Histamin-Pirat

Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

Schlagwort: bio

(Anzeige) Kochbox bei Histaminintoleranz – geht das überhaupt? BioRezeptkistl vorgestellt

Als Histamin-Pirat habe ich das Thema Histaminintoleranz für mich gekapert, habe Rezepte ausgetüftelt und viel Zeit in der Kombüse, vorm Bildschirm und über Büchern verbracht. Ist es mir manchmal zu viel? Klar. Ich habe auch Tage, an denen ich darauf verzichten könnte, durch den Supermarkt zu tigern, Packungen umzudrehen, nur um mich zu fragen: „Darf ich das?“. Tage, an denen ich mich freuen würde, mal ein Kochbuch aufzuschlagen und sagen zu können: „Genau, das mache ich jetzt.“

Aktuell schwirren Kochboxen durch die Werbung. Das Konzept vereint zwei tolle Ansätze: Wir nehmen Dir das Einkaufen und Rezepte-Tüfteln ab. Du musst nur noch kochen. Grundzutaten wie Mehl, Öl oder Butter solltest Du zuhause haben. Nudeln, Sahne/Obers, Obst und Gemüse bringen wir Dir vorbei, lautet die Devise. Vor allem für Berufstätige und Familien verspricht das jede Menge Erleichterung. Doch bei Histaminintoleranz stellt sich die Frage: Kochbox – geht das überhaupt mit HIT? Ich hab’s ausprobiert.

Frisch und bio – das BioRezeptkistl vom Adamah Biohof

Man glaubt gar nicht, wie viele Kochboxanbieter es mittlerweile gibt. Für mich bedeutet das: Offensichtlich besteht Nachfrage. Wir wollen selber kochen statt beim Lieferdienst zu bestellen. Trotzdem wäre es fein, dafür nicht erst Menüs planen zu müssen, nur um nach der Arbeit in den Supermarkt zu gehen, wo wir dann, kurz vor Ladenschluss, vielleicht doch zwei Zutaten nicht bekommen. Mit der Kochbox kommen die Zutaten sowie die passenden Rezepte direkt vor Deine Haustür. Bei den BioRezeptkistln (der Name lässt es erahnen) sind die Zutaten allesamt aus biologischer Landwirtschaft. Das ist mir wichtig.

Die von der Ernährungswissenschaftlerin und Köchin Julia Schwerd erarbeiteten Rezepte sind reichhaltig und der Rezeptplan vielseitig. Außerdem legt man bei Adamah Wert auf saisonale Köstlichkeiten. So kommt man rund ums Jahr in den Genuss von heimischem Gemüse – stets im Rhythmus der Natur. Was mir dabei besonders gefällt: Auch Raritäten wie Sauerampfer stehen auf dem Programm sowie Zutaten, an die sich so mancher von sich aus vielleicht nicht wagen würde. Denn was mache ich eigentlich mit Rote Bete?

Die Kisten werden wöchentlich bis an die Wohnungstür gebracht. Während Gemüse und Obst in einer Art offener Bäckerkiste kommen, finden sich Produkte, die wir sonst im Kühlregal bekommen, in einer Thermobox mit Kühlaggregat. So kann man sich sicher sein, dass Joghurt, Schmand & Co frisch in den eigenen Kühlschrank wandern.

Klassisch, vegetarisch oder für Eilige – die passende Kochbox für (fast) jeden Geschmack

Der Adamah Biohof bietet insgesamt drei Kochboxen an, aus denen Du wählen kannst. Das klassische BioRezeptkistl enthält Gemüse sowie Fleisch. Wer es lieber fleischlos mag, greift zum vegetarischen BioRezeptkistl. Für ganz Eilige, die nicht länger als 30 Minuten am Herd stehen wollen, gibt es das 30-Minuten-BioRezeptkistl.

Ich habe mir die vegetarische Kochbox bringen lassen.

Gute pflanzenbasierte Gerichte zu finden, ist bis heute in vielen Restaurants eine Herausforderung. Man möchte ja nicht nur Salat knabbern, sondern ein tatsächliches Gericht serviert bekommen. So war ich neugierig, was der Adamah Biohof aus den Köstlichkeiten vom Feld kredenzen würde. In meiner Testwoche gab es Schwammerlgulasch mit Semmelknödeln und Thymian, Wurzelrisotto mit Petersil-Zitronengremolata und Frühlingssalat sowie One-Pot-Orecchiette mit Melanzani-Paradeissugo und Zitronenzesten.

Bei kundigen Histaminern gehen da womöglich schon die Alarmglocken an: Schwammerln (Pilze), Zitrone, Paradeiser (Tomaten)?! Das würde den ein oder anderen Histaminer sicher umhauen und erstmal ins Sauerstoffzelt oder, wie hier in solchen Fällen, in die Badewanne befördern.

Während Zitronen hier ganz prima funktionieren und Limetten erfahrungsgemäß noch besser gehen, kommt es bei Pilzen und Tomaten sehr darauf an. Hin und wieder geht bei uns beides, sofern der Rest des Gerichts nicht noch einen fiesen DAO-Blocker oder einen Histaminknaller enthält. Alkohol wäre so ein Übeltäter, der den Histaminabbau hemmt (DAO-Blocker), und zu allem Überfluss gerne selbst auch Histamin enthält, sofern er nicht als histaminzertifiziertes Getränk auf dem Etikett Entwarnung gibt. Parmesan, also lang gereifter Käse, ist in jedem Fall so ein Histaminknaller, der hier wirklich nur in kleinen Mengen eingesetzt werden darf.

Der Histaminer hat daher vor allem von der One-Pot-Pasta, bei der wir die Melanzani (Aubergine) weggelassen haben, und vom Schwammerlgulasch eher probiert, als wirklich zugeschlagen.

Immer diese Experimente vom Histamin-Piraten! 😉 Das Wurzelrisotto war jedoch was Feines. Wie gesagt: Zitrone und Parmesan gehen hier in kleinen Mengen. Das muss für Dich nicht genauso sein. Endlich habe ich eine sinnvolle Verwendung für Rote Bete gefunden.

Das sehr erdig schmeckende Wurzelgemüse kann schnell in den Vordergrund treten und braucht daher einen erfrischenden Gegenspieler. Mit der Petersil-Zitronengremolata (wieder ein Wort gelernt) bekommt das Risotto einen spritzigen Geschmackskick. Da schmeckt sogar Rote Bete. Und: die Farbe! Optisch macht das Wurzelrisotto wirklich was her, was man gerade von Risotto sonst nicht behaupten kann. Wer empfindet so ein breiiges Gericht schon als Augenschmaus? Gaumenfreude, ja. Aber hier stimmt beides.

Das kommt mir nicht ins Kistl! Kochbox für individuelle Bedürfnisse zusammenstellen

Das eigentliche Problem bleibt aber: So praktisch durchgestylte Kochboxen sind, wenn es um Zeitersparnis geht, so unpraktisch sind sie, wenn man individuelle Ernährungsbedürfnisse mitbringt. Während man beim Adamah Biohof bereits auf persönliche Vorlieben von Vegetariern eingeht (das machen durchaus nicht alle Kochbox-Anbieter), fehlt es an einer Kochbox für Histaminer und für alle anderen „Intoleranten“. Oder doch nicht?

Alle Rezepte sind in der Datenbank vom Adamah Biohof gespeichert. Ein Klick und da bist Du schon! Anhand von Filtern wie Schwierigkeitsgrad oder Zubereitungszeit kannst Du, ein bisschen wie auf meiner Seite, die Rezepte durchforsten – ganz bequem von zu Hause aus. Hier finden wir dann auch die Filter „gutenfrei“ und „laktosefrei“. Nur „histaminarm“ und „fruktosearm“ gibt es (noch) nicht. Mit einer Ökotrophologin im Team setzt das der Adamah Biohof vielleicht doch irgendwann noch um. Bis dahin heißt es erstmal: Ja, Du musst weiter tüfteln, ABER …

… auf die Hauszustellung Deiner Bio-Zutaten musst Du nicht ganz verzichten. Neben den verschiedenen BioRezeptkistln bietet der Adamah Biohof noch weitere Boxen an, die Du nach Deinem Geschmack füllen kannst: zum Beispiel Deine Box mit BioGenuss der Woche.

Individuelle Box – eine Lösung in stressigen Zeiten

Als Histaminer weißt Du: Stress ist Gift. Und ja, wer mit Einschränkungen durch Histaminintoleranz zu kämpfen hat, findet Einkaufen manchmal richtig stressig und – Rezepte ausklügeln, umschreiben und anpassen sowieso. Mit individuellen Zutatenboxen kannst Du Dich in Deiner Kombüse ein wenig entlasten. Den Weg zum Supermarkt kannst Du Dir nämlich sparen, wenn Dir allwöchentlich eine Kiste vor die Tür gestellt wird, die Leckereien für die nächsten zwei bis drei Tage enthält, die Du vorher mit ein paar Klicks ausgewählt hast.

Ein wenig im Sinne von Meal Prep kannst Du Deine Speisen vorplanen. Nimm Dir einfach einen Tag in der Woche (z. B. Sonntag), um zu überlegen, was es in der kommenden Woche geben soll. Suche Dir Rezepte heraus (und passe sie gegebenenfalls an). Was brauchst Du dafür? Schreibe Dir alle Zutaten auf und dann ab dafür ins Bestellformular! Jetzt nur noch abwarten und Tee trinken.

Zutaten bestellen – ist das nicht schlecht für die Umwelt?

Aus Bequemlichkeit und/oder zur Zeitersparnis bestellen – ja, das macht die Generation Onlineshop gerne. In den letzten Jahren ist der Versandhandel enorm gewachsen und mit ihm die Verpackungsindustrie sowie das Paketaufkommen. Täglich fluten die Zustellfahrzeuge unsere Straßen. Das alles sorgt für zusätzlichen Müll und extra CO2-Emissionen. Dabei handelt es sich um eine vermeidbare Belastung. Wir könnten vor Ort einkaufen und so weiter.

Das weiß auch der Adamah Biohof. Als nachhaltiger Erzeuger und Händler spürt man hier die Verantwortung, die man für künftige Generationen hat. Deshalb ist die Zustellung CO2-neutral. In der Wiener Innenstadt kommen zunehmend Lastenräder für die Lieferung zum Einsatz. Die Mehrwegkisten habe ich bereits erwähnt. Auch sonstige Zutaten landen möglichst unverpackt oder in Papiertüten in der Kiste. Trotzdem gibt es auch hier noch Luft nach oben.

Der Pflücksalat kam z. B. in der Plastikbox (damit der nicht gequetscht wird, nehme ich an). Die Boxen sind mit einem „Frischesack aus kompostierbarem Material“ ausgelegt – das sind Plastiktüten aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, die jedoch auf dem herkömmlichen Komposthaufen auch nicht einfach so verrotten. Klar, hier könnte man in Zukunft zum Beispiel auch auf Papier setzen oder die Entwicklung einer hygienischen Verpackung abwarten, die noch nachhaltiger ist. Bis dahin macht Adamah jedoch schon mehr für die Umwelt als so manch anderer Zusteller – insbesondere im Kochbox-Bereich.

Wie stehst Du zu Kochboxen und der Hauszustellung von Kochzutaten? Hast Du es schon mal ausprobiert? Würde es Dich entlasten? Hinterlasse eine Flaschenpost mit Deiner Meinung.

Ich bedanke mich beim Adamah Biohof für die gratis zur Verfügung gestellte Kochbox. Die gemachten Angaben sind weder vom Anbieter noch von anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

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Gewonnen: Wer darf sich über ein Probierpaket der Sonnentor-Latte-Sorten freuen?

Nachdem ich vor ein paar Wochen die neuen Sonnentor-Latte-Sorten „Rote Bete“, „Kardamom“* und „Kurkuma“* in der Filiale in der Wiener Neubaugasse verkosten durfte, kommt nun auch eine Leserin von Euch in den Genuss. Sie kann sich zum Beispiel Goldene Milch, pinken Kaffee oder feinwürziges Gebäck zubereiten. Ihr Favorit ist womöglich der farbenfrohe Kaffee, zumindest wenn es nach ihrem Kommentar geht:

Hmm, das klingt ja toll! Ich bin keine tägliche Kaffeetrinkerin, sondern für mich ist eine Tasse Kaffe immer etwas Besonderes, die ich mir nicht einfach nur zum wachmachen mache, sondern weil ich sie in aller Ruhe genießen möchte. Dabei experimentiere ich gerne, weshalb die Latte-Sorten eine tolle Abwechslung wären! Backen mit Roter Beete klingt auch toll, vor allem natürlich wegen der knalligen Farbe! Daher mache ich berne bei deinem Gewinnspiel mit.

Viele Grüße,
Sarah

Aber das erzählt sie uns hoffentlich nach Eintreffen des Pakets noch einmal selbst.

Der Zufallsgenerator hat entschieden:

 

Liebe Sarah aka Glückszauber, die E-Mail geht gerade an Dich raus. Herzlichen Glückwunsch!

Für alle, denen der Zufallsgenerator heute nicht hold war: Es gibt bestimmt mal wieder eine Chance, etwas beim Histamin-Piraten zu gewinnen 🙂

(c) Histamin-Pirat

Blog-Event: Die neuen Latte-Sorten von Sonnentor im Test (inkl. Gewinnspiel)

Kaffee und Histaminintoleranz – verträgt sich das?, ist eine Frage, die immer wieder auftaucht. Ich habe mich dem Thema hier schon einmal gewidmet. Die Kurzfassung lautet: jain – wie so oft bei HIT.

Kaffee bei HIT? Ein klares Jain

Die gute Nachricht: Kaffee enthält kaum Histamin. Die schlechte: Koffein gilt als DAO-Blocker. Somit kommt es beim Kaffeegenuss einerseits auf Deine individuelle Toleranzschwelle an: Wie sehr kannst Du Deine wahrscheinlich ohnehin begrenzte DAO-Aktivität durch Kaffee einschränken? Andererseits sei allen Freunden des dunklen Heißgetränks gesagt: Espressobasierter Kaffee von pur bis Cappuccino enthält – vielleicht wider Erwarten – weniger Koffein als Filterkaffee. Daher kannst Du Dir einen exquisiten Café Latte am Tag womöglich doch munden lassen, jedenfalls eher noch als den Pott Kaffee, den die konventionelle Filtermaschine ausspuckt.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, ein heißes Milchgetränk mit Geschmack auch ohne störendes Koffein zu genießen. Und hier kommen die neuen Latte-Sorten von Sonnentor ins Spiel, die ich kürzlich beim Blog-Event in der Wiener Neubaugasse verkosten durfte. Dort wurden die würzigen Varianten zwar ebenfalls mit Espresso serviert, die schmecken aber auch ohne echt lecker.

Latte mit würzigem Geschmack

Zur Auswahl standen „Rote Bete“, „Kardamom“* und „Kurkuma“*. Statt purem Rote-Bete-Pulver, Kardamom- oder Kurkuma-Gewürz kommen die geschmacks-boostenden Mischungen als vollmundiges Gesamtkonzept daher. So setzen die Bio-Bauern mit Hauptquartier im österreichischen Sprögnitz auf folgende Kompositionen:

Rote Bete

Rote Bete, Hagebutten, Reismehl, Calciumcarbonat, Muskat, Piment, Kardamom, weißer Pfeffer, Nelken, Chili und Vanille

Kardamom

Kardamom, Rosenblüten, Muskat, Spinat, Lavendelblüten, Nelken und Vanille

Kurkuma

Kurkuma, Ceylon-Zimt, Kakao, Ingwer, Vanille, Süßholz und schwarzer Pfeffer

Obwohl alle Latte-Mischungen glutenfrei sind, fallen erfahrenen Histamin-Piraten bereits ein paar Zutaten aus eben histamintechnischer Sicht ins Auge, die ich zusätzlich fett markiert habe. So enthält Spinat recht viel Histamin. Kakao als Liberator sowie Süßholz und Muskat sind nicht für jeden einwandfrei verträglich, der mit HIT zu kämpfen hat. Richtig problematisch wird es, wenn Du beim Austesten gemerkt hast, dass Du mit Salicylaten neben Histamin Probleme hast. Dass die beiden – SI und HIT – ganz gerne mal im Team auftreten, habe ich hier erläutert.

Ist das eine Histamin-Sünde wert?

Doch wer seine Ernährungsumstellung längst aus dem Effeff beherrscht, hat sicher schon bemerkt, dass man auch mal „histamin-sündigen“ kann, ohne dass der nächste Tag mit einem Kater beginnt. Die Einsicht, dass es nicht nur um Verzicht gehen kann, ist eine wichtige, die für deutlich mehr Lebensqualität sorgt. „Substituieren statt eliminieren“ ist mein Schlachtruf hierfür. Viele Lebensmittel enthalten nämlich wichtige Vitamine und Mineralstoffe, auf die Du nicht verzichten kannst – sie sind essentiell, das heißt, der Körper kann sie nicht selbst herstellen. Hinzu kommt, dass Du als Histaminer beispielsweise von zusätzlichem Vitamin C profitierst.

Oft sind Lebensmittel daher eben nicht einfach „gut“ oder „böse“, sondern ein bunter Mix aus beidem. Kakao enthält neben einigen biogenen Aminen, die einen ähnlichen Abbauweg wie Histamin haben (was auch ein biogenes Amin ist), zum Beispiel Magnesium. In Maßen (nicht Massen) wird Schokolade daher bei uns ganz gut vertragen, sofern sonst nichts „Böses“ drin ist. Mehr dazu hier. Selbst Zitronen, die als Liberator gelten, haben wir wieder auf dem Speiseplan, weil, mit einem recht hohen Vitamin-C-Gehalt, die Vorteile von Zitronensaft bei uns überwiegen. Yeah!

Was bei Dir und in welcher Menge geht, solltest Du individuell ausprobieren. Daher kann ich keine allgemeine Empfehlung für die farbenfrohen Gewürzmischungen von Sonnentor aussprechen. Aber ich kann sie Dir nach dieser Vorbemerkung mal in ihrer ganzen Farbpracht zeigen.

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Und selbst wenn die Latte-Mischungen nicht in Deine Liste passen, bist Du zum Beispiel in Sachen Tee bei Sonnentor an der richtigen Adresse. Denn dort gibt es zum Beispiel Weißen Tee aus Bio-Landwirtschaft * sowie lose Kräutertees*, die Du pur genießen kannst oder aus denen Du Deine ganz persönliche Wohlfühlmischung zusammenstellen kannst.

Latte kann man auch essen

Während das Team von Wolfgang Coffee beim Blog-Event für weichen, blasenfreien Milchschaum nach 1A-Barista-Standard gesorgt hat, hat das Sonnentor-Kulinarik-Team einige Leckereien ausgetüftelt, die ebenfalls mit den Gewürzmischungen gepimpt gewesen sind. Gut, dass ich auf leeren Magen dort war 😉

So konnte ich mich einmal reihum durchprobieren. Es gab zum Beispiel Cupcakes mit pinkem Rote-Bete-Topping, kreisrund ausgestochene Müsliriegel – ebenfalls mit „Rote Bete Latte“ – sowie Milchreis mit Kardamom-Veredelung und einiges mehr. Wenn Du selbst einmal ausprobieren möchtest, was mit den neuen Gewürzmischungen so alles möglich ist, hast Du jetzt die Chance dazu.

Ich verlose ein Set, bestehend aus „Rote Bete“, „Kardamom“ und „Kurkuma“, womit Du schmackhafte Heißgetränke von Goldener Milch bis hin zu pinkem Cappuccino selbst zaubern kannst. Und wenn Du dann immer noch nicht genug hast, geht es daran, Törtchen, Kuchen oder sogar Brot bunt einzufärben – alles bio natürlich – mit den Latte-Mischungen von Sonnentor.

Um in den Lostopf zu hüpfen, hinterlasse bitte eine „Flaschenpost“, in der Du mir verrätst, was Du mit den neuen Latte-Mischungen von Sonnentor so anstellen würdest. Die Teilnahme ist aus Österreich und Deutschland möglich und das Gewinnspiel läuft bis zum 23. Februar 2018 23:59. Das Los entscheidet zeitnah, wer gewonnen hat. Ich melde mich dann per E-Mail bei dem Gewinner oder der Gewinnerin.

Viel Glück!

(c) Histamin-Pirat

Was wurde aus einfach “Essen”? …

Was wurde aus einfach “Essen”? –

Neue Terminologien in der Lebensmittelindustrie und ihre Bedeutung

Spätestens seit der Begriff “Heumilch” durch die Supermarktregale geistert, fragen sich einige, was ist eigentlich aus einfach nur “Essen” oder “Nahrung” oder – um beim konkreten Beispiel zu bleiben – einfach “Milch” geworden.

Heumilch bezeichnet seit einigen Jahren Milch von Kühen, die artgerecht mit Heu bzw. Gras gefüttert werden. Über Haltungsbedingungen, also wie viel Platz die Tiere zur Verfügung haben oder wie viel Freilauf sie bekommen, gibt das Heumilchregulativ keine Auskunft.

Heumilch ist jedoch ein geschützer Begriff, eine Lebensmittelmarke. Die Agrarmarkt Austria (AMA) vergibt das dazugehörige Gütesiegel.

Es soll ja Zeiten gegeben haben, da haben Kühe eben genau einfach Gras auf der Weide gefressen und im Winter das Heu im Stall. Das sollte also normal sein. Seit Jahrhunderten wurde Milch derart “produziert”.

So sehr also die Idee “Heumilch” heutzutage einen gewissen Qualitätsstandard sichert, ist der Weg womöglich der falsche. Ich möchte keine Supermarktregale nach speziellen Milchformen durchforsten. Vielmehr sollte Milch generell als Grundnahrungsmittel bestimmten Qualitätsstandards unterworfen sein, ja, sollte. Man darf ja noch träumen.

Zumal auch die Heumilchmarke eine trügerische Sache ist. Wie beschrieben, gibt es keine genauen bzw. expliziten Richtlinien zur Haltung abseits der Fütterung im Regulativ.

Aber interessanter noch, “als Ergänzungsfutter sind Grünraps, Grünmais, Grünroggen und Futterrüben sowie Heu-, Luzerne- und Maispellets erlaubt.

Weizen, Gerste, Hafer, Triticale, Roggen und Mais in marktüblicher Form, z. Bsp. Kleie, Pellets etc. sind zulässig.

Ackerbohnen, Futtererbsen, Ölfrüchte und Extraktionsschrote bzw. Kuchen können in der Futterration verwendet werden.”

Also ist eben doch nicht alles Heu (oder Gras), was “Heumilch” heißt.

Positiv ist jedoch allemal, dass die Fütterung silofrei ist. Laut Richtlinien auch gentechnikfrei und biologisch und somit ist “Heumilch” mittlerweile schon eine Alternative zu herkömmlicher Milch.

Jedoch bleibt die Frage, ob dies der richtige Lösungsansatz beim Qualitätsverlust von Milch und der Haltung von Milchkühen ist oder ob es sich hier nicht lediglich um ein Nischenprodukt handelt, um Augenwischerei, die uns die Illusion vermittelt, dass doch nicht alles so schlimm ist. Es gibt ja noch Heumilch 😉

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Mit “Heumilch” hört das Thema auch nicht auf. Daneben gibt es noch den Begriff “Bio-Wiesenmilch“. Laut Internetseite wird den Kühen Bewegung auf der Weide in der Vegetationsperiode zugesichert. Etwas undurchsichtig ist jedoch, wer genau die Einhaltung dieser Richtlinien überwacht. Und auch hier darf neben Gras und Heu auch Mais und anderes gefüttert werden.

Fakt ist also, dass die Qualitätssicherung letztlich beim Verbraucher/bei der Verbraucherin bleibt. Der Griff ins Regal entscheidet darüber, welche Milch zu Hause im Kühlschrank landet. Doch sind solche Begriffe tatsächlich dienlich? Schützen sie uns als VerbraucherInnen oder verwirren sie eher? Im Kommentarfeld ist Platz für Eure Meinungen.

Vor einiger Zeit habe ich einmal auf der Facebook-Seite vom Histamin-Piraten gepostet, wie ich mich beim Eierkauf aufgeregt habe. Ich hatte Freilandeier gekauft. Das ist ja schon mal besser als Bodenhaltung und allemal besser als Käfighaltung (die es aber ohnehin als Eier hier nicht mehr zu kaufen gibt, in Fertigprodukten womöglich dennoch enthalten sind). Bei den Eiern gibt es jedoch bisher nur die Kategorisierung nach Lebensraum bzw. Platz. Der Begriff “Freilandeier” sagt nichts über die Fütterung aus. Ich versuche, wo es nur geht, auf Soja zu verzichten, aber die meisten Hühner, auch die, die Freilandeier legen, werden zumeist mittlerweile (auch) mit Soja gefüttert.

Nun gibt es auch noch den Begriff “Bio-Freilandeier“. Was ist hier anders? Zunächst einmal, wie der Begriff vermuten lässt, gibt es Futter aus biologischer Landwirtschaft (ob da auch Soja dabei sein darf, konnte ich nicht herausfinden, aber wahrscheinlich schon). Im Unterschied zu “Freilandeiern” haben die Hühner bei “Bio-Freilandeiern” etwas mehr Auslauf und auch die Ställe müssen zu einem bestimmten Prozentsatz eingestreut sein, damit die Hühner artgerechterweise scharren können. Im Überblick:

“Bei der Freilandhaltung muss den Hennen tagsüber ein Auslauf von 8 m2 pro Tier zur Verfügung stehen. Bei einer “Tierschutz geprüften” Freilandhaltung stehen den Tieren – wie bei der biologischen Freilandhaltung auch – 10 qm Auslauf pro Tier zur Verfügung. Bei der konventionellen Freilandhaltung entsprechen die Mindestflächen in der Halle denen der Bodenhaltung. Weiters müssen Sitzstangen für die Tiere vorhanden sein und mindestens ein Drittel der Stallfläche eingestreut. Die Freilandhaltung ist im Vergleich zur Käfig- und Bodenhaltung die tierfreundlichste Haltungsform. Denn hier können die Hennen im Optimalfall ihren natürlichen Verhaltesmustern entsprechend leben. Es muss jedoch zwischen einer “normalen” Freilandhaltung, einer “Tierschutz geprüften” Freilandhaltung und einer “biologischen” Freilandhaltung unterschieden werden, da unterschiedliche Kriterien erfüllt werden.

Bei der biologischen Freilandhaltung sind 10 qm Auslauf pro Henne vorgeschrieben. Im Stall dürfen pro Quadratmeter max. 6-7 Tiere leben. Zusätzlich muss ein Drittel der Stallfläche eingestreut sein und dient den Hennen als Scharrraum. Legenester und Sitzstangen müssen den Tieren ebenfalls zur Verfügung stehen. Die maximale Besatzdichte pro Stall beträgt 3.000 Hennen; deutlich weniger als bei der konventionellen Bodenhaltung. Weitere Vorteile, welche die biologische Haltung von Hennen mit sich bringt sind u. a. das Verbot des prophylaktischen Medikamenteneinsatzes und der Einsatz von biologisch erzeugtem Futter für die Tiere. Dieses wird ohne Pestizide, chemisch-synthetische Dünger und Gentechnik hergestellt. Die biologische Freilandhaltung ist – neben der “Tierschutz geprüften” Freilandhaltung – derzeit die tierfreundlichste Haltungsform für Legehennen, die es auf dem Eier-Markt gibt. Der Bio-Anteil bei Eiern liegt im Lebensmittelhandel bei 14,2 Prozent (Grüner Bericht 2009).

Fütterung in der biologischen Freilandhaltung

Durch den Kauf von Bio-Freilandeiern können KonsumentInnenen direkt bestimmen, unter welchen Umständen die Legehennen gehalten werden. Frische Schaleneier tragen im Lebensmittelhandel eine eindeutige Kennzeichnung, die KonsumentInnen über die Herkunft, die Art der Haltung und die Haltbarkeit informiert. Bio-Hennen haben nicht nur immer Zugang zu einem Auslauf und mehr Platz, sie werden noch zusätzlich mit Futtermitteln aus biologischem Anbau gefüttert.

Der Unterschied zwischen Bio und Freiland liegt, neben kleinen Unterschieden beim Auslauf und bei der Anzahl der Tiere pro Quadratmeter, vor allem in der Fütterung der Tiere. Während Freiland-Hennen mit konventionellem Futter (wie Getreide, Eiweißfuttermittel und Körnerleguminosen) gefüttert werden, besteht das Futter von Bio-Hennen ausschließlich aus kontrolliert biologischen Inhaltsstoffen.” (Quelle)

Kurzerhand kann man die Herkunft der Eier am aufgedruckten Code erkennen:

  • Käfighaltung (Kennzeichnung: 3)
  • Bodenhaltung (Kennzeichnung: 2)
  • Freilandhaltung (Kennzeichnung: 1)
  • Biologische Freilandhaltung (Kennzeichnung: 0)Die Käfighaltung (auch bekannt als „Legebatterien“) ist in Österreich seit 01.01.2009 verboten

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Meine neueste Begriffsentdeckung hat mich dazu gebracht, dass ich anfangs wirklich nicht wusste, ob ich nun lachen oder weinen soll. Ja, genau, das “Strohschwein“. Viele wissen es vielleicht noch nicht, aber die meisten Schweine werden auf Beton gehalten, was nicht als artgerecht gilt. Bei der Comedy-Sendung “Genial daneben” gab es zum Thema passend auch einmal die Frage, was das “Rein-Raus-Verfahren” ist. In der Mastzucht von Schweinen bezeichnet der Begriff eben, dass die Schweine gleichzeitig in einen desinfizierten Stall “einziehen” und schließlich auch gleichzeitig wieder “ausziehen” – also allesamt zur Schlachtung kommen. Die Reinigung ist dementsprechend einfacher, da ja der Stall in regelmäßigen Abständen ganz leer ist. Triste Vorstellung jedoch, irgendwie, hm?

Und was ist nun das Strohschwein? Genau, es darf auf Stroh leben (sollte das nicht normal sein?):

“Es muss eine zumindest 3-monatige Mastperiode auf einer mehr als 50 % planbefestigten Fläche mit Stroheinstreu nachgewiesen werden. Zu diesem Zweck hat der Landwirt entsprechende Aufzeichnungen zu führen und einen Vermerk am sus-Viehverkehrsschein anzubringen.” (Quelle)

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Ich lasse diesen Beitrag mit ein paar Worten des russischen Autor Leo Tolstoi ausklingen:

“Wenn Du keinen Menschen töten kannst – gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten – noch besser; keine Fische und Insekten – noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an.”

“Vom Tiermord zum Menschenmord ist es nur ein Schritt und damit auch von der Tierquälerei zur Menschenquälerei.”

Und wir sind alle nicht perfekt, aber irgendwo muss man ja mal anfangen, am besten bei sich selbst. So sagt auch Tolstoi:

“Viele zerbrechen sich den Kopf darüber, wie man die Menschheit ändern könnte, aber kein Mensch denkt daran, sich selbst zu ändern.”

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