Histamin-Pirat

Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

Schlagwort: wieder vertragen

Bella Italia…

Heute geht es auf kulinarische Reise nach Italien.

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Histamintechnisch ist Italien ja stets eine Herausforderung. Da denke ich an Tomaten, Weizenteig in Pizza und Pasta (+Hefe), Rotwein, Parmesan usw.

Einiges lässt sich aber mit kleinen Anpassungen durchaus „histamintauglich“ machen. Diesmal: Pizza.

Pizza selber machen

 

Zubereitungszeit:

ca. 25 Minuten

Backzeit:

ca. 20 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

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Zutaten:

Für den Boden:

  • 500 g Dinkelmehl
  • 1/3 TL Salz
  • 1/2 TL Backpulver
  • 1 TL Kümmel
  • Prise Rosmarin
  • 4 EL Schwarzkümmelöl
  • 8 EL Öl
  • 1 Tasse Wasser (am besten Mineralwasser mit Sprudel)
  • 2 EL Hanfsamen

Für den Belag:

  • 1/2 Tasse Wasser
  • 2 rote Paprika
  • 1 Karotte
  • 1 Zehe Knoblauch
  • ca. 50 g Feta
  • 1 gr. Mozzarella
  • Gemüse und Kräuter zum Belegen nach Geschmack und Verträglichkeit,
    z. B. Fenchel, frischer Mais, Frühlingszwiebeln, Rucola, Petersilie, Oregano, Rosmarin oder Lachsfilet, wenn es nicht vegetarisch sein soll/muss

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Zubereitung:

Für den Boden alle Boden-Zutaten mischen und gut durchkneten bis man einen festen Teig erhält. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech ausrollen oder ausbreiten.

Für die Grundierung Paprika, Karotten und Knoblauch schälen und kleinschneiden. Mit 1/2 Tasse Wasser kochen bis die Karottenstücke weich sind. Pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Boden mit der Sauce bestreichen. Anschließend nach Wunsch belegen (Petersilie und Rucola erst NACH dem Backen frisch auf die Pizza geben).

Meine Pizza war belegt mit: 1/4 Fenchelknolle, 1 Frühlingszwiebel, Mozzarella, Feta, Mais, Oregano, Rosmarin – Rucola und Petersilie

Die Histaminer-Pizza war belegt mit: Mozzarella, Feta, 1/2 Lachsfilet, Rosmarin – Rucola und Petersilie

Den Backofen auf 250 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Für ca. 15-20 Minuten backen.

Petersilie und Rucola waschen und damit die Pizza garnieren.

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Tipp: 

Die Pizza kann natürlich aufgeteilt und unterschiedlich belegt werden, wenn man sie selber macht. So bekommt jeder, was er mag.

Wenn von der Sauce etwas übrig bleibt, kann man den Rest als Paprikamark z. B. in Eiswürfelformen einfrieren. Danke noch mal an Rika für diesen Tipp.

Wer statt normalem Leitungswasser prickelndes Mineralwasser verwendet, kommt beim Teig auch ohne Backpulver aus.

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Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat

Wieder vertragen…

Tipps

zum Thema, wie Du einige Speisen wieder verträgst

 

Welche Speisen sind unverträglich bei Histaminintoleranz?

Im Internet findest Du zahlreiche Übersichten mit Speisen, die es bei einer Histaminintoleranz zu meiden gelte. Aufgezählt werden da z. B. Hartkäse wie Parmesan, Wein, Salami, Rotwein, Lasagne und mehr. Wenn Du nur darauf verzichten würdest, wäre Dir scheinbar geholfen.

Doch Betroffene wissen: So einfach ist es nicht. Insbesondere am Anfang, kurz nach der Diagnose, sind viele überfordert und versuchen erst einmal auf die histaminreichsten Speisen zu verzichten. Es braucht etwas Erfahrung und leider oft auch „Trial-and-Error“, bis Du gewisse Systematiken, was Histamin angeht, entdeckt und verstanden hast.

Täglich lernst Du dazu: Es sind nicht nur ganze Speisen problematisch, weil sie histaminhaltig sind, sondern gemeinhin einzelne Zutaten/Lebensmittel der jeweiligen Speise. Daher bietet es sich an, nach dem Histamingehalt von einzelnen Zutaten zu suchen. Essen, wo Du nicht genau weißt, was drin ist, solltest Du daher besser meiden, um auf Nummer Sicher zu gehen.

Du lernst auch, dass die Herstellungsweise und Art der Lagerung eine entscheidende Rolle bei der Histaminbildung spielt. Einige Speisen sollten nicht wiederaufgewärmt und stets aus frischen Zutaten zubereitet werden. Das gilt beispielsweise für die meisten Fisch- und Fleischgerichte. Vegetarische Speisen können, nach korrekter Lagerung, bedenkenlos wiederaufgewärmt werden. Korrekt bedeutet in diesem Fall: Sobald die Speisen auf Zimmertemperatur abgekühlt sind, wandern sie direkt in den Kühlschrank und sollten am besten am nächsten Tag aufgebraucht werden. Im Tiefkühlschrank kannst Du Speisen auch längern aufbewahren. Lang gereifte Lebensmittel wie Hartkäse oder Salami gilt es zu meiden.

Darüber hinaus gibt es Histaminliberatoren. Das sind Lebensmittel, die selbst meist kaum Histamin enthalten, aber dafür sorgen, dass körpereigenes Histamin ausgeschüttet wird. Wenn Du Lebensmittel dieser Kategorie zu Dir nimmst, geht es Dir, oft etwas zeitverzögert, dennoch schlecht.

„Histaminprofis“ kommen schließlich auf weitere Zusammenhänge, etwa, dass es Lebensmittel gibt, die beim Histaminabbau helfen oder gar die Histaminausschüttung hemmen.

Etwa, dass der Magen nicht übersäuern sollte, bestimmte Darmbakterien hilfreich, andere wiederum problematisch sind.

Dass Allergien und Kreuzallergien eine entscheidende Rolle bei der Ernährung spielen, da eine allergische Reaktion zur Histaminausschüttung im Körper führt.

Hinweise zur histaminarmen Ernährung findest Du auch unter „Über Histaminintoleranz“ und „Küchengeheimnisse“.

Wenn Du all das einmal verinnerlicht hast, kannst Du Dich auch wieder an eigentlich „Verbotenes“ wie Lasagne, Schnitzel, Hamburger oder Pizza wagen, denn Du besitzt nun das nötige Handwerkszeug, diese Speisen wieder verträglich zu machen.

„Verbotenes“ wieder verträglich machen

Nachfolgend ein paar Tipps, wie Du einige Speisen wieder vertragen kannst.

Beachte bitte bei diesen allgemeinen Tipps individuelle Voraussetzungen wie Allergien/Kreuzallergien, sowie eventuell andere vorhandene Unverträglichkeiten bzw. Intoleranzen.

Schnitzel

Schweinsschnitzel gilt es zu meiden, da einerseits Schweinefleisch als Liberator gilt, andererseits da das Weizen in der Panade Probleme machen kann. Auch das Öl, in dem das Schnitzel gebraten wird, spielt eine Rolle. Sonnenblumenöl gilt als Histaminliberator. Verwende stattdessen besser Olivenöl zum Braten. Statt Schweinefleisch empfiehlt sich Rind-/Kalbsfleisch oder Putenfleisch. Haferflocken kannst Du statt Semmelbrösel für die Panade nehmen, wenn Dir Weizen Probleme verursacht.

Unter Berücksichtigung dieser Hinweise habe ich dieses Rezept für Putenschnitzel erstellt.

Hamburger

Die Fleischlaibchen für Hamburger werden meist aus gemischtem Hackfleisch/Faschiertem hergestellt, wo Schweinefleisch dabei ist. Außerdem entsteht bei Fleisch, das durch den Fleischwolf gedreht und dann wieder verpackt wurde recht schnell Histamin, da die Oberfläche größer ist und so Bakterien einen besseren Nährboden bietet. Am besten lässt Du Dir das Hackfleisch/Faschiertes frisch in Bedienung zubereiten und verwendest dabei nur frisches Rindfleisch oder Du drehst einfach selbst das Rindfleisch durch den eigenen Fleischwolf, wenn Du einen hast.

Die Brötchen/Semmeln sind meist mit Weizenmehl gebacken. Alternativ kannst Du mit Dinkel-, Reis-, Hirse-, Mais- oder Hanfmehl backen. Als Backtriebmittel solltest Du statt Hefe besser Backpulver verwenden.

Das „Alibi-Gemüse“ auf dem Burger sollte keine Tomaten enthalten, weil sie Histaminliberatoren sind. Viele Salatsorten werden vertragen (Feldsalat, Eisbergsalat, Vogerlsalat, Batavia, Kopfsalat). Rucola gilt als Histaminliberator, wird in kleinen Mengen aber oft vertragen. Zwiebeln sollten auch nur in kleinen Mengen verwendet oder ganz weggelassen werden, da auch sie Histaminliberatoren sind bzw. Salicylate enthalten.

Die meisten Dressings und Saucen enthalten Essig und sollten daher gemieden werden. Ketchup (Tomaten) und Senf sollten auch nicht verwendet werden. Als Sauce kannst etwas Ahornsirup über das Fleisch geben oder Du verwendest Frischkäse. Alternativ kannst Du auf Produkte wie histaminzertifizierten Verjus zurückgreifen.

Langgereifter Käse sollte nicht verwendet werden, aufgrund des hohen Histamingehalts. Alternativen sind Mozarella, Feta, Butterkäse und junger Gouda.

Hier findest Du ein Rezept für Hamburger.

Pizza

Pizzateig enthält meist Weizen und Hefe und beides kann problematisch sein. Alternativ kannst Du mit Dinkel-, Reis-, Hirse-, Mais- oder Hanfmehl backen. Als Backtriebmittel solltest Du statt Hefe besser Backpulver verwenden.

Das Tomatenmark kannst Du durch Paprikamark ersetzen.

Als Belag eignen sich viele Gemüsesorten, solange sie frisch und nicht aus der Dose kommen. Paprika, Brokkoli, Blumenkohl/Karfiol, Zucchini, Karotten. Salat und/oder Radieschen kannst Du nach dem Backen noch frisch darübergeben. Statt normalem Pizzakäse empfiehlt sich Mozzarella.

Hier geht’s zu meinem Pizzarezept.

Lasagne

Die Tomaten in der Sauce sind für uns ein Problem. Der in der Bechamelsauce enthaltene Weizen ist ein weiteres. Auch gemischtes Hackfleisch/Faschiertes mit Schwein sorgt hier für Beschwerden. Teigwaren, auch Lasagneplatten, werden meist mit Weizen hergestellt, doch es gibt auch Alternativen aus Dinkel. Zu guter Letzt solltest Du bei der Auswahl des Käses darauf achten, jungen Käse zu verwenden, wie Mozarella, Feta, Butterkäse oder jungen Gouda.

Statt einer Lasagne Bolognese eignet sich eine vegetarische Lasagne mit verträglichem Gemüse meist besser.

Hier gibt es ein Rezept.

Viel Spaß beim Rezepte-Umschreiben!

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