Histamin-Pirat

Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

Kategorie: Backwaren (Seite 2 von 5)

Urlaubsfeeling inklusive …

Heute gibt es schon mal einen Vorgeschmack – im wahrsten Sinne des Wortes – auf den Sommer, Urlaubsfeeling inklusive. Ich wollte schon immer mal Biskuitrollen machen und habe mich jetzt daran gemacht. Diese Biskuitrolle ist vegetarisch (kommt ohne Gelatine aus), aber ist vielleicht nicht wirklich hundertprozentig “histamintauglich”, denn es sind Bananen drin. Und Bananen sind immer so eine Sache bei HIT.

Meine Erfahrung, was Bananen angeht, ist, dass Bananen a) in geringen Mengen ab und an schon gehen und das vor allem b) wenn sie noch nicht hundertprozentig reif sind, also noch ein bissl grün oben am Ansatz sind. Im Zweifelsfall lasst Ihr die Biskuitrolle doch aus und träumt Euch so an den Strand bzw. Ihr reduziert auf lediglich eine Banane in der Füllung. Es ist eben doch individuell zu beurteilen, was Euch bekommt.

Vorher gut gekühlt, eignet sich diese Rolle auch für ein leckeres Picknick im Freien, vor allem jetzt, wo es noch nicht ganz so heiß ist. Deshalb bringe ich diese frühlingsfrische Biskuitrolle mit Sommervorgeschmack mit zur Geburtstags-Frühlingssause von Natascha. Ihr Blog feiert nämlich einjähriges Bestehen und das soll gebührend gefeiert werden.

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Diese leckere Biskuitrolle bringt einen gaumentechnisch direkt an den Strand, in die Sonne, ja, ich kann das Meer förmlich schon rauschen hören und eine salzige Brise weht mir um die Nase … Daher passt die Biskuitrolle perfekt zu Michaels Blogevent auf LAPATIsserie: “Urlaub als Foodie“.

Bananen-Kokos-Chia-Biskuitrolle (vegetarisch)

Zubereitungszeit:

ca. 50 Minuten Arbeitszeit & 2 Stunden Auskühlzeit

Schwierigkeit:

normal


Zutaten für 1 Rolle:

Biskuit:

  • 80 g Kokosraspeln
  • 4 Eier
  • 100 g Rohrohrzucker
  • 1 Pr. Salz
  • 3 EL Dinkelmehl
  • 2 EL Speisestärke, ich habe Maisstärke verwendet
  • (ca. 2 EL Rohrohrzucker für das Geschirrtuch)

Füllung:

  • 1 gestr. TL Agar-Agar*
  • 400 g Vanillejoghurt (ich habe einen Heumilchjoghurt verwendet, der ohne Bindemittel wie Carrageen, Pektin oder so auskommt)
  • 1-2 Bananen
  • 1 gr. Dose Kokosmilch (400 ml), unbedingt ohne Bindemittel kaufen, z. B. von Dr. Goerg* oder Alnatura*
  • 2 EL Staub- bzw. Puderzucker (gibt’s auch von Rohrohrzucker)
  • 2-3 EL Chiasamen


Zubereitung:

  1. Am Tag vorher: Die Kokosmilchdose in den Kühlschrank stellen.
  2. Am Tag der Zubereitung: Die Kokosraspeln ohne Fett kurz in der Pfanne anbrutzeln bis sie leicht duften (1-3 Minuten auf kleiner Flamme).
  3. Den Backofen auf 200 °C vorheizen.
  4. Die Eier trennen. Das Eigelb mit Zucker schaumig rühren (mit dem elektrischen Handrührgerät), das Eiweiß mit der Prise Salz steif schlagen (auch mit dem elektrischen Handrührgerät).
  5. Vorsichtig alle Zutaten für den Biskuitteig mit dem Schneebesen (von Hand) vermengen.
  6. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech streichen und für ca. 15 Minuten backen.
  7. Sofort aus dem Ofen nehmen. Auf ein mit Zucker bestreutes Geschirrtuch stürzen, das Backpapier abziehen und den Teig mit dem Geschirrtuch aufrollen. So auskühlen lassen.
  8. Die Kokosmilchdose öffnen. Das Feste abnehmen und in einer Schüssel sammeln. Mit dem elektrischen Handrührgerät steif schlagen, so wie man es mit Schlagsahne bzw. Schlagobers tun würde. Tipp: Dieses Feste, mit etwas Zucker so aufgeschlagen, kann man tatsächlich als veganen Schlagsahne- bzw. Schlagobers-Ersatz nutzen – nur so als Idee fürs nächste Mal 🙂
  9. Die Banane(n) schälen, halbieren und in schmale Scheiben schneiden.
  10. Ca. 3-4 EL vom Kokossaft nehmen und das Agar-Agar darin einrühren. In einem kleinen Topf zum Kochen bringen (dauert nur ca. 2-3 Minuten).
  11. Das Agar-Agar sofort mit der Kokossahne, dem Vanillejoghurt, Puder-/Staubzucker, Chia-Samen und den Bananenstücken vermengen. Kalt stellen.
  12. Die ausgekühlte Biskuitteigrolle abrollen und großzügig mit der Joghurt-Creme-Füllung bestreichen und wieder aufrollen. Kalt stellen bis zum Servieren.
  13. Nach Belieben z. B. mit Kokosraspeln verzieren.

Tipp:

Nach Fertigstellen die Biskuitrolle am besten noch zugedeckt ca. 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Sie ist dann noch saftiger und homogener. Sie lässt sich dann auch besser schneiden.

Die restliche Kokosmilch kann in Smoothies, Suppen, Saucen, Currys, Risottos/Hirsottos etc. verwendet werden.

Nicht vergessen: Bis zum 20.5. habt Ihr noch Gelegenheit bei meinem Chia-Event mitzumachen.

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Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Backrezepte veganisieren (Zitronenblechkuchen)

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Gebäck veganisieren & Rezept

Heute gibt es einen ersten Vorgeschmack auf mein Vegan-Special. Ich werde ein paar einfache Anleitungen zum Veganisieren von Backwaren vorstellen, die auch “histamintauglich” sind. Das mitgelieferte Rezept (weiter unten) ist aufgrund der enthaltenen Zitrone aber wohl nicht für jeden bzw. jede Betroffene geeignet.

Zu den Vegan-Kniffen gesellt sich mein Beitrag zur Aktion “Kochbuch-Wichteln” vom Küchenatlas-Blog.

KüchenAtlas-Blogparade: Weiß wie der Schnee

Die liebe Karin von Tatort Küche war meine Wichtelpartnerin bei der Aktion vom Küchenatlas-Blog.

Karin hat mir selbst gemachtes Chili-Salz geschickt, das wirklich ordentlich scharf ist und wohl eher nur etwas für mich ist, da ich ja selbst keine Histaminintoleranz habe – anders als der Mann an meiner Seite. Überhaupt macht Karin auch vieles gerne selbst und so war sie eine wirklich passende Wichtelpartnerin. Schaut doch mal bei ihr vorbei. Ich bin ganz froh, bei der Aktion mitgemacht zu haben. Es war eine gute Gelegenheit, einen neuen, spannenden Blog zu entdecken, den ich noch nicht kannte.

Dazu gab es ein dickes Zitronenkochbuch*.

Nun ja, auch Zitronen sind so eine Sache bei HIT. Viele vertragen sie nicht oder nur in kleinen Mengen. Sie gelten als Liberator, enthalten aber viel Vitamin C – aber eben auch viel Säure. Ob bzw. wieviel Zitronen Ihr vertragt, müsst Ihr individuell austesten.

Ich habe mich dennoch über das Buch gefreut, nicht nur weil ein total leckeres Zitronenblechkuchenrezept, sondern auch viele Infos rund um Zitronen enthalten sind. Wie immer, bei Zitrusfrüchten aber im Besonderen, gilt es bio zu kaufen – eh klar. Aber dann gibt es da noch “unbehandelte” Zitronen. Und was heißt das eigentlich? Eva Gründel erklärt im Buch, dass Zitronen zur Haltbarmachung meist mit einer dünnen Wachsschicht überzogen werden. Diese behandelten Zitronen sind nur für die Saftgewinnung, also zum Auspressen gedacht. Wer aber die Schale auch verwenden will, muss bio und unbehandelt kaufen.

Wusstet Ihr, dass man ein bissl zu viel Zitrone in Speisen gut mit Gurken neutralisieren kann? Die Autorin spricht sich definitiv gegen den Griff in die Zuckerdose aus, um zu viel Zitrone auszugleichen.

In dem Buch geht es, wie der Titel verlautbaren lässt, um Zitronen. In allen Variationen werden Zitronen in Saucen, Dips, Vorspeisen, Hauptspeisen und Süßspeisen verarbeitet.

Ich habe direkt ein Auge auf Seite 116 geworfen. Denn hier gibt es Zitronenblechkuchen – eine absolute Kindheitserinnerung meinerseits. Meine Oma hat zu Geburtstagen und sonstigen Feierlichkeiten quasi obligatorisch ihren Zitronenblechkuchen mitgebracht, d. h. mitbringen müssen. Ich hab’ den geliebt, aber irgendwie hab’ ich selbst nie Zitronenblechkuchen gemacht. Zeit, das zu ändern. Und mit meinem Vegan-Special im Hinterkopf, dachte ich mir, mache ich doch eine Art “veganisierte Nostalgiebackaktion”. Omas Kuchen auf vegan sozusagen. Daher passt der Kuchen auch prima zu Kasselfoods Aktion “Nostalgieküche“.
Nostalgie

Und mindestens genauso gut auf Lixies Geburtstagstisch.

Lixie schreibt den Blog Photolixieous. Bei ihr gibt es übrigens auch leckere histaminarme Rezepte – und viel tollere Fotos als bei mir 😉 Schaut also mal vorbei. Ihr Blog feiert gerade seinen 1. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

*** nicht histaminarm ***

Das folgende Rezept enthält Zitronen, welche als Histaminliberatoren gelten. Je nach dem, wie sensibel Ihr reagiert, solltet Ihr diesen Kuchen lieber auslassen. Manch eine/r verträgt vielleicht doch ein Stück, aber hiermit seid Ihr seid vorgewarnt.

Zitronenblechkuchen (vegan)

zitronenblech

Zubereitungszeit:

ca. 20 Minuten Arbeitszeit & ca. 20-25 Minuten im Ofen

Schwierigkeit:

einfach


Zutaten für 1 Blech:

Teig:

  • 400 g Dinkelmehl
  • 100 g Braunhirsemehl
  • 1 Pck. Backpulver
  • 10 g selbst gemachter Vanillezucker
  • 150 g Kokosblüten- oder Rohrohrzucker
  • (1 Pr. Kardamom)
  • Abrieb einer Zitrone
  • 200 ml Hafermilch oder pflanzliche Milch nach Wahl/Verträglichkeit
  • 250 g Kokosöl
  • 4 gestr. EL Chiasamen & 12 EL Wasser
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 1 Pr. Salz

Zuckerguss:

  • ca. 150 bis 200 g Rohrohrpuderzucker
  • 3-4 EL Zitronensaft
  • 1 EL heißes Wasser

Zubereitung:

  1. Den Ei-Ersatz aus Chiasamen und Wasser ansetzen und für ca. 10 Minuten zum Quellen beiseitestellen.
  2. Das Öl fein schlagen und Zucker einrühren.
  3. Zitronenabrieb, Vanillezucker, 1 Pr. Salz, (1 Pr. Kardamom), 1 Spritzer Zitronensaft und schließlich den Ei-Ersatz hinzufügen und cremig schlagen.
  4. Das Mehl mit dem Backpulver vermengen und portionsweise abwechselnd mit der “Milch” in die cremige Masse geben. So lange rühren, bis ein glatter Teig entsteht.
  5. Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Teig gleichmäßig auf dem Blech verteilen, glatt streichen.
  6. Auf mittlerer Schiene 20-25 Minuten goldbraun backen. Kuchen aus dem Ofen nehmen.
  7. Für den Guss Rohrohrpuderzucker sieben und in einer Schüssel mit dem Zitronensaft und heißem Wasser glatt rühren. Die Masse sollte streichfähig, aber nicht flüssig sein.
  8. Den noch warmen Kuchen mit dem Guss bestreichen und trocknen lassen. Zum Servieren z. B. in Rauten oder Quadrate schneiden (mit einem Pizzaroller geht das gut).

Tipp:

Der Kuchen schmeckt noch besser, wenn er einen Tag ruhen kann.

Im Originalrezept wird mehr Zucker (200 g statt 150 g) verwendet und hier reduziere ich immer ganz gerne.

Tipps – Backwaren veganisieren:

Im Originalrezept sind 4 Eier angegeben. Pro Ei kann man einfach einen gestrichenen EL Chiasamen & 3 EL Wasser rechnen. Das rührt Ihr an und lasst es ca. 10 Minuten quellen. Dann entsteht eine puddingartige bzw. gelige Masse, mit der Ihr Eier in Backwaren ersetzen könnt, denn dieser Chiamix bindet genauso gut wie Eier. Das habe ich Euch schon im Glutenfrei-Spezial vor kurzem verraten.

In Backwaren tausche ich Butter (auch im Originalrezept angegeben) immer 1:1 mit Kokosöl aus.

Das Gleiche gilt für Milch. Vegane und histaminarme Alternativen sind z. B. Kokos-, Hafer-, Reis- und Mandelmilch. Pflanzliche Milchalternativen könnt Ihr auch einfach selbst machen. Für Kokosmilch und Reismilch gibt es bei mir schon Rezepte.

Wenn Ihr aber pflanzliche Milch kauft, achtet darauf, dass noch kein Zucker (und vor allem kein Agavendicksaft) drin ist und dass keine Bindemittel wie Guarkernmehl drin sind.

Weil Chiagel nicht ganz so fluffig ist wie Eier, habe ich 100 g des Mehls (insgesamt sind’s 500 g) gegen Braunhirsemehl ausgetauscht. Braunhirsemehl ist leichter als Dinkelmehl und macht so den Teig fluffiger.

Mit diesen Tipps könnt Ihr viele Backrezepte veganisieren, die ohne Schlagsahne/Schlagobers bzw. Eischnee auskommen. Zu diesen 2 Fällen komme ich noch an anderer Stelle. Aber Kekse, Marmorkuchen, Blechkuchen & Co werden so ganz leicht vegan.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

 

Glutenfreie Info-Wochen (Teil 7): Deftige Muffins & Buchrezension …

Glutenfreie Brokkoli-Feta-Muffins und noch eine Buchvorstellung

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Auch heute gibt es wieder eine Buchvorstellung und ein passendes Rezept dazu. Ich bin ein bisschen in Verzug mit meinen glutenfreien Info-Wochen.

Mindestens ein glutenfreies Brot habe ich noch für Euch und wahrscheinlich noch ein paar Kleinigkeiten 😉

Heute gibt es glutenfreie, deftige Muffins frei nach einem Rezept aus dem Buch “Glutenfrei backen”* von Simone Stefka, erschienen im Pala-Verlag. Ich habe die Mehlsorten leicht angepasst, aber Ihr habt hier auch selbst freie Hand. Wenn Ihr andere glutenfreie Mehlsorten besser vertragt, könnt Ihr natürlich auch die nehmen.

Ich habe die Muffins eifrei gemacht. Sie sind aber aufgrund des Fetas nicht vegan und auch nicht laktosefrei, aber glutenfrei, vegetarisch und natürlich histaminarm. Weiter unten erfahrt Ihr mehr zum Buch und es gibt noch eine kleine Mehlsorten Warenkunde. Zu Bindemitteln und Histaminintoleranz gibt es demnächst noch einen extra Beitrag.

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Zubereitungszeit:

ca. 15 Minuten + ca. 20 Minuten Backzeit

Schwierigkeit:

einfach


Zutaten:

  • 250 g gegarter Brokkoli
  • 1 Pr. Kreuzkümmel (optional)
  • Chiasamenmix als Ei-Ersatz: 3 EL Chiasamen mit 9 EL Wasser etwas quellen lassen
  • 50 g Quinoamehl
  • 10 g Hanfmehl
  • 80 g Reismehl*
  • 20 g Braunhirsemehl
  • 1 TL Backpulver (glutenfrei)
  • ca. 130 g Feta
  • 80 g Maisstärke
  • 80 g Kartoffelstärke
  • ca. 120 ml Wasser
  • Kürbiskerne zum Bestreuen

Zubereitung:

Zuerst den Chiasamenmix mit Wasser anrühren, beseite stellen und etwas quellen lassen.

Den gegarten Brokkoli mit Kreuzkümmel würzen und in der Küchenmaschine zerkleinern oder sehr klein schneiden.

Den Backofen auf 160 °C Umluft vorheizen. Die flüssigen Zutaten, inklusive Chiasamenmix, gut verrühren und dann Mehl und Brokkoli hinzufügen. Den Feta in die Masse bröseln. Dann Backpulver hinzugeben und unterrühren.

Muffinformen mit Teig füllen, Kürbiskerne über jeden Muffin streuen und ca. 20 Minuten backen.


Tipp:

Die Muffins sind super als Frühstück oder als Snack für unterwegs.

Buchrezension:

Das Buch besticht nicht nur mit vielen glutenfreien Rezepten für Brot, Kuchen und Kleingebäck, sondern vor allem mit einem umfassenden Teil zum Thema Warenkunde und sonstigen Informationen rund ums glutenfreie Backen.

  • Was ist glutenhaltig und sollte gemieden werden?
  • Was ist glutenfrei?
  • Was ist anders beim Backen ohne Gluten?
  • Welche Mehlsorten und Bindemittel gibt es eigentlich?

All diese Fragen und mehr werden im Buch beantwortet und damit ist es ein Fundus für alle EinsteigerInnen, aber auch Fortgeschrittene des glutenfreien Backens. Im Buch werden ausschließlich einzelne Mehlsorten verwendet und KEINE Fertigmischungen. So kann man selbst kreativ werden, neue Sorten ausprobieren und neu kombinieren. Außerdem hat man hier bei Doppel-Intoleranzen (z. B. mit zusätzlich HIT) volle Kontrolle darüber, was in den Teig kommt.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es trotzdem: Nicht alle Rezepte sind histaminarm, vor allem die Brote sind alle mit Hefe gebacken. Ich muss hier noch Rezepte anpassen und ausprobieren und werde dann für Euch berichten. Beim Kuchen und Kleingebäck gibt es aber einiges, das mit nur kleinen Anpassungen absolut HIT-tauglich ist.

Das Buch kommt, wie schon das andere Buch vom Pala-Verlag, das ich Euch vorgestellt habe*, ganz ohne Fotos aus, ist aber illustriert.

Welche glutenfreien Mehlsorten es gibt, habe ich hier für Euch zusammengetragen. Natürlich ist die Liste nicht vollständig. Es gibt daneben noch so viele Nuss- und Samenmehle wie Hanfsamenmehl, Kürbiskernmehl*, Chiasamenmehl usw.

Einige Mehlsorten werden im Buch von Simone Stefka genauer beleuchtet und zwar auch auf ihre Backeigenschaften hin.

  • Maismehl und auch Masa Harina (aus weißen Maiskörnern), Polenta und Maisstärke machen den Anfang.
  • Weiter geht es mit einem Nachtschattengewächs, der Kartoffel. Kartoffeln kann man auch zum Backen verwenden, eine besondere Rolle spielt Kartoffelstärke, auch als Kartoffelmehl im Handel.
  • Dann gibt es eine kleine Warenkunde rund um Reis. Hier gibt es nicht nur Reismehl, sondern auch Klebreismehl (meist nur in asiatischen Lebensmittelläden erhältlich) mit besonders hohem Quellungs- und Verdickungsvermögen.

Andere Mehlsorten, die erwähnt werden:

  • Hirse: Hirsemehl macht die Backwaren leicht und locker, aber auch krümelig. Bei ohnehin lockeren Teigen sollte daher nur ca. 20 Prozent Hirsemehl enthalten sein.
  • Teff (auch Zwerghirse) ist sehr nährstoffreich. Es gibt helles, dunkles und rotes Teffmehl, die geschmacklich alle etwas unterschiedlich ausfallen. Helles erinnert ein wenig an Kastanienmehl, dunkles schmeckt etwas nach Haselnuss.
  • Buchweizen
  • Quinoa und Amaranth binden viel Flüssigkeit und sollten daher nur anteilig (ca. 30 Prozent) der Gesamtmehlmasse verwendet werden.
  • Sojabohne
  • Kichererbsen sind hier meist nur in einer Form erhältlich. Neben den Kichererbsen, die wir kennen, gibt es in Asien noch kleinere Sorten, die eher bräunlich sind. Schmeckt als Mehl zart und nussig. Was HIT angeht, müsst Ihr individuell austesten, ob Ihr diese Hülsenfrucht vertragt.
  • Kastanienmehl schmeckt leicht nussig-säuerlich. Das Mehl wird schnell ranzig und sollte daher rasch verbraucht werden.
  • Hanfsamenmehl färbt das Gebäck dunkelgrün und schmeckt stark nussig. Kann als geschmacksgebende Zutat beigemengt werden.

Folgende Mehlsorten möchte ich noch ergänzen:

  • Kürbiskernmehl färbt das Gebäck grün (als wäre Matcha im Teig enthalten) und schmeckt leicht nussig. Ich verwende es neben Hanfsamenmehl sehr gerne als geschmacksgebende Zutat.
  • Sesammehl schmeckt nussig, leicht bitter. Muss bei HIT individuell ausgetestet werden.
  • Mandel- und Haselnussmehl eignen sich sehr gut für süßes Gebäck. Nicht jede/r verträgt die beiden Mehlsorten mit HIT. Auch hier heißt es wieder: in kleinen Mengen testen.

Ein paar Praxistips der Autorin:

  • Beim glutenfreien Backen sollte der Ofen unbedingt vorgeheizt werden.

Wird der Teig in den heißen Innenraum geschoben, kann so bereits in den ersten Minuten Feuchtigkeit aus dem Teig verdampfen. Der Innenraum des Ofens füllt sich mit Dampf. Dadurch überträgt sich die Hitze besser auf den Teig und es bildet sich eine schöne, braune Kruste. Ohne Dampf ist die Wärmeleitung viel schlechter, die Oberfläche des Teiges benötigt viermal länger bis zum Beginn des Backvorgangs und trocknet stark aus.

  • Brot direkt nach dem Backen aus der Form stürzen.

Unmittelbar nach dem Backvorgang ist die Feuchtigkeit im Brot sehr ungleich verteilt: Die Kruste ist sehr stark ausgetrocknet, während das Innere noch fast so viel Feuchtigkeit wie der rohe Teig enthält, etwa vierzig Prozent. Tatsächlich verliert das Brot erst jetzt, während des Auskühlens, etwa zehn bis zwanzig Prozent seines Eigengewichts an Wasser. Das Feuchtigkeitsverhältnis von Kruste zu Krume gleicht sich aus.

  • Eiweiß aufschlagen für einen lockeren, zarten Teig. Erst zum Schluss den Eischnee unterheben.
  • Fertiges Brot in Scheiben schneiden und einfrieren und bei Bedarf frisch auftoasten. Glutenfreies Brot verdirbt schneller als “normales” und sollte daher rasch verbraucht werden oder man friert eben portionsweise ein und taut die Scheiben dann bei Bedarf frisch im Toaster auf.

Alles in allem ist das Buch von Simone Stefka ein super Handbuch zum glutenfreien Backen, sowohl für EinsteigerInnen als auch für Fortgeschrittene. Es gibt zahlreiche Praxistips und Erklärungen rund ums glutenfreie Backen. Viele Rezepte lassen sich einfach an die Bedürfnisse mit Histaminintoleranz anpassen oder sind sogar histaminarm. Es gibt keine veganen Rezepte im Buch, da in der Regel Eier als Bindemittel verwendet wurden.

Demnächst gibt es ein paar Infos speziell zu Bindemitteln und HIT bei mir auf der Seite.

Zusammenfassung:

  • um die 120 glutenfreie Rezepte
  • 220 Seiten, 16,00 Euro
  • illustriert, keine Fotos
  • keine Fertigmehlmischungen
  • viele praktische Tips und Warenkunde
  • von einer selbst Betroffenen geschrieben
  • nicht alles ist histaminarm
  • leider keine veganen Rezepten
  • Kaufempfehlung: bei Zöliakie/Glutenunverträglichkeit, Glutensensitivität: ja
  • bei HIT: ja, mit Einschränkungen

Ich bedanke mich beim Pala-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Aussagen entsprechen meinen eigenen Ansichten und sind nicht vom Verlag, der Autorin oder anderen beeinflusst worden.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Nachgebacken – Glutenfreie Info-Wochen (Teil 6) …

Nachgebacken: Glutenfreies Quinoa-Reis-Brot

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Dieses tolle Rezept habe ich bei Sandra von Pures Genießen entdeckt und ein klein wenig abgewandelt.

Bei ihr auf der Seite findet Ihr viele Infos zum glutenfreien Backen, über Fruktoseintoleranz sowie ein paar Sachen zum Thema Histaminintoleranz.

Andere glutenfreie, histaminarme Brotrezepte findet Ihr zum Beispiel bei Xaver von Histaminentzug. Seine Seite ist noch jung, aber wächst stetig. Da kommt sicher noch einiges Interessantes hinzu.

Wer mit Gluten Probleme hat und dennoch mit Quinoa Probleme hat – Kreuzreaktionen sind bei Quinoa möglich, obwohl es an sich glutenfrei ist – kann auch ein anderes glutenfreies Mehl verwenden.

Agar-Agar und der Chiasamenmix werden als natürliche Bindemittel gebraucht, wofür sonst Gluten zuständig wäre.

Wenn Ihr Agar-Agar kauft, achtet darauf, 100 Prozent Agar-Agar zu kaufen. Es gibt mittlerweile Gelierhilfen bzw. Bindemittel, die mit Agar-Agar beschriftet werden, aber meist noch andere Bindemittel enthalten, die bei HIT nicht so gut sind.

Dieses Brot schmeckt recht neutral, so wie ein normales Brot eben. Gerade für Leute, die erst anfangen glutenfrei zu backen, ist hier der Umstieg wohl geschmacklich sehr leicht.

Da es ein Kastenbrot mit einem also noch etwas flüssigen Teig ist, eignet sich dieses Rezept super für Glutenfrei-Back-Anfänger. Generell braucht man beim glutenfreien Backen etwas mehr Flüssigkeit und so sind feste Brotlaibe schnell zu hart. Am besten haltet Ihr Euch beim glutenfreien Backen recht genau an die Zutatenangaben, so sehr ich auch sonst lieber “frei Schnauze” backe.

Vom Agar-Agar nehmt Ihr wirklich nur die angegebene Menge, sonst wird das Brot “matschig” bzw. zu klebrig.

Zubereitungszeit:

ca. 10 Minuten + ca. 50 Minuten Backzeit

Schwierigkeit:

einfach

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Zutaten:

  • 190 g Reismehl*
  • 150 g Quinoamehl
  • 2 geh. TL glutenfreies Backpulver
  • 1 TL Agar-Agar*
  • 1/2 TL Salz
  • 1 TL Brotgewürz (ich habe Kümmel und Fenchelsamen verwendet)
  • 1 Handvoll Kürbiskerne und Sesam (dunkel) zum Bestreuen
  • 480 ml Wasser
  • 2 EL Chiasamenmehl + 6 EL Wasser

Zubereitung:

Zuerst den Chiasamenmix mit Wasser anrühren, beseite stellen und etwas quellen lassen.

Währenddessen die trockenen Zutaten mischen, dann den Chiasamenmix und die flüssigen Zutaten hinzugeben. Alles gut mit dem Handrührgerät oder einem großen Schneebesen verrühren.

Den Teig in eine gefettete (z. B. mit Kokosöl) Kastenform geben.

Mit Kürbiskernen und schwarzem Sesam bestreuen.

Bei 180 °C Umluft ca. 50 Minuten backen.

Etwas auskühlen lassen und aus der Form lösen.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Glutenfreie Info-Wochen (Teil 5): Piratenschiff & Buchrezension …

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Wie bereits an den vergangenen Tagen, geht es auch heute wieder glutenfrei auf dem Blog zu.

Nachfolgend möchte ich Euch das Buch “Glutenfrei kochen für die ganze Familie”* von Anja Donnermeyer, erschienen im Trias-Verlag, vorstellen, und als kleinen Vorgeschmack auf das Buch gibt es auch ein nachgebackenes Rezept (mit leichten Änderungen).

Buchrezension:

Das Buch kommt sehr schön bebildert daher und bietet zahlreiche Rezepte zum Nachkochen und -backen an. Vom Frühstück über kindgerechtes Mittagessen, Snacks zwischendurch bis zur Motivtorte wird eigentlich alles in diesem Familienkochbuch abgedeckt.

Zugegeben, ich habe mich zuerst sehr über das Buch gefreut, war dann aber etwas enttäuscht, als ich feststellen musste, dass in allen Backrezepten Fertigmehlmischungen verwendet wurden. Klar, für alle, die einen einfachen Einstieg in das glutenfreie Kochen und Backen suchen, ist das unkompliziert, zumal man diese Fertigmehlmixe eigentlich in jedem Bioladen ums Eck oder im gutsortierten Supermarkt findet. Für alle, die aber schon ein bisschen Erfahrung in der glutenfreien Kocharena haben und nun auch mal mit einzelnen Mehlen experimentieren wollen, ist das Buch nichts. Auch für Betroffene von Histaminintoleranz, die auf Xanthan etc. verzichten müssen bzw. wollen, ist das Buch daher eigentlich nichts.

Das Buch zielt aber eben auch eher auf LeserInnen ab, die schnelle und dennoch umfassende Abhilfe für den Alltag suchen, ohne dabei Spezialprodukte bestellen zu müssen oder sehr viel Zeitaufwand zu betreiben, kurzum das Buch richtet sich vor allem an berufstätige Eltern, die am Anfang ihres glutenfreien Kochabenteuers stehen. Daher begrüßt die Autorin, selber Mutter eines “Zöli-Kindes”, wie sie schreibt, ihre LeserInnen auch mit “Liebe Eltern!”.

Die Autorin hat nach der Diagnose von Zöliakie bei ihrer Tochter zunächst überlegt:

Getrennt kochen oder gemeinsam glutenfrei?

Sie hat sich für einen gemeinsamen Weg entschieden, auf dem die ganze Familie glutenfrei essen wird. So muss Emily nicht dauernd hören: “Das darfst Du nicht essen”, und man muss auch aus den Küchenutensilien kein steriles OP-Besteck machen oder gar alles doppelt kaufen, einmal Backformen und Töpfe für den Rest der Familie und einmal für die glutenfreie Emily. Und im Endeffekt ist die Entscheidung für alle gesünder. Beim Mann von Anja wurde schließlich auch noch eine Glutensensitivität diagnostiziert …

Das Buch ist unkompliziert und leicht verständlich geschrieben. Neben Rezepten gibt es Einkaufstipps und ein Interview mit einer Diplom-Ökotrophologin und Ernährungsberaterin.

Julien Venesson (sein Buch habe ich hier kürzlich vorgestellt), seines Zeichens auch Ernährungsberater, würde wahrscheinlich nicht in allem zustimmen, was Elke Meis-Möllenkotte der Autorin im Interview rät.

Glutenfreie Ernährung führt, wie Meis-Möllenkotte richtig sagt, nicht nur nicht zu Mangelerscheinungen. Man könnte noch expliziter werden und darauf hinweisen, dass glutenfreie Mehlsorten sogar gehaltvoller sind als herkömmliches Mehl, v .a. nahrhafter als Weizenmehl.

Ich verstehe, dass sich so manche oder so mancher Betroffene konkrete Einkaufstipps wünscht, genauso muss man dabei aber auch das richtige Mittel zwischen Hinweisen und Werbung finden. Das Buch wird am Ende eher zur Werbekampagne für Schär und Glutano (mittlerweile auch Schär).

Die Autorin schreibt z. B. von der Möglichkeit bei McDonald’s glutenfreie Pommes zu bekommen oder dass Kinderschokolade glutenfrei ist und wie bereits erwähnt, werden nur Fertigmehlmischungen von Schär und Glutano verbacken. Mir stößt es da vor allem bei McDonald’s in einem (Familien-)Kochbuch übel auf, denn kindgerecht oder gesund ist “Essen” von dieser Fast-Food-Kette sicher nicht, auch wenn McDonald’s schon seit einiger Zeit mit Salt, Wraps und sogar einem Veggie-Burger einen Imagewandel versucht …

Aufgrund der verwendeten Fertigmehlmischungen ist das Buch eher ungeeignet bei “Doppelt-Betroffenen”, die glutenfrei und histaminarm essen müssen. Wer sich etwas auskennt, kann aber Rezepte individuell anpassen.

Zusammenfassung:

  • 120 Seiten mit 41 Farbfotos, 13,99 Euro
  • alle Backrezepte mit Fertigmehlmischungen
  • daher die meisten Rezepte nicht histaminarm
  • praktische Küchen- und Einkaufstipps
  • auch mit veganen Rezepten
  • aus dem Alltag einer betroffenen Familie, Rezepte für Kinder
  • Kaufempfehlung: Ja für die, die erst beginnen glutenfrei zu backen und zu kochen
  • Nein für alle, die sich schon etwas auskennen oder mit einzelnen Mehlsorten experimentieren wollen oder sich histaminarm ernähren müssen

Und nun ein Rezept von Seite 99, das irgendwie wie aufgelegt daherkommt, denkt sich der Histamin-Pirat 😉

Ich habe es als “nicht histaminarm” markiert, weil Kakaopulver im Rezept vorkommt. Kakao selbst enthält aber eigentlich kaum Histamin, gilt jedoch als Histaminliberator. Mehr dazu hier. Ihr solltet daher individuell abwägen, ob Ihr diesen Kuchen genießen wollt oder nicht. In kleinen Mengen scheint Kakao hier kein Problem zu sein, eher im Gegenteil. Ich verwende Kakaopulver ohne Sojalecithin. Wie immer lautet die Devise: Die Dosis macht das Gift. Außerdem kann der Mann an meiner Seite auf einiges verzichten, aber Schokolade gehört nicht dazu 😉

*** nicht histaminarm ***

Piratenschiff

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Zubereitungszeit:

ca. 40 Minuten + ca. 55-60 Minuten Backzeit

Schwierigkeit:

normal


Zutaten für 1 Kuchen:

  • 250 g Butter ODER Kokosöl
  • 120 g Rohrohrzucker ODER Kokosblütenzucker
  • 40 g selbst gemachter Vanillezucker
  • 1 Ei (im Originalrezept sind 5 angegeben, aber ich habe einige ersetzt)
  • 3 EL Chiasamen(mehl) + 9 EL Wasser als Ei-Ersatz
  • 55 g Maisstärke
  • 30 g Kokosmehl*
  • 20 g Kokosflocken
  • 90 g Braunhirsemehl
  • 80 g Reismehl
  • 30 g Haselnuss- ODER Mandelmehl
  • 65 g Quinoamehl
  • 1 Pck. glutenfreies Backpulver
  • 12 EL Milch ODER pflanzliche Milch
  • 8 EL Kakaopulver (ohne Sojalecithin)*
  • Pr. Kardamom
  • ca. 200 g weiße Kuvertüre*/Schokolade*

piratenschiff1


Zubereitung:

  1. Ei-Ersatz aus Chiasamen und Wasser ansetzen und etwas quellen lassen.
  2. Butter/Öl mit Zucker, Vanillezucker, Kardamom, Ei und Ei-Ersatz cremig schlagen.
  3. Mehlsorten und Maisstärke hinzufügen und verrühren. Backpulver unterrühren.
  4. Milch und Kakaopulver unterrühren.
  5. In eine gefettete Kastenform füllen (am besten noch mit Kokosflocken einreiben, dann geht der Kuchen besser aus der Form).
  6. Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C ca. 55-60 Minuten backen. Auskühlen lassen und aus der Form lösen. Mit einem scharfen, langen Messer vorne und hinten Spitzen einschneiden, so dass Bug und Heck entstehen.
  7. Ein Teil der Abschnitte können als “Kommandobrücke” auf den Kuchen gesetzt werden. Eine Piratenflagge basteln (als Mast habe ich ein Essstäbchen verwendet) und in das Schiff stecken. Das Schiff mit Schokolade bzw. Kuvertüre überziehen.

Der Kuchen wurde von mir auf einzelne Mehlsorten angepasst, so dass kein Xanthan oder dergleichen als Bindemittel enthalten ist. Darüber hinaus habe ich die Eimenge durch den Chiamix reduziert, da ich versuche, möglichst eiarm zu backen, weil das besser verträglich scheint. Einige verwenden auch die kleineren Eier von Wachteln oder Enten und bei den im Original angegebenen 5 Eiern braucht man dann doch ‘ne Menge Eier. Ihr könnt den Kuchen auch vegan machen. Dazu verwendet Ihr statt dem Ei einen weiteren EL (gestrichen!) Chiasamen & 3 EL Wasser zusätzlich. Der Kuchen ist schön saftig, damit er das bleibt, ist es wirklich eine gute Idee, ihn mit Kuvertüre zu überziehen (so bleibt die Feuchtigkeit unter der Schoki im Kuchen).

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Ich bedanke mich beim Trias-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Aussagen entsprechen meinen eigenen Ansichten und sind nicht vom Verlag, der Autorin oder anderen beeinflusst worden.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

 

Glutenfreie Info-Wochen (Teil 9): Grün, ja, grün …

Glutenfreies Quinoa-Reis-Hanf-Kürbiskern-Maroni-Brot

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In Anlehnung an das letzte glutenfreie Brot, gibt es heute ein ähnliches Rezept, allerdings mit sehr viel mehr leckeren Zutaten. Dieses Brot schmeckt etwas nussig (nicht alle Nüsse sind bedenklich bei HIT). Der eigentliche Knaller ist die grüne Farbe! Außerdem sind Maronistückchen im Brot, die für das besondere Etwas sorgen. Dieses Brot gehört zu meinen Lieblingsrezepten. Sowohl süßer als auch deftiger Brotbelag passt dazu.

Ein super Rezept, um sich auch so langsam, aber sicher von der Maroni-Saison zu verabschieden.

Zubereitungszeit:

ca. 10 Minuten + ca. 50 Minuten Backzeit

Schwierigkeit:

einfach

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Zutaten:

  • 140 g Reismehl*
  • 130 g Quinoamehl
  • 5 g Kastanienmehl
  • 15 g Hanfsamenmehl
  • 40 g Kürbiskernmehl
  • 2 geh. TL glutenfreies Backpulver
  • 1 TL Agar-Agar
  • 1/2 TL Salz
  • 1 TL Brotgewürz (ich habe Kümmel und Fenchelsamen verwendet)
  • heller und dunkler Sesam zum Bestreuen
  • 10 Esskastanien
  • 240 ml Wasser
  • 240 ml Milch bzw. pflanzliche Milch, z. B. Mandel- oder Hafermilch
  • 2 EL Chiasamenmehl + 6 EL Wasser

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Zubereitung:

Die Esskastanien oben kreuzförmig einritzen – sonst kriegt Ihr nachher den Inhalt kaum heraus. Dann wandern die eingeritzten Maroni für ca. 17 Minuten bei 180-200 °C in den Backofen. Wenn die Hälfte der Zeit um ist, einmal wenden. Die Kastanien aus dem Ofen nehmen. Auskühlen lassen. Das Essbare aus der Schale puhlen.

Dann den Chiasamenmix mit Wasser anrühren, beiseite stellen und etwas quellen lassen.

Die Esskastanien in kleine Stücke hacken.

Die trockenen Zutaten mischen, dann den Chiasamenmix, die gehackten Esskastanien und die flüssigen Zutaten hinzugeben. Alles gut mit dem Handrührgerät oder einem großen Schneebesen verrühren.

Den Teig in eine gefettete Kastenform geben.

Mit Sesam bestreuen.

Bei 180 °C Umluft ca. 50 Minuten backen.

Etwas auskühlen lassen und aus der Form lösen.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Glutenfreie Info-Wochen (Teil 1): Zauberhafte Weihnachtsbäckerei…

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Dieser Beitrag ist Teil meiner Serie “Glutenfreie Info-Wochen”.

Das nachfolgende Rezept stammt (mit leichten Abänderungen) aus dem Buch “Zauberhafte Weihnachtsbäckerei – glutenfrei”* vom Pala-Verlag (S. 36), das ich Euch heute vorstellen möchte.

Das Rezept reiche ich außerdem zur Blogparade “Weiß wie der Schnee” beim Küchen-Atlas-Blog ein.

KüchenAtlas-Blogparade: Weiß wie der Schnee

Glutenfreie, histaminarme “Hirseköpfchen” ODER “Schneebälle” (mit laktosefreier Option)

Zubereitungszeit:

ca. 25 Minuten + ca. 20-25 Minuten Backzeit

Schwierigkeit:

einfach

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Zutaten für 1 Blech:

  • 40 g rohe Hirse* ODER ca. 100 g gegarte Hirse
  • 1 Eigelb
  • ca. 55 g weiche Butter ODER Kokosöl (ich habe beides gemischt)
  • 70 g Rohrohrzucker ODER Kokosblütenzucker
  • 100 g Maisstärke
  • 100 g Braunhirsemehl*
  • 1/2 Päckchen glutenfreies Backpulver
  • 25 g selbst gemachter Vanillezucker
  • 1/2 TL Lebkuchengewürz (wenn das vertragen wird, ansonsten bitte ein anderes verträgliches Gewürz nehmen, im Original ist 1 TL gemahlener Ingwer angegeben, den hatte ich aber gerade nicht auf Vorrat)
  • Rohrohrpuderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

  1. Hirse durch ein feinmaschiges Sieb abspülen. Die Hirse in der dreifachen Menge Wasser aufkochen, 10-15 Minuten köcheln lassen, vom Herd nehmen und weitere 30 Minuten quellen lassen. Ab und zu umrühren und anschließend abkühlen lassen.
  2. Nun den Backofen auf 180 °C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier vorbereiten.
  3. In einer großen Schüssel die abgekühlte Hirse mit Eigelb, Butter/Öl, Zucker, Vanillezucker, Maisstärke, Braunhirsemehl, Gewürz und Backpulver verkneten.
  4. Nun mit einer Hand kleine Kügelchen aus dem Teig formen (ein gehäufter TL Teig pro Stück). Die Kügelchen auf das Backblech setzen und ca. 20-25 Minuten im Backofen backen.
  5. Danach auf einen Teller oder ein Kuchengitter setzen und mit Puder- bzw. Staubzucker bestäuben.

Rezension “Zauberhafte Weihnachtsbäckerei – glutenfrei”* von Anja Völkel:

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Das Buch, geschrieben von einer Betroffenen, die u. a. auch an Histaminintoleranz leidet, bietet zahlreiche glutenfreie Weihnachtsleckereien zum Nachbacken. Anja Völkel hat das Buch mit kleinen Geschichten, Reimen und Bastelideen versehen. Lisa Apfelbacher hat zahlreiche Illustrationen zu den Rezepten beigesteuert.

Wer den Pala-Verlag kennt, weiß, dass die Kochbücher stets vegetarisch oder sogar vegan gehalten sind und dass es keine Fotos gibt. Während Ersteres sehr erfreulich ist, mag Zweiteres den einen oder die andere enttäuschen. Der Verlag druckt zu 100 Prozent auf recycletem Papier und produziert seine Werke klimaneutral. Hochglanzfotos passen da eben leider nicht ins Konzept.

Da ich ohnehin mehr Wert auf Inhalt als auf Form lege, stört mich das Fehlen der Fotos gar nicht. Im Gegenteil, so wird die Fantasie angeregt, was man denn mit dem einen oder anderen Rezept sonst noch so machen kann …

Trotz der Doppelintoleranz der Autorin sind einige Rezepte nur mit Anpassungen “histamintauglich”, wie ich immer sage. Zitronen-, Orangenkuchen, Rumbrezeln und anderes könnte so manchem/r schwer im Magen liegen.

Da mit glutenfreiem Mehl gebacken wird, enthalten manche Rezepte viele Eier (mitunter bis zu 5). Auch das verträgt in der Masse vielleicht nicht jede/r. Hier muss man selbst etwas erfinderisch werden und z. B. einige Eier durch Chiasamenmehlmix oder dergleichen austauschen.

Speziell für Betroffene von Histaminintoleranz ist jedoch der Abschnitt “Basics” sicher sehr interessant. Völkel gibt einfache Rezepte zur Hand, wie man z. B. Vanillezucker, dunkle oder helle Kuvertüre und Nougatmasse selber machen kann. Dieser kleine Fundus kann natürlich auch für andere Rezepte genutzt werden und ich fand ihn sehr wertvoll.

Das Buch beschränkt sich, wie es ein Kochbuch tun sollte, auf praktische Küchentips und Rezepte. Große Erläuterungen zum Krankheitsbild der Zöliakie oder dergleichen gibt es nicht. Dafür eignen sich Ratgeber- und Fachbücher. Demnächst stelle ich Euch auch noch informative Bücher zum Thema vor.

Was jedoch im Buch enthalten ist, ist eine “Kleine Warenkunde” und auch die ist Gold wert.

Die Autorin stellt eine kurze Geschichte des Gebrauchs von Getreide voran und geht dann auf einzelne glutenfreie Mehlsorten ein. Sie beschreibt dabei Konsistenz, Unterschiede zu regulärem, glutenhaltigem Mehl und Geschmack einzelner Mehlsorten, darunter z. B. Hirse-, Quinoa-, Buchweizen-, Reis-, Mais- und Kastanienmehl. Darauf folgt eine kurze Zusammenfassung weihnachtlicher Gewürze und von Nüssen bzw. vom dem, was im allgemeinen Sprachgebrauch unter “Nüssen” verstanden wird. Mehr zum Thema “Nüsse” hier.

Im Buch werden keine Fertigmehlmischungen verwendet, was ich sehr lobenswert finde. So kann man selber auch mit einzelnen Sorten zu experimentieren anfangen.

Zusammenfassung:

  • um die 120 glutenfreie Rezepte
  • 160 Seiten, 14,00 Euro
  • illustriert, keine Fotos
  • keine Fertigmehlmischungen
  • viele praktische Tipps und Warenkunde
  • von einer selbst Betroffenen geschrieben
  • nicht alles ist histaminarm
  • leider keine veganen Rezepten
  • Kaufempfehlung: bei Zöliakie/Glutenunverträglichkeit, Glutensensitivität: Ja, bei HIT: nur bedingt

Ich bedanke mich beim Pala-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Aussagen entsprechen meinen eigenen Vorstellungen und sind nicht vom Verlag, der Autorin oder anderen beeinflusst worden.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

 

Bratapfel als Muffin…

Im Moment gibt es gleich zwei tolle Weihnachts-Back-Events, an denen ich teilnehmen möchte.

Tanja von Rock and Owl sucht rockige, weihnachtliche Backrezepte und Kira von Kirasols Kitchen freut sich über würzige Weihnachtsleckereien.

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Da passen doch diese glutenfreien, laktosefreien, histaminarmen, veganen Bratapfel-Muffins genau rein.

Und hier ist das Rezept:

Vegane, glutenfreie Bratapfel-Muffins

 

Zubereitungszeit:

ca. 30 Minuten + ca. 20-25 Minuten Backzeit

Schwierigkeit:

normal

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Zutaten für ca. 9 Muffins :

  • 80 g Kokosmehl*
  • 30 g Haselnussmehl
  • 100 g Reismehl
  • 15 g Kokosflocken
  • 10 g selbst gemachter Vanillezucker
  • 3 TL Backpulver*
  • 1 Pr. Salz
  • 60 g Rohrohr- oder Kokosblütenzucker
  • 80 g Maisstärke
  • 1 1/2 TL Lebkuchengewürz (sofern das vertragen wird, verwende ansonsten weihnachtliche Gewürze wie Kardamom oder anderes, die Du verträgst)
  • 210 g Apfelmus
  • 230 ml Milch ODER Mandel- ODER Kokosmilch
  • Kokosflocken zum Bestreuen
  • (1 kl. Apfel in Würfel geschnitten – optional)

Zubereitung:

  1. Wer das Apfelmus selber machen will, braucht ca. 2 Äpfel. Die werden geschält, entkernt und in Würfel geschnitten. In einem Topf erhitzt Du dann die Apfelstücke mit etwas Wasser und kochst so die Apfelstücke auf kleiner Flamme weich. Wenn sie weich sind, kann man sie mit einem Kartoffelstampfer zu Mus verarbeiten bzw. pürieren. Ich bevorzuge die Kartoffelstampfer-Methode, weil das Mus dann noch etwas stückig ist. Wer mag kann etwas Vanillezucker hinzugeben und eventuell Gewürze wie Kardamom oder Zimt einrühren – ist aber optional.
  2. Für die Muffins alle trockenen Zutaten vermischen. Wer mag, kann gewürfelte Apfelstücke zusätzlich in den Teig geben. Sie schmecken aber auch nur mit Apfelmus. Dann die flüssigen Zutaten hinzugeben (Mus und Milch) und alles gut verrühren.
  3. Den Teig in Muffinformen geben und mit Kokosflocken bestreuen.
  4. Im vorgeheizten Backofen (200 °C) ca. 20-25 Minuten backen.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

 

In der Weihnachtsbäckerei…

Vegane, laktosefreie, glutenfreie Weihnachtsplätzchen

Das Knusperstübchen hat Geburtstag und lädt zum gemeinsamen Knuspern ein. Ich bringe diese leckeren Knusperkekse mit, die glutenfrei, vegan, laktosefrei und auch histaminarm sind.

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Wer Probleme mit Haselnuss- oder Mandelmehl hat, kann dies vielleicht durch ein anderes glutenfreies Mehl austauschen. Wir kommen mit Haselnuss-* und Mandelmehl* gut aus, sofern wir es mengenmäßig nicht übertreiben. Schließlich essen wir Kekse ja nicht als Hauptspeise, sondern nur als Snack.

Zubereitungszeit:

ca. 20 Minuten & ca. 15 Minuten pro Blech im Backofen

Schwierigkeit:

einfach


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Zutaten für ca. 2 Bleche:

  • 1 geh. EL Chiasamenmehl* & 5 EL Wasser
  • 25 g Mandelmehl
  • 50 g Kokosnussmehl
  • 35 g Haselnussmehl
  • 60 g Braunhirsemehl
  • 30 g Kokosflocken
  • 100 g Kokosöl
  • 8 g Mohn-Zucker-Mix (optional)
  • 1 Pr. Zimt & Pr. Kardamom, wenn es vertragen wird
  • 10 g selbst gemachten Vanillezucker
  • 70 g Kokosblüten- oder Rohrohrzucker
  • 1 Pr. Ahornsirup (optional, nur wenn der Teig noch etwas Flüssigkeit braucht)

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Zubereitung:

Zuerst die trockenen Zutaten mischen, dann die flüssigen Zutaten hinzugeben und alles gut verkneten. Den Teig zugedeckt 1/2 Stunde kühl (z. B. im Kühlschrank oder im Winter auf der Fensterbank) ruhen lassen.

Teig ausrollen und Kekse ausstechen.

Im vorgeheizten Backofen bei 160 °C ca. 15-20 Minuten backen. Nach Geschmack die ausgekühlten Kekse mit Zuckerguss (Puder-/Staubzucker + etwas Wasser) verzieren, mit (weißer) Schokolade überziehen oder einfach pur genießen.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Einfach ganz normale Kekse…

Weihnachtsplätzchen

 

Zubereitungszeit:

ca. 30 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

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Zutaten für 2 Bleche:


Zubereitung:

Zuerst die trockenen Zutaten mischen, dann die flüssigen Zutaten hinzugeben und alles gut verkneten. Den Teig zugedeckt 1/2 Stunde kühl (z. B. im Kühlschrank oder im Winter auf der Fensterbank) ruhen lassen.

Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen und Plätzchen ausstechen.

Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C ca. 10 Minuten backen. Die noch warmen Kekse mit Eigelb bestreichen und nach Belieben z. B. mit Zuckerstreuseln oder Zuckerguss (Puder-/Staubzucker + etwas Wasser) verzieren.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

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