Natürlich gesund: Was hält die Natur-Apotheke für uns bereit? (Rezension)

Ich mache Zahnpasta selbst und achte darauf, jede Menge natürliche Helferlein, die den Histaminabbau ankurbeln oder die Histaminausschüttung vermindern, in den Speiseplan zu integrieren. Doch die „Kräuter-Liesel“ kann mir bestimmt noch mehr beibringen.

Liesel Malm ist die Kräuter-Liesel

Die begeisterte Kräuterfrau wurde 1933 geboren und lebt im Westerwald. Im Jahr 1985 bringt eine Krebsdiagnose ihr Leben durcheinander. Obwohl sie nie wirklich richtig ungesund gelebt hat, entscheidet sie sich, ein paar grundlegende Veränderungen der Gesundheit zuliebe vorzunehmen. Sie hat zwar, genau wie ich, nie viel Fleisch gegessen. Doch ab sofort ernährt sie sich konsequent ovolakto-vegetarisch – sie verzichtet ganz auf Fleisch, isst aber weiterhin Milchprodukte sowie Eier. Ihre vegetarische Vollwertkost ist zudem großteils frisch.

Außerdem setzt sie auf Vollkornprodukte. Die enthalten schließlich viele Ballaststoffe, was für eine gute Darmbeweglichkeit sorgt. Bei HIT und verwandten Problemen wie Reizdarm-Syndrom können Vollkornprodukte zuweilen Probleme machen. Denn neben Ballaststoffen enthält das volle Korn mit Schale auch natürliche Pflanzenabwehrstoffe, die bei empfindlichen Personen Beschwerden machen können. Ich habe hier schon einmal darüber geschrieben.

Reinschnuppern in die Natur-Apotheke

Beim Reinlesen fällt sofort die leicht verständliche und vielleicht auch etwas anachronistische Schreibweise der Kräuter-Liesel auf. Sie schreibt zum Beispiel nicht von so neumodischen Trends wie „Detox-Tee“. Stattdessen erfahren wir von einer „Kur mit Ausschwemmtee“. Vor allem jungen Menschen legt sie eine Fastenwoche nahe, bei der viel getrunken und weniger gegessen wird. Der beste Zeitpunkt zum Fasten ist laut Liesel Malm die Zeit des abnehmenden Mondes, „denn wenn er zunimmt, kann man nicht abnehmen.“ Klingt einleuchtend.

Doch nicht alles, was Liesel Malm aus ihren Notizbüchern im Buch „Die Natur-Apotheke“* zusammengetragen hat, kommt so einleuchtend daher. So schreibt sie auf S. 35:

Medizinische Untersuchungen haben gezeigt, dass Brennnesselpräparate allergische Symptome im Nasenbereich beseitigen können.

Leider fehlt der Verweis auf die angesprochenen „medizinischen Untersuchungen“. Im Gegenzug ist mir eine groß angelegte Vergleichsstudie 1 bekannt, die für den Zeitraum zwischen 1980 und 2003 alternativmedizinische Ansätze in Studien zu Allergien, Asthma und anderen immunologischen Problemen vergleicht, in der explizit auch die Brennnessel erwähnt wird, die eher negative Effekte haben soll. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass in Brennnesseln Histamin enthalten ist.

Umgekehrt berichtet die folgende Studie 2 davon, wie ein Brennnesselextrakt als H1-Antihistaminikum wirkt und die Mastzellen stabilisiert und so die Histaminausschüttung verhindern kann. Tatsächlich scheiden sich auch unter den Histaminern die Geister, ob Brennnesseltee gut oder schlecht ist. Wie so oft, ist dies womöglich nur individuell auszutesten.

Ein für viele jedoch bereits bekanntes Helferlein ist die Zistrose. Aus Kraut und Blüten wird ein Tee gebrüht, der nicht nur bei Allergien und Neurodermitis wirksam sein soll, sondern meines Wissens nach auch bei HIT.

Hinzu kommen weitere Gartenbewohner, von denen ich mitunter noch nicht gehört habe. Einer davon ist Jiaogulan, eine Rankpflanze, die unter anderem gegen freie Radikale wirken und damit auch für die Krebsbehandlung von Interesse sein soll.

Doch natürlich deckt das Buch weitaus mehr als Krebserkrankungen und Allergien in der Natur-Apotheke ab. Ein interessanter Hinweis, auch für die oft psychisch geplagten Histaminer, ist, magnesium- und kaliumreiche Kost zu sich zu nehmen. Als Beispiele führt die Kräuter-Liesel Portulak, Giersch und Thymian auf S. 47 an.

Umstritten dürften hingegen wiederum die Ausführungen auf S. 60 zur transdermalen Magnesiumaufnahme sein. Ob das sogenannte Magnesiumöl, das eigentlich ein mit Magnesium angereichertes Wasser ist, über die Haut aufgenommen werden kann, wird nach wie vor heiß diskutiert.

Ein weiteres interessantes Thema, das die Autorin in ihrem Buch aufgreift, ist Milchsäure. Speziell in der alternativmedizinischen Krebstherapie kommen rechtsdrehende Milchsäurebakterien seit einiger Zeit zum Einsatz. Kürzlich erreichte mich eine Mail einer Leserin zum Thema Joghurt. Sie beschrieb, wie sie Quark bzw. Topfen und andere gereifte Milchprodukte zwar vertrage, solange sie Bioprodukte kaufe, jedoch mache ihr Joghurt nach wie vor Probleme. Als möglichen Grund stieß ich das Thema der Bakterienstämme an. Denn so sehr Milchsäurebakterien oft als „gut für den Darm“ über einen Kamm geschert werden, gibt es hier doch Unterschiede. Auch in Bezug auf HIT sollte den rechtsdrehenden Kulturen der Vorrang gegeben werden. So gelten die überwiegend linksdrehenden Kulturen Streptococcus thermophilus und Lactobacillus bulgaricus beispielsweise als problematisch bei HIT, während die meist rechtsdrehenden Kulturen Lactobacillus acidophilus sowie Bifidostämme gemeinhin besser vertragen werden.

Und wo wir gerade bei Bakterienstämmen sind, können wir auch gleich über andere – ungewollte – Darmbewohner, also Parasiten sprechen. Denn auch diesem Thema widmet die Kräuter-Liesel ein Kapitel, wo sie unter anderem über Kubebenpfeffer sowie Cranberry-Muttersaft schreibt, um natürlich gegen die Eindringlinge vorzugehen.

Dass es sich bei ihrem Buch jedoch, ähnlich wie bei meinem eigenen Blog, um ein ideengebendes Medium, keineswegs eine Fachpublikation handelt, zeigt sich nicht nur daran, dass es kein Quellenverzeichnis gibt, sondern auch an Pauschalaussagen, wie in dieser Einleitung zum Thema Wechseljahresbeschwerden auf S. 232:

Wenn eine Frau in die Wechseljahre kommt, produziert der Körper weniger Östrogen und stellt langsam, aber sicher die Produktion ganz ein.

Dabei wissen wir längst, nicht zuletzt aufgrund des informativen Gesprächs mit Frau Dr. Scheuernstuhl, dass es vor allem der nicht-lineare Rückgang der Hormonproduktion ist, der für die sogenannten Wechseljahresbeschwerden sorgt. Soll heißen: Hitzewallungen und andere Probleme sind meist dadurch bedingt, dass die Progesteronproduktion schneller abnimmt als die Östrogenproduktion – und umgekehrt. Es geht also um das Verhältnis der verschiedenen sogenannten Sexualhormone zueinander, nicht nur um den bloßen Rückgang. Tatsächlich soll es Frauen geben, die relativ beschwerdefrei durch den Wechsel kommen – weil Progesteron und Östrogene recht synchron zueinander rückläufig in der Produktion werden.

Vor allem bei HIT ist daher ein gut ausgebildeter und engagierter Heilpraktiker gefragt, wenn alternativmedizinisch interveniert werden soll. Doch wer lediglich einmal in die bunte Welt der Kräuter hineinschnuppern möchte, findet bei der Kräuter-Liesel einfache Anregungen, auch dafür, was vielleicht in der nächsten Saison noch im Garten ausgesät werden könnte. Ein besonderer Leckerbissen sind diese entspannenden Betthupferln – Lavendel-Einschlafkekse:

Zusammenfassung:

  • Die Natur-Apotheke“* von Liesel Malm
  • 304 Seiten, Hardcover
  • Rezepte und Tipps im Umgang mit Heilkräutern
  • einfache Einführung / Überblickswerk
  • leider kein Quellenverzeichnis mit den genannten Studien vorhanden
  • 14,99 Euro, erschienen im Bassermann Verlag

Ich bedanke mich beim Bassermann Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Endlich wieder Kekse…

Vegane Kürbiskern-Schoko-Kekse (nicht wirklich histaminarm)

Adventszeit! Das ist Kekszeit, bei uns zumindest. Daher sind Kekse definitiv meine kulinarischen Winterhighlights. Das folgende Rezept passt daher perfekt zu Jessis Blogevent.

Auf meinem Blog gibt es schon einige Keks- und Plätzchenrezepte. Der Großteil ist histaminarm, einige sind glutenfrei und manche sind vegan. Die Kekse heute sind vegan und damit auch laktosefrei. Da Schokotropfen enthalten sind, ist das Rezept aber nicht wirklich histamintauglich. Wer sehr empfindlich auf Schokolade reagiert, lässt sie entweder ganz weg, tauscht sie durch Kürbiskernbruch aus und verwendet etwas mehr Zucker oder nutzt weiße Schokotropfen*. So, nun aber ab in die Weihnachtsbackstube!

Zubereitungszeit:

ca. 10 Minuten + ca. 15 Minuten im Backofen

Schwierigkeit:

einfach


Zutaten für 1 Blech:

  • 175 g Dinkelmehl
  • 40 g Kürbiskernmehl
  • Msp. Kardamom
  • Pr. Salz
  • ca. 50 g backfeste Schokotropfen
  • 90 g Kokosöl
  • 1 gestr. EL Backpulver
  • 50 g Rohrohrzucker
  • 1 EL Chia-Samen-Mehl + 3 EL Wasser = Chia-Samen-Gel als Ei-Ersatz
  • (evtl. 1 EL pflanzliche Milch oder Wasser)


Zubereitung:

Zunächst wird der Ei-Ersatz aus Chia-Samen-Mehl angesetzt. Den Mix ca. 5 bis 10 Minuten quellen lassen. Nun alle anderen Zutaten mit dem Ei-Ersatz vermengen und gut durchkneten. Wenn der Teig sehr bröselt, etwas Wasser oder Pflanzen-Drink hinzugeben.

Mit den Händen kleine Kügelchen formen und flach drücken. Vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen.

Bei 185 °C Heißluft ca. 15 Minuten backen.

Vor dem Genießen auskühlen lassen.

Was aus den Bildern aufgrund der künstlichen Beleuchtung nicht so deutlich hervorgeht: die Kekse nehmen durch das Kürbiskernmehl einen leichten Grünschimmer an und passen damit stilsicher zum Adventskranz oder Weihnachtsbaum. Dieses Rezept ist perfekt für alle, die Kekse lieben und mal etwas anderes ausprobieren wollen und nicht immer Plätzchen ausstechen wollen 😉

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Mach ich mit Matcha und vegan (Buchrezension)…

Auf dieses Buch habe ich mich schon eine Weile gefreut – und ich wurde nicht enttäuscht. Die Rede ist von “Gesund backen mit VeganPassion”* von Stina Spiegelberg. Stina ist gemissermaßen “Blogkollegin”, denn sie hat auch einen Food Blog, den Ihr hier finden könnt. Die Bloggerin und Autorin war lange Vegetarierin und lebt seit 2008 vegan. Stina hat bereits vegane Kochbücher veröffentlicht. Heute soll es um ihr neuestes Werk, “Gesund backen”, gehen.

Wie immer kommt hier der erste Eindruck, und der ist freilich optischer und haptischer Natur: Das Buch wurde als Hardcover publiziert, was ich grundsätzlich bevorzuge, denn gebundene Bücher sind langlebiger und liegen einfach stabiler in der Hand. Dass ich keine E-Books mag, wisst Ihr ja – da geht nämlich das ganze “Buchgefühl” verloren (Wie, ich kann da nur wischen und klicken und nicht umblättern?!).

Das Buch kommt mit farbigen und ansprechenden Fotografien daher. Soweit ich gesehen habe, gibt es zu jedem Rezept auch ein Bild und das macht eigentlich immer Appetit. Also nicht auf leeren Magen bzw. bei leerem Kühlschrank drin blättern, denn Ihr müsst dann backen! Ist so. Ich hab den Fehler nämlich gemacht – was daraus geworden ist, dazu später mehr.

So, zum Inhaltlichen: Den Rezepten wurde eine kleine Warenkunde vorangestellt. Stina gibt allerlei Tipps, wie man Weißmehl, raffinierten Haushaltszucker, Butter und Eier gegen gesunde, vegane Alternativen austauschen kann. Einzig meine so geliebten Chia-Samen habe ich hier vergebens als Ei-Alternative gesucht. Stina ist, anders als ich, eine begeisterte Dekor-Küchenfee. Ich bin ja eher ein Kandidat der Sorte “Hauptsache es schmeckt”. Aber ihre Tipps zum Thema “Wie tausche ich Zuckerstreusel und Milchschokolade gegen Veganes aus” sind dennoch interessant – auch für mich.

Ohne allzu viel Vorrede geht’s dann gleich ans Backen. Los geht’s mit Keksen, darauf folgt Kleingebäck, wie Muffins, bis wir zur Königsklasse, Torten und Kuchen, kommen. Darauf folgen dann noch zwei spezielle Kapitel, nämlich eins zum Thema rohköstlich Backen und schließlich Herzhaftes, also Hauptspeisen, die aus dem Backofen kommen.

Stinas Rezepte sind alle laktosefrei, weil vegan und ganz ohne Tier- und Tiernebenprodukte. Einige Rezepte sind von Haus aus auch glutenfrei, aber nicht alle. Sie gibt gelegentlich Tipps, wie man dies und das glutenfrei zubereiten kann. Auf Histaminintoleranz geht sie nicht speziell ein. Ich wurde dennoch fündig in ihrem Buch. Kleine Änderungen muss man aber einplanen. Ich kann Euch verraten, dass mir die Entscheidung für ein Rezept schwer gefallen ist, weil es so vieles Leckeres im Buch gibt, auch für meinen Histaminerhaushalt hier.

Noch auf meiner To-Do-Liste sind die Schoko-Bananen-Cookies (mit nicht zu reifen Bananen und weißer Schoki in meiner Variante), Hanf-Cookies, der Strudel im Apfel, der Karotten-Apfelkuchen, die Zucchini-Brownies (für einen Tag, wo wir mal mit Schokolade sündigen), die Schokoladen-Kürbistarte (s. vorher), der Maulbeer-Honigkuchen, das Zucchini-Brot und so viel mehr…

Meine erste Wahl fiel aber auf die Matcha-Kekse, schlicht und einfach, weil ich schon längst mal was mit Matcha machen wollte. Matcha ist Grünteepulver. Um den ging es ja schon im letzten Beitrag zum Thema Eistee. Heute wird Grüntee aber gegessen, nicht getrunken. Matcha-Pulver* kann man im Bioladen oder Reformhaus kaufen oder selber machen, indem man Grüntee zermahlt. Wer übrigens nicht mit Matcha backen will, aber den tollen Grün-Effekt haben will, kann übrigens auch mit Kürbiskernmehl arbeiten – das so als mein Tipp ganz nebenbei.


*

Matcha-Mandel-Swirls nach Vegan Passion (Buchrezension)

Zubereitungszeit:

ca. 25 Minuten + ca. 10-12 Minuten im Backofen

Schwierigkeit:

einfach


Zutaten für ca. 1 Blech:

  • 400 g Dinkelmehl Typ 630
  • 50 g Mandeln, blanchiert und gemahlen
  • 100 g Rohrohrzucker
  • 1 Pr. Salz
  • 1/4 TL Vanille, gemahlen (eine Vanilleschote auskratzen)
  • 200 g vegane Margarine (bei mir war’s Kokosöl), zimmerwarm
  • 50 ml Pflanzendrink (Mandel, Hafer… – nicht Soja)
  • 2 geh. TL Matcha-Pulver
  • 1 EL Rohrohrzucker


Zubereitung:

Ich mache die Pflanzenmilch meist selbst. Am besten macht Ihr also die Mandelmilch mit blanchierten Mandeln und heißem Wasser selbst. Die Überbleibsel könnt Ihr dann statt der 50 g Mandeln verwenden – das so als mein Tipp zu Stinas Rezept.

In einer Rührschüssel Mehl, “Mandelmatsch” (mein Ausdruck, nicht Stinas), Zucker, Salz und Vanille mischen. Die Margarine (oder Kokosöl) und den Pflanzendrink zugeben. Mit dem Knethaken eines Rührgeräts (ich hab die Hände verwendet) zu einem gleichmäßigen Teig kneten. Die Hälfte des Teigs mit Matcha und Zucker versehen und gleichmäßig einarbeiten.

Auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche jeweils die Hälfte des hellen und grünen Teigs auf 10 x 25 cm ausrollen. Beide Teige aufeinander legen und einrollen. Das funktioniert am besten, wenn der grüne Teig unten liegt. Von der Rolle etwa 1 cm dicke Stücke abschneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Bei 180 °C Ober-/Unterhitze 10 bis 12 Minuten backen. Wer mag, kann die kleinen Kringel noch mit (weißer) Kuvertüre versehen.

O.K., bei mir sind die zwei Schichten ein bisschen ineinander verlaufen, aber dennoch: lecker war’s!

Weiter oben habe ich gesagt: Nicht hungrig und bei leerem Kühlschrank durch das Buch blättern, was ich natürlich gemacht habe. Und dann sind der Histaminer und ich bei der Schoko-Kokostorte hängen geblieben. Oje … Der Histaminer mag Schokolaaaaade! Da führt kein Weg dran vorbei – histaminarm hin oder her. Ab und an muss es einfach Schokolade sein. Also: “Kannst Du DAS machen?”, fragt er. “Klar!”, sag ich mal so geradeaus und stehe dann in der Küche und für den Teig ist nicht genug Dinkelmehl da und naja Sojajoghurt wurde flugs ersetzt – im Endeffekt entstand ein Tortenteig, der schwer improvisiert war. Fragt mich nicht, was ich alles gemixt habe, um 500 g Dinkelmehl zu ersetzen (knapp 100 g hatte ich noch). Also drin war: Teffmehl, Haferflocken, Kokosmehl und -flocken, Hanfsamenmehl, Kürbiskernmehl und und und – war aber lecker, so viel gleich vorweg. Das eigentliche Highlight war aber nicht der Teig, der ohne Schoko auskam, sondern die SCHOKOLADENGLASURCREME!!! Statt Cashewnüssen habe ich Mandelblättchen genommen. Agavendicksaft wurde Ahornsirup, statt Datteln kam halt Honig rein (obwohl nicht vegan) und dann alles durchpüriert. Hier in der Übersicht:

  • 100 g Mandelblättchen
  • 120 g Kokosöl oder -mus (Mus ist besser!!!)
  • 100 g Süßes (Ahornsirup, Rohrohrzucker und Honig hab ich bunt gemischt)
  • 200 ml Pflanzenmilch (hab einen Haferflocken-Mandelmix gemacht)
  • 60 g ungesüßtes Kakaopulver
  • 1 Banane

Dann ca. eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen und dann nicht alles wegschleckern, bevor der Kuchen mit Schoki “eingepackt” ist – und ich sage Euch, die Gefahr ist groß! Kurzum, der kleine Improkuchen war dermaßen lecker, dass ich mich ärgere, nicht mitgeschrieben zu haben, aber das Highlight war wohl eh die Glasur. Der Histaminer hat das Mixgefäß schließlich fast so sauber gekriegt wie ein Geschirrspüler … Die Creme ist super lecker, aber nicht unbedingt histaminarm, muss ja auch nicht immer sein. Gut, wer also mit Zutaten improvisieren kann, kann auch auf leeren Kühlschrank loslegen, aber ich übernehme keine Garantie. Zumindest diese Glasurzutaten muss ich nun immer im Haus haben und solltet Ihr vielleicht auch 😉

Fazit

Das Buch wird seinem Titel “Gesund backen” gerecht und bietet dabei viele leckere, vegane Backideen von süß bis deftig. Da die Rezepte vegan sind, sind sie auch laktosefrei. Daneben sind einige Rezepte glutenfrei. Auch für Histaminintoleranzgeplagte gibt es einige Rezepte, die nach kleinen Änderungen gut umsetzbar sind.

Zusammenfassung

  • 216 Seiten, Hardcover mit farbigen Fotografien
  • zahlreiche vegane Rezepte (einige glutenfrei, alle laktosefrei, einige “histamintauglich”)
  • sowohl süße Leckereien als auch deftige Backwaren, die sich als Hauptspeisen eignen
  • Verzicht auf tierische Produkte, kein Kristallzucker, viele Tips zum Austauschen (gesunde Alternativen)
  • 19,95 Euro, erschienen im Neun-Zehn-Verlag

Ich bedanke mich beim Neun-Zehn-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Mandelmuskekse…

Heute gibt es etwas für alle Krümelmonster (und solche, die es noch werden wollen) 😉 Keeekse! Ich bin ein Keksfan – Du auch? Hast Du schon die Haferflocken– oder die Chiakekse probiert? Die Chiakekse sind übrigens vegan. Passend zu meinem veganen Special, sind auch die Kekse, die heute kommen, vegan. Übrigens lassen sich auch die Haferkekse ganz einfach veganisieren – statt Butter nehme man Kokosöl (oder eine verträgliche Margarine ohne Soja) und das Ei lässt sich durch Chiasamengel ersetzen.

Der Küchenatlas-Blog veranstaltet gerade ein knuspriges, vorösterliches Event. Man ist da, genau wie hier, der Meinung, dass Kekse nicht nur etwas für die Weihnachtszeit sind. Kekse gehen immer.

Kekse, Candy & Kaninchen: Vor-österliche Blogparade im März

Ich hoffe, der Osterhase freut sich über diese tierfreundlichen und glutenfreien Mandelmuskekse, die schnell und einfach gemacht sind und gleich in Eiform daherkommen.

Entdeckt habe ich das Rezept so ähnlich bei The Simple Veganista.

Vegane Mandelmuskekse

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Zubereitungszeit:

ca. 30 Minuten

Schwierigkeit:

einfach


Zutaten für 1/2 Blech:

  • 1 EL Chiasamen + 3 EL Wasser als Ei-Ersatz
  • 120 g Mandelmus (nicht Mandelbutter!)
  • 60 g Rohrohrzucker ODER Kokosblütenzucker
  • 3 EL Mehl, z. B. Haselnussmehl* oder Mandelmehl*, falls Du das nicht verträgst, geht auch ein anderes Mehl
  • 1 Pr. Kardamom und/oder Zimt – optional

Zubereitung:

Chiasamen mit Wasser mischen und einige Minuten quellen lassen.

Dann alle Zutaten, am besten mit den Händen, gut verkneten (ja, das klebt ordentlich). Dann ca. 1 EL-großen “Batzen” abnehmen (geht auch mit den klebrigen Knethänden) und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Dann mit einer Gabel oder mit der Hand flach drücken.

Ich hab die Kekse gestempelt, aber das kommt bei Mürbkeksen eindeutig besser zur Geltung …

Ca. 15-20 min bei 180 °C backen. Auskühlen und knusprig werden lassen.

Hinweis:

Mandeln sind so eine Sache mit HIT. Nicht jedeR verträgt sie. Wer Bedenken hat, probiert erst einmal nur kleine Mengen und wird nicht zum kompletten Krümelmonster 😉

Zimt nur in kleinen Mengen, wenn überhaupt, verwenden. Meiner Erfahrung nach geht Kardamom besser.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Glutenfreie Info-Wochen (Teil 1): Zauberhafte Weihnachtsbäckerei…

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Dieser Beitrag ist Teil meiner Serie “Glutenfreie Info-Wochen”.

Das nachfolgende Rezept stammt (mit leichten Abänderungen) aus dem Buch “Zauberhafte Weihnachtsbäckerei – glutenfrei”* vom Pala-Verlag (S. 36), das ich Euch heute vorstellen möchte.

Das Rezept reiche ich außerdem zur Blogparade “Weiß wie der Schnee” beim Küchen-Atlas-Blog ein.

KüchenAtlas-Blogparade: Weiß wie der Schnee

Glutenfreie, histaminarme “Hirseköpfchen” ODER “Schneebälle” (mit laktosefreier Option)

Zubereitungszeit:

ca. 25 Minuten + ca. 20-25 Minuten Backzeit

Schwierigkeit:

einfach

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Zutaten für 1 Blech:

  • 40 g rohe Hirse* ODER ca. 100 g gegarte Hirse
  • 1 Eigelb
  • ca. 55 g weiche Butter ODER Kokosöl (ich habe beides gemischt)
  • 70 g Rohrohrzucker ODER Kokosblütenzucker
  • 100 g Maisstärke
  • 100 g Braunhirsemehl*
  • 1/2 Päckchen glutenfreies Backpulver
  • 25 g selbst gemachter Vanillezucker
  • 1/2 TL Lebkuchengewürz (wenn das vertragen wird, ansonsten bitte ein anderes verträgliches Gewürz nehmen, im Original ist 1 TL gemahlener Ingwer angegeben, den hatte ich aber gerade nicht auf Vorrat)
  • Rohrohrpuderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

  1. Hirse durch ein feinmaschiges Sieb abspülen. Die Hirse in der dreifachen Menge Wasser aufkochen, 10-15 Minuten köcheln lassen, vom Herd nehmen und weitere 30 Minuten quellen lassen. Ab und zu umrühren und anschließend abkühlen lassen.
  2. Nun den Backofen auf 180 °C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier vorbereiten.
  3. In einer großen Schüssel die abgekühlte Hirse mit Eigelb, Butter/Öl, Zucker, Vanillezucker, Maisstärke, Braunhirsemehl, Gewürz und Backpulver verkneten.
  4. Nun mit einer Hand kleine Kügelchen aus dem Teig formen (ein gehäufter TL Teig pro Stück). Die Kügelchen auf das Backblech setzen und ca. 20-25 Minuten im Backofen backen.
  5. Danach auf einen Teller oder ein Kuchengitter setzen und mit Puder- bzw. Staubzucker bestäuben.

Rezension “Zauberhafte Weihnachtsbäckerei – glutenfrei”* von Anja Völkel:

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Das Buch, geschrieben von einer Betroffenen, die u. a. auch an Histaminintoleranz leidet, bietet zahlreiche glutenfreie Weihnachtsleckereien zum Nachbacken. Anja Völkel hat das Buch mit kleinen Geschichten, Reimen und Bastelideen versehen. Lisa Apfelbacher hat zahlreiche Illustrationen zu den Rezepten beigesteuert.

Wer den Pala-Verlag kennt, weiß, dass die Kochbücher stets vegetarisch oder sogar vegan gehalten sind und dass es keine Fotos gibt. Während Ersteres sehr erfreulich ist, mag Zweiteres den einen oder die andere enttäuschen. Der Verlag druckt zu 100 Prozent auf recycletem Papier und produziert seine Werke klimaneutral. Hochglanzfotos passen da eben leider nicht ins Konzept.

Da ich ohnehin mehr Wert auf Inhalt als auf Form lege, stört mich das Fehlen der Fotos gar nicht. Im Gegenteil, so wird die Fantasie angeregt, was man denn mit dem einen oder anderen Rezept sonst noch so machen kann …

Trotz der Doppelintoleranz der Autorin sind einige Rezepte nur mit Anpassungen “histamintauglich”, wie ich immer sage. Zitronen-, Orangenkuchen, Rumbrezeln und anderes könnte so manchem/r schwer im Magen liegen.

Da mit glutenfreiem Mehl gebacken wird, enthalten manche Rezepte viele Eier (mitunter bis zu 5). Auch das verträgt in der Masse vielleicht nicht jede/r. Hier muss man selbst etwas erfinderisch werden und z. B. einige Eier durch Chiasamenmehlmix oder dergleichen austauschen.

Speziell für Betroffene von Histaminintoleranz ist jedoch der Abschnitt “Basics” sicher sehr interessant. Völkel gibt einfache Rezepte zur Hand, wie man z. B. Vanillezucker, dunkle oder helle Kuvertüre und Nougatmasse selber machen kann. Dieser kleine Fundus kann natürlich auch für andere Rezepte genutzt werden und ich fand ihn sehr wertvoll.

Das Buch beschränkt sich, wie es ein Kochbuch tun sollte, auf praktische Küchentips und Rezepte. Große Erläuterungen zum Krankheitsbild der Zöliakie oder dergleichen gibt es nicht. Dafür eignen sich Ratgeber- und Fachbücher. Demnächst stelle ich Euch auch noch informative Bücher zum Thema vor.

Was jedoch im Buch enthalten ist, ist eine “Kleine Warenkunde” und auch die ist Gold wert.

Die Autorin stellt eine kurze Geschichte des Gebrauchs von Getreide voran und geht dann auf einzelne glutenfreie Mehlsorten ein. Sie beschreibt dabei Konsistenz, Unterschiede zu regulärem, glutenhaltigem Mehl und Geschmack einzelner Mehlsorten, darunter z. B. Hirse-, Quinoa-, Buchweizen-, Reis-, Mais- und Kastanienmehl. Darauf folgt eine kurze Zusammenfassung weihnachtlicher Gewürze und von Nüssen bzw. vom dem, was im allgemeinen Sprachgebrauch unter “Nüssen” verstanden wird. Mehr zum Thema “Nüsse” hier.

Im Buch werden keine Fertigmehlmischungen verwendet, was ich sehr lobenswert finde. So kann man selber auch mit einzelnen Sorten zu experimentieren anfangen.

Zusammenfassung:

  • um die 120 glutenfreie Rezepte
  • 160 Seiten, 14,00 Euro
  • illustriert, keine Fotos
  • keine Fertigmehlmischungen
  • viele praktische Tipps und Warenkunde
  • von einer selbst Betroffenen geschrieben
  • nicht alles ist histaminarm
  • leider keine veganen Rezepten
  • Kaufempfehlung: bei Zöliakie/Glutenunverträglichkeit, Glutensensitivität: Ja, bei HIT: nur bedingt

Ich bedanke mich beim Pala-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Aussagen entsprechen meinen eigenen Vorstellungen und sind nicht vom Verlag, der Autorin oder anderen beeinflusst worden.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat