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Dieser Beitrag ist Teil meiner Serie „Glutenfreie Info-Wochen“.

Das nachfolgende Rezept stammt (mit leichten Abänderungen) aus dem Buch „Zauberhafte Weihnachtsbäckerei – glutenfrei“ vom Pala-Verlag (S. 36), das ich Euch heute vorstellen möchte.

Das Rezept reiche ich außerdem zur Blogparade „Weiß wie der Schnee“ beim Küchen-Atlas-Blog ein.

KüchenAtlas-Blogparade: Weiß wie der Schnee

Glutenfreie, histaminarme „Hirseköpfchen“ ODER „Schneebälle“ (mit laktosefreier Option)

Zubereitungszeit:

ca. 25 Minuten + ca. 20-25 Minuten Backzeit

Schwierigkeit:

einfach

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Zutaten für 1 Blech :

  • 40g Hirse ODER ca. 100g gegarte Hirse
  • 1 Eigelb
  • ca. 55g weiche Butter ODER Kokosöl (ich habe beides gemischt)
  • 70g Rohrohrzucker ODER Kokosblütenzucker
  • 100g Maisstärke
  • 100g Braunhirsemehl
  • 1/2 Päckchen glutenfreies Backpulver
  • 25g selbst gemachter Vanillezucker
  • 1/2 TL Lebkuchengewürz (wenn das vertragen wird, ansonsten bitte ein anderes verträgliches Gewürz nehmen, im Original ist 1 TL gemahlener Ingwer angegeben, den hatte ich aber gerade nicht auf Vorrat)
  • Roh-Rohrpuderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

  1. Die Hirse in der dreifachen Menge Wasser aufkochen, 10-15 Minuten köcheln lassen, vom Herd nehmen und weitere 30 Minuten quellen lassen. Ab und zu umrühren und anschließend abkühlen lassen.
  2. Nun den Backofen auf 180°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier vorbereiten.
  3. In einer großen Schüssel die abgekühlte Hirse mit Eigelb, Butter/Öl, Zucker, Vanillezucker, Maisstärke, Braunhirsemehl, Gewürz und Backpulver verkneten.
  4. Nun mit einer Hand kleine Kügelchen aus dem Teig formen (ca. so viel wie ein gehäufter TL Teig pro Stück). Die Kügelchen auf das Backblech setzen und ca. 20-25 Minuten im Backofen (in der Mitte einschieben) backen.
  5. Danach auf einen Teller oder ein Kuchengitter setzen und mit Puder- bzw. Staubzucker bestäuben.

Rezension „Zauberhafte Weihnachtsbäckerei – glutenfrei“ von Anja Völkel:

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Das Buch, geschrieben von einer Betroffenen, die u.a. auch an Histaminintoleranz leidet, bietet zahlreiche glutenfreie Weihnachtsleckereien zum Nachbacken. Anja Völkel hat das Buch mit kleinen Geschichten, Reimen und Bastelideen versehen. Lisa Apfelbacher hat zahlreiche Illustrationen zu den Rezepten beigesteuert.

Wer den Pala-Verlag kennt, weiß, dass die Kochbücher stets vegetarisch oder sogar vegan gehalten sind und dass es keine Fotos gibt. Während ersteres sehr erfreulich ist, mag zweiteres den einen oder die andere enttäuschen. Der Verlag druckt zu 100 Prozent auf recycletem Papier und produziert seine Werke klimaneutral. Hochglanzfotos passen da eben leider nicht ins Konzept.

Da ich ohnehin mehr Wert auf Inhalt als auf Form lege, stört mich das Fehlen der Fotos gar nicht. Im Gegenteil, so wird die Fantasie angeregt, was man denn mit dem einen oder anderen Rezept sonst noch so machen kann…

Trotz der Doppelintoleranz der Autorin sind einige Rezepte nur mit Anpassungen „histamintauglich“, wie ich immer sage. Zitronen-, Orangenkuchen, Rumbrezeln und anderes könnte so manchem/r schwer im Magen liegen.

Da mit glutenfreiem Mehl gebacken wird, enthalten manche Rezepte viele Eier (mitunter bis zu 5). Auch das verträgt in der Masse vielleicht nicht jede/r. Hier muss man selbst etwas erfinderisch werden und z.B. einige Eier durch Chiasamenmehlmix oder dergleichen austauschen.

Speziell für Betroffene von Histaminintoleranz ist jedoch der Abschnitt „Basics“ sicher sehr interessant. Völkel gibt einfache Rezepte zur Hand, wie man z.B. Vanillezucker, dunkle oder helle Kuvertüre und Nougatmasse selber machen kann. Dieser kleine Fundus kann natürlich auch für andere Rezepte genutzt werden und ich fand ihn sehr wertvoll.

Das Buch beschränkt sich, wie es ein Kochbuch tun sollte, auf praktische Küchentips und Rezepte. Große Erläuterungen zum Krankheitsbild der Zöliakie oder dergleichen gibt es nicht. Dafür eignen sich Ratgeber- und Fachbücher. Demnächst stelle ich Euch auch noch informative Bücher zum Thema vor.

Was jedoch im Buch enthalten ist, ist eine „Kleine Warenkunde“ und auch die ist Gold wert.

Die Autorin stellt eine kurze Geschichte des Gebrauchs von Getreide voran und geht dann auf einzelne glutenfreie Mehlsorten ein. Sie beschreibt dabei Konsistenz, Unterschiede zu regulärem, glutenhaltigem Mehl und Geschmack einzelner Mehlsorten, darunter z.B. Hirse-, Quinoa-, Buchweizen-, Reis-, Mais- und Kastanienmehl. Darauf folgt eine kurze Zusammenfassung weihnachtlicher Gewürze und von Nüssen bzw. vom dem, was im allgemeinen Sprachgebrauch unter „Nüssen“ verstanden wird. Mehr zum Thema „Nüsse“ hier.

Im Buch werden keine Fertigmehlmischungen verwendet, was ich sehr lobenswert finde. So kann man selber auch mit einzelnen Sorten zu experimentieren anfangen.

Zusammenfassung:

  • um die 120 glutenfreie Rezepte
  • 160 Seiten, 14,00 Euro
  • illustriert, keine Fotos
  • keine Fertigmehlmischungen
  • viele praktische Tips und Warenkunde
  • von einer selbst Betroffenen geschrieben
  • nicht alles ist histaminarm
  • leider keine veganen Rezepten
  • Kaufempfehlung: bei Zöliakie/Glutenunverträglichkeit, Glutensensitivität – Ja

bei HIT – nur bedingt

Ich bedanke mich beim Pala-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Aussagen entsprechen meinen eigenen Vorstellungen und sind nicht vom Verlag, der Autorin oder anderen beeinflusst worden.

Guten Appetit!

(c) Histamin-Pirat