Tipps

zum Thema Kräuter und Gewürze

Allgemeines bei Histaminintoleranz

Kräuter und Gewürze verleihen unseren Mahlzeiten erst den richtigen Pfiff. Doch nach der Diagnose Histaminintoleranz ist erst einmal Vorsicht geboten, denn oft kommt die Histaminintoleranz nicht allein.

Allergien und andere Lebensmittelintoleranzen, wie z. B. Laktoseintoleranz und Glutenunverträglichkeit, sind oft Begleiter einer Histaminintoleranz. Mach daher den Check, ob Du vielleicht auch von einer Nebenerkrankung oder von Allergien betroffen bist, bevor Du die hier aufgeführten Kräuter und Gewürze ausprobierst.

Nach der Diagnose Histaminintoleranz ist es daher angebracht, a) den Körper zu entgiften und b) nach und nach neue Lebensmittel in die persönliche Verträglichkeitsliste aufzunehmen. Hierbei helfen Lebensmittellisten, wie sie z. B. die schweizer Interessensgemeinschaft für Histaminintoleranz erstellt hat. Weiterführende Informationen finden dazu findest Du hier und hier.

Außerdem kann das Führen eines Ernährungstagebuchs, insbesondere am Anfang, hilfreich sein. Dazu notiert man in einem kleinen Buch, was man gegessen hat und wie man es vertragen hat, mit eventuellen Symptomen. So kann man herausfinden, welche Lebensmittel vertragen werden und welche nicht. Achtung: Manchmal treten Symptome erst verzögert, nach 1-3 Tagen auf.

 Katze Luna studiert die Kräuter-Übersicht

Sie mag Minze, Baldrian und Melisse besonders gern

Allgemeines zu Kräutern und Gewürzen

Achte darauf unbedingt Bioware zu kaufen, da viele Gewürzmischungen, die im Supermarkt erhältlich sind, mit Schadstoffen belastet sind und diese auch Histamin im Körper freisetzen. 

Verwende Gewürze und Kräuter nur, wenn Allergien abgeklärt sind und Du entsprechende Kreuzallergien ausgetestet hast. Teste im Zweifelsfall langsam aus – mithilfe eines Ernährungstagebuchs (s. o.). Vor allem Kräuter können bei gleichzeitiger Salicylatintoleranz Probleme verursachen.

Die Kraft der Kräuter und Gewürze

Kräuter und Gewürze können eine Wohltat sein, wenn man sich etwas auskennt. Da es natürliche Substanzen gibt, die den Histaminabbau im Körper begünstigen ((stilles) Wasser, Vitamin C etc.) oder dessen Ausschüttung blockieren (z. B. Brombeere), kann der richtige Kräutercocktail Wunder wirken oder zumindest ein paar Symptome lindern.

Wohltuende Kräuter und Gewürze

Kümmel wirkt wohltuend auf die Verdauung und kann Blähungen mildern. Tipp: Das mag vielleicht nicht jedem schmecken, aber ein Fenchel-Anis-Kümmel-Tee kann rasche Abhilfe bei Verdauungsproblemen bringen. Außerdem eignet sich Kümmel hervorragend als Suppen-, Kartoffel- und Reisgewürz.

Eberraute (artemisia abrotanum) ist ein Fleischgewürz, das sich aber auch zum Würzen von Saucen und Salaten eignet, welches etwas in Vergessenheit geraten ist. Es hat eine leicht zitronige Note und sollte sparsam verwendet werden, da es geschmacksintensiv ist. Ein Tee aus dem Kraut wirkt appetitanregend und magenstärkend. Auf der Fensterbank gehalten, hält es Motten und Fliegen fern. Genau wie aus Lavendel kann man auch aus Eberraute Duftsäckchen machen. (Allergiehinweis/Familie: Korbblütler)

Gewürznelken enthalten ätherische Öle, die bei äußerlicher Anwendung gegen Kopfschmerzen und Migräne sehr gut wirken. Die Gewürznelke enthält neben schmerzhemmenden Inhaltsstoffen auch ätherische Öle, die den Blutfluss verbessern. Aber innerlich angewendet – gegessen – verursachen Gewürznelken oft Probleme.

– Dem Baikal-Helmkraut (scutellaria baikalensis) werden einige Wunderwirkungen zugeschrieben. Unter anderem soll es Krebs heilen können. Bei Histaminintoleranz ist es jedoch interessant, da es die Ausschüttung von Histamin blocken kann. Ein Tee aus Helmkraut kann daher Wunder wirken. (Allergiehinweis/Familie: Lippenblütler)

Auch das Bischofskraut (ammi visnaga) ist ein Geheimtip, ähnlich wie das Helmkraut. Es enthält Cromoglycinsäure, das die Mastzellen stabiliert und so die Histaminausschüttung verhindern kann. (Allergiehinweis/Familie: Doldenblütler)

Knoblauch ist ein ziemliches „Allroundgewürz“ mit vielerlei Vorteilen und Anwendungsbereichen. Enthalten sind viele Vitamine (A, B und C) und zahlreiche Mineralstoffe wie z. B. Selen, Jod, Kalium, Eisen, Calcium, Zink und Magnesium. Knoblauch verwendest Du am besten frisch. Knoblauch ist ein natürliches Antioxidans und wirkt somit gegen freie Radikale. Knoblauch soll Darmkrebs und Herzerkrankungen vorbeugen. Darüberhinaus hat Knoblauch antibakterielle und antimykotische Eigenschaften und hilft so bei Erkältungen und Pilzinfektionen. Vorsicht bei Salicylatintoleranz!

Bärlauch (allium ursinum) ist genauso nützlich wie Knoblauch. Da viel Vitamin C enthalten ist, sollte er nicht lange gegart und unbedingt frisch zubereitet werden, z.B. als Salat oder in Pesto. Beachte bei der Ernte die Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen, Herbstzeitlosen und Aronstab, die alle giftig sind. Im Unterschied zu diesen verströmt aber nur Bärlauch beim Zerreiben der Blätter die typische Knoblauchnote.

Aloe Vera ist weder ein Kraut noch ein Gewürz im engeren Sinne, aber auch eine ziemliche Wunderpflanze und sie kommt daher in die Liste.  Äußerlich angewendet, hilft Aloe Vera bei Verbrennungen und auch bei Sonnenbrand und kleineren Verletzungen, denn das in den Blättern enthaltene Gel kühlt die Haut. OHNE Haut (die giftig ist) kann Aloe-Gel auch intern angewendet werden. Ich habe kur-weise unseren Krebspatienten Shaolin (unsere Pflegekatze) regelmäßig mit Aloe-Gel behandelt. Das hat hervorragend bei ihren Verdauungsstörungen (Erbrechen, Verstopfung) geholfen, die aufgrund des Nierentumors zuweilen auftraten. Es wirkt antientzündlich. Vorsicht bei Salicylatintoleranz!

Andere Kräuter und Gewürze, die meist vertragen werden

Minze wirkt nervenberuhigend, kann aber bei zu häufiger Anwendung zu Schlafstörungen führen
Melisse wirkt beruhigend und zum Einreiben gegen Insekten
Basilikum kann gegen Kopfschmerzen helfen. Dazu die zerriebenen Blätter auf die Schläfen legen. Tee hilft gegen Blähungen. Eine besondere Rolle spielt Tulsi (Holy Basil), das als Antihistaminikum gilt. Ähnliches gilt für Oregano.
Lavendel hat antiseptische und entzündungshemmende Wirkung. Der Dampf eines heißen Aufgusses kann Gesichtsunreinheiten klären. Beruhigend als Duftsäckchen.
Petersiliegekaut hilft sie gegen Mundgeruch. Ist ein Boost für das Immunsystem. Enthält viel Vitamin C.
Thymian hilft als Tee bei Verdauungsstörungen und Husten. Kann bei Erkältung auch zum Inhalieren genutzt werden.
Rosmarin wirkt kreislaufanregend, eignet sich auch als Badezusatz. Nicht vor dem Schlafen-Gehen anwenden, nicht während der Schwangerschaft!
Rucola/Rauke gut als Salat 

Kräuter und Gewürze, die Reaktionen verursachen können

Dill, Klee, Schnittlauch nur in Maßen, Curry, Ingwer nur in kleinen Mengen nehmen, Mohn, Muskatnuss, Senf, scharfer Pfeffer (Cayenne), scharfe Paprika/Peperoni, Meerrettich/Kren und Zwiebeln (enthalten zwar kaum Histamin, aber Salicylate und verursachen daher oft auch Probleme). In Maßen wird frisch geriebener Meerrettich hier sehr gut vertragen.

Nachtrag (28.2.2015): Curcuma hatte ich hier vorher als rot gelistet. Aber Curcuma ist mastzellenstabilisierend und kann daher in der Regel bedenkenlos genossen werden und ist sogar hilfreich! Mehr dazu gibt es hier.

Generell enthalten die meisten Kräuter hohe Mengen an Salicylaten. Wer hiermit Probleme hat, sollte sehr vorsichtig austesten.

Wenn Du selbst Kräuter ziehen möchtest, kann ich z. B. diese Pflanzen- und Samenversandunternehmen empfehlen: Syringa, Sonnentor, BUND Shop und Arche Noah-Shop.

Wenn Du Vorschläge oder Ideen hast, lass es mich im Kommentarfeld oder per E-Mail wissen.

(c) Histamin-Pirat