Histamin-Pirat

Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

Kategorie: laktosefrei (Seite 2 von 11)

Inspiralisiert – One-Pot-Gemüse-Pasta (Buchrezension)

One-Pot-Pasta (vegan, glutenfrei)

Kennt Ihr schon den neuen Food-Trend Zoodles oder Coodles? Hinter dem ulkigen Namen verbergen sich Gemüsenudeln aus jeweils Zucchini (Zoodles) oder Karotten (Coodles). Die Teile sind nicht nur schnell gemacht, sondern auch noch glutenfrei und richtig leeecker. Die Gemüsenudeln kann man wie herkömmliche Nudeln mit Sauce zubereiten. Meine erste Rezeptidee sieht so aus:

Zubereitungszeit:

ca. 20 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 1 Person:

  • 1 mittelgroße Zucchini
  • 1 große Karotte

nicht histaminarm:

  • 1/2 Hand voll Cashewkerne
  •  4 mittelgroße Tomaten
  • 1 Knoblauchzehe
  • Oregano
  • frisches Basilikum
  • Salz und Pfeffer
  • Öl

Alternativ kann man Paprika nehmen, damit es histaminarm wird. Eine histaminarme Tomatensauce OHNE Tomaten gibt es auch hier. Wer es verträgt, kann die Cashewkerne natürlich verwenden.

Zubereitung:

Das Gemüse gründlich waschen. Dann Karotten, Paprika/Tomaten schälen. Tipp für alle, die Tomaten verwenden (wenn’s nicht histaminarm sein muss): die Tomaten in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser übergießen. Dann löst sich die Haut quasi von selbst.

Knoblauch schälen und hacken. Cashewkerne hacken. Karotte und Zucchini in den Spiralschneider geben, wenn Ihr sowas habt. Ansonsten macht es wie ich: Bandnudeln mit dem Sparschäler herstellen! Geht auch.

In einer Pfanne etwas Öl erhitzen: geschälte Paprika/Tomaten in Stücken mit den Cashewkernen und Knoblauch hineingeben und erhitzen. Nach ein paar Minuten die “Nudeln” für 2 bis 4 Minuten mitgaren, so dass sie noch Biss haben, aber doch etwas weich sind. Was die Konsistenz anbelangt, können die Geschmäcker auch etwas variieren.

Mit Kräutern, Salz und Pfeffer abschmecken und gleich servieren.

Wer übrigens noch Ideen braucht, was man alles Glutenfreies (und nicht immer Veganes) mit dem Spiralschneider und Sparschäler so veranstalten kann, schaut am besten mal hier* hinein:

Mein Rezept stammt zwar nicht aus dem Buch, aber auch hier dreht sich alles um das geschnippelte Gemüse in all seinen Variationen.

Zunächst war ich zwar nicht sonderlich angetan, als ich in der Einleitung las:

Meine süße Großmutter – die zur Messe stolz ihr bestes Sonntagsgewand anzog und mir den Mund mit Seife auswusch, wenn ich “pissen” statt “Pipi machen” sagte – ließ immer irgendetwas im Ofen anbrennen.

Schließlich handelt es sich doch um ein Kochbuch. Persönliche Anekdoten hin oder her, weder vom Pissen noch vom Pipi-Machen will ich in einem Kochbuch lesen. Nicht so appetitlich. Doch wenn man darüber hinwegsehen oder schmunzeln kann, wird’s danach besser und richtig informativ. Kurzerhand erfuhr ich auf S. 24, dass Spiralgemüse mehr kann als Zoodles & Co, z. B. “Reis”. Offenbar als missglücktes Experiment entdeckte die Autorin, dass gekochtes Spiralgemüse zerfellt und nachher wie Reis ausschaut. Sie probierte das mit Butternusskürbis, soll aber auch mit anderem spiralisiertem Gemüse gehen. Das landet also mal auf meiner To-Do-Liste. Reis in 5 Minuten ohne Kochbeutelmist oder Fertigzeugs? Ja, das ginge dann.

Und auch in Sachen Zoodles gibt es einen Tipp. Zucchini bestehen schließlich zu 95 Prozent aus Wasser. Damit man nachher bei einem Saucengericht mit Zoodles (wie oben) nicht “Suppe” auf dem Teller hat, empfiehlt es sich die Sauce gut einzukochen bzw. anzudicken. Es kann auch helfen, die Zucchini vorher gut trocken zu tupfen. Und das Verhältnis muss stimmen: 70 Prozent “Nudeln” zu 30 Prozent Sauce.

Das Buch bietet neben zahlreichen Tipps natürlich haufenweise gute Kochideen für spiralisiertes Gemüse. Das Meiste ist glutenfrei, manches ist vegan, vieles vegetarisch und einiges ist auch paläotauglich. Insofern ist quasi für jeden etwas dabei. Histaminarme Rezepte sind nicht direkt ausgewiesen, wie in den meisten Kochbüchern. Aber folgende Rezepte bieten sich mit eventuell kleinen Abänderungen durchaus an:

S. 40 Blaubeer-Süßkartoffel-Waffeln

S. 65 Zitronen-Knoblauch-Brokkoli mit Bacon (vielleicht ohne Bacon)

S. 76 Nudelsuppe mit Hühnchen und Möhren

S. 85 Caprese-Zucchini-Salat (mit Paprika statt mit Tomaten)

S. 92 Apfel mit Spargelstreifen, Gorgonzola und Pekannüssen (vielleicht einen anderen Käse verwenden, z. B. Mozzarella und vielleicht Cashewkerne oder Macadamianüsse statt Pekannüssen)

S. 117 Süßkartoffel-Mini-Pizzen mit Rucola, Oliven und Zwiebeln (den Belag kann man natürlich anpassen)

und vieles mehr.

Grundsätzlich bietet das Buch Ideen fürs Frühstück, für Hauptspeisen, wie Nudelgerichte oder Gerichte aus dem Ofen, Sandwiches und Desserts.

Für alle, die neue Ideen für ihren Spiralschneider brauchen oder ihren Sparschäler für höhere Aufgaben bestimmt sehen 😉 , empfehle ich dieses Buch. Man muss ja nicht alles direkt so nachkochen, aber man kann sich garantiert inspiralisieren lassen.

Zusammenfassung

  • 224 Seiten, Paperback
  • Kochbuch mit praktischen Anleitungen rund um das spiralisierte Gemüse
  • viele glutenfreie Rezepte
  • teils vegetarisch, vegan, aber auch mit Fleisch
  • 19,99 Euro, erschienen im Riva-Verlag

Ich bedanke mich beim Riva-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Endlich wieder Kekse…

Vegane Kürbiskern-Schoko-Kekse (nicht wirklich histaminarm)

Adventszeit! Das ist Kekszeit, bei uns zumindest. Daher sind Kekse definitiv meine kulinarischen Winterhighlights. Das folgende Rezept passt daher perfekt zu Jessis Blogevent.

Auf meinem Blog gibt es schon einige Keks- und Plätzchenrezepte. Der Großteil ist histaminarm, einige sind glutenfrei und manche sind vegan. Die Kekse heute sind vegan und damit auch laktosefrei. Da Schokotropfen enthalten sind, ist das Rezept aber nicht wirklich histamintauglich. Wer sehr empfindlich auf Schokolade reagiert, lässt sie entweder ganz weg, tauscht sie durch Kürbiskernbruch aus und verwendet etwas mehr Zucker oder nutzt weiße Schokotropfen*. So, nun aber ab in die Weihnachtsbackstube!

Zubereitungszeit:

ca. 10 Minuten + ca. 15 Minuten im Backofen

Schwierigkeit:

einfach


Zutaten für 1 Blech:

  • 175 g Dinkelmehl
  • 40 g Kürbiskernmehl
  • Msp. Kardamom
  • Pr. Salz
  • ca. 50 g backfeste Schokotropfen
  • 90 g Kokosöl
  • 1 gestr. EL Backpulver
  • 50 g Rohrohrzucker
  • 1 EL Chia-Samen-Mehl + 3 EL Wasser = Chia-Samen-Gel als Ei-Ersatz
  • (evtl. 1 EL pflanzliche Milch oder Wasser)


Zubereitung:

Zunächst wird der Ei-Ersatz aus Chia-Samen-Mehl angesetzt. Den Mix ca. 5 bis 10 Minuten quellen lassen. Nun alle anderen Zutaten mit dem Ei-Ersatz vermengen und gut durchkneten. Wenn der Teig sehr bröselt, etwas Wasser oder Pflanzen-Drink hinzugeben.

Mit den Händen kleine Kügelchen formen und flach drücken. Vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen.

Bei 185 °C Heißluft ca. 15 Minuten backen.

Vor dem Genießen auskühlen lassen.

Was aus den Bildern aufgrund der künstlichen Beleuchtung nicht so deutlich hervorgeht: die Kekse nehmen durch das Kürbiskernmehl einen leichten Grünschimmer an und passen damit stilsicher zum Adventskranz oder Weihnachtsbaum. Dieses Rezept ist perfekt für alle, die Kekse lieben und mal etwas anderes ausprobieren wollen und nicht immer Plätzchen ausstechen wollen 😉

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Herbstpuffer…

Herbstpuffer aus Spaghettikürbis (vegan)

Genau wie bei Becky von Becky’s Diner ist der Herbst meine absolute Lieblingsjahreszeit. Ja, ich liebe dieses Wetter das zum Schokolade-trinkenden-auf-dem-Sofa-Einkuscheln einlädt und die Zeit, in der sich die Bäume bunt färben.

Vor allem mag ich den Herbst aber, weil jetzt all meine Lieblingsleckereien Saison haben. Es gibt endlich wieder frische Maroni und diverse Kürbissorten. Mein Favorit unter den Kürbissen ist der Butternusskürbis, aber dieses Jahr hat er Konkurrenz bekommen. Ich habe mich am Spaghettikürbis für Becky’s Blogevent zum kulinarischen Herbstspaziergang versucht.

Der Spaghettikürbis hat seinen lustigen Namen aufgrund der Struktur seines Fruchtfleisches, das nach dem Garen faserartig, ein bisschen wie Spaghetti, aussieht und gerade das macht den Spaghettikürbis zu einem fabelhaften “Pufferkandidaten”.

Außerdem im Rezept: Chia-Samen. Die Wunderdinger gibt es bereits in einigen Rezepten auf dem Blog, nicht zuletzt aufgrund ihrer positiven Wirkung auf den Histaminabbau. Neu in einem Blog-Rezept ist nicht nur der Spaghettikürbis, sondern auch Einkornmehl. Ähnlich wie Dinkel ist Einkorn eine alte Getreidesorte, die wesentlich mehr Nährstoffe als Weizen enthält. Interessant ist Einkorn vor allem, weil viel Magnesium enthalten ist und das habe ich schon länger im Verdacht als “Histamin-Helfer”.

Nach bisheriger Recherche konnte ich aber meinen Verdacht noch nicht eindeutig belegen. Es gibt ein paar Studien zum Thema Magnesium und Histamin, aber die antihistamine Wirkung von Magnesium scheint weniger eindeutig belegt zu sein als die von beispielsweise Zink. In einer Studie wurde Magnesium Betroffenen von allergiebedingtem Asthma gegeben, um zu sehen, ob damit ein Anfall schneller abklingt. Die Wirkung war aber nicht signifikant. Wie dem auch sei, ich bleib dran und halte Euch auf dem Laufenden. So, aber nun zum Rezept!

Zubereitungszeit:

ca. 10 Minuten + ca. 30 Minuten im Backofen

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 1–2 Personen:

  • 1/2 kleiner Spaghettikürbis
  • 1 EL Chia-Samen-Mehl + 3 EL Wasser = Chia-Samen-Gel als Ei-Ersatz
  • Einkornmehl

Zubereitung:

Zunächst die Spaghettikürbishälfte mit dem Fruchtfleisch nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und bei 200 °C ca. 30 Minuten backen. Den Kürbis aus dem Backofen nehmen – Vorsicht, heiß! Und auskühlen lassen.

Den Ei-Ersatz aus Chia-Samen und Wasser ansetzen und ein paar Minuten quellen lassen.

Mit einem Löffel zunächst die Kerne aus dem Kürbis kratzen und dann das Fruchtfleisch aus dem Kürbis herausschaben. Ich püriere das Fruchtfleisch meist noch ganz kurz, muss man aber nicht unbedingt. Dann mische ich das Chia-Samen-Gel dazu und gebe so lange Einkornmehl dazu, bis die Masse nicht mehr an den Händen klebt.

Vom Teig kleine Menge abnehmen, Bälle daraus formen und mit den Händen flach drücken. Dann von beiden Seiten in Öl braten, bis die Puffer golden sind.

Na, die goldenen Puffer passen doch perfekt zum goldenen Herbst, oder? Ich mag die Puffer mit einem gemischten Salat. Man kann sie aber auch so wie die Maroni-Bratlinge hier mit Maroni-Mandelsauce und Kartoffeln oder Reis genießen. Wer mag, kann etwas Preiselbeermarmelade dazugeben.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Paläo-vegan oder pegan – was ist das? (Buchrezension)

Paläo-vegan oder pegan – was ist das? (Buchrezension)

Vor fast zwei Jahren habe ich schon einmal einen Vergleich zwischen den zwei Ernährungstrends “Vegetarisch / Vegan” und “Paläo” angestellt – und zwar hier. Beide werden gleichermaßen immer wieder als hilfreich bei Histaminintoleranz angeführt, aber auf den ersten Blick sind sie so unterschiedlich, wie es nur geht, ja, sie widersprechen einander. Warum soll dann beides dennoch bei Histaminintoleranz helfen? – Das ist die Frage.

Paläo – das bedeutet viel Eiweiß und das aus tierischen Quellen. Dafür wird auf Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Getreide verzichtet. Die Paläo-Philosophie legt dabei Wert auf hochwertige, möglichst unverarbeitete Produkte. Fleisch bedeutet daher am besten Wildfleisch oder Biofleisch von mit Gras gefütterten Tieren, die auch Freilauf hatten. Die Annahme ist es, sich möglichst so zu ernähren, wie unsere steinzeitlichen Vorfahren, bevor wir den Ackerbau für uns entdeckt haben und viele Pflanzen hochgezüchtet haben, z. B. eben Getreide. Gerade Allergiker und Betroffene von Intoleranzen finden daher ihren Weg zur Paläo-Ernährung, denn sie ist grundsätzlich gluten- und laktosefrei und verzichtet zudem auf die Zugabe von Zucker (was für Betroffene von Fruktoseintoleranz interessant ist) und auf Salz. Öl sollte möglichst aus hochwertigen Quellen stammen, daher sind die meisten Pflanzenöle tabu, abgesehen von Kokosöl. So, und nun die Frage: Wie geht das alles mit vegetarisch / vegan zusammen?

Eine Gemeinsamkeit habe ich ja schon aufgelistet: keine Milchprodukte – das gilt auch für Veganer, die genauso zur Pflanzenmilch greifen. Jedoch fallen Soja- oder Hafermilch streng genommen weg. Mandel- und Kokosmilch sind paläo-geeignete Alternativen. Viele Pflanzennahrungsenthusiasten ernähren sich ebenso gesund und verzichten bereits auf Weißmehl oder gar ganz auf glutenhaltiges Getreide. Soweit entsteht da kein Problem. Auch Maßnahmen wie “weniger Zucker und Salz” (oder sogar ganz ohne) sind machbar und statt Distelöl lieber zu Kokosöl oder hochwertigem Olivenöl zu greifen, ist durchaus vorstellbar und zudem sinnvoll. Am Ende bleibt das Fragezeichen hinter “keine Hülsenfrüchte, aber Fleisch” für Vegetarier und Veganer stehen – wie soll ich das bewerkstelligen?

Das habe ich mich auch gefragt, als ich zum ersten Mal vom neuen Trend Paläo-vegan gehört habe. Ich bin ja generell kein Freund von Ernährungstrends – man muss für sich herausfinden, was funktioniert und schmeckt und dabei auf Qualität achten – das braucht dann auch nicht unbedingt ein Label oder einen Namen wie “vegan” oder “paläo”, auch wenn ich selber viele Ideen beider Trends in meinen Speiseplan integriere. Ich bin aber aufgeschlossen gegenüber Neuem. Daher möchte ich Euch heute das Buch “Paläo vegan – Leckere und gesunde Rezepte auf rein pflanzlicher Basis”* von Ellen Jaffe Jones und Alan Roettinger vorstellen und am Ende gibt es auch eine kleine paläo-vegane Kostprobe, versprochen.

Ähnlich wie ich es eben schon begonnen habe, vergleichen die Autoren im Buch beide scheinbar widersprüchlichen Ernährungsweisen. Und auch sie kommen zu dem abschließenden Fragezeichen, das ich oben aufgemacht habe und ihre Antwort: tricksen. Das sei also vorweggenommen. Ohne kleine Schummeleien gehen die beiden nicht zusammen. Die Autoren gehen aber davon aus, dass auch Paläo für sich im Grunde ganz ohne Schummelei kaum umsetzbar ist. Beispielsweise haben nur wenige eine stetige Bezugsquelle für Wildfleisch oder verzichten wirklich zu 100 % auf zugesetzten Zucker. Das bedeutet nämlich auch keine herkömmliche, gekaufte Schokolade und dergleichen. Damit aber das Ganze dennoch etwas mit Paläo zu tun hat, soll sich die Trickserei in Grenzen halten: 20 % ist der Anhaltspunkt. Bis zu 20 % darf mit Nichtpaläo-Produkten und -Speisen getrickst werden. Wer am Tag 5 Mahlzeiten isst, darf also einmal sündigen und vom Paläo-Plan abweichen.

Welche Lebensmittel sind denn die bevorzugten bei dieser Mix-Ernährungsweise? Ganz klar, frische und pflanzliche Zutaten gehören in die Küche. Grünes Battgemüse, Wildpflanzen (wenn man sich mit dem Sammeln auskennt und einen guten Sammelort hat), Obst (damit man den Zucker nicht so vermisst), vor allem dunkle Beeren wie Heidelbeeren und Brombeeren (Antioxidantien und im Fall von Brombeeren auch antihistamin), Nüsse (nicht alle gehen bei HIT) und Samen, besonders gerne Hanfsamen wegen des guten Verhältnisses von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren und gesunde Fette.



Im Buch gibt es eine überschaubare Liste auf S. 21 mit vielen Lebensmitteln.

Der Theorieteil ist generell recht kurz und knackig gehalten. Ab S. 35 gibt es Rezepte. Ich bin generell kein Freund von zu viel Gerede, wenn es auch knapp gesagt werden kann, daher finde ich das gut. Allerdings gefällt mir die Tonart nicht immer. Die Autoren versuchen manchmal geradezu krampfhaft den Leser anzusprechen und scheuen sich auch nicht vor Unterstellungen. Nach der Lektüre habe ich über mich “gelernt”, dass ich ein “kleiner Zahlen-Liebhaber” bin, der Statistiken braucht oder dass es keine Leute mit Eiweißmangel gibt bzw. ich zumindest keine kenne, dass ich ja ohnehin regelmäßig Sport treibe usw. Während manches davon zutrifft, finde ich eine solche Schreibweise dennoch befremdlich. Dieses amerikanische – ich nenne es mal “Buddy-Getue” – nervt mich beim Lesen, denn weder kennen mich die Autoren noch ich sie.

Apropos Eiweißmangel: Die Autoren halten das, wie gesagt, für quasi unmöglich. Es dürfen ja Hülsenfrüchte in den Speiseplan geschummelt werden und ein bisschen Eiweiß steckt auch in jedem andere Gemüse, habe ich dem Buch entnehmen können. Das Gleiche gilt für Kalziummangel und das sehe ich auch so: Milch ist kein guter Kalziumlieferant, auch wenn viel Kalzium enthalten ist, weil sie unseren Säure-Basen-Haushalt stört und nachweislich neigen Viel-Milch-Trinker eher zu Knochenbrüchen als solche, die keine oder nur selten Milchprodukte zu sich nehmen.

Ernst nehmen die Autoren Eisen- und Vitamin-B-12-Mangel. Für Eisen gilt bekanntermaßen, dass Eisen aus pflanzlichen Quellen schlechter vom menschlichen Körper aufgenommen wird, aber die Aufnahme kann durch den Genuss von vitamin-C-haltigen Lebensmitteln gesteigert werden. Und was Vitamin B12 angeht, hilft laut Autoren nur supplementieren.

Und was gibt es nun Leckeres im Buch zu entdecken? Ein Rezept aus der Kategorie Frühstück hat mich sofort angelacht und mit leichter Abwandlung, damit es histamintauglich wird, gibt es das nachher auch zum Ausprobieren für Euch. Neben “Frühstück”, gibt es die Kategorien “Saucen, Dips & Gewürze”, “Suppen”, “Salate”, “Getreideersatz” (Gerichte mit Quinoa & Co für Protein I), “Hülsenfrüchte” (für Protein II), “Gemüse” und “Desserts”.

Leider fehlen in dem Buch trotz hochglänzendem Papier die Fotos zu den Gerichten. Nur vereinzelt gibt es pro Kategorie mal ein Schwarz-Weiß-Abbild einer Speise, das aber meist wenig erkennen lässt. Und sonst: Einige Rezepte sind ausgefallen und bedienen sich Wildpflanzen. Da gibt es etwa Löwenzahnsalat mit roter Bete oder Sauerampfer-Suppe. Beim Gemüse gibt es zum Beispiel Butternusskürbis mit Haselnüssen zu entdecken – wer Haselnüsse nicht so gut verträgt, kann es eventuell mal mit Mandeln probieren. Dass es Rezepte mit Tofu ins Buch geschafft haben, finde ich jedoch wirklich schade und was Histaminintoleranz angeht, fallen viele Rezepte aus der Kategorie Hülsenfrüchte leider weg. Lobenswert finde ich vor allem die Salat-Kategorie, die in anderen Büchern oft einfallslos ausfällt und – die Gemüse-Kategorie.

Und generell: Kann die paläo-vegane Ernährung mit Histaminintoleranz funktionieren? Auch meine Antwort lautet: nur mit Schummelei. Da viele Hülsenfrüchte schlecht vertragen und Getreide bei einer Paläo-Ernährung wegfällt, ist man womöglich doch auf der Suche nach anderen Protein-Quellen. Klar, bietet sich Pseudogetreide an, also Quinoa oder Amaranth, aber auch das wird nicht von allen vertragen. Chia-Samen liefern viel Eiweiß, ansonsten darf es vielleicht doch einmal die Woche Fisch, Fleisch, Reis, Hirse oder dergleichen sein?  Wie die Schummelei ausfällt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und richtet sich nach individuellen Prinzipien. Während wir ab und zu wild gefangenen Fisch und jetzt zur Saison mitunter Wildfleisch essen, mag ein anderer wohl ganz darauf verzichten. Aus meiner Sicht ist beides okay, solange es einem selbst damit gut geht.

So, und nun komme ich zur versprochenen Kostprobe aus dem Buch, die wenig spektakulär klingt, aber gerade für Histamin-Geplagte interessant sein könnte. Dieses Frühstück, was sich auch als Dessert oder für zwischendurch eignet, schmeckt wie Joghurt oder eben Dessertcreme, ist aber nicht fermentiert und muss auch nicht gekocht werden und kommt ohne seltsame Zusätze aus. Kinderleicht und lecker, sag ich nur.

Fruchtsalat mit Blaubeer-Kokoscreme

Zubereitungszeit:

ca. 15 Minuten + Ruhzeit im Kühlschrank

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für ca. 2 Dessertgläser oder 1 gr. Müslischüssel:

  • 400 ml Dose Kokosmilch* (ohne Zusätze wie Johannisbrotkernmehl, Guakernmehl)
  • ca. 100 g frische Blaubeeren (TK geht auch)
  • eventuell Ahornsirup (weil Datteln histamin-mäßig oft nicht gehen)
  • Pr. Kokosraspeln
  • geschälte, klein geschnittene Fruchtstücke, z. B. Apfel

Zubereitung:

Die Dose Kokosmilch über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am Morgen dann das Dicke von oben herausnehmen (Kokoscreme) und mit einem Teil der gewaschenen Blaubeeren fein pürieren. Nach Belieben mit Ahornsirup süßen. Auf Gläser verteilen. Noch mal ca. eine halbe Stunde bis eine Stunde in den Kühlschrank stellen, damit es fest wird. Zum Schluss mit Fruchtstücken, den restlichen Blaubeeren und Kokosraspeln garnieren und servieren.

Das restliche Kokoswasser anderweitig verwenden, z. B. für Smoothies, Suppen oder zum Backen.

Fazit

Paläo-vegan ist ein neuer Trend, bei dem man aber stets, zumindest beim einen oder anderen, Kompromisse eingehen muss. Diese Ernährungsweise ist gesund und pflanzenbasiert, aber nur mit kleinen Schummeleien umsetzbar und ebenso muss getrickst werden, damit es für Histaminintoleranz funktioniert. Als Ergänzung oder Inspiration für eine gesündere Ernährung mit wenig Zucker, Salz und herkömmlichem Getreide, bei gleichzeitigem Eindämmen des Fleischverzehrs dennoch empfehlenswert. Das Buch überzeugt als Kochbuch nur bedingt. Farbige Rezeptbilder fehlen.

Zusammenfassung

  • 160 Seiten, Paperback, mit vereinzelten Schwarz-Weiß-Fotografien
  • zahlreiche paläo-vegane Rezepte nach Kategorien, kurzer Theorieteil zur Einführung
  • nur bedingt “histamin-tauglich”
  • nicht konsequent Paläo, aber konsequent vegan
  • 14,99 Euro, erschienen im Riva-Verlag

Ich bedanke mich beim Riva-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von den Autoren oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Mach ich mit Matcha und vegan (Buchrezension)…

Auf dieses Buch habe ich mich schon eine Weile gefreut – und ich wurde nicht enttäuscht. Die Rede ist von “Gesund backen mit VeganPassion”* von Stina Spiegelberg. Stina ist gemissermaßen “Blogkollegin”, denn sie hat auch einen Food Blog, den Ihr hier finden könnt. Die Bloggerin und Autorin war lange Vegetarierin und lebt seit 2008 vegan. Stina hat bereits vegane Kochbücher veröffentlicht. Heute soll es um ihr neuestes Werk, “Gesund backen”, gehen.

Wie immer kommt hier der erste Eindruck, und der ist freilich optischer und haptischer Natur: Das Buch wurde als Hardcover publiziert, was ich grundsätzlich bevorzuge, denn gebundene Bücher sind langlebiger und liegen einfach stabiler in der Hand. Dass ich keine E-Books mag, wisst Ihr ja – da geht nämlich das ganze “Buchgefühl” verloren (Wie, ich kann da nur wischen und klicken und nicht umblättern?!).

Das Buch kommt mit farbigen und ansprechenden Fotografien daher. Soweit ich gesehen habe, gibt es zu jedem Rezept auch ein Bild und das macht eigentlich immer Appetit. Also nicht auf leeren Magen bzw. bei leerem Kühlschrank drin blättern, denn Ihr müsst dann backen! Ist so. Ich hab den Fehler nämlich gemacht – was daraus geworden ist, dazu später mehr.

So, zum Inhaltlichen: Den Rezepten wurde eine kleine Warenkunde vorangestellt. Stina gibt allerlei Tipps, wie man Weißmehl, raffinierten Haushaltszucker, Butter und Eier gegen gesunde, vegane Alternativen austauschen kann. Einzig meine so geliebten Chia-Samen habe ich hier vergebens als Ei-Alternative gesucht. Stina ist, anders als ich, eine begeisterte Dekor-Küchenfee. Ich bin ja eher ein Kandidat der Sorte “Hauptsache es schmeckt”. Aber ihre Tipps zum Thema “Wie tausche ich Zuckerstreusel und Milchschokolade gegen Veganes aus” sind dennoch interessant – auch für mich.

Ohne allzu viel Vorrede geht’s dann gleich ans Backen. Los geht’s mit Keksen, darauf folgt Kleingebäck, wie Muffins, bis wir zur Königsklasse, Torten und Kuchen, kommen. Darauf folgen dann noch zwei spezielle Kapitel, nämlich eins zum Thema rohköstlich Backen und schließlich Herzhaftes, also Hauptspeisen, die aus dem Backofen kommen.

Stinas Rezepte sind alle laktosefrei, weil vegan und ganz ohne Tier- und Tiernebenprodukte. Einige Rezepte sind von Haus aus auch glutenfrei, aber nicht alle. Sie gibt gelegentlich Tipps, wie man dies und das glutenfrei zubereiten kann. Auf Histaminintoleranz geht sie nicht speziell ein. Ich wurde dennoch fündig in ihrem Buch. Kleine Änderungen muss man aber einplanen. Ich kann Euch verraten, dass mir die Entscheidung für ein Rezept schwer gefallen ist, weil es so vieles Leckeres im Buch gibt, auch für meinen Histaminerhaushalt hier.

Noch auf meiner To-Do-Liste sind die Schoko-Bananen-Cookies (mit nicht zu reifen Bananen und weißer Schoki in meiner Variante), Hanf-Cookies, der Strudel im Apfel, der Karotten-Apfelkuchen, die Zucchini-Brownies (für einen Tag, wo wir mal mit Schokolade sündigen), die Schokoladen-Kürbistarte (s. vorher), der Maulbeer-Honigkuchen, das Zucchini-Brot und so viel mehr…

Meine erste Wahl fiel aber auf die Matcha-Kekse, schlicht und einfach, weil ich schon längst mal was mit Matcha machen wollte. Matcha ist Grünteepulver. Um den ging es ja schon im letzten Beitrag zum Thema Eistee. Heute wird Grüntee aber gegessen, nicht getrunken. Matcha-Pulver* kann man im Bioladen oder Reformhaus kaufen oder selber machen, indem man Grüntee zermahlt. Wer übrigens nicht mit Matcha backen will, aber den tollen Grün-Effekt haben will, kann übrigens auch mit Kürbiskernmehl arbeiten – das so als mein Tipp ganz nebenbei.


*

Matcha-Mandel-Swirls nach Vegan Passion (Buchrezension)

Zubereitungszeit:

ca. 25 Minuten + ca. 10-12 Minuten im Backofen

Schwierigkeit:

einfach


Zutaten für ca. 1 Blech:

  • 400 g Dinkelmehl Typ 630
  • 50 g Mandeln, blanchiert und gemahlen
  • 100 g Rohrohrzucker
  • 1 Pr. Salz
  • 1/4 TL Vanille, gemahlen (eine Vanilleschote auskratzen)
  • 200 g vegane Margarine (bei mir war’s Kokosöl), zimmerwarm
  • 50 ml Pflanzendrink (Mandel, Hafer… – nicht Soja)
  • 2 geh. TL Matcha-Pulver
  • 1 EL Rohrohrzucker


Zubereitung:

Ich mache die Pflanzenmilch meist selbst. Am besten macht Ihr also die Mandelmilch mit blanchierten Mandeln und heißem Wasser selbst. Die Überbleibsel könnt Ihr dann statt der 50 g Mandeln verwenden – das so als mein Tipp zu Stinas Rezept.

In einer Rührschüssel Mehl, “Mandelmatsch” (mein Ausdruck, nicht Stinas), Zucker, Salz und Vanille mischen. Die Margarine (oder Kokosöl) und den Pflanzendrink zugeben. Mit dem Knethaken eines Rührgeräts (ich hab die Hände verwendet) zu einem gleichmäßigen Teig kneten. Die Hälfte des Teigs mit Matcha und Zucker versehen und gleichmäßig einarbeiten.

Auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche jeweils die Hälfte des hellen und grünen Teigs auf 10 x 25 cm ausrollen. Beide Teige aufeinander legen und einrollen. Das funktioniert am besten, wenn der grüne Teig unten liegt. Von der Rolle etwa 1 cm dicke Stücke abschneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Bei 180 °C Ober-/Unterhitze 10 bis 12 Minuten backen. Wer mag, kann die kleinen Kringel noch mit (weißer) Kuvertüre versehen.

O.K., bei mir sind die zwei Schichten ein bisschen ineinander verlaufen, aber dennoch: lecker war’s!

Weiter oben habe ich gesagt: Nicht hungrig und bei leerem Kühlschrank durch das Buch blättern, was ich natürlich gemacht habe. Und dann sind der Histaminer und ich bei der Schoko-Kokostorte hängen geblieben. Oje … Der Histaminer mag Schokolaaaaade! Da führt kein Weg dran vorbei – histaminarm hin oder her. Ab und an muss es einfach Schokolade sein. Also: “Kannst Du DAS machen?”, fragt er. “Klar!”, sag ich mal so geradeaus und stehe dann in der Küche und für den Teig ist nicht genug Dinkelmehl da und naja Sojajoghurt wurde flugs ersetzt – im Endeffekt entstand ein Tortenteig, der schwer improvisiert war. Fragt mich nicht, was ich alles gemixt habe, um 500 g Dinkelmehl zu ersetzen (knapp 100 g hatte ich noch). Also drin war: Teffmehl, Haferflocken, Kokosmehl und -flocken, Hanfsamenmehl, Kürbiskernmehl und und und – war aber lecker, so viel gleich vorweg. Das eigentliche Highlight war aber nicht der Teig, der ohne Schoko auskam, sondern die SCHOKOLADENGLASURCREME!!! Statt Cashewnüssen habe ich Mandelblättchen genommen. Agavendicksaft wurde Ahornsirup, statt Datteln kam halt Honig rein (obwohl nicht vegan) und dann alles durchpüriert. Hier in der Übersicht:

  • 100 g Mandelblättchen
  • 120 g Kokosöl oder -mus (Mus ist besser!!!)
  • 100 g Süßes (Ahornsirup, Rohrohrzucker und Honig hab ich bunt gemischt)
  • 200 ml Pflanzenmilch (hab einen Haferflocken-Mandelmix gemacht)
  • 60 g ungesüßtes Kakaopulver
  • 1 Banane

Dann ca. eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen und dann nicht alles wegschleckern, bevor der Kuchen mit Schoki “eingepackt” ist – und ich sage Euch, die Gefahr ist groß! Kurzum, der kleine Improkuchen war dermaßen lecker, dass ich mich ärgere, nicht mitgeschrieben zu haben, aber das Highlight war wohl eh die Glasur. Der Histaminer hat das Mixgefäß schließlich fast so sauber gekriegt wie ein Geschirrspüler … Die Creme ist super lecker, aber nicht unbedingt histaminarm, muss ja auch nicht immer sein. Gut, wer also mit Zutaten improvisieren kann, kann auch auf leeren Kühlschrank loslegen, aber ich übernehme keine Garantie. Zumindest diese Glasurzutaten muss ich nun immer im Haus haben und solltet Ihr vielleicht auch 😉

Fazit

Das Buch wird seinem Titel “Gesund backen” gerecht und bietet dabei viele leckere, vegane Backideen von süß bis deftig. Da die Rezepte vegan sind, sind sie auch laktosefrei. Daneben sind einige Rezepte glutenfrei. Auch für Histaminintoleranzgeplagte gibt es einige Rezepte, die nach kleinen Änderungen gut umsetzbar sind.

Zusammenfassung

  • 216 Seiten, Hardcover mit farbigen Fotografien
  • zahlreiche vegane Rezepte (einige glutenfrei, alle laktosefrei, einige “histamintauglich”)
  • sowohl süße Leckereien als auch deftige Backwaren, die sich als Hauptspeisen eignen
  • Verzicht auf tierische Produkte, kein Kristallzucker, viele Tips zum Austauschen (gesunde Alternativen)
  • 19,95 Euro, erschienen im Neun-Zehn-Verlag

Ich bedanke mich beim Neun-Zehn-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Eisgekühlt genießen…

Eistee – leckere Erfrischung an heißen Tagen

Der Sommer ist, zumindest was die Temperaturen anbelangt, mittlerweile über uns hereingebrochen. Es gab auch schon die ersten Hitzegewitter, die zum Glück wieder etwas Abkühlung brachten.

Zwei Wetterfühlige: Katze “Shaolin” und der “Histaminer”

Die Übergangszeit zwischen den Jahreszeiten, die mittlerweile immer knapper wird, ist hier oft problematisch, v. a. wenn es von kühl auf warm wechselt. Und auch dieses Jahr kam der Sommer mit einem Schlag. Ich sehe das immer an meinem “Krebspatienten” Shaolin, unserer Katze, die hier mit Nierentumor in Pflege ist und mittlerweile allen Tierärzten Falten auf die Stirn wirft – und manchen die Zunge rausstreckt, denn sie ist immer noch da 😉 Sie war November 2013 quasi für nicht mehr zu retten erklärt worden. Es würde den Tierarzt überraschen, wenn sie noch lange macht, man solle ihr noch eine schöne letzte Zeit geben.

Sie kam aus dem Tierheim und im Tierheim sterben ist ja doof. Genauso wie im Krankenhaus sterben einfach doof ist.

Ein anderer Tierarzt drückte es drastischer aus, das war der, der die bildgebene Diagnose gemacht hat und auch herausgefunden hat, dass das Problem weder Leukose noch Fip, noch sonst irgendeine ansteckende Krankheit, sondern ein Tumor ist. Wenn sie es bis zum Ende der Woche noch schaffe, das würde ihn sehr überraschen.

Wenn Shaolin bis November noch dem Krebs die Stirn bietet, sind es 2 Jahre!

Aber im Mai sah es richtig düster aus, denn, um zurück aufs Thema zu kommen, es wurde Sommer. Peng! Heiß! Peng! Hochdruckwetter! Sie aß weniger und dehydrierte, ohne dass wir es gleich merkten, rapide. Nachdem der Tierarzt fast 5 Monate nicht hier war, musste er mal wieder kommen. Und diesmal sah dieser Tierarzt die Sache düster. Shaolin, die sonst sehr gesprächig ist – keine andere Katze mauzt so viel und mit der Inbrunst wie sie es tut – aber Mitte Mai war sie ganz still. Sie bekam über mehrere Tage Flüssigkeiteit subkutan gespritzt und wer hätte es gedacht, sie erholte sich wieder. Der Tierarzt meinte im Scherz, es sei fast so, als müsse man sie einfach regelmäßig wieder aufladen.

Denn alle 3-5 Monate braucht sie eine Infusion, ansonsten kommen wir aber ohne Medikamente aus (nur Hanfsamen- und Lachsöl jeden Tag).

Gleichzeitig ging es auf menschlicher Seite mit Migräne los. Hochdruckwetter ist hier also doppelt böse. Der “Histaminer” und auch Shaolin sind, was das angeht, beide sehr wetterfühlig. Ich bin dann immer froh, wenn der Sommer endlich angekommen ist und sich alles wieder normalisiert. Zwischendrin gibt es Phasen, wenn zum Beispiel ein Gewitter aufzieht, das sich dann aber doch nicht entlädt – aber das ist ja meist nicht so häufig.

Das momentan anhaltende Tropenwetter, wo die Temperaturen selbst nachts nicht unter die 20-Grad-Marke fallen, macht aber dennoch zu schaffen. Man schwitzt ja die ganze Zeit und verliert Flüssigkeit. Auch Shaolin verträgt diese ganz heißen Temperaturen gerade sehr schlecht. Sie muss täglich infudiert werden und ob sie es bis November schafft, hängt gerade sehr in der Schwebe…

Wie ist es bei Euch? Seid Ihr auch temperaturempfindlich bzw. wetterfühlig, wenn das Wetter umschwingt?

Eistee als erfrischende Abkühlung

An heißen Tagen braucht man dennoch gute Abkühlung und wer nicht die ganze Zeit nur stilles oder Leitungswasser trinken mag, kann es ja mal mit Tee probieren. “Tee”, fragst Du womöglich, “ist der nicht histaminreich?”

Naja, es gibt Kräutertee, Früchtetee, schwarzen Tee, grünen Tee, weißen Tee und Rotbuschtee – das sind zumindest die, die mir jetzt einfallen und nicht alle sind gute Ideen bei Histaminintoleranz. Ich habe das Thema schon mal hier angerissen.

Man muss ein bissl seine Limits und sich selber kennen. Denn so klare Jas und Neins gibt es da nicht. Allen voran ist aromatisierter Früchtetee nichts, muss ich sagen, aber natürlicher Früchtetee geht mitunter. Die Frage ist dann: Welche Früchte sind drin und vertrage ich die? Hier funktionieren Erdbeeren, Himbeeren, Hagebutte und Hibiskus(blüten) nicht und so fällt das meiste weg. Aber vielleicht sieht es bei Euch anders aus.

Kräutertee ist hier die bessere Wahl, v. a. reine Sorten. Salbeitee ist hier sehr beliebt, aber auch andere Sorten gehen. Schwarzer Tee ist so eine Sache, nicht nur, dass der Koffein enthält, sondern auch noch, dass er fermentiert ist – beides “Don’ts” bei Histaminintoleranz. Aber wenn er nur kurz zieht, also max. 2 Minuten, geht es mitunter, so hat uns die Erfahrung gelehrt. Rotbuschtee enthält kein Koffein, ist aber fermentiert und gilt daher meist als bessere Wahl, aber auch hier: nicht zu lange ziehen lassen.

Während man den Teebeutel oder das Tee-Ei beim Kräutertee einfach drin lassen kann, sollte man ihn bzw. es bei Rotbusch- oder Schwarztee bald entfernen.

Sowohl schwarzer als auch weißer und grüner Tee werden von der gleichen Pflanze gewonnen, aber anders verarbeitet. Von diesem “klassischen” Tee ist weißer Tee die beste Wahl, dicht gefolgt von grünem Tee. Warum sehe ich das so? Beide enthalten zwar Koffein, sind aber nicht fermentiert. Und Fermentation (enthält direkt Histamin) ist schlimmer als Koffein (Liberator/DAO-Blocker) – so verhält es sich hier zumindest. Außerdem: Koffein muss ja auch erst gelöst werden – daher stets mein Hinweis bei “klassischem Tee” nicht zu lange ziehen lassen.

Das hilft.


*

So und daher also heute nach langer Rede mein Sommer-Eistee-Rezept:

Eistee aus grünem oder weißem Tee

Zubereitungszeit:

ca. 10 Minuten


Schwierigkeit:

einfach


Zutaten für 1 große Kanne (ca. 1,5-2l):

  • 1 oder 2 Teebeutel/2 kleine oder 1 großes Tee-Ei mit weißem oder grünem Tee (am besten Bio)
  • 1 geh. TL Honig (oder mehr wer mag) (Rohrohrzucker oder Ahornsirup geht auch, wenn’s vegan sein soll)
  • 1,5-2l heißes Wasser (soll bei grünem und weißem Tee nicht sprudelnd kochen, ca. 70-80 Grad)


Zubereitung:

Wasser aufsetzen. Teebeutel oder -ei in eine Kanne hängen und mit heißem Wasser aufgießen. Kurzzeitwecker stellen: nach spätestens 5 Minuten (besser früher) den Teebeutel oder das Tee-Ei entfernen. Nach Belieben Süße einrühren. Ich nehme gerne etwas Honig.

Abkühlen lassen auf Zimmertemperatur und ab in den Kühlschrank damit. Wer mag, kann Eiswürfel reingeben. Ich komme aber ohne aus.

Meistens koche ich am Abend eine Kanne, die dann über Nacht in den Kühlschrank kommt und so hat man am nächsten Tag leckeren Eistee.

PS: Das Ganze ist a) gesünder als gekaufter Eistee (ohne Zusatzstoffe, weniger Zucker bzw. gar kein Zucker, sondern Honig) und b) man hat volle Kontrolle über die Ziehzeit und eben was reinkommt (Grüntee oder weißer Tee statt Schwarztee, welche Art von Süße, usw.). Also macht Euren Eistee das nächste Mal doch einfach selbst. Hier kannst Du Bio-Tee bestellen.

Gute Abkühlung!

(c) Histamin-Pirat

Paläo und HIT – eine Buchrezension …

Paläo und HIT – hilft’s? (eine Buchrezension)

Über Histaminintoleranz allgemein

Die mutmaßlichen Ursachen für Histaminintoleranz erstrecken sich über eine ziemliche Bandbreite. Einige haben unsere moderne Lebensmittelindustrie im Verdacht, vor allem wenn wir auf Zusatz- und Aromastoffe und hochgezüchtete Lebensmittel – sogenannte “Hybride” – wie Weizen zu sprechen kommen. Im Ausland tippt man auf gentechnisch veränderte Lebensmittel, die hierzulande zwar für den menschlichen Verzehr nicht zugelassen sind, aber, was die Ernährung von sogenannten “Nutztieren” anbelangt, muss das nicht so sein, es sei denn, die Tiere sind entsprechend als “bio” gekennzeichnet – dann haben sie biologisch zertifiziertes Futter erhalten. Daneben werden Schwermetallbelastungen (Stichwort: alte Amalgamfüllungen) und diverse andere Umwelteinflüsse, wie etwa Pestizide, diskutiert. Eine genetische Disposition ist nicht auszuschließen.

Und bei der Fülle dieser Ursachen gestaltet sich meist auch die Histaminintoleranz, so meine Erfahrung, recht individuell. Der eine verträgt ohne Probleme, was die andere schon in kleinsten Mengen in die Notaufnahme befördern würde. Auch symptomatisch können Herzbeschwerden neben Migräne und Atemproblemen auftreten oder auch alles zusammen usw.

Gemeinsam ist aber doch allen – so schwer es meist zu diagnostizieren ist (viele berichten mir und so war es auch hier, dass sie eine lange Ärzte-Odyssee hinter sich haben bis jemand auf Histaminintoleranz getippt hat und richtig liegt) – dass zu viel Histamin problematisch ist und man irgendwie sein Histamin-Level in den Griff bekommen muss. Am wichtigsten ist hier die “richtige” Ernährung. Aber was heißt nun im individuellen Fall “richtige Ernährung”?

Ich habe schon mehrfach beschrieben, dass ich vom bloßen Weglassen (oder Eliminieren) von Lebensmitteln wenig halte, aber man muss eine Balance für sich finden und das bedeutet in der Regel trial and error, also einfach Ausprobieren, was und wieviel geht. Zum Glück gibt es viele Lebensmittel oder Lebensmittelbestandteile, die dabei helfen Histamin abzubauen sowie sogenannte Antihistaminika, die Reaktionen blockieren.

So kommen Vitamin C, Zink, Kupfer, Vitamin D und Magnesium besondere Funktionen zu und natürlich den Lebensmitteln, die das in höherer Konzentration enthalten. Wir sind besondere Fans von z. B. Chiasamen (Zink und Kupfer), Petersilie (Vitamin C), Brokkoli (Vitamin C) und diversen Fischsorten (Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren) – was? Fisch?! Ja, es kursiert das Gerücht, Fisch sei ganz schlimm, aber das stimmt so pauschal nicht.

Es gibt lediglich ein paar Dinge zu beachten: Der Fisch sollte noch auf See vorbereitet werden, d. h. die Gedärme sollten gleich entfernt werden und dann sollte er möglichst sofort eingefroren werden und die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden. Außerdem empfehle ich nur Fisch aus Wildfang zu kaufen, keinen aus Aquakultur! Letzterer ist oft mit Antibiotika belastet und überhaupt hat das nichts mit artgerechter Tierhaltung zu tun. Ein paar Fischsorten sind dennoch nicht zu empfehlen, darunter etwa Thunfisch und Makrele. Mit Lachs, Forelle, Dorsch/Kabeljau und Seelachs haben wir aber gute Erfahrungen gemacht. Abgesehen von der Forelle bin ich etwas im Unklaren, wie es mit Süßwasserfischen aussieht. Tendenziell anscheinend eher nicht so gut, es sei denn, es sind Raubfische wie etwa Hecht, die scheinen zu gehen.

Von all den Ernährungstrends, die es so gibt, fallen zwei, was Histaminintoleranz angeht, besonders auf:

Vegetarisch vs. Paläo

Ich habe hier schon einmal etwas zu diesen beiden Trends im Vergleich geschrieben. In der Tat stehen beide berechtigt nebeneinander. Wir haben den vegetarischen Weg eingeschlagen (mit jedoch ab und zu Fisch). Mein Problem mit Paläo ist der hohe Fleischkonsum. Erstens möchte ich keine Tiere einpferchen, damit ich sie dann irgendwann essen kann und die Lebenwesen hatten kein Leben, aber auch von einem anderen Gesichtspunkt finde ich die Ernährungsweise problematisch, denn wo bekomme ich sehr frisches (wegen Histamin) und dann noch Fleisch von biologisch gefütterten Tieren her? In der Stadt vom Supermarkt eher nicht, vielleicht ist das auf dem Land möglich. Paläo bietet daneben aber viele Vorteile, weil es nicht einfach nur eine “viel-Fleisch-Diät” ist. Es wird ganz auf Getreide verzichtet (glutenfrei) und auch auf Milchprodukte (laktosefrei) und auf Industriezucker (diabetikerfreundlich bzw. generell einfach gesünder) und auf Hülsenfrüchte (auch auf Soja, was wir auch nicht essen). Daher bietet sich die Paläo-Diät vor allem für AllergikerInnen bzw. Menschen mit Intoleranzen an.

Paläo: Eine Diät geeignet für AllergikerInnen bzw. Menschen mit Intoleranzen

Danielle Walker hat eine ähnliche Geschichte hinter sich, wie ich sie hier auch auf diesem Blog beschreibe. Mit 22 Jahren belastete sie eine Autoimmunkrankheit so stark, dass ihr Leben stark eingeschränkt war. Ernährung und zwar “gesunde Ernährung” war für sie der Weg aus der Krise. Über ihre Erfahrungen schreibt sie auf dem Blog “Against all grain“.

Vor kurzem erschien im Riva-Verlag die deutsche Version des New-York-Times-Bestsellers von Danielle Walker  “Against all grain: Meals made simple: Gluten-free, dairy-free, and paleo recipes to make anytime” – “Paläo-Küche für jeden Tag – Über 100 einfache Rezepte ohne Gluten, Getreide und Milchprodukte”*.

(c) Riva-Verlag

Das Buch macht nicht nur optisch was her. Ich bin ein großer Fan von gebundenen Büchern bzw. Hardcovern. Die liegen einfach besser in der Hand, so auch Danielle Walkers Buch. Das Buch ist durchgehend wunderbar mit Farbfotografien bebildert. Eingangs beschreibt sie kurz, wie sie zur Paläo-Diät gekommen ist und dann geht’s auch schon in medias res: eine kurze Zutatenlehre folgt. Was brauche ich denn im Schrank, wenn ich ohne Getreide und ohne Milchprodukte und ohne Hülsenfrüchte kochen will? Na, Kokosmehl und hochwertige Öle zum Beispiel, wie etwa Olivenöl oder Kokosöl. Und statt Zucker? Ahornsirup (den verwende ich auch sooo gerne als Zuckerersatz) – Honig oder Kokosblütenzucker tun es auch.

Danach nimmt Danielle den Leser/die Leserin an die Hand und erklärt, worauf beim Einkaufen besonders zu achten ist: Bio, keine Gentechnik, Freilandhaltung und artgerechtes Futter (Stichwort: Gras gefüttertes Weiderind) usw.

Zusammenfassend gibt es noch einmal eine komplette Liste von Ananas bis Zwiebel, welche Lebensmittel (auch Gewürze und mehr) in den Paläo-Kühl- und Vorratsschrank gehören.

Weiter geht’s mit einer Führung durch ihre Küchenutensilien. Vom Mixer bis zum Cup-Messbecher (ja, ein Kochbuch aus Amerika!) sollte man einiges dahaben.

Daraufhin stellt sie ihren 8-Wochen-Plan vor – für Paläo-EinsteigerInnen bzw. solche, die diese Ernährungsform einfach einmal ausprobieren wollen. Die Rezepte zu den einzelnen Tagen folgen später.

Die Rezepte sind logisch in Kategorien eingeordnet: Frühstück – Suppen & knackige Salate – Geflügel – Rind, Schwein & Lamm – Fisch und Meeresfrüchte – Beilagen – Basics, Saucen & Co – Süße Köstlichkeiten.

Abschließend gibt es noch ein paar Einkaufstipps (Adressen) und Nährwertangaben und natürlich die Einkaufslisten für jede Woche des 8-Wochen-Plans.

Da wir kein Fleisch essen, fallen einige Rezepte weg und was Histaminintoleranz angeht, würde ich auch auf Schwein generell verzichten, selbst, wenn ich kein Vegetarier bzw. keine Vegetarierin wäre. Bei den Backrezepten fällt auf, dass wirkliche viiiele Eier verwendet werden, wie das oft in Glutenfrei-Backbüchern üblich ist. Gerade für Histamin-Geplagte kann es sinnvoll sein, hier einige Eier durch Chiasamen-Gel zu ersetzen. Schade, dass die Autorin darauf nicht selbst hinweist. Generell wird auf Histaminintoleranz nicht speziell eingegangen. Man muss also gegebenenfalls selbst einige Zutaten ersetzen oder weglassen.

So zum Beispiel beim Kürbisbrot die Muskatnuss. Die Sonnenblumenkernbutter kann vielleicht durch Mandelbutter oder Kokosmus ersetzt werden.

Selbst in den Salaten ist oft Fleisch und so wurde ich hier nicht fündig. Lediglich die Beilagenrezepte bieten vegetarische Alternativen, sind aber eben nur Beilagen. Die Basics sind sehr gut gemacht. Hier gibt es Anleitungen für selbst gemachte Dressings, Pesto, Mandelmilch & Co.

Fazit

Das Buch ist sehr empfehlenswert für Paläo-Neulinge und -Interessierte und auch für Betroffene von Laktose- und/oder Glutenintoleranz – für Betroffene von Histaminintoleranz jedoch nur bedingt, für VegetarierInnen und VeganerInnen nicht.

Zusammenfassung

  • 336 Seiten, Hardcover mit farbigen Fotografien
  • über 100 Paläo-Rezepte (glutenfrei, laktosefrei, ohne Hülsenfrüchte und ohne Industriezucker)
  • 8-Wochen-Plan mit Einkaufslisten und Tips zur Vorratshaltung
  • Küchenbasics wie Rezepte für Pesto, Mandelmilch & Co
  • keine Tips zu Histaminintoleranz, nicht vegetarier-freundlich
  • 24,99 Euro, erschienen im Riva-Verlag

Ich bedanke mich beim Riva-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Warum nicht mal Picknick…?

Heute gibt es ein Rezept, das ich schon lange einmal ausprobieren wollte und jetzt habe ich es endlich gemacht. Worum es geht? Um zuckerfreie Marmelade, die auch ohne Kochen funktioniert. Am Ende ist das mehr gesund als süß, aber keine Sorge, man mag trotzdem gleich alles wegnaschen. Kurzum, geniale Sache 🙂

Die Chia-Marmelade habe ich mit Heidelbeeren zubereitet, weil die histaminarm sind. Das Prinzip kann man aber auch auf andere Früchte anwenden.

Der Aufstrich, der schnell mal als Kompott pur verschlungen werden kann, eignet sich auch super als Mitbringsel zu einem Frühlingspicknick oder als Geschenk, zum Beispiel zum Geburtstag.

Apropos Geburtstag, Lenas Blog feiert seinen ersten Geburtstag. Und weil nicht nur Lena, sondern auch ihr Blog, Frühlingskinder sind, so wie ich selbst auch, ist doch nichts passender als ein Mitbringsel zum Frühlingspicknick. Da Lena keine Histaminintoleranz hat, kann sie das Ganze gerne mal mit Erdbeeren ausprobieren und berichten. Dann ist es nämlich richtig frühlingshaft. Heidelbeeren sind ja eher was für den Sommer …

Aber die Bilder zeigen Euch auch meine eigene Ernte: Frisch von der frühlingshaften Fensterbank gibt es Kresse.

Also auf geht’s! Chia-Marmelade, da haste was drauf 😉

 

Chia-Marmelade (zuckerfrei, vegan) – geht auch ohne Kochen ODER

Fruchtkompott mit Chia-Samen

Zubereitungszeit:

ca. 10 Minuten + ca. 2 Stunden im Kühlschrank

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 2-3 Personen:

  • 250 g Früchte (ich habe frische Heidelbeeren genommen)
  • 3 gestr. EL Chia-Samen
  • 1 Schuss Ahornsirup, wer mag

Zubereitung:

Die Heidelbeeren waschen.

In einem Topf pürieren und dann kurz aufkochen. Abkühlen lassen. Chia-Samen sind nämlich hitzeempfindlich. Damit alle guten Eigenschaften genutzt werden können, sollten sie möglichst kalt verarbeitet werden.

Chia-Samen in die kalte Fruchtmasse einrühren. Bei Bedarf mit etwas Ahornsirup süßen. Im Kühlschrank richtig fest werden lassen und ab aufs Brot damit.

Das Ganze geht auch ohne Kochen. Also pürieren, Chia-Samen dazu, ab in den Kühlschrank und abwarten, aber wenn man die Früchte vorher aufkocht, hält sich die Marmelade länger.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Früher bäh, heute yeah…

Mögt Ihr Spargel? Das war so ein Gemüse, das ich als Kind zwar gegessen habe, aber nur widerwillig. Klar, es gibt “Schlimmeres”. An Rosenkohl/Kohlsprossen z. B. komme ich bis heute nicht ran. Wer isst sowas? 😉 Zugegeben, das ist ein totales Luxusproblem: Essen, das man nicht mag. Wie ich älter wurde, habe ich daher angefangen, solche Speisen noch mal neu zu entdecken.

Fenchel ist mittlerweile Teil meines Speiseplans. Das hätte mir vorher auch keiner geglaubt. Spinat esse ich mittlerweile ganz gerne, solange es nicht diese “Blupp-Pampe” ist, sondern richtiger Blattspinat. Und so bleiben eigentlich nur noch ganz wenige Speisen auf meiner persönlichen Geschmacksknospenverbotsliste: Auberginen (die hier in Österreich “Melanzani” heißen), Rosenkohl (“Kohlsprossen”) und Grünkohl (wo ich ursprünglich herkomme, auch mal als “Braunkohl” bezeichnet).

Eine Geschmackserfolgsgeschichte kann ich vom Spargel erzählen. Ich habe nämlich grünen Spargel für mich entdeckt. Insgeheim nenne ich den auch mal “Spargel für Faule”. Den muss man nämlich nicht komplett schälen. Und, so meine Erfahrung, er neigt einfach seltener dazu, holzig zu sein. Beim Spargel macht’s also die Sorte 😉 Und so heißt es: grün, ja, grün, muss mein Spargel sein – und am besten frisch und bio. Eh klar.

Bei Janke’s Soulfood sind gerade Kochbegeisterte dazu aufgefordert, solche Geschmackswandelgeschichten miteinander auszutauschen. Und damit die Diskussion auch Substanz kriegt, habe ich zwei Rezepte mitgebracht, die jetzt gerade super zum Frühling passen und meine neue Geschmackswandelgeschichte gewissermaßen geschmacklich untermauern.

Vegane grüne Spargelcremesuppe mit Kokosmilch

Zubereitungszeit:

ca. 35 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für 2-3 Personen:

  • 500 g grüner Spargel
  • 400 ml Kokosmilch (eine gr. Dose) ohne Verdickungsmittel, z. B. von Alnatura* oder Dr. Goerg*
  • 2-3 Karotten
  • 1 Petersilienwurzel
  • 1 Pastinake
  • Pr. Kümmel
  • Pr. Curcuma
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1-2 EL Kokosöl
  • Salz & Pfeffer
  • Petersilie
  • evtl. zusätzlich etwas Wasser
  • Kresse zum Garnieren

Zubereitung:

Den Spargel waschen und eventuell die trockenen Enden abschneiden, gegebenenfalls schälen. Das restliche Gemüse schälen und in grobe Stücke schneiden.

In einem Topf das Kokosöl erhitzen und das Gemüse kurz anschwitzen (den Knoblauch und den Spargel noch nicht dazugeben).

Mit Kokosmilch aufgießen. Sollte nicht alles bedeckt sein, etwas Wasser dazugeben, zum Kochen bringen und ca. 8 Minuten köcheln lassen.

Den Spargel dazugeben und ca. 8 Minuten köcheln lassen.

Gewürze, Petersilie und Knoblauch hinzugeben. Fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Auf Teller geben und mit Kresse garniert servieren.

Grüner Spargel mit Zuckermelone, Semmelbröseln und Sauce Hollandaise

Zubereitungszeit:

ca. 25 Minuten

Schwierigkeit:

normal

Zutaten für 2-3 Personen:

  • grüner Spargel (Menge nach Wunsch, ca. 250 g reichen für 2 Personen)
  • 1/2 Zuckermelone
  • etwas Öl ODER Butter
  • selbstgemachte Semmelbrösel ODER glutenfreie Reisbrösel*
  • 1 Handvoll Blumenkohlröschen
  • Salz & Pfeffer

Sauce:

  • 3 Eigelb
  • 150 g Butter
  • 1-2 EL Zitronensaft
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung:

Den grünen Spargel waschen und die unteren Enden eventuell schälen oder abschneiden. Leicht gesalzenes Wasser aufsetzen und den Spargel zusammen mit den Blumenkohlröschen ins kochende Wasser geben.

Für die Sauce: Eigelb mit Zitronensaft, Salz & Pfeffer verrühren und im Wasserbad oder auf schwacher Hitze erwärmen, aber nicht kochen. Stetig umrühren.

Nach und nach Butterwürfel darin schmelzen. In einer Pfanne etwas Butter erhitzen und Semmelbrösel darin anbrutzeln.

Die Melone in mundgerechte Stücke schneiden.

Spargel und Blumenkohl abseihen. Alles miteinander anrichten und servieren.

Hinweis:

Dieses Rezept ist nicht einwandfrei histaminarm und dank der Sauce auch eine ziemliche Kalorienbombe. Wer auf Melone reagiert oder mit Zitronensaft Probleme hat, sollte dieses Rezept eher auslassen.

Wobei, meiner Erfahrung nach, Zuckermelone besser als Wassermelone vertragen wird. Das Ganze schmeckt aber auch vegan, also ohne Sauce – nur so – ganz lecker 🙂

Und welche Geschmackswandelgeschichten könnt Ihr erzählen?

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Ist Palmöl eigentlich vegan …?

Ist Palmöl vegan? Blöde Frage eigentlich, denn Palmöl ist ja komplett pflanzlich. Dabei argumentieren einige VegetarierInnen und VeganerInnen, dass Palmöl eben doch eine recht tierunfreundliche Angelegenheit ist. Denn die Monokulturen zerstören den Regenwald und damit Orang-Utan-Habitat und sind in der Masse und in der Folge tödlich für die orangen Riesen.

Palmöl kauft man als Normalverbraucher eigentlich nie direkt, aber das Zeug ist in erstaunlich viel Produkten enthalten – von der Body Lotion bis zum Schokokeks.

Ich verzichte mittlerweile, wo es nur geht, auf Palmöl. Ein besonderes Problem war da für mich das Thema “Erdnussbutter”, wo eigentlich immer Palmöl drin ist. Ich habe zumindest noch keine Marke ohne entdeckt. Den meisten Betroffenen von Histaminintoleranz stellt sich dieses Problem erst gar nicht, weil Erdnussbutter meist eh nicht geht.

Ich habe mich jetzt aber wie wild gefreut, dass man Erdnussbutter “richtig” vegan und palmölfrei ganz einfach selber machen kann.

Und mein süßes, tierfreundliches Frühstück ist damit gerettet!

Apropos Frühstück … Simone von S-Küche sucht gerade leckere Frühstücksideen. Genau wie ich feiert sie damit ihren 2. Bloggeburtstag. Alles Gute!

Guten Morgen Sonnenschein - Das Frühstücksevent vom 10.04. bis 10.05.

Erdnussbutter (palmölfrei, vegan, laktosefrei, glutenfrei)

Zubereitungszeit:

ca. 20 Minuten & ca. 15 Minuten im Backofen

Schwierigkeit:

einfach


Zutaten für 1 Glas:


Zubereitung:

  1. Die Erdnüsse auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen und für ca. 15 Minuten im nicht vorgeheizten Backofen bei 180 °C rösten. Wenn der Ofen vorgeheizt wird, geht’s dementsprechend schneller. Passt auf, dass die Erdnüsse nicht zu dunkel werden.
  2. Die Erdnüsse aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen, dann schälen und in einer Schüssel oder einem hohen Gefäß sammeln.
  3. Etwas Salz, Ahornsirup und Sesamöl hinzufügen und pürieren. Kokosöl hinzufügen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Ich mag es ganz cremig.
  4. In ein sauberes, ausgekochtes Glas füllen und fertig.

 

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

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