Histamin-Pirat

Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

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Ich und mein Körper – warum meine Histaminintoleranz nicht wie Deine ist

Jede Histaminintoleranz ist ein bisschen anders. Bemerkbar macht sich das zunächst an unterschiedlichen Toleranzschwellen: Was den einen in geringen Mengen abschießt, kann der andere, zumindest in geringen Mengen, essen, ohne dass sich Beschwerden zeigen. Dann gibt es noch unterschiedliche Reaktionszeiten. Je nach dem, was gegessen wurde und wie es um den eigenen Histaminhaushalt steht, können Symptome zeitnah nach dem Verzehr histaminhaltiger Speisen auftreten oder teilweise doch mehrere Tage auf sich warten lassen. Allgemein treten verzögerte Reaktionen vor allem nach dem Verzehr sogenannter Histaminliberatoren auf. Selbst die Symptome können ganz unterschiedlich ausfallen. Während manche vor allem mit Verdauungsbeschwerden zu kämpfen haben, klagen andere vermehrt über Herzstolpern und Kopfschmerzen oder Hautausschlag und Atemprobleme.

Auf einen wichtigen Unterschied kommen wir aber doch eher selten zu sprechen. Das sind die unterschiedlichen Ursachen.

Histaminintoleranz von Anfang an verstehen

Für viele ist es nicht einfach, die Ursache ihrer Beschwerden dingfest zu machen. Darin liegt auch keine Schande. Schließlich geht es vielen Ärzten nach wie vor genauso. So wird eine Histaminintoleranz (so wie die verwandten Mastzellaktivierungserkrankungen) meist erst im zweiten, dritten … Anlauf als solche identifiziert, wenn es einem Arzt gelingt, die Symptome sinnvoll zu einem Krankheitsbild zusammenzufügen und mithilfe labordiagnostischer Mittel bestätigen lässt.

Die Hürde besteht beispielsweise darin, festzustellen, dass das Herzstolpern nicht durch einen Herzklappenfehler oder ähnliches verursacht wird. Überweist der Hausarzt aufgrund dieser Symptomatik seinen Patienten zum Kardiologen und kann dieser nichts Organisches am Herzen finden, läuft man als Patient Gefahr, als eingebildeter Kranker abgestempelt zu werden. Das Gleiche gilt für den pochenden Kopfschmerz, für den es laut MRT oder CT keine Ursache zu geben scheint oder die zugeschnürte Brust, obwohl die Lunge organisch in Ordnung ist usw.

Dem Patienten hilft dann nur: hartnäckig bleiben und vor allem alles (!) erzählen. Ein Arzt muss beim Patientengespräch in die richtige Richtung gelenkt werden. Die vollständige Auflistung der Symptome – und scheinen sie dem Patienten und Arzt noch so unzusammenhängend – ist wichtig für den Denkanstoß. Denn zum Schluss fallen alle Puzzleteile doch zu einem sinnvollen Bild zusammen. Nur Geduld. Will der Arzt einen partout nicht ernst nehmen, hilft das Einholen der berühmten „zweiten Meinung“. Außerdem: Ein Arzt muss und kann nicht jede Krankheit kennen – da gibt es einfach zu viele. Auch deshalb macht der Ärztewechsel zuweilen einfach Sinn.

Wie Frau Dr. Annelie Scheuernstuhl im Interview mit mir erklärt hat, spielt es dabei nicht unbedingt eine Rolle, welchem Fachgebiet der Arzt zuzuordnen ist. Klar, die ganze Histaminsache ist eigentlich ein Problem der Inneren Medizin und auch der Immunologie. Doch zum Beispiel kennt sich auch unsere HNO-Ärztin überraschend gut mit dem Thema aus. Der Erfahrung nach sind es oft Dermatologen und Gynäkologen, die einem weiterhelfen können, sofern sich die „Götter in Weiß“ auch nach dem oder begleitend zum Studium weitergebildet haben. Eine naturheilkundliche Zusatzausbildung kann hier nicht schaden.

Die Auslöser für eine Histaminintoleranz sind bis heute noch nicht klar umrissen. Doch folgende Dinge scheinen eine wichtige Rolle zu spielen:

  • bakterielle Infektionen, Antibiotika, gestörte Darmflora
  • Pilzerkrankungen
  • Schwermetallbelastung
  • Nährstoffmängel, insbesondere Vitamin D, Zink, Magnesium und B-Vitamine
  • hormonwirksame Verhütungsmittel, gestörter Hormonhaushalt und Wechseljahre
  • bestimmte Vorerkrankungen der Schilddrüse, Krebs und andere

Schaut man sich die Liste an, kommt ein flaues Gefühl auf: Offenbar können eine Bandbreite von Problemen letztlich zur Histaminintoleranz führen, die, um es noch mal schwieriger für alle Beteiligten zu machen, auch noch so ein breit gefächertes Symptombild hat. Das liegt daran, dass das Gewebshormon Histamin, das an bestimmten Stellen im Körper auch wie ein Neurotransmitter wirkt, so viele Funktionen im Körper hat bzw. so viele unterschiedliche Prozesse beeinflusst. So steht Histamin nie für sich allein.

Um dem Problem auf die Schliche zu kommen, empfiehlt sich der holistische Blick eines naturheilkundlich ausgebildeten Arztes, der gleichzeitig mit den schulmedizinischen Diagnostikmethoden umzugehen weiß. Blut-, Urin- und Stuhlanalysen in der Kombination mit Tests wie dem 50-Skin-Prick-Test oder dem traditionellen Ernährungstagebuch erlauben dann doch eine eindeutige Diagnose: Histaminintoleranz ja oder nein.

Naturheilkunde trifft auf Schulmedizin: Das Beste aus Ost und West

Genau aus diesem Grund habe ich mich auf „Das sanfte Gesundheitsbuch für Frauen“* von Dr. med Georg Kneißl gefreut. Da geht es zwar nicht explizit im Histaminintoleranz, aber eben um „Frauenleiden“ und zwar aus naturheilkundlicher und schulmedizinischer Sicht in einem.

Zwar ist Histaminintoleranz kein reines „Frauenleiden“, doch wenn ich mir ärztliche Statistiken und auch das Feedback auf meinem Blog anschaue, sind es meist Damen, die daran erkranken bzw. die mir schreiben.

Doch da ich eine überaus kritische Leserin bin, hat das Buch noch vor der Lektüre die simple Frage aufgeworfen: Warum schreibt ein Mann so ein Buch? Doch darauf komme ich später noch einmal zu sprechen.

Eingangs liefert das Buch eine kurze Einführung in die 5-Elemente-Lehre und andere naturheilkundliche Prinzipien. Diese „Elemente“ sind dabei nicht als Stoffe, wie wir sie im chemischen Periodensystem finden, zu verstehen, sondern sie sind ein metaphorischer Ausdruck für bestimmte (Lebens-)Prinzipien. Sehr schön erklärt wird dies übrigens auch in Wong Kiew Kits Buch über Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)*. Für Kneißl ist die TCM-Lehre eine kraftvolle Hilfe bei der Diagnostik von Krankheiten, da hierbei eben der gesamte Patient (mit all seinen fünf Elementen) zusammengedacht wird.

Hat man es einmal über die 25 Einleitungsseiten hinaus geschafft, landet man beim ersten Element. Kneißl gliedert sein Buch in genau die fünf Elemente Metall, Erde, Holz, Feuer und Wasser, was logisch erscheint und mich ehrlich gesagt, sehr angesprochen hat. Je nach dem, welche Elementeschwächungen vorliegen, lassen sich bestimmte Krankheiten, aber eben auch deren Ursache erkennen. So wird im Gegensatz zur üblichen schulmedizinischen Herangehensweise nicht nur gegen die Symptome vorgegangen, sondern das vorliegende Ungleichgewicht möglichst beseitigt, um den Körper wieder in Einklang zu bringen.

Doch schon bald tun sich logische Schwächen im Buch auf. Hinzu kommen plumpe Generalitäten, die im Speziellen keine Gültigkeit haben müssen. So ist, ich habe darüber schon einmal geschrieben, Vollkorn nicht zwingend gesünder als Weißmehl. Kneißl sieht das anders und ist für einen naturheilkundlich ausgebildeten Arzt hier und da einfach zu salopp, zieht Allgemeinplätzchen dem holistischen Zugang, der stets auch ein individueller sein sollte, vor. Schade, liefert das Buch an anderer Stelle doch durchaus denkwürdige Anstöße:

  • Verzicht auf Lotionen, Cremes und Sonnenmilch mit Weichmachern (Phthalaten) wegen hormonähnlicher Wirkung
  • rhythmische Bewegungen und Tanzen zur Stärkung des Elements Metall
  • Verzicht auf Teflon-Pfannen (lieber Gusseisen oder hochwertiges Keramikkochgeschirr)
  • Verzicht auf Amalgam → erhöht das Allergierisiko (und auch das für Histaminintoleranz?)
  • generell kein Schweinefleisch essen
  • der Standard-28-Tage-Rhythmus der Anti-Baby-Pille muss nicht mit dem eigenen natürlichen Rhythmus übereinstimmen

Während ich die oben genannten Punkte so unterschreibe und davon ausgehe, dass mir viele naturheilkundlich geschulten Ärzte beipflichten würden, sehe ich viele andere Punkte im Buch eher kritisch. Besonders schlimm wird es für den Leser, wenn sich der Autor selbst widerspricht, wahrscheinlich in dem Versuch, keine zu „krassen“ Aussagen zu treffen.

Offen gestanden war das einer der wichtigsten Punkte in dem kürzlich geführten Interview mit Frau Dr. Scheuernstuhl: dass sie eben kein Blatt vor den Mund genommen hat! Mit einigen ihrer Aussagen begibt sie sich jedoch, zumindest aus schulmedizinischer Sicht, auf Glatteis, obwohl es zum Beispiel für ihre Aussagen bezüglich der Schädlichkeit von hormonwirksamen Verhütungsmitteln mittlerweile einige Studien gibt. Hut ab für den Mut also! Ich werde demnächst auf dem Blog auf den Konflikt „Schulmedizin vs. Naturheilkunde“ noch genauer eingehen. Freut Euch drauf! 🙂 Für den Moment hat mich Herr Dr. Kneißl aber sehr ernüchtert. Ein paar Beispiele hierfür:

Denn so wie es „gute“ Fette und „schlechte“ gibt [was so übrigens auch nicht stimmt – das Verhältnis der Fette zueinander muss stimmen, Anmerkung], so gibt es „gute“ und „schlechte“ Kohlenhydrate.

Vier Seiten später heißt es dann aber:

Verzichten Sie schließlich möglichst ganz auf Kohlenhydrate. Das heißt, Ihre Kost besteht aus dem, wie sich über Hunderttausende von Jahren die Menschen immer ernährt und damit bestens überlebt haben. Als Sammler und Jäger: Sehr viel Salat (Wurzeln), Gemüse, Samen und Früchte. Dazu gelegentlich Eiweiß aus Fisch und Fleisch (oder besser: Sojabohnen) [Anmerkung im Original]. Morgens zum Frühstück ist ein Knäckebrot erlaubt, das Sie zum Beispiel mit frischem Obst genießen können.

“Erlaubt“ gefällt mir in diesem Zusammenhang (es geht um gesunde Ernährung im Allgemeinen, keine spezifische Intoleranz mit Einschränkungen) schon einmal gar nicht. Viel merkwürdiger finde ich aber, dass ein Mediziner mir einreden möchte, dass Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse keine Kohlenhydrate enthalten. So ein Quatsch! Ja, so ernährt man sich nach der Low-Carb-Diät, die aber ohnehin eigentlich „Better-Carb-Diät“ heißen sollte … Das hat er mir noch vier Seiten vorher selbst versucht zu erklären.

Auffällig sind anderer Stelle im Buch die konkreten Produktempfehlungen. So wird etwa die blaue Nivea-Creme uneingeschränkt empfohlen, als es darum geht, Weichmacher in Kosmetika zu vermeiden. Dabei zeigt zum Beispiel die BUND-App ToxFox, dass auch Markenhersteller wie Nivea durchaus mit diesen hormonwirksamen Substanzen in Sonnencreme, Lotionen usw. arbeiten – bei Herrn Dr. Kneißl fehlt diese Anmerkung jedoch. Auf S. 126 wird die Douglas-eigene Serie DAYTOX uneingeschränkt empfohlen. Ein kurzer Blick in die Zusammensetzung eines Duschbads war aufschlussreich genug für mich, hier nicht zuzugreifen. Auch die generelle Empfehlung von Sojaprodukten zieht sich durch das Buch, als gebe es keine anderen pflanzlichen Eiweißprodukte! Was ist zum Beispiel mit Erbsen? Die übrigens auch bei Histaminintoleranz in Maßen verträglich sind, weil sie im Gegensatz zu den meisten anderen Hülsenfrüchten theoretisch auch roh gegessen werden können (bei HIT aber bitte dünsten oder kochen).

Ebenfalls kritisch bewerte ich Aussagen über „eine verklemmte Sexualität“, die schließlich für Regelbeschwerden sorgen soll. Ähnliches gilt für Aderlass! Diese Zeiten, dachte ich, seien doch nun wirklich Geschichte. Aber nein, auf S. 155 wird er empfohlen. Tatsächlich ist es so, dass regelmäßiges Blutabnehmen bei bestimmten Erkrankungen Sinn machen kann. Aderlass ist jedoch immer eine unhygienische und gefährliche Angelegenheit und nicht dasselbe wie die Blutabnahme unter sterilen Bedingungen!

*

Auf S. 165 liest man den üblichen Satz, die Pille würde dem Körper vorgaukeln, er sei schwanger, weil eine progesteronähnliche Substanz enthalten ist. Frau Dr. Scheuernstuhl gibt in ihrem Buch* kurz und einleuchtend zu denken, wenn dem so sei, warum könne man dann mit der Pille abtreiben? Überhaupt macht das Thema „Pille“ eine Achterbahnfahrt im Buch mit. Sie belaste die Leber und dann spricht sich Dr. Kneißl doch für eine gestagenbetonte Pille aus. Die sei weniger schädlich als die östrogenbetonte. Einmal umgeblättert, heißt es dann, dass „das (falsche) synthetische Gestagen die eigenen Gelbkörperhormone ziemlich absenkt und es so zu einem relativen Östrogenüberschuss kommt.“ „Falsche“ oder „richtige“ Gestagene sind im Zusammenhang synthetischer „Hormone“ eine Illusion, ist (nicht nur) meine Meinung. Im Endeffekt – und das räumt an dieser Stelle selbst Dr. Kneißl bis zu einem gewissen Grad ein – führen sie mittel- bis langfristig alle zu einem Ungleichgewicht – zu einer Östrogendominanz. Auf S. 173 betont das Dr. Kneißl selbst noch einmal deutlicher:

Die weitverbreitete Pilleneinnahme [diesmal ohne „richtig“ oder „falsch“, Anmerkung] sowie Blockaden der Meridiane des Elements Holz sorgen dafür, dass das Progesteron im Körper abfällt und es dadurch zu einem relativen Östrogenüberschuss kommt. Gefährlich.

Ähnlich problematisch verhält es sich mit der Kupferspirale, die zwar keine synthetischen „Hormone“ enthält, aber eben Kupfer. Was an sich nicht schädlich wäre, da sich die Spirale aber durchgehend im Körperinneren befindet und Kupfer der natürliche Gegenspieler zu Zink ist, ist auch hier langfristig ein Zinkmangel mit entsprechenden Folgen absehbar. Trotzdem wird sie im Buch empfohlen.

Meine nächste Kritik bezieht sich auf folgende Aussage:

Weil die Unterscheidung zwischen gutartiger Veränderung der Brust, Zyste und Krebs – durch Abtasten zum Beispiel – sehr schwierig ist, bedarf es anderer Methoden, um mehr Sicherheit zu gewinnen. Zum Beispiel durch die Ultraschalluntersuchung oder die wenig beliebte, aber recht aussagekräftige Mammographie.

Erstens geben weder Ultraschall noch Mammographie Auskunft darüber, ob Gewebsveränderungen gut- oder bösartig sind – sie zeigen allenfalls an, dass Veränderungen im Gewebe vorliegen. Auskunft darüber, ob es sich dabei tatsächlich um Krebs handelt, gibt lediglich eine Gewebeanalyse mittels Biopsie. Zweitens ist die „wenig beliebte“ Mammographie bekannt für falschpositive Ergebnisse, die Frauen in Angst und Schrecken versetzen können. Zudem erhöht das regelmäßige Scannen sogar das Krebsrisiko. Wie Dr. Kneißl wiederum mit Verspätung sieben Seiten später festhält:

Anders, als der Name glauben machen möchte, ist die Krebsvorsorge (nicht nur der Brust) [Anmerkung im Original], wie sie die Schulmedizin [und auch Dr. Kneißl sieben Seiten vorher] empfiehlt, gar keine Vor-Sorge, sondern (wenn man Glück hat) [Anmerkung im Original] die Feststellung einer Krebsgeschwulst in einem frühen Stadium.

In Bezug auf Sexualstörungen gibt Dr. Kneißl ab S. 248 (wahrscheinlich gut gemeinte) Ratschläge, wie das Sexualleben wieder aufzupeppen sei. Mit dabei ist auch dieser äußerst bedenkliche „Tipp“:

Selbst seriöse Modekataloge bieten inzwischen Vibratoren und Sexspielzeug an, die Sie sich gleichzeitig mit neuen Dessous diskret verpackt ins Haus liefern lassen können. Gleitmittel und Viagra sind schon lange kein Tabu mehr!

Gesundheitlich bedenklich ist Viagra dennoch nach wie vor.

Abschließend fällt mir meine anfängliche Frage wieder ein: Warum ausgerechnet ein Mann „Das sanfte Gesundheitsbuch für Frauen“* geschrieben hat? Mit welcher Intention? Liest man nicht nur den Fließtext der einzelnen Kapitel, sondern stets auch die angehängten Kästen mit Hinweisen zur „Selbsthilfe“, wie es bereits auf dem Cover heißt, fallen die Rundum-Kuren auf. So wird zur Einnahme einer ganzen Bandbreite von Präparaten geraten. Für ähnliche Beschwerden wird oft fast doe gesamte Palette der Schüßler-Salze empfohlen und natürlich jede Menge Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen. Warum? Nun, böse Zungen würden behaupten, es hat damit zu tun, dass Dr. Kneißl alleinvertretungsberechtigte Einzelperson, kurzum Geschäftsführer, der SAN-U-VIT GmbH ist, die ihres Zeichens ebensolche Nahrungsergänzungsmittel herstellt bzw. vertreibt.

Als Einführungsbuch ist das Werk aufgrund der zahlreichen Widersprüche und teils doch bedenklichen Tipps nicht zu empfehlen. Trotzdem soll dieser Ausreißer nicht bedeuten, dass die Naturheilkunde keine sinnvollen Chancen für Histaminintoleranz-Betroffene bietet. Vielmehr zeigt es, dass der Patient auch hier sehr wachsam sein muss, welche Angebote er nutzt und welche nicht. Allenfalls ist das Buch somit eine gute Gelegenheit, in sich selbst hineinzuhören. Denn tatsächlich wissen Betroffene instinktiv oft selbst, was ihnen guttut und was ihnen schadet. Diese innere Stimme zu stärken, ist in jedem Fall ein lohnenswertes Vorhaben. Daher wird es in nächster Zeit einige kritische Auseinandersetzungen mit der medizinischen Praxis geben, die Ihr als kritische wie vernünfte Denkanstöße nutzen könnt, um Euch für medizinische Themen zu sensibilisieren, denn Ihr habt nur diesen einen Körper und es ist am Ende Eure Verantwortung, ihn zu pflegen. Eine eigene, aber fundierte Meinung zu haben, ist daher nicht nur sinnvoll, sondern in meinen Augen sogar nötig.

Zusammenfassung:

Ich bedanke mich beim Kösel-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

 

Experteninterview: Dr. Annelie Scheuernstuhl beantwortet Eure und meine Fragen

Wie angekündigt, habe ich ein Experteninterview mit Frau Dr. Annelie Scheuernstuhl, einer der Autorinnen vom Buch “Natürliche Hormontherapie”*, geführt. Wenn Du das Buch noch nicht gelesen hast, gelangst Du hier zu meiner Rezension, um einen ersten Eindruck zu bekommen, worum es eigentlich geht und um nachzulesen, was das Thema “Hormone” mit einer Histaminintoleranz zu tun hat bzw. haben kann.

Vorab möchte ich mich für den interessanten Austausch noch einmal bei Frau Dr. Scheuernstuhl bedanken. Ich danke aber auch Euch für Eure interessanten Fragen.

Ohne Umschweife steigen wir direkt ein. Im Folgenden kannst Du das ganze Gespräch nachlesen:


Ich hatte Ihnen geschrieben, dass es auf meinem Blog um Histaminintoleranz geht und ich würde daher gerne die Nachfragen zu Ihrem Buch „Natürliche Hormontherapie“ stets mit der Histaminintoleranz im Hinterkopf stellen, auch wenn das nicht direkt Thema war.

Es ist ja so, dass die Pille ebenfalls so wirkt, dass die Histaminintoleranz schlimmer werden kann oder überhaupt erst entsteht.

Genau darum soll es unter anderem gehen. Fangen wir doch direkt an. Mir haben zahlreiche Betroffene in Zuschriften beschrieben, wie sie erst eine lange Ärzte-Odyssee hinter sich bringen mussten, bis sie die Diagnose Histaminintoleranz bekommen haben. In Ihrem Buch schildern Sie etwas Ähnliches, dass entweder falsch therapiert wurde oder überhaupt, die Diagnose erst gar nicht richtig gestellt wurde. Woran liegt das eigentlich, dass das immer noch so ist?

Also in der Ausbildung für uns Ärzte kommt so etwas nicht vor. Da gibt es, in dem Sinne, keine Intoleranzen, sondern richtig „schlimme Krankheiten“. Diese ganzen Befindlichkeitsstörungen und Intoleranzen, die zwar sehr schlimme Beschwerden machen können, die kommen nicht vor. Wenn, dann in der Naturheilkunde und das ist nicht Teil der Ausbildung der Uni.

Ja, das ist leider immer noch freiwillig. Wenn man den Verdacht hat, dass eine Hormonproblematik besteht, an welchen Arzt, also welche Fachrichtung, wendet man sich dann am besten?

Auf jeden Fall an jemanden mit naturheilkundlicher Ausbildung. Egal, ob Internist oder Allgemeinmedizin … das ist alles nicht so wichtig. Wichtig ist die naturheilkundliche Ausbildung, damit dieses Bild überhaupt vorkommt. In Österreich haben Sie es ja ohnehin leichter, weil viel mehr Ärzte naturheilkundlich ausgebildet sind als in Deutschland.

Das stimmt, aber wenn ich hier jemanden suche, dann finde ich oft nur Privatärzte. Also da Kassenärzte zu finden …

Also da brauchen Sie gar nicht glauben, dass es hier anders wäre. Das sind alles Sachen, die Sie privat zahlen müssen. Was zahlt denn die Kasse heute noch? Ein Kopfwehpulver oder ein Antidepressivum, einen Fettsenker, an dem man sterben kann, aber doch nichts, was Sinn macht.

Das stimmt leider. Welche Rolle spielt denn die Ernährung bei einem unausgeglichenen Hormonhaushalt? Macht es Sinn, dass man bei einer Östrogendominanz eine Ernährungsumstellung beginnt und wenn ja, wie?

Die Zerealien weglassen, also vor allem die Einfachzucker wie Weißmehl, insbesondere Weizen. Dass man mal wirklich all diese Nahrungsmittel, die „leer“ sind, die dem Körper keine Vitamine, Mineralien und Spurenelemente geben, aus der Ernährung streicht und dafür auf Obst, Gemüse und auch Fisch sowie Fleisch setzt, je nach dem, ob man sich vegan, vegetarisch oder rundum ernährt. Dass man die Ernährung dahingehend ändert, dass man ganz viel Frisches, also wirklich Lebensmittel zu sich nimmt – und nach Möglichkeit viel bio.

Das ist ja auch bei Histaminintoleranz wichtig: Frische.

Genau, ja.

Kann man die Progesteronbehandlung, wenn denn schon eine begonnen wurde, womöglich mit Nahrungsmitteln unterstützen?

Es ist zum Beispiel so, dass alle frischen Kräuter hormonell wirksam sind und so kann der Körper selbst regulieren, ob nun mehr Progesteron oder Östrogen gebraucht wird. Die sind schon mal sehr hilfreich. Dann gibt es natürlich auch jede Menge Tees, die das unterstützen können. Dann gibt es Pflanzen, die progesteronartig wirken. Heutzutage ist das ja gar kein Problem mehr, so etwas im Internet nachzusehen.

Im Internet ist es nicht immer einfach, zuverlässige Hinweise von Humbug zu unterscheiden. Daher dachte ich, Sie können vielleicht etwas Konkretes empfehlen.

Ja, das stimmt schon. Zink und Omega-3-Fettsäuren ist das, was am meisten fehlt. Das fehlt, sozusagen, fast allen. Und wenn die Pille dann genommen wurde, der Nova-Ring oder die sogenannte „Hormon“-Spirale, die Dreimonatsspritze oder das Stäbchen – wenn irgend so ein medikamentöser Eingriff ins Hormonsystem passiert ist, dann fehlen meist auch B-Vitamine, die wichtig sind zur Hormonbildung. Am besten nimmt man ein Rundumpräparat, wo alles drin ist von den Vitaminen über Mineralien bis hin zu den Spurenelementen.

Ein wichtiger Faktor ist auch das Vitamin D. Bei einem Mangel reicht es nicht, einfach in die Sonne zu gehen. Außerdem fehlt bei einem Vitamin-D-Mangel auch dem Immunsystem etwas. Intoleranzen können zum Teil schon dadurch verschwinden, wenn Vitamin D, Multivitamine und Mineralien durch a) die Ernährung und b) auch durch Substitution in ausreichender Menge vorhanden sind.

Das stimmt. Man muss nur prüfen, ob und was fehlt, denn einfach so „ins Blaue“ kann man natürlich nichts geben.

Genau, so ist es. Und der Darm ist ebenfalls verursachend oder mitverursachend, indem zum Beispiel durch Antibiotikagabe alle Darmbakterien im Ungleichgewicht sind. Dann wäre eine Darmsanierung angezeigt. Daher wendet man sich am besten an eine naturheilkundliche Ärztin oder einen naturheilkundlichen Arzt.

Eine Leserin fragt konkret: Was halten Sie von DIM (Diindolylmethan) und Calcium-D-Glucarat zur begleitenden Behandlung bei einer Östrogendominanz?

Naja, es gibt Moden und die sind natürlich auch im Internet. Ich halte davon jetzt erst einmal gar nichts.

Weil das, Ihrer Meinung nach, auch etwas Künstliches ist?

Ja, da halte ich es für sinnvoller, dass man die Bedingungen verändert und nach den Ursachen sucht. Man schaut dann also besser erst einmal: Wie sieht es mit der Ernährung aus? Wird die Pille oder irgendein anderes Medikament zur Verhütung genommen? Denn das sind ja Medikamente und keine Hormone, die unseren eigenen Hormonkreislauf bzw. -haushalt völlig durcheinanderbringen. Dann, dass man schaut, dass man den Darm saniert. Dass man sich jemanden sucht, der naturheilkundlich ausgebildet ist, wo man mal sich selber und sein Leben in Ordnung bringt. Das ist nur ein Mittel, das jetzt gerade publiziert worden ist und – es gibt keine Wundermittel.

Also, Sie sehen das mehr als einen Trend?

Ja, schon.

Eine andere Leserin möchte mehr zur Hormonmessung erfahren. Wann ist der beste Zeitpunkt? Wie geht man am besten vor?

Da scheiden sich die Geister. Eigentlich hat der Speicheltest den Vorteil, dass er unabhängig vom Labor ist und dass Sie ihn jederzeit machen können, am besten eben morgens nach dem Aufstehen. Ein Speicheltest gibt Aufschluss über alle wichtigen Hormone. Die Schulmedizin sagt sehr häufig noch: Ja, für Cortison schon, aber für die anderen Hormone nicht. Das verstehe ich nicht ganz, weil es unlogisch ist. Viele Schulmediziner meinen, dass man einen Bluttest machen sollte. Wenn man einen Bluttest macht, dann sollte man schauen, an welchen Zyklustagen man ihn macht, genauso wie beim Speicheltest auch.

Den Speicheltest macht man am besten in der zweiten Zyklushälfte, wenn das Progesteron naturgemäß hoch sein sollte, also zwischen dem 20. und 25. Zyklustag bzw. am 22. +/- zwei Tagen. Einen Bluttest sollte man ebenfalls genau in der zweiten Zyklushälfte machen und nicht irgendwann. Gleichzeitig kann man, wenn man Blut abnimmt, auch die Steuerhormone testen, also follikelstimulierendes (FSH) und luteinisierendes Hormon (LH), die Schilddrüse anschauen, nach Vitamin D3 schauen und so weiter.

Das heißt, idealerweise kombiniert man Speichel- und Bluttest, um sowohl die Steroidhormone als auch die Steuerhormone sowie den Vitamin-D-Status usw. zu bestimmen?

Das ist nicht immer notwendig, aber ideal ist es sicher.

Zu viel oder zu wenig von bestimmten Hormonen zu haben, ist das eine Problematik, die auch bei Kindern vorkommen kann und wenn ja, was kann man tun?

Man kann sie mit Globuli behandeln in der Potenz D4 oder D6. Aber die brauchen dann ebenfalls ein Multivitaminmineral. Der Körper braucht nicht nur einen Stoff. Er muss immer ins Lot kommen.

Also man müsste auch das wiederum ganzheitlich angehen. Aber man kann grundsätzlich schon etwas machen?

Ja.

Man kann jedoch jetzt nicht etwa künstliche „Hormone“ draufschmeißen …

Nein, um Gottes Willen, nicht sogenannte „Hormone“, die keine sind! Das sind Medikamente mit Hormonein- oder -auswirkung.

Auch als Ausblick auf Ihr neues Buch „Pille, Spirale & Co“* bietet sich die folgende Frage an.

Sie sprechen sich im Buch „Natürliche Hormontherapie“* gegen „hormonelle“ Verhütungsmethoden aus. Viele Betroffene von Histaminintoleranz erleben nach der Pilleneinnahme (oder durch ein anderes hormonell wirksames Verhütungsmittel) eine Verschlechterung, während manche eine Verbesserung feststellen. Würden Sie letzteren dennoch von der Einnahme abraten? Und gibt es sichere, gesundheitlich unbedenkliche Verhütungsmethoden?

Ja, das sind die modernen Zykluscomputer zur Verhütung. Die sind so zuverlässig wie die Pille, zum Beispiel Daysy*. Das ist der Zykluscomputer, den Natalie Rechberg, die Tochter von Hubertus Rechberg, dem „Erfinder“ des Zykluscomputers Lady-Comp* bzw. Pearly, weiterentwickelt hat. Sie lebt in der Schweiz und hat diesen Daysy * herausgebracht. Das ist für mich derzeit das Tollste, was es an Verhütungscomputern gibt und das Gerät ist von mehreren Unis getestet worden und ist genauso sicher wie die Pille.

Wenn jetzt junge Frauen die Pille nehmen, weil sie zum Beispiel ständig Schmerzen bei der Periode haben oder zu heftige Blutungen haben oder Migräne … – dann zeigt das doch nur, dass das ganze Hormonsystem nicht im Lot ist. Und dann einfach die Pille zu geben, ist wie, wenn Sie Auto fahren und ein Lämpchen aufblinkt, um Ihnen anzuzeigen, dass das Öl fehlt und was machen Sie? Sie nehmen das Lämpchen raus, statt Öl nachzufüllen!

Das heißt, auch da müsste man ursächlich an das Thema herangehen und ganzheitlich behandeln?

Ja.

Das heißt, auch hier sollten Betroffene die Pille am besten absetzen und schauen, dass alles erst einmal wieder ins Lot kommt – am besten auf ganzheitlicher bzw. naturheilkundlicher Basis?

Genau. Die momentane Schulmedizin ist eine „Reparaturmedizin“ – eine „Symptombehandlungsmedizin“ – und die Pharma-Industrie begrüßt das natürlich, aber für die Menschen ist das nicht gut.

Ja, eben, weil man so besser Medikamente verkaufen kann.

Ja, und wenn wir Nebenwirkungen haben, dann verkaufen wir noch eins gegen die Nebenwirkungen.

Genau, wie Herr Gøtzsche es beschreibt (mehr dazu hier).

Ja, dann kommt ein Problem mit der Schilddrüse, dann bekommen Sie ein Schilddrüsenmittel. Dann werden Sie depressiv, dann bekommen Sie ein Antidepressivum. Dann haben Sie Herz-Rythmus-Störungen, dann bekommen Sie einen Beta-Blocker. Wir könnten das endlos so weitermachen.

Ja, das stimmt. Wo wir gerade bei Ursachen- statt Symptombekämpfung sind … Eine andere Leserin fragt, ob Sie etwas dazu sagen können: Wenn man kälteempfindlich ist oder eine Sonnenallergie hat, kann man dem ursächlich begegnen?

Na, klar. Kälteempfindlichkeit hängt sehr häufig mit einem Progesteronmangel und einer Schilddrüsenunterfunktion zusammen. Und die Sonnenallergie ist ein Zeichen von Vitamin-D-Mangel.

Aha, das ist ja sehr spannend.

Ja, ist es. Wenn man den Dingen erst einmal auf den Grund gegangen ist, sieht man, wie simpel das alles ist. Aber das ist nicht im Interesse der Pharma-Industrie.

Ja, dann komme ich eigentlich schon zu meiner letzten Frage. Da können wir vielleicht etwas umfassender diskutieren und zwar: das Fibromyalgie-Syndrom. Das kann ja offenbar auch im Zusammenhang mit Hormonen und auch Histaminintoleranz stehen. Ich habe überlegt, ob es sich beim Fibromyalgie-Syndrom ähnlich wie mit dem Reizdarm-Syndrom verhält. Das „Syndrom“ im Namen ist ja immer ein Anzeichen dafür, dass es sich nicht um eine klar umrissene Krankheit, sondern eher um einen Symptomkatalog handelt.

Julien Venesson schreibt in seinem Buch „Wie der Weizen uns vergiftet“ auch, dass oft die korrekte Diagnose fehlt, zum Beispiel Zöliakie oder eben Histaminintoleranz … Reizdarm-Syndrom wäre demnach nur ein Symptomkatalog, aber keine vollständige Diagnose. Trifft dies auch auf das Fibromyalgie-Syndrom zu?

Ja, Fibromyalgie-Syndrom ist sehr häufig Hormonmangel, Vitamin-/Mineralstoffmangel, Vitamin-D-Mangel und jetzt ist die Frage: Ist die Histaminintoleranz zuerst da oder das Fibromyalgie-Syndrom? Was ist die Henne, was ist das Ei? Ja, was kam zuerst?

Ja.

Das ist schwer zu sagen. Es ist nur so, dass es auffällig ist, dass es mehr Frauen als Männer betrifft, dass es oft an den Hormonkreislauf gekoppelt ist, dass es oft nach jahrelanger Einnahme der Pille kommt oder nach langen Phasen von Stress.

Aber Sie würden auch sagen, dass Fibromyalgie-Syndrom noch keine richtige Diagnose ist? Da müsste man dem auch noch auf den Grund gehen, nicht wahr?

Im Prinzip ist es nur eine Beschreibung.

Das deutet ja der Wortteil „Syndrom“ an.

Syndrom heißt immer: Viele Beschwerden fassen wir zusammen bzw. gehören zusammen, aber genau genommen, wissen wir nicht warum.

OK, dann habe ich das richtig verstanden und wäre damit auch schon am Ende des Interviews angelangt …

Also ich finde, das Wort „autoimmun“ gehört zu dieser Begriffsproblematik auch dazu. „Autoimmun“ heißt „aus sich selbst heraus“. Eine Hashimoto oder … wieso sind Sie jetzt plötzlich histaminintolerant, naja, Ihr Körper spinnt halt. Das ist dann „autoimmun“.

Achso, eine Frage habe ich noch und zwar noch einmal ganz konkret zur Histaminintoleranz, obwohl das Wort „Histamin“ ja nur einmal in Ihrem Buch vorkommt. Jetzt hat es mich interessiert, ob Sie Histaminintoleranz schon öfter gewissermaßen „ganz nebenbei“ behandelt haben, weil Sie eben eine Östrogendominanz behandelt haben. Also plötzlich ist auch das Problem verschwunden und die Betroffenen konnten wieder mehr Lebensmittel essen, als zuvor.

Aber ja. Es bleibt aber natürlich trotzdem so, dass die Menschen eine unterschiedliche Konstitution haben. Wenn man jetzt meinetwegen Lachs mit Spinat und vielleicht vorher ein bisschen Pizza mit Salami isst und dann vielleicht noch ein Schokoladeneis hinterher, dann braucht man sich nicht zu wundern. Am besten noch ein Glas Rotwein dazu … Jeder hat da seine individuelle Toleranzschwelle und so kann es also dennoch Probleme geben. Aber allein, wenn die Menschen wieder ins Lot kommen, ihr Immunsystem funktioniert und der Vitamin- und Mineralstoffhaushalt sowie der Hormonhaushalt stimmen – also ihr System wieder im Lot ist, verschwindet vieles, ob nun Fibromyalgie, Multiple Chemical Sensitivity oder wie auch immer man es nennen mag – es ist dann kein Thema mehr oder nur noch gelegentlich in abgeschwächter Form.


Ich hoffe, Du konntest wertvolle Informationen aus dem Gespräch für Dich mitnehmen. Für mich waren insbesondere die Antworten von Frau Dr. Scheuernstuhl zum Thema Fibromyalgie-Syndrom und Sonnenallergie interessant. Welche Antworten waren für Dich besonders erhellend?

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(c) Histamin-Pirat

Wenn die Hormone verrückt spielen …

Auf www.histaminintoleranz.ch ist es deutlich nachzulesen und auch ich habe diesen Teil so in etwa auf meiner Seite über Histaminintoleranz eingebunden:

Auch ein aus dem Gleichgewicht geratener Hormonhaushalt kann Histaminprobleme verursachen oder begünstigen. Die größte Rolle spielt hier vermutlich das Östrogen (weibliches Sexualhormon), wobei nicht die absolute Östrogenmenge, sondern das Verhältnis von Östrogen relativ zu bestimmten anderen Hormonen (Progesteron, Testosteron) entscheidend ist. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer.

Zu den Störfaktoren im Hormonhaushalt gehören:

  • Weiblicher Zyklus (Menstruation)
  • Hormonelle Empfängnisverhütung (Antikonzeptiva, Antibabypille)
  • Wechseljahre (Klimakterium)
  • Pubertät
  • Östrogendominanz (bzw. Progesteron- oder Testosteronmangel)
  • Hormone und hormonähnliche Stoffe in natürlichen Lebensmitteln (z.B. Östrogen in Hopfen und Bier)
  • Hormonaktive Umweltschadstoffe: Stoffe mit (unbeabsichtigter) hormonähnlicher Wirkung in Alltagsprodukten wie Kunststoffen, Sonnencrèmen etc.
  • (Evtl. Hormone als Leistungsförderer in der Tierproduktion?)

Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Histamin und Hormonen:

Von HIT sind deutlich mehr Frauen als Männer betroffen und die Krankheit tritt oft mit dem Beginn der Wechseljahre auf.

Trotzdem muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich mich mit dem Thema Hormone und HIT bisher nicht näher befasst habe. Was hat mich eigentlich davon abgehalten? Dass ich hier zu Hause einen Mann und nicht etwa eine Frau mit HIT sitzen habe oder einfach weil ich mich an das Thema Endokrinologie (Hormonlehre) bisher mangels Kenntnisse nicht herangetraut habe?

Hormone? Was ist das eigentlich?

Und ist nicht auch Histamin ein Hormon? Trotzdem denken wir, wenn wir “Hormone” hören, zunächst nicht an Histamin, sondern vor allem an die wohl bekanntesten Vertreter, nämlich die sogenannten Sexualhormone: Östrogene (Östron, Östradiol, Östriol), Gestagene (Pregnandiol, Progesteron und Pregnenolon) und Androgene (Testosteron, Dehydroepiandrosteron/DHEA, Androstendion). Den Sexual- oder Steroidhormonen ist gemeinsam, dass sie allesamt auf Cholesterin als Baustein angewiesen sind. Außerdem werden diese Hormone im Gegensatz zum Gewebshormon Histamin alle in Drüsen wie der Schilddrüse, den Nebennieren, den Eierstöcken oder Hoden gebildet und dann in den Blutkreislauf gegeben. Histamin hingegen wird von spezialisierten Zellen produziert und in Mastzellen gespeichert und ist auf diese Weise bereits durch die Produktionsart an sehr unterschiedlichen Orten im Körper zugegen. Wie andere Hormone auch, entfaltet Histamin seine Wirkung durch das Binden an spezielle Rezeptoren. Je nach Rezeptorart, wirkt es dann als Hormon oder als Neurotransmitter. So kommt es, dass Histamin enorm viele Funktionen im Körper hat.

Bei den “herkömmlichen” Sexualhormonen ist das jedoch nicht wirklich anders. Die können nämlich auch weitaus mehr als unseren Sexualtrieb, die Schwangerschaft oder Samenproduktion steuern. Außerdem – und hier wird es dann wirklich interessant – hängen all diese Hormone eng miteinander zusammen und beeinflussen – Überraschung! – auch die Histaminfreisetzung auf die eine oder andere Weise.

Um das Ganze ein bisschen besser zu verstehen, was da so in unserem Körper passiert, vor allem wenn die Wechseljahre einsetzen, habe ich mir ein Buch* zukommen lassen. Als Histamin-Pirat wollte ich schließlich auch dieses Thema endlich kapern. Nicht zuletzt deswegen, weil ich immer wieder Zuschriften von Damen jenseits der 40 Jahre oder älter erhalte, die über typische HIT-Symptome aber auch über typische Wechseljahrbeschwerden klagen. Wir werden sehen, dass diese Symptome und Beschwerden ziemlich ähnlich sind. Andererseits gibt es Frauen, die mir schreiben, dass sie nun plötzlich HIT nach der Schwangerschaft bekommen hätten oder die Pille nicht vertragen oder seit Einsetzen einer Hormonspirale Probleme mit bestimmten Lebensmitteln hätten und immer wieder verfolgt mich der Hormonzusammenhang, zu dem ich bisher wirklich nicht viel sagen konnte außer: Ja, Östrogendominanz spielt eine Rolle bei HIT.

Ist das mit den Hormonen denn wirklich so kompliziert?

Betrachtet man das Hormonsystem ausschließlich im schulmedizinischen Sinne, neigt man dazu, die Zusammenhänge zwischen den sehr unterschiedlichen Hormonen zu ignorieren. Die zwei Autorinnen von “Natürliche Hormontherapie“* Annelie Scheuernstuhl und Anne Hild leiten hierzu beispielsweise mit dem “Mythos vom ungesunden Cholesterin” ein und schreiben:

Nicht nur als Ausgangsstoff unserer Steroidhormone ist [Cholesterin] für unseren Körper unverzichtbar, ebenso dringend wird Cholesterin zum Aufbau von Zellmembranen und Nervenschutzhüllen und bei der Energiegewinnung jeder Zelle gebraucht. Festzuhalten ist, dass ein Mensch nicht an einem “erhöhten” Cholesterinwert sterben kann – wohl aber an Medikamenten, den sogenannten Statinen, die den Cholesterinspiegel im Blut senken sollen. […] Im Übrigen finden sich bei krebskranken Menschen stark erniedrigte Cholesterinwerte, und japanische Studien zeigten, dass Menschen, die einen niedrigen Cholesterinspiegel haben, früher sterben als solche mit höheren Cholesterinwerten.

Natürlich sollte ein stark erhöhter Cholesterinwert als Alarmsignal gewertet werden. Jedoch sollten wir dann nicht das Alarmsignal mit Medikamenten ruhigstellen, sondern der Ursache für den zu hohen Cholesterinwert auf den Grund gehen.

So wird meist auch nicht darüber nachgedacht, warum Cholesterin angestiegen ist. Vielleicht durch eine Unterfunktion der Schilddrüse? Die ihrerseits wieder durch zu wenig Progesteron oder ein Zuviel an unbalanciertem Östrogen in der Unterfunktion ist?

Wie so oft, hegen wir natürlich den Wunsch, eine Tablette würde unser Leiden heilen. Doch genauso wenig, wie es die eine Pille gegen Histaminintoleranz gibt, gibt es die wundersamen Cholesterinsenker, die uns wieder gesund machen. Man muss der Sache auf den Grund gehen.

Der oder die Fehler im System

Leider fehlt in unserem ohnehin mehr und mehr zum Zwei-Klassen-System (wenn nicht mehr) veränderten Gesundheitssystem oft die Zeit für eine vernünftige Anamnese. Das Patientengespräch wird allzu oft im Rein-Raus-Verfahren innerhalb weniger Minuten abgeschlossen und endet allzu häufig mit einem simplen Rezept, das schlichtweg auf Basis der genannten, spürbaren und/oder sichtbaren Symptome verschrieben wird. Den Ärzten die Schuld dafür zuzuschreiben, ist verführerisch, aber so auch nicht richtig. In der Regel ist es ein bunter Mix aus in privat und öffentlich getrenntes Versicherungssystem, einer engstirnigen schulmedizinischen Ausbildung und dem nur verständlichen Wunsch, dass man nach gut acht Jahren Ausbildung vom Arztsein auch leben und nicht nur überleben möchte.

Um dieses Patientenzeit-Problem zu beheben, braucht es daher gar nicht mal unbedingt mehr Geld. Es müsste nur anders und besser verteilt werden. Außerdem müssten wichtige Erkenntnisse der Homöopathie, Ernährungsmedizin, orthomolekularen Medizin etc. endlich Eingang in die medizinische Ausbildung finden. Mittlerweile sind zahlreiche Studien zu diesen Gebieten erhältlich und die Zusatzausbildung ist längst möglich, aber nach wie vor freiwillig.

Doch zurück von der holistischen medizinischen Ausbildung, die erstrebenswert ist, zur holistischen Behandlungs- und Betrachtungsweise des Menschen – weg vom Pillenverschreiben hin zum Diagnostizieren.

Pillen ohne vernünftige Diagnose?

Wie bereits Julien Venesson in seinem Buch “Wie der Weizen uns vergiftet“* (Rezension hier) kritisierte, kommt es gar nicht so selten vor, dass Ärzte gar keine richtigen Diagnosen stellen und dennoch Medikamente verschreiben. Eins meiner liebsten Beispiele hierfür ist das sogenannte Reizdarm-Syndrom, was im eigentlichen Sinne keine Diagnose darstellt, sondern lediglich ein Symptomkatalog ist. Frei nach dem Motto: “Ah, Sie haben diese und jene Beschwerden. Das ist typisch für dieses und jenes Syndrom. Da verschreiben wir zur symptomatischen Therapie (Symptomunterdrückung) folgendes Medikament. Wir wissen aber eigentlich nicht, was wirklich mit Ihnen los ist.”

So wird beispielsweise auch die Histaminintoleranz zuweilen als psychosomatisches Phänomen abgetan und es wird mit Antidepressiva behandelt, was die Symptome häufig noch verschlimmert, weil diese Psychopharmaka schwerwiegend in den Neurotransmitterverkehr und Hormonhaushalt eingreifen.

Ein anderes Phänomen, das wir beispielsweise bei unseren zwei Katzen beobachtet haben, ist die “Volksdroge” Cortison. Als wir die zwei Racker 2013 bekommen haben, war ihr Fell in nur mäßigem Zustand und bald haben sie sich an den Ohren und anderen Stellen nahezu blutig gekratzt. Sie hatten Pickelchen und übergaben sich regelmäßig nach dem Essen. Also ab zum Tierarzt. Dort angekommen, meinte die Dame, so etwas hätte sie noch nie gesehen und verschrieb dennoch eine cortisonhaltige Salbe. Klar, die wirkte auch, solange man sie anwendete. Schließlich wirkt Cortison (ebenfalls ein Steroidhormon!) immunsuppressiv. Setzt man die Salbe jedoch ab, kehren die Beschwerden bald zurück. Schließlich hat man sich ja mit der Ursache nicht auseinandergesetzt. Kurzum habe ich auf eigene Faust eine Eliminationsdiät auch bei den Katzen durchgeführt und kam zu dem Ergebnis: Schwein und Reis im Katzenfutter wird nicht vertragen. Schwein wird als billiges Fleisch häufig ins Katzenfutter gemischt, um es zu strecken. Roh soll es ohnehin nicht gegeben werden. Reis ist generell ungesund für Katzen, da Getreide den pH-Wert des Urins verschiebt und dadurch Nierenkrankheiten fördert. Durch die Ernährungsumstellung ernähren sich Momo und Luna also generell gesünder. Seit die zwei Allergikermiezen nur noch hochwertiges, getreidefreies Katzenfutter bekommen, ist alles prima. Kein Jucken, kein Erbrechen nach dem Essen und keine Pickelchen.

Auch von Betroffenen von HIT lese ich immer wieder, dass sie über lange Zeit Cortison nehmen mussten (ohne dass vorher der Hormonstatus bestimmt wurde) und relativ bald nach Absetzen die Symptome zurückkehren und sogar schlimmer sind. Kein Wunder, wenn man dem Körper das Hormon regelmäßig künstlich zuführt, wird er die eigene Produktion drosseln! Aus dem gleichen Grund bin ich im Übrigen kein großer Fan von regelmäßiger Daosin-Einnahme. Denn auch hier tritt womöglich eine Gewöhnung ein und der Körper produziert (noch) weniger von diesem für den Histaminabbau wichtigen Enzym.

Die Autorinnen von “Natürliche Hormontherapie“* kritisieren ein ähnliches Verfahren auch in Ihrem Buch. So wird leider allzu häufig nach dem Erkennen von “typischen Wechseljahrbeschwerden” von Hitzewallungen bis Stimmungsschwankungen ein Hormonersatz verschrieben, leider oft ein synthetischer Östrogenersatz, ohne vorher überhaupt den Hormonstatus mittels Speicheltest zu überprüfen.

Warum ein Speicheltest?

Bisher ist die Bestimmung der Hormonwerte mittels Blutuntersuchung nach wie vor gängig. Auch diesen Umstand kritisieren die zwei Autorinnen in ihrem Buch.

[Der Speicheltest] hat eine höhere Aussagekraft als die bisher üblichen Blutuntersuchungen. Hormone werden im Körper in Drüsen gebildet und über den Blutstrom an ihren jeweiligen Bestimmungsort gebracht. Dazu brauchen die Steroidhormone, da sie aus dem Fettmolekül Cholesterin stammen, also fett sind, ein “Transportvehikel” (meist ein Eiweißmolekül, z. B. SHBG = sexual-hormon-binding-globulin) um durch das “wässrige” Blut schwimmen zu können. Wenn Blut zur Hormonbestimmung herangezogen wird, haben wir demnach als Ergebnis die Summe aller Hormone: Es werden sowohl die freien, die wirksam sind, nachgewiesen, wie auch die an das “Transportvehikel” gebundenen Hormone, die aufgrund dieser Bindung unwirksam sind.

Interessant und wichtig sind jedoch nur die ungebundenen Hormone, wie sie im Speichel vorliegen. Im Labor müssen bei Blutuntersuchungen also alle “Transportvehikel” bestimmt und rausgerechnet werden. Das Ergebnis wird dadurch wenig aussagekräftig und meist lassen sich nur grobe Ungleichgewichte im Hormonhaushalt mit diesem herkömmlichen Bluttest nachweisen. Der Speicheltest ist da empfindlicher und erlaubt so auch eine frühzeitige Therapie.

Warum gerät der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht?

Verschiedene Faktoren beeinflussen den Hormonhaushalt und können schließlich Ungleichgewichte hervorrufen. Ganz vorne mit dabei sind hormonell wirksame Kontrazeptiva wie die Pille, die Hormonspirale oder das Pflaster zur Verhütung.

Vor allem die sogenannte Anti-Baby-Pille wird wie eine “Lifestyle-Droge” bereits jungen Frauen ab einem Alter von 13 Jahren verschrieben, um beispielsweise gegen Beschwerden wie “unreine Haut” vorzugehen (Auch ich habe das durch). Dabei wird selten auf die eklatanten Risiken der Pilleneinnahme hingewiesen, wie z. B. die stark erhöhte Thrombosegefahr, da der Blutfluss beeinflusst wird. Sehr erhellend war für mich im Zuge der Lektüre der Fakt, dass die Pille in Wahrheit weder “wirkliche” Östrogene noch Gestagene enthält, sondern lediglich Stoffe mit “hormonähnlicher Wirkung”, wie sie im Buch genannt werden. Stoffe wie Ethinylestradiol ähneln dabei dem Östradiol, sind aber nicht bioidentisch und erfüllen somit auch nicht alle Funktionen des körpereigenen Hormons. Selbst wenn die Quelle “natürlich” ist und etwa von Pferden kommt, handelt es sich nicht um Östradiol wie es im menschlichen Körper vorkommt. Ein weiteres Problem ist, dass unbalancierte Östrogene zwangsläufig zur Östrogendominanz mit den typischen Beschwerden wie

  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Depressionen
  • Herzprobleme
  • Wassereinlagerung im Gewebe
  • Aufgedunsensein
  • etc.

führen. Als Balance für die künstlichen Östrogene wird Progesteron benötigt. Und tatsächlich enthalten viele Anti-Baby-Pille solches, doch auch hier handelt es sich bei genauerem Hinsehen nur um einen künstlichen Ersatz, der absolut nicht das Gleiche ist. Die sogenannten Progestine wie Desogestrel, Levonorgestrel, Norethisteron und Dienogest lassen erschreckenderweise den körpereigenen Progesteronspiegel noch mehr absinken. Somit ist also auch die sogenannte Mini-Pille aus dem Rennen, da auch sie langfristig höchstwahrscheinlich zur Östrogendominanz führt, obwohl sie nur Progestine und keine künstlichen Östrogene enthält.

Während Progesteron das Schwangerschaftshormon ist, kann mit den meisten Ovulationshemmern/Pillen abgetrieben werden. Dies zeigt schon die eklatanten Unterschiede. […] Unter der Pilleneinnahme wird im Körper nur noch wenig natürliches Progesteron in den Nebennieren gebildet.

Alternativ bieten sich Kondome oder die symptothermale Methode zum Verhüten an. Sofern ein Progesteronmangel bzw. eine Östrogendominanz mit dem Speicheltest nachgewiesen wurde, kann dem Körper mithilfe von Yamswurzel-Präparaten wieder Progesteron, oder besser dessen Vorstufe Diosgenin, zugeführt werden. Hier haben wir übrigens einen weiteren Grund, warum vor allem Soja-Produkte nur schlecht bei Histaminintoleranz vertragen werden – unfermentiertes Soga enthält Phytoöstrogene und fermentiertes leider wiederum Histamin.

Speziell Soja und Sojaprodukte können außerdem den Schilddrüsenwechsel stören und die Produktion des aktiven Schilddrüsenhormons T3 verhindern. Sie greifen ausserdem [sic] auch hemmend in den Hormonregelkreis ein und sie können die Aufnahme der Mineralstoffe Calcium, Magnesium, Eisen und Zink und von Vitamin B12 im Darm behindern. Mit der Ausnahme von fermentiertem Soja, das diese unerwünschte Wirkung nicht hat.

Vor allem Zink, Magnesium, Calcium und B-Vitamine werden aber auch für den Histaminabbau benötigt. Dabei behandelt das Buch das Thema “Histaminintoleranz” per se gar nicht. Doch obwohl das Wort “Histamin” nur einmal im Buch vorkommt, ist es dennoch von eindeutiger Relevanz für Betroffene von HIT, wie diese Stelle zeigt:

Östrogene lockern aber auch das Bindegewebe und lagern dort Wasser ein, sie lagern Fett in die Zellen, erhöhen die Blutgerinnung, was zur Gerinselbildung führen kann, setzen Histamin frei, was Allergien begünstigt, verdicken die Gallenflüssigkeit und können so auch Gallenleiden hervorrufen.

Östrogene gelten als Histaminliberator. Das schreibt auch Johannes Huber auf seiner Website im Zusammenhang mit dem Leaky-Gut-Syndrom (welches sich im Übrigen häufig als Histamin- oder eine andere Intoleranz herausstellt):

Erhöhte Histaminwerte im Stuhl sprechen für hohe Stresseinwirkung und damit auch für ein vorliegendes leaky gut. Die lokalen Entzündungsreaktionen gehen mit einer ödematösen Veränderung der Dünndarmzotten einher.

ENDOKRINER ZUSAMMENHANG: Während ansonsten das Östradiol einen immunsuppressiven Effekt hat, wirkt es auf die Histaminsynthese und auf die Mastzellen stimulativ. Deswegen wird man hier auf die Antihistaminwirkung des Progesterons bzw. des Testosterons ausweichen.

Interessant ist, dass die Autorinnen auf S. 123 allesamt Mittel der orthemolekularen Medizin empfehlen, die auch bei Histaminintoleranz gängige Helferlein sind:

[…] [E]ine orthemolekulare Behandlung mit den Vitalstoffen Magnesium, Zink, verschiedenen B-Vitaminen, Vitamin C, Vitamin E und Biotin, Nachtkerzenöl oder Borretschkapseln kann ebenfalls helfen.

Für die Vitalstoffe gilt jedoch genau wie für die Hormone: Vorher den aktuellen Status und diesmal mittels Blutuntersuchung zu bestimmen. Nahrungsergänzungspräparate sind schließlich keine Bonbons, sondern auch Medizin.

An dieser Stelle sei auch noch erwähnt, dass vor allem Hormonspiralen häufig Kupfer enthalten und Kupfer ist der Gegenspieler zum Spurenelement Zink, welches als DAO-Co-Faktor für den Histaminabbau benötigt wird.

Verschiedene Erkrankungen treten gehäuft mit Histaminintoleranz auf und womöglich könnte man auch hier einmal in Richtung Hormonhaushalt Überlegungen anstellen:

  • Erkrankungen der Schilddrüse (Über-, Unterfunktion sowie Morbus Basedow und Hashimoto)
  • Erkrankungen der Nebennieren
  • Osteoporose, Osteopenie (hier spielt natürlich auch das Prohormon Vitamin D eine Rolle!)
  • Endometriose
  • Reizblase
  • Regelbeschwerden
  • Fibromyalgie
  • Brustkrebs und andere Krebsarten der hormonbildenden Drüsen

Hinzu kommt die Verbesserung der Beschwerden mit der Schwangerschaft, weil die DAO-Produktion um ein Vielfaches steigt und dies natürlich auch mit dem veränderten Hormonhaushalt (mehr Progesteron) zusammenhängt.

Doch was, wenn man weder Pille noch Hormonspirale verwendet, kann es da auch zur Östrogendominanz kommen?

Dadurch, dass so viele Frauen mit diesem Produkt verhüten oder meinen, ihr Hautbild verbessern zu können, werden Östrogene mit dem Urin ins Abwasser gespült. Und trotz Kläranlage gelangen diese dann zumindest zum Teil zurück ins Trinkwasser. Doch selbst wenn dieser Ansatz als geringfügig abgetan wird, gibt es weitere Faktoren, die nachweislich zu Problemen führen können:

  • Sonnencreme mit hormonell wirksamen Substanzen als UV-Schutz (die im Übrigen im Verdacht stehen, Krebs zu verursachen)
  • Deos mit Aluminiumchlorid, da Aluminium an die nahegelegenen Östrogen-Rezeptoren im Brustgewebe bindet und wahrscheinlich aufgrunddessen das Brustkrebs-Risiko fördert

Ich kann also nur jedem und jeder empfehlen auf solche Sonnencremes und Deos mit Aluminiumchlorid zu verzichten. Hier gibt es ein Rezept für natürliche Sonnencreme, das nach Belieben abgewandelt werden kann. Im Handel gibt es zahlreiche Deo-Alternativen – wir verwenden ein Deo-Spray von Alverde*.

Manchmal tritt die Östrogendominanz aber auch “spontan” auf und zwar kann dies ab etwa dem 35. Lebensjahr im Zuge der “Prämenopause” losgehen:

Prämenopause heißt die Zeit vor der eigentlichen Menopause, in der die Hormonproduktion, vor allem die Bildung des Gelbkörperhormons Progesteron immer mehr absinkt. In der Regel beginnt die Prämenopause zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr der Frau und dauert im Schnitt fünf Jahre bis zum Eintritt unregelmäßiger Zyklen, in denen immer häufiger die Ovulationen fehlen. Diese Phase kann auch deutlich kürzer sein oder sich über mehr als zehn Jahre erstrecken.

Da häufig die Progesteronproduktion schneller als die Östrogenproduktion abfällt, haben so viele Frauen Wechseljahrbeschwerden und entwickeln dadurch womöglich auch andere Beschwerden wie die Histaminintoleranz. Von den Wechseljahren sind übrigens nicht nur Frauen betroffen. Mittlerweile weiß man von der Andropause. Und in ähnlicher Form gelten daher die gemachten Angaben auch für den Mann, bei dem es ebenso zum Ungleichgewicht im Hormonhaushalt kommen kann. Beide Geschlechter verfügen über die gleichen Hormone (auch Frauen haben Testosteron und auch Männer haben Östrogene), nur die Verteilung ist freilich anders.

Fazit

Wenn die HIT bei Dir scheinbar plötzlich nach der Schwangerschaft, mit den Wechseljahren oder nach dem 35. Lebensjahr aufgetreten ist oder Du regelmäßig Regelbeschwerden oder Osteoporose oder die Vorstufe Osteopenie hast, kannst Du Dich mal zur Homepage von Annelie Scheuernstuhl klicken. Hier gibt es eine Übersicht mit Therapeuten im deutschsprachigen Raum, die sich mit der natürlichen Hormontherapie auskennen (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Ansonsten kann ich nur empfehlen, selber mal das Buch zu lesen oder es dem behandelnden (Frauen-)Arzt in die Hand zu drücken. Das Buch sollte zur Pflichtlektüre für Gynäkologen und andere Mediziner werden!

Kleine Nebenbemerkung noch zum Abschluss: Ich war positiv überrascht, zwei bekannte Namen im Buch zu lesen: Che Guevara, der bevor er sich einen Namen als Revoluzzer gemacht hat, Medizin studiert hat. Eins seiner Steckenpferde war offenbar damals schon das Thema Hormone. Bis heute gilt das kubanische Gesundheitssystem übrigens als absolut vorbildlich. Ich werde das in meinem Buch etwas genauer beleuchten.

Der andere Name, den Du gerne mal googeln kannst, der mir auch bereits vor der Lektüre von “Natürliche Hormontherapie“* geläufig war, ist Peter C. Gøtzsche. Der dänische Mediziner spricht sich (wie die Autorinnen) gegen “Big Pharma” aus und erklärt auch, warum:

Zusammenfassung:

  •  „Natürliche Hormontherapie“* von Annelie Scheuernstuhl und Anne Hild
  • 256 Seiten, Softcover
  • bioidentische Hormone vs. künstliche Hormone und ihr richtiger Gebrauch in der Medizin
  • relevant für verschiedene Krankheiten von Histaminintoleranz bis Osteoporose
  • 14,80 Euro, erschienen im J. Kamphausen-Verlag

Ich bedanke mich beim J. Kamphausen-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von den Autorinnen oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Ganz entspannt ins neue Jahr …

Neben histaminreichen Nahrungsmitteln und solchen, die als Liberatoren wirken und dafür sorgen, dass der Körper eigenes Histamin ausschüttet, gibt es noch andere Faktoren, die sich bei Histaminintoleranz und Mastzellaktivierungsstörungen negativ auf den Histaminhaushalt auswirken können. Schlimmstenfalls kommt es zum Überschuss und somit zu Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit usw.

Einer dieser Auslöser, das liest man immer wieder, ist Sport. Jeder, der nach dem Motto “Sport ist Mord” lebt, schlägt da vielleicht freudig in die Hände und denkt sich: “Ha, endlich eine gute Ausrede, nicht wie ein Hamster im Laufrad vor mich hin zu sporteln!” Andere fragen sich vielleicht: “Aber Sport ist doch gesund?!”

Ist Sport für Betroffene von Histaminintoleranz dann also wirklich schädlich?

Dazu sollte man sich zunächst fragen: Was ist Sport eigentlich? Beim Sport denken wir vor allem in dieser Jahreszeit an Ski-Langlauf, Snowboarden und im Rest des Jahres an Badminton, Schwimmen, Sprinten, Stabhochsprung, Klettern, Joggen und auch Yoga. Daneben gibt es Cross-Fit, Hanteltraining und andere Kraftsportarten. Welche Sportarten gemocht werden, ist meist eine ziemliche Geschmacksfrage. Ich mag Badminton, Schwimmen und Yoga. Der Histaminer skatet gerne und spielt auch mal Badminton und mag ansonsten Kampfsport, allerdings alles in Maßen – nicht in Massen.

Viele Betroffene von histaminbezogenen Erkrankungen ertragen aber nicht einmal fünf bis zehn Minuten Training und lassen es stattdessen lieber ganz sein, wodurch nicht selten ein Mini-Teufelskreislauf in Gang gesetzt wird. Schließlich hat Sport viele Vorteile für unser Herz-Kreislauf-System. Sport hält “fit” und verhindert, dass wir dick werden. Übergewicht ist schließlich ein Risikofaktor für verschiedene Krankheiten wie Diabetes. Ein dicker Unterbauch wird schließlich selbst zum hormonproduzierenden Organ und damit ein Risikofaktor für Östrogendominanz. Wie die und HIT zusammenhängen, habe ich hier versucht zu erklären.

Wer Probleme mit Histamin hat, muss nicht (und sollte auch nicht) ganz auf Sport verzichten. Wer sich körperlich betätigen will, muss nur wissen, wie.

Cardio-Training und Histamin

Alles, was in kürzester Zeit unseren Kreislauf auf Hochtouren bringen soll, ist nicht unbedingt zu empfehlen. Dazu zählen:

  • alle Arten von Cardio-Training
  • hochintensives Intervall-Training (HIIT) – HIIT ist nicht gut bei HIT (kann man sich gut merken)
  • Leistungssport: Sprinten, Marathon und alles andere, was wirklich sehr zehrt, schlaucht und dem Körper enorm viel Wasser entzieht
  • Bikra-Yoga (viel Schwitzen und damit Flüssigkeitsverlust)

Anders sieht das jedoch mit traditionellem Krafttraining aus. Für alle angehenden Bodybuilder unter Euch, aber auch für Yogis und Yoginis lautet die gute Nachricht: Ihr dürft!

Hanteln und Körpergewicht als Widerstand beim Krafttraining

Beim Krafttraining – ob nun mit Hanteln (Bodybuilding) oder mit dem eigenen Körpergewicht (Yoga, Pilates etc.) – wird der Kreislauf geschont, wodurch der Körper weniger Histamin ausschüttet. Speziell für Yoga und verwandte Sportarten (Tai Chi, Meditation, Progressive Muskelentspannung etc.) gilt, dass die dazu gehörenden Übungen sogar den Histaminspiegel senken können!

Aber Achtung: Wer aus Angst vor Sport (und den damit einhergehenden Histaminreaktionen) oder aus Faulheit oder Zeitmangel bisher ein Leben als Couch-Potato gefristet hat, sollte es langsam angehen lassen.

Wird das Training zum Stress, steigt auch wieder der Histaminspiegel. Das wissen wir ja bereits: Stress sorgt dafür, dass wir Histamin ausschütten! Gute Vorsätze hin oder her, übertreibt es also nicht!

Außerdem sollte der gewünschte Traumkörper nicht auf Kosten des vorhandenen Körpers entstehen müssen. Was ich meine? Wer nur eine Ein-Kilo-Hantel bequem bewegen kann, sollte vorerst dabei bleiben und nicht größenwahnsinnig zur Fünf-Kilo-Hantel greifen. Dadurch wird nicht nur riskiert, dass die Bewegungen falsch durchgeführt werden, wodurch Fehlhaltungen entstehen und Verletzungen auftreten können, sondern auch, dass wiederum mehr Histamin ausgeschüttet wird. Der Grund? Beim Muskelaufbautraining sind minimale Muskelfaserrisse normal. Wenn der Körper diese repariert, wächst der Muskel; er wird stärker, aber im Körper entstehen währenddessen auch klitzekleine Entzündungsherde. Und Histamin als Entzündungsmediator ist auch hier wieder präsent. Muskelaufbau ja, aber langsam und maßvoll, lautet die Devise.

In der Vergangenheit habe ich bereits meine Trias der, meiner Meinung nach, besten Trainingsoptionen für Histamingeplagte auf dem Blog vorgestellt:

  1. Yoga
  2. Kampfsport
  3. Meditation

“Der Körper ist der Bogen, die Asanas im Yoga sind die Pfeile und die Seele ist das Ziel.”

Damit hat Yoga-Guru B.K.S. Iyengar eigentlich bereits auf den Punkt gebracht, worum es beim Yoga geht, nämlich darum, ganzheitliche Gesundheit zu erlangen.

Heute möchte ich noch einmal ein bisschen auf die Drei eingehen, um Euch einen guten und entspannten Start ins neue Jahr zu liefern. Von Bikram-Yoga einmal abgesehen, bietet Yoga eine Vielfalt an modernen Yoga-Stilen, die im Prinzip trotzdem alle auf das traditionelle Hatha-Yoga zurückgehen, aber verschiedene Schwerpunkte setzen:

  • Vinyasa-Yoga: sehr dynamisch und tänzerisch (Freude am Bewegen)
  • Iyengar-Yoga: anspruchsvoll, aber auf individuelle Bedürfnisse (z. B. Vorverletzungen) ausgelegt
  • Anusara-Yoga: in Anlehnung an Iyengar-Yoga sehr medizinisch auf individuelle Bedürfnisse ausgelegt
  • Restorative Yoga: sehr entspannt, mit viel Zubehör (Props), um angenehme Posen zur Meditation unter Berücksichtigung persönlicher Bedürfnisse einzunehmen
  • Yin Yoga: ähnlich wie Restorative Yoga sehr ruhig, die Posen werden lange gehalten, zur Meditation und zum Faszientraining
  • Pilates: eigentlich kein Yoga-Stil, aber doch verwandt damit, Schwerpunkt: Bauchmuskel- und Beckenbodentraining

Weitere Yoga-Stile sind z. B.:

  • Forest-Yoga
  • Kundalini-Yoga
  • Jivamukti-Yoga
  • Sivananda-Yoga

Kurz vor dem Jahresende habe ich mich besonders auf das Buch “Gesund durch Yin Yoga”* von Stefanie Arend gefreut, schließlich ist Yin Yoga mit Sicherheit mein Lieblingsyogastil neben Vinyasa-Yoga. Ich wurde aber ein bisschen enttäuscht.

Was wir heute als Yin Yoga bezeichnen, war stets Teil des Hatha-Yogas. Das körperbetonte Training hat jedoch in der Moderne dazu geführt, dass die traditionellen Yin-Posen, die für das Ruhige, Kühle und Meditative stehen, nach und nach von Yang-Posen, die energetisch, warm und dynamisch sind, verdrängt worden sind. Allerdings finden wir davon in Stefanie Arends Buch kein Wort.

Sie schreibt lediglich auf S. 12

Mein erster Yin-Yoga-Lehrer war Paul Grilley, ein Mentor, der mich in meiner persönlichen Yogapraxis stark inspiriert und sehr beeinflusst hat. Er hat Yin-Yoga zu dem gemacht, was wir heute darunter verstehen.

Dass Yin Yoga heute die Rolle in der Yoga-Praxis einnimmt, die ihm eigentlich immer zugestanden ist, verdanken wir allerdings ursprünglich einem anderen Mann als Paul Grilley, nämlich Paulie Zink. Der Kungu-Fu-Meister hat nur wenige Schüler in der Kunst des Yin-Yogas unterrichtet, dessen Posen ursprünglich dazu gedacht waren, buddhistischen Mönchen die langen Meditationsposen zu erleichtern. Dadurch besteht auch ein enger Bezug zwischen Yin-Yoga und Kampfsport wie Kung Fu.

Paul Grilley hat zwar in der Vergangenheit für etwa ein Jahr Unterricht bei Paulie Zink genommen, ist aber per se kein zertifizierter Yin-Yoga-Lehrer. Yin Yoga, das ursprünglich Taoist oder TaoYin oder Yin und Yang Yoga von Paulie Zink genannt wurde, ist mittlerweile zu einem enormen Geschäft geworden, wodurch sich vor allem Paul Grilley, der die Lehren, die ihm vermittelt worden sind, um seine eigene Philosophie ergänzt hat, ein goldenes Näschen verdient hat und nach wie vor in der ganzen Welt Kurse gibt.

Dabei sind vor allem die Kampfsportbezüge sowie die wichtigen Informationen aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) verloren gegangen. Yin Yoga nach Paul Grilley ist zur puren Form verblasst und das merkt man auch dem Buch von Stefanie Arend an.

Das halbesoterische Gefasel, das fälschlicherweise gerne mit TCM in Verbindung gebracht wird, weil wir in den traditionellen Büchern eine sehr metaphorische Sprache vorfinden, hat wenig mit medizinischer Kenntnis zu tun. Wenn in Büchern wie “Complete Book of Chinese Medicine”* von Wong Kiew Kit Sachen stehen wie:

“He is sick because he has no fire in his stomach” and “The Physician cures the patient by using earth to give birth to metal” […]

Dann sind ganz konkrete Dinge und genaue Prinzipien gemeint. Wenn ich aber Yoga-Lehrer höre, die davon reden, dass wir unser Herz “schmelzen” sollen oder “durch die Füße atmen” sollen, dann ist das einfach nur Unfug.

Entsprechend mit Vorsicht zu genießen sind medizinische Hinweise solcher Yoga-Lehrer. Stefanie Arend, die im Übrigen auch Ernährungsberaterin ist, schreibt beispielsweise zum Thema Allergien:

Bei Allergien ist es ratsam, auch eine Behandlung des Darms in Betracht zu ziehen, da er im Wesentlichen für unsere Immunabwehr verantwortlich ist. Betroffene sollten regelmäßig Darmreinigungskuren durchführen, zum Beispiel durch die Einnahme von Flohsamenschalen und Bentonit, aber auch durch Einläufe oder Colon-Hydro-Therapien, bei denen der Darm gespült wird.

Uff, also da ist nun viel durcheinander geraten. Gerade mich regen solche Aussagen besonders auf, da sie es Betroffenen von Mastzellaktivierungserkrankungen und von Histaminintoleranz noch schwerer als ohnehin schon machen, ihre Krankheit zu erklären. Sie bekommen dann nämlich rasch die Antwort von ihrem Gegenüber: Ah, du hast eine Allergie!

Nein, nicht alles, was mit Histamin zu tun hat, ist eine Allergie und nein, nicht bei jeder Allergie hilft eine Darmreinigung. Insbesondere von einer Ernährungsberaterin hätte ich doch eine differenziertere Aussage zu Darmfehlbesiedlung, Allergien (Medikamentenallergie, Heuschnupfen etc.) und Intoleranzen erwartet.

Wer trotzdem den empfohlenen Yin-Yoga-Flow gegen Allergie durchführen möchte:

Interessant wird es, wenn wir zu Verdauungsbeschwerden kommen, denn dazu gibt es noch mal ein Extra-Kapitel:

Generelle Tipps wie “weniger Bläh- und mehr Ballaststoffe” greifen doch ein bisschen kurz, können aber grundsätzlich mal bei Verdauungsbeschwerden nicht schaden. Doch das sind irgendwie auch nur Binsenweisheiten. Aber das Ganze auch noch so unglücklich und widersprüchlich zu formulieren, ist für den Leser und die Leserin nur noch verwirrend:

Ballaststoffe unterstützen die Darmfunktion und stecken vor allem in Obst, Salat, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen. Wichtig dabei: reichlich trinken! Blähungen werden oft durch Kohlgemüse und Hülsenfrüchte ausgelöst, einige Menschen reagieren aber auch auf ein Plus an Ballaststoffen. Hier gilt, auf den eigenen Körper zu achten. […] Ein wahrer Alleskönner sind Flohsamenschalen […]

Jemand, der beispielsweise Verdauungsbeschwerden aufgrund von Histaminintoleranz oder wegen einer Fructose-Malabsorption oder einer Laktoseintoleranz hat, kann mit diesem Allgemeinplätzchen wirklich nicht viel anfangen. Ganz davon abgesehen, dass Obst nur recht wenig Ballaststoffe liefert. Punkt ist, Verdauungsbeschwerden können diverse Ursachen haben. Verschiedene Krankheiten von Intoleranzen bis hin zu chronisch-entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen müssen unter Umständen in Betracht gezogen und vor allem ganz individuell abgewogen und schließlich ebenso individuell behandelt werden.

Im Klappentext steht das ja auch:

Als Ernährungsberaterin arbeitet sie ganzheitlich und integriert dabei verschiedene Ansätze in ihre Beratungen, abhängig davon, was der Einzelne gerade braucht.

Stefanie Arend, die im Buch fleißig Bezug zur TCM schlägt, wirft überraschend oft mit generellen Floskeln um sich. Dabei steht doch gerade in der traditionellen chinesischen (und auch in der traditionellen europäischen) Medizin der Patient im Ganzen (holistisch) im Fokus. Es werden nicht nur seine Beschwerden einzeln betrachtet und mit speziellen Pillen unterdrückt, sondern die Ursache soll gefunden werden.

Folgende Bewegungen emfiehlt Stefanie Arend bei Verdauungsbeschwerden:

Vor allem die “gestreckten Beine” und das “Kamel” wird jedoch nicht jeder mit Verdauungsbeschwerden bewältigen können.

Zusammenfassung:

  • “Gesund durch Yin Yoga”* von Stefanie Arend
  • 192 Seiten, Taschenbuch
  • Informationen über Yin Yoga
  • zahlreiche Posen und problemorientierte Trainingspläne
  • 19,99 Euro, erschienen im Südwest-Verlag

Ich bedanke mich beim Südwest-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Passender wäre eine Übung wie Beine gegen die Wand:

Darüber hinaus sind sanftere Flows wie diese zwei sehr sinnvoll (auch bei Histaminproblemen):

Wer etwas mehr Zeit zwischen den Jahren hat, um sich zu entspannen, dem empfehle ich eine meiner Lieblingsroutinen:

Wie immer gilt für Yin-Yoga-Flows: Decke nicht vergessen. Wer so viel liegt und Faszien stretcht, dem wird manchmal kalt. Noch mehr gute Yoga-Videos gibt es hier und hier.

Was (gerne auch abseits von Yoga, Meditation und Kampfsport) entspannt Euch am meisten? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Guten Rutsch und kommt entspannt ins neue Jahr!

(c) Histamin-Pirat

Was ist eigentlich mit Käse?

Was ist eigentlich mit Käse?

Wer an Histaminintoleranz leidet, verliert zuweilen schon einmal den Appetit. Es gibt Phasen, vor allem direkt nach der Diagnose, in denen man auf jedes Lebensmittel zu reagieren scheint. Tatsächlich betreiben Betroffene in der Eliminations- und Wiedereinführungsphase von Lebensmitteln wahre Detektivarbeit. Hinter der Unverträglichkeit muss doch ein System stecken! Doch wie findet man es?

Lebensmittellisten wie die SIGHI-Liste geben Auskunft über mögliche “Übeltäter”. Während die Schweizererische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz ein Ampelsystem zur Orientierung gibt, liefert die spanische Gesellschaft für DAO-Defizit konkrete Werte, die hier einsehbar sind. Darüber hinaus gibt es eine Lebensmittelliste der kanadischen Mastozytosehilfe, die Ähnlichkeiten mit der SIGHI-Liste aufweist, aber hier und da doch Abweichungen zeigt. Schnell zur Hand für alle “Smartphone-Besitzer” ist die folgende App, die vor allem beim Einkaufen in der Anfangszeit hilfreich sein kann.

Doch trotz aller Listen hilft am Ende nur, eine eigene Liste anzufertigen. Außerdem muss das, was eingangs einmal eliminiert wurde, nicht für immer vom Speiseplan verschwinden. Hat sich der Magen-Darm-Trakt erst einmal erholt, können nach und nach wieder Lebensmittel auf den Tisch kommen, die vorher Probleme gemacht haben – so zumindest bei der Histaminintoleranz, wenn sie erworben wurde (z. B. durch Antibiotika). Manchmal muss die Krankheit aber auch einfach gemanaget werden und zwar für immer, so bei den meisten Mastzellaktivierungserkrankungen. Da kann es helfen, sich einige Lebensmittelgruppen mal genauer anzusehen. Und genau das habe ich heute mit Käse vor.

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Auf dem Blog habe ich bereits mehrmals die Faustregel formuliert: keinen lang gereiften Käse und keinen Käse mit großen Löchern. Warum?

Reifung bedeutet Fermentation. Dabei sind Bakterien am Werk. Viele Bakterien setzen in diesem Prozess Histamin frei und somit können fermentierte Produkte bei Histaminintoleranz schnell Probleme machen. Stichwort: Rotwein, Sauerkraut oder eben lang gereifter Käse. Im Grunde ist Fermentation auch bei jungem Käse und bei Joghurt am Werk. Offenbar ist der Reifungsprozess jedoch nicht lang genug, um die Histaminmenge so weit raufzutreiben, dass dadurch Probleme entstehen – hier zumindest. Die Bakterien sind für Betroffene von Laktoseintoleranz jedoch ein Segen. Während des Reifungsprozesses entsteht zwar Histamin, aber die im Käse enthaltene Laktose wird großteils durch die Bakterien abgebaut. Je älter der Käse, desto besser verträglich für Laktoseintolerante! Blöd nur, wenn man beides hat – LI und HIT.

Der Gedanke liegt nah, da zu Spezialprodukten mit der Deklaration “laktosefrei” zu greifen. Doch sind diese Produkte HIT-tauglich?

Um den Milchzucker (Laktose) in seine Bestandteile Galaktose und Glucose zu zerlegen, bedarf es eines bestimmten Enzyms namens Laktase. Betroffene von Laktoseintoleranz besitzen davon zu wenig, so wie HIT-Betroffene zu wenig DAO oder HNMT haben. Daher mischt man den laktosefreien Spezialprodukten extra Laktase bei. So und hier kommt das Problem: Das Enzym wird entweder aus Schimmelpilzen (Aspergillus) oder aus Hefen (Kluyveromyces) gewonnen und macht daher bei HIT meist Probleme. Außerdem können diese Laktase-Quellen mitunter gentechnisch verändert sein, auch wenn das zumindest in Deutschland nicht der Fall sein sollte. Bio-Ware gibt es im Reformhaus oder Naturkostladen, doch das Problem mit dem Histamin bleibt.

Wer daher von der Kombi LI und HIT betroffen ist, sollte idealerweise auf pflanzliche Alternativen umsteigen. Doch auch hier gibt es einiges zu beachten:

  1. Sojamilch sollte gemieden werden, da Sojabohnen als Histaminliberatoren gelten und sogenannte Phytoöstrogene enthalten. Stichwort: Östrogendominanz & HIT.
  2. Fertige/gekaufte Reis- und Hafermilch* ist oft fermentiert und wird daher nicht immer vertragen.
  3. Nicht alle Nussmilchalternativen sind verträglich, meist geht Mandel- oder Kokosmilch.
  4. Fertigprodukte enthalten meist unverträgliche Zusatzstoffe und Bindemittel (z. B. Guarkernmehl)
  5. Tipp: Pflanzliche Milch einfach selber machen. Auf meiner Seite gibt es Rezepte für Vanille-Hanf-Milch, Mandelmilch und Kokosmilch.

So, wie sieht es aber nun allgemein mit Käse aus und was hat es eigentlich mit der Empfehlung “keine großen Löcher” auf sich?

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Die Löcher sind ebenfalls ein Hinweis auf Fermentation. Befinden sich Heupartikel in der Milch, wie es bei der traditionellen Milchherstellung häufig vorkommt, werden diese ebenfalls von Bakterien zersetzt (Fermentation) und dabei entstehen Gase, die entweichen. Voilà, der Käse bekommt Löcher! Bei einigen Sorten, wie Emmentaler werden diese Heupartikel für das typische Sortenbild übrigens künstlich zugesetzt. Von der Fermentation einmal abgesehen, können Heuschnupfen-Betroffene auf solche Sorten empfindlich reagieren.

Also hilft bei HIT nur der Griff ins Kühlregal zu jungem Käse wie Frischkäse, Mozzarella oder Gouda. Doch selbst da muss die Zusammensetzung studiert werden. Gerne befinden sich nämlich folgende Übeltäter für die Konsistenz oder zum Haltbarmachen in den Produkten:

  • Johannisbrotkernmehl (z. B. in Philadelphia, den ich ohnehin nicht kaufe, weil Kraft Foods)
  • Carrageen (z. B. in Buko – enthält auch Johannisbrotkernmehl)
  • Citronensäure, die nichts mit der Zitrone (Frucht) zu tun hat (z. B. in Bresso, der außerdem Schweinegelantine enthält und damit sowieso HIT-untauglich ist und auch nicht vegetarisch ist)

Citronensäure (auch als E330) wird nicht aus der bekannten Zitrusfrucht, sondern in aller Regel aus Schimmelpilzen hergestellt. Hier ist Citronensäure neben Carrageen ein massiver Auslöser.

Wenn Ihr wissen wollt, was wirklich in Eurem Essen steckt, dann empfehle ich die Seite das-ist-drin.de! Dort kann man einige Produkte nachschlagen und bekommt Hinweise zur Zusammensetzung. Außerdem sind die E-Stoffe aufgelistet.

Das Fazit bleibt: keinen lang gereiften Käse und keinen Käse mit großen Löchern. Jetzt wisst Ihr auch, warum.

(c) Histamin-Pirat

Küchengeheimnisse

Geheimnisse aus meiner Kombüse –

nützliches Zubehör und praktische Küchentipps

Was braucht man wirklich, um gute und gesunde Köstlichkeiten zu zaubern?

Zunächst einmal natürlich eine gute Hand voll Liebe – damit gelingt alles besser 🙂

Tipps für die Zubereitung und Aufbewahrung

Daneben ist Know-how natürlich wichtig. Trotzdem musst Du als “Histamin-Smutje” kein Sternekoch sein. Basics wie “Mehlschwitze” oder “Brühe” hat man schnell gelernt. Bei einer Mehlschwitze erhitzt man etwas Butter oder Öl in der Pfanne und fügt dann etwas Mehl hinzu und rührt mit einem Schneebesen* rasch um, so dass die cremige Masse weder anbrennt noch klumpt. Hiermit lassen sich Saucen prima andicken ohne Saucenbinder. Solltest Du jedoch glutenfrei kochen oder möchtest Du im Nachhinein eine Sauce andicken, bietet sich z. B. Maisstärke an.

Brühe kann man auch einfach selber machen. Gemüsebrühe macht man mit Suppengrün. Bei einer Fleischbrühe kocht man Fleisch(reste) oder Knochen mit ab. Man kann auch “Instant-Brühe” vorbereiten, indem man Gemüse kleinschnippelt und im Backofen dörrt. Dieses “Instantmaterial” hält sich eine Weile, aber auch nicht ewig. Einmal gekochte Brühe kann man auch in Eiswürfelformen* einfrieren und hat so gleich Portionen bereit fürs nächste Mal. Genauso kann man übrigens mit Saucen- oder Suppenresten verfahren: einfach einfrieren.

Brühe gehört, wie viele Flüssigkeiten, zu den absoluten “Histamin-Essentials”, denn Histamin ist wasserlöslich. Viel trinken ist also eine Option. Wenn es Dir aber einmal nicht so gut geht, ist selbstgemachte Suppe eine tolle Idee zum Kochen. Nach unserer Erfahrung gilt Suppe als absolutes “Sicherheitsessen”, wenn sich aufgrund einer Histamin-Sünde vom Vortag mal ein Schub anbahnt.

Immer Suppe essen, ist aber total langweilig. Ein Histamin-Pirat isst daher ganz gerne auch mal was anderes und entgegen landläufiger Meinung geht sogar Fisch, jedoch nicht jede Sorte – und auch bei der Zubereitung gilt es einiges zu beachten. Fisch sollte stets gründlich abgespült werden. Tiefkühlfisch sollte rasch unter warmem Wasser aufgetaut werden und nicht langsam bei Zimmertemperatur weich werden. Erfahrungsgemäß werden Raubfische wie Kabeljau/Dorsch, Lachs und Hecht bei richtiger Verarbeitung ganz gut vertragen. Fette Fische wie Makrele oder Thunfisch hingegen eher schlecht. Was übrigens für Fisch gilt, kann auch auf Fleisch übertragen werden. Spüle Fleisch stets gut ab und tupfe es dann mit Küchenpapier trocken. Danach sollte es zügig weiterverarbeitet werden und möglichst bald in der Pfanne oder im Kochtopf landen.

Und wenn die Augen des Histamin-Piraten einmal größer als sein Magen waren? Dann kann er Speisereste aufheben und später essen. Doch geht das immer oder sollte man manche Speisen lieber nicht noch mal aufwärmen? Grundsätzlich gilt, dass vegetarische oder vegane Speisen meist ganz gut wieder aufgewärmt werden können. Bestimmte Sachen werden jedoch schneller schlecht als andere, so bieten sich z. B. Reis oder Pilze eher nicht zum nochmaligen Aufwärmen an. Gerichte mit bspw. Brokkoli, Karotten usw. kannst Du aber, nachdem sie auf Raumtemperatur runtergekühlt sind, schon eine Nacht im Kühlschrank lagern und am nächsten Tag nochmals aufwärmen. Größere Mengen sollten nach dem Runterkühlen auf Raumtemperatur direkt eingefroren werden und müssen dann auch nicht unbedingt am nächsten Tag gegessen werden. Fest verschließbare Aufbewahrungsboxen aus Glas* sind daher der beste Freund des Smutjes. Hierin halten sich die Speisen eine Weile und sind abgeschlossen von Luft etc., so dass Histamin freisetzende Bakterien nicht sofort ans Essen kommen.

Andere praktische Küchenhelfer

Nachdem bereits ein paar praktische Kücherhelfer Erwähnung fanden, schauen wir doch mal, was der Smutje sonst so in der Kombüse hat, um leckere Speisen zu zaubern. Diese Küchenhelfer sollten auch in Deine Kombüse einziehen, wenn sie da nicht ohnehin schon wohnen. Du wirst sie zum histaminfreundlichen Kochen nämlich immer wieder brauchen und deshalb garantiert lieben lernen.

Das wahrscheinlich am häufigsten verwendete Gerät (neben Backofen und Herd, versteht sich) ist der Pürierstab*. Wenn Du einen Standmixer* hast, geht das natürlich auch. Ich brauche meinen liebevoll “Pürieri” genannten Helfer für Saucen, Suppen, selbst gemachte Pflanzenmilch, Zahnpasta, Aufstriche, Smoothies, Lassis usw.

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Wer öfter Pflanzenmilch selber machen möchte, greift am besten zu einem Pflanzenmilchbereiter*.

Direkt danach, wenn es um Nutzungshäufigkeit geht, findet man den Entsafter.* Fast jeden Morgen mache ich selber Saft aus was immer gerade zur Verfügung steht: Karotten, Äpfel, Gurken, Brokkoli, Brombeeren, Zucchini … alles kommt in das “Küchenkarrussel”. Die Reste verwende ich oft für Muffins, Kuchen oder Brot.

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Außerdem sind wir tatsächlich Kaffeetrinker. Da Kaffee aber eine Koffeinquelle ist, verursacht dieses Getränk vielen Betroffenen Probleme. Warum das so ist, habe ich versucht hier zu erläutern. Wir machen unseren Kaffee, seit meine Siebträgermaschine das Zeitliche gesegnet hat, übrigens mit einem einfachen Espressokocher*.

Ob als gesunder Snack, Brotbelag oder Salatzutat, Sprossen stehen in der Histamin-Piraten-Kombüse ebenfalls ganz hoch im Kurs, daher hat es also auch das Keimglas* in die Liste geschafft.

Auch gaaanz wichtig ist der kleine Mörser*. Im Moment kommt der meist zum Einsatz, um die Gewürznelken für die Zahnpasta “kleinzukriegen”.

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Wenn ich nicht von Hand mit dem Schneebesen rühre oder mit den Händen Teig knete, kommt das maschinelle Handrührgerät* zum Einsatz.

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Ehrlich gesagt, eher selten, aber eben doch in Verwendung, ist die digitale Küchenwaage*. Ich koche ja kaum nach Kochbüchern und mache vieles eher “frei Schnauze” (wahrscheinlich sind daher nicht immer alle Zutatenangaben so ganz genau), aber manchmal ist auch dieses Teil recht praktisch.

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Momentan noch auf meiner Wunschliste ist eine gusseiserne Pfanne*. Schließlich möchte ich irgendwann von den beschichteten Pfannen weg und etwas Gesünderes ausprobieren. Pfannen aus Gusseisen sind vor allem für Vegetarier ein Geheimtipp, weil dadurch die Eisenbilanz tatsächlich aufgebessert werden kann. Und gerade Eisen ist bei einer fleischlosen oder fleischarmen Ernährung so eine Sache, denn das Klischee stimmt: Tierisches Eisen nimmt der Körper besser auf. Tipp: Mit vitamin-c-reichen Lebensmitteln kann man die Bioverfügbarkeit von Eisen steigern. Man muss also clever kombinieren.

Substituieren statt eliminieren

Apropos “clever kombinieren”. Beim Thema Histaminintoleranz ist immer die Rede von “histaminarm” und das hat stets den bitteren Beigeschmack von Verzicht. Tatsächlich sind einige Lebensmittel histaminhaltig, so z. B. Spinat oder eben fetter Fisch, lang gereifte Salami oder auch Sauerkraut. Von so manchem Lebensmittel muss man sich also verabschieden. Je nach Empfindlichkeit reicht es aber manchmal, clever zu kombinieren. Manche Liberatoren können durch den gleichzeitigen Verzehr von Mastzellstabilisatoren (oft in Küchenkräutern und einigen Tees enthalten, wie z. B. Helmkraut-Tee) “unschädlich” gemacht werden und natürlich kommt es auch hier immer auf die Menge an.

Wer mit seinem Ernährungstagebuch und dem Erstellen der eigenen Verträglichkeitsliste gerade erst anfängt, hat meist einen sehr eingeschränkten Speiseplan. Durch cleveres Kombinieren und später durch Substituieren (Austauschen) lässt sich der Speiseplan aber wieder erweitern.

So haben wir z. B. begonnen, zahlreiche Lebensmittel in den Speiseplan zu integrieren, die wir vorher entweder nicht kannten oder schlichtweg nicht genutzt haben, Chiasamen sind nur eins davon. Darüber hinaus sind wir große Fans von Hanfsamen und diversen Speiseölen geworden.

Seit kurzem versuche ich Zucker stark zurückzufahren, auch wenn es, anders als zum Beispiel bei Fruktose-Intoleranten, kein direktes Histamin-Problem ist. Bei Fruktose-Intoleranz muss Zucker gezielt durch z. B. Traubenzucker, Rübensirup oder dergleichen ersetzt werden. Ahornsirup, den ich gerne als Zuckerersatz verwende, ist da keine Option. Mehr zu den verschiedenen Intoleranzen erfährst Du hier. Auch Kokosblütenzucker, der viel gehaltvoller als herkömmlicher Kristallzucker ist, geht bei Fruktose-Intoleranz nicht. Für das Kochen und Backen bei Histaminintoleranz sind dies aber tolle Optionen, genauso wie Honig. Zuckeralkohole wie Xylitol gehen jedoch bei Histaminintoleranz in der Regel nicht, da der Abbauweg über Enzyme funktioniert, die entweder direkt oder indirekt auch für den Histaminabbau benötigt werden.

Insbesondere beim veganen Kochen, wo also nicht nur Fleisch weggelassen wird (das wäre vegetarisch), sondern auch Milch, Eier, Butter usw. braucht man schmackhafte und effektive Ersatzmaterialien mit ähnlichen Eigenschaften.

Ein super Ersatz für Eier sind z. B. Chiasamen, die bei mir nun immer häufiger zum Einsatz kommen. Angerührt mit etwas Wasser ergibt sich ein klebriger Pudding mit schwarzen Pünktchen, der erstaunlich gut schmeckt und genauso gut bindet wie Eier, wenn’s ums Backen geht.

Lange glaubte ich, dass man Milch nur durch laktosefreie oder der von mir mittlerweile so verhassten Sojamilch ersetzen kann. Soja wird nicht nur schlecht vertragen bei Histaminintoleranz, der Anbau von Soja im großen Stil begünstigt Monokulturen und führt mittlerweile vielerorts zum Habitatverlust von vielen Regenwaldbewohnern. Auch in als “bio” deklarierten Sojabohnen hat man immer wieder Spuren von GMOs gefunden. Einige Gründe also auf Soja zu verzichten. Für Betroffene von Histaminintoleranz gilt, dass Soja sogenannte Phytoöstrogene enthält und deshalb Probleme verursachen kann. Schließlich ist eine Östrogendominanz für viele Betroffene eins der vielen “Histaminprobleme” bzw. sogar Ursache für die HIT. Nicht umsonst leiden viele Frauen ab den Wechseljahren an HIT, wenn der Hormonhaushalt durcheinanderkommt. Im speziellen Fall heißt dies, dass die Progesteronproduktion rascher zurückgeht als die Östrogenproduktion und peng: Östrogendominanz mit ziemlich HIT-ähnlichen Symptomen.

Das Schreiben des Blogs hat mich nun zu – auch geschmacklich – spannenden Alternativen gebracht, so z. B. Mandelmilch, Hafermilch, Reismilch … OK, genau genommen, sollte man “Saft” sagen, denn schließlich werden die Mandeln & Co nicht gemolken, aber “Kaffee mit Saft” klingt halt doch einfach blöd und wird sich wohl nicht durchsetzen 😉

Und, hast Du auch Küchengeheimnisse, die Du teilen möchtest? Unten ist, wie immer, Platz für Kommentare 🙂

 

Zuletzt aktualisiert am 03.03.2018

 

(c) Histamin-Pirat

Über Histaminintoleranz

Allgemeines zu Histaminintoleranz

Histamin

Histamin – so heißt der Stoff, der bei Histaminintoleranz und Mastzellerkrankungen nicht richtig vertragen wird. Doch was genau ist das eigentlich?

Definition

Histamin ist ein biogenes Amin, das im Körper als Gewebshormon und Neurotransmitter aktiv ist. Die Substanz spielt bei vielen physiologischen und pathophysiologischen Vorgängen eine zentrale Rolle und ist unter anderem ein wichtiger Mediator bei Entzündungsreaktionen.

Chemie

Die Summenformel von Histamin lautet C5H9N3. Alternative chemische Bezeichnungen für Histamin sind 2-(4-Imidazolyl)ethylamin, 2-(1H-Imidazol-4-yl)ethanamin oder 4-(2′-Aminoäthyl)-Imidazol. Die Strukturformel ist:

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Vorkommen

Histamin findet sich im menschlichen Körper fast ubiquitär, u. a. in der Haut, in der Lunge, in der Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts und im Hypothalamus. Auch Lebensmittel enthalten relevante Histaminkonzentrationen. Von einigen Pflanzen wird Histamin als Abwehrsubstanz produziert (z. B. von Brennnesseln).

Stoffwechsel

Histamin entsteht im menschlichen Körper durch Decarboxylierung aus der Aminosäure Histidin. Die Umwandlung wird durch das Enzym Histidindecarboxylase (HDC) katalysiert. Histamin wird durch die Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) zu N-Methylhistamin metabolisiert oder durch die Diaminooxidase (DAO) in Imidazolessigsäure umgewandelt.

In Zellen, die größere Mengen Histamin enthalten (z.B. Mastzellen) wird Histamin intrazellulär in Vesikeln gespeichert, in denen es an Heparin gebunden ist.

Funktionen und Rezeptoren

Histamin ist ein potenter Mediator, der im Organismus eine Fülle von Folgereaktionen auslöst. Es entfaltet seine Wirkungen durch Bindung an membrangebundenen Histamin-Rezeptoren. Man unterscheidet dabei H1-, H2-, H3– und H4-Rezeptoren. Die wichtigsten pharmakologischen Effekte, die in verschiedenen Geweben durch Ansprechen dieser Rezeptoren entstehen, sind im Folgenden aufgeführt.

H1-Rezeptor

Der H1-Rezeptor ist z.B. für die allergietypischen Symptome wie Hautrötungen, Ausschlag und Husten verantwortlich. Da bei einer allergischen Reaktion auch Histamin ausgeschüttet wird, nennt man die Histaminintoleranz übrigens auch „Pseudoallergie“. Die Symptome sind mitunter ähnlich, jedoch werden bei einer Pseudoallergie im Unterschied zur Allergie keine spezifischen IgE-Antikörper gebildet.
Histamin sorgt  durch Bindung an den H1-Rezeptor für die Erweiterung der Blutgefäße und die Erhöhung der Gefäßpermeabilität, also eine erhöhte Durchlässigkeit. Durch die Gefäßerweiterung kommt es zu einer Senkung des arteriellen Blutdruckes und zu einer verstärkten Bildung von Adrenalin. Die erhöhte Gefäßpermeabilität führt mitunter zu einer Bildung von Ödemen der Haut und Schleimhaut. Typische Veränderungen der Haut durch zu viel Histamin sind Schwellungen, wie Blasen oder Quaddeln, Rötungen und Juckreiz. Auch bei der Entstehung von Migräne oder anderen Kopfschmerzen kann die gefäßerweiternde Wirkung des Histamins eine Rolle spielen.
An den Bronchien führt Histamin, ebenfalls durch Ansprechen des H1-Rezeptors, zu Bronchokonstriktion, einer Verengung der Luftwege innerhalb der Lunge. Husten, asthma-ähnliche Symptome oder Atemnot sind mögliche Folgen. Histamin ist daher auch von besonderer Bedeutung beim durch Allergien ausgelösten Asthma bronchiale. Über den H1-Rezeptor wird auch der Tag-Nacht-Rhythmus reguliert, also wann der Mensch müde wird oder sich wach und fit fühlt. Zu viel Histamin kann zudem über den H1-Rezeptor Brechreiz auslösen.

H2-Rezeptor

Histamin löst durch Bindung an den H2-Rezeptor der Parietalzellen der Magenschleimhaut eine erhöhte Sekretion von Magensäure aus. Auch „Herzrasen“ kann durch zu viel Histamin über den H2-Rezeptor verursacht werden. Dann kommt es zur so genannten Reflextachykardie, der Beschleunigung des Herzschlags, um einem Blutdruckabfall durch vermehrte Herztätigkeit entgegenzuwirken.

H3-Rezeptor

Im zentralen Nervensystem (ZNS) wirkt Histamin als Neurotransmitter und beeinflusst über den H3-Rezeptor auch die Ausschüttung anderer Neurotransmitter, z.B. die von Noradrenalin, Serotonin, Dopamin und Glutaminsäure (Glutamat). Histamin beeinflusst das Schmerzempfinden. H3-Rezeptoren findet man auch in Zellen des Verdauungsapparats. Histamin wirkt hier beispielsweise auf die Sekretion vom Hormon Somatostatin ein. Somatostatin selbst beeinflusst einige andere Hormone sowie die Magensäuresekretion.

H4-Rezeptor

Die unterschiedlichen Histamin-Rezeptoren wurden in der Reihenfolge ihrer Entdeckung benannt. Die Existenz des H4-Rezeptors wurde erst im Jahr 2000 in einer Studie bestätigt. Nach wie vor wird an den verschiedenen Wirkungen von Histamin geforscht. Dabei werden immer neue Zusammenhänge zwischen Abläufen im Körper entdeckt, auf die Histamin einen Einfluss hat. Zudem wird Histamin mit immer mehr Krankheiten in Verbindung gebracht – dazu später mehr. Histamin wirkt durch Bindung an den H4-Rezeptor u. a. auf Vorgänge des Immunsystems. Histamin ist dadurch nicht nur an allergischen Prozessen beteiligt, sondern spielt auch bei Entzündungsprozessen eine entscheidende Rolle.

 

Histaminintoleranz

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Definition: Als Histaminose wird generell der Zustand bezeichnet, wenn zu viel oder zu wenig Histamin im vorliegt, denn beides kann Probleme verursachen. Dadurch bezeichnet der Begriff Histaminose keine spezifische Krankheit, sondern ist stattdessen als Überbegriff zu verstehen, unter den Krankheiten wie Histaminintoleranz (zuweilen auch: Histaminunverträglichkeit) und Mastzellaktivierungserkrankungen fallen.

Anders bei einer Allergie handelt es sich bei der Histaminintoleranz um eine enzymatische Abbaustörung. Histamin wird vom Körper schlechter abgebaut und daher treten Symptome auf. Es sind keine Antikörper, die gebildet werden, im Spiel.

Bei Mastzellaktivierungserkrankungen verfügt der Körper häufig über aktive Enzyme zum Histaminabbau. Dennoch treten massive Symptome auf, die denen der Histaminintoleranz ähneln können, da der Körper selbst zu viel Histamin ausschüttet.

Mit dem Begriff der Histaminintoleranz, in Anlehnung an z.B. Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit infolge eines Mangels an spaltendem Enzym, der Laktase), meint man meist eine enzymatische Histaminabbaustörung, im Sinne eines DAO-Defizits.

Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass neben der DAO (Diaminoxidase) auch die HNMT (Histamin-N-Methyltransferase), ein anderes Enzym, eine entscheidende Rolle beim Histaminabbau spielt.

Wie die folgende Grafik zeigt, spielen auch die MAO (Monoaminooxidasen) eine Nebenrolle beim Histaminabbau.

Da verschiedene Enzyme – und das auch noch an verschiedenen Orten im Körper – für den Histaminabbau verantwortlich sind, ist es oft schwierig die mannigfaltigen Symptome korrekt als Ausdruck einer der Mastzellaktivierungserkrankungen oder der Histaminintoleranz zu identifizieren. Man unterscheidet zudem verschiedene Formen der Histaminintoleranz.

Formen und mögliche Ursachen einer Histaminintoleranz

Bisher sind die genauen Ursachen der Histaminintoleranz noch umstritten, zumal es verschiedene Ausprägungen der Erkrankung gibt: Einerseits kategorisiert danach, welcher Histamin-Rezeptor betroffen ist (mehr dazu s. o.), andererseits ob es sich um eine angeborene Histaminintoleranz handelt oder nicht. In jedem Fall liegt eine Störung beim Histaminhaushalt vor.

Eine Histaminintoleranz kann, wenn sie angeboren ist (Gendefekt: angeborener DAO-, HNMT- oder MAO-Mangel), ein Leben lang andauern. In diesem Fall ist man aufgefordert sich sein Leben lang histaminarm zu ernähren. In der Form ist Histaminintoleranz nur therapierbar, aber nicht heilbar.

Eine Störung der HNMT kann aber auch durch chemische Einflüsse verursacht werden und ist dann nur vorübergehend und dementsprechend heilbar.

Ursache für einen DAO-Mangel ist häufig eine Darmdysbiose. Durch verschiedene Einflüsse kann die natürliche Darmflora gestört sein, wodurch das Verhältnis von “guten” zu “schlechten” Bakterien im Darm aus dem Gleichgewicht gerät.


Die meisten Zellen produzieren sowohl DAO wie auch HNMT. Allerdings unterscheiden sich die Mengen je nach Organ bzw. Zelltyp beträchtlich. Im Zentralnervensystem (ZNS), in der Bronchialschleimhaut und in der Haut ist die HNMT der Hauptabbauweg. Bei einer Funktionsminderung der HNMT sind deshalb diese Organe, insbesondere das Gehirn, tendenziell besonders stark betroffen. (Hierbei sollte auch bedacht werden, dass in diesen Organen auch besonders viele Mastzellen vorhanden sind. Mastzellerkrankungen müssen deshalb ebenfalls als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden, wenn sich die Symptome vor allem in diesen Organen manifestieren.)

Bei einer Funktionsminderung der DAO werden hingegen kaum Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem erwartet. Die DAO ist ein exkretorisches (= nach außen abgegebenes) Enzym, das hauptsächlich von den Darmschleimhautzellen produziert und ausgeschieden wird. Es baut bereits außerhalb der Körperzellen das Histamin im Nahrungsbrei ab, um zu verhindern, dass es in zu großen Mengen in den Körper gelangt. Die HNMT hingegen ist im Innern der Körperzellen, besonders in der Leber und der Niere (Entgiftungsorgane), maßgeblich am Histaminabbau beteiligt.

Wegen der oben geschilderten räumlichen und funktionellen Trennung (in unterschiedlichen Organen gebildet, inner- / außerhalb der Zellen) kann beim Ausfall eines dieser Enzyme vermutlich kein anderes dessen Funktion vollumfänglich übernehmen.

Unter anderem werden Vorerkrankungen, v. a. mit bakterieller Beteiligung und Belastungen mit z. B. Schwermetall, als mögliche Ursachen für eine Histaminintoleranz angesehen. Wird der Körper entsprechend entgiftet bzw. die Vorerkrankung entsprechend behandelt und ernährt man sich strikt histaminarm, kann die Histaminintoleranz überwunden werden. Eine solche Vorerkrankung oder Vergiftung kann man gelegentlich im Mund lokalisieren. Alte Amalgam-Füllungen können z.B. die Ursache für die Vergiftung sein, wenn diese dann auch noch mit Karies unterlegt sind, kommt die bakterielle Belastung noch hinzu.

Andere Einflüsse können z. B. Antibiotika sein, die die Darmflora stören bzw. gestört haben. Spezielle Probiotika können nach und nach helfen, eine gesunde Darmflora wieder aufzubauen.

Auch ein aus dem Gleichgewicht geratener Hormonhaushalt kann Histaminprobleme verursachen oder begünstigen. Die größte Rolle spielt hier vermutlich das Östrogen (weibliches Sexualhormon), wobei nicht die absolute Östrogenmenge, sondern das Verhältnis von Östrogen relativ zu bestimmten anderen Hormonen (Progesteron, Testosteron) entscheidend ist. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer.

Zu den Störfaktoren im Hormonhaushalt gehören:

  • Weiblicher Zyklus (Menstruation)
  • Hormonelle Empfängnisverhütung (Antikonzeptiva, Antibabypille)
  • Wechseljahre (Klimakterium)
  • Pubertät
  • Östrogendominanz (bzw. Progesteron- oder Testosteronmangel)
  • Hormone und hormonähnliche Stoffe in natürlichen Lebensmitteln (z.B. Östrogen in Hopfen und Bier)
  • Hormonaktive Umweltschadstoffe: Stoffe mit (unbeabsichtigter) hormonähnlicher Wirkung in Alltagsprodukten wie Kunststoffen, Sonnencrèmen etc.
  • (Evtl. Hormone als Leistungsförderer in der Tierproduktion?)

Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Histamin und Hormonen:

Von HIT sind deutlich mehr Frauen als Männer betroffen und die Krankheit tritt oft mit dem Beginn der Wechseljahre auf.

Die Intensität der Histaminprobleme ist vom weiblichen Zyklus abhängig (Regelschmerzen als Histaminsymptom).

Die Beschwerden histaminsensibler Personen können sich bei Einnahme der Pille (hormonelle Empfängnisverhütungsmittel) je nach individuellem Hormonstatus verschlechtern oder auch verbessern.

Während der Schwangerschaft steigt der DAO-Spiegel um das ca. dreihundertfache an, um die Gebärmutter bzw. den Embryo vor Histamin zu schützen. Das hat zur Folge, dass während einer Schwangerschaft Allergien und andere Histaminprobleme meistens vorübergehend verschwinden.

Die komplizierten Wechselwirkungen werden noch nicht genügend verstanden. Ein Mechanismus könnte sein: Für den Abbau von Östrogen wird Vitamin B6 benötigt. Wenn zu viel überschüssiges Östrogen abgebaut werden muss, steht der Diaminoxidase (DAO) nicht mehr genügend Vitamin B6 für den Histaminabbau zur Verfügung. Umgekehrt scheint aber auch der Histaminspiegel den Hormonhaushalt zu beeinflussen. Möglicherweise sind neben der DAO noch andere Stellen im Histaminstoffwechsel hormonell beeinflusst.

Das Problem mit der Pseudoallergie

Durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, wird Histamin einerseits aus körpereigenen Speichern (v.a. Mastzellen) freigesetzt und andererseits über die Nahrung zugeführt. Der Körper eines Gesunden ist dazu befähigt, dieses Histamin schnell genug abzubauen, so dass dies im Normalfall nicht zu Problemen führt. Übersteigt nun – aus welchen Gründen auch immer – die Summe aller Histaminquellen die Fähigkeit des Körpers, Histamin abzubauen, dann steigt der Histaminspiegel zu stark an. Wenn die individuelle Toleranzschwelle überschritten wird, kommt es zu einer breiten Palette von “Vergiftungssymptomen”. Hierzu zählen Ausschlag, wie bei einer Allergie, aber auch Kopfschmerzen als hätte man einen schweren Kater. Daher spricht man auch von der Pseudoallergie.

Im Unterschied zu einer Allergie werden bei der Pseudoallergie keine spez. IgE-Antikörper gebildet. 

Die Reaktion sieht jedoch meist ähnlich aus. Gerade das macht es auch so schwer eine Histaminintoleranz zu diagnostizieren. Betroffene leiden oft über Jahre oder Monate ohne Abhilfe zu bekommen, werden teilweise wie Hypochonder behandelt oder die Symptome (s. Auflistung unten) werden als psychosomatisch abgetan. Die Symptome können denen einer Pollenallergie oder anderer Lebensmittelunverträglichkeiten ähneln:

  • Anschwellende Nasenschleimhaut, laufende Nase, Niesen, Auswurf, Hustenreiz, Atembeschwerden
  • Verdauungsprobleme: Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Sodbrennen
  • Juckreiz, Hautausschlag, Hautrötungen, Erröten (Flush im Gesicht)
  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche, gestörtes Temperaturempfinden
  • Herzrasen, Herzstolpern, Herzklopfen, Blutdruckabfall
  • Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel
  • Schlafstörungen, Müdigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Ödeme (Schwellungen, Wasseransammlungen, z.B. geschwollene Augenlider)

(s. http://www.histaminintoleranz.ch/symptome.html)

Histamin ist nun aber nicht irgendein Gift, sondern ein körpereigener Botenstoff mit zahlreichen Funktionen, wie oben beschrieben wurde. In einem mit Histamin überschwemmten Körper ist die Regulation dieser Vorgänge gestört.

Es gibt also verschiedene Ursachen für eine Histaminunverträglichkeit. Außerdem spielt der Typ, HNMT und/oder DAO – eine entscheidende Rolle beim Krankheitsbild und den individuellen Symptomen. Oft geht die Diagnose einer Histaminunverträglichkeit mit dem Ratschlag der Ernährungsumstellung einher. Für diesen Therapieansatz möchte diese Internetseite Hilfe, Ideen und Austausch ermöglichen. Hauptanliegen ist es, gute und schmackhafte Rezepte zu versammeln, die möglichst histaminarm sind.

Ernährung allgemein

 

Vielen Betroffenen wird nach der Diagnose einer Histaminintoleranz geraten auf histaminreiche Lebensmittel zu verzichten.

Hier fängt meistens das Problem erst an. Bei einer regulären Allergie verzichtet man auf das betroffene Lebensmittel. So verzichtet man z. B. bei einer Nussallergie auf Produkte mit der Aufschrift “Kann Spuren von Nüssen enthalten”.

Auch Vegetarier haben mittlerweile das Leben etwas leichter. So steht doch auf vielen Produkten gleich die Deklaration “vegetarisch” oder gar “vegan”.

Bei Histaminintoleranz handelt es sicher aber um keine Allergie oder einen freiwilligen Ernährungstrend, darüber hinaus ist nicht nur ein Lebensmittel oder eine Lebensmittelgruppe (wie z. B. bei der Laktoseintoleranz) betroffen, sondern mehrere Lebensmittel, die jeweils Histamin enthalten, welches im Falle einer Histaminintoleranz nur schwerlich bis gar nicht abgebaut werden kann.

Zudem stellt der Körper Histamin auch selbst her – es ist nämlich für einige Vorgänge, wie z. B. den Schlaf-Wach-Rhythmus, verantwortlich. Anders als bei einer klassischen Allergie werden auch keine spez. IgE-Antikörper gebildet, man spricht daher auch von einer Pseudoallergie.

 

Wie erkennt man den Histamingehalt von Lebensmitteln?

Woher weiß man nun, ob Histamin in einem Lebensmittel enthalten ist? Nur wenige Nahrungsmittel sind absolut frei von Histamin (z. B. reine Stoffe wie Wasser, Kochsalz oder weißer Kristallzucker). Ansonsten ist Histamin in sehr vielen Nahrungsmitteln enthalten – mal mehr, mal weniger. Es gibt aber auch einige Nahrungsmittel, die von sich aus relativ viel Histamin enthalten (histaminreiche Lebensmittel) und auch welche, die die Histaminausschüttung im Körper anregen (Histaminliberatoren). Histaminliberatoren enthalten oft gar nicht viel Histamin, sind aber insbesondere bei Betroffenen, wo die HNMT das Problem darstellt und bei Mastzellaktivierungserkrankungen, bedenklich. Hierzu zählen z.B. Lauch, Kaffee, Kakao, viele Zitrusfrüchte…

Außerdem gibt es sogenannte DAO-Blocker. Hierzu zählt z.B. die Substanz Nikotin. Zigarettenrauchen bei Histaminintoleranz ist daher auch immer problematisch.

Bei der Detektivarbeit – den problematischen Lebensmitteln auf der Spur – können bereits erstellte Lebensmittellisten helfen, z.B. von SIGHI, die Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel getestet haben und ein Barometer von 0, 1 bis 2 bzw. grün, orange und rot zur Orientierung herausgegeben haben.

Je nach Lagerung und Herstellungsweise kann der Histamingehalt aber in Produkten schwanken. Daher wird Betroffenen empfohlen weder lang gereiften Käse, noch wieder Aufgewärmtes, schnell Verderbliches (z. B. Fisch) oder Überreifes (v.a. Obst) zu essen – zumindest in der Anfangszeit.

Neben den Histamin-Lebensmittel-Listen können auch Übersichten von Produkten nach Histidingehalt hilfreich sein (s. z.B. hier). Denn Histidin dient als Vorstufe für die Bildung von Histamin. Histamin wird unter Wirkung der unspezifischen L-Aminosäure-Decarboxylase bzw. einer in den meisten Geweben vorhandenen spezifischen Histidin-Decarboxylase aus Histidin gebildet.

Fisch, der einen hohen Eiweißgehalt hat und viel Histidin enthält, kann bei unsachgemäßer Lagerung sehr schnell hohe Histaminwerte entwickeln.
Histamin entsteht auch in den Lebensmitteln, an deren Entstehung und Reifung Mikroorganismen/Bakterien beteiligt sind z.B. Sauerkraut, Joghurt und Käse.

(Vgl. http://flexikon.doccheck.com/de/Histidin und vgl. http://www.dr-walraph.de/histamin.htm)

Beim Histamingehalt von Lebensmitteln spielt der Faktor Frische eine entscheidende Rolle. Histamin ist ein Verderbnisprodukt. Es entsteht besonders dann in sehr großen Mengen, wenn verderbliche Nahrungsmittel, die reich an der Aminosäure Histidin sind (z.B. Fisch), von Bakterien oder Hefen besiedelt und zersetzt werden. Neben dem Verderb entsteht es aber auch bei gewollten Gärungs-, Fermentations- und Reifungsprozessen. Diese dienen eigentlich der Veredelung eines Produktes, indem sie es aromatischer oder haltbarer machen sollen (z.B. Salami, Käse, Sauerkraut, Wein, Bier, Most). Auch während langer Lagerung kann der Histamingehalt zunehmen (Konserven).

Je nach individueller Empfindlichkeit treten vielleicht erst dann Symptome auf, wenn man mehrere besonders stark histaminhaltige Nahrungsmittel miteinander kombiniert (z.B. Rotwein mit Käse). Auch gesunde Personen können je nach Dosis mit Symptomen reagieren. Der Gehalt von biogenen Aminen in Lebensmitteln wird daher auch als Faktor für die Lebensmittelsicherheit herangezogen. Fast jeder kennt wohl das Gefühl nach dem Konsum eines schlechten Kopfwehweins. Vielfach sind es gar nicht direkt die Bakterien, die den Darm plagen, sondern die von den Bakterien als Verderbnisprodukte ausgeschiedenen biogenen Amine. Für deren Abbau von anderen biogenen Aminen ist teilweise ebenfalls die DAO – aber auch die MAO (daher indirekte Nebenrolle) – zuständig. Biogene Amine stellen deshalb ein mit Histamin konkurrierendes Substrat dar. Schlimmer noch: Die DAO bevorzugt sogar andere Amine gegenüber dem Histamin. Sprich, werden Lebensmittel mit viel anderen biogenen Aminen konsumiert, erfolgt der Abbau von Histamin wesentlich langsamer, weil die DAO bereits anderweitig beschäftigt ist und es kann ab einem gewissen Level zu Symptomen kommen.

(Vgl. http://www.histaminintoleranz.ch/histaminose.html#abbaustoerungen)

Neben der Umstellung auf möglichst histaminarme Kost gilt es ein paar Dinge beim Kauf und der Zubereitung, Lagerung der Lebensmittel zu beachten. Nicht nur, dass möglichst histaminarme Lebensmittel gekauft werden sollten, sie sollten, so die Faustregel, auch frisch sein. Doch auch da gibt es Ausnahmen wie beispielsweise Rohmilch.

Bei Tiefkühlkost sollte die Kühlkette nicht unterbrochen werden. Langsames Auftauen, z.B. im Kühlschrank, gilt es zu vermeiden, da sich hierbei Histamin bildet.

Kauf keine Fertigprodukte oder Halbfertigprodukte (Aufbackwaren). Die enthaltenen Konservierungsstoffe können unverträglich sein. Die durchgehende Kühlkette ist oft nicht gewährleistet.

Achte auf bestimmte E-Stoffe. Hinter den kryptischen Zahlen verbirgt sich oft Alkohol, Essig etc. zur längeren Haltbarkeit.

Wenn Du Fleisch, Gemüse und Obst (auch aus dem eigenen Garten) zubereitest, wasch es vor dem Verzehr bzw. der Verarbeitung gründlich mit Wasser ab. Histamin ist temperaturbeständig. Es lässt sich nicht durch Einfrieren oder starkes Erhitzen beseitigen. Es ist aber wasserlöslich. Daher ist es auch ratsam zur Mahlzeit ausreichend (stilles oder Leitungs-)Wasser zu trinken.

Verwende keine eingelegte Nahrung (saure Gurken etc.) oder Konserven.

Wärm Speisen aus dem Kühlschrank nicht wieder auf (gilt v. a. für tierische Produkte). In der Zwischenzeit kann sich Histamin gebildet haben. Tipp: Wenn Du einen Teil der Mahlzeit zu einem anderen Zeitpunkt essen willst, frierst Du die Speisen möglichst rasch ein. Erst wenn die Gerichte eine Weile an der Luft stehen, bildet sich Histamin.

Versuch Nahrungsmittel mit Histaminpotential zu meiden (insbesondere am Anfang):

  • Histaminreiche Nahrungsmittel
  • Histaminliberatoren
  • Andere biogene Amine
  • (DAO-)Abbauhemmer

Die individuelle Toleranzschwelle unterliegt oft großen Schwankungen, da sie von vielen Faktoren beeinflusst wird:

  • Was man zuvor, dazu und danach sonst noch alles isst und trinkt (trink ausreichend Wasser zu den Speisen)
  • Stress (z. B. bessere Verträglichkeit während der Ferien als bei hohem Leistungsdruck, Stress als Histaminliberator)
  • Momentane Vitamin- und Mineralstoffversorgung
  • Große körperliche Anstrengung
  • Luftschadstoffe (Smog, Ozon, Feinstaub), Nikotinkonsum, Passivrauchen
  • Bei Allergikern: Allergenkontakt und Kreuzreaktionen
  • Schlafdauer und -qualität, Schlafrhythmus (Jetlag)
  • Wetterwechsel (besonders Kaltfronten und windiges Wetter)
  • etc.

Als besondere Schwierigkeit kommt hinzu, dass auch der Histamingehalt in den Lebensmitteln stark schwankt, je nach Lagerung und Herstellungsweise. Die Symptome können beim gleichen Gericht einmal auftreten und ein anderes Mal nicht.

Tückisch: Einigen Histaminliberatoren und biogenen Aminen ist es sehr schwer anzumerken, dass man sie nicht verträgt, weil sie zeitlich verzögert wirken.

Unter der Diät nimmt die Empfindlichkeit meist langsam ab. Bestimmte Nahrungsmittel können zu Beginn der Diät erst mäßig, später aber bereits besser vertragen werden. Deshalb kann man einmal als unverträglich ermittelte Nahrungsmittel nach einigen Monaten erneut austesten. Nur durch das strikte Meiden von Lebensmitteln ist keine Heilung zu erwarten. Im Gegenteil, womöglich kommt es zu Nährstoffmängel, die sich im Übrigen ähnlich wie Symptome der Histaminintoleranz äußern können.

Achte auf eine ausgewogene Ernährung bzw. nimm eine Ernährungsberatung in Anspruch!

Lebensmittel

 

Es ist ratsam nach Diagnose einer Histaminintoleranz eine Eliminationsdiät mit persönlichem Ernährungstagebuch zu beginnen. Hier findest Du Informationen dazu, wie man am besten vorgeht.

Nach einer strikten Eliminationsdiät und nachdem man sich für einige Zeit nach seiner persönlichen Lebensmittelliste ernährt hat, kann man durchaus darüber nachdenken, insbesondere nahrhafte Lebensmittel in kleinen Mengen erneut zu probieren. Ist der individuelle Histaminpegel erst einmal unten und konnte sich der Körper von der erhöhten Histaminbelastung erholen, werden manche Lebensmittel wieder vertragen, die während der Eliminationsdiät noch Probleme verursacht haben.

Nachfolgend findest Du meine persönliche Lebensmittelliste, nach der ich mich für die Rezepte zu Hause richte – teils mit Erklärungen. Gerne wird von Betroffenen auch die Liste von www.histaminintoleranz.ch verwendet. Hier kannst Du das PDF-Dokument der SIGHI-Lebensmittelliste downloaden. Meine Liste ähnelt der SIGHI-Liste (mit ein paar Unterschieden). Du kannst Dich von beiden inspirieren lassen.

Meine Liste

 

Zu meiden:

Fleisch: Wurstwaren (insbes. Salami, Gepökeltes, Geräuchertes), Innereien, Schweinefleisch (von Natur aus hoher Histamingehalt), vormariniertes Fleisch, Schnitzel (da mit Weizen paniert)

Fisch: Thunfisch, Makrele, Hering, Sardinen, Sardellen, Pangasius, Mahi Mahi, da sie einen hohen Histamingehalt aufweisen, Fischstäbchen (da mit Weizen paniert), außerdem viele Schalen- und Krustentiere wie z. B. Muscheln, Shrimps, da sie schnell verderben (gehen jedoch, wenn ganz frisch/Kühlkette eingehalten wurde)

Milchprodukte und Käse: Hartkäse wie Parmesan, lang gereifter Käse erkennbar u.a. am Geruch und/oder großen Löchern im Käse (u.a. Harzer, Emmentaler, Camembert, Cheddar). Grundsätzlich jungen Käse bevorzugen und Milchprodukte ohne Bakterienstämme bevorzugen, d.h. Sauerrahm, Buttermilch und viele Joghurts sind zu meiden. Hinweis: Probiotika sind wichtig für eine gesunde Darmflora, jedoch setzen einige Bakterienstämme Histamin frei.

Getreide und Backwaren: weizenhaltige Produkte (auch Couscous, Ebly und Bulgur) und hefehaltige Produkte sind zu meiden, Roggen kann problematisch sein, Vollkorn heißt nicht ohne Weizen (Vollkorn bezeichnet eine Herstellungsart – keine Getreidesorte), die Pseudogetreidesorten Amaranth und Buchweizen werden oft nicht vertragen

Gemüse: Sauerkraut, Oliven, Kapern (da eingelegt), Spinat, Tomaten (auch Ketchup, Tomatenmark), Aubergine, Avocado, Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Erbsen, Kichererbsen (auch Humus), Soja, Kidneybohnen), Pilze, v. a. Champignons, Amaranth, Sellerie, Kohlrabi nur in kleinen Mengen, Porree/Lauch wird nicht immer vertragen, Rosenkohl, Rettich und Meerrettich/Kren gelten als Histaminliberator, Zwiebeln wirken blähend und enthalten Salicylat, angebraten werden sie manchmal in kleinen Mengen vertragen, in kleinen Mengen werden Jungzwiebeln meist besser vertragen, Rucola nur in geringen Mengen, da er ein Histaminliberator ist

Obst: Erdbeeren (eigentlich eine Nuss) und Zitrusfrüchte (Histaminliberatoren), Himbeeren, Hagebutte, Mango, Pflaume, Wassermelone, gelbe/braune Bananen (sehr reif), Ananas, Kiwi, Guave, Papaya, Maracuja, auch kein Multivitaminsaft oder andere Säfte, wo diese Früchte enthalten sind, Achtung bei Smoothies, Marmelade nur in kleinen Mengen, da konserviert, keine Trockenfrüchte (Rosinen, Datteln, Feigen etc.)

Nüsse und Kerne: Erdnüsse (eigentlich eine Hülsenfrucht), Cashewkerne, Walnüsse, Pinienkerne, Pekannuss, Mohn geht in kleinen Mengen, Mandeln (eigentlich eine Steinfrucht) werden manchmal vertragen

Gewürze/Kräuter: Geschmacksverstärker wie Glutamat, Sojasauce/Teriyakisauce, Senf, Dill, Klee, Schnittlauch, Curry, Chili ist so scharf, dass es den Magen zusätzlich belasten kann und sollte daher gemieden werden, oft Zimt (starkes Allergen), Muskatnuss, Ingwer nur in kleinen Mengen nehmen (scharf, aber entzündungshemmend)

Süßigkeiten: jede Schokolade, in der das Bindemittel Sojalecithin enthalten ist, oft wird Vollmichschokolade und weiße Schokolade aber in bestimmten Mengen vertragen, meide vor allem Bitter- und Zartbitterschokolade, sowie sehr dunkle Schokolade, Kakao

Alkohol und andere Getränke: Alkohol ist grundsätzlich zu meiden, da bei der Gärung Histamin entsteht, insbes. sind zu meiden Rotwein, Whiskey, Schaumweine/Sekt, Hefeweizen, Essig, schwarzer Tee, Filterkaffee, Energy-Drinks, Mate-Tee und Limonaden

Sojaprodukte: auch Tofu und Sojamilch und manche Aufstriche sind zu meiden (oft auch in Margarine), Teriyaki-Sauce, Soja-Sauce

Weizenprodukte: in vielen Produkten steckt auch Weizen, ohne dass man es gleich erkennt: Nudeln und andere Teigwaren wie Lasagneplatten, Couscous, Cornflakes und viele Müslis (lies das Kleingedruckte auf der Packung)

Öl: Erdnussöl, Sonnenblumenöl, auch Pesto Genovese ist zu meiden, da es Olivenöl und meist auch Parmesan und Pinienkerne enthält

Histaminarme Alternativen:

Fleisch: (frisch oder tiefgekühlt) Rindfleisch, Lamm, Geflügel, teilw. Wild, Tiefkühlware gleich verarbeiten und nicht langsam im Kühlschrank auftauen lassen

Fisch: (frisch oder tiefgekühlt) Dorsch/Kabeljau, Forelle, Seelachs/Köhler, Lachs, Scholle und viele andere Sorten, Tiefkühlware gleich verarbeiten und nicht langsam im Kühlschrank auftauen lassen, einige Sorten Sushi und Maki vom Asiaten Deines Vertrauens (muss frisch sein!)

Milchprodukte und Käse: Mozzarella (ohne Citronensäure – Zusammensetzung lesen), Feta, Frischkäse, Vollmilch (keine Rohmilch), Naturjoghurt, Hüttenkäse, Quark/Topfen, Sahne/Obers, Butterkäse, junger Gouda, Butter

Getreide und Backwaren: bevorzuge Dinkelprodukte (besser glattes Mehl, als Vollkorn), Du kannst Brot auch selbst backen mit Backpulver statt mit Hefe, Hirse-, Reis-, Mais-, Hanf-, Kokos- und Dinkelmehl, Dinkelnudeln (Achtung: auch in Vollkornnudeln ist oft Weizen), Haferflocken, Teff bzw. Zwerghirse

Gemüse: frisches Gemüse wie grüner Salat, Feldsalat/Vogerlsalat, Kohlsorten (Achtung: kein eingelegter Rotkohl/Rotkraut, kein Rosenkohl), Karfiol/Blumenkohl, Brokkoli, Kürbis (v.a. Sorte Butternuss), Rapunzelsalat, Paprika (oft ein guter Tomatenersatz), Karotten, Kartoffeln, Reis, Gurke, Zucchini, Mais (wenn’s geht nicht aus der Dose), Spargel (wenn frisch, nicht aus dem Glas), Knoblauch in kleinen Mengen (wie alle Lauchgewächse als Histaminliberator eingestuft), Rhabarber in kleinen Mengen, Artischocken (nicht aus dem Glas), Fenchel, Chicorée, Pastinaken

Obst: Brombeere, Apfel, Pfirsich, Aprikose/Marille, Kirsche, Heidelbeere/Blaubeere, Preiselbeere (besser nicht aus dem Glas), Stachelbeere, Johannisbeere/Ribisel/Cassis, Kokosnuss, Sanddorn (nicht bei Sorbitunverträglichkeit), helle Weintrauben, Achtung bei überreifem Obst!

Nüsse und Kerne: grundsätzlich keine Nüsse, aber oft lassen sich Nüsse durch z.B. Kürbiskerne oder Sesam ersetzen, in geringen Mengen werden manchmal auch Sonnenblumenkerne vertragen (gelten aber als Histaminliberator), Macadamia-Nüsse werden hier vertrage, Chia-Samen, Hanfsamen, Schwarzkümmel!!! (senkt Histamin)

Gewürze/Kräuter: Knoblauch in kleinen Mengen (frisch o. Pulver), Küchenkräuter (viele lassen sich leicht auf der Fensterbank züchten, z.B. Kresse), Kochsalz, Eberraute, Thymian, Rosmarin, Basilikum, Oregano, Majoran, Kümmel, Schwarzkümmel, Petersilie, Bohnenkraut, Salbei, Baikal-Helmkraut, Bischofskraut, Melisse, Minze, Bärlauch, Wacholder…

Süßigkeiten: Vollmilchschokolade dunkler und Bitterschokolade vorziehen, weiße Schokolade wird noch besser als Vollmilchschokolade vertragen (jeweils ohne Soja-Lecithin und ohne Sonnenblumen-Lecithin)

Alkohol und andere Getränke: grundsätzlich kein Alkohol, teilweise werden klare Schnäpse und untergärige Biersorten vertragen, Weißwein Rotwein vorziehen, trinke stattdessen viel (stilles) Wasser/Heilwasser zu den Speisen oder Kräutertees, Rooibostee, Espresso bzw. Milchkaffee mit Espresso wird besser vertragen als Filterkaffee, da er weniger Bitterstoffe und weniger Koffein enthält, Grüntee (nur kurz ziehen lassen)

Öl: zum Braten eignet sich reines Olivenöl. Sonnenblumenkerne gelten als Histaminliberator. Daher geht Sonnenblumenöl nur bedingt. Zu Salaten geht auch Kürbiskern-, Hanfsamen-, Distel-, Leinöl etc. Für Süßes: Kokosöl/-fett

Sonstiges: Müslis mit Hafer, stell Backwaren im Haushalt auf Dinkelprodukte um, wenn Du selbst bäckst, dann mit Dinkelmehl oder den anderen angegeben Mehlsorten (s. o.), panier Speisen nicht mit fertig gekauften Semmelbröseln (Weizen) sondern z. B. mit Haferflocken oder Sesam

Regelmäßig veröffentliche ich Tipps zu Spezialthemen, wie z. B. Kräuter, Getränke, vegetarisch essen, Nahrungsmittelkategorien etc. Rechts auf der Seite kannst Du die Kategorie “Tipps” auswählen und alle bisherigen Beiträge dieser Kategorie werden angezeigt. Wiederkommen lohnt sich. Es kommen stets neue Tipps hinzu.

 

E-Stoffe (noch unvollständig)

 

Farbstoffe: Tartrazin (E102), Chinolingelb (E- 102), Gelborange S (E110), Azorubin (E122), Amaranth (E123), Cochenillerot (E124), Erythrosin (E127)

Konservierungsstoffe: Sorbinsäure und Salze (E200-203), Benzoesäure und Salze (E210-213), PHB-Ester (E220-227), Diphenyl und Orthaphenyl (E231-232), Thrabenrudazol (E223)

Sonstige: Nirtrate (E251-252), Glutamate (E620-625)

Säureregulatoren: Di-, Tri- und Polyphosphate

Antioxidatien: Butylhydroxianisol (BHA), -droxitoluol (BHT)

Medikamente und beim Arzt

 

zu meiden:

Schmerzmittel (nach Wirkstoffen): Meclofenaminsäure, Mefenaminsäure, Metamizol, Diclofenac und Acetylsalicylsäure

Diaminoxidase (DAO) blockierende Medikamentenwirkstoffe: Acetylcystein, Ambroxol, Aminophyllin und Theophyllin (Antiasthmatika), Antibiotika, Metamizol, Metoclopramid, Verapamil, Propafenon, Cycloserin, Pentamidin, Distigmine, Dobutamin, Clomethiazol, Salazosulfapyridine, Diltiazem (früher als Dilzem vermarktet), Guanethidine,

Histaminfreisetzende Medikamentenwirkstoffe: Mefenaminsäure, Diclofenac, Naproxen, Aspirin, Röntgenkontrastmittel, Opiate

Röntgenkontrastmittel: Iopamidol, Amidotrizoesäure, Iopodat, etc.

Narkosemittel: Methohexital, Thiopental

Chemotherapeutika: Chloroquin, Resochin, Stilbamidin, Malariaprophylaxe

Muskelrelaxantien: Tubocurarin, Suxamethonium, Pancuronium

Gib bei Deinem Arzt (Operationen, Röntgen, MRT, etc.) und bei Deinem Apotheker (beim Medikamentenkauf) stets an, dass Du eine Histaminintoleranz hast!

Verträgliche Alternativen:

Schmerzmittel (nach Wirkstoffen): Fenbufen, Levamisol und Ibuprofen

Geeignete Medikamente (allgemein): z.B. Mexalen, Seractil (Verwende Schmerzmittel nur im Notfall), Vorsicht bei nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR wie z.B. Voltaren), gut verträgliches Antibiotikum wie Erythromycin/Erythrocin, Vorsicht bei Augmentan 

Mittel bei Beschwerden aufgrund der Histaminintoleranz (Antihistaminika/Histamin-Rezeptor-Blocker): z. B. Cetirizin

Enzymersatztherapie: Daosin (nur im Notfall!), Erbsensprossen

Natürliche Histamin-Helferlein: Vitamin C – auch als Nahrungsmittelergänzung erhältlich,Helmkraut, Oregano, Acerola etc.

Quercetin, Zink, Magnesium – Nahrungsergänzungspräparate nur bei Mangel!

Hausmittel

 

Vorbeugend kann ein Tee aus Bischofkraut (botanischer Name: Ammi Visnaga) sein. Samen und Blätter enthalten unterschiedlich große Mengen des Wirkstoffs Khellin. Bischofskraut wirkt mastzellstabilisierend. Die Blumen kannst Du entweder selbst ziehen (Samen erhältst Du bei gutsortierten Kräuterfachhandlungen) oder Du erwirbst die Blätter, Samen oder Essenzen, z. B. im Reformhaus oder in der Apotheke.

Tee aus Baikal-Helmkraut kann die Ausschüttung von Histamin blocken. Auch Basilikum (insbes. Tulsi) und Oregano gelten als Mastzellstabilisatoren. Achte bei Kräuteranwendungen jedoch auf eventuelle Allergien und mögliche Kreuzreaktionen.

Magenstärkende Kräuter sind oft bekömmlich zu den Mahlzeiten und helfen, dass der Magen nicht aus dem Gleichgewicht gerät bzw. übersäuert. Als magenstärkend gelten z. B. Eberraute (botanischer Name: artemisia abrotanum), das ein gutes Fleischgewürz ist, und Kümmel (carum carvi), der an viele Speisen, z. B. auch an Reis gegeben werden kann.
Kommt es zu einem Histaminüberschuss bzw. -schock sind käuflich zu erwerbende Medikamente oft eine letzte Rettung. Beim histaminunverträglichkeit-typischen Schüttelfrost mit Fieber und Schwitzen hilft zunächst auch vorsichtiges kaltes Abtupfen mit Wasser, vor allem auf der Stirn und im Nackenbereich.
Der Duft von Gewürznelken kann schmerzlindernd wirken und den Brechreiz beruhigen.

Bitte teile mir Deine Erfahrungen im Kommentarfeld mit. Was hilft Dir? Ich werde versuchen die Internetseite stets mit hilfreichen Tipps zu ergänzen.

Zuletzt aktualisiert am 04.06.2017

Hauptsache vegetarisch …

Tipps

zum Thema vegetarische/vegane Kost bei Histaminunverträglichkeit


Die Auswahl

 

Auch bei der vegetarischen und veganen Ernährung stellt sich die für jede/n mit Histaminunverträglichkeit Diagnostizierte/n bekannte Frage: Was kann ich dann überhaupt noch essen?

Als wäre das Leben als Vegetarier/in bzw. vor allem als Veganer/in nicht schon kompliziert genug …

Einige Lebensmittel fallen von Haus aus weg, wenn man auf tierische Produkte verzichten möchte. Als erfahrener Vegetarier/in bzw. Veganer/in kennt man auch die Tücken der Lebensmittelauswahl: Oft sind tierische Produkte auch in scheinbar vegetarischen Lebensmitteln wie Gummibärchen und Aufstrichen (Stichwort: Gelatine) enthalten. Die Diagnose Histaminunverträglichkeit schränkt die Einkaufsliste nun noch weiter ein. Trotzdem ist das vegetarische oder vegane Leben mit HIT nicht unmöglich, aber in jedem Fall mit einem gewissen Mehraufwand verbunden.

Es gibt jedoch einen Pluspunkt gleich vorweg: Man ist das Umdrehen von Waren, um das “Kleingedruckte” zu lesen, schon gewöhnt.

Nachfolgend sollen Lebensmittel vorgestellt werden, die sich zur vegetarischen Ernährung bei Histaminunverträglichkeit eignen. Um eventuelle Mangelerscheinungen oder eine Fehlernährung auszuschließen, konsultier bitte regelmäßig einen Arzt bzw. eine Ärztin oder eine/n Ernährungsberater/in. Diese können Dir dabei helfen, einen individuellen und ausgewogenen Ernährungsplan zu erstellen. Außerdem wirst Du dort zu eventuell notwendigen Ergänzungsnahrungsmitteln Informationen finden, um z. B. einen spezifischen Vitamin – oder Mineralstoffmangel zu vermeiden, da einige Lebensmittel und Lebensmittelgruppen wegfallen. Verwende keine Supplemente aufs Geratewohl bzw. wenn kein Mangel diagnostiziert wurde!

 

Ein paar vegetarische Sonderfälle

 

Soja …
wird vielfach vor allem als Fleischersatz aber auch in vegetarischen Aufstrichen eingesetzt. Soja ist jedoch für eine histaminarme Ernährung ungeeignet. Nicht etwa, weil Soja per se stark histaminhaltig wäre, sondern weil Soja sogenannte Phytoöstrogene enthält. Da HIT jedoch ohnehin häufig mit einer Östrogendominanz einhergeht, ist das problematisch. Andererseits gelten Hülsenfrüchte allgemein als entzündungsfördernd. Vor allem die Hülsenfrüchte, die vor Verzehr gegart werden müssen (z. B. Kichererbsen), sollten bei HIT gemieden werden. Daher sollte aber auch auf Sojaprodukte verzichtet werden. Darunter fallen vor allem: Tofu, Sojamilch, Sojaaufstriche und -puddings, viele Margarinesorten. Diese histaminarme Margarine hier kannst Du ganz leicht selber machen. Alternativ wird auch meist die Alsan-Margarine* gut vertragen (die jedoch Sonnenblumenlecithin und Zitrone enthält).

Tofu als Fleischersatz lässt sich kaum durch etwas anderes Fleischfreies ersetzen. Du kannst aber einmal selbst versuchen Gemüsebuletten bzw. -laibchen zu machen. Meine bisher beste Fleisch-Alternative habe ich aus Maroni hergestellt.

Sojamilch kann, sofern man Kuhmilch trotzdem trinkt und verträgt, durch frische Haltbarmilch (keine Frischmilch!) ersetzt werden. Andere Alternative sind Reismilch und auch Hafermilch (gibt es z. B. bei DM).

Sojaaufstriche lassen sich, sofern man trotzdem Kuhmilch zu sich nimmt, durch Frischkäse oder Butter ersetzen. Eine andere Möglichkeit ist Pesto. Mach jedoch Dein Pesto am besten selbst, da es sonst zumeist Parmesan enthält. Hier findest Du ein Rezept. Benutz kein rotes Pesto (es enthält Tomaten! = Histaminliberator).

Sojapudding solltest Du genauso meiden. Verwende stattdessen Naturjoghurt oder mach Deinen Pudding selbst – warum nicht einmal mit Hafer- oder Reismilch? Hier findest Du z. B. ein Rezept für Kokospudding.

Margarine enthält viele pflanzliche Fette und wird oft als die leichtere Variante der Butter angepriesen. Dass Margarine generell gesünder als Butter ist, ist ein Mythos. Ein Großteil der Sorten verschiedener Marken beinhaltet Soja. Verwende also entweder eine sojafreie Margarine – beachte hierzu die Zutatenliste – oder steig ganz einfach auf Butter um. Zumeist verwendet man sowohl Margarine als auch Butter nur als Untergrund für alles weitere, was aufs Brot kommt und bei der Menge macht das dann auch nicht dick.

Gemüse und Obst …
machen den Löwenanteil bei vegetarischer bzw. veganer Ernährung aus. Probier die Sorten in kleinen Mengen aus. Wie Du die Sorten findest, die Du verträgst, ist hier erklärt.

Und woran man vielleicht nicht gedacht hat …
sind andere typisch vegetarische Zutaten wie Coucous und Bulgur, die normalerweise Weizen enthalten und damit entzündungsfördernd wirken. Verwende lieber Reis, Hirse etc. oder kauf explizit deklarierten Dinkel-Couscous* oder Dinkel-Bulgur*.
Vollkornnudeln enthalten auch oft Weizen und generell ist Vollkorn so eine Sache. Mehr dazu hier. Kauf lieber explizit deklarierte Dinkelnudeln*.

Humus enthält meist Essig. Problematisch sind jedoch auch die Kichererbsen, die die Hauptzutat darstellen. Aus der Gruppe der Hülsenfrüchte werden frische, junge Erbsen (gehen auch aus der Tiefkühlabteilung) oder Erbsenschoten noch am ehesten vertragen.

Eine allgemeine Auflistung von histaminarmen und zu meidenden histaminreichen Lebensmitteln habe ich hier bereitgestellt. Diese Liste kannst Du als Inspiration nutzen, um Deine eigene zu erstellen.

Ich werde versuchen, weitere vegetarische Rezepte zu posten. Vorerst hoffe ich, mit diesem Beitrag in der Kategorie “Tipps” etwas geholfen zu haben.

War dieser Tipp hilfreich oder hast Du Informationen vermisst? Bei Fragen und Anregungen schreib doch was ins Kommentarfeld oder mail mir via eva(at)histamin-pir(punkt)at

 

Guten Appetit!

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