Histamin-Pirat

Tipps & Rezepte zum Leben mit Histaminintoleranz

Mach ich mit Matcha und vegan (Buchrezension)…

Auf dieses Buch habe ich mich schon eine Weile gefreut – und ich wurde nicht enttäuscht. Die Rede ist von „Gesund backen mit VeganPassion“ von Stina Spiegelberg. Stina ist gemissermaßen „Blogkollegin“, denn sie hat auch einen FoodBlog, den Ihr hier finden könnt. Die Bloggerin und Autorin war lange Vegetarierin und lebt seit 2008 vegan. Stina hat bereits vegane Kochbücher veröffentlicht. Heute soll es um ihr neuestes Werk, „Gesund backen“, gehen.

Wie immer – der erste Eindruck und der ist freilich optischer und haptischer Natur: Das Buch wurde als Hardcover publiziert, was ich grundsätzlich bevorzuge, denn gebundene Bücher sind langlebiger und liegen einfach stabiler in der Hand. Dass ich keine E-Books mag, wisst Ihr ja – da geht nämlich das ganze „Buchgefühl“ verloren (Wie, ich kann da nur wischen und klicken und nicht umblättern?!).

Das Buch kommt mit farbigen und ansprechenden Fotografien daher. Soweit ich gesehen habe, gibt es zu jedem Rezept auch ein Bild und das macht eigentlich immer Appetit. Also nicht auf leeren Magen bzw. bei leerem Kühlschrank drin blättern, denn Ihr müsst dann backen! Ist so. Ich hab den Fehler nämlich gemacht – was daraus geworden ist, dazu später mehr.

So, zum Inhaltlichen: Den Rezepten wurde eine kleine Warenkunde vorangestellt. Stina gibt allerlei Tipps wie man Weißmehl, raffinierten Haushaltszucker, Butter und Eier gegen gesunde, vegane Alternativen austauschen kann. Einzig meine so geliebten Chia-Samen habe ich hier vergebens als Ei-Alternative gesucht. Stina ist, anders als ich, eine begeisterte Dekor-Küchenfee. Ich bin ja eher der Kandidat von der Sorte „Hauptsache schmecken muss es“. Aber ihre Tipps zum Thema „Wie tausche ich Zuckerstreusel und Milchschokolade gegen Veganes aus“, sind dennoch interessant – auch für mich.

Ohne allzu viel Vorrede geht’s dann gleich ans Backen. Los geht’s mit Keksen, darauf folgt Kleingebäck wie Muffins bis wir zur Königsklasse Torten und Kuchen kommen. Darauf folgen dann noch zwei spezielle Kapitel, nämlich eins zum Thema rohköstlich Backen und schließlich Herzhaftes, also Hauptspeisen, die aus dem Backofen kommen.

Stinas Rezepte sind alle laktosefrei – weil vegan und ganz ohne Tier- und Tiernebenprodukte. Einige Rezepte sind von Haus aus auch glutenfrei, aber nicht alle. Sie gibt gelegentlich Tipps, wie man dies und das glutenfrei zubereiten kann. Auf Histaminintoleranz geht sie nicht speziell ein. Ich wurde dennoch fündig in ihrem Buch. Kleine Änderungen muss man aber einplanen. Ich kann Euch verraten, dass mir die Entscheidung für ein Rezept schwer gefallen ist, weil es so vieles Leckeres im Buch gibt, auch für meinen Histaminerhaushalt hier.

Noch auf meiner To-Do-Liste sind die Schoko-Bananen-Cookies (mit nicht zu reifen Bananen und weißer Schoki in meiner Variante), Hanf-Cookies, der Strudel im Apfel, der Karotten-Apfelkuchen, die Zucchini-Brownies (für einen Tag, wo wir mal mit Schokolade sündigen), die Schokoladen-Kürbistarte (s. vorher), der Maulbeer-Honigkuchen, das Zucchini-Brot und so viel mehr…

Meine erste Wahl fiel aber auf die Matcha-Kekse, schlicht und einfach, weil ich schon längst mal was mit Matcha machen wollte. Matcha ist Grünteepulver. Um den ging es ja schon im letzten Beitrag zum Thema Eistee. Heute wird Grüntee gegessen, nicht getrunken. Matcha-Pulver kann man im Bioladen oder Reformhaus kaufen oder selber machen, indem man Grüntee zermahlt. Wer übrigens nicht mit Matcha backen will, aber den tollen Grün-Effekt haben will, kann übrigens auch mit Kürbiskernmehl arbeiten – das so als mein Tip ganz nebenbei.

Matcha-Mandel-Swirls nach Vegan Passion (Buchrezension)

Zubereitungszeit:

ca. 25 Minuten + ca. 10-12 Minuten im Backofen

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für ca. 1 Blech:

  • 400g Dinkelmehl Typ 630
  • 50 g Mandeln, blanchiert und gemahlen
  • 100 g Rohrohrzucker
  • 1 Pr. Salz
  • 1/4 TL Vanille, gemahlen (eine Vanilleschote auskratzen)
  • 200g vegane Margarine (bei mir war’s Kokosöl), zimmerwarm
  • 50 ml Pflanzendrink (Mandel, Hafer… – nicht Soja)
  • 2 geh. TL Matcha-Pulver
  • 1 EL Rohrohrzucker

Zubereitung:

Ich mache die Pflanzenmilch meist selbst. Am besten macht Ihr also die Mandelmilch mit blanchierten Mandeln und heißem Wasser selbst. Die Überbleibsel könnt Ihr dann statt der 50g Mandeln verwenden – das so als mein Tip zu Stinas Rezept.

In einer Rührschüssel Mehl, Mandelmatsch (mein Ausdruck, nicht Stinas), Zucker, Salz und Vanille mischen. Die Margarine (oder Kokosöl) und den Pflanzendrink zugeben. Mit dem Knethaken eines Rührgeräts (ich hab die Hände verwendet) zu einem gleichmäßigen Teig kneten. Die Hälfte des Teigs mit Matcha und Zucker versehen und gleichmäßig einarbeiten.

Auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche jeweils die Hälfte des hellen und grünen Teigs auf 10 x 25 cm ausrollen. Beide Teige aufeinander legen und einrollen. Das funktioniert am besten, wenn der grüne Teig unten liegt. Von der Rolle etwa 1 cm dicke Stücke abschneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Bei 180° C Ober-/Unterhitze 10 bis 12 Minuten backen. Wer mag, kann die kleinen Kringel noch mit (weißer) Kuvertüre versehen.

OK, bei mir sind die zwei Schichten ein bisschen in einander verlaufen, aber dennoch: lecker war’s!

Weiter oben habe ich gesagt: Nicht hungrig und bei leerem Kühlschrank durch das Buch blättern, was ich natürlich gemacht habe. Und dann sind der Histaminer und ich bei der Schoko-Kokostorte hängen geblieben. Ohje… Der Histaminer mag Schokolaaaaade! Da führt kein Weg dran vorbei – histaminarm hin oder her. Ab und an muss es einfach Schokolade sein. Also: „Kannst Du DAS machen?“, fragt er. „Klar!“, sag ich mal so geradeaus und stehe dann in der Küche und für den Teig ist nicht genug Dinkelmehl da und naja Sojajoghurt wurde flugs ersetzt – im Endeffekt entstand ein Tortenteig, der schwer improvisiert war. Fragt mich nicht, was ich alles gemixt habe, um 500 g Dinkelmehl zu ersetzen (knapp 100 g hatte ich noch). Also drin war: Teffmehl, Haferflocken, Kokosmehl und -flocken, Hanfsamenmehl, Kürbiskernmehl und und und – war aber lecker, so viel gleich vorweg. Das eigentliche Highlight war aber nicht der Teig, der ohne Schoko auskam, sondern die SCHOKOLADENGLASURCREME!!! Statt Cashewnüsse habe ich Mandelblättchen genommen. Agavendicksaft wurde Ahornsirup, statt Datteln kam halt Honig rein (obwohl nicht vegan) und dann alles durchpüriert. Hier in der Übersicht:

  • 100 g Mandelblättchen
  • 120 g Kokosöl oder -mus (Mus ist besser!!!)
  • 100 g Süßes (Ahornsirup, Rohrohrzucker und Honig hab ich bunt gemischt)
  • 200 ml Pflanzenmilch (hab einen Haferflocken-Mandelmix gemacht)
  • 60 g ungesüßtes Kakaopulver
  • 1 Banane

Dann ca. eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen und dann nicht alles wegschleckern, bevor der Kuchen mit Schoki „eingepackt“ ist – und ich sage Euch, die Gefahr ist groß! Kurzum, der kleine Improkuchen war dermaßen lecker, dass ich mich ärgere nicht mitgeschrieben zu haben, aber das Highlight war wohl eh die Glasur. Der Histaminer hat das Mixgefäß schließlich fast so sauber gekriegt wie ein Geschirrspüler… Die Creme ist super lecker, aber nicht unbedingt histaminarm, muss ja auch nicht immer sein. Gut, wer also mit Zutaten improvisieren kann, kann auch auf leeren Kühlschrank loslegen, aber ich übernehme keine Garantie. Zumindest diese Glasurzutaten muss ich nun immer im Haus haben und solltet Ihr vielleicht auch 😉

Fazit

Das Buch wird seinem Titel „Gesund backen“ gerecht und bietet dabei viele leckere, vegane Backideen von süß bis deftig. Da die Rezepte vegan sind, sind sie auch laktosefrei. Daneben sind einige Rezepte glutenfrei. Auch für Histaminintoleranzgeplagte gibt es einige Rezepte, die nach kleinen Änderungen gut umsetzbar sind.

Zusammenfassung

  • 216 Seiten, Hardcover mit farbigen Fotografien
  • zahlreiche vegane Rezepte (einige glutenfrei, alle laktosefrei, einige „histamintauglich“)
  • sowohl süße Leckereien als auch deftige Backwaren, die sich als Hauptspeisen eignen
  • Verzicht auf tierische Produkte, kein Kristallzucker, viele Tips zum Austauschen (gesunde Alternativen)
  • 19,95 Euro, erschienen im Neun-Zehn-Verlag

Ich bedanke mich beim Neun-Zehn-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

4 Kommentare

  1. Wie machst du denn deine Mandelmilch selber? Mit heißem Wasser kenne ich noch nicht.Ich setze abends 50g Mandeln mit 1 Liter kaltem Wasser an und pürriere dann morgens.
    LG Sybille

    • Eva

      4. August 2015 at 16:31

      Hallo Sybille,
      ich nehme Mandeln und blanchiere die (mit heißem Wasser) und gebe dann nochmals sauberes, heißes Wasser hinzu. Pürieren. Dann schmecke ich mit einer Pr. Salz und gegebenenfalls mit etwas Ahornsirup und Gewürzen ab, wobei die zwei letzteren natürlich optional sind.
      Bei Mandelblättchen gebe ich direkt heißes Wasser dazu und püriere das direkt. Die Menge variiert bei mir immer, ich mache das so pi mal Daumen…
      Liebe Grüße,
      Eva

  2. elisabeth.berdou@bluewin.ch

    9. August 2015 at 17:19

    Liebe Eva Ich lese mit grossem Interesse deine Beiträge. Bei meiner Tochter und mir ist eine Histamin-, Gluten- und Laktoseunverträglichkeit festgestellt worden. Kannst du mir dazu ein Kochbuch (für berufstätige Frauen 🙂 besonders empfehlen? Vielen Dank und liebe Grüsse Elisabeth

    • Eva

      9. August 2015 at 19:25

      Hallo Elisabeth,
      fuer die Kombi gibts nicht so viele Buecher. Kochtrotz (dazu gibt es auch einen Blog) hat hierzu ein Buch herausgebracht mit Rezepten, aber die Autorin hat ihre Histaminunvertraeglichkeit ueberwunden – also ich weiss nicht, wieviel Histamintaugliches wirklich im Buch ist. Was Histamin angeht, finde ich das vegetarische Kochbuch, das im Palaverlag erschienen ist, ganz gut. Ansonsten muss man einfach selbst ein bissl kreativ werden 🙂 Irgendwann kriegt man da auch etwas Routine rein und dann geht das auch bei Berufstaetigkeit.
      LG

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