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zum Thema Kaffee, schwarzer Tee & Co …

Ursachen für die Unverträglichkeit von Kaffee, schwarzem Tee & Co jenseits der Histaminunverträglichkeit 

 

Oft wird Kaffee bei Vorhandensein einer Histaminunverträglichkeit gar nicht vertragen und schwarzer Tee ist oft ähnlich problematisch. Grüner Tee wird zum Teil vertragen und manchmal auch Kakao.

Doch gibt es nun eine allgemeingültige Regel zum Thema Kaffee, schwarzer Tee & Co? Leider nein, aber es gibt ein paar Faustregeln und Tendenzen, die im Folgenden besprochen werden.

Neben der Histaminunverträglichkei gibt es auch das Problem, dass eventuell eine zusätzliche Kaffee- oder Koffeinunverträglichkeit vorliegt.

Wer unter PMS leidet oder die Blutgruppe 0 hat, verträgt Kaffee und schwarzem Tee generell schlechter, da der Magen leichter übersäuert.

Ursachen für die Unverträglichkeit von Kaffee, schwarzem Tee & Co bei Histaminunverträglichkeit

Doch zurück zur Histaminunverträglichkeit. Grundsätzlich gilt, Koffein blockiert die Diaminoxidase (DAO). Viele Betroffene greifen daher auf Getreidekaffee (z. B. Caro) zurück, was zwar den Kaffeegenuss ermöglicht, aber der „Wach-Mach-Effekt“ bleibt aus.

Eine Siebträgermaschine

Als eine andere Option betrachten Betroffene oft den Verzehr von entkoffeiniertem Kaffee, was zwar das Koffein-Problem löst, aber geschmacklich und gesundheitlich nicht zu empfehlen ist. Und auch hier bleibt der „Wach-Mach-Effekt“ aus. Die Prozesse der Entkoffeinierung involvieren stets Chemikalien, von denen einige unter dem Verdacht stehen Krebs zu erregen. Also Hände weg vom entkoffeinierten Kaffee! Weitere Infos dazu z. B. unter http://www.coffeeness.de/barista-blog/kaffee-koffein-entkoffeinierung/.

Wer aber trotzdem nicht auf den richtigen Kaffee verzichten möchte, dem empfehle ich sich eine Espressomaschine für zu Hause zuzulegen. Günstige und gute Einsteigermodelle gibt es schon ab 100 €. Bitte KEINE Kapsel-Maschine und auch keinen Vollautomaten kaufen. Die Kapseln enthalten auch oft Chemikalien oder sind mit Schwermetallen belastet. Ein Vollautomat ist nur schwierig porentief zu reinigen. Besser ist eine Siebträgermaschine oder ein gewöhnlicher Espressokocher.

Espresso entsteht, anders als der Filterkaffee, der im Kaffeefilter vor sich hin quackert, unter Druck (daher der Name) und in kürzerer Zeit. Dabei werden weniger Bitterstoffe und weniger Säure aus dem Kaffee gelöst und der Magen übersäuert nicht so schnell. Espresso enthält außerdem weniger (!) Koffein als Filterkaffee. Und es ist genau dieser Stoff – Koffein – der bei einer Histaminintoleranz problematisch ist. Noch verträglicher ist der Kaffee, wenn etwas Milch dazuzugegeben wird (Reis-, Mandel- oder Hafermilch geht auch) und wenn außerdem das obligatorische Glas Wasser zum Kaffee getrunken wird. Daher bekommt man traditionell in Italien auch immer ein Glas Wasser zum Kaffee. Es macht den Kaffee bekömmlicher und wirkt der Dehydration entgegen, die mit Kaffeegenuss unweigerlich einhergeht. Unmengen Espresso kann man dennoch bei einer HIT nicht trinken, denn auch Espresso blockiert die DAO.

Espresso im Restaurant oder Cafe wird manchmal auch nur schlecht vertragen, da Hygienestandards nicht immer eingehalten werden. Die Maschinen in der Gastronomie werden oft nur schlecht oder unregelmäßig gereinigt. Die Folge sind verkalkte Leitungen in den Maschinen und Schimmel. Kaffee trinkt man daher am besten nur vom Barista des Vertrauens.

Schwarzer Tee enthält Teein bzw. Koffein und auch das blockiert die DAO. Als Faustregel gilt, je länger der Tee zieht, desto bitterer und desto mehr Teein. Also Tee nicht so lange ziehen lassen! Achtung bei Eistee, der in der Regel mit schwarzem Tee hergestellt wird.
Grüner Tee wird grundsätzlich oft besser vertragen als schwarzer Tee, obwohl Teein bzw. Koffein enthalten ist, und die meisten Kräutertees gelten als bedenkenlos (beachten Sie aber eventuelle Allergien). Anders als Rotbuschtee (der teein-/koffeinfrei ist) oder auch Schwarztee, ist Grüntee in der Regel nicht fermentiert. Daher die bessere Verträglichkeit, insbesondere, wenn man ihn nur kurz ziehen lässt. Die meisten Grünteesorten soll man ohnehin nur ca. 2 Minuten ziehen lassen.

Kakao wird auch oft nicht vertragen; das gleiche gilt für Schokolade. Auch Kakao enthält Bitterstoffe und kann den Magen übersäuern. Darüber hinaus gilt Kakao als Histaminliberator, der die Freisetzung von körpereigenem Histamin anregt, da andere biogene Amine, aber kaum Histamin enthalten sind. Ein möglicher anderer Grund für die Unverträglichkeit: Der Abbauweg der anderen biogenen Amine ist der gleiche wie beim Histamin. Somit konkurrieren die Stoffe gewissermaßen um die DAO. In Maßen kann Schoki aber vertragen werden und ist sogar eine gute Magnesiumquelle. Für Schokolade zum Essen gibt es einen eigenen Eintrag.

Ich hoffe, etwas Klarheit in die Problematik Kaffee, schwarzer Tee & Co gebracht zu haben. Noch Fragen? Schick mir eine elektronische Flaschenpost an eva(at)histamin-pir(punkt)at!

Weitere Infos zum Thema Kaffee gibt es hier.

(c) Histamin-Pirat