. Darüber hinaus bräuchte man Antikorruptionsgesetze und generell Gesetze, die Steuerflucht unterbinden bzw. Steuervergünstigungen für große Firmen abschaffen – UND Kräfte, die diese Gesetzgebung auch exekutieren!

Die wahre und reale Krise findet aber nicht an den Börsen statt, wo tagtäglich mit fiktivem Geld Roulette gespielt wird, sondern auf diesem einen Planeten, den wir zur Verfügung haben.

Unsere Lebensweise schickt den Planeten in die Krise. 

Mittlerweile existieren 5 Plastikmeere in den 5 Ozeanen der Welt. Durch die Strömung sammelt sich Plastikmüll in 5 Strudeln. Hier wird der Plastikmüll zerrieben, aber er verschwindet nicht. Im Gegenteil diese Kleinstpartikel werden wie Plankton von vielen Meereslebewesen aufgenommen, als handle es sich dabei um Nahrung. Vergiftungen und Missbildungen sind die Folge.

Globale Erwärmung ist real. Die Niederlande, die über Jahrhunderte ihre Landschaften trocken gelegt haben – zwei Drittel des Landes liegen unter Normalnull – lassen nun wieder das Wasser herein. Sie haben erkannt, dass sie nicht noch höher bauen können, nicht noch mehr Deiche errichten können – sie müssen einen Weg finden mit dem Wasser zu leben. Zahlreiche Bauernhöfe wurden gegen Entschädigung enteignet. Bauern sind gezwungen andernorts bei Null anzufangen. Ob sie dort auch anbauen können, wovon sie bisher gelebt haben, ist fraglich.

Dramatischer – denn ohne Kompensation – geht es in sogenannten Entwicklungsländern zu, die kaum Anteil an der globalen Industrie haben und dementsprechend auch nicht für die globale Erwärmung verantwortlich gemacht werden können.

Ganze Nationen werden v. a. im pazifischen Raum Opfer des steigenden Meeresspiegels.

Hinzu kommt die atomare Verseuchung der Meere. Der Atomunfall von Fukushima hat dazu geführt, dass atomar verseuchtes Wasser in die Weltmeere fließt.

Immer wieder kam es in Folge des Unfalls, ausgelöst durch ein Erdbeben und einen darauf folgenden Tsunami, in Fukushima im Atomkraftwerk zu Zwischenfällen. Erst kürzlich wurde von einem neuen Leck berichtet:

Angesichts zunehmender Überfischung der Weltmeere, aber auch mit Rücksicht auf die atomare Verseuchung, fällt der Fischratgeber 2014 von Greenpeace dementsprechend düster aus.

Aber was kannst Du als einzelner tun?

Man kann sich mit einer Mitgliedschaft in Nichtregierungsorganisationen engagieren, z. B. beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Tierschutzbund, Arche Noah – Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt & ihre Entwicklung, naturschutzbund etc.

Wer nicht das Geld oder die Zeit für eine volle Mitgliedschaft hat, dem bieten die Organisationen viele andere Möglichkeiten aktiv zu werden. So kann man beim Naturschutzbund (Österreich) und auch beim BUND (Deutschland) z. B. Patenschaften für Wildkatzen abschließen. Außerdem kann man im BUND-Shop und auch im Arche-Noah-Shop (Österreich) biologisches Saatgut und einiges mehr erwerben. Auch Saatgut für Bienenwiesen kann man hier erwerben. Viele Tipps für den eigenen Balkon und Garten findet man auf den Seiten dieser Organisationen. Hilfreiche Bauanleitungen für Vogelhäuser, Bienennisthilfen usw.
Daneben kann man sich an Petitionen beteiligen. Der BUND sammelt derzeit noch Unterschriften für die Aufräumarbeiten von Shell in Nigeria. Shell hat hier die Umwelt verschmutzt und ist für einige Morde in Orten verantwortlich, die sich gegen die Ölförderung durch Shell wehren wollten. Hier kannst Du unterschreiben.
Du kannst auch selbst tätig werden und an regionale und nationale Politiker schreiben.
Du kannst an Zeitungen schreiben und in offenen Briefen auf Missstände in der Welt hinweisen.
Du kannst gezielt saisonal und lokal einkaufen. Hilfreich ist hier der Saisonkalender von Utopia.
Du kannst aufhören Kreditkarten zu benutzen oder gar zu haben. Bargeld benutzen!
Du kannst aufhören Banken Geld in den Rachen zu werfen, indem Du aufhörst Kredite aufzunehmen.
Du kannst versuchen, soweit es geht, auf große Global Player und Plastik zu verzichten.
Du kannst recyclen und Dinge wiederverwenden.
Du kannst Kleidung im Second-Hand-Laden kaufen.
Du kannst – und das geht speziell an die Damen – z. B. auch auf nachhaltige Damenhygiene achten, der Umwelt und dem eigenen Körper zuliebe.
Gefährliche Inhaltsstoffe, die laut des aktuellen WVE-Berichts in Tampons, Binden und Slipeinlagen enthalten sein können, sind unter anderem:
• Chemikalien wie Dioxin- und Furanrückstände, die aus dem Bleichprozess mit Chlor stammen können und als krebserregend gelten

• Pestizidrückstände im Falle von Baumwollbestandteilen, die nicht aus biologischem Anbau stammen

• Unbekannte Duftstoffchemikalien, die Störungen im Hormonsystem oder allergische Hautausschläge auslösen können

• Kleber-Chemikalien wie z. B. Methyldibromoglutaronitril, einem Konservierungsstoff, vor dessen Einsatz in Kosmetika Greenpeace bereits 2008 warnte und Entzündungen sowie Allergien der Haut auslösen kann.

Haut im Intimbereich gilt als besonders empfänglich für Schadstoffe.

Diese Stoffe sind laut Bericht vor allem deshalb gefährlich, weil die Haut im Intimbereich besonders empfänglich für Substanzen ist, die sich für mehrere Stunden am oder im Körper befinden. Durch die vielen Blutgefäße und Lymphgefäße gelangen Giftstoffe direkt in den Blutkreislauf und können so gefährliche Folgen haben.

In Österreich setzen sich die Frauen von www.erdbeerwoche.com für nachhaltige Damenhygiene ein. Hier kannst Du auch entsprechende Produkte beziehen (Menstruationskappe, Bio-Binden, waschbare Stoffbinden, Bio-Tampons).

Du kannst Dein Gemüse, Obst sowie Kräuter selbst anpflanzen.
Du kannst Saatgut Deiner Pflanzen aufheben und verschenken.
Du kannst viele gute Ideen verbreiten. So spread the word!

Fernsehtipps/Inspiration:

 

 

Earth From Above (15-teilige Dokuserie)

Woher weiß ich, dass ein Produkt wirklich bio ist?

Das Biosiegel der EU sieht so aus:

Bio-Siegel der EU

Jedoch muss das noch nicht bio heißen.

95 % der Zutaten müssen aus biologischer Landwirtschaft stammen. Soja ist als Futtermittel dennoch zugelassen. Teilbetriebe sind möglich, d. h. hier wird bio und konventionell produziert.

Sicherer sind diese Siegel:

539px-Bioland_Logo_2012.svg 744px-Demeter_Logo.svg

Bioland und Demeter arbeiten mit 100 % biologischen Zutaten. Es sind viel mehr Zusatzstoffe verboten, die bei der EU-Bio-Bestimmung fehlen. Sogenannte “Kuhtrainer” – die Anbindehaltung von Kühen – sind nicht erlaubt. Statt 230 (EU-Siegel) sind nur 140 Legehennen pro Hektor und Jahr bio. Genauso sind statt 580 Masthühnern (EU-Siegel) nur 280 pro Hektor und Jahr bio.

Eine große Übersicht der Bio-Siegel findest Du hier.

Beim Fischkauf solltest Du auf diese zwei Siegel achten:

MSC-Siegel – nachhaltiger Fischfang
Biofisch aus ökologischer Aquakultur

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