Zum Inhalt springen

Immer mal das Antihistamin-Getriebe ölen …

Natürlich gegen Histamin: Öl

 

Ich werde immer wieder gefragt, was man gegen „Histaminattacken“ tun kann. Nicht jeder will Tabletten schlucken, wovon ich auch überhaupt kein Fan bin. Weder Daosin noch Cetirizin, und wie sie alle heißen, kommen hier zum Einsatz. Es gibt schließlich so viele schmackhafte UND wirksame Lebensmittel, die auf die eine oder andere Weise gegen Histamin wirken. Mit einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung ist man am besten gegen „Histaminattacken“ gewappnet. Antihistaminika sind Mittel, die die Histaminausschüttung im Körper blockieren. Darüber hinaus gibt es Stoffe, die die DAO bzw. den Histaminabbau im Allgemeinen unterstützen.

Recht schnell haben wir Chia-Samen für uns entdeckt. Sie enthalten neben vielen anderen wichtigen Nährstoffen die DAO-Kofaktoren Zink und Kupfer.

Meine neueste Entdeckung auf dem Feld der natürlichen Waffen gegen Histamin sind verschiedene Speiseöle. Von Schwarzkümmelöl habe ich zuvor schon einmal berichtet und zwar hier. Schwarzkümmelöl* verhindert die Histaminausschüttung im Körper und gilt damit als Antihistaminikum (Histamin-Rezeptorblocker).

Es ist aber nicht das einzige Speiseöl, welches bei histaminbedingten Beschwerden helfen kann. Hier sind noch zwei:

Vor allem in der Hautpflege und bei chronischen Krankheiten wie Neurodermitis werden die beiden schon länger eingesetzt. Borretschöl enthält dabei so viel Gamma-Linolensäure wie kein anderes Speiseöl. Diese Omega-6-Fettsäure wirkt entzündungshemmend UND verhindert die Histaminausschüttung. Denn Gamma-Linolensäure fungiert als Vorstufe für die Bildung von Dihomo-Gamma-Linolensäure und ist somit Ausgangssubstanz von Prostaglandin E1, welches maßgeblich an der Immunregulation und der Hemmung der Histaminfreisetzung beteiligt ist.

Hinweis:

Laut einer Meta-Studie gilt die innere Anwendung von diesen Ölen bei Neurodermitis als Therapie überholt bzw. konnte die Wirksamkeit wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Die äußere Anwendung bringt laut dieser Studie aber durchaus etwas. Na ja, und die innere kann zumindest nichts schaden.

Nachtkerzenöl schmeckt sehr intensiv. Borretschöl ist etwas milder im Geschmack und enthält obendrein noch mehr Gamma-Linolensäure. Beide mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind jedoch nicht zum Braten geeignet (gilt auch für Schwarzkümmelöl). Man kann damit Dips, Saucen, Aufstriche, Dressings und mehr lecker und wirksam gegen Histamin ergänzen.

Außerdem wirksam gegen Histamin:

  • Vitamin C (z. B. in Fenchel, Brokkoli, Paprika, schwarzen Johannisbeeren/Ribiseln, frischen Kräutern) unterstützt durch Vitamin E
  • Calcium (z. B. in Brokkoli, Kohlsorten, Süßkartoffeln, Chiasamen, Mandeln) und Magnesium (z. B. in Nüssen, Samen, Kernen, Haferflocken, Hirse) – beide bedingen sich gegenseitig, daher kombinieren, idealerweise 2:1
  • Zink (z. B. in Haferflocken*, Mais, Kürbiskerne, Chia-Samen, Fisch und Fleisch)
  • Kupfer (z. B. in Haferflocken, Haselnüssen, Cashewkernen, Chia-Samen*, Salat, frischen Kräutern)
  • Mangan (z. B. Haferflocken, grünem Gemüse, Nüssen)

Und nicht vergessen: Ausreichend trinken! Neben Heilwasser und stillem Mineralwasser bieten sich Kräutertees an, z. B. Salbei*.

Und welche natürlichen Histaminhelferlein unterstützen Euch am besten? Unten ist Platz für Eure Kommentare.

(c) Histamin-Pirat

Liked it? Take a second to support Eva on Patreon!

22 Gedanken zu „Immer mal das Antihistamin-Getriebe ölen …“

  1. Vit C hilft mir am beste! Laufe immer herum mit Vit C Lutschtabletten in der Handtasche aber ich werde die andere Produkte sicher probieren danke!

  2. Mir hilft viel trinken (warmes Wasser ohne Zusätze, also kein Tee, sondern „pur“, aber eben warm) und in ganz üblen Fällen eine halbe Tablette Ibuprofen (mit Lysin-Salz), keine Ahnung warum, aber davon geht sogar mitunter die tropfende Nase weg. Das Präparat beginnt mit „D“ und endet auf „n“, muß ich nicht ausschreiben wg. der möglichen Werbung. Andere, egal ob teurer oder billiger, wirkten nicht so gut, daher habe ich das hier immer im Haus, besonders an Feiertagen oder bei großen Anlässen (auch beruflich)…
    Danke für die weiteren guten Tipps, werde ich probieren. Und ein fröhliches neues Jahr an alle hier!
    Egal wie übel es ist, es kann immer besser werden. 😉

    1. Hallo Regina,

      Dir auch einen guten und hoffentlich symptomfreien Start ins neue Jahr! Warmes Wasser ist freilich schonender zum Magen.

      Viele Grüße,
      Eva

    2. Hallo Regina, in welchen Fällen nimmst du eine halbe Ibuprofen. Ich leide zur Zeit durch die HIT an verstärkter innerer Unruhe, Schlafstörung und heute Kopfschmerzen. Wenn dann noch meine Pollenallergie dazu kommt… Wie genau ist das mit dem Lysin-Salz gemeint? Ich helfe mir mit einem guten Vitaminkomplex, auch D…n wenn ich essen gehe, Homöopathie und Schüsslersalzen. VG Miriam

  3. ein toller beitrag! danke 🙂
    durch dich bin ich aufs schwarzkümmelöl gekommen und bin damit wirklich fast symtomfrei.
    auch chia gehört zu meinem täglichen speiseplan.
    borretschsamenöl ist ganz fein in der seife 🙂 und es schmeckt hervorragend. ich werde es testen.
    lieben gruß

  4. Sehr spannend, ich wühle mich gerade durch deinen Blog. Bei mir besteht der begründete Verdacht auf eine Histaminunverträglichkeit. Ein Ergebnis habe ich aber noch nicht, ist alles noch ganz frisch, also der Verdacht, nicht die Symptome. 😉
    Seit 4 Tagen esse ich sehr histaminarm und nahezu alle Symptome sind sehr viel weniger geworden oder sogar komplett verschwunden, das ist eigentlich ziemlich eindeutig, denke ich.

    Das Schwarzkümmelöl klingt interessant. Hat Schwarzkümmel (also die ganzen Körnchen) wohl eine ähnliche Wirkung? Ich mag es als Gewürz sehr gerne.

    1. Ja, die Schwarzkuemmelsamen wirken aehnlich. Wir haben beides in der Kueche. Gerade beim Brotbacken kommen beide zum Einsatz. Ich kann auch Borretschoel sehr empfehlen. Ist recht nussig-wuerzig im Geschmack.

        1. Hallo Jana, wir verwenden das Öl nur pur. Wenn sich ein Schub ankündigt, kann wird mal ein TL geschluckt. Ansonsten passt das Öl gut zu Salat. Mit Kapseln habe ich keine Erfahrung, vor allem weil da oft auch Füllstoffe drin sind, die bei HIT nicht so gut sind.

      1. Ich habe auch HIT, aber vertrage Chia und schwarzkümmelöl nicht, auch das Hanföl vertrage ich nicht. Habe ich dann noch andere Unverträglichkeiten als HIT? Hat jemandem eine Idee?

        1. Ja, ähnlich wie Schwarzkümmelöl. Du kannst das immer mal zu den Speisen geben. Von beiden wird eine mastzellstabilisierende Wirkung angenommen. Was die topische Anwendung (auf der Haut) bei Neurodermitis etc. angeht, weiß man, dass das wirkt.

          Für die innerliche Anwendung (wenn man’s isst) sind noch Studien abzuwarten. Diese hier weist grobe wissenschaftliche Schnitzer auf. Da hat man Borretschöl direkt mit Maisöl verglichen. Man bräuchte jedoch eine neutrale Kontrollgruppe, um zu belegen, ob es stimmt, das Borretschöl entzündungshemmend bzw. mastzellstabilisierend wirkt. Trotzdem deutet die Studie darauf hin, dass es so ist. Nur, wie gesagt, aufgrund des Versuchsaufbaus ist das so kein Beleg.

      2. Hallo, kann es sein, dass Histamin im Blut gemessen, unauffällig ist und man trotzdem HIT hat? Viele Grüße Kati

        1. Hallo,
          in der Regel wird über eine Blutuntersuchung der DAO-Wert bestimmt. Der allein ist aber auch meist wenig aussagekräftig. Verschiedene Parameter müssen bei HIT zusammengedacht werden. Um Histamin zu messen, weicht man in der Regel darauf aus, das Abbauprodukt Methylhistamin im Urin oder Stuhl zu messen, da Histamin im Blut vergleichsweise schnell abgebaut wird. S. dazu auch hier: http://www.histaminbase.at/Test.php

      3. Hallo ihr Lieben ich bin soeben hier auf eure Kommentare gestoßen hat jemand von euch auch Symptome wie erhöhten Puls und Herzrasen ansonsten hatte ich eigentlich immer nur Schlafstörung und wusste nicht woran es liegt. Nach dem Besuch bei meiner Heilpraktikerin und einer Stuhluntersuchung und weiteren fünf Monaten stand die Histaminintoleranz fest.Mein DAO Wert ist allerdings sehr gut und unauffällig.
        Bin mir nicht sicher ob es dann trotzdem sicher HIT ist…keine ahnung….Liebe Grüße

      4. Hallo, ich leide an MCAS mit Verdacht auf Salicylat Intoleranz. Ernähre mich schon seit Wochen Histaminarm und habe trotzdem immer noch Probleme.
        Sind die Öle auch bei MCAS mit salicylatintoleranz geeignet?
        Gruß Michaela

        1. Hi Michaela,
          soweit ich weiß, ist sowohl Borretsch- als auch Nachtkerzenöl vergleichsweise stark salicylathaltig. Schwarzkümmel (vielleicht auch einfach die Samen) sind aber eine Möglichkeit bei HIT und Salicylatintoleranz. Am besten mal in kleinen Mengen ausprobieren. Vielleicht magst du dann ja nochmal berichten.
          Viele Grüße
          Eva

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.