Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

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Blogevent „Glas erleben“ – zu Gast bei Vetropack: So wird Glas hergestellt (Kooperation)

Glas ist umweltfreundlich, weil recyclebar. Doch wie wird es eigentlich gemacht? Wie bei der Sendung mit der Maus habe ich mal hinter die Kulissen der Glasproduktion geschaut und war zu Gast bei Vetropack Austria.

(c) Wolfgang R. Fürst

Doch auf Anfang!

Glas, ein gesundes Verpackungsmaterial – wieso eigentlich?

Es gibt viele Verpackungsmaterialien, die weiter- oder wiederverwendet werden können. Pappe zum Beispiel. Doch um Lebensmittel haltbar einzupacken, ist Karton wohl nicht die beste Wahl. Die Vorzüge von Glas kannte man schon in Mesopotamien vor über 4.000 Jahren. Etwa 700 vor Chr. wurde wohl zum ersten Mal durchsichtiges Glas hergestellt.

Gegenüber luftdichten Verpackungen aus Plastik oder Metall ist Glas jedenfalls klar im Vorteil: Weißglas wird aus etwa 60 Prozent, Braunglas aus bis zu 75 Prozent und Grünglas sogar aus bis zu 90 Prozent Altglas gewonnen. Ein Kilogramm Altglas liefert wieder ein Kilogramm Neuglas. So kann das Material ohne Qualitäts- und Materialverlust rückgewonnen werden. Das ist ressourcenschonend und somit nicht nur gut für die Unternehmenskasse, sondern auch für die Umwelt. Mittlerweile gibt es auch wieder MilchFLASCHEN. Der Trend zum Glas, auch wenn man vielleicht mehr schleppen muss, ist da.

Plastik und Metall lassen sich deutlich schlechter recyclen. Doch bereits zuvor, während der Nutzung, tun sich wichtige Unterschiede auf. Glas ist natürlich. Ein Mix aus Quarzsand, Kalk, Soda und Dolomit. Kunststoff, das liegt bereits im Namen, wird synthetisch gewonnen und wir alle wissen mittlerweile um die gefährlichen Plastikmüllinseln, die im Meer herumdümpeln, um Mikroplastik und die künstlichen Kleinteile, in denen sich Meeresbewohner verfangen oder die sie mit der Nahrung aufnehmen und daran verenden. Glas hingegen wird vom aggressiven Salzwasser erodiert und schließlich wieder in seine natürlichen Bestandteile zersetzt. Trotzdem ist es an sich sehr robust und langlebig – und inert.

Glas ist geschmacksneutral und rein. Es bewahrt Aromen und ist hervorragend rückstandslos zu reinigen – perfekt für Lebensmittel. Daher sind auch Frischhaltedosen aus Glas* ideal, um Speisen und Lebensmittel aufzubewahren. Nicht ohne Grund ist der Histamin-Pirat also ein Friend of Glass. Zuvor habe ich mit anderen Freunden des nachhaltigen Verpackungsmaterials gekocht, doch diesmal sollte es tatsächlich ans „Eingemachte“ gehen – nach Pöchlarn zum Glaswerk.

Glasherstellung – so wird’s gemacht

(c) Wolfgang R. Fürst

(c) Wolfgang R. Fürst

Als Ingenieurskind habe ich eine besondere Beziehung zu großen Fabrikhallen mit lauten Maschinen, die wie Drachen Feuer im Bauch tragen. Denn ordentlich Feuer braucht es schon, um Quarzsand & Co sowie Altglas zu der Masse zu verbinden, aus der später neue Flaschen, Einmachgläser und noch mehr entstehen. Bei 1.580 °C wird das Ganze eingeschmolzen und anschließend vom Kessel in die Maschinen überführt, bei denen die Glasgefäße vom Band laufen.

(c) Wolfgang R. Fürst

Wie ein riesiger mechanischer Feuerspucker speit die Maschine glühende Flaschen im Sekundentakt.

(c) Wolfgang R. Fürst

Schade, dass wir selbst keine eigenen Aufnahmen im Werk machen durften, da ein Großkunde gerade ein neues Flaschenmodell erprobte, von dem die Öffentlichkeit noch keinen Wind bekommen sollte.

Wer in der heißen Halle steht, kennt die Abläufe aus dem Effeff. Glasverfahrenstechniker ist ein Lehrberuf.

(c) Wolfgang R. Fürst

Im Werk in der Nähe von Kremsmünster werden Lehrlinge über 3,5 Jahre ausgebildet und auch übernommen. Doch einer Art Arbeiter haben wir nicht über die Schultern geschaut. Dabei kommt ihnen eine ganz wichtige Rolle zu: Es sind die Leute, die das Altglas am Band sortieren. Der Verbraucher leistet mit der Zuordnung in den Weiß- und Buntglascontainer die Vorarbeit und es wird auch automatisch weitersortiert. So können beispielsweise Metallgegenstände magnetisch aussortiert werden. Doch Fensterglas, Spiegel, Porzellan und all das, was im Altglascontainer eigentlich nichts zu suchen hat, muss nach wie vor von Hand aussortiert werden. Warum eigentlich auch Fensterglas? Weil es eine andere Zusammensetzung hat als das Glas, was für Flaschen & Co genutzt wird. Die gute Vorsortierung des Altglases ist wichtig, damit es später nicht zu Einschlüssen – also Sollbruchstellen – im Glas kommt. Keramik hat einen höheren Schmelzpunkt als Glas und muss daher raus.

(c) Wolfgang R. Fürst

Damit wir weniger schleppen müssen, wird auch an immer neuen Verfahren getüftelt, Flaschen dünnwandiger herzustellen, ohne dass das Gefäß instabil wird.

(c) Wolfgang R. Fürst

(c) Wolfgang R. Fürst

Damit alles passt, ist die Qualitätskontrolle wichtig.

Genuss aus dem Glas

Nach dem „Pflichtteil“ kam das Angenehme: Es ging mit dem Shuttlebus weiter nach Krems, wo wir zur Weinverkostung und einem wunderbaren Menü inmitten der Weinberge eingeladen waren.

(c) Wolfgang R. Fürst

(c) Wolfgang R. Fürst

Dabei brannte mir eine Frage natürlich besonders unter den Nägeln: Wie sieht’s mit histaminzertifiziertem Wein aus?

Dass das Histamin nicht in irgendeinem komplizierten Verfahren nachträglich aus dem Wein gelöst wird, wusste ich bereits. Hier kommt es viel mehr auf Hygiene an. Die Winzer in Krems haben sich auf Weißwein spezialisiert, obwohl es auch kleine Chargen Rotwein gibt. Dabei wird der Weißwein in Edelstahlfässern gelagert, bevor er in die Flaschen abgefüllt wird. Rotwein wird hingegen meist in Holzfässern gelagert – auch für den Geschmack. Von der Histaminperspektive ist Weißwein daher der Vorzug zu geben. Er ist sozusagen „reiner“ und bietet damit auch Bakterien weniger Angriffsfläche bei der Fermentation (noch mehr) Histamin freizusetzen.

(c) Wolfgang R. Fürst

Nach so viel Genuss und spannenden neuen Bekanntschaften wie den Bloggerkollegen von „Einfach leicht“, die flotte Rezepte für jeden Tag verbloggen, und Laurel Königer, der rund um nachhaltigen Lifestyle schreibt, ging es wieder zurück nach Wien. Wobei ich vor dieser malerischen Kulisse noch hätte verweilen können.

(c) Wolfgang R. Fürst

Noch was am Rande: Aktion #CheersToTheOcean

Du bist auch ein Freund von Glas? Dann mach mit bei der Aktion #CheersToTheOcean auf Instagram und zeige Dich (und Freunde) beim Zuprosten mit einem Glas – histaminzertifiziertem Wein – auf die Weltmeere!

(c) Histamin-Pirat

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Vetropack Austria entstanden. Danke an die Friends of Glass, die zu diesem Event eingeladen haben.

Mein erstes Kochevent: Glas, eine nachhaltige Verpackung (Kooperation)

Neben Histaminintoleranz gehören biologische Nahrungsmittel sowie Nachhaltigkeit zu den Kernthemen auf meinem Blog. Die Gründe dafür sind schnell genannt:

  • unverfälschter Geschmack ohne künstliche Zusatzstoffe – jetzt und in Zukunft
  • bedenkenloser Genuss ohne GVO, chemische Düngemittel oder BPA

Wann immer möglich, greife ich vorzugsweise zu Bio-Lebensmitteln, weil ich da zumindest sicher sein kann, dass keine künstlichen Aromen zugesetzt sind, während ich ansonsten gezwungen bin, sowieso die Zutatenliste auf “Histamin-Übeltäter” zu überprüfen.

Glas: Nachhaltige Verpackung Nr. 1

Glas ist für viele eine unbequeme Verpackung, weil es schlichtweg schwerer in der Einkaufstasche wiegt als Plastik. Am Ende gehe ich jedoch mit einem leichten Gewissen nach Hause, denn Glas hat viele Vorteile.

  • Es ist geruchs- und geschmacksneutral und nimmt weder Aromen auf noch gibt es giftige Stoffe an die Lebensmittel ab.
  • Glas ist rein und reagiert nicht mit anderen Stoffen.
  • Glas wird aus natürlichen Rohstoffen wie Quarzsand gewonnen und kann zu hundert Prozent wiederverwertet werden und belastet, anders als Plastik, die Umwelt nicht durch bleibenden Müll.

Friends of Glass laden zum gemeinsamen Kochen ein

So konnte ich die Einladung zum Kochevent von Friends of Glass, einer Initiative vom Glasforum Österreich, nur begrüßen.

Zwar habe ich bereits in der Vergangenheit Einladungen zu solchen Koch- und Blogevents erhalten, doch meist lösten die beteiligten Sponsoren eine innere Abwehrhaltung in mir aus. So kann ich mir beispielsweise nicht vorstellen zu einer Veranstaltung zu gehen, die vom Pharma-Riesen Pfizer gesponsert wird. Ganz einfach, weil Pfizer eine dieser Firmen ist, die zahlreiche Menschen- und Tierleben auf dem Gewissen hat. Doch dazu in einem kommenden Beitrag einmal mehr …

Hingegen habe ich kein Problem damit, die Glasherstellung mitsamt Recycling in ein positives Licht zu stellen, weil es einfach die gesündere Alternative zu Plastik ist und auch ansonsten ohne Nebenwirkungen ist. Ähnlich wie die Schallplatte im Musikbereich, hat auch Glas ein leicht angestaubtes Image, ist jedoch nie ganz von der Bildfläche verschwunden, weil die Vorteile schlichtweg überwiegen. Beim Abspielen von Vinyl klingt ja bis heute auch einfach mehr Herz mit 😉

Ein Nachteil hat sich anhand der Einladung dennoch ergeben: Beim geplanten Kochevent würden wir den Fokus auf Lebensmittel aus der Glaskonserve legen. Sauerkraut, eingelegte Gurken usw. Tja, der Histaminer würde bei einem solchen Event also hungrig nach Hause gehen müssen :/

Kurzerhand habe ich also eine Freundin von mir zur Begleitperson für das gemeinsame Schnibbeln, Dünsten und Genießen im Kochsalon Wrenkh gemacht. Neben uns waren zahlreiche Hobby- und Profiköche sowie andere Foodblogger vertreten.

So viel Gaumenschmaus im Kochsalon Wrenkh

Zu Beginn suchte sich jeder einmal einen Platz an einem der bereits fürs Schnibbeln eingedeckten Tische. Je nach dem, wo man sich eingegliedert hatte, ging es nach der Begrüßung durch den Karl Wrenkh und die Gastgeber vom Glasforum Österreich daran, Zwiebeln in hauchdünne Ringe zu zerlegen oder Gürkchen minutiös zu würfeln.

Das Schnibbelwerk wurde anschließend gesammelt und nun ging es an verschiedenen Stationen ans Eingemachte (hust, was für ein schlechter Wortwitz!): Wir kochten “mit Glas”.

Ausgerüstet mit meiner digitalen Spiegelreflexkamera spielte ich an unterschiedlichen Stationen Topfgucker, während Isa ihre helle Freude am Umgang mit vegetarischen Zutaten hatte und das Szegediner Sauergemüse kredenzte.

 

Folgende Gerichte standen außerdem auf dem Speiseplan:

  • Eierschwammerl Stroganoff
  • Wildragout mit Salzgurke
  • Beef Tartar
  • Fisch im Überraschungspackerl mit einer Sauergemüse-Variation
  • Steinplizrisotto mit eingelegten Pilzen
  • Pancakes mit feinen Marmeladen

Am Ende gab es also jede Menge zu probieren.

Isa und ich erklärten das Szegediner Sauergemüse zu unserem Favoriten, fanden aber auch das Steinpilzrisotto ganz lecker, obwohl das wirklich sehr viel Parmesan abbekommen hatte. Auch vom Wildragout habe ich ein paar Bissen gekostet und das keineswegs bereut. Lediglich um das Beef Tartar – huch, das ist ja roh! – haben wir einen großen Bogen gemacht.

Bei stimmungsvoller Musik, netten Gesprächen, gutem Wein (darf auch mal sein) und einem süßen Dessert – Pancakes! – floss der Abend unterhaltsam dahin.

Und beim nächsten Mal zeigen wir Euch …

Die Veranstalter kündigten schließlich an, dass nach diesem Erfolg auch eine Nachfolgeveranstaltung geplant ist. Da wird dann aber nicht gekocht werden, sondern wir werden Gelegenheit haben, einmal hinter die Kulissen der Glasherstellung und des Recyclings zu schauen. Darauf freue ich mich jetzt schon.

Als Erinnerung an den tollen Abend habe ich jetzt endlich eine Schürze, die praktischerweise vorne auch noch zwei Einschubtaschen hat – perfekt für Stift und Notizbuch, um beim Kochen gleich das nächste Rezept für den Blog festzuhalten. Ja, Tatsache: Ich habe bisher keine Schürze besessen. Ob ich mich daher überhaupt Foodblogger nennen darf? 😉

(c) Histamin-Pirat

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Vetropack Austria und dem Kochsalon Wrenkh entstanden. Danke an die Friends of Glass, die zu diesem Event eingeladen haben.

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